Was ist nun los am Arbeitsmarkt?

Das Problem sind die immer komplexeren Anforderungen im Arbeitsmarkt: Chefin diskutiert mit ihrem Mitarbeiter. Foto: iStock

Schaut man sich die Berichte über zum Job-Abbau von Unternehmen in der Schweiz an, dann liefern diese ein erschreckendes Bild: 1200 Entlassungen bei General Electric, 300 Stellen weniger bei Migros. Bis zu 1200 gefährdete Jobs beim in der Schweiz gescheiterten Modehändler OVS. Auch Postfinance will bis 2020 fünfhundert Stellen abbauen.

Was ist los? Ist der Arbeitsmarkt total aus dem Lot geraten? Die offiziellen Arbeitslosenzahlen vermitteln genau das gegenteilige Bild: Gemäss der letzten Publikation dazu vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 2,4 Prozent und damit so tief wie seit 10 Jahren nicht mehr. Saisonbereinigt liegt sie mit 2,6 Prozent leicht höher, weil im Sommer gewöhnlich mehr Leute beschäftigt werden können. Noch zu Jahresbeginn 2017 waren fast 165’000 Personen bei einem regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) als arbeitslos gemeldet. Aktuell sind es nur noch 109’392 Personen. Anders als die eingangs erwähnten Stellenstreichungen hat aber der Umstand keine Schlagzeilen generiert, dass seit etwas mehr als einem Jahr die auf den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen sich um rund 55’000 Personen reduziert haben.

So gut wie schon lange nicht mehr

Dass die Lage auf dem Schweizer Arbeitsmarkt so gut ist wie schon lange nicht mehr, lässt sich tatsächlich nicht bestreiten. Unternehmen klagen sogar über einen Fachkräftemangel, wobei der Begriff Fachkräfte trotz der vielen Berichte darüber recht schwammig bleibt.

Dennoch: Was ist denn mit anderen Daten aus dem Arbeitsmarkt, wie der Erwerbslosenquote nach den Standards der Internationalen Arbeitsorganisation ILO? Diese liegt mit aktuell 5,2 Prozent – saisonbereinigt bei 4,9 Prozent – mehr als doppelt so hoch wie die vom Seco ausgewiesene Quote.

Der Unterschied besteht in einer komplett anderen Erhebung. Die Erwerbslosigkeit basiert auf einer telefonischen Befragung bei Haushalten, die die Gesamtbevölkerung repräsentiert. Der Vorteil: Hier fliessen auch jene ein, die einen Job verloren haben oder suchen und nicht als arbeitslos gemeldet sind. Der Nachteil: Die Zahl beruht auf freiwilligen unkontrollierten Angaben und einer Hochrechnung

Zwar ist auch die Erwerbslosigkeit im internationalen Vergleich sehr tief, aber erstens schneiden hier andere Länder, wie etwa Deutschland, dennoch besser ab und zweitens ist sie seit der Finanzkrise nicht deutlich zurückgegangen. Im Gegenteil, jüngst ist sie sogar leicht angestiegen. Eine Erklärung dafür konnte der für die Erhebung Zuständige beim Bundesamt für Statistik nicht liefern.

Das Problem der falschen Qualifikation

Die verbesserte Lage auf dem Arbeitsmarkt ergibt sich vor allem aus dem konjunkturellen Aufschwung, in dem sich die Schweiz gegenwärtig befindet. Darauf weist nicht nur die offiziell gemessene Arbeitslosenquote hin, sondern auch andere Erhebungen, wie etwa die Arbeitsmarktkomponenten aus den Einkaufsmanagerindizes (PMI) oder das Arbeitsmarktbarometer des Personalvermittlers Manpower für die Schweiz.

Davon unberührt bleiben aber die strukturellen Faktoren: Wenn etwa die Arbeitssuchenden nicht über die von den Unternehmen verlangten Qualifikationen verfügen, deshalb arbeitslos werden und keine Stelle mehr finden, dann drohen sie irgendwann auch aus der offiziellen Arbeitslosenstatistik zu fliegen, oder sie erscheinen da gar nicht erst, weil sie sich erst gar nicht auf einem RAV melden.

Zwar ist auch diese strukturelle Arbeitslosigkeit in der Schweiz im internationalen Vergleich gering, aber für Betroffene von Entlassungen ist das ein kleiner Trost. Auch wenn die Arbeitsmarktsituation insgesamt gut ist, sind die Probleme für jene, deren Fähigkeiten nicht mehr nachgefragten werd, kein bisschen kleiner geworden. Und angesichts einer insgesamt guten Lage am Arbeitsmarkt drohen sie noch zusätzlich marginalisiert zu werden.

73 Kommentare zu «Was ist nun los am Arbeitsmarkt?»

  • U. Kleinschmidt sagt:

    Super. Viele sachlich richtige Argumentationen, aber leider auch fachlicher Käse.
    Ja, die Statistik ist falsch (liegt an Ausgesteuerten und anderen Effekten) – Gefahr, dass dann auch Entscheidung zu Arbeitsmarktmassnahmen, Renten, Sozialleistungen, Gesundheitswesen etc. realitätsfern getroffen werden und somit irgendwann Staatseffekte hervorrufen – wer spart dann an den jungen, vermeintlich günstigen Kräften.
    Ja, mancher weiss nicht mal wirklich, was er sucht und kopiert einfach eine Stellenanzeige. Das sieht man daran, dass sich Kriterien eher gegenseitig aufheben, manchmal nötige Qualifikationen gar nicht drin stehen und dass innert zwei Jahren exakt die gleiche Stellenanzeige wieder publiziert wird, nachdem man schon mal den Falschen „erwischt“ hat – was auch immer die Entscheidungskriterien waren (warum sollen die besser sein, als die Stellenausschreibung?).
    Ja, Ältere sind meist weit besser ausgebildet, als so mancher Junger heute erwartet (oft besitzen die sogar Qualifikation die nicht immer richtig interpretiert werden, weil sie aktuell so nicht „in Mode“ sind und an Erfahrung sind die meist sowieso nicht zu toppen), oder gerne hätte – also stellen die eine „Gefahr“ da, die man mit irgendwelchen Argumenten auskontert – hat oft weder was mit Betriebswirtschaft noch sonstigem Fachwissen zu tun. Wer nach 500 Bewerbungen mal die Antworten durchgeht, kann oft erkennen, dass da nicht viel mehr als nur das Geburtsdatum angeschaut wurde, sonst hätte man eher eine anderen Begründung abgegeben oder den Bewerber sogar eingeladen.
    Fazit: Es ist sehr schwer, emotinale Entscheidungen sachlich zu kontern. Solange sich dieses Verhalten nicht rationalisiert, werden dementsprechend auch Massnahmen nur schwer zu finden sein oder als „Rasenmäher“ auch übers Ziel hinaus schiessen. Wir brauchen wieder mehr Zeit, um uns alle mit Qualität und Nachhaltigkeit zu beschäftigen, als nur mit schnellen „Try and Error – Sekunden-Schablonen-Konsum Entscheidungen“. Der Arbeitsmarkt, die Wirtschaft, aber auch die Umwelt und die Gesundheit werden es uns irgendwann danken. Insbesondere den durchaus gestressten Arbeitslosen. Nicht jeder ruht sich nur aus!

  • Fassbind sagt:

    Traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast !

  • Rolf Zach sagt:

    Wenn es erlaubt ist, die meisten Kommentare so zusammen zu fassen, sind sie sich einig, dass die Arbeitsmarktstatistiken unseres Bundes besser ausgebaut werden müssen. Es liegt sicher nicht an den Menschen, die dort arbeiten, denn die Schweiz hat hervorragende Ökonomen und ich bin überzeugt mehr davon im öffentlichen Dienst als in der Privatwirtschaft.
    Ungenügende Statistiken sind schlecht, um auf wirtschaftliche Veränderungen adäquat zu reagieren. Aber es ist leider so, dass die bürgerliche Mehrheit unserer Politiker und einzelne Linke gar nicht daran interessiert sind, unsere Ökonomen beim Bund und der SNB besser arbeiten zu lassen.
    Interessiert überhaupt das Direktorium unserer SNB was ihre Ökonomen wissenschaftlich erarbeiten? Gleiche Frage bei Bundesrat und Parlament.

    • Rolf Zach sagt:

      Sind unsere Schweizer Statistiken wenigstens von gleicher Qualität wie die von Eurostat?
      Vielleicht gibt es hier eine Antwort?

    • Maiko Laugun sagt:

      „..denn die Schweiz hat hervorragende Ökonomen..“

      … aber offensichtlich schlechte Statistiker. Beides hat nur bedingt miteinander zu tun.

  • Rolf Zach sagt:

    Herr Senn hat zu Recht auf die Arbeitsmarkt-Daten unseres Bundesamtes für Statistik hingewiesen. Die FDP hat ja den schönen Satz geschrieben „Wir schaffen Arbeitsplätze“, aber bei der Arbeitsmangel-Statistik haben wir mit 12 % praktisch gleich den Durchschnitt der EU, 12,5 %, wo ja immer die SVP behauptet nächstens werde die EU zerbrechen. Darunter sind solche Länder des Bankrottes wie Italien mit 14,6 % und Frankreich mit 15,7 %, Deutschland mit 7,5 % und Österreich mit 10,2 %. Ist nun der Abstand der Schweiz zu Italien gewaltig?
    Nochmals, die Frage von Herrn Senn an mich wegen dem Vergleich der Zahlen zwischen Deutschland und der Schweiz. Wegen ILO und unserer Arbeitslosen-Zahl von 2,6 % habe ich, ich nehme es an, beantwortet.

    • Rolf Zach sagt:

      Warum in der Schweiz beim Arbeitsmangel die hohen 12 % gegenüber Deutschland mit seinen niedrigen 7,5 %?
      Deutschland hat seine Industrie allgemein gefördert nebst Gütern auf dem Weltmarkt, die jedermann braucht und die man nur dort bekommt (Hidden Champions).
      Wir in der Schweiz haben auf Druck des Finanzplatzes unsere Industrie zurück gebunden, verlieren aber auf dem Finanzplatz ebenfalls Arbeitsplätze und nicht nur, wie beabsichtigt, in der Industrie.
      Trotz grotesk hohen Subventionen erleidet unser Agrarsektor einen leichten Abbau der Beschäftigung. Dafür werden substanziell Arbeitsplätze in der ganzen Schweizer Wirtschaft abgebaut und dem Bund fehlt Geld, um aussichtsreiche Arbeitsplätze langfristig für die Zukunft zu sichern.
      Die Angestellten stimmen mit Begeisterung SVP!

      • Marcel Senn sagt:

        Werter Herr Zach: Ich habe schon mehrmals versucht anhand der demographischen Daten der CH versucht die effektiv nicht Beschäftigten zw 15-65 zu eruieren, nur leider ist das sehr komplex, da es auch freiwillige Privatiers, Hausfrauen (-Männer), Aussteiger, Kranke und nicht arbeitsfähige aller Art, Behinderte, solche in Aus- Weiterbildung usw gibt und es schwierig ist die Zahlen zu eruieren. Zudem arbeitet ein Teil der Teilzeitangestellten freiwillig nur Teilzeit, ein anderer Teil möchte mehr arbeiten.
        .
        Im Mai 2018 hatten wir im RAV 38’200 Abgänge und 27’800 Zugänge bei 109’400 offiziellen AL. Aufs Jahr sind das um gegen 400’000 Abgänge, das heisst der Arbeitsmarkt ist im Vergleich der AL Zahlen doch sehr dynamisch – ca 3.5 mal (und es melden sich längst nicht alle beim RAV)

        • Marcel Senn sagt:

          Dass Sie in Ihrem Bekanntenkreis einige gutqualifizierte Ue50 kennen, das glaube ich Ihnen gerne, die gibts leider auch, es fragt sich nur wieviele es denn wirklich sind, oder ist ein grösserer Teil der Ue50 jährigen AL nicht Leute mit geringer Qualifikation oder gesundheitlichen Problemen aller Art (inkl. auch Süchte), tw. auch schwierige Charaktere (Besserwissersyndrom, sozial einfach nicht kompatibel etc)
          .
          Ich warte schon lange mal auf eine grosse SECO Studie, die möglichst alle Subkategorien eruiert oder gut schätzt und mal ein effektives Bild gibt.
          Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir vergleichsweise einen sehr gut funktionierenden Arbeitsmarkt haben und dass bei der Schwarzmalerei übertrieben wird. Gut den betroffenen Einzelnen mag das kein Trost sein.

          • Marcel Senn sagt:

            Wenn ich da an die düstere Lage auf dem Arbeitsmarkt um 1997 zurückdenke, da haben wir heute fast schon paradiesische Zustände. Gut die Ansprüche der Arbeitgeber sind gestiegen, die knallharten Manager denken sich immer neue Methoden aus um die AN noch mehr auszuquetschen, im Gegenzug steigen die Burn-Out Fälle massiv, der internationale Wettbewerb ist schärfer geworden inkl. Auslagerungen und die CH mit dem hohem Lohn- und Lebenshaltungsniveau ist gezwungen die Produktivität und Innovation auf schon sehr hohem Niveau immer weiter zu steigern. Dass da nicht alle mithalten können und aussortiert werden, ist leider eine negative Folge davon.

          • Marcel Senn sagt:

            Nur ist Abschottung wie das die SVP propagiert auch nicht die Lösung. Gerade jene Partei hat weit überdurchschnittlich viele Geringqualifizierte und Niedrigverdiener in ihrer Wählerschaft. Auch mit Abschottung würden Hightechfirmen aller Art (inkl. Finanzindustrie etc) mit hohem Anspruchsprofil solche Leute auch nicht einstellen, die bekämen dann einfach einen „Fachkräftemangel“!
            Dass Arbeitsplatz nicht gleich Arbeitsplatz ist wollen gewisse Kreise absichtlich nicht checken. Darum finde ich die Idee der MEI-Light gar nicht so falsch. Dort ansetzen wie z.B. im Gastgewerbe, Reinigung etc wo man wirklich was für die Inländer bewirken kann und in hochqualifizierten Berufen den Markt spielen lassen. Eine MEI wie die SVP das wünschte wäre ein ineffizientes Bürokratiemonster geworden

  • Jessas Neiau sagt:

    Jeder, der von seinen ach so grandiosen Qualifikationen schwafelt (egal ob „Ü50“ oder nicht) hat jederzeit die Freiheit selber die Verantwortung für seinen Lebensunterhalt zu übernehmen. Es ist nicht einzusehen, warum dafür erstmal Fremde („Arbeitgeber“) oder gar die Allgemeinheit (der „Staat“) aufkommen sollen.

    • Maiko Laugun sagt:

      Dann brauchen Sie ja auch keine Krankenkasse. Sie haben doch sicher für eine schwere Krankheit vorgesorgt, oder?

      Und sonst müssten Sie halt vor dem Spital eigenverantwortlich krepieren. Es soll ja nicht „gar die Allgemeinheit“ aufkommen, oder?

    • Thomas Meyer sagt:

      Was für eine vollendet stumpfsinnige Aussage. Nach Ihrer Aussage, Herr Najau, darf es nur noch Selbständige geben, die komplett unversichert sind, und wie Herr Laugun richtig anmerkt, wenn sie nicht mehr leistungsfähig genug sind und ihren Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten können, einfach sterben.

  • Anton Keller sagt:

    Weshalb wohl veröffentlicht das RAV keine Daten zur Anzahl Stellenbewerber pro Monat, Kanton und Beruf? Die Daten habe sie ja. Informatiker könnten sich die Daten aus deren Webpage heruntersaugen, was aber verboten ist. Weshalb wohl? Sie entsprechen eben nicht den offiziellen Aussagen des Bundes. Zumindest im Februar 2016 war es so.

  • R.E. Michel sagt:

    Der Fehler in der Betrachtung: Wenn arbeitslose Arbeitnehmer beim RAV abgemeldet werden, dann nicht immer weil sie einen neuen Job gefunden haben. Oft auch weil sie ausgesteuert sind. Die fallen dann durch die Statistiken….. Und dann gibt’s eben auch noch all diejenigen, die ihre Stelle verloren und gar nicht mehr gesucht haben, weil sie sich altersmässig eh keine Chancen mehr ausrechnen.

    • Marcel Schmid sagt:

      @michel… Ausgesteuerte können beim RAV weiter angemeldet bleiben, welches auch für diese Personen weiter Stellen sucht.. sie erhalten aber kein Taggeld mehr! Und erscheinen somit auch in der AL-Statistik!

  • Carlo Rigamonti sagt:

    Warum wird sie Arbeitslosen Statistik nicht vom Steueramt etabliert?
    Die haben alle Daten, und da hätten wir wahrscheinlich die wahrheitsgetreueste Statistik.

    • Reto Stadelman sagt:

      Wie soll das konkret gehen? Das Steueramt weiss nur über das Einkommen bescheid. Ob aber jemand arbeitslos ist, kann aus diesen Daten nicht gut ermittelt werden. Nur weil jemand keinen Lohnausweis hat, bedeutet dass nicht das er auf Stellensuche ist. Auch bedeutet ein tiefes Einkommen nicht automatisch das jemand Arbeitslos ist. Aus den Angaben die dem Steueramt vorliegen müssten jede Menge Annahmen getroffen werden. Als Ergänzung wären die Informationen des Steueramts aber sicherlich hilfreich.

      • Anton Keller sagt:

        Ob einer arbeitslos ist (= ohne Arbeitseinkommen), weiss das Steueramt ganz genau. Aber ob jemand auf Arbeitssuche ist, kann nicht herausgefunden werden. Man könnte aber den Steuerpflichtigen so etwas ankreuzen lassen. Das wäre allemal besser, als ein paar 100 Haushalte anzurufen.

        • marty sagt:

          es gibt viele Leute, die nicht arbeiten weil sie nicht wollen/müssen. Mit den Steueramtsdaten käme man auf eine komplett falsche Statistik.

        • Hans Hödli sagt:

          Unzählige Leute in der CH haben es überhaupt nicht nötig zu arbeiten da sie problemlos von Mieten, Zinsen und Dividenden leben können und sich damit sogar noch eine defizitäre Hobbybeschäftigung erlauben können, das wird meistens unterschätzt.

          • Maiko Laugun sagt:

            Oder überschätzt? Wieviele sind es denn?

            Nach meinem Verständnis hat Arbeit nichts damit zu tun, ob man irgendwo angestellt ist.

            Wer Liegenschaften besitzt, muss diese verwalten lassen – oder eben selber tun.

          • Maiko Laugun sagt:

            Wenn einer selber mit Aktien handelt, dann kann dies – zumindest vom Steuer-Vogt – als Erwerbstätigkeit, also Arbeit eingestuft werden.

            Wenn ein anderer das an einen Bank-Verkäufer/Fonds-Manager delegiert, dann nicht.

            Gibt es einen Unterschied zwischen eine Arbeit selber tun – oder diese zu delegieren?

            Es geht nicht um Steuerrecht. Es geht um die statistische Erfassung von Erwerbstätigen/Arbeitslosen.

          • Maiko Laugun sagt:

            Der Hinweis auf steuerliche Daten scheint mir deshalb angebracht zu sein.

    • Beat Müller sagt:

      Rigamonti: Ja genau der Multimillionär, der sich dann einkommensmässig mit Schuldzinsen, Alimenten und Verlusten steuermässig auf Null runterrechnet, der wäre dann in Ihrem Universum ein Arbeitsloser…

  • Mayer sagt:

    Wo das Problem liegt
    Liegt es an den „falsch qualifizierten Stellensuchenden“?
    Liegt es am falsch orientierten und nachhinkenden Bildungsangebot?
    Liegt es an der Schablone der Personalabteilung?
    Liegt es am System der „freien“ Marktwirtschaft?
    Liegt es am Gedanken der Profitmaximierung?
    Liegt es an der Angst, eingestellte besser qualifizierte Mitarbeiter könnten den Chefposten einnehmen?
    Damit begänne die Frage-Schlaufe wieder von vorne.

    • Anton Keller sagt:

      Es liegt einzig am 500 Mio grossen Arbeitsmarkt, von dem der Arbeitgeber hofft einen erfahren Top-Spezialisten zum Hungerlohn zu bekommen. Einer der 500 Mio. wird sich schon finden.

  • Reto Stadelman sagt:

    Neben den offiziellen Zahlen zur Arbeitslosigkeit und den Zahlen des ILO müsste man eigentlich auch noch eine „Dunkelfeldstudie“ zur Arbeitsmarktsituation durchführen.
    Wie viele Leute gibt es die in Jobs arbeiten müssen für die sie eigentlich überqualifiziert sind? Wie viele können nur 50% arbeiten obwohl sie gerne 100% würden? Wie viele Leute akzeptieren prekäre Arbeitsbedingungen, weil sie Angst haben sonst keinen Job mehr zu finden?
    Auf dem Schweizer Arbeitsmarkt läuft es nicht so rosig wie einige denken. Nur für Spezialisten läuft es rund. Den anderen weht ein rauer Wind entgegen, selbst wenn sie einen Job haben.

    • Zufferey Marcel sagt:

      Wer ein Beschäftigungsproblem hat und wer nicht, darüber sagen die Beschäftigungsstatistiken schon lange nicht mehr genug aus, egal, ob sie von der ILO, der OECD, den Arbeitgeberverbänden, den Gewerkschaften, dem Seco oder vom BfS kommen. Mit quantitativen Kriterien alleine konnte man den Arbeitsmarkt der zweiten Hälfte des 20. Jhrds. noch einigermassen zutreffend analysieren, aber heute, in Zeiten eines tiefgreifenden Strukturwandels in der Arbeitswelt, müssten vielleicht langsam neue und v. a. qualitative Kriterien eingeführt werden.

    • Philipp Meyer sagt:

      Stadelmann: haben Sie mal mit dem Ausland allgemein verglichen, um zu solchen negativen Schlussfolgerungen zu kommen? Offenbar nicht. Bitte machen Sie es und berichten Sie dann nochmals. Danke.

      • Reto Stadelman sagt:

        Das es im Ausland noch schlimmer sein dürfte sind für mich keine News. Aber dass die Arbeitsbedingungen auch in einem Land wie der Schweiz tendenziell immer schwieriger werden ist keine gute Entwicklung.

      • Reto Stadelman sagt:

        Danke Marcel Senn. Ein sehr nützlicher Link. Damit wären wir bei 12% Arbeitslosen oder Unterbeschäftigten. Über alles hinweg noch 20% die unter einer mittleren bis hohen psychischen Belastung leiden. Das ist jetzt nicht sehr rosig. Zwischen 1 bis 2 von 10 Personen leiden unter ihren Arbeitsbedingungen. Aber ändern wird es sich wohl nicht…

  • Jörg Hanspeter sagt:

    In vielen Stellen-Inseraten wird 150% Treffergenauigkeit vom Bewerber verlangt, d.h. er soll 100% der Fähigkeiten mitbringen, die bei dieser Stelle benötigt werden und zusätzlich noch mal 50% derjenigen Fähigkeiten die vielleicht irgendwann mal benötigt werden plus 15 Jahre Erfahrung und höchstens 30 Jahre alt. Viele Anzeigen sind nur Alibi-Inserate und dienen dazu dass man entweder einen preiswerten Ausländer einstellen oder die Aufträge an externe Dienstleister vergeben kann.

  • Maya Bertschmann sagt:

    Lösungen
    Also, dass es dringend Lösungen braucht darüber muss man sicher nicht mehr diskutieren. Es braucht eine Übersicht über all die Stellensuchenden, egal ob Ausgesteuert oder beim RAV gemeldet. Was nützt uns diese % Zahlen, welche eh nicht der Wahrheit entsprechen. Und ein verzertes Bild ergeben. Das “ Ruder“ muss endlich herum gerissen werden ! Ich frage mich wer dies in unserem Land in der Hand hat ???. Wer trägt die Verantwortung ? Ein Studierter?. Also meine erste Lösung: Keine Arbeitsplätze mehr für Pensionierte = Davon könnten sich sicher viele eine Existenz schaffen. Die es wirklich dringend brauchen. Aber unser “ krankes“ Gesundheitssystem möchte ja fleissig verdienen- auf kosten der Menschen.
    Ich denke die Zeit wird’s zeigen.

  • Angelika sagt:

    Vergessen Sie nicht, wenn jemand wo arbeitslos beim RAV angemeldet ist, und einen Weiterbildungskurs besucht (Sprachkurs etc.) wird er nicht mehr in dieser Arbeitslosenstatistik auftauchen. Oder wenn er temporär arbeitet dann ist er auch nicht mehr in dieser Statistik (auch wenn er Ende Monat Kompensationszahlungen von der Arbeitslosenkasse für ca. 12 Monate erhält)wenn er die ALK damit entlastet.
    Stimmt diese Erhebung überhaupt, oder streut sie uns Sand in die Augen? Müssen wir alles glauben, was uns da aufgetischt wird? Würde es sehr genau genommen werden, würde es anders aussehen!

  • Markus Meier sagt:

    Die Angaben im Artikel decken sich mit meinen Erfahrungen. Hochqualifiziert (2 Abschlüsse inkl. Promotion) schaffe ich es kaum, in einem Unternehmen (Gesundheitswesen/IT) auf ein Stelleninserat eingeladen zu werden. Die Spezifikationen sind, besonders für Kaderstellen, so fachlich detailiert, dass sie kaum zu erfüllen sind. Viele Stellen sind Monate offen und werden überhaupt nicht besetzt, weil kein Kandidat optimal passt. HR-Abteilungen rekrutieren nur nach diesen Spezifikationen und die Fachabteilungen wundern sich, wieso kein Kandidat übrig bleibt. Und wenn man auf dem Fachgebiet nicht mindestens 15 Jahre Erfahrung hat, ist man auch kein „Senior“ – es sollte ein Umdenken zu einer leistungs- und nicht zeugnisorientierten Rekrutierung stattfinden – eine Wunschvorstellung.

    • glancy mueller sagt:

      brutal ist, dass heutzutage nicht nur bei spezialistenjobs eine fast 100-prozentige quali gefragt ist. auch bei generalisten ist es mittlerweile so. sie haben heute nur noch chancen, wenn sie der sohn/ die tochter vom scheff sind. zu was man fähig wäre ohne die geringste ausbildung im entsprechenden fachgebiet zeigt zbsp. eindrücklich nick hayek. zu beginn null ahnung von uhren und wirtschaft mittlerweile ist er aber etabliert in der wirtschaftsspitze. und c. blocher hat den gleichen weg genommen. aber eben, alles mit tüchtig vitamin c. man möchte ja, dass der reichtum in der sippe verbleibt.

  • Pedro Dias sagt:

    Und es sind leider nicht nur solche deren Qualifikation nicht stimmt, sondern halt immer häufiger nur ÄLtere. Die steigende Sozialhilfequote in den letzten Jahren spricht für sihc selbst. Das Paradies lässt grüssen.

  • A. Koch sagt:

    Mich nähme die Zahl der Ausgesteuerten, der Sozialbezüger/Asylanten und all jener, die nicht in diesen „Arbeitslosenzahlen“ verrechnet sind, wunder. Eine Quote der Anzahl Erwebstätigen von „allen“ (z.B. von allen in der CH ansässigen Menschen im Alter von 20 bis 65 Jahren) gäbe in genaueres Bild über die Anzahl der (nicht) arbeitenden Leute aus was für einem Grund auch immer). Ich schätze, eine solche Quote „effektiv Arbeitsloser“ ist näher bei 10-12% als 2.5 – 3%.

    • Marcel Senn sagt:

      Die Erwerbsquote der 15-64 jährigen war in der CH im Q1 2018 84.5% — könnte man alles googeln.
      Ihre Quote von 10-12% für die CH ist ziemlich realitätsfremd, es dürften aktuell max um die 4.5% sein.
      Was ist denn ein „effektiver AL“ – die Hausfrau, die beim Kaffeekränzli von einem Berufswiedereinstieg träumt, aber den A…. dafür nicht wirklich bewegt?
      Oder Suchtkranke aller Art, die schon zum Vorstellungsgespräch (falls es überhaupt soweit kommt) ungepflegt mit einer Alk-Fahne kommen?
      Alleine bei den offiziellen AL Zahlen sind fast 30% Hilfskräfte mit geringen Qualifikationen. Ja die haben es im Hochwertschöpfungsland Schweiz immer schwerer – die guten Zeiten der 60-80er Jahre sind vorbei, als man sich nicht weiterbilden musste und schnell wieder einen Job fand.

      • Philipp Meyer sagt:

        Perfekt zusammengefasst Marcel Senn. Auch ich kenne Menschen, die ihren A… nicht bewegen, nur Joints rauchen und darauf warten, dass man ihnen einen Traumjob serviert. Natürlich landen diese dann irgendwann Mal als Sozialhilfe-Empfänger.

    • Hans Hödli sagt:

      Das Wegrechnen der Unterbeschäftigung ist auch in D systematisch, vgl.:
      https://www.youtube.com/watch?v=0i79ShtgQTA

      • Zufferey Marcel sagt:

        Nur rächt sich das Schönrechnen der sozialen Wirklichkeit langsam an der Urne, wie wir alle leider feststellen müssen… Auf der anderen Seite sollte man natürlich auch nicht alles schlecht reden, was eigentlich einigermassen gesund ist.

  • Rolf Zach sagt:

    Die Schweizer Arbeitslosen-Statistik ist für so ein fortschrittliches Land wie die Schweiz eigentlich ein Witz. Unsere Ökonomen sollten eigentlich ihren Protest einlegen zu diesem Machwerk. Wir haben praktisch für alles die dementsprechenden Zahlen, aber hier verwenden wir Zahlen, die nutzlos sind.
    Es ist eine Statistik über die Anzahl der Versicherten der ALV, aber nicht über die wahren Beschäftigungsverhältnisse im Land. Die Schweizer Seite bemüht sich auch nicht im Rahmen der OECD eine für alle Mitglieder vergleichbare und aussagekräftige Statistik heraus zu bringen.
    Wahrscheinlich haben wir eine solche von 6,5 % mindestens, also höher als Österreich mit 6 % und trotz guter Konjunktur bildet sie sich im Gegensatz zu Österreich nicht zurück.

    • Margot sagt:

      Wieder einmal ein gute Kommentare von Herrn Zach. Da muss man nichts mehr hinzufügen. Danke.

    • M. Cesna sagt:

      Vermutlich ist die Statistik nur ein Symbol für den Geist von Vorvorgestern, der noch überall in Regierungskreisen und Firmen weht. So kann man jedenfalls der Bevölkerung gegenüber die Realitäten „schönzeigen“, um weiterhin Ruhe und Ordnung zu haben.
      Die andere Realität dürfte sein, dass viel mehr Betriebe „vor dem grossen Sprung“ in Richtung EU oder Asien sind, – – – weil hier Vieles schlicht zu teuer ist und so auf dem Weltmarkt nicht verkauft werden kann.

    • Marcel Senn sagt:

      Nun Herr Zach – wieso hatte den Deutschland im April eine ILO Erwerbslosenquote von 3.6%, aber eine Arbeitslosenquote von 5.3% (Unterbeschäftigtenquote 7.4%)
      Die CH eine Arbeitslosenquote im April von 2.6%, aber eine ILO Erwerbslosenquote von saisonbereinigt 4.9%.
      Also diametral andere Werte?

      • Marcel Senn sagt:

        Zach: Die Definition für AL in der Schweiz ist klar:
        1. Beim RAV angemeldet sein (unabhängig von Anspruchsberechtigung bei der ALK)
        2. Sich um Arbeit bemühen
        3. Vermittlungsfähig zu sein innert einer kurzen Frist.
        .
        Wer das nicht macht, der gilt in der CH einfach nicht als AL. Im übrigen sind Ihre 6.5% für AL im weiteren Sinne doch etwas gar übertrieben, ich würde diesen Wert eher bei aktuell max 4.5% einschätzen, denn auch die Mehrheit der Ausgesteuerten bleibt nicht bis zur Pensionierung ausgesteuert, manche finden mirakulös schnell wieder einen Job, wenn die neu bis zu Fr. 8000 pro Monat vom RAV nicht mehr kommen, andere bleiben auch weiterhin beim RAV angemeldet.

        • Zufferey Marcel sagt:

          Zwei Drittel aller Ausgesteuerten finden wieder einen Job. Allerdings einen (wesentlich) schlechter bezahlten, wie aus der ersten Untersuchung vom BfS (oder vom Seco, ist ein paar Jahre her, seit ich die gelesen habe) über die Situation von Ausgesteuerten ergeben hat, item: Wer in der Schweiz als beschäftigt gilt und wer nicht, ist auch noch spannend:

          „Als Erwerbstätige gelten Personen im Alter von mindestens 15 Jahren, die während der Referenzwoche mindestens eine Stunde gegen Entlöhnung gearbeitet haben.“

          Diese Definition ist selbst erklärend. Kein Wunder, nennt man den derzeitigen Zustand Vollbeschäftigung..!

          Quelle: Arbeit und Erwerb, Definitionen, BfS, Dezember 2014

        • Rolf Zach sagt:

          Da höre ich aus dem Bekanntenkreis, und der besteht auch aus gut qualifizierten Arbeitnehmer, anderes. Leute, die früher Vizedirektoren bei Banken waren, versuchen sich als Ausgesteuerte mühsam mit ihrem eigenen Beratungsbüro über Wasser zu halten.
          Wir können als Steuerzahler froh sein, wenn diese angeblich überflüssigen Leute sich ein Vermögen angespart haben, dass sie vor dem Total-Ausfall schützt.
          Es wird dann schlimm, wenn die Leute ihre Häuser abstoßen müssen, den in der Schweiz sind die Kosten für die Logis am höchsten bezüglich Haushaltseinkommen.
          Wir haben nur eine Wohneigentumsquote von 43 %, Uruguay hat dagegen sicher wie die USA eine von 2/3 oder sogar höher. Dies gilt es immer zu bedenken. Ferner sind diese Eigentümer weltweit am höchsten verschuldet.

      • Rolf Zach sagt:

        Wie gesagt, unsere Arbeitslosenversicherung ist in ihrer Dauer der Auszahlung kürzer als die Deutsche, d.h. die Deutschen zahlen länger aus, als die ILO berechnet, während unsere relativ für kurze Zeit großzügig ist, aber sehr feindlich zu Langzeit-Arbeitslosen.
        Viele gehen nach dem Verlust der Arbeitsstelle auf eine Reise und kommen zurück und melden sich erst dann bei der RAV. Die erleben dann eine böse Überraschung, denn die Zeit der Auszahlungen wird ihnen massiv beschnitten.
        Solche versteckte Brutalitäten sind mir bei den Deutschen nicht bekannt.

  • Stefan Wiesendanger sagt:

    Das ist gut: gemäss Statistik der SNB wächst die Zahl der Vollzeit-Aequivalente bei (ohne Immigration) abnehmendem Arbeitskräfte-Angebot.
    Das ist schlecht: Mindestlöhne (vertragliche, flankierende und kantonale), hohe Sozialhilfe und ALV sowie negatives marginales verfügbares Einkommen erhöhen die Erwerbslosen-Zahlen.

    • Rolf Zach sagt:

      Gerade dies ist ein unqualifizierte Behauptung. Mindestlöhne sind nach allen seriösen volkswirtschaftlichen Untersuchungen für die Konjunktur eine gute Sache. Gleiches gilt für Sozialhilfe und ALV.
      Ihr Einwand ist natürlich, diese Leute würden mit Mindestlöhnen nicht beschäftigt. Dieser Einwand zählt nicht, denn der gegenteilige Effekt durch mehr Konsum der „Working Poor“ ist hinlänglich bewiesen.
      Wissen Sie, was Sie da beschreiben, erklärt Sie als Anhänger des Pigou-Effekts und denn hat Keynes bereits in seinem epochemachenden Werk der „Allgemeinen Theorie“ widerlegt.

    • Zufferey Marcel sagt:

      Vollzeitäquivalente sind eine rein statistische Messgrösse mit eher zweifelhafter Aussagekraft. Interessanter ist da schon das Arbeitsvolumen- und das steigt in der Schweiz (im Gegensatz zum Europäischen Umfeld) mit Abstand am Stärksten. In der Erwerbsstatistik hingegen steigt nur noch der Anteil der Teilzeitstellen, während bei den Vollzeitstellen schon seit mindestens 10 Jahren kein Wachstum mehr stattfindet. Daraus kann geschlossen werden, dass immer mehr Stellen mit (immer) niedrige(re)n Pensen auf immer mehr Menschen verteilt werden.

  • Anh Toàn sagt:

    Der Arbeitsmarkt in der Schweiz wächst vor allem im Gesundheitswesen. Das Beschäftigungswachstum im Gesundheitswesen lässt sich aus dem Prämienwachstum der Krankenkassen lesen, die Prämien werden in erster Linie wieder für Löhne ausgegeben.

    Das Gesundheitswesen in CH ist eine Tieflohnbranche, ausser den Chefärzten und dem Management. Tiefe Löhne haben Junge, also müssen Ausländer geholt werden. Die müssen wohnen, das schafft Jobs beim Bau. Jobs verloren gehen in der Industrie (Pharma zähle ich nicht zu industrieller Tätigkeit, die Pillen herstellen ist industriell kaum aufwändiger als Schokobonbons, die Margen kommen aus Forschung/Entwicklung und Marketing). Ausserdem gehen Jobs im Detailhandel verloren, in erster Linie wohl durch Onlinehandel und dann Einkaufstourismus.

    • Anh Toàn sagt:

      Kurz: Die Schweiz braucht Arschabwischer, die ETH Absolventen werden im Ausland hoffentlich Arbeit finden.

      • Rolf Zach sagt:

        Bin ich eigentlich ein Weichei? Ich war immer der Auffassung, ich gehöre hier zu den ewigen Meckerer über die Verantwortlichen bezüglich der Schweizer Volkswirtschaft und der Pessimist von Beruf.
        Spaß beiseite, was Sie kommentieren hat schon teilweise durchaus seine Berechtigung, aber es ist nicht das entscheidende Bild der Schweizer Volkswirtschaft.
        Arsch-Abwischer können wir uns nur leisten wegen unserer Technologie und unserem sich reduzierenden Finanzplatz.
        Fragen Sie sich einmal, warum es Altersheime in der Schweiz gibt und keine in Vietnam?

        • Anh Toàn sagt:

          In der Schweiz gibt es Altersheime, weil die Schweizer keine Zeit haben, ihre Alten selber zu betreuen. Beziehungsweise ist die Zeit der Schweizer zu teuer, sie verdienen in anderen Jobs viel mehr, als die Altenbetreuung bringt. Dafür reichen Ausländer und Zivildienstleistende.

          • Anh Toàn sagt:

            Aber ich will Betreuung der Alten in der Familie nicht idealisieren: Typisch der Monty Phyton Sketch: „I’m not dead yet!“

    • Zufferey Marcel sagt:

      Ich würd’s kürzer fassen: Der öffentliche Sektor (Gesundheit, Bildung, Soziales) generiert weitaus am meisten neue Stellen, der Private in der Summe schon lange nicht mehr gross.

  • Hans Hödli sagt:

    Ausgesteuerte Ü55 sind nirgends in der Statistik erfasst. Die meisten von denen müssen auswandern. Das ist genau der Sinn und Zweck eines Migrationsschneeballsystems zwecks Profitmaximierung, nämlich kontinuierliche Entsorgung des Inländers und Ersatz durch immer billigere Zuwanderer die später dasselbe erleben werden. Nur gibt es darüber nichts zu jammern, der Souverän hat sich dieses System ja schliesslich selbst ausgesucht und befürwortet.

  • Alain Surlemur sagt:

    Definition Fachkraft:

    5 Doktortitel, 27 Sprachen fliessend, je 20 Jahre Erfahrung in 8 verschieden Branchen, Maximalalter 25, arbeitet gratis 169 Stunden die Woche während 53 Wochen im Jahr…

    • Rolf Zach sagt:

      Wollen Sie als Chef eine solche Kapazität als Mitarbeiter? Wohl kaum, er kann Ihnen sein Platz streitig machen.
      Dies ist auch ein wesentlicher Grund, warum man nicht unbedingt Schweizer mit guter Ausbildung und guter Berufserfahrung so sehr schätzt. Ausländer in gleicher Position sind da aus rein praktischen Gründen komfortabler.
      Die FDP hat ja den Spruch „Wir schaffen Arbeitsplätze“, warum ist sie dann nicht beteiligt bei den flankierenden Maßnahmen hinsichtlich ihrer Wähler aus dem Mittelstand mit Hochschul-Bildung?

      • Alain Surlemur sagt:

        Herr Zach, es kommt drauf an.

        Bin ich Chef/Eigentümer der Firma nehme ich gerne solche Kapazitäten. Bin ich angestellter Manager hätte ich auch Angst um meinen bequemen Sessel…

Kommentar

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