Blutpräparate stabilisieren das Exportgeschäft

NMTM

Blutpräparate aus Schweizer Fabrikation sind auf dem Weltmarkt sehr gefragt. Foto: iStock

Die starken Aufwertungsschübe des Schweizer Frankens von 2011 und 2015 haben die Metall- und Maschinenindustrie hart getroffen. Die Exporte sind stark geschrumpft, die Zahl der Beschäftigen ist seit Jahren rückläufig.

Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Exporte der MEM-Industrie (Metall-, Elektro- und Maschinenindustrie). Die Daten stammen von der Eidgenössischen Zollverwaltung. Es handelt sich um nominale Daten. Rechnete man zusätzlich die Inflation heraus, sähe die Lage aus langfristiger Perspektive noch schlechter aus.

Andere Branchen kamen hingegen glimpflich davon. Vor allem die Medizin- und Pharmabranche erwies sich als resistent, wie die folgende Grafik zeigt. 2011 und 2015 waren schwierige Jahre, aber es fand kein Einbruch statt, die Exporte pausierten lediglich nach einer starken Wachstumsphase.

Woran liegt es, dass Medizin und Pharma in diesem widrigen Umfeld so gut abschnitten? Oft wird argumentiert, dass Roche und Novartis mit ihrem starken Pharmasortiment kaum von Wechselkursschwankungen betroffen seien. Die Daten sprechen jedoch eine andere Sprache, wie Marc Brütsch, Chefökonom der Swiss Life, unlängst ausgerechnet hat.

In den entscheidenden Jahren 2011 und 2015 brillierten nämlich nicht die grossen Basler Firmen, sondern die kleinen Unternehmen, die auf die Produktion von Antisera aus Blut spezialisiert sind.

Die folgende Grafik zeigt die jährliche Zunahme bzw. Abnahme der Medizin- und Pharmaexporte und der Antiseraexporte. 2011 und 2015 nahmen die Antiseraexporte um 1,7 bzw. 1,6 Milliarden Franken zu, die Medizin- und Pharmaexporte hingegen steigen nur um 0,2 und 0,5 Milliarden Franken.

Auch in anderen Jahren ist der Beitrag der Antiserafirmen ausserordentlich gewesen. Nur 2010, 2012 und 2016 war der Beitrag zu den Medizin- und Pharmaexporten vernachlässigbar.

Etwas überspitzt könnte man also sagen: Es sind nur ein paar Tausend Beschäftigte im Blutgeschäft, die den gesamten Schweizer Export über die schwierigen Jahre hinweg stabilisiert haben!

Dieser eindrückliche Erfolg ist einerseits erfreulich, weil er zeigt, wie leistungsfähig mittelgrosse Betriebe sein können. Auf der anderen Seite zeigt das Beispiel einmal mehr, wie irreführend aggregierte Daten sein können. Das Gesamtbild sieht gut aus, aber dahinter verbergen sich enorme Unterschiede zwischen den Industriesektoren.

32 Kommentare zu «Blutpräparate stabilisieren das Exportgeschäft»

  • Rolf Zach sagt:

    Es ist auch darauf hinzuweisen, dass in der MEM Industrie immer mehr vorkommt, dass nur noch ein kleinerer Prozentsatz der Wertschöpfung in der Schweiz stattfindet. Will man ein Maschine verkaufen, sind die Schweizer Verkäufer gezwungen an den ausländischen Abnehmer nur diejenigen, durch Patente geschützte Teile zu verkaufen, die dieser selber gar nicht produzieren kann und darf. Der Effekt ist nämlich der, dass die Schweizer Zulieferer für den Schweizer Exporteur des entsprechenden Gutes nicht mehr berücksichtigt werden, d.h. der ausländische Abnehmer bringt seine eigenen
    Zulieferer in die die Wertschöpfungstiefe des Schweizer Produktes hinein. Geht es so weiter, kostet dies uns Tausende von Industrie-Arbeitsplätzen. Dies ist aber der SVP und der FDP völlig gleichgültig.

    • Rolf Zach sagt:

      Da schreien die Fans des großen Manitu, wir sind frei wie die Väter waren. So wie sich die Sonne um die Erde bewegt, ist die Schweiz wie Neuseeland im Pazifik und braucht da nicht vor dem Gessler-Hut niederzuknien, auch wenn die EU nie solches verlangt hat. Es vertritt nur die Interessen seiner Mitgliedstaaten und nichts anderes. Die Schweiz ist nicht Mitglied der EU. Wir tun so, als seien wir ein Zugewanderter Ort, wie es uns 1992 beim EWR offeriert wurde. Aber wir sind nicht einmal das. Wir haben keinen Sitz als EU-Stammtisch, aber sind als kleines Land am Katzentisch. Dänemark als EU-Mitglied hat etwas zu sagen, wir aber nicht! Träumt weiter davon, die Schweiz als verlangende Großmacht in Brüssel, noch vor der USA, China und Japan.

      • Rolf Zach sagt:

        Es ist den Leuten auch nicht bewusst, dass die Basler Pharma durch unser wirtschaftspolitisches Verhalten zugunsten von Finanzplatz und den Interessen des großen Manitus geradezu eingeladen wird, Basel nur noch als bevorzugtes Verwaltungszentrum und Forschungsstandort zu verwenden und die Produktion in der Schweiz mit neuen Fabriken nicht mehr fortzuführen. Das zeigt der Artikel deutlich. Aber auch der Finanzplatz wird jetzt abgebaut. Wollen wir wieder mit der Textilindustrie von neuem wie früher fortfahren?
        Geschäftsleute interessiert der Absatz ihrer Produkte und ein riesiger Markt hat schon die Möglichkeit, Geschäftsleute zu überreden, anstelle ihrer Import-Produkte, diese in diesem Markt selbst zu produzieren.

        • Rolf Zach sagt:

          Natürlich glauben wir Schweizer solche Entwicklungen durch Steuerwettbewerb und Abbau des Sozialstaates zu kompensieren.
          Wenn man es genau untersucht, ist es Glaube und nicht Realität.

  • Marcel Senn sagt:

    Irgendwer muss dieses Blut auch noch kaufen! Die Amis könnten in den nächsten Jahren jedoch ausfallen oder der $ so stark einbrechen, dass sich auch andere Länder unsere Exportprodukte nicht mehr leisten können.
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    Ist zwar etwas off-topic! Im Link unten die aktuelle US Schuldensimulation bis 2025:
    Von heute 20.8 Bio $ sollen diese bis 2025 auf 29.2 Bio $ steigen!
    Nur wer kauft den Schrott noch? Ausländer kauften noch für 50 Mrd pa (2015-18 im Schnitt), die FED will bis 2022 2.2 Bio $ Treasuries abbauen!
    Bleiben nur noch die Privaten, PK, Mutuals und US Banken, die zw. 8.5 bis 10.5 Bio bis 2025 kaufen müssten -> die Zinsen werden massiv steigen, der $ fallen -> „Great Depression Part 2“???
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    https://www.zerohedge.com/news/2018-02-21/who-it-wants-buy-trillions-us-treasuries

    • Marcel Senn sagt:

      @Linus Huber: Vermutlich ebnet Ihnen Trump schon in wenigen Jahren (oder noch früher) die Stunde Ihres grössten NMTM Triumph über all die „IYI“s und das „Warten auf Godot“ nimmt ein Ende, denn wenn niemand mehr diese Treausuries will, dann werden die Zinsen unerbittlich steigen und dann kippen auch die restlichen US Schulden (Private, Zombiecorps, Banken…)!
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      Gut ich schätze vorher wird die FED anstatt die Bilanzsumme abzubauen von 4.5 Bio auf 2.2 Bio bis 2022 vermutlich nochmals eine Kehrtwende machen und einen QE-All In machen und massig von dem Zeugs kaufen, aber dann wirds noch übler nachher!
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      Der graue Schwan ist schon in Sicht, vielleicht taucht vorher noch ein schwarzer Schwan auf!
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      Nassim Taleb lässt grüssen und die „IYI“s werden dann ganz alt aussehen….

      • Marcel Senn sagt:

        Apropos Blut: „Blood, Sweat, Toil and Tears“ könnten dann wieder voll en vogue kommen, denn eine Zahlungsunfähigkeit oder massives $ abschmieren und Zinserhöhungen wird die ganze Welt in massivste Probleme bringen!
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        Vermutlich schafft sich dann Trump so noch Unsterblichkeit in den Geschichtsbüchern! Der Präsident der den USA den Todesstoss gab.
        Die Chancen stehen so gut wie selten zuvor!
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        Oder es gibt einen 3. Weltkrieg! Notorische Loser suchen gerne in solchen „Lösungen“ einen Ausweg! Die Weltuntergangsuhr steht bekanntlich schon auf zwei Minuten vor zwölf!
        Vielleicht bleibt die Peripherie (Philippinen, Uruguay, Vietnam…) ja halbwegs verschont….(abgesehen von Flüchtlingsströmen aus Europa etc)….

        • Marcel Senn sagt:

          Huber: Bis vor einigen Monaten habe ich noch an die Möglichkeit eines halbwegs mehr oder weniger „beautiful Deleveraging“ geglaubt, aber seit King Orang-Utan POTUS ist, sehe ich da kaum noch reele Chancen!

          • Linus Josef Anton Huber sagt:

            Nun, ich sehe darin keinen Triumph, sondern die unausweichliche Konsequenz, wobei einzig die Form der Verwerfung und die Frage des Zeitpunktes ungewiss ist. Ob im Falle von Obama, Trump oder einem anderen Präsidenten, die Idee des „beautiful deleveraging“ war/ist eine reine Wunschvorstellung ohne Bezug zur Realität. Es handelt sich hierbei nicht auf das Warten auf Godot, sondern um das Bewusstsein dass Zusammenhänge selbst für die IYIS zu komplex sind, um in Verletzung grundlegender ökonomischer Prinzipien die Wirtschaft erfolgreich durch geldpolitische Zentralplanung steuern zu können. Aber warten wir erst einmal ab, was diese Zentralplaner noch an Zwangsmassnahmen im Köcher haben. Regierungen verhalten sich in Anbetracht von Unzulänglichkeit/Fehlbarkeit eher unberechenbar.

          • Marcel Senn sagt:

            LJAH: Gut ich fand die Budgetdefizite schon in den letzten 3 Amtsjahren von Obama weitaus zu hoch, aber wenn jetzt Trump bei praktisch Vollbeschäftigung nochmals so dermassen einen drauflegt, dann könnte das US Ueberdieverhältnisselebenpolitik echt ein Ende finden.
            Zumal auch die weltweite No 2 – China immer mehr verschuldet ist. Noch können die das dank den hohen Wachstumsraten, aber irgendwann kommen die auchs ans Ende der Fahnenstange.
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            Soviele Pfeile haben die gar nicht im Köcher – QE 5, QE 6, QE 7….und die Zinsen können diesmal kaum mehr gesenkt werden, denn sonst kauft sowieso keiner mehr diesen Treasury Junk — ausser der FED selber. Dann haben wir dann die Finanzierung des Staatshaushaltes durch die ZB. So wie in Venezuela, Argentinien etc. & Inflation von xxx%

          • Marcel Senn sagt:

            Das wird dann auch auf die sonstige Privatverschuldung durchschlagen wie Hypos, Student Loans, KK-Schulden usw, auf die Corp Schulden auch.
            Trump hat im Wahlkampf noch rumplagört er werde die Schulden innert 8 Jahren auf Null senken…davon hört man jetzt gar nix mehr, dafür aber diese Tax Reform mit Steuergeschenken für die Vermögenden….Schwachsinn!
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            Damals 1945 als die USA auch über 100% Schulden hatten, lag der Spitzensteuersatz bei sagenhaften 94%!! Dank diesem, hohen Wachstumsraten nach ein paar Verwerfungen 1946ff, und weniger subversivem Gedankengut gegenüber dem Staat konnten die USA gedeihen und die Schulden runterfahren.
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            Wird dann nach einem allfälligen 3. Weltkrieg auch wieder das einzige Rezept sein.

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            Huber: Dass Sie primär die geldpolitische Zentralplanung dafür verantwortlich machen, halt ich nach wie vor etwas zu verkürzt gedacht.
            Die unverantwortliche Haushaltspolitik der USA (andauernd über die Verhältnisse leben) und die Deregulierung der Finanzmärkte mit den ganzen Abzockern haben da genau so mitbeigetragen, wie auch das auf Pump zu leben vieler Privatpersonen – die alte Tugend auf etwas sparen gilt nix mehr, man will alles sofort auf Kredit (mit entsprechenden Zinskosten).
            Dass sich Zentralbanken nicht auch falsch verhalten habe, bestreite ich nicht, aber erst der Mix aus verschiedenen Faktoren hat zur heutigen Situation geführt.
            Und dass Trump jetzt nochmals so richtig Vollgas gibt, das wird den Karren definitiv an die Wand fahren.

          • Linus Josef Anton Huber sagt:

            Die Geldpolitik und dauernde Geldentwertung ermöglicht durch die fehlerhaften Anreize all die negativen Aspekte, wie unverantwortliche Haushaltspolitik (andauernd über die Verhältnisse leben) und die Deregulierung der Finanzmärkte mit den ganzen Abzockern. Das ökonomische know-how ist nun einmal stark in den Zentralbanken konzentriert und daher sollten auch die entsprechenden Impulse von dort kommen. Der Auftrag der Regierung im Bereiche z.B. der Inflationsrate oder Arbeitslosigkeitsrate wird stark durch die Zentralbank beeinflusst und anstatt der Bevölkerung zu dienen, dient sie in erster Linie dem Bankensektor anstatt diesen mit rigorosen Regeln im Griff zu halten.

          • Marcel Senn sagt:

            Huber: „mit rigorosen Regeln im Griff zu behalten“
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            Dafür ist das rel. bescheidene Instrumentatorium der ZB doch etwas gar beschränkt und zu allgemein.
            Kurfristige Zinsen, Geldmengenpolitik und Mindestreservesatz (und seit 10 Jahren noch QE, ZIRP etc) — mit dem kann man eine Volkswirtschaft auch nur grob steuern. Gut dass Typen wie Greenspan primär die Börsenbewertungen durch ihre ZB Politik gesteuert hat v.a. nach 9/11, damit sich die Menschen nach wie vor wohlhabend fühlen und konsumieren, das war eine schwache Performance (und Warner wie William White einfach überhöhrten) und hat dann in die nächste Katastrophe geführt und seither sind die mehr am reagieren, denn noch echt am agieren – bis hin zur EZB, BOJ, PBOC, BOE und SNB…

          • Linus Josef Anton Huber sagt:

            Nun, die Zentralbank hat einen hohen Einfluss, welcher sich weit über den formellen Aspekt der Geldpolitik erstreckt, indem sein Rat im Bereiche der Gesetzgebung im gesamten Bereiche des Finanzsektors immer wieder eingefordert und selten ignoriert wird. Aber auch die eigene Geldpolitik schon richtig gut Fleisch am Knochen, ob in der Form der Zinspolitik, im Bereich der Mindestreserven, im Bereiche der Konsequenzen bei Illiquidität etc. Es handelt sich nicht um die Frage eines beschränkten Instrumentariums, sondern um die Frage diese Instrumentarium entsprechend einsetzen zu wollen.

        • Rolf Zach sagt:

          Also bitte, sehr geehrter Herr Senn! Nicht so dramatisch, die Welt hat als Erretter immer noch die naiven Schweizer mit ihrer honorigen Zentralbank. Die SNB versteht es, die Welt zu retten, indem sie in den USA ihre Anlagen so steuert, dass bei der sicheren Entwertung des Dollars ihre Anlagen gewaltige Verluste erleiden.
          Für 2017 hat die SNB 54 Milliarden Gewinn erwirtschaftet. Natürlich dürfen die Kantone davon nur 2 Milliarden kriegen. Das genügt!
          Um Gottes Willen, nicht 10 Milliarden davon an die Kantone und auch nicht 5 Milliarden an die ETH. Dies wäre ein Unglück sondergleichen! Die 52 übrig gebliebenen Milliarden müssen unbedingt in US$ Anlagen reinvestiert werden oder dort verbleiben. Das ist solide Geldpolitik, so rettet die Schweiz Trump und damit den Weltfrieden.

          • Rolf Zach sagt:

            Ich verstehe nicht, dass der große Manitu und seine Anhänger unseren Bundesrat und unsere honorige Nationalbank nicht als Friedens-Nobelpreisträger vorschlagen. Es war ein fürchterlicher Irrtum, dieser abscheulichen EU den Preis zu vergeben. Der Preis gehört dem Schweizer Bundesrat und seiner Nationalbank im Gedenken an den großen Manitu.

          • Marcel Senn sagt:

            Herr Zach – gemäss meinen Schätzungen sind aufgrund der gefallenen Bondpreise und vor allem des schwachen $ aktuell schon wieder zw. 15-20 Mrd des SNB EK dahingeschmolzen.
            Easy comes – easy goes! Wenn die SNB jetzt noch 15 Mrd ausgeschüttet hätte, wären das EK noch tiefer.
            So schnell wie die 54Mrd 2017 gekommen sind, so schnell können sie auch wieder weg sein. Wenn wenn jetzt Ray Dalio einen Big Short auf Aktien macht, dann könnte auch der Front noch einiges abbröckeln. Hat doch die SNB auch über 160 Mrd in Aktien – 10-15% minus schenken da auch schnell mal ein…
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            Vermutlich gar nicht so schlimm, wenn die SNB wieder mal 20-30 Mrd Verlust macht, dann hört dieses unsägliche Umverteilungsgeschwätz wieder mal auf. Echt nervig was all die Amateure für SNB-Wunschlisten haben…

          • Linus Josef Anton Huber sagt:

            Genau Marcel, die vermeintlichen Gewinne können sich in einer markttechnischen Gegenbewegung im Sinne von easy comes – easy goes problemlos in Verluste ähnlichen Ausmasses verwandeln.

          • Rolf Zach sagt:

            Herr Senn, es ist nicht die Aufgabe der SNB ihre Reserven, wie Sie zu Recht erwähnen, so leicht wieder zu verlieren. Immerhin haben die Herren Generaldirektoren der SNB ein höheres Gehalt als ein Bundesrat, dies war vor 50 Jahren noch nicht der Fall, da war der Bundesrat, der am höchst bezahlte Angestellte der Öffentlichkeit.
            Ich schätze Leute, die als Vermögensverwalter vorwärts machen, aber ich bin nicht zufrieden mit jenen, die alles wieder verlieren und dann noch weniger als am Ausgangspunkt an Aktiven verfügen. Immerhin hat die SNB die Pfund-Abwertungen von 1931 und 1949 praktisch ohne Verluste überstanden, dass soll einmal die heutige Generaldirektion nachmachen.
            Das EK der SNB interessiert mich wenig, ich will keine Devisen-Verluste und das Geld kann unser Staat brauchen.

  • Marcel Senn sagt:

    Mir Senne hei’s lustig, mir Senne hei’s guet
    Hei Chäs und hei Anke, das git üs guets BLUET.

    Hudria holeleia, hudria holeleia
    Hudria holeleia, hudria holiho.

  • Doris Waldvogel sagt:

    Wäre interessant zu erfahren, woher das Blut stammt. Blutspenden, Organtransplantation? Weitere Möglichkeiten gibt es wohl nicht. Die Pharmafirmen kommen vermutlich fast gratis an diesen eigentlich wertvollen Rohstoff.

  • Anh Toàn sagt:

    „Etwas überspitzt könnte man also sagen: Es sind nur ein paar Tausend Beschäftigte im Blutgeschäft, die den gesamten Schweizer Export über die schwierigen Jahre hinweg stabilisiert haben!“

    Das ist nicht überspitzt: Überspitzt wäre: Es sind ein paar Tausend Beschäftigte im Blutgeschäft, welche den MEM-Industriestandort Schweiz nahezu ruiniert haben: Dies wäre die korrekte Schlussfolgerung für diejenigen, welche behaupten, die Stärke des CHF resultiere aus dem Exportüberschuss.

  • Rolf Zach sagt:

    Die Statistiken sind ein Zeugnis der Ablehnung des EWR Beistritts von 1992, die grösste politische Dummheit, die wir seit 1945 gemacht haben. Ferner ist es die Schuld unserer Nationalbank unter der Führung von Herrn Jordan, den Mindestkurs von 1.20 gegenüber dem Euro aufzuheben. Die Einführung des Negativzinses hat wohl den Pensionskassen geschadet, aber nicht unseren beiden Großbanken, die konnten weiterhin auf eine Aufwertung des SFr. gegenüber dem Euro spekulieren. So war die Einführung des Negativzinses ineffizient.
    All dies führte direkt zu weniger Exporten unserer Maschinen- und Metall-Industrie und noch schlimmer zu sinkenden Gewinn-Margen und weniger Beschäftigten. Unsere Elite war der Meinung mit dem Bankplatz und auch zur Not mit Pharma Basel könne man dies überspielen.

    • Anh Toàn sagt:

      Man sollte nicht dem Jordan die Schuld geben: Der Hildebrand wurde abgesägt wegen dem Mindestkurs, der Jordan wäre genau so abgesägt worden.

      Die Mehrheit der Schweiz glaubt, ein starker Franken wäre gut für sie. Die verstehen nicht, dass eine starke Währung nur gut ist für die, welche viel davon habe, aber schlecht für die, welche sie sich verdienen müssen, mit Arbeit, für Wohnen und Essen und Bildung für die Kinder und Gesundheitsvorsorge. In der Schweiz sind halt viele, die müssen dies nicht, die zahlen diese Sachen mit garantierten Renten: Deflation steigert deren Kaufkraft: Wozu die AHV erhöhen, werden die Löhne kleiner, sinken die Preise und die Kaufkraft der Renten steigt: Deflation ist das Paradies der Rentner.

      • Anh Toàn sagt:

        Unsere Rentner, ob Alters- oder Kartell- oder Besitz-, werden reicher in der Deflation.

        • Rolf Zach sagt:

          Na, auch meine Wenigkeit hat mit dieser Altersklasse zu tun, aber wenn man es realistisch beurteilt, sind für die Rentner eine Volkswirtschaft voll auf Touren, mit wenig Arbeitslosigkeit und einer maßvollen Inflation (1 bis 2 %) eine bessere Option für sie, als eine Wirtschaft mit Deflation und Rezession verbunden mit isolierter Aufwertung des SFr..
          Hohe Arbeitslosigkeit bedroht den Sozialstaat und damit auch die Renten. Die sind nämlich ein Zwillingspaar.
          Die AHV-Reform wäre wohl durchgegangen, ohne diese nach mir unglückseligen SNB-Politik.
          Die Ablehnung hat uns allen geschadet, auch den FDP und SVP-Wählern.
          Überhaupt sind in der Rentner-Klasse viele Menschen vertreten, die oftmals ein Urteil haben, dass ihren Interessen entgegentritt.
          Man staunt, was sie für ein Weltbild haben.

          • Anh Toàn sagt:

            „Hohe Arbeitslosigkeit bedroht den Sozialstaat und damit auch die Renten. Die sind nämlich ein Zwillingspaar.“ Mir schon klar, aber viele verstehen das nicht. Aber über die Grenze einkaufen und sich reich fühlen, verstehen die. Und bis Renten gekürzt werden ist nach denen. ^Die haben dafür hart gearbeitet und es sich verdient. Weniger Wirtschaft, weniger Arbeitnehmer, weniger Migranten, weniger Stau, freie Fahrt zum Shopping über die Grenze.

          • Anh Toàn sagt:

            Die Ablehnung der AHV Reform interpretiere ich ganz klar dahin, dass die bürgerliche deflationäre Sparpolitik breiten Rückhalt in der Bevölkerung geniesst.

            Lesen Sie die Kommentare im Politblog, wo der Artikel „Die Schweiz hat zuwenig Schulden“ mehrheitlich massive Proteste in den Kommentaren auslöste.

      • Anh Toàn sagt:

        Der Hildebrand hätte aber seinen Mindestkurs mit Negativzinsen unterstützen sollen, um das Spekulieren auf dessen Aufhebung, also die Spekulation gegen ihn, zu verteuern.

    • Rolf Zach sagt:

      Gegner dieser Argumentation können natürlich anführen, wie haben sogar einen Handelsbilanz-Überschuss seit einigen Jahren, etwas für die Schweiz eigentlich unübliches. Sowie so ist die Leistungsbilanz seit Jahrzehnten immer im Plus gewesen, nur 1980 war dies nicht der Fall.
      All dies sind quantitative Angaben! Sie zeigen zum Beispiel nicht, ob die breite Masse bei uns wirklich das Einkommen hat, um großzügig zu konsumieren.
      Sonst würde sie nicht derart über die Grenze in Deutschland einkaufen.
      Die führende Elite in Wirtschaft und Politik ist der Überzeugung mit dem Zurückdrängen des Sozialstaates sei es möglich, eine sehr gewinnträchtige Exportwirtschaft aufrechtzuerhalten. Die Zahlen im Artikel sprechen gegen diese Ansicht.

      • Marcel Senn sagt:

        Zach: Der Schnäppchenjägertrieb ist auch bei manchem Wohlhabenden mindestens so ausgeprägt wie der Sexualtrieb!
        .
        Es geht um das neuronale Belohnungssystem, das auch bei Reichen positiv anschlägt, wenn sie z.B. was günstiger in D kaufen können. Sonst kämen sie sich vor wie Deppen und das mögen die wenigsten Menschen, das ist demotivierend und führt zu Frustgefühlen. Geld spielt da gar keine so grosse Rolle, es geht um das Neurotransmitterfeuerwerk im Kleinhirn!

Kommentar

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