Die Normalisierung des Frankens und die Inflation

Der Aussenhandel ist laut IWF nicht verantwortlich für die tiefen Inflationsraten in den entwickelten Ländern: Blick in ein Labor am Actelion-Hauptsitz in Allschwil, Foto: Gaëtan Bally (Keystone)

Letzte Woche hat der Euro erstmals seit dem 15. Januar 2015 wieder 1.20 Franken gekostet. Damit endet zumindest vorerst die Phase der starken Überbewertung der Schweizer Währung. Als Grund für die Bekämpfung des zu teuren Frankens mit Negativzinsen und Devisenkäufen hat die Schweizerische Nationalbank stets den Einfluss der Währung auf die inländische Teuerung genannt. Immerhin besteht der Hauptauftrag der SNB darin, die Preisstabilität zu wahren. Wertet sich der Franken auf, zeigt sich das in einem sinkenden Preis des Euro und damit auch der importierten Güter und Dienstleistungen aus der Währungsunion. Das Umgekehrte geschieht, wenn der Franken sich abschwächt. Dazu später mehr.

Nun gehört es zu den heiss debattierten Themen unter Makroökonomen, warum die Teuerung in der gesamten industrialisierten Welt aussergewöhnlich tief bleibt, obwohl gemäss Lehrbuch Bedingungen vorherrschen, die geradezu Inflationsängste schüren müssten: So ist die Geldversorgung der Notenbanken trotz den Berichten über künftig höhere Zinsen noch immer äusserst grosszügig, und der Konjunkturmotor läuft weltweit so heiss wie schon lange nicht mehr. Das gilt auch für die Schweiz – und selbst hier wird im laufenden Jahr nur mit einer Teuerung von 0,7 Prozent gerechnet.

Die Importe an sich sind nicht schuld

In seinem neuesten Wirtschaftsausblick hat der Internationale Währungsfonds untersucht, welche Rolle der internationale Handel spielt: Sinkende Preise für Importe sind nicht nur das Resultat von Änderungen in den Währungsverhältnissen, sondern auch eines grösseren internationalen Wettbewerbs oder einer sinkenden Inflation bei den Handelspartnern, etwa weil diese in wichtigen Bereichen produktiver sind oder weil dort die Gesamtnachfrage lahmt. Der Preisdruck nach oben wird auch eingeschränkt, weil sich Güter und Dienste heute einfacher grenzüberschreitend verkaufen und Produktionsstätten verschieben lassen.

Das eher überraschende Resultat der IWF-Untersuchung: Der Aussenhandel ist nicht verantwortlich für die tiefen Inflationsraten in den entwickelten Ländern. Zum einen war die Teuerung besonders tief im Dienstleistungsbereich, der der Globalisierung nur wenig ausgesetzt ist. Bei grenzüberschreitend gehandelten Gütern wie Fahrzeugen und Kleidern dagegen war sie höher.

Was heisst das nun für die Schweiz? Wie die folgende Grafik aus dem jüngsten Quartalsbericht der Nationalbank zeigt, lag es vor allem an der dramatischen Aufwertung des Frankens ab 2015, dass die Inflation hierzulande sogar deutlich in den negativen Bereich fiel.

Mit der Abschwächung des Frankens im letzten Jahr ist die Teuerung wieder angestiegen. Endet mit dem Erreichen des Frankenkurses der fairen kaufkraftbereinigten Bewertung auch die Zeit der extremen Währungsausschläge der letzten Jahre, dürfte zumindest der Einfluss des Aussenhandels auf die Inflation in der Schweiz wieder deutlich geringer werden.

Doch erst muss sich zeigen, wie sich der Frankenkurs wirklich weiter entwickelt.

44 Kommentare zu «Die Normalisierung des Frankens und die Inflation»

  • Rolf Zach sagt:

    Es ist jetzt die Zeit, dass unsere SNB 10 Milliarden SFr. an die Kantone ausschüttet, aber noch wichtiger 10 Milliarden an die ETH für Forschung. Dies hat eine gewaltige Multiplikator-Entwicklung für die Schweizer Volkswirtschaft und bringt viel mehr als die Investitionen der SNB im Silicon Valley. Die US Forschung blüht und unsere darbt, auch wenn sie qualitativ besser ist!
    Die übliche Schweizer Kombination aus versteinerter Ideologie ohne Pragmatismus, zu wenig Selbstbewusstsein und Verzagtheit im Risiko.
    Man kann diesen Vorschlag wie tibetanische Gebetsmühlen wiederholen, wir lieben es ärmer zu werden.

  • Rolf Zach sagt:

    Die Statistik zeigt eindeutig, den noch bedeutenden Einfluss des importierten Erdöls und Erdgas bezüglich unserer Inflation. Es ist also von ausschlaggebender Wichtigkeit, dass wir bei den erneuerbaren Energien ein deutliches Zeichen setzen. Dies ist im Interesse des ganzen Landes und sollte eigentlich im ganzen politischen Spektrum unbestritten sein, den wir haben das Kapital und das Wissen, den erneuerbaren Energien einen noch kräftigeren Stoß zu versetzten. Die Opposition dagegen schadet langfristig unserer Volkswirtschaft und wir haben ein Anziehen der Inflation im Energiebereich, der sich wie hohe Wellen in der ganzen Volkswirtschaft ausbreitet und nur Schaden verursacht.

  • Daniel Wigger sagt:

    Die meisten Kommentatoren verwechseln Teuerung mit Preisniveau. Natürlich ist in der Schweiz alles teurer, aber das liegt nicht an der Teuerung (die erst noch fehlt). Natürlich mag man bemängeln, dass viele Dinge in der Schweiz teurer sind, trotzdem haben die Schweizer immer noch ein viel höheres frei verfügbares Einkommen (das ist das Einkommen minus die Lebenshaltungskosten). Um also sich aufzuregen, müsste zuerst mal das Lohnniveau sinken.

    • Hans Hödli sagt:

      2015 wurden Lohnsenkungen öffentlich gefordert, umgesetzt wurden aber nur Arbeitszeitverlängerungen, das ist unter dem Strich aber auch eine Lohnsenkung. Sodann darf man nicht vergessen, dass in der CH unzählige Leute von Mieten und (sehr oft) steuerfreien Dividenden leben, das verfügbare Einkommen ist deshalb insgesamt hoch.

    • Rolf Zach sagt:

      Darf ich etwas entgegensetzten, wegen dem Preisniveau der Schweizer:
      Das Kaufkraft bereinigte Prokopf-Einkommen der Schweizer ist für 2017 61,360 $ (IMF) an 9. Stelle hinter Kuweit, Norwegen und Irland (!) und vor Deutschland (50,206/17.), Österreich (49,247/21.) und Frankreich (43,550$, 27.) Der Rekordmeister für Schulden, die USA kommen auf 59,495 $ 11..
      Mir geht dieses ewige Süßholz-Raspeln gewaltig auf die Nerven. Wir sind trotz Frieden seit 1847 (!) in Sachen Wohneigentum an letzter Stelle, wenn man die €-Zone als Vergleich benützt.
      Ständig höre ich von den Bürgerlichen und vor allem
      diesem Süßholz-Raspler aus Herrliberg, wie glücklich wir sind und wir müssen nur unsere AHV abschaffen, dann geht es uns besser.

      • Rolf Zach sagt:

        Die Linken dagegen erzählen ständig wie reich wir alle sind und wir müssen alle Afrikaner und Araber, die in die Schweiz einwandern wollen ,aus humanitären Gründen aufnehmen. Wir müssen sklavisch ihre Gehabe akzeptieren, denn dies basiert auf Koran und Scharia und gehört zur Toleranz gegenüber Religionen. Wir sind nämlich alle zu 100 % für ihr Elend verantwortlich! So wird der Sozialstaat-Zerstörer aus Herrliberg die Wahl 2019 wie das Amen in der Kirche gewinnen.
        Unsere Politiker von Rechts und Links erzählen Märchen und nicht die wirklichen Realitäten. Herrliche Zeiten!

        • Maiko Laugun sagt:

          @Rolf Zach: „Wir müssen sklavisch ihre Gehabe akzeptieren, denn dies basiert auf Koran und Scharia und gehört zur Toleranz gegenüber Religionen.“

          Sie fühlen sich also als Sklave? Echt?

          Falls Ja, dann bezeichne ich Sie als ein Weichei.

      • Hans Hödli sagt:

        Reich ist man eben nur wenn man keine Privatschulden hat, deshalb sind die Griechen mit einer Wohneigentumsquote von 70% reich. Die CH Wohneigentümer sind sehr oft statistisch bettelarm da die Hypotheken den Steuerwert der Liegenschaft übersteigen (der Verkehrswert ist natürlich höher). Folglich bedeutet hoher Lebensstandard immer Armut und umgekehrt. Oder anders: Hoher Lebensstandard geht nur wenn viele Galeerensklaven sich für die Miete und Schulden bereitwillig abstrampeln.

  • Monique Schweizer sagt:

    Piller: Gemäss IMF Special Data Dissemination Standard (SNB Data) lag die Trade
    weighted real exchange rate (CPI based) Ende Februar bei einem € Kurs von 1.1544 bei 109.9% – ergo würde dieser bei einem € Kurs von 1.20 (nur € berücksichtigend) bei aktuell um 105.7% liegen – also bald schon wieder bei 100% (=Basis des Jahres 2000 – ob im Jahre 2000 schon eine CHF Trade Weighted Ueber- oder Unterbewertung vorlag ist wieder eine andere Frage)

  • Pius Tschirky sagt:

    Krankenkassen sind ja auch nicht drin, obwohl ja mittlerweile jeder Schweizer Fr. 800.– pro Monat Kosten verursachen solle.

    • Monique Schweizer sagt:

      Tschirky: Wieso, die Gesundheitskosten sind mit etwas über 15% drin im LIK in Form von Medikamentenpreisen, Med. Hilfsmittel, zahnärztliche Leistungen, Pflegedienste Spitex
      https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/preise/erhebungen/lik.assetdetail.4342063.html

      Die KK werden ua. teurer wenn Medipreise steigen oder Pflegedienste.
      Wenn die KK um 5% steigen, dann ist das bei einer Gewichtung von 15% eben auch nur eine Inflation von 0.75%!
      .
      Aber ist immer wieder erstaunlich, der Irrglaube, dass die Gesundheitskosten nicht im LIK enthalten seien kommt immer wieder, dabei sind sie nach Wohnen die zweitstärkste gewichtete Kategorie.

      • Monique Schweizer sagt:

        PS Und von der Logik her stimmt es eben auch, denn wer erbringt die effektive medizinische Leistung? Das ist immer noch der Arzt, der Medikamentenhersteller etc. und eben nicht die Krankenkasse, die zahlt nur als eine Versicherung aus.

        • Martin Leu sagt:

          @Monique Schweizer
          Besten Dank für Ihre Aussage.
          Solches predige ich doch wie ein Rufer in der Wüste seit Jahren, aber dieser Irrglaube ist nicht auszurotten. Auch in der Arena von letzten Freitag wurde aus dem Publikum vorgeschlagen, die Gesundheitskosten in den Warenkorb einzubeziehen. Keiner der anwesenden „Experten“ wiedersprach und Gerhard Pfister fand diese Idee sogar sinnvoll. Wenn unsere Politiker so ahnungslos sind, dürfen wir uns über das Resultat nicht wundern.

        • Elmar Sieber sagt:

          Sie haben zwar recht, doch gemäss Detailauswertung ist der Index für die Gesundheitspflege von 103.9195 (im April 2010) auf 97.9808 (März 2018) gesunken. Also hat die Entwicklung der Preise für Gesundheitspflege die Inflation in den vergangenen Jahren tendenziell gedrückt.

          • Martin Leu sagt:

            Ich muss hier Asche auf mein Haupt streuen. Es ist tatsächlich so, dass die Kosten für die einzelnen Leistungen im Gesundheitsbereich wie auch die Medikamentenpreise stabil bis leicht sinkend sind. Der Krankenkassenprämienanstieg kommt durch eine vermehrte Nachfrage resp. Ausweitung der erbrachten Leistungen zustande. Soll der Prämienanstig in der Teuerungsrate erfasst werden, müssten effektiv die KK-Prämien in den Warenkorb aufgenommen werden.

          • Monique Schweizer sagt:

            Leu: Sie können sich die Asche glaub schon wieder abwischen:
            Das Prämiensoll pro Versicherten lag 2016 bei durchschnittlich 3’442 Franken pro Jahr oder 28.7 Mrd Franken. Im Verhältnis zum Gesamtkonsum der CH von 433 Mrd sind das gerade mal 6.6%, also nur ein Bruchteil der gut 15% im LIK, auch wenn Selbstbehalte, Franchisen, Zahnärzte und sonstige Leistungen in nur den KK Prämien nicht inbegriffen sind.
            .
            Der Teuerungsindex mit KK Prämien zu verfälschen, nur weil die am volksnahesten sind, weil jeder Erwachsene deren Rechnung bekommt, wäre doch volkswirtschaftlicher Populismus und aus statistischer Perspektive eher eine Frevelei,
            https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/service/zahlen-fakten/statistiken-zur-krankenversicherung/statistik-der-obligatorischen-krankenversicherung.html

          • Monique Schweizer sagt:

            Oder ganz einfach an einem Rechenbeispiel:
            Stadt Zürich – eine günstigere Krankenkasse 2017 für 373 Fr. Monat Franchise 300 steigt um die 4.5% auf Fr. 390.
            Ich verdiene z.B. Fr. 7000 Monat, dann wären diese 17 Franken Prämienerhöhung für mich genau 0.24% teuerungstreibend – also ein Bruchteil von den 4.5% Prämienerhöhungen.
            Für eine Familie mit zwei Kindern alleinverdienend wäre es dann um 1%.
            .
            Die Krankenkassenprämienveränderungen, wenn auch ein gewichtiger Budgetposten, werden trotz allem übergewichtet und von vielen falsch eingeschätzt.

      • Max sagt:

        @Monique Schweizer: Vor lauter Daten den Wald nicht mehr sehen …

        • Monique Schweizer sagt:

          Tja Max – ich bemühe mich noch die einzelnen Bäume zu sehen, während andere nur noch einen grünen Einheitsbrei – auch Wald genannt – sehen….

      • Zufferey Marcel sagt:

        Da muss ich Ihnen beiden leider vehement widersprechen, Frau Schweizer und Herr Leu: Die KK-Kosten sind NICHT im LIK vom BfS enthalten, da sie statistisch unter Transferleistungen fallen.

        „Die Krankenversicherungsprämien als solche sind aus konzeptionellen Gründen nicht im Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) enthalten.“

        Die KK-Prämien sind explizit im KVPI enthalten, Näheres findet man hier:

        https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/preise/erhebungen/kvpi/kvpi.html

        • Monique Schweizer sagt:

          Zufferey: Habe ich denn irgendwo behauptet die KK Prämien seien im LIK dabei?
          Ich habe nur die Grössenordnung im Vergleich mal darstellen wollen, dass die KK-Prämien nur rund 6.6% der Konsumausgaben darstellen, während im LIK die Gesundheitsausgaben mit rund 15% gewichtet werden. Und meine Berechnungen waren auch primär hypothetischer Natur, wieviel z.B. eine KK-Prämienerhöhung inflationsmässig für einen Durchschnittsverdiener ausmachen würden.
          .
          Also von dem her müssen Sie mir nicht „vehement widersprechen“ sondern rennen bei mir offene Türen ein 😉

          • Zufferey Marcel sagt:

            OK, Sie haben von den „Medikamentenpreisen, Med. Hilfsmittel, zahnärztliche Leistungen, Pflegedienste Spitex“ geschrieben. Diese stehen aber nur bedingt in einem direkten statistischen Zusammenhang mit den KK-Prämien. In etwa so, wie der Baupreisindex zu den Immobilienpreisen steht 😉

          • Monique Schweizer sagt:

            Zufferey: Es ging mir primär mal drum das KK-Prämienvolumen im Verhältnis des % Gesamtvolumens der Gesundheitskosten gemäss LIK zu ermitteln und die KK-Prämien machen eben nur rund 44% davon aus.
            „Medikamentenpreisen, Med. Hilfsmittel, zahnärztliche Leistungen, Pflegedienste Spitex“ sind übrigens exakt die Positionen, die im LIK für die Ermittlung der Teuerung berücksichtigt werden. (meines Erachtens fehlen da doch noch wesentliche Positionen wie z.B. das Lohnniveau resp. Lohnveränderungen des med. Personals etc. aber vielleicht ist das auch nur eine unvollständige Beschreibung – so detailliert bin ich dem auch nicht weiter nachgegangen)
            Siehe Link weiter oben.

  • Werner Gerber sagt:

    Bei all den klugen Betrachtungen geht vergessen, dass wir sehr wohl eine massive Inflation haben: Es sind die exorbitant gestiegenen Immobilienpreise. Die frei gewordenen Geldmengen werden anstatt in den Konsum, einfach in Immobilien investiert. Die daraus generierten Gewinne wandern dann wiederum in die nächste Immobilie, usw., usw.. Der Anteil der Immobilienbesitzer steigt rasant. Trotzdem erscheint liegen in keinem Warenkorb Immobilien. Wäre dies der Fall, hätten wir bereits seit Jahren Teuerungsraten jenseits von 4%. Gleichzeitig stagnieren die Löhne seit Jahrzehnten. Aufgrund der effizienteren Handelswege sanken jedoch die Preise für Konsumgüter markant. Die Inflation findet statt, einfach nicht im Konsumgüter-, sondern im Immobilienbereich.

    • Markus Meier sagt:

      Und vor allem findet sie an der Börsen statt – eine exorbitante Inflation. Dorthin wandert all des Geld der Nationalbanken (oder jedenfalls ein Grossteil davon).

      • Monique Schweizer sagt:

        Meier: Auch so eine weitverbreitete Legende zumindest für die Schweiz.
        Am 1. Juni 2007 stand der SMI bei 9’531 Punkten, heute steht er bei 8’785 Punkten trotz viel grösserer SNB Geldmengen!
        .
        Wo sehen Sie hier Inflation? Wo soll denn all das hingewanderte Geld sein?
        .
        Im Falle der USA kann man tatsächlich von einer Asset-Inflation an den Börsen sprechen, aber im Falle der CH ist das ein absoluter Nonsense, denn in Heidiland sind es die Hauspreise – auch infolge der starken Nachfrage der letzten Jahre und günstiger Hypozinsen – welche Assetpriceinflation haben!
        .
        Also Markus Meier, vielleicht sollten Sie das nächste mal etwas genauer hinschauen bevor Sie Allgemeinplätze von sich geben!

        • Hans Hödli sagt:

          Tja, nur ist der SMI 2009 auf 4’300 abgestürzt.

          • Monique Schweizer sagt:

            Hödli: Sie wissen ja auch warum – so eine Weltfinanzkrise ist auch ein aussergewöhnliches Ereignis, welches zu Aengsten und Volatilitäten führt, aber wenn man diese mal einfach ausblendet, dann hätten Sie doch ein schönes Kontinuum von 2007 bis 2018.
            Würde der SMI jetzt bei 12’000 oder 14’000 Punkten stehen, dann könnte man von einer Assetinflation reden, aber so nicht wirklich. Diese passierte hierzulande wie schon erwähnt bei den Immobilien.

          • Linus Josef Anton Huber sagt:

            Natürlich besteht weltweit eine Assetinflation wie vor 2000 und vor 2007; daran besteht kein Zweifel. Ob diese nun stärker im Bereiche der Immobilien, Aktien, Crypto-Währungen, Rohstoffe oder sonst wo stattfindet, ist nicht relevant. Die Problematik liegt nicht darin, dies zu erkennen, sondern darin, den Zeitpunkt des Platzens der Blasen vorherzusehen.

    • Guido Bahrenburg sagt:

      Einiges, was Sie schreiben stimmt leider so gar nicht. Der Anteil der Immobilienbesitzer ist laut BfS in dem Zeitraum 2010-2016 von 44,4% auf 42,5% gefallen. Auch bei den Löhnen liegen Sie falsch. Laut BfS sind die im selben Zeitraum um 4,4% gestiegen.

      • Monique Schweizer sagt:

        Bahrenberg: Was Sie schreiben ist aber verzerrt!
        2010 hatte die CH noch eine Bevölkerung von 7.825 Mio – 2016 waren es 8.37 Mio.
        Von diesen gut 550’000 grossenteils Arbeitsimmigranaten aus der EU/Drittstaaten haben nur ein ganz kleiner Teil (Oligarchen, Pauschalbesteuerte & sonstige Vermögende) ein Haus/WHG gekauft!
        Würde man nur die 2010 in der CH wohnhaften einbeziehen, so ist der Wohnanteil seit 2010 gestiegen.
        Grob gerechnet: Bevölkerung +7% Wohnanteil -2% – ergo müssen mehr 2010 Niedergelassene Wohneigentümer geworden sein
        .
        Darum bei Statistiken immer zuerst die Datengrundlagen analysieren, ceteris paribus überprüfen, das Delta bewerten und sich dann eine Meinung bilden.
        Ich weiss bedarf etwas Denkarbeit, die viele in unseren oberflächlichen Zeiten eben scheuen!

    • Hans Hödli sagt:

      Die KOF/ETH schreibt:
      Das Wachstum der Reallöhne überstieg in den letzten Jahren meist das gesamtwirtschaftliche Wachstum der Arbeitsproduktivität. Damit einher ging ein – im internationalen Vergleich bemerkenswerter – Anstieg der Lohnquote am Schweizer BIP. Die Kehrseite dieser aus Verteilungsüberlegungen positiven Entwicklung sind allerdings sinkende Margen der Unternehmen. Schuld an der gesunkenen Profitabilität der Unternehmen war nicht zuletzt der Verlust an preislicher Wettbewerbsfähigkeit, der durch die Frankenaufwertung verursacht wurde.

      • Rolf Zach sagt:

        Man kann natürlich auch behaupten, dieses vorübergehende höhere Wachstum der Reallöhne über die Arbeitsproduktivität sei ganz gut gewesen, sonst wäre diese dämliche Aufhebung des Mindestkurses von 1.20 zum Euro durch unsere SNB noch katastrophaler ausgefallen. Natürlich sind die Lohnstückkosten langfristig entscheidend und da müssen wir grundsätzlich ein gutes Bild abgeben, aber man kann selbstverständlich bereits Zeter und Mordio Schreien, wenn sich diese nur für ein Jahr ungünstiger entwickeln als bei unseren Nachbarn. Die Economiesuisse und Blocher wollen die Schweizer Lohnstückkosten generell viel tiefer positionieren als bei unseren Nachbarn, was eigentlich zur Verarmung des Schweizer Volkes führt, da wir ja bereits in Europa die niedrigste Wohneigentums-Quote haben.

    • Taric Trent sagt:

      Genau darum lohnt es sich als Ökonom eine Preissteigerung von einer Geldentwertung unterscheiden zu können. Beim einen taugt der Gebrauchswert besser als Tauschwert, beim anderen weniger.

      • Linus Josef Anton Huber sagt:

        Lach, diese Fähigkeit wird ihnen schon in der Ausbildung genommen, respektive eingeimpft, dass Geldentwertung als positiv zu betrachten sei.

  • Hans Hödli sagt:

    Nicht wirklich verwunderlich, dass die CHF Aufwertung auf die Preise der Binnenwirtschaft gedrückt hat. Es ist höchst unwahrscheinlich dass in einem globalen Währungsabwertungskrieg Inflation aufkommt; dort wo die Abwertung über Währungsmanipulation ausgereizt ist greift man zur internen Abwertung über den Lohndruck resp. gegenseitige Unterbietung um die internationale Konkurrenz niederzukämpfen. Wird von allen Seiten Profitmaximierung über den aussenwirtschaftlichen Kanal betrieben stagnieren zwangsläufig die Binnennachfrage resp. die Preise und Investitionen.

  • Bernhard Piller sagt:

    Dass der CHF mit 1.20 seinen fairen Wert erreicht hat, wage ich zu bezweifeln. Die CH-Löhne und Preise sind im Vergleich zum umliegenden Ausland noch massiv höher und es besteht überall ein Anpassungsdruck. Wenn immer ein ausländischer Mitarbeiter in Grenzgebieten zur Verfügung steht, wird dieser eingestellt. Somit steigen die Löhne wenig in der CHF und die Kaufkraft nimmt ebenfalls nicht zu. Bis ein Gleichgewicht – auch bei den Immobilien – mit dem Ausland erreicht worden ist, sehe ich keinen Spielraum für Preiserhöhungen (Inflation) in der CHF.

    • Rolf Zach sagt:

      Bevor wir gegenüber unseren Nachbarn höhere Schweizer Lohn- und Rentenniveau sprechen, sollten wir einmal über die von der SVP mit eisernem Willen verteidigten Import-Monopole von Medikamenten über Markenartikel und bis zu den Autos sprechen. Muss dieses Einkaufen über die Landesgrenze wirklich sein? Unser Bundesrat mit der SVP und FDP ist noch mehr als die Eidgenossen bei Murten 1477 der glänzende Heerhaufen, der Monopole verteidigt und Preisbrecher angreift. Es lebe die unfreundlichste Regierung in West-Europa bezüglich der Konsumenten ihres Volkes.

      • Monique Schweizer sagt:

        Zach: Im Januar wurde die Fairpreisinitiative eingereicht, ich hoffe 2019 darf dann das Volk dazu Stellung nehmen. Wird dann echt spannend wie die Sozialabbauer von SVP/FDP den Spagat schaffen wollen auch noch ihre Hochpreispfründe zu verteidigen, denn dann würde das Volk endgültig merken, wie sie von jenen Kreisen regelmässig ver….t und abgezockt werden und das könnte sich an den NR/SR Wahlen Marignanomässig für SVP/FDP auswirken!
        Ich hoffe einfach diese Abstimmung kommt VOR den Wahlen vors Volk– das wird eine echte Gaudi!
        https://www.fair-preis-initiative.ch/aktuell/

        • Taric Trent sagt:

          Für wen müssen denn die Löhne gut und die Arbeitsplätze sicher sein bei diesem Initiativ-Text, Frau Schweizer? Können sie den Umstand, dass im Initiative-Text die Wörter „Löhne“ oder „Arbeitsplätze“ gar nicht vorkommen, erklären? Und können sie mir sagen warum ausgerechnet die FDP etwas gegen diese Initiative haben soll?

          • Monique Schweizer sagt:

            Trent: Was für Arbeitsplätze bei importierten Gütern? Es geht hier primär um eine Margenreduzierung auf importierten Produkten gewisser Generalimporteure!
            .
            Meldung von neulich: „Gesundheitsminister Alain Berset wollte mit Parallelimporten von Medikamenten mehrere 100 Millionen Franken sparen.“
            .
            Wer hat sich dagegen ausgesprochen – SVP und FDP.
            Wer hilft schon seit Jahrzehnten Kartelle oder kartellähnliche Vereinigungen aufrecht zu erhalten – die FDP, neben der SVP!
            .
            Wird spannend werden, ich hoffe vor allem die SVP-Eliten im Importbusiness werden sich nicht kampflos die Butter vom Brot nehmen lassen, denn dann haben sie einen gröberen Interessenkonflikt mit ihrem Fussvolch (bei der FDP ähnlich), den man politstrategisch als gegnersische Partei gut ausnützen könnte!

        • Linus Josef Anton Huber sagt:

          Monique

          Die Fair-Preis-Initiative ist sehr breit abgestützt. Für sie engagieren sich KMU- und Arbeitgeberverbände, Konsumentenschutzorganisationen sowie zahlreiche Politikerinnen und Politiker der SVP, SP, FDP, CVP, Grünen, GLP und BDP aus allen Landesteilen der Schweiz. Der Blick spricht sogar von einer Zusammenspannung von SP und SVP
          https://www.blick.ch/news/politik/svp-und-sp-spannen-zusammen-jetzt-kommt-die-initiative-gegen-die-hochpreisinsel-id5383246.html

          Wo genau lesen Sie, dass die SVP sich einheitlich gegen die Initiative ausspricht?

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