Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

Zusammenarbeit setzt auch emotionale Verbindlichkeit voraus. Foto: Shutterstock

Nimmt man in Volkswirtschaftslehre einführende Werke zu wörtlich, entsteht ein ernüchternder Eindruck vom Denken der Ökonomen. Die Vorstellung des Menschen als «Homo oeconomicus», auf dem die grundlegenden Modelle aufbauen, ist die eines rationalen, nutzenmaximierenden Egoisten: also jemand, der stets kühl berechnend seinen eigenen Vorteil zu steigern sucht. Diese simplen eingehenden Modelle besagen dann auch, dass eine Wirtschaft gerade dank solchen Figuren am meisten prosperiert.

Zu einem «Homo oeconomicus» passen keine Emotionen, eine sinnvolle ökonomische Rolle spielen sie in diesem einfachen Modell nicht. Im Gegenteil: Sie sind im ökonomischen Sinn irrational, weil sie schon definitionsgemäss nicht rationalen, also berechnenden Überlegungen und Entscheiden entspringen. Emotionen wie Angst, Freude, Trauer, Wut, Eifersucht sind wir ausgeliefert, wir haben sie schlecht bis gar nicht unter Kontrolle, und wir können sie uns auch nicht einfach vornehmen. Sie beherrschen uns, und der Einfluss des Verstandes über sie ist beschränkt.

Zusammenarbeit braucht Vertrauen

Zu oft hat man das Modell des «Homo oeconomicus» schon politisch missbraucht und behauptet, so müssten Menschen gemäss Ökonomen sein. Das ist vollkommener Quatsch. Wie der Ökonom Robert Frank in seinem Buch «Passions with Reason» aus dem Jahr 1988 zeigt, spielen Emotionen eine eminent wichtige ökonomische Rolle, gerade weil sie nicht aus einer rationalen Berechnung resultieren.

Viele ökonomische (und andere) Beziehungen lassen sich nicht über einen Markt regeln, beziehungsweise über Preise. In vielen Arbeits-, Auftrags- oder Partnerschaftsverhältnissen ist es unmöglich, alle damit verbundenen Aufgaben beziehungsweise die Kriterien der Zusammenarbeit bis ins Detail vertraglich festzulegen, zu überwachen und sie mit einem Preis zu versehen. Es wäre mit zu viel Aufwand verbunden, und es fehlen oft schon die Kenntnisse, um die Leistungen und das Verhalten der Personen richtig einschätzen zu können. Kurz: Es braucht Vertrauen.

Effizient und kostengünstig

Ein «Homo oeconomicus», wie er im Lehrbuch steht, schafft kein Vertrauen. Mit einer Person, die jede Gelegenheit wahrnimmt, um auf meine Kosten einen Vorteil für sich herauszuschlagen, wenn ich als Partner oder als Arbeitgeber ihn nicht überwachen und bestrafen kann (etwa über tiefere Zahlungen), gehe ich lieber keine Art von Beziehung ein. Worauf aber kann Vertrauen basieren, wenn man sich nicht kennt und man eine ökonomische (oder andere) Bindung eingehen will?

Genau hier erfüllen Emotionen ihren Zweck, gerade weil sie die Menschen binden, ihnen sozusagen von innen heraus Grenzen setzen. Wenn man bei einem Gegenüber entsprechende Emotionen wahrnimmt, ist das ein wichtiges Signal, dass er oder sie in vielen Situationen kaum für ein kühles Berechnen des eigenen Nutzens in der Lage sein wird: Wenn ich annehmen kann, dass jemand aus emotionalen Gründen – zum Beispiel wegen sonst plagender Schuldgefühle – nicht zum Betrügen in der Lage ist, selbst wenn er oder sie daraus einen Vorteil hätte und der Betrug verborgen bliebe, dann macht das eine ökonomische oder andere Beziehungen erst möglich. Emotionen sind erheblich effizienter und kostengünstiger als jede externe Kontrolle.

28 Kommentare zu «Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser»

  • Jens sagt:

    Ehrlich gesagt, habe ich noch nie einen wirklich schlechten Text von Herrn Meier gelesen. Dieser hier ist leider eine Premiere.
    Abgesehen davon, daß der Homo Oeconomicus nur eine Modellierungshilfe darstellt-keine Aussage über eine Realtiät- stellt der Autor in klischeehafter Weise Kalkül den Emotionen gegenüber. Und verhebt sich total.
    Vertrauen in unseren westlichen Gesellschaften gründet eben nicht auf einer „emotionalen Unfähigkeit“ zum Beschiss-beschissen wurde immer-sondern in einem internalisierten Kalkül. Nämlich der berechtigten Erwartung einer Sanktion bei Fehlverhalten. Und diese Sanktionen werden ermöglicht und vermittelt durch gesellschaftliche Institutionen: u.A. Rechtssystem, Freie Presse, Demokratie und Wettbewerb.

  • Rolf Zach sagt:

    Der Ökonom beschreibt den «Homo oeconomicus» in unserem Gesellschaftssystem, aber wer sagt, dass dieses Gesellschaftssystem das optimalste aller Systeme ist. Die Grundsatzfrage ist immer die, fühlt sich die Machtelite in diesem System aufgehoben und wenn es eine komplexe Gesellschaft ist, hat sie die Unterstützung der Funktions-Eliten. War der Feudalismus im Mittelalter ökonomisch irrational und zum Sterben verdammt?
    Mehrere Jahrhunderte lang lebte die Macht-Elite ganz fröhlich in diesem System.
    Es gibt in jedem ökonomischen System nicht nur den Ertrag, sondern auch die Sicherheit.

    • Rolf Zach sagt:

      Adam Smith hat sein „Reichtum der Nationen“ auch geschrieben unter Eindruck einer Bildungsreise mit einem jungen schottischen Herzog nach
      Frankreich, wo er ein System antraf, dass ihn in vielem abstieß und auch faszinierte. Der französische Hochadel hatte aber keinerlei Lust diese System zu ändern, auch wenn Kriege dabei verloren gingen.
      Wir können uns auch fragen, sind unsere Herrscher der Riesenkonzerne auch wie der französische Hochadel, der seine Legitimität in der Vergangenheit holte. Die Vorteile des Kapitalismus fälschlicherweise für sich in Anspruch nehmen und nicht richtigerweise anderen Faktoren zuschreiben, wie z.B. in der Schweiz, einem in der Regel vorsichtigem Volk.

  • Monique Schweizer sagt:

    Einiges über 80% aller wirtschaftlichen Transaktionen sind keine Zug um Zug Geschäfte mehr, sondern sind auf Rechnung oder basierend auf Verträgen aller Art und da braucht es nun mal auch Vertrauen. Man kann sich zwar mittels Betreibungsregisterauszug, Ratingagenturen oder eigenen Recherchen bis hin zum Bauchgefühl etwas absichern, damit man nicht jedem Hallodrio gleich ins offene Messer läuft, aber auch da bleiben Restrisiken.
    .
    Problematisch wird es einfach in Hype-Phasen wie in den 20er Jahren, bei Dot.Com oder auch vor der Finanzkrise 2008, als selbst gestandenen deutschen Provinzbankern für ein paar wenige Zinsprozente mehr jedes kritische Denken abhanden gekommen ist.
    Finanzielle Scharlatene aller Art lieben die Gier-frisst-Hirn und blindlings Vertrauen Phasen.

    • Rolf Zach sagt:

      Also Hype Phasen gab es auch vor 1929.
      Eine vergnügliche Lektüre darüber ist das Buch von John Kenneth Galbraith „Money: Whence It Came, Where It Went“ und natürlich die Werke von Charles Kindleberger. Wir werden auch in Zukunft solche Phänomene haben, dass macht ja auch den Kapitalismus so spannend und so unterhaltend.
      Mit Trump und seiner republikanischen Mehrheit im Kongress, wird dieser früher geschehen, als wir alle erwarten dürfen. Dieser Kongress annulliert die Gesetzgebung für die Kontrolle des Kapitalismus.
      Goldene Zeiten für das Aufkommen neuer Scharlatane und China ist diese Phase sowie so fröhlich im Gange.

      • Monique Schweizer sagt:

        Zach: So ein Massenhype wie in den 20er Jahren gab es in dem Ausmasse nicht, weil diesmal eben auch die Telegraphen im ganzen Land mitspielten, massgeblich mitbeteiligt war der Urvater der PR/Marketing – der Sigmund Freud Neffe Edward Bernays, der mit PR Kampagnen breiten Mittelschichten den Aktienkauf an der Wall-Street schmackhaft machte und das taten die dann auch zu Millionen bis zum bitteren Ende im Oktober 1929.
        Das war schon einige Stufen verschärfter als die Tulpenzwiebelblase in Holland oder früheren Crashes, an dem ein eher limitierter Kreis dran teilnahm zumal die Kommunikationsmittel noch sehr langsam und eingeschränkt waren.

        https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_stock_market_crashes_and_bear_markets

        1929 war der erste echte Volks-Aktiencrash mit landesweiten Folgen

  • max meier sagt:

    Ekrlären Sie das mit dem Vertrauen mal einem Regulator. Die wollen alles bis in das letzte Detail regeln (ganz schlimm im MIFID 2 der EU). Das ist eine Monsterregulierung mit der die Regulatoren glauben alle Risiken für den Kunden auszuschliessen. Bei MIFID 2 spielt das Thema langjährige gute vertrauensvolle Beziehung absolut keine Rolle. Dies macht alles teuer und vor allem auch ineffizient. Am Schluss Vertrauen die Kunden auf die Berater und nicht auf MIFID 2. Niemand braucht MIFID 2 und doch steht es jetzt hier.

    • Rolf Zach sagt:

      Was Sie da schreiben, hält einer seriösen Kostenrechnung nicht stand. Die reinen Kosten sind gar nicht so groß, aber es vermiest einem das Geschäft, weil man den Kunden nicht mehr so leicht für das eigene Portemonnaie manipulieren kann, wie man es wünscht. Na, dann kämpfen Sie mal für möglichst keine Vorschriften und verdienen so gar nichts. Ich wusste gar nicht, dass ohne irgendwelche Vorschriften die Anlageberater nur Bettler sind.

  • Jonas Joel Himmel sagt:

    Emotionen sind und bleiben existeziell bei Menschen und anderen Lebewesen in jeder Situation. Vertrauen ist gut, aber nicht ohne Gegenseitigkeit. Alle machen auch stets Ihre Berechnungen und Kalkulationen die unter dem Strich aufgehen sollten. Im System Wettbewerb ist Vertrauen als non plus ultra fatal, denke ich. Emotionen und Vertrauen sind daher zwar hilfreich, aber nicht das alleinige Rezept für „Gerechtigkeit und Ethik“. Da scheitert der Kapitalismus konstant bis in alle Ewigkeit. Alternativen, kaum oder nicht mehr umsetzbar bzw. zu wenig Mut und Wille. Deregulierung als Beschleuniger wird als „genial“ von der Trompete bezeichnet.

  • Meier Peter sagt:

    Die fortschreitende Digitalisierung und Monetarisierung unseres Lebens einerseits und die Angst davor andererseits, scheinen die freie, demokratische und selbstdenkende Gesellschaft ohnehin zu bodigen.

  • Ralf Schrader sagt:

    Um Vertrauen zu schaffen, braucht es keine Emotionen. Für Politik auch nicht. Die Künstliche Intelligenz spätestens wird uns lehren, dass alle Beziehungen im öffentlichen Raum viel besser funktionieren, wenn es darin keine Emotionen gibt. Genas aus diesem Mangel der meisten Menschen, Emotionen zu haben, resultiert die grundsätzliche Überlegenheit von KI, was notwendig zum Posthumanismus führt.

    • Michael sagt:

      Alle Beziehungen funktionieren besser, wenn es keine Emotionen gibt ?? Nur Ja oder Nein und keine Zwischentöne ? Blödsinn. Ein Roboter fährt mit seinem Bus pünktlich aus jeder Haltestelle, ein Busfahrer jedoch würde noch kurz anhalten, um einen verspäteten Mitreisenden aufzunehmen. Ohne Emotionen soltte es uns besser gehen ? Mitnichten.

      • Ralf Schrader sagt:

        Ihr Beispiel hat nichts mit Emotionen zu tun. Ein entsprechend konditionierter Roboter kann/ würde genauso handeln.

      • Johannes sagt:

        Und derjenige, welcher rechtzeitig an der Haltestelle war, verpasst wegen dem Warten seinen Anschluss.
        P.S. ich freue mich auch wenn er wartet, aber die positive Emotion für den noch Zugestiegenen kann kurze Zeit später wieder durch die negative des den Anschluss verpassenden Fahrgastes sozusagen neutralisiert werden. Demgegenüber bleibt bei exakter Abfahrt die Emotion sozusagen direkt an Ort und Stelle.

    • Stefan W. sagt:

      @Ralf Schrader: Worin genau ist die KI überlegen, und anhand von was erkennen Sie diese Überlegenheit?

      Das grundlegende Problem Ihrer Argumentation ist: Menschen sind keine KIs. Es ist daher sinnlos, für menschliche Beziehungen Eigenschaften von KIs zu fordern. Menschen handeln nicht plötzlich emptionslos, nur weil Sie das für besser halten würden. genau diesen Fehler machen ja die Ökonomiegläubigen.

  • Dan sagt:

    Wieder mal ein Beweis, dass dies einer der besten Blogs zu wirtschaftlichen Themen ist, die es auf dem Web gibt. Kompliment.

  • Roland K. Moser sagt:

    Der Homo Oeconomicus ist lediglich eine Annahme für das volkswirtschaftliche Modell, in dem er mitmacht.
    Ohne Homo Oeconomicus, dessen Verhalten ja bekannt ist, sind die Modelle schlicht nicht machbar.
    Er ist also eine Erfindung, von der man weiss, dass es sie so nicht gibt, aber im Durchschnitt werden die Menschen in etwa so handeln.

    • Rolf Zach sagt:

      Wie heißt es im Evangelium von Matthäus „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht“. Der Homo Oeconomicus allein als rationale Gestalt in der menschlichen Gesellschaft ist eine Totgeburt. Es gibt ihn schlicht einfach nicht, denn auf ihn allein eine Kultur aufzubauen ist unmöglich. Er ist nur ein Aspekt der menschlichen Existenz, die äußerst komplex und widersprüchlich ist. Dies wusste schon der Vater der Nationalökonomie, Adam Smith.

  • Stefan W. sagt:

    Der Fehler ist nicht, dass dass naive Publikum wie ich denkt, die Ökonomie glaube an den real existierenden Homo Oeconomicus. Das Problem ist vielmehr, dass in den letzten Jahrzehnten eine Generation von Wirtschaftsführern und Politikern an die Schalthebel der Macht gekommen ist, die glaubt, die Ökonomie sei eine exakte Wissenschaft, der Homo Oeconomicus sei eine Realität, und das Gesellschaftssystem sei darum auf ihn auszurichten.

    Und dabei ist das Weglassen der Emotionen nicht der einzige Denkfehler. Viel schwerer wiegt meines Erachtens der Irrglaube, dass jeder Marktteilnehmer über vollständige (oder auch nur ausreichende) Informationen verfüge und darum objektiv korrekte Entscheidungen treffen könne.

    • Hans Hödli sagt:

      Ökonomie ist keine Wissenschaft sondern eine Religion, es geht um vorgefasste Dogmen die mit pseudomathematischen Modellen legitimiert werden um das Herrschafts- und Ausbeutungssystem zu optimieren. Deshalb werden alle Energien darauf gesetzt abstrakte Theorien auf diese vorgefassten Dogmen auszurichten.
      Damit soll ausgeblendet werden, dass es in der Ökonomie am Ende des Tages immer nur um die Verteilung geht, denn daran geht dummerweise kein Weg vorbei, was aber nicht sein darf.

      • Stefan W. sagt:

        Oekonomie ist durchaus eine Wissenschaft. Bloss eben keine exakte Wissenschaft. Sie ist eher mit der Soziologie oder Psychologie verwandt, als mit der Mathematik oder Physik. Es wäre schon viel gewonnen, wenn die Politik das auch so sehen würde…

    • Rolf Zach sagt:

      Der heutige Neo-Liberalismus ist der Gottesdienst der Machteliten. Wie früher die Kirche genau wusste, welcher Gläubiger in den Himmel kommt und welcher nicht, palavern uns diese Neo-Liberalen vor, dass es gut ist zu ihren Gunsten Opfer zu bringen, denn sie wissen genau, was uns für unser Fortkommen gut ist, auch wenn wir dabei verlieren. Herbert Spencer war ja vor 150 Jahren der Philosoph dieser Leute, er ist wieder ganz aktuell „Survival of the fittest“. Nein, sie verdienen 50 Mio. im Jahr wegen Leistung, das Wörtlein Macht ist hier nicht angebracht. Die Hälfte der seriösen Wirtschaftspresse buhlt sich in diesem stinkenden Sumpf und sagt allen Leuten, sie sollen darin baden.

  • Anh Toàn sagt:

    „Worauf aber kann Vertrauen basieren, wenn man sich nicht kennt und man eine ökonomische (oder andere) Bindung eingehen will?“

    Vertrauen schafft man mit Transparenz: Hier in Vietnam hat Uber (es gibt eine lokale Variante Grab (bike)), welche das Business der Motorradtaxis inner 2-3 Jahren komplett veränderte, weil der Fahrer bekannt ist und bewertet wird. Vorher warteten an jeder Ecke Mopedtaxis auf Kundschaft, teilweise mit Motorrädern in schlimmen Zustand, die Kunden – auch Einheimische – ständig übervorteilend, usw.usw.. Die gibt es praktisch nicht mehr. Aber nicht, weil das Grün, welches die Grab Fahrer tragen, Vertrauen generiert.

    • Anh Toàn sagt:

      „Ein «Homo oeconomicus», wie er im Lehrbuch steht, schafft kein Vertrauen. Mit einer Person, die jede Gelegenheit wahrnimmt, um auf meine Kosten einen Vorteil für sich herauszuschlagen, wenn ich als Partner oder als Arbeitgeber ihn nicht überwachen und bestrafen kann (etwa über tiefere Zahlungen), gehe ich lieber keine Art von Beziehung ein.“

      Geht es da nicht eher um die Abgrenzung zwischen einmaligen Geschäften (den Bustouristen aus Japan Mineralwasser für 3USD in Vietnam verkaufen) und formellen Dauerschuldverhältnissen wie Arbeitsvertrag oder materiell ähnlichen „Dauerbeziehungen“ wie zum Bäcker zum Beispiel, bei dem täglich Brot gekauft wird? Da fällt das Vertrauen auch nicht vom Himmel, sondern beruht auf den Erfahrungen der Vergangenheit.

      • Monique Schweizer sagt:

        Anh: Und haben Sie beim Bäcker mal in die Backstube geschaut? Sind Sie sicher, dass sich dort keine Ratten oder anderes Ungeziefer eingeschlichen haben und den Teig mit Kot verunreinigen – sowas soll ja öfter vorkommen als man denkt.
        Oder die berühmtberüchtigten Grüselbeizen, von denen es ja auch nicht wenige haben soll selbst in Heidiland. Ohne Kontrollen der Lebensmittelinspekteure würde es vermutlich noch viel übler sein und selbst bei solchen Kontrollen wissen Sie nicht wo der Koch vorher überall seine Finger drin und dran hatte….

        • Anh Toàn sagt:

          Was ich ausdrücken wollte: Vertrauen raucht es, wenn man nicht wissen kann, nicht kontrollieren, aber auch dann basiert das Vertrauen auf etwas: Ist das Speiselokal gepflegt, ist es die Küche vielleicht auch, wurden die Versprechen in der Vergangenheit erfüllt, vertrauen wir darauf, dass dies auch in der Zukunft so sein wird.
          Auf „I speak true, man, I don’t want your money“ fallen echt nur Dumme rein.

          • Anh Toàn sagt:

            Als ich das erste Mal in Vietnam war, als Tourist mit meiner deutschen Ex, gingen wir mit einem frei schaffenden „Führer“ in seinen Ort 20 Kilometer von den Touristenströmen weg, um uns einen Tag land das „ganz normale Leben“ in Vietnam anzusehen, mit Essen bei ihm zu Hause. Wir haben ihm getraut, weil er ein Heft dabei hatte, mit Empfehlungen, Berichten seiner bisherigen Kunden. Klar kann man auch sowas fälschen, ist aber nicht einfach, wenn man dies kritisch prüft. Es könnte auch echt sein, aber einer anderen Person gehörend, gestohlen z.B.: Aber wenn dieses „CV“ als Touristenführer passt zur Person (Bildung, Sprachkenntnisse, Kleidung, Fahrzeug) rechtfertigt sich, ihm zu vertrauen, obwohl man nicht sicher weiss, ob man nicht beabsichtigtes Opfer eines Raubes z.B. sein soll.

          • Monique Schweizer sagt:

            Anh: Aber eben Sie haben mal sein Heft geprüft und dies als echt empfunden. Also nicht nur einfach vertraut, sondern auch eine Kontrolle vorgenommen. Logisch ist das auch keine 100% Garantie, aber es vermindert das Risiko.
            Ossi Grübel war ja auch mal bei Bernie Madoff und wollte es dann etwas genauer wissen wie das geht mit der wundersamen Geldvermehrung, aber der Bernie konnte ihn nicht mit den gewünschten Infos befriedigen und so hat der Ossi von Investments abgesehen.
            Der Trick bei Bernie war ja, dass man nur auf Empfehlung bei ihm investieren konnte und so waren die meisten seiner Kunden unprüfend und völlig unkritisch zufrieden, dass sie dem ihr Geld bringen durften. Das ist dann schon die hohe Schule des Betrugs, aber auch Bernie bekam dann seine 150 Jahre Edelknast…

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