Frühling der Sorglosigkeit

Alles wieder gut? Nach der Übernahme schreibt ein Bear-Stearns-Angestellter eine Nachricht an seinen Ex-Chef James Cayne, New York, Mai 2008. Foto: Mark Lennihan (AP, Keystone)

Vor genau zehn Jahren trat die amerikanische Immobilienkrise in ihr kritisches Stadium ein. Im März 2008 kollabierte nämlich zum ersten Mal eine New Yorker Investmentbank, Bear Stearns. Zuvor waren nur Immobilienbanken, Hedgefonds und Investmentgesellschaften unter die Räder gekommen.

Die folgende Grafik zeigt den Fall von Bear Stearns im chronologischen Kontext. Nur vier Monate später folgt der Zusammenbruch einer anderen Investmentbank, Lehman Brothers.

Image result for financial crisis chronology

In Nachhinein sieht es so aus, als ob der Fall von Bear Stearns wie bei einem Domino die Kettenreaktion ausgelöst habe. Meine Erinnerung aber sagt mir, dass genau die gegenteilige Stimmung vorherrschte. Das beherzte und elegante Abwickeln von Bear Stearns durch eine konzertierte Aktion der amerikanischen Notenbank und der Grossbank J.P. Morgan Chase wurde als Beweis betrachtet, dass die Behörden und Finanzplatzvertreter die Gefahr erkannt hatten und über die Mittel verfügten, die schwelende Finanzkrise unter Kontrolle zu halten.

Allgemeine Beruhigung – vorerst

Diese positive Reaktion lässt sich auch am Börsenkurs, der in der obigen Grafik blau abgebildet ist, ablesen. Der S&P 500 begann nach der Abwicklungsaktion sofort zu steigen und tendierte während zweier Monate nach oben. Von März bis Mai gewann er etwa 10 Prozent.

Zur Beruhigung trug auch bei, dass die Probleme von Lehman Brothers allseits bekannt waren. Die Zeitungen brachten zahlreiche Artikel über den Zustand der Bank. Die meisten Beobachter gingen davon aus, dass früher oder später eine andere Grossbank Lehman Brothers zu einem günstigen Preis erwerben könne.

Das war ja auch tatsächlich der Plan. Aber weil kurzfristig auch Merrill Lynch in grosse Probleme geriet und sich mit der Bank of America einigte, fehlte im September 2008 eine Grossbank, die Lehman Brothers zu übernehmen bereit war. Als Folge davon wurde sie fallen gelassen, was die grosse Krise erst auslöste.

Zwei wichtige Erkenntnisse

Warum ist die Erinnerung an den sorglosen Frühling 2008 überhaupt relevant? Der Rückblick lohnt sich aus zwei Gründen:

  1. Finanzkrisen laufen nie gleichförmig ab. Es gibt immer wieder gegenläufige Tendenzen, dann wieder Beschleunigungsphasen.
  2. Die Tendenz zu allzu optimistischen Prognosen ist nicht nur vor einer Finanzkrise vorhanden, sondern auch während der Finanzkrise.

Der Fall von Bear Stearns ist deswegen genauso aufschlussreich wie der Fall von Lehman Brothers. Es ist nämlich durchaus möglich, dass weniger Sorglosigkeit nach der Abwicklung von Bear Stearns eine rechtzeitige Lösung für Lehman Brothers herbeigeführt hätte.

Timothy Geithner, der im Frühling 2008 Chef des New York Fed war und ab Januar Finanzminister, fand treffende Worte für die entscheidende Rolle von Fehleinschätzungen. In seiner Memoiren «Stress Test» (2013) schrieb er:

Our crisis, after all, was largely a failure of imagination. Every crisis is. For all my talk about tail risk, for all our concern about ‘froth’, we didn’t foresee how a nationwide decline in home prices could induce panic in the financial system sufficient to drag down the broader economy. But good crisis prevention does not depend on imagining the precise form of the unimaginable. You can’t expect to preempt surprises. You just have to recognize that surprises will come, and force the system to build stronger defenses that can help it withstand the extreme ones.

Daraus ergibt sich für die künftige Regulierung nur eine Folgerung: Krisen verhindern ist unmöglich, deshalb müssen wir uns auf die Eindämmung der negativen Folgen konzentrieren.

56 Kommentare zu «Frühling der Sorglosigkeit»

  • Rolf Zach sagt:

    Welche realen Ereignisse können eine Finanzkrise auslösen und noch wichtiger können dadurch beträchtliche Vermögensverluste von Institutionen und Privaten die Konjunktur so beeinflussen, dass sich eine Rezession oder sogar eine Depression weltweit entwickelt, wie dies 2008 der Fall war. Denn damals ging das Vertrauen der Banken untereinander flöten und die Zentralbanken haben im Gegensatz zu 1929 richtig reagiert. Können sie diese Trapez-Nummer wiederholen?
    Zuerst sollten wir uns fragen, in welcher Weltgegend kann sich ein solches Szenario einer Krise herausbilden und wie ein Virus die ganze Welt oder wenigstens die Industrieländer beeinflussen. Seit Ende des 1. Weltkrieges war es immer die USA und die beherrschen auch das weltweite Geldsystem, namens Dollar-Standard.

    • Rolf Zach sagt:

      Nur der € ist gegen den Einfluss des $ halbwegs gefeit.
      Der Yen ist eine konvertible Währung, die nur die Japaner haben und es auch dementsprechend manipulieren.
      Das £ ist der Traum des englischen Volkes, wo ihre Elite mit Verve unbedingt dafür sorgt, dass das £ mehr an Wert verliert als der $. Die einzige Zentralbank von Rang die £ Guthaben unterhält (7 %) ist unsere SNB. Ein rationaler Grund dafür scheint nicht vorhanden zu sein, dafür ist das Verlustrisiko in Franken umso wuchtiger.
      Was ist mit dem Yuan von dem allseits andächtig bestaunten China. China hat eine schöne Menge an $-Batzen, aber ihre Währung ist nicht-konvertibel und eine Binnenwährung. Dies musste Russland beim ihrem Gas-Deal mit China erfahren. Hat deshalb ein Crash in China Auswirkung auf die Welt-Konjunktur?

      • Rolf Zach sagt:

        Kann China seine $ Bestände einfach durch Verkauf so zurückholen, ohne dass diese substanziell weniger Wert werden. Sie holen ihre $ zurück, indem sie europäische Werte kaufen wie Daimler und die reichen Europäer mit dem Erlös voller Begeisterung dafür im Silicon Valley investieren, wo jeder hanebüchene Unsinn mit Ehrfurcht aufgenommen wird. Ferner beliebt sind Luxus-Wohnungen in New York, deren Kaufpreise durchaus höher sind als zweimal so große Appartements in Paris, München und Zürich, wo der Unterhalt nur ein Bruchteil davon ist.
        Gilt auch für US-Golfplätze!
        Wie finanziert eigentlich die Welt der Reichen, die ihre Länder karg halten mit Investitionen, den amerikanischen Schrott. Sie haben in ihren Heimatländern und dies gilt vor allem für Europäer Zutritt zu ihren Banken.

    • Maiko Laugun sagt:

      @Rolf Zach: Europa befindet sich – in seiner an Selbstverleugnung grenzenden Unterwürfigkeit gegenüber den Verblödeten Staaten von Amerika – in einem kollektiven Tiefschlaf.

      Zukünftig verschieben sich die Schuldenberge (= Macht) einfach von den USA nach China.

      Europa hat dies bis heute nicht begriffen. Die Wahl von Trump ist das schon fast ironisch anmutende letzte Aufflackern der Verblödeten und deren Gefolge.

      China lässt bis heute keine Firmenübernahmen im eigenen Lande zu – und niemand der Verblödeten fordert ein Gegenrecht.

      Gruss aus China.

      • Maiko Laugun sagt:

        Die Verblödeten und deren Gefolge können einen reinen Handelskrieg gegen die vermeintlich nicht Verblödeten nicht gewinnen, weil letzte genau die gleichen Fehler begehen. Es geht denen nur um die Macht und Sicherung der Pfründe. So einfach ist das.

  • Maiko Laugun sagt:

    Test-Kommentar

  • Linus Josef Anton Huber sagt:

    Das Zitieren aus den Memoiren eines Timothy Geithner zur Analyse der Krise zu verwenden, ist wohl ein Scherz. Selbst Paul Krugman fand diese Worte für Geithner’s Verhalten: „Throughout the financial crisis key officials — most notably Timothy Geithner who was president of the New York Fed in 2008 and is now Treasury secretary — have shied away from doing anything that might rattle Wall Street“. Eine historische Gelegenheit die Banken und Banker zu disziplinieren, blieb aus an Korruption grenzender Leichtsinnigkeit ungenutzt.

    • Monique Schweizer sagt:

      „Eine historische Gelegenheit die Banken und Banker zu disziplinieren, blieb aus an Korruption grenzender Leichtsinnigkeit ungenutzt.“
      .
      Aber Huber, Sie als alter Elitenkritiker sollten doch wissen, dass erstens 90+% der Politiker wenig bis keine Ahnung von der geleveragden Hochfinanzspekulation haben, auch die IYI’s oft nicht und somit auch niemand abschätzen konnte, wie sich so eine Kernschmelze im System mit nachfolgendem Tsunami auf Altersvorsorgewerke & das Wirtschaftsleben im allgemeinen auswirken würde!
      .
      Aber diese Politiker wusste alle, wieviel Aufwand, Schleimerei, Volksanbiederung, Geld und Lügen es sie gekostet hat in ihre Positionen in der Politik zu gelangen und diese Felle wollten sie nicht von heute auf morgen davonschwimmen sehen.
      So ticken Menschen nun mal..

      • Monique Schweizer sagt:

        Aber keine Angst Huber, eine zweite Chance für eine Kernschmelze im Finanzsystem werden wir sicher nochmals erfahren dürfen in den nächsten Jahren.
        .
        Und wissen Sie was, die Politik wird vermutlich nochmals genau gleich reagieren wie 2008/09 mit noch mehr staatlichen Programmen, QE’s ohne Ende etc.
        .
        Ja und die Banker werden sich nochmals in Fäustchen lachen, schon bald darauf wieder zur Boninormalität zurückkehren und die Verluste werden wieder sozialisiert.
        .
        Gut wenn der Leidensdruck in der Bevölkerung irgendwann zu gross wird, dann könnte es tatsächlich noch zu Bürgerkriegen kommen. Nur was dann danach kommt, keine Ahnung? Mad Max, Blade Runner oder ???

        • Linus Josef Anton Huber sagt:

          Die politische Reaktion ist zwar langsam, Monique, aber durchaus spürbar (z.B. Trump, AfD etc.). Interessant ist der Umstand, dass dieser Zusammenhang nicht erkannt wird.

          • Anh Toàn sagt:

            So wie Chavez und Maduro? Spüren Sie da auch eine politische Reaktion? Oder spüren Sie einzig rechsnationale Reaktionen?

            Wenn die Mitte inzwischen links ist, wie aus Ihren Kreisen laufend verlautet, sehen Sie da keine Reaktion auf Neoliberalismus?

            Wenn Sie Europa vereinigt, sehen sie keine politische Reaktion auf Nationalismus?

            Im Feminismus sehen Sie keine Reaktion aufs Patriarchat?

          • Anh Toàn sagt:

            Ich sehe in der Antifa, um mich auf Ihr „Argumentations“- Niveau zu begeben, die politische Reaktion auf die bürgerlich konservativ national neoliberal patriarchal reaktionären Entwicklungen: Ihr seit alleine Schuld an Antifa, kein Wunder, es musste so kommen mit Eurer Doktrin: Ihr seit schuld, ihr müsst diszipliniert werden.

          • Anh Toàn sagt:

            Die 30%, welche die NSDAP zur stärksten Partei Deutschlands machten, waren unschuldig.

            Die Trump Wähler, die AfD Wähler sind unschuldig:

            Die wissen nicht, was sie tun.

            Sie haber „seppetoni“ Linus Huber, wissen, was Sie tun.

        • Monique Schweizer sagt:

          Ach Linus Anton: Logisch haben wir bemerkt, dass die ganz Dummen mittlerweile Trump und AfD wählen. Gut Trump zieht ja seine Agenda voll durch, grosse Steuergeschenke für die Grossen und Brösmeli für die kleinen, dazu gezielter Sozialabbau und zur Ablenkung hetzt man die Doofen etwas auf die Immigranten, Muslime und was sonst gerade noch als Feindbild dient auf!
          Diese Agenda wird auch nicht sehr nachhaltig sein, noch weniger nachhaltig als bei den bisherigen Eliten!
          .
          und die AfD – ausser Wehrmachtsverherrlichung im Bundestag, Hetzerei gegen Feindbilder, kam von der auch nix konstruktives. Eine Frustwählerpartei halt — wenn Sie sowas als echte Alternative sehen, jo guet Nacht denn am Sächsi!
          Trump wird in max 3 Jahren eh Geschichte sein und verbrannte Erde hinterlassen haben

          • Linus Josef Anton Huber sagt:

            „wenn Sie sowas als echte Alternative sehen, jo guet Nacht denn am Sächsi!“

            1. Geht es darum, darauf hinzuweisen, dass im Gegensatz zu Ihrem Kommentar eine politische Reaktion erkennbar ist, wenn man näher hinschaut.
            2. Rede ich hier nicht davon, ob und inwiefern diese erste Reaktion als positiv zu bewerten sei, denn der Vorgang einer politischen Neuorientierung erfordert so oder so etliche Schritte.
            3. Ich rede nicht davon ob man den Wahlerfolg bemerkte, sondern ob man den Zusammenhang bemerkte.
            4. Wenn der Wahlerfolg in erster Linie darauf beruht ein korrumpiertes System zu verändern, zeugt die Benennung dieser Wähler als „die Dummen“ von einer herablassenden Arroganz und einem mangelhaften Demokratieverständnis.

  • Rolf Zach sagt:

    Werter Herr Senn, ich checke diesen Teufelskreis schon, aber wie gesagt 15 Milliarden Ausschüttungen in CHF hätte keinen Einfluss auf die Parität CHF/EURO oder CHF/$.
    Wenn gegen den CHF à la baisse spekuliert würde, könnte natürlich die SNB mit ihren gewaltigen Beständen an fremder Währung dagegen halten, aber 15 Milliarden Franken Ausschüttung bei einer Bilanzsumme von ca. 800 Milliarden sind Peanuts. Die SNB Bilanz ist viel zu hoch für die Bedürfnisse unserer Volkswirtschaft. Der Schweizerfranken ist eine Schatzkästli-Währung und der Parkplatz für Spekulanten, wenn diese einen Teil ihrer Liquidität anstatt in Gold in CHF anlegen. Das richtige Hot Money. Ich bin nicht dafür, dass diese Spekulanten zu 94 Rappen ihren $ verkaufen und nach dem Sturz wieder zu 75 Rappen $ kaufen.

    • Anh Toàn sagt:

      Ich schreibe es hier hin wegen der Übersichtlich:

      @Marcel Senn: Verkauft die SNB USD Anleihen um genügend CHF zu haben für eine relevante Ausschüttung an die Kantone und die ETH, wie es Herr Zach zu Recht fordert, treibt dies im ersten Schritt den CHF nach oben: Wenn die Kantone die Ausschüttung nur verwenden, um Schulden abzubauen, also die Kohle nicht ausgeben, bleibt der Aufwärtsdruck. Wenn aber die Kantone das Geld ausgeben, werfen die ja die CHF wieder „auf dem Markt“, welche die SNB vom markt nahm, indem Sie USD-Anleihen verkaufte: Und wenn der Markt davon ausgeht, dass die Kantone dies tun werden, wird nie ein Aufwärtsdruck auf den CHF entstehen.

      @Rolf Zach: Es ist nicht die SNB, welche über die Ausschüttung entscheidet sondern die Politik: Die sagt sparen sparen sparen.

      • Anh Toàn sagt:

        Die SNB investiert die Kohle im Ausland, welche die CH Politik in der Schweiz investieren sollte. Die SNB kann nicht in der Schweiz investieren, die kann keine Schulhäuser bauen und Spitäler. Das können nur die Kantone, aber die dürfen nicht: Dem richtigen Schweizer ist klar, es muss gespart werden. Und die Ersparnisse dürfen nicht im Inland verkonsumiert werden. Nur die Konsequenz ist dem richtigen Schweizer nicht bewusst: Wenn die Kohle nicht im Inland ausgeben, muss halt im Ausland investiert werden.

      • Anh Toàn sagt:

        „Und wenn der Markt davon ausgeht, dass die Kantone dies tun werden, wird nie ein Aufwärtsdruck auf den CHF entstehen.“

        Habe ich oben geschrieben: Wenn der Markt davon ausgeht, dass die Praxis der hohen Ausschüttungen von SNB an Kantone weitergeführt wird, und die Kantone das Geld ausgeben, wird diese „Unverantwortlichkeit“ im Handeln – „monetäre Staatsfinanzierung“ werden die Neoliberalen singen und die konservativ Bürgerlichen werden darauf einsteigen: Dies ist allgemein eine sehr gefährliche Politik, aber damit exakt der effizienteste Weg, um den CHF zu schwächen. Viel effizienter, als USD und EUR (Anlagen) gegen CHF (Schulden) zu kaufen und warten, bis die Verluste kommen.

        Kohle raushauen tut Not, ihr souveränen Bürger: Dann habt ihr, statt das Ausland, was davon.

        • Hans Hödli sagt:

          Man müsste in der CH überall die Staatsdefizite und Staatschuldenquoten erhöhen um den CHF zu schwächen. Zusätzlich wäre die Kapitalflucht in die CH mit Strafzinsen auf ausländischen Bankguthaben zu bremsen wie man es damals schon in den 70ern gemacht hat, dies entlastet die SNB Bilanz. Natürlich würde dies die Exporte noch mehr befeuern, und aufgrund der durch die Haushaltsdefizite angeheizten Nachfragestimulus würden die LB-Überschüsse vermehrt im Inland angelegt. Voraussetzung ist aber dass die entsprechenden Steuersenkungen nicht nur beim Kapital und den Kapitaleinkünften sondern bei den Lohnsteuerpflichtigen erfolgt. Die CH macht das Gegenteil, sie erhöht die Lohnsteuer mittels Kürzung des Pendlerabzugs.

        • Rolf Zach sagt:

          Besten Dank an Anh für Ihre klärenden Worte. Sie haben exakt das gesagt, was ich etwas zu kompliziert auch sagte. Was die SNB Führung betrifft ist diese auf der gleichen Linie wie die Politik der SVP und vor allem der NZZ, die das Sprachrohr der Schweizer Neo-Liberalen ist, die Inaktivität und Armut in der Schweiz wollen zugunsten einer Weltmacht, die gegenwärtig eine sehr unsolide Finanzpolitik befolgt und den Dollar-Standard als weltweite Geld-Verfassung bis zur Neige ausnützt.
          Die Verfehlung der Frau von Herrn Hildebrand war wirklich unbedeutend. Der große Manitu konnte nicht genug von Korruption schreien und willfährig haben die Kollegen GD SNB den Rücktritt ihres Chefs verlangt. Wenig später wurde der Mindestkurs €/CHF von 1.20 aufgegeben. NZZ und der Manitu waren zufrieden.

    • Marcel Senn sagt:

      Anh/Zach: Ihr glaubt nicht wirklich dran, dass die SNB auf dem Markt „klammheimlich“ CHF in der Grössenordnung von 10-15 Mrd einfach so pöschtelen kann und die Haie draussen an der Financial Mile, Wall Street, Luxembourg usw merken es nicht!
      .
      Dafür sind die CHF Geldmengen einfach zu klein und grössere Bewegungen im zweistelligen Mrd Bereich zu auffällig.
      https://data.snb.ch/de/topics/snb#!/cube/snbmonagg
      .
      Die anderen Player würden vermutlich so irrational reagieren, wie man das bei den Kryptowährungen aktuell erleben kann und den Franken um einige % nach oben treiben und dann wäre der ganze Aufwand der SNB für die Füchse gewesen (volkswirtschaftlich gesehen) und Verluste im hohen zweistelligen Mrd Bereichen bekäme die SNB dann noch als „Sahnehäubchen“ geschenkt obendrauf!!

      • Monique Schweizer sagt:

        Wir können froh sein, dass sich der SNB Hedgefund Heidiland nach Anfangsschwierigkeiten und Flops auf über 120 Mrd Schwankungsreservenlevel einpendeln konnte.
        1-2 Mrd Dividenden sind ja Ok, aber auf keinen Fall mehr, vor allem nicht wenn rechtsbürgerliche Kreise (z.B. Aeschi & Rime SVP) zugleich klammheimlich („das sei zu kompliziert für viele Nationalräte“) versuchen mit neuen Schlupflöchern im Aktienrecht gemäss ESTV bis zu 2.4 Mrd Steuerverluste pro Jahr verursachen und am Ende die Blocher Töchter u.a. ihre Dividenden noch ganz steuerfrei einheimsen könnten!
        .
        Besonders pervers daran ist, dass sich über 82% der SMI Aktien in ausländischen Händen befinden, aber das stört unsere „Superpatrioten“ scheinbar nicht besonders! Am 7.3. kommt dieses Geschäft vors Parlament!

  • M. Vetterli sagt:

    Die Art Der Bear-Stearns Rettung war ein ausgesprochen unglückliches Vorgehen. Die Auslagerung der Risikopapiere in eine Bad Bank bei welcher die FED grossmehrheitlich gehaftet hat, mit anschliessender Verschacherung der dann risikobefreiten Bank an JP Morgan war eigentlich ein Skandal. Dieses Vorgehen wurde auch kritisiert und hat vor allem auch falsche Anreize gesetzt. Im Sept 2008 standen Barclays und BoA bereit, Lehman mit einer wiederum durch die Fed risikobefreiten Bilanz, für wenig Geld zu erwerben. Rettung à la Bear Stearns hat man glücklicherweise nicht wiederholt. Aber die Pleite war letztlich falsch.
    Bei Merrill Lynch wurde übrigens keine Bad-Bank errichtet. Beim wohl problematischsten Fall dieser Zeit, der AIG, wurden tatsächlich dutzende Milliarden in 2 Bad Banks ausgelagert.

    • M. Vetterli sagt:

      Forts.:
      Im Gegenzug wurden die Eigentümer praktisch enteignet.

      Bear Stearns-Vorgehen stand übrigens bei der UBS Rettung im Okt. 2008 Pate. Anders als bei Bear Stearns waren da die Alteigentümer und somit Verursacher der beinahe-Pleite die grossen Profiteure. Statt Totalverlust konnten diese, zum Zeitpunkt der Stabfonds-Auflösung, über 60 Mrd. CHF ihr Eigen nennen. Dieser Umstand: Gewinn für die risikotragende Eidgenossenschaft: rd. 6 Mrd., Eigentümer (Verursacher): 60 Mrd. ist bis heute nie wirklich diskutiert worden. Eine Umverteilung von der Allgemeinheit an gescheiterte Bankeigentümer.

      Der Untergang des Lehman-Gebildes war nicht notwendig. Auch da hätte mit “AIG-Vorgehen” eine gute Lösung bereit gestanden. Heute kennen wir das Bail-in, der Staat muss nicht mehr Risiken eingehen.

      • Marcel Senn sagt:

        Sorry Herr Vetterli – aber Sie verbreiten hier doch einige Fehlinformationen
        Erstens betrug der Stabsfonds der SNB effektiv nur 39 Mrd, auch wenn ursprünglich mal von 60 Mrd die Rede war.
        Und wenn Sie diese als „Gewinn für die UBS“ bezeichnen, dann ist das nochmals ein etwas verzerrtes Bild. Die toxischen Papiere wurden für ein paar Jahre in Quarantäne genommen, bis sie detox waren und man sie wieder an die UBS zurückgeben konnte.
        Die Altaktionäre mussten doch heftige Kursverluste hinnehmen, gut dank Bund und SNB waren es keine Totalverluste und die Arbeitsplätze konnten gerettet werden.
        Sicher kann man drüber streiten, ob solche Aktionen zulässig sind, in diesem Fall gings für Bund und SNB sogar mit einem Gewinn aus und die UBS gibts immer noch – Ende gut, alles gut?

        • M. Vetterli sagt:

          @Senn:
          Der Börsenwert zum Zeitpunkt der Stabfondsauflösung betrug 60 Mrd. Diese Summe gehörte den untoten Aktionären. Die UBS Stand Mitte Okt.vor der Insolvenz. Obwohl die SNB bereit war, bis zu USD 54 Mrd. illiquide Papiere aus der Bilanz zu nehmen, und die UBS somit saniert gewesen wäre, sah sich die Bank ausserstande frisches EK in Höhe von CHF 6 Mrd. zu akquirieren. Nur der Staat war zu diesem Zeitpunkt bereit, Gelder bereitzustellen. Eine Rettung durch die Allgemeinheit war richtig. Aber diese Rettung durfte nicht für die Verantwortlichen Eigentümer gelten. Dem Risikoträger gehört der Gewinn. Dieser Risikoträger war ab Mitte Okt.2008 die Eidgenossenschaft. Die “Gewinnverteilung” dieser Rettung ist ein Skandal. Der Hauptteil des Gewinns floss zu den Verursachern dieses Debakels.

          • Rolf Zach sagt:

            Das ist eben guter Schweizer Kapitalismus, wo der Markt spielt. Ich denke da natürlich nicht an die finanziellen Marktkräfte, sondern an die politischen. Diese waren genügend stark, die UBS, ohne eigentliche Risiko-Entschädigung für unser Land, vor dem Untergang zu retten. Was wäre passiert, wenn die FED, die Versicherungsnehmer der AIG betreffend diesen Default-Versicherungen nicht ausbezahlt hätte oder nur die Amerikaner. Die UBS war einer der grössten Versicherten der AIG. Der Stabsfonds ist für unser Land nicht „Hops“ gegangen, wegen Geithner und Konsorten.
            Und was ist heute die Reaktion der UBS Gewaltigen. Ratschläge und Verachtung gegenüber der Schweizer Politik. Was tun die bürgerlichen Politiker, sie Katze buckeln
            vor diesen Herren unter dem Beifall der NZZ.

        • Marcel Senn sagt:

          Vetterli: Und wie hoch hätte denn dieser „Gewinn“ sein sollen? Es gab damals gar keine Marktpreise mehr für toxische Papiere! Ich war damals bei einem grossen Rückversicherer tätig auch voll von diesem toxischen Zeugs. Der Pricingverantwortliche war am Montasende oft am verzweifeln wie man diesen Schrott bewerten sollte – es wurden oft irgendwelche Mittelwerte zw. dem weit auseinanderliegenden Geld und Brief Spread genommen, einfach dass man einen Preis hatte
          Von dem her war es unmöglich einen „Gewinn“ zu eruieren. Im übrigen hat sowohl der Bund als auch die SNB ja einen Gewinn gemacht von rund 5.5 Mrd und noch viel wichtiger einen volkswirtschaftlichen Verlust von vermutlich einem vielfachen vermieden.

          • Marcel Senn sagt:

            und wie Herr Zach richtig schreibt, haben wir es vor allem den Amis zu verdanken, dass dieses Experiment für die SNB und Bund und auch für die UBS trotz allem glimpflich ausgegangen ist!
            Einzig die viel zu lange Verlustvortragsfrist hätte man damals per Gesetzesänderung auch zB. auf 3 Jahre verkürzen können. Die Steuerausfälle bis glaub 2015 dadurch waren doch etwas zu happig.

  • Marcel Senn sagt:

    The next „Big one“ dürfte bei einer Rezession in den USA eintreten! Dalio von Bridgewater sieht dafür eine Wahrscheinlichkeit von 70% bis 2020.
    Und da der verschwenderische Donald schon 2018 fast eine Billion Defizit macht & die Pace in den nächsten Jahren noch steigert auf über eine Billion – also bald mal wie Obama während und nach der Finanzkrise, werden die USA die Zinsen massiv anheben, damit noch irgendjemand deren Treasuries kauft (zumal die FED 2.2 Bio bis 2022 auslaufen lassen will).
    Steigende Zinsen werden dann auf die auch ganz kräftig verschuldeten Haushalte und Corp durchschlagen und ein Abwärtstrend wird einsetzen. Die Preise für neue Häuser liegen mittlerweile fast 25% über 2007! Es gibt Abwärtspotential noch & nöcher, dito bei Aktien & Bonds!
    Multibubbles…

    • Jan Svoboda sagt:

      na ja, die Prognosen der Fed zur Bilanzreduktion sind etwa gleich glaubhaft wir ihre Prognosen zur Konjunkturentwicklung, sie schmelzen wie der Schnee an der Sonne. Vom massiv angehobenen Zinsen kann keine Rede sein, spätestens nach noch 2x 0.25 % werden ihnen die Märkte um die Ohren fliegen zumal die Konjunktur weltweit lahmt, trotzt Statistikkosmetik.

      • Marcel Senn sagt:

        2018 dürfte es dank der Tax Reform und den repatirierten Mrd von Apple & Co in den USA nochmals ein Strohfeuer geben und ab 2019ff dürfte dann verbrannte Erde vorherrschen.
        Von den akt. total 20.8 Bio Schulden sind die Intragov Debt nicht so stark gestiegen seit Ende 2006 – von 3.8 Bio auf 5.7 Bio. Die Debt held by Public hingegen von 4.9 Bio auf 15.1 Bio und dort liegt die Achillesferse. Wer leiht den Amis jedes Jahr noch 1 Bio und mehr zumal die Ausländer in den letzten 3 Jahren nur noch Treasuries für 50 Mrd pa gekauft haben (unsere SNB war da wohl auch massgeblich mit dabei beim Aufkauf des US Schuldenjunks)
        .
        Ja dann schauen wir mal was der neue FED Chef vorhat.

        • Rolf Zach sagt:

          Mich interessiert eigentlich an dieser Situation, was diejenigen Schweizer Interessen tun, die gewaltige langfristige $ Buchbestände haben, wie unsere beiden Großbanken und natürlich die SNB.
          Was die Versicherungen haben und was die Industrie, ist da von keinem Interesse. Hier ist eher die Frage, ob die Konjunktur läuft oder nicht.
          Beginnen wir mit unseren Banken, die in New York direkt engagiert sind. Alle Schweizer Bank dort haben ein deutlich schlechteres „Cost-Income Ratio“ als in der Schweiz. Sobald ein Abschwung erfolgt, wird aus der Schweiz quer subventioniert. Schweizer Banken in New York sind wie die Schweizer Agrarwirtschaft.
          Die USA zeigt aber, wie oberste Banker behandelt werden müssen. Lohn, Bonus, Helikopter, Golfplatz etc. sind richtig für Schweizer Bank-Gewaltige.

          • Rolf Zach sagt:

            Es ist komisch, niemand von der Schweizer Elite stört sich daran, welches Verlustrisiko unsere Nationalbank auf ihren $ Beständen von über 250 Milliarden Franken hat. Da gibt es einen gewaltigen Krach, ob Pillen zur Verhütung von den Frauen selbst bezahlt werden müssen oder von der Krankenkasse. An dieser Frage hängt das Wohl und Wehe unserer Finanzstabilität ab, das erste ist dagegen von keinem Interesse. Es herrscht die Ruhe eines Grabes.
            Wo hat die SNB auf ihren Devisen für 2017 ihren riesigen Gewinn gemacht? Nein es war nicht der $, sondern € und Gold. Der € war und ist für die Mehrheit der Schweizer Machtelite, wie die SVP und die NZZ eine Konkurs-Währung. Der große Manitu hat nie den $ verlacht, aber den €. Bei SNB Interventionen gibt es zwischen € und $ einen Unterschied.

          • Rolf Zach sagt:

            Ist der € oder $ für uns die wichtigere Währung. All diese Schweizer EU-Feinde haben noch nicht gemerkt, dass wir mitten in Europa leben und nicht wie Neuseeland mitten im Pazifik. Die Aufhebung des Mindestkurses €/CHF war eine volkswirtschaftliche Dummheit. Die Einführung der Negativzinsen dagegen nicht. Nur hat die SNB nicht von den Banken die Offenlegung der Herkunft der Gelder verlangt, wenn diese ihre € auf dem Markt gegen CHF verkauften und dann diese bei der SNB parkten. Hier hätte man prohibitiv besteuern sollen. Die Einführung der Negativzinsen durch unsere SNB war ein milder Klaps auf die Backe, aber keine ordentliche Tracht Prügel auf das Gesäß.
            Beim drohenden $ Zerfall macht man administrativ überhaupt nichts. Der $ zählt für die Rohstoffe, aber wenig für die Fertigwaren.

          • Marcel Senn sagt:

            Zach bis Ende Januar hat die SNB 2018 schon mal 15 Mrd Verlust gemacht, bis Ende Februar dürften noch ein paar dazukommen, vor allem wegen tieferen Aktien und Bondbewertungen.
            Nicht wenig des Gewinnes von 2017 kam übrigens aus dem 20% Aktienanteil.
            .
            Nur bis die SNB 250 Mrd Verlust machen würde, da müsste es gewaltig crashen an allen Fronten.
            Da man die knapp 80 Mrd Notengeldmenge als Quasi-Eigenkapital ansehen kann, könnte die SNB mit den 122 Mrd EK also noch „problemlos“ gut 200 Mrd Verlust machen und weiterfunktionieren. Man könnte den Mindestreservesatz noch erhöhen und damit zu den aktuellen 16.2 Mrd noch mehr nicht tangibles Fremdkapital generieren und wenns immer noch nicht reichen sollte noch mehr 1000er Noten drucken.
            https://data.snb.ch/en/topics/snb#!/cube/snbbipo

          • Rolf Zach sagt:

            Ich schrieb über das Verlustrisiko auf 250 Mrd. CHF in $ Devisen-Beständen. Natürlich meinte ich nicht 250 Mrd. CHF SNB-Verlust, sondern ihre bereits erwähnten 15 Milliarden und dies wird sich noch vergrößern, d.h. der ganze Gewinn von 2017 geht flöten.
            Ob eine Zentralbank EK braucht oder nicht, ist eine andere Frage und stellt sich bei einer Zentralbank weniger als bei einer Geschäftsbank.
            Was ich nicht verstehe, dass man nicht vorzeitig Verkäufe auf dem Aktienbestand gemacht hat, um den Kantonen 10 Mrd. und ebenso neu der ETH 5 Mrd. zukommen zu lassen, als diese lumpigen 2 Mrd. CHF. Der daraus resultierende Multiplikatoreffekt hätte sehr gut getan. Dieses Gelaber, dass eine solch grössere Ausschüttung zu einer höheren CH Aufwertung führt, ist blanker Unsinn.

          • Marcel Senn sagt:

            Zach: Nur ist das ein weitverbreiteter Irrglaube dass die SNB Devisenbestände hat!
            Die SNB hat 80% Anleihen in Fremdwährungen und 20% Aktien in Fremdwährungen und KEINE Devisenbestände in Cash.
            Also haben diese doppelte Risiken und Chancen – auf den FX Bewertungen und den Wertschriftenbewertungen!
            .
            https://www.snb.ch/de/iabout/assets/id/assets_reserves

            Da die SNB per Ende 2017 „nur“ 268 Mrd Fr. in $- Wertschriften hatte, kann sie nicht 250 Mrd auf den $ Positionen verlieren – da müssten der $ und/oder die Wertschriften praktisch auf Null fallen….

          • Marcel Senn sagt:

            Zach: Jetzt kommen Sie auch noch mit höheren Ausschüttungen – sorry werter Herr Zach das ist schwachsinnig, verantwortungslos und technisch unter aktuellen Bedingungen gar nicht so einfach möglich.
            Wenn Sie mal meinen Link mit der Bilanz anklicken würden, würden Sie sehen, dass die SNB nur gerade 3.8 Mrd in CHF Wertschriften in den Aktiven hat!
            Sie hätte nicht mal die nötige Menge Franken um Ihre Phantasieausschüttungen zu tätigen und müsste Wertschriften in FX verkaufen um damit auf dem Markt Franken kaufen, was den CHF Kurs wieder in die Höhe treiben würde und damit auch Buchverluste in Mrd Höhe generieren!!!!
            Checken Sie diesen Teufelskreislauf?
            .
            Früher waren die Dividenden an die Kantone nur 1 Mrd – wenn sie jetzt 2 auszahlt ist das immerhin schon 100% mehr!

          • Maiko Laugun sagt:

            @Marcel Senn: „Checken Sie diesen Teufelskreislauf?“

            Meine Wenigkeit nicht. Trotzdem:

            Die SNB hat sich selber in diese Lage manövriert. Die aufgeblähte Bilanz (Volksschulden und nichts anderes) zeigt doch genau dies deutlich – oder nicht?

            Die SNB (de facto eigentlich ein staatlicher Investmentfond) konnte bis heute nicht erklären, was US$ und amerikanische Aktien mit der Unterstützung/Ankurbelung (z.B.) der Exportwirtschaft im Heidiland zu tun hat.

            Die SNB hätte nie den Mindestkurswert des CHF verteidigen dürfen.

          • Marcel Senn sagt:

            Maiko: Ist doch nicht so schwer zu verstehen:
            Wenn Herr Zach und andere meinen man könne doch viel mehr ausschütten als die 2 Mrd – z.B. 15 Mrd oder was weiss ich, die SNB aber nur 3.8 Mrd in Franken hat, dann müsste sie beginnen zuerst die Wertschriften in $, € etc verkaufen, dann die $, € gegen Franken zu verkaufen und wenn die Nachfrage des Fr dadurch dessen Preis treibt, dann verlieren die anderen 800 Mrd Wertschriften in FX der SNB an Wert — für jedes Prozent, den der Fr. steigt rund 8 Mrd Verlust!
            Die SNB würde sich also mit solchen Ausschüttungen das langsam das eigene Grab schaufeln und Verluste produzieren – und die Wirtschaft durch Fr. Höherbewertung auch noch wettbewerbsUNfähiger machen
            .
            Nein das sind keine Volksschulden – die sind beim Bund, Kantonen & Gemeinden

          • Johnny Smith sagt:

            @ Senn, @ Laugun

            Ich sehe Ihren Widerspruch nicht. Ich bin mit beiden von Ihnen einverstanden:
            – „Die SNB hat sich selber in diese Lage manövriert.“ Check. Natürlich nicht ganz freiwillig. Signore Draghi hat da mit seinem zu lange andauernden Aktivismus zur Schuldnerländer-Unterstützung viel beigetragen.
            – „Die SNB .. konnte bis heute nicht erklären, was US$ und amerikanische Aktien mit der Unterstützung/Ankurbelung .. der Schweizer Wirtschaft zu tun hat.“ Check. Höchstens als kurzfristige Krisenmassnahme beim damaligen Einbruch des EUR auf Parität.
            – „Zach: Jetzt kommen Sie auch noch mit höheren Ausschüttungen – sorry werter Herr Zach das ist schwachsinnig, verantwortungslos und technisch unter aktuellen Bedingungen gar nicht so einfach möglich.“ Check, check and check. Gut auch erklärt, Herr Senn. Zudem ist zu betonen, dass diesen Fremdwährungsbeständen zum grössten Teil Schulden gegenüberstehen, nicht Eigenkapital, sprich die SNB hat sich massiv geleveraged. Dank den Aufwertungsgewinnen von letztem Jahr war das Eigenkapital zwar auch etwas besser, aber bei weitem nicht genug, um solche Fantasieausschüttungen abzudecken. So lange das Leverage so hoch ist, so lange kann die SNB dies nicht ohne Gefahr bewerkstelligen.

          • Johnny Smith sagt:

            Wenn ich Sie beide richtig verstanden habe, bin ich aber bei der Einschätzung über die Notwendigkeit des Abbaus etwas zwischen Ihren Auffassungen. Die Schwierigkeit (Teufelskreis) des Leverage-Abbaus ist für mich kein Freipass, dies gar nicht erst zu versuchen. Die SNB wusste, dass „der Teufel auf dem Rückweg lauert“ (Baltensberger?), also ist das keine Ausrede und muss irgendwann angegangen werden. Besser früher als später.

          • Monique Schweizer sagt:

            Maiko: „Die SNB (de facto eigentlich ein staatlicher Investmentfond) konnte bis heute nicht erklären, was US$ und amerikanische Aktien mit der Unterstützung/Ankurbelung (z.B.) der Exportwirtschaft im Heidiland zu tun hat.“
            .
            Immerhin erzielt die CH vs dem $ Raum einen Leistungsbilanzüberschuss, während es vs dem Euroraum ein Defizit ist. Da hätte man sich eher fragen müssen, was eigentlich die € Anbindung soll. Nur sind wir aber von Euroländern umzingelt und bei 1:1 würden die Schnäppchenjägerzahlen in Heidiland vermutlich völlig explodieren und der einheimische Detailhandel könnte noch mehr Konkurs anmelden.
            .
            Und wenn die SNB alle Eier den Eurokorb gelegt hat, dann wären wir auf Gedeih und Verderben der EU ausgeliefert gewesen – da hätten wir auch gleich beitreten können…

          • Hans Hödli sagt:

            Selbstverständlich kann die SNB so viele Dividenden schütten wie sie will, sie braucht nur per Mausklick dem Bund und Kantonen CHF aufs Konto zu buchen, dazu muss sie sicher keine FX verscherbeln.
            Fremdfinanzierte Dividenden sind in der Wirtschaft Gang und Gäbe.

          • Monique Schweizer sagt:

            Hödli: Sie haben ja echt bizarre Knopfdruckphantasien! Was für einen Unsinn Sie hier zusammenschreiben! Sie haben wohl noch nie eine SNB Bilanz gesehen oder sonst von buchhalterischen Grundprinzipien Null Ahnung, und vom Sonderfall SNB noch viel weniger
            Und was bitte sind fremdfinanzierte Dividenden? Eine Zentralbank ist auch nicht einfach „Wirtschaft“!

          • Anh Toàn sagt:

            Was bucht die SNB wenn sie Dividende zahlt, ob an Kantone oder an Aktionäre:

            Eigenkapital (Gewinnvortrag) – Schuld bei einer Geschäftsbank:

            Die Geschäftsbank bucht: Guthaben bei der SNB an Schuld beim Kanton/SNB-Aktionär:

            Und dann haben die Kantone bzw. die SNB Aktionäre die Dividende in Form von CHF auf dem Kanton.

            Dem kann man schon „auf Knopfdruck“ sagen, auch wenn damit Buchungssätze gemeint sind.

          • Anh Toàn sagt:

            ..auf dem Konto (nicht Kanton)

          • Hans Hödli sagt:

            Gewinnreserven einer Notenbank sind nichts anderes als Zinsseignorage, und diese gehört wenn schon der Allgemeinheit. Dies umso mehr als bei Nettogläubigerländern der ständige Währungsaufwertungsdruck mit entsprechender Lockerung der relativen Knappheiten zwischen den Währungen mittels Ausschüttung an die öff. Haushalte gemildert wird.
            Allfällige bilanztechnische Überschuldung der Notenbank ist nichts anderes als eine zusätzliche Staatsschuld. Sollte dadurch mit der Zeit wie Jordan befürchtet die Glaubwürdigkeit leiden, dann umso besser, jeder Absturz des CHF saniert diese Staatsschuld und beflügelt die Exporte.
            Von derartigen Luxusproblemen können Nettoschuldner nur träumen.
            Relevant bleibt nunmal ausschliesslich die Leistungsbilanz (ausser man hat den $).

          • Linus Josef Anton Huber sagt:

            @ Hans

            Sie sehen dies schon richtig. Natürlich kann die Zentralbank dies und jenes machen; aber die beantwortet nicht die Frage ob dies dem Wohle der Bevölkerung dient. Wenn man ein wenig detaillierter die Angelegenheit betrachtet, handeln die Zentralbanken seit Jahrzehnten in erster Linie zum Wohle des Finanzsektors und nicht zum Wohle der Bevölkerung. Dieses Verhalten begründet nicht ihre Existenzberechtigung.

  • Lori sagt:

    Die Symptome anstatt die Ursachen zu bekämpfen finde ich irgendwie ein schräges Statement für einen Oekonomen.

  • Peter Meier-Schlittler sagt:

    Ich denke, wir brauchen uns doch keine Sorgen zu machen, ob all den Crash-Propheten am Aktien-, Anleihen- und Immobilien-Markt. Sollten die Kurse stark fallen, wird es auch diesmal unsere Nationalbank und die übrigen Zentralbanken mit der Notenpresse wieder ins rechte Licht rücken und die Preise wieder in die Höhe treiben. Als Beispiel dient ihnen dabei der biblische Turmbau zu Babel.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.