Die Schweiz und die Inflation

Luzern, 30. Januar 1974: Der deutsche Oppositionspolitiker Franz Josef Strauss (CSU) fordert im voll besetzten Kunstsaal harte Massnahmen gegen die Inflation. Foto: Keystone

Seit die Weltwirtschaft brummt, spricht man wieder von Inflation. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass es bald zu einer eigentlichen Inflationsphase kommen wird. Ein historischer Rückblick auf die Geschichte der Inflation in der Schweiz zeigt dies klar.

Die erste Inflationsperiode fand im Ersten Weltkrieg (1914–1918) statt. Ursache war die problematische Kriegsfinanzierung. Obwohl die Schweiz nicht militärisch in den Krieg involviert war, stiegen die Kosten für die Landesverteidigung stark an. Der Bund versuchte die steigenden Ausgaben durch neue ausserordentliche Steuern und Verschuldung am Kapitalmarkt in den Griff zu bekommen. Das gelang aber nicht vollständig. Je länger der Krieg dauerte, desto stärker griff der Bund auf die Notenpresse zurück – wie in anderen neutralen Kleinstaaten (Niederlande, Skandinavien).

Die folgende Grafik zeigt die Erhöhung des Notenumlaufs. 1917 und 1918 nahm er stark zu. Ab 1919, als der Krieg vorbei war, stabilisierte sich er sich wieder.

Die Nationalbank wehrte sich nur beschränkt gegen den Übergriff. Grund für die schwache Gegenwehr war der steigende Goldbestand, der ebenfalls in der Grafik abgebildet ist. Die SNB argumentierte, dass die Ausweitung des Notenumlaufs kein grosses Problem darstelle, solange das Papiergeld ausreichend durch Gold gedeckt sei. Man unterschätzte, dass trotzdem Inflation auftreten konnte.

Mehr als 20 Prozent Inflation

Die Inflationsrate stieg im Laufe des Kriegs immer schneller. 1917/18 erreichte sie mehr als 20 Prozent. Gleichzeitig wurden die Arbeiterlöhne nicht schnell genug erhöht, um die reale Kaufkraft zu sichern. Erst gegen Ende des Krieges und unmittelbar nach dem Krieg erreichten die Reallöhne wieder die Vorkriegshöhe. Der schnelle Rückgang der Inflation ab 1920 erleichterte die Anpassung.

Nur schon dieser kurze Rückblick auf die Weltkriegsinflation zeigt, dass heute ganz andere Verhältnisse herrschen. Die Geldmenge ist zwar in den letzten zehn Jahren stark ausgedehnt worden, aber nicht zur Finanzierung von Staatsausgaben, sondern zur Stabilisierung des Wechselkurses. Die überschüssige Liquidität ist entsprechend im Bankensystem blockiert. Das erzeugt keine Inflation.

San Jose (USA), 15. März 1974: Amerikaner stehen Schlange an einer Tankstelle, die Inflation steigt in den zweistelligen Prozentbereich. Foto: AP

Die zweite Inflationsperiode der Schweiz fand in den 70er-Jahren statt. Sie war das Ergebnis einer allzu expansiven Geldpolitik der USA, die über die fixen Wechselkurse (Bretton-Woods-System) weltweit inflationär wirkte. Die Schweiz koppelte sich zwar im Januar 1973 vom fixen Wechselkurssystem ab und liess den Franken aufwerten. Es dauerte allerdings einige Zeit, bis die Inflationserwartungen wieder auf normale Verhältnisse ausgerichtet waren.

Die Vollbremse von 1973

Die Grafik zeigt die Entwicklung schön auf, wie in der Endphase des Bretton-Woods-Systems der inflationäre Druck zunahm. Anfang der 70er-Jahre explodierte die Inflationsrate förmlich. Deutlich sichtbar ist auch die Vollbremse, welche die Schweizer Behörden nach 1973 nahmen. Die reale Wirtschaft schrumpfte 1975 um mehr als 7 Prozent.

Wiederum kann man aus dem kurzen Rückblick klar ersehen, dass wir uns heute in einer anderen Situation als damals befinden. Es existiert kein internationales Fixwechselkurssystem mehr, das die Schweiz zur Übernahme der Inflation zwingen würde. Die Untergrenze war nur temporär und hat nicht verhindert, dass sich der Schweizer Franken von 2010 bis 2015 stark aufwertete.

Es muss sich also vieles ändern, damit die Schweiz wieder mit hoher Inflation konfrontiert ist. Und selbst wenn die Szenarien der Vergangenheit wieder zurückkommen sollten, wird es Jahre dauern, bis eine ähnliche Situation eintritt. Es ist also zu früh, vor der grossen Inflation zu warnen.

34 Kommentare zu «Die Schweiz und die Inflation»

  • Schlauri sagt:

    Die wirkliche Inflation ist viel höher, vielleicht 5%. Die SNB berücksichtigt nur Konsum-, nicht aber Vermögensgüter, z. B. Immobilien. Das unterschlägt sie, weil die Inflationierung der Immobilien jährlich zu über 60 Mia. Umverteilung von unten nach oben führt (alle AHV-Renten nur 40 Mia). Zitate: Brunetti, früher SECO: „Die reichlich vorhandene Liquidität führt aber sehr wohl zu Inflation, aber eben bei den Preisen anderer Güter (gemeint Immobilien).“ B. Gehrig, früher Vize der SNB: „In der Literatur meint man mit Inflation gemeinhin den Anstieg des allgemeinen Preisniveaus. Von einer Beschränkung nur auf Konsumgüter ist so gut wie nirgendwo die Rede.” Grossinvestor M. Faber „Die Förderung der „asset price inflation“ ist das grösste Verbrechen, das eine Notenbank begehen kann.“

    • Linus Josef Anton Huber sagt:

      Sie erkennen den Puck. – Bravo

      • Monique Schweizer sagt:

        Schlauri: Eine Immobilie oder ein Kunstwerk ist aber über Jahrzehnte oder Jahrhunderte ein Asset, welches meist auch wieder verkäuflich ist, während die Karotte oder der volle Benzintank unwiederbringlich meist unmittelbar verkonsumiert wird.
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        Dass Inflation nur Konsumgüter meint ist eine Mär.
        Im CH Konsumgüterindex machen Wohnen (und Energie) sowie Gesundheitspflege rund 40% desselben aus.
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        Und den Immomarkt in der CH wird auch bald wieder der Markt regulieren, wenn der Leerwohungsbestand weiter ansteigt.
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        Wenn mein Haus einen höheren Markwert bekommt, dann ist das für mich eine Wertsteigerung und nicht Inflation, für einen Habenichts wärs dann vermutlich eher Inflation… je nach Perspektive und Besitzverhältnissen wird das vermutlich unterschiedlich ausgelegt!

        • Linus Josef Anton Huber sagt:

          Auch wenn Sie Geldentwertung als Wertsteigerung bezeichnen, handelt es sich unter dem Strich trotzdem um Inflation. Sie erklären gut, dass Inflation von „unten nach oben“ umverteilt.

        • Schlauri sagt:

          Sie bestätigen an ihrem Fall den Kern meiner Aussage. Am Ende treibt ein grosser Teil der geschaffenen Geldschwemme die Preise bestehender Immobilien und Aktien bereits bestehender Unternehmen hoch. Neues wird kaum geschaffen. Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer zahlreicher. Josef Stiglitz, Nobelpreisträger und früher Chefökonom der Weltbank sagt es klar: „Reiche bedienen sich nicht an einem gewachsenen Kuchen, sondern nehmen vom gleich grossen Kuchen ein grösseres Stück.“

          • Monique Schweizer sagt:

            Schlauri: Nur wenn ich mir den aktuellen „Schweinezyklus“ auf dem CH Immomarkt anschaue, dann funktioniert doch der ganz gut. Immer mehr leerstehende Immobilien – 65’000 an der Zahl und Tendenz immer noch stark steigend – irgendwann werden da Preiskorrekturen kommen.
            Einzig der Fakt dass Immobilien eben immobil sind wird die Preise regional ungleichmässig sinken lassen.
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            Dass der Kuchen immer gleich gross geblieben ist, würde ich mal in Frage stellen. Seit 2000 betrug das kumulierte Welt-BIP um die 1000 Billionen, davon rund 25% Capital Expenditures, zieht man davon rund 3% Abschreibungen pa ab, bleiben immer noch ein um 125 Bio grösserer Kuchen noch vor marktbedingten Wertsteigerungen (oder für Sie Asset-Inflation)
            Weltweite Non-Financial Private Assets 2000: 60 Bio 2017 150 Bio

          • Monique Schweizer sagt:

            Man kann natürlich nicht die ganzen Non-Financial Fixed Assets den Privaten zuordnen, da ein Teil davon von Staaten und Corps investiert wurde, die sich nicht in den Privatvermögen niederschlagen. Die Werte sind auch vor Schulden (bei Privaten vor allem Hyposchulden)
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            Auch ist ein Teil dieser Zunahme aus Wertsteigerungen entstanden, aber eben auch der Kuchen wurde grösser. Dass die Reichen sich davon überproportional grosse Kuchenstücke angeeignet haben, das bezweifelt auch niemand. Zudem gilt es auch die Bevölkerungs- und Privatschuldenzunahme zu berücksichtigen.
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            Aber wäre der Kuchen immer noch gleich gross wie 2000, dann hätten wir definitiv noch ein wesentlich grösseres Ungleichheitsproblem! Von dem her eine etwas gar populistische Aussage des Herrn Nobelpreisträgers!

  • Maximilian sagt:

    @Monique Schweizer: Ich empfehle Ihnen, das Buch „Minger – Bauer – Bundesrat“ zu lesen. Hoch interessant!

    • Monique Schweizer sagt:

      Maximilian: Lieber nicht, es langt mir schon was ich von dem weiss. Ein echt übler Bursche war das.
      Lebenslanger Subventionsjäger, die Arbeiter mit überhöhten Agrarpreisen abzocken damit man sie nachher mit den Minger Bürgerwehren zusammenprügeln konnte.
      Die Affinität für die Frontisten in den 30ern überrascht auch nicht, und auch nach seiner BR noch täglich gemäss Zeitgenossen „schmamlos“ für die Landwirtschaft lobbyiert hat, sagt alles.
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      So wie man sich halt den Gründervater der SVP resp BGB vorstellt. Alles was links ist aufs härteste bekämpfen, aber selber abzocken bis zum geht nicht mehr!
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      Ein echtes Ekel von Bundesrat!

  • Monique Schweizer sagt:

    „Als die USA als Hauptlieferant 1917 in den Krieg eintraten, schränkten sie die Getreideexporte stark ein. 1918 konnte die Schweiz nur noch ein Drittel der Vorkriegsmenge an Lebensmitteln einführen. Die Preise verdoppelten sich, die Reallöhne dagegen fielen um bis zu 30 Prozent. Darunter litten in erster Linie die Industriearbeiter, während die Bauern profitierten. Bei Kriegsende bezog ein Sechstel der Bevölkerung Notstandsunterstützung. In den grossen Städten war es jeder Vierte. Der Unmut über Kriegsgewinnler, Schieber, Wucherer und Spekulanten nahm stark zu.“
    Zudem gabs nur 80 Rappen Sold für die Soldaten und die Erwerbsersatzordnung wurde erst in WK II eingeführt – mit den paar Kröten konnte man keine Familie ernähren!
    Kein Wunder kams zum Generalstreik 1918!

    • Monique Schweizer sagt:

      Und „unser“ nationaler Fluch, der maledeite Dr. Blocher will im November 2018 die Armee unter General Wille und dem Faschisten Emil Sonderegger in Veranstaltungen noch ehren, die auf die hungernden unbewaffneten Arbeiterfamilien im Generalstreik 1918 schiessen liess!
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      Logisch „seinen“ Bauern, diesen Kriegsgewinnlern gings damals sehr gut mit der Lebensmittelknappheit, die konnten heuschen was sie wollten und somit auch schön die Inflation vorantreiben! Wer kein Geld mehr hatte, der musste halt auf der Wiese Gras fressen! Vielleicht darum isst BR Ueli Maurer heute als Hobby noch Gras und erkennt 40 Sorten allein am Geschmack. Ob seine Vorfahren damals wohl noch von den Aermsten selbst Geld für Gras geheuscht haben – verwundern täts mich nicht!

    • Jürg Brechbühl sagt:

      @Monique Schweizer
      Meine Grossmutter, ihre Eltern und ihre sechs Geschwister gehörten in der Stadt Bern zu diesen hungernden Arbeitern Ende erster Weltkrieg. Es gab für die neun Personen pro Tag einen Laib Brot. Dieser wurde am Morgen in Scheiben geschnitten. Jedes der Kinder bekam eine Scheibe Brot und musste damit durch den Tag kommen. Die Urgrossmutter schnitt in die Rinde von jeder Scheibe die Initialen des Kindes, damit sie einander nicht das Brot stehlen konnten. Diese Leute waren vor allem froh, vom Krieg verschont worden zu sein und zu überleben. Sie hatten ihren Arbeiterstolz und haben sich bewährt. Niemand von ihnen hat am Generalstreik mitgemacht. Niemand schoss auf diese hungernde Familie.

      • Jürg Brechbühl sagt:

        Wenn Sie die Geschichte um Robert Grimm als Aufrührer anschauen, so verfolgte er einen anderen Ansatz. Massenstreiks waren Anfang letzten Jahrhunderts wissenschaftlich erforscht und erprobt worden. Der Landesstreik wurde mit vernünftigen Argumenten begründet wie 48Stundenwoche, Frauenstimmrecht und AHV angelockt. Von Hunger redete niemand. Der Streik selber sollte zur Folge haben, dass die Versorgung in den Städten mit Alltagsgütern zusammenbrach. Die als Streikfolge entstehende Not sollte danach ausgenutzt werden, um die Streikmassen zur rasenden Wut hochzuschaukeln. Vorbedingung war, dass die Arbeiter ausschliesslich vom Streikkommittee mit „Information“ versorgt wurde und die Führung also den Wahrnehmungshorizont definiert und die Deutungshoheit innehatte. Damals gab es noch kein Internet. Heute würden in einem solchen Fall einfach die Informationen über twitter und facebook verbreitet, wo es gerade Brot oder Medikamente oder Wasser gibt und die Leute gehen dort hin und lassen die Streikführung links liegen. Das Thema des Generalstreiks war nicht der Hunger sondern politische Forderungen. Das Ziel war nicht die Bekämpfung des Hungers sondern die proletarische Revolution und eine kommunistische Schweiz.

        • Monique Schweizer sagt:

          Brechbühl: Und was war mit der unnötigen Milchpreiserhöhung damals als sich der Bauernverband auf Kosten der Arbeiter dumm und dämlich verdienen wollte?
          250’000 Arbeiter/Frauen und tw. Kinder gingen jetzt allwäg alle nur wegen irgendwelchen revolutionären Ideen auf die Strasse (ein Teil davon sicher), zudem unbewaffnet und friedlich!
          Schön für Sie wenn Sie so devote Vorfahren hatten, die sich mit Brotkrümeln abspeisen und sich alles gefallen liessen! Zum Glück waren nicht alle so, denn sonst hätten wir jetzt noch vermutlich nur marginal verbessere Zustände als damals!
          Grimm war ja auch kein Radikaler und hatte auch mit Lenins Ideen seine Mühe. Die Kommunisten haben sich dann ja 1921 mit Fritz Platten abgespalten, der dann in die UdSSR übersiedelte und ein Opfer Stalins wurde

          • Monique Schweizer sagt:

            Grimm war von 1920 bis 1955 Nationalrat.
            „Mit seiner Politik, die sich stets für eine sozialistische Alternative einsetzte, hat Grimm den Schweizer Sozialstaat massgeblich mitgeprägt. «Als grossartiger Redner», urteilt der Historiker Karl Lang, «verkörperte er in positivem Sinne den Volkstribun.» Vielleicht wurde er gerade darum nie in den Bundesrat gewählt.“
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            Vermutlich hat Blocher darum so Mühe die Leistungen von Robert Grimm für die Schweiz würdigend anzuerkennen, wäre er doch gerne der einzige „Volkstribun“ der Schweiz – das ist er unter anderem ja auch – allerdings meines Erachtens in einem sehr negativen Sinne!
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            Ich bin auf jeden Fall froh, haben wir keine 59 h Wochen mehr für ein Brot ohne Butter, keine Altersvorsorge und sonstige desolate Zustände von 1918!

          • Jürg Brechbühl sagt:

            @Monique Schweizer
            Sie haben meinen Einwurf nicht sorgfältig gelesen:
            A) Der Landesstreik wurde mit vernünftigen politischen Forderungen begründet: 48-Stunden-Woche, Frauenstimmrecht, AHV. Mit „Hunger“ oder Armut hatte das nichts zu tun.
            B) Was Grimm vornherum als Begründung vortrug war nicht dasselbe, was er hintenherum plante. Er wollte die Leute zuerst in Massen versammelt haben, um sie anschliessend nach seinen Belieben manipulieren und aufpeitschen zu können. Zu seinem grossen chagrin ist die Schweiz zu kleinräumig und die Städter waren zu sehr in ihren Quartieren verwurzelt, als dass man sie in solche Massen hätte vor sich hertreiben können.
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            Sie haben natürlich Recht, dass Robert Grimm in den Jahren danach den Marsch durch die Institutionen machte, sich als Füdlibürger und Beamter seinen Lebensunterhalt verdiente und schön brav sich anpasste.

          • Linus Josef Anton Huber sagt:

            Ihr blanker Hass gegen Blocher schwächt den Inhalt Ihrer Aussage. Natürlich geht es den Menschen heute aufgrund der technologischen Fortschritte und dem demokratischen System besser; aber dies wäre mit oder ohne Robert Grimm der Fall. Dieser Umstand schmälert seinen Beitrag nicht, aber relativiert Ihre Propaganda (59 h Woche). Dass Blocher mindestens aus seiner Sicht nicht zum Wohle der Schweiz politisiert, stellt ebenfalls eine fragwürdige Unterstellung dar.

          • Monique Schweizer sagt:

            Brechbühl: Nur mit Frauenstimmrecht, AHV und 48 Stundenwoche alleine hätte man nicht eine Viertelmillion Menschen auf die Strasse gebracht. Es war sehr wohl auch Armut und Hunger.
            Schade hatten wir das Frauenwahlrecht vor 1918 noch nicht.
            Die politische Landschaft der CH hätte wohl etwas anders ausgesehen, denn Frauen mögen es überhaupt nicht wenn ihre Kinder unterernährt sind oder gar wegen Mangelernährung sterben!
            Nichts destotrotz wurde die SP in den 30er Jahren dann die wählerstärkste Partei im NR, nur im Ständerat klappte es damals noch nicht so gut.
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            Mit einem Frauenwahlrecht hätte es vielleicht auch mit der AHV schon 1931 bei der „Lex Schulthess“ (FDP) Abstimmung schon geklappt eine AHV und IV einzuführen.

          • Monique Schweizer sagt:

            LJAH: Dass Blocher in seiner CH Geschichtsklitterung und Antilinkenpropaganda sich jetzt auch noch den Landesstreik 1918 unter den Nagel reissen will.
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            Das waren vernünftige Forderungen und sie sind alle ein paar Jahrzehnte später doch noch erkämpft und umgesetzt worden zum Wohle von praktisch allen von uns!
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            Dass die Verhälntnisse damals erbärmlich waren, stellt ja nicht mal Herr Brechbühl in Abrede!
            Es waren doch genau die von Ihnen heutzutage so verschmähten Eliten, die damals in Bundesbern das sagen hatten – schmierige Monopolisten, Wucherer, Kriegsgewinnler und Vetterliwirtschafter!
            Den Menschen ging es noch viel übler als den heutigen US-Foodstampempfängern, für die sich der Donald ja wieder was neckisch-bösartiges ausgedacht hat – es wird gefressen was der POTUS bestimmt!

          • Monique Schweizer sagt:

            LJAH: „Dass Blocher mindestens aus seiner Sicht nicht zum Wohle der Schweiz politisiert“
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            Sie meinten wohl eher zu seinem Vorteil und derjenige seiner Kampfgefährten und seiner Vorstellung von der Schweiz. Da ist ihm jedes Mittel recht und mit dem permanenten Schüren der Unzufriedenheit kann man tatsächlich eine Menge Wählerstimmen sammeln.
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            Dass er sich zum Alterhobby gemacht hat sich die CH Geschichte unter den Nagel zu reissen oder er zumindest andauern versucht, ist nochmals so ein Aergernis! Aber auch er wird eines Tages nur noch als Randnotiz auf dem Müllhaufen der Geschichte landen. Nur in Ems wird man sich Ende des Jh. noch an ihn erinnern!

          • Linus Josef Anton Huber sagt:

            Wo genau sage ich, dass das Leben nicht schwieriger war vor z.B. 100 Jahren?

            Die dauernde Unterstellung etwelcher böser Absichten Blochers wirkt langweilig. Wenn Ihnen seine Gesinnung nicht passt, dann müssen Sie sich ja nicht damit befassen. Es scheint Ihnen im linken Spektrum an markanten Persönlichkeiten zu mangeln, dass Sie sich dauernd mit Blocher beschäftigen müssen.

  • Thomas Hartl sagt:

    Betrachtet man den Immobilienmarkt, den Aktienmarkt oder den Kunstmarkt, dann hatten wir in den letzten Jahrzehnten durchaus eine recht hohe Inflation durch die Geldmengen, mit denen der Markt geflutet wurde. Beim Normalbürger kommt diese Inflation nur punktuell an, beispielsweise im Gesundheitswesen. Der Grund dafür dürfte einerseits an sinkenden Produktionskosten im Massengütermarkt liegen, teilweise durch die Ausbeutung von Arbeitskräften in Schwellenländern, und andererseits am fehlenden Druck hier, Gewinne an die Arbeitnehmer weiter zu geben.

    • Linus Josef Anton Huber sagt:

      @ Thomas

      Die Berechnung der Inflationsrate einzig anhand eines limitierten Warenkorbs an Konsumgütern ist tatsächlich ein höchst fragwürdige Angelegenheit. Die Idee, dass die schleichende Inflation oder Geldentwertung, welche in sämtlichen Währungsräumen vorherrscht, positive Auswirkungen auf die Wirtschaft ausüben soll, steht auf eher wackligen Beinen. Die negativen Konsequenzen z.B. in der Form von Blasenbildungen, steigenden Ungleichgewichten und einem schmarotzendem Finanzsektor werden auch nach den Lektionen in 2002 und 2008 weiterhin ignoriert.

      • Monique Schweizer sagt:

        LJAH: „schmarotzender Finanzsektor“
        für einmal bin ich ganz bei Ihnen…
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        Vor allem die beunruhigende quantitative Zunahme der unregulierten Schattenbanken wird uns in Zukunft vermutlich noch grössere Probleme bescheren.

  • Rolf Zach sagt:

    Unsere Inflation kommt aus dem Ausland. Unsere Volkswirtschaft reagiert empfindlich auf die weltwirtschaftlichen Veränderungen und damit wird auch die Nachfrage innerhalb der Schweizer Wirtschaft bestimmt. Eines muss man berücksichtigen, wir hatten noch nie eine so mit gewaltigen Reserven ausgestattete Zentralbank wie heute.
    Zwei Währungen sind zentral für die Schweizer Preisentwicklung, nämlich der $ und der €. Hier stellt sich eindeutig die Frage, wie verhält sich die EZB gegenüber dem $, wenn sich zum Beispiel ein $/€ Kurs von 1.50 entwickelt?
    Wenn die EZB dafür sorgt, dass der € genau so abschmiert wie der $ gegenüber dem CHF, kann sich schon eine Inflation bei uns ergeben und die SNB in ihrem Kampf gegen die CHF-Aufwertung nicht aufnimmt.

  • Rolf Zach sagt:

    Im Artikel nicht erwähnt, wird die Depression, die 1920/21 die USA und England heimsuchte und auch vor der Schweiz nicht halt machte. Es setze ein gewaltiger Preisrückgang ein, der natürlich die Preise für Vermögenswerte stärker betraf als die normalen Konsumenten-Preise. Diese Rezession entwickelte sich zu einer schweren Depression, aber im Gegensatz zu der nach 1929 war sie nach 1923 vorüber. Aber wir hatten damals das höchste Zinsniveau in der Schweiz und der Bund war gezwungen, eine 7 % $ Anleihe 1923 in den USA aufzunehmen. Übrigens die Käufer dieser Obligation wurden zurückgezahlt mit $/SFr. Kurs von 1923 und nicht den von 1935, d.h. die $ Abwertung 1933/34 wurde nicht berücksichtigt. Ein gutes Geschäft für die Gläubiger.

    • Linus Josef Anton Huber sagt:

      Sie weisen auf einen interessanten Aspekt hin, Rolf. Die damalige Depression wurde nicht mit staatlichen Massnahmen bekämpft (z.B. massiv tiefere Zinsen) und ging schnell zu Ende.

      • Monique Schweizer sagt:

        LJAH: Die Lieblingsdepression der Miseaner, nur wird da Wirtschaftsgeschichte idealisiert bis zum erbrechen:
        In his 2011 article based on recent research, Daniel Kuehn, a proponent of Keynesian economics, questions many of the assertions Woods makes about the 1920–21 recession.:
        The most substantial downsizing of government was attributable to the Wilson administration, & occurred well before the onset of the 1920–21 recession.
        The Harding administration raised revenues in 1921 by expanding the tax base considerably at the same time that IT LOWERED RATES!
        Woods underemphasizes the role the monetary stimulus played in reviving the depressed economy and that, since the 1920–21 recession was not characterized by a deficiency in aggregate demand, fiscal stimulus was unwarranted.

        • Monique Schweizer sagt:

          Zur Erinnerung Huber: WK I ging im November 1918 zu Ende, dass es bei der Umstellung von Kriegswirtschaft auf Normalbetrieb Komplikationen gibt dürfte normal sein.
          1946 nach WK II brach das US GDP auch kräftige -11.6% ein bei einer gleichzeitiger Inflationsrate von satten 18.1%.
          Nur die AL blieb dank des Employment Actes (huhuhu Huber ein pöhser staatlicher Eingriff) vom Feb. 1946 auf relativ tiefen 3.9%!

        • Linus Josef Anton Huber sagt:

          Was 100% sicher sein dürfte, ist der Umstand, dass die heutigen Zentralplaner angesichts der damaligen Depression hyperventilierende Zustände kriegten und mit unzähligen Massnahmen reagieren würden. Der gewaltige Preisrückgang, der natürlich die Preise für Vermögenswerte stärker betraf als die normalen Konsumenten-Preise, wäre aufgrund der hohen Verschuldung heute schwerlich zu meistern. Die zentralplanerischen Funktionen im Bereiche der Wirtschaft haben im 20. Jh. einen massiven Ausbau erlebt und uns in diese Sackgasse, in welcher Deflation das System gefährdet, geführt. Besten Dank.

          • Monique Schweizer sagt:

            Huber: Mit Donald und seinen voraussichtlich gigantischen Budgetdefiziten in den nächsten Jahren – notabene während einer Hochkonjunktur und Vollbeschäftigung — haben Sie einen neuen Zentralplanungsgrossmeister im 21. Jahrhundert!
            .
            Obwohl er eigentlich im Wahlkampf versprochen hat, er werde die US Schulden in 8 Jahren praktisch auf Null runterfahren…. aber in die Richtung hört man von ihm kaum mehr was!
            .
            Der wird vermutlich irgendwann den Sack der Sackgasse noch zumachen und dann könnts hässlich werden…

          • Linus Josef Anton Huber sagt:

            Regierungen egal ob mit oder ohne Trump haben im Laufe des letzten Jahrhunderts schrittweise eine viel zu dominierende Rolle übernommen und damit zugleich unterschiedliche privilegierte Klassen geschaffen, welche heute aus Angst ihre Pfründe zu verlieren, nicht mehr in der Lage sind, das System zu hinterfragen. Es handelt sich in der Konsequenz um ausgereizten Kollektivismus, welcher die Eigenverantwortung schwächt und die Jagd staatliche Privilegierung schärft. Die Grossunternehmen und Banken konnten aufgrund ihrer Finanzkraft und der damit verbundenen Möglichkeit des Lobbying sicherlich die meisten Vorteile/Privilegien eingefahren.

          • Monique Schweizer sagt:

            Nun Huber: Wann hat es denn schon jemals in der Menschheitsgeschichte KEINE priveligierten Klassen und Unterschichten gegeben.
            Das hat ja schon damals Karl Marx hinterfragt, aber die Experimente in jene Richtung haben auch nicht funktioniert.
            Genausowenig würde ein fast ausschliesslich libertärer Ansatz funktionieren.
            .
            Ja das ganze finanzielle Parallelsystem ist zu mächtig geworden und unterliegt einer Risikoasymmetrie – Gewinne werden eingesackt, Verluste sozialisiert.

Kommentar

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