Eine Apokalypse unter blauem Himmel

Ketten wie Radio Shack, Sports Authority und Toys R Us haben Gläubigerschutz beantragt: Parkplatz vor einer Toys-R-Us-Filiale in Elizabeth, New Jersey. Foto: Julio Cortez (Keystone)

Die amerikanische Wirtschaft brummt. Die letzte Rezession liegt acht Jahre zurück, und gegenwärtig expandiert das Bruttoinlandprodukt (BIP) mit einer Rate von gut 2 Prozent pro Jahr. Die Konsumenten sind in guter Stimmung.

Das sollte eigentlich gute Geschäfte für die Detailhändler in den USA bedeuten. Doch das Gegenteil ist der Fall: Im US-Retailsektor findet ein Massensterben statt, eine Apokalypse unter blauem Himmel. Was ist da los?

Hier zunächst das grosse Bild. Die jährlichen realen Wachstumsraten auf Quartalsbasis des US-BIP seit der Finanzkrise (Quelle: St. Louis Fed):

Und hier der von der Universität Michigan erhobene Consumer Sentiment Index (Konsumentenstimmung), ebenfalls seit der Finanzkrise (Quelle: St. Louis Fed)

Wie eingangs erwähnt: Das sollte eigentlich ein paradiesisches Umfeld für den Detailhandel sein, denn der Konsum macht in den USA mehr als zwei Drittel der Wirtschaft aus.

Zwei Zahlen verdeutlichen aber, dass die Realität im Detailhandel anders aussieht: 6800 und 3000.

Die erste Zahl, 6800, ist gemäss einer hervorragenden Analyse der Kolleginnen und Kollegen von Bloomberg die Anzahl der Detailhandelsgeschäfte, die in den ersten neun Monaten dieses Jahres dichtgemacht haben. Nur 3000 neue Geschäfte wurden im gleichen Zeitraum eröffnet, ein Nettoverlust also von 3800 Geschäften.

Hier eine Grafik, die die kumulierte Anzahl der neu eröffneten (schwarz) und geschlossenen (rot, in tausend) Geschäfte in den USA seit 2013 zeigt (Quelle: Bloomberg):

Es ist deutlich zu erkennen, wie sich die Schere im Verlauf der vergangenen drei Jahre geöffnet hat und deutlich mehr Geschäfte geschlossen als eröffnet wurden. Was steckt dahinter?

Hoch verschuldete Handelsketten

Zum einen Teil ist es sicherlich der Amazon-Effekt: Die Konsumenten kaufen immer mehr online ein und können sich den Trip zur Shopping Mall sparen. Doch gemäss den Analysten von Bloomberg ist noch eine zweite Kraft am Werk: Die Detailhandelsketten in den USA sind hoch verschuldet; sie waren in den Jahren vor und nach der Finanzkrise ein beliebtes Ziel von sogenannten Leveraged Buyouts. Das sind Unternehmensübernahmen, in denen der Käufer den Kaufpreis mit Schulden finanziert und diese nach der Übernahme sogleich der Bilanz des Kaufobjektes aufbürdet.

Nun bekunden immer mehr Detailhändler in den USA Mühe, ihre fällig werdenden Schulden zu refinanzieren. Die Kreditgeber am Markt für sogenannte Junk Bonds (Ramschanleihen) sind angesichts rückläufiger Geschäftszahlen und des Amazon-Effekts nicht mehr bereit, fällig werdende Anleihen zu ersetzen.

Das führt zu schlagzeilenträchtigen Bankrotten: Ketten wie Radio Shack, Sports Authority und Toys R Us haben in den letzten Monaten Gläubigerschutz beantragt. Die traditionsreiche Kaufhauskette Sears steht schon seit Jahren an der Schwelle zum Konkurs.

Dieser Trend könnte sich in den kommenden Jahren noch beschleunigen, wenn die US-Notenbank die Zinsen weiter erhöht.

Über neun Millionen Arbeitnehmer

Das hat Konsequenzen, besonders für die unteren Einkommensschichten in den USA: Rund acht Millionen Menschen arbeiten gemäss Bloomberg als Verkäuferinnen und Verkäufer in US-Detailhandelsgeschäften. Ihr jährliches Durchschnittseinkommen beträgt 21’500 Dollar.

Diese Jobs sind gefährdet, ebenso die 1,2 Millionen Supervisor-Stellen der Filialleiter, die im Durchschnitt 42’000 Dollar pro Jahr verdienen.

Ein genauerer Blick auf die US-Landkarte zeigt zudem Konzentrationsrisiken (Quelle: Bloomberg):

In zahlreichen Regionen (Counties) hängen zum Teil mehr als 25 Prozent aller Arbeitsstellen am Retail-Sektor (rote Flächen).

Es muss also damit gerechnet werden, dass die Zahl der Einwohner in den USA steigen wird, die kaum mehr genügend bezahlte Arbeit finden, die sich von ihren politischen Eliten im Stich gelassen fühlen und damit in ihrem Wahlverhalten «extremistischer» werden.

Black Friday: Schnäppchenjäger stehen Schlange vor einem Detailhändler in York, Pennsylvania. Foto: Jason Plotkin (York Daily Record, Keystone)

71 Kommentare zu «Eine Apokalypse unter blauem Himmel»

  • Alain Surlemur sagt:

    Könnte es nicht einfach so sein dass viele Konsumenten „maxed out“ sind, also ihren möglichen Kreditrahmen voll ausgeschöpft haben. Seien es Kreditkarten
    https://www.contra-magazin.com/wp-content/uploads/2017/09/Kreditkartenschulden-USA.jpg oder Autokredite https://fred.stlouisfed.org/series/MVLOAS
    Dass das Eigenheim nicht mehr als Bankomat für Konsumausgaben taugt war der Konsumentenstimmung sicher auch nicht zuträglich. Und etliche ehemalige „Hausbesitzer“ mussten sich auf dem Mietwohnungsmarkt umsehen ( bei steigenden Mieten, nota bene). Auch das schränkt das Familienbudget weiter ein. Vieleicht ist auch einigen Babyboomern klar geworden sein dass ihre Pensionsplanung auf sehr wackligen Füssen steht…

    Die Amerikaner sind ewige Optimisten und um so negative Dinge wie Schulden kümmern sie sich später, viiiieeeeln später. DIeses „später“ ist jetzt für viele ins Blickfeld geraten…

    nur so meine zwei Pennies

    • Monique sagt:

      Interessanterweise ist die US-Savings Rate mit akt. 3.1% wieder so tief wie sie 2007 vor der Krise war. In der ganzen Zwischenperiode der Krise lag sie wesentlich höher, vermutlich weil die Leute vorsichtiger mit dem Geld umgegangen sind.

      https://tradingeconomics.com/united-states/personal-savings

      Eigentlich müsste Retail etc. boomen oder viele US Konsumenten sind wirklich „maxed out“ und wenn dann noch mehr Zinserhöhungen dazukommen – guet Nacht denn am Sächsi!

      • Alain Surlemur sagt:

        @Monique

        Der Begriff „savings rate“ ist irreführend. Auch das Abzahlen von Schulden, nicht nur das Bilden von Ersparnissen, wird da verbucht.

        • Monique sagt:

          Surlemur: Sind Sie sicher? Die FED definiert das meines Erachtens doch etwas anders:
          „The savings rate is the ratio of personal savings to disposable personal income and can be calculated for an economy as a whole or at the personal level. The Federal Reserve defines disposable income as all sources of income minus the tax you pay on that income. Your savings is disposable income minus expenditures, such as credit card payments and utility bills. Using this approach, if you have has $30,000 left over after taxes (disposable income) and spend $24,000 in expenditures, then your savings are $6,000. Dividing savings by your disposable income yields a savings rate of 20% ($6,000 / $30,000 x 100).“

  • Jan Svoboda sagt:

    na ja, dass der Detailhandel in den USA im freien Fall ist habe ich hier schon vor Monaten geschrieben, und nein es ist nicht wegen Onlinehandel, der liegt nach wie vor unter 10%. Laut Fed St.Louis waren es im 3. Quartal cca. 115 Milliarden $. Das Märli über das angebliches BIP Wachstum der USA aber auch in Europa ist nämlich reine Statistikakrobatik und beruht zu fast 90% auf Verteuerung der Energie. Ex Energie ist nämlich das US BIP von 2.7 % in 2014 auf cca 1% in 2017 gesunken. Nimmt man dazu das jahrelange Frisieren der Berechnungsmethoden für BIP und CPI, haben die Amis mindestens 25 Jahre kein positives Realwachstum gehabt.

    • Remo Kneubühler sagt:

      @Svoboda, danke für diese Sicht! Normalerweise lesen wir in den Mainstream Medien nur die offiziellen Statistiken. Jedoch liefert Hr. Dittli und auch Herr Diem immer sehr gut recherchierte Artikel (mit Abstand die besten Artikel im sonst eher unterdurchschnittlichen Tagi).

      • Jan Svoboda sagt:

        na ja,zu sagen dass die US Wirtschaft brummt klingt nicht gerade nach guter Recherche. Der Abstand zwischen dem Einkommen und den Lebenshaltungskosten hat sich rapide vergrössert und wurde mit Mühe auf Pump gedeckt, die Saving Rate ist seit 2012 um 70% gesunken. Die Autoindustrie produziert auf Halde und die Exportpreise sinken. Summa summarum die Rezession ist da und ohne die Statistikschwindel sowieso schon seit Jahren. Allein die Anpassung der Berechnungsmethoden für BIP 2014 hat in einem Tag ein BIP Plus von 3 % gebracht, so einfach ist es.

    • Monique Schweizer sagt:

      Svobada: Ueber die GDP Berechnung kann man streiten, aber Ihre Erklärung dass das US GDP von 2014 bis heute wegen der Verteuerung der Energypreise gesunken sei, ist doch wieder mal eine typische Svoboda Habakuk Erklärung und ziemlicher Schwachsinn!
      Schauen Sie mal die Oel, Gas, Diesel, Benzin, Elektrizitätspreise von 2014 an und dann die von heute – 2017 sind die immer noch günstiger oder gleich wie 2014 – ergo ist Ihre Erklärung für die USA Unsinn.

      https://ycharts.com/indicators/gas_price
      https://ycharts.com/indicators/us_diesel_price
      https://ycharts.com/indicators/brent_crude_oil_spot_price

      • Jan Svoboda sagt:

        @Schweizer
        offensichtlich haben Sie neue Brille nötig, ich habe nicht geschrieben dass BIP sei wegen Verteuerung der Energie gesunken, sondern EX (exclusive) Energie, ein „kleiner“ Unterschied wo natürlich auf Ihrem oekonomischem Sandhaufen keine Rolle spielt. Die Berechnug hat übrigens die Analyseabteilung der UBS gemacht. Ist aber irrelevant, weil es sowieso auf fiktiven Zahlen beruht, die seit Jahrzehnten zurechtgebogen werden.Wenn man weiss wie die Gewinne der US Konzerne zustande kommen, braucht man nicht weiter zu suchen. Obwohl sie jahrelang sinken, werden sie mit Hilfe der Aktienrückkäufe auf Pump optisch aufgemöbelt. Und wenn man weiss wie die US Banken ihre Portfolios in Bilanzen bewerten, ist die Lachparade vollkommen..

        • Monique Schweizer sagt:

          Svoboda: Haben Sie einen Link zu dieser UBS Ex Energy Studie, damit ich auf meinem „ökonomischen Sandhaufen“ etwas damit spielen kann?
          2014 war das US-GDP Wachstum 2.4% – Ex Energy soll es gemäss Ihnen resp. UBS 2.7% gewesen sein und jetzt noch 1% — da wüsste ich doch gerne noch etwas mehr darüber.
          Dass die US Saving Rate ziemlich eingebrochen ist stimmt, liegt vermutlich an den höheren Zinsen für Mortgages — die frisst den Amis die Ersparnisse weg – wenn dann noch ein paar Zinserhöhungen kommen, dann kann die auch mal negativ werden und dann geht’s echt an die Substanz – Donald hin oder her – ob da die Steuererleichtungen langen, zumal die eh zum Grossteil die mit den eh schon grossen Ersparnissen erleichtern dürfte

        • Monique Schweizer sagt:

          Svoboda: Habs gefunden – allerdings ist die Bezeichnung ex-Engergy in der Graphik etwas irreführend, denn es ist gemäss der Beschreibung viel mehr ein Ex-Inventories (von Erdgas, Erdöl etc).
          Es wurde in den letzten gut 1.5-2 Jahren infolge der Tiefen Energiepreise wirklich überdurchsschnittlich viel für die Energielageraufstockung produziert.
          http://www.zerohedge.com/news/2017-11-13/ubs-makes-striking-discovery-ex-energy-us-gdp-growth-slowest-2010

          Gruss vom Sandkasten

          • Jan Svoboda sagt:

            @Schweizer
            habe zwar anderen Link gehabt, ist aber inzwischen nicht mehr aktiv. Aber wie gesagt, ist irrelevant, wenn die BIP und CPI Berechnungen frisiert werden, ebenso wie die Portfolio- Bewertungen und Firmengewinne, sind auch solche Charts für die Katz, die einzige Frage ist, wie lange können die Zentralbanken so viele Seifenblasen in der Luft halten bis es kracht und die einzige Gewissheit, je länger sie es halten um so mehr wird es dann krachen.
            Viel Spass im Sandkasten
            Gruss Jan

          • Monique Schweizer sagt:

            Jan: Wenn das US Wachstum wirklich so schwach ist ohne Energiesektor, dann werden Trumps Steuersenkungspläne (falls die im Senat auch angenommen werden) der Jahrhundertrohrkrepierer für die USA, denn die funktionieren allerhöchstens mit mindestens 2.5 oder mehr % realem Wachstum und nicht mal dann garantiert. Und wenn die FED jetzt die Bilanz noch verkleinern will durch das Auslaufen der Treasuries, dann fragt es sich einfach wer in Zukunft die US Schulden noch kauft – dafür müssten die Zinsen höher sein und dies wiederum wird die Sparquote noch tiefer drücken.
            Die vier grossen ZB (FED, BOJ, EZB & PBOC) sind mittlerweile bei 19.6 Bio $ Bilanzsumme, kann mir aber auch gut vorstellen, dass die die noch auf 40-50 Bio $ aufblasen könnten und auch würden im nächsten grossen Krisenfall.

          • Jan Svoboda sagt:

            @Monique
            langsam sollte es klar sein, dass es überhaupt keine Rolle spielt, wer im WH regiert, weder Kongress noch die Regierung kann es nicht verhindern, dass die Blase platzt. Klar werden es die ZB versuchen ihre Bilanz auszuweiten aber die Zeitabstände zwischen den Krisen werden immer kürzer und die Blase immer grösser.In Japan sieht man dass es keine Wirkung hat, BoJ gehört bald die Hälfte von Japan, gelöst ist überhaupt nichts, im Gegenteil die Probleme wachsen. Wenn die EZB alle deutsche Bonds kauft hört der Kreditmarkt auf zu existieren, wie M.Krall unten in Ihrem Link richtig schreibt es wird mit einem Defltionskollaps enden. Man kan nur raten wer die Lavine lostritt, China, Japan, USA oder die Eurozone.

          • Monique Schweizer sagt:

            Jan: Mitte 1931 erreichte der Dow Jones seinen Tiefpunkt mit noch 41 Punkten von vormals rund 380 Punkten im Oktober 1929, gleichzeitig verknappte die FED die Geldmenge massivst (damals noch unter dem Goldstanard) und der Rest ist Wirtschaftsgeschichte.
            Würden heute die Börsenblasen ähnlich platzen, dazu allenfalls noch die Bondblase infolge Zahlungsschwierigkeiten einzelner Staaten, dann wird es wirklich spannend, vor allem weil der Konsum einbrechen würde, weil viele nicht mehr gleich vermögend wären.
            Könnte mir vorstellen, dass die Zentralbanken die heutige Politik einfach in einer verschärften Version weiterziehen würden d.h. noch mehr Bondkäufe und Negativzinsen diesmal aber im Bereich 3-6%, so dass man fast gezwungen wäre in etwas zu investieren.

          • Monique Schweizer sagt:

            ff: Japan wurstelt sich jetzt schon 27 Jahre so durch, gut die haben immer noch die grösste NIIP der Welt ( ein Assetüberschuss im Ausland), die USA die tiefste.
            Japan ist nicht in FX verschuldet sondern vor allem bei den eigenen Landsleuten. (wie Italien übrigens auch).
            Fragt sich einfach wie lange die Zentralbanken dann sowas durchziehen können oder wirklich mal ein neues Wirtschafts- und Gesellschaftssystem (damit meine ich jetzt nicht Sozialismus). und definitiven Schuldenschnitten (ohne irgendwelche Hedge-Funds-Schuldenschnäppchenjäger) kommt.
            Kann natürlich auch sein, dass es zu Kriegen kommt, Nazideutschland hatte 1939 auch eine sehr aufgeblasene ZB-Bilanz & „mussten“ (resp. wollten) auf Raubzug gehen um finanziell zu überleben. Das wäre auch ein (negativer) Lösungsansatz…

          • Jan Svoboda sagt:

            @Monique
            1929 war es längst kein Goldstandard mehr, der kann nur funktionieren wenn die Zinsen vom Markt ermittelt werden, das war seit 1913 nicht mehr der Fall. Ausserdem kann es auch nicht mit einem von Bürokraten fixierten Preis funktionieren, damals 20.67 $ die Unze.

          • Monique Schweizer sagt:

            Sicher gab es 1929 in den USA noch den Goldstandard – der galt bis 1933!
            Und logisch muss der Goldstandart Preis fixiert sein. Ein Edelmetall, dessen Wert SCHWANKEND in PAPIERGELD gemessen wird, ist doch ein absoluter Witz, sonst setzt man einfach den Preis rauf, wenn man mehr Papiergeld braucht.
            Nachher gabs ja dann ein Goldhalteverbot zu 35 $/Unze das sich praktisch unverändert bis 1974 hielt!
            http://www.goldseiten.de/wissen/goldstandard/geschichte/goldverbot.php

          • Linus Huber sagt:

            Die Fähigkeit kritikloser Akzeptanz solcher Verhältnisse, welche nicht aus dem Nichts entstanden, sondern das Resultat einer ökonomischen Doktrin und Geldpolitik, welche von sich als verantwortlich bezeichnenden Entscheidungsträgern gutgeheissen und vertreten wurde, ist bewundernswert.

          • Jan Svoboda sagt:

            @Monique
            dass man es damals Goldstandard nannte heisst noch lange nicht, dass es auch Goldstandard war. Genausowenig wie eine willkürliche Festsetzung der Zinsen unter fiat money funktioniert auch der Goldstandard mit einer willkürlichen Fixirung des Goldpreises und Zinses nicht. kein Oekonom der Welt hat zur gegebenen Zeit eine Ahnung wie hoch die Geldmenge, Zins oder Goldpreis soll sein, es gibt zu viele Variablen die man nicht abschätzen kann,das ist auch der Grund warum die Zentralbanken so jämmerliche Trefferquote haben und laufend versagen und warum man sie abschaffen sollte.

          • Monique Schweizer sagt:

            Jan: Die Geldmenge(n) kann man nach verschiedenen Kriterien entweder zum BIP den Total National Assets, der Geldumlaufgeschwindigkeit oder auch der Gesamtverschuldung ins Ratio setzen. (Gut beim US-$ als Leitwährung etwas schwieriger, da der weltweit verbreitet ist).
            Der Goldpreis ist ein Marktpreis – Angebot und Nachfrage.
            Und bei den Zinsen wissen die Oekonomen zumindest, dass zu starke Zinserhöhungen vermutlich zu Staats- und Privatbankrotten führen würden.
            Man kann Volkswirtschaften nun mal nur nach dem Try and Error Prinzip einigermassen guidelinen, da es sich um nonlineare dynamische System handelt.
            Ob eine Abschaffung der ZB das Problem echt lösen würde, bezweifle ich jetzt mal, denn irgendjemand müsste den Geldbereitstellungs-Job dann anstelle machen.

          • Monique Schweizer sagt:

            Huber: Sie können von mir aus schon kritisieren bis Sie Magengeschwüre bekommen, ändern wird sich dadurch rein nichts. Und wenn Sie keine konkreten Veränderungsvorschläge der aktuellen Situation haben, dann deformiert sich Ihre Kritik in die reine Bedeutungslosigkeit.
            .
            Finden Sie sich damit ab Pfarrer Huber, wir leben nun mal in der besten aller möglichen Welten, wie schon der gute alte Leibnitz meinte!

  • Ronnie König sagt:

    Offenbar trifft es vor allem in jenen Landstrichen die Menschen die wohl Trump gewählt haben. Was macht er wirklich gross? Das zukünftige Heer der Arbeitslosen und wie werden die finanziert? Steuersenkung ist angesagt, das Militärbudget erhöht worden, Pipelines gehen kaputt und noch nicht alt, die Industrie macht kein Stich, ausser sie ist durchroboteriisert. Was dort geschieht kommt auch zu uns. Der neoliberale Kapitalismus, oft eben auf Schulden gebaut (man denke ans Vollgeld) ist hat also weiche Knie und kein guter Stand. Da fragt man sich nun schon, was kommt da alles noch auf uns zu und die Wirtschaft ist immer mehr Selbstzweck, die soziale Verantwortung längst über Bord gekippt. Und alles vor allem von rechts gefördert. Das wird nicht gut enden. Das führt zu Kriegen und Elend.

    • Jan Svoboda sagt:

      Unsinn, das Sterben vom Detailhandel hat dort längst vor der Wahl stattgefunden. Und die heutige Wirtschaftsordnung als neoliberalen Kapitalismus zu bezeichnen, dazu muss man ziemlich Blind und Ahnungslos durch die Welt herumlaufen.

  • Rolf Rothacher sagt:

    Die Anzahl von Filialen ist doch völlig unerheblich. Wichtig sind bloss die Verkaufsflächen. Nur wenn diese sinken, hat der Detailhandel wirklich ein Problem.
    Amazon macht (weltwei) 136 Milliarden $ Umsatz. Einen rechten Teil davon allerdings mit IT-Leistungen (Cloud etc.). Der US-Retail-Jahresumsatz beträgt über 5’600 Milliarden. Amazon hat daran weit weniger als 2%!!!
    Warum werden wir permanent von den Medien angelogen? Von irgendwelchen selbsternannten „Experten“? Weil wir zu unkritisch, zu naiv sind und mit zu vielen Vorurteilen belagen.
    Wir sind allesamt Opfer unseres Halbswissens und unserer eigenen Vorurteile, leichte Beute für all die Einflüsterer dieser Welt.

    • urs sagt:

      der Onlineumsatz in den USA beträgt aktuell etwa 17%….
      Ich haben den Blogbeitrag (eines Bloggers und nicht DER Medien) so verstanden, dass es 2 Gründe gibt:
      1. Verschuldung
      2 Onlinehandel (und Amzon ist ein Teil davon).
      Viel bedenklicher finde ich, dass sie sich angelogen fühle (weil sie – im ersten Teil – offenbar die richtige Kennzahl kennen und alles andere als gelogen anschauen) und nur ein Teil der Botschaft aufgenommen haben.

    • Monique Schweizer sagt:

      Rothacher: Der US Retail ohne Autos und Autozubehör beträgt rund 3.7 Bio (und mit Autos in etwa 5.6 Bio, wie Sie das richtig erwähnen).

      https://www.census.gov/retail/marts/www/adv4400a.txt

      Vielleicht sollten Sie mal etwas an Ihren Recherchekenntnissen und an Ihrem Halbwissen arbeiten, bevor Sie hier zum grossen Rundumschlag ansetzen!
      Amazon ist zwar der grösste, aber längst nicht der einzige Onlineverkäufer – von denen gibt es nämlich immer mehr und die machen zusammen auch bedeutend mehr aus als nur Ihre lächerlichen 2%!

  • Monique Schweizer sagt:

    Gemäss dem Bankenberater Krall würde es anscheinend an den tiefen Zinsen liegen, dass es mittlerweile rund 10.5% Zombiefirmen gäbe (siehe Graphiklink im Artikel), die nur wegen der tiefen Zinsen überhaupt weiterexistieren würden. Von all den leveradegd Buyouts erzählt er natürlich nichts, überhaupt müssten Firmen das Kapital via angemessener „natürlicher“ Zinsknechtschaft (wie hoch die auch immer sein mag) entsprechend entschädigen, sonst hätten solche Firmen keine Daseinsberechtigung.
    Der kommt mir vor wie unser Pfarrer Huber!
    https://www.nzz.ch/finanzen/interview-mit-markus-krall-der-draghi-crash-ist-nur-eine-frage-der-zeit-ld.1308458

    • Linus Huber sagt:

      Nun, im Gegensatz von Ihnen, Monique, welche den Preis des Kapitals einzig als Zinsknechtschaft zu erkennen weiss, dürfte ein Herr Krall die Zusammenhänge bedeutend besser erkennen. Auch leveraged Buyouts werden durch tiefere Zinsen attraktiver. Der Zins (Preis des Kapitals) beinhaltet Informationen, welche das Wechselspiel zwischen den Komponenten Konsum, Sparen und Investieren immer wieder ins Gleichgewicht bringt. Deren Manipulation führt zu Verzerrungen und in der Folge zu immer höheren Ungleichgewichten, Blasenbildungen, welche beim Platzen die schädliche Form der Deflation erzeugen, und der Notwendigkeit immer weitere Bereiche der Wirtschaft zentralplanerisch zu verwalten.

      PS. Danke fuer den lesenswerten Link.

      • Monique Schweizer sagt:

        Ach Huber – Sie sind in Ihrer Welt wirklich irgendwo in den 70er Jahren stehengeblieben wenn Sie noch ans so Gleichgewichte von Konsum, Sparen und Investieren glauben — das war mal vor der Financialisation so, aber seit die Geschäfts- und Schattenbanken immer mehr derivate Papierli aller Art (von echten Derivaten bis hin zu den ganzen verschachtelten Verbriefungen) produzieren, stimmen einfach gewisse jener Gleichungen nicht mehr so ganz.
        Gut der Bankberater Krall sieht wie Sie das Grundübel bei den Zentralbanken und verkennt wie Sie, dass die immer noch zu deregulierten Geschäftsbanken eigentlich primär für die Kreditschwemme verantwortlich sind und eben das schon ziemlich krankhafte Kapitalrenditedenken zu den Blasen führt!
        Wenn alle so denken, dann gibts Blasen…

        • Linus Huber sagt:

          „Geschäftsbanken eigentlich primär für die Kreditschwemme verantwortlich sind“

          Sind Sie wirklich derart schwer von Begriff, dass Sie nicht erkennen können, dass das Verhalten der Banken sich an der Geldpolitik orientiert. Oder haben Sie wirklich das Gefühl, dass die Zentralbanken selbst neben der Zinspolitik in Bereichen der Geldpolitik (z.B. Eigenkapitalvorschriften, Strafzinsen bei Liquiditätsengpässen, Einlagenversicherung etc. etc.) in den vergangenen Jahrzehnten keinen Einfluss nehmen konnten? Ob Sie es wahrhaben wollen oder nicht, sind die Zentralbanken nun einmal in erster Linie verantwortlich für das Verhalten der Banken. Die zentralplanerische Festlegung von Zinsen und direkten wie indirekten Subventionen erzeugt automatisch weitere planwirtschaftliche Massnahmen.

          • Linus Huber sagt:

            Korrektur:

            Die zentralplanerische Festlegung von Zinsen und direkten wie indirekten Subventionen erzeugen in der Konsequenz den Bedarf an weitere planwirtschaftlichen Massnahmen.

          • Monique Schweizer sagt:

            Zinslipicken ist primär was für ängstliche Weicheeier, denn das hat kaum mehr was mit echter unternehmerischer Selbstverantwortung zu tun die Sie ja sonst immer predigen Euer Hochwürden Pfarrer Huber!
            Kredite sollten höchstens eine inflationsbasierte Entschädigung bekommen, dann bräuchte es auch keine zentralplanerischen Banken mehr, die Zinsen festlegen.
            Und ansonsten wer Geld anlegen will, der soll Aktien, Genossenschaftsanteile und ähnliche echte unternehmerische Papiere kaufen, denn ohne diesen zinsbasierten abdiskontierten Bargeldquatsch gäbe es höchstwahrscheinlich viel weniger Bond- und Aktienblasen!
            Das wäre echtes partiziptatives Unternehmertum und nicht diese Zinslipickerei für Weicheier mitsamt sämtlichen bekannten negativen Effekten!

          • Linus Huber sagt:

            Seit Beginn der Krise kommen selbst Zentralbanken zu ähnlichen Konklusionen und erkennen gemachte Fehler, wobei ihr Verhalten jedoch meist keine Einsicht in der Form einer grundlegenden Neuorientierung erkennen lässt.

            „In retrospect we believe a huge mistake was made in letting banks come to have much
            less equity funding – certainly relative to un-weighted assets – than was normal in
            earlier times.“

            http://www.bankofengland.co.uk/monetarypolicy/Documents/externalmpc/extmpcpaper0031original.pdf

          • Linus Huber sagt:

            Auch wenn Ihr moralisierende zentralplanerisch orientiertes Naturell verbunden mit einer entsprechenden Empörungskultur glaubt, ihre Mitmenschen dem Zwang Ihrer Vorstellungen unterwerfen zu wollen, liegt es weder an Ihnen noch an mir, die Preis für Kapital festzulegen respektive zu kritisieren, sondern einzig die diesbezüglichen Vertragspartner entscheiden, ob es für sie Sinn macht, respektive von Vorteil ist. Offensichtlich wollen Sie immer weitere Bereiche des Marktes durch Zentralplanung ersetzen. Ob Ihnen dies und die Konsequenzen daraus bewusst sind, kann ich nicht wirklich einschätzen.

          • Monique Schweizer sagt:

            Was sollen eigentlich immer Ihre dümmlichen zentralplanerischen Unterstellungen? Die Rolle der Zentralplaner haben doch immer mehr die Geschäftsbanken eingenommen – man hats ja bei Gold- Libor und anderen Fixings gesehen wie die zustande gekommen sind – das ist sogar Zentralplanung mit massivster eigener Vorteilnahme – aber auf dem Auge scheinen Sie völlig blind und unkritisch zu sein!
            Das hat in etwa ähnlich wenig mit Markt zu tun wie die horrenden Entschädigungen für angestellte Bank-CEO’s wo ein oft kleiner geschlossener Insiderkreis deren Vergütungen festlegt und dann behauptet das wären Marktvergütungen. Lesen Sie doch mal den Artikel von der Frau Prof. zu den Zombiebanken!

          • Linus Huber sagt:

            Nun, die Banken haben verhalten sich schlecht, weil sie der staatlichen Rückversicherung sicher fühlen, ansonsten der Markt sie schon lange gezwungen hätte, sich anderes zu Verhalten. Sie erwecken den Eindruck, dass Sie die Subventionierung der Banken nicht erkennen.

          • Monique Schweizer sagt:

            Schon wieder ein dümmliche Unterstellung von Ihnen Pfarrer Huber – viel mehr scheinen Sie heute nicht drauf zu haben!
            Da ist doch auch noch etwas mehr als „Subventionierung“ die es spätestens nach 2008 gibt, nämlich immer noch ein sehr grosses Potential an krimineller Energie vorhanden, wenn vielleicht etwas weniger als zuvor bei den Geschäftsbanken, dafür bei den immer noch weitgehend unregulierten Schattenbanken.
            Diese Subventionierungen sind doch auch aus einem grossen Teil aus „Erpressungen“ entstanden und begünstigt durch Politik und unfähige Aufsichtsbehörden.
            So wie neulich der Ermotti, der gemeint hat, dann könne seine UBS auch wegziehen.
            Und solange kaum ein Banker je für seine Taten echt gebüsst wird (mit Knast & so), werden die weiter alle Register ziehen!

          • Linus Huber sagt:

            Eben, wie vermutet, erkennen Sie einzig die Subventionierung nach 2008.

          • Linus Huber sagt:

            „Und solange kaum ein Banker je für seine Taten echt gebüsst wird (mit Knast & so), werden die weiter alle Register ziehen!“

            Hierbei kann ich Ihnen beipflichten. Das Anreizsystem muss auf diversen Ebenen revidiert werden und ich sehe wenig, was die ZBs hierzu an Anregungen offerieren. Im Gegenteil, nach fast 10 Jahren haben sie das TBTF-Problem noch nicht im Griff. Wir sind z.Z. in der Konditionierung der Bevölkerung, solch extraordinäre Massnahmen der Regierungen und ZBs als normal zu akzeptieren, sodass in der nächsten Krise noch extremere Eingriffe erwogen werden können. Sorry, diese uneingeschränkte Umverteilung von Risiken auf die Allgemeinheit und Vermögen an eine privilegierte Klasse werde ich nie akzeptieren oder goutieren, sondern non-stop kritisieren.

        • Monique Schweizer sagt:

          Ja Huber, dass in der Bankenaufsicht geschlampt wurde und wird, da sind wir ausnahmsweise uns einig. Aber während ich für viel mehr Regulation und Verbote gewisser Finanzinstrumente wäre, sind Sie vermutlich für mehr Deregulisation und Marktfreigabe.
          Aber das ist nicht primär die Aufgabe der ZB sondern der Aufsichtsbehörden, nur das fähige Personal geht lieber zu den Banken arbeiten, dort kann man ein vielfaches verdienen.
          Und die Banken resp. Banker denken nur kurzfristig an sich selber und noch etwas an die Aktionäre. – 550 Mrd $ Löhne und Boni in der Finanzindustrie gemäss Weltbank gabs 2016 und in dieser Grössenordnung gehts schon eine ganze Weile so!

          https://www.nzz.ch/finanzen/die-welt-ist-voll-von-zombie-banken-ld.1328353?mktcid=nled&mktcval=105_2017-11-16

          • Linus Huber sagt:

            Nun, Monique, bevor wir über Deregulation diskutieren, muss man sich bewusst werden, was darunter verstanden wird. Es bestehen eingefleischte Privilegien der Banken, welche es aufzuheben gilt, bevor man andere Freiheiten gewähren durfte. Z.B. Was glauben Sie, wie sich Bankkunden verhalten hätten, wenn die Einlagenversicherung (eine indirekte Subventionierung der Banken) aufgehoben worden wäre. Nun, auf einmal gewinnt die Eigenkapitalquote wieder an Bedeutung und Banken mit tieferer Quote werden aufgrund des höheren Risikos durch klar höher Fremdkapitalkosten bestraft. Dies soll einzig als Beispiel dienen, da leicht nachvollziehbar.

          • Linus Huber sagt:

            „nicht primär die Aufgabe der ZB“

            Viele Aspekte sind formell nicht primär die Aufgabe der ZB, ABER

            die ZB besitzen das ökonomische Know How um Fehlentwicklungen zu erkennen und sind in Anbetracht dessen sehr wohl in der Lage, entsprechenden Einfluss zu nehmen, wenn sie denn wollten und nicht primär dem Wohle der Banken dienten.

          • Monique Schweizer sagt:

            Ja das ganze Bankenwesen soweit zerschlagen, dass es nicht mehr zum Gesamtsystemrisiko wird, dazu eine sorgfältige Kreditvergabe – ich finde die 5% Tragfähigkeitsgrenze eine gute Idee, auch wenn schon wieder erste schreien, die sei viel zu hoch, würde man sie aber senken, so würden die Immobilien in der CH noch teurer, von dem her soll doch der Markt mal spielen, dann werden Immos vielleicht auch wieder mal etwas günstiger in der CH oder steigen zumindest nicht mehr.
            .
            Banken sollen bankrott gehen können wenn sie zuviel Risiken eingehen, ohne dass uns das ganze System um die Ohren fliegt, aber die Banken vernetzen sich eben gerne, so können die ZB und Staaten besser erpressen und das klappt ja leider immer noch hervorragend!

          • Linus Huber sagt:

            Eben, Monique, die Banken wurden nicht über Nacht zu Monstern, sondern diese Entwicklung ist das Resultat einer fehlerhaften Geldpolitik der letzten Jahrzehnte, indem man u.a. mit allen Mitteln verhinderte, die sich entwickelnden Ungleichgewichte gelegentlich zu reduzieren, was z..B. auch die Banken in Mitleidenschaft gezogen hätte, respektive die Notwendigkeit einer höheren Eigenkapitalquote aufgezeigt hätte.

          • Maiko Laugun sagt:

            @Monique: „Aber das ist nicht primär die Aufgabe der ZB sondern der Aufsichtsbehörden,..“

            Die FINMA wird von einem Ami gleitet. Das sagt wohl einiges.

            Zudem sitzen bei der (von ihr selbst so deklarierten und zugegeben) kriminellen Organisation namens CS ebenfalls Amis als Aufsicht.

            Ich teile Ihre Meinung „..für viel mehr Regulation und Verbote..“. Die Frage ist nur durch …. wen?

          • Monique Schweizer sagt:

            Nur Huber – die Banken haben nicht irgendwelche linken Zentralplaner zu Monstern werden lassen sondern primär IHRE Ikonen Reagen, Thatcher, Hayek, Friedman, Buchanan usw usw
            All diese dissozialen erzlibertären Geister die sich zB. in der Mont Pélerin Society treffen und über hunderte von Think Tanks und PR Aktionen die Gehirne halber Nationen waschen wollen um sie auf den „rechten“ Weg zu bringen – Steuersenkungen, Sozialabbau und Gewinnoptimierung!
            Und das verrückte, viele deren Opfer glauben denen noch und wählen Politiker mit solchem Gedankengut! Wie Kälber die ihre eigenen Metzger wählen…

          • Linus Huber sagt:

            Nun, die Geldpolitik erlaubte es, dass die Schnapsideen wie z.B. „trickle down“ derart „erfolgreich“ umgesetzt werden konnte. Nichts aber auch gar nichts an wirtschaftswissenschaftlichen Grundsätzen oder Regeln des Zentralbanking kam aus den Zentralbanken, welche eine eindämmende Wirkung auf die Explosion der Kreditmenge und dem Wachstum des Finanzsektors ausüben würde, sondern alle Aktionen wurden durch die oekonomische Gilde, welche sich bei Regierungen in den Zentralbanken konzentriert, kritiklos abgesegnet. Das wahre Gegenteil traf zu, indem die Banken geradezu konditioniert wurden, dass die Zentralbank jederzeit bereits war, mit jeglichen Massnahmen und dem Ausbau der impliziten und expliziten Subventionierung sie bedingungs- und kostenlos zu unterstützen.

          • Monique Schweizer sagt:

            Huber: Sie haben einen grossen Vorteil hier im Forum – Sie leben in einer Fantasywelt, die höchstwahrscheinlich nie mehr Realität sein wird (so mit Gold- oder anderem Standard, disziplinierten Zentralbankern, Zentralplanungslosigkeit, verantwortungsvollen Bankern, keinerlei Quersubventionen oder falsche Anreize mehr etc).
            Und da Ihr vulgärdarwinistisches Fantasyweltbild mit grosser Wahrscheinlichkeit nie in Ihrem Sinne Wirklichkeit wird, können Sie gut den Pfarrer spielen, der uns mit Obrigkeitsgläubigkeit, IYI usw. diskrimiert, denn Sie hängen wie eine Teflopfanne im luftleeren Raum und können darum gar nicht bemerken wie ihr doktrinverseuchtes Weltbild höchstwahrscheinlich grandios scheitern würde, zumal Sie dazu noch etwas gar dissozial drauf sind.

          • Linus Huber sagt:

            Nun, Monique, es geht nicht um etwelche „Fantasywelten“, sondern um anerkannte grundlegende wirtschaftswissenschaftliche Erkenntnisse, welche ignoriert wurden. Es steht Ihnen frei, diese Unzulänglichkeiten der Entscheidungsträger und Gilde der Ökonomen zu akzeptieren und zu bejubeln. Ob man Ihr Verhalten nun als Obrigkeitsgläubigkeit betitelt oder nicht, ist hierbei nicht weiter von Bedeutung; ich werde an meiner Kritik festhalten, denn die Konsequenzen dieser Unzulänglichkeiten dürften nicht sonderlich appetitlich ausfallen.

          • Monique Schweizer sagt:

            Huber: „anerkannte grundlegende wirtschaftswissenschaftliche Erkenntnisse“

            Gröhl Huber — als würde sich die Realität an solche Erkenntnisse in ihrer Gesamtheit (an einzelne Erkenntnise schon) halten, besonders in den Wirtschaftswissenschaften mit all den simplifizierten Modellen.
            Sie sind mir glaub ein bisschen zu wirtschaftwissenschaftsgläubig Huber (auch wenn es dort verschiedene Glaubensrichtungen gibt) und so wie Sie die interpretieren hat Ihr Weltbild fast schon was zentralplanerisches an sich Huber.
            .
            Nur leider werden wir Ihr Wirtschaftsmodell in der Praxis vermutlich nie erleben, ich würde es ja zu gerne scheitern sehen, dann könnte ich auch so kritisieren und besserwisserisch tun wie Sie….so haben Sie den Vorteil und können so tun als wüssten Sie es besser…

          • Maiko Laugun sagt:

            @Linus: Die Halbdemokratie im Heidiland (Verfassung) hat die Geschäftsbanken jahrelang dazu ermächtigt, sich kriminell zu betätigen. Sie sind ein verblendeter Vollidiot.

          • Maiko Laugun sagt:

            Du merkst nicht mal, dass Dein eigenes Gedankengut sich diametral widerspricht.

          • Linus Huber sagt:

            „als würde sich die Realität an solche Erkenntnisse in ihrer Gesamtheit (an einzelne Erkenntnise schon) halten“

            Natürlich, ökonomische Gesetze können zwar temporär ausser Kraft gesetzt werden, jedoch rächt sich solches, wie wir dies zunehmend erkennen dürften. Es handelt sich immer um einzelne Erkenntnisse (ökonomische Regeln), welche einen Einfluss auf die Gesamtheit ausüben. Je höher das Ausmass an Regelverletzungen, desto unangenehmer die Konsequenzen. Wer sich dieser Aspekte nicht bewusst ist, lebt kurzfristig orientiert, mental „von der Hand in den Mund“ und mit der Unfähigkeit die Zusammenhänge zu erkennen.

  • ali kazemi sagt:

    Die Wahrheit über US-Wirtschaft wird eben nie erzählt. Steigende Börsengewinne einzelner Grosskonzerne wie Apple oder Amazon führen bei einigen „Journalisten“ zum Trugschluss, dass US-wirtschaft hätte sich nachhaltig erholt. Wäre US-Dollar nicht die Weltwährung, wäre USA längst bankrott (Momentan leben Amis auf Pump und dies wird nicht ewig weitergehen, da Chinesen früher oder später den riesigen Berg an US-Staatsanleihen los werden wollen, wird es mit der US-Wirtschaft bach abgehen. Vorzeichen sind längt da, nur werden Sie von Journalisten und angebliche „Experten“ ignoriert: fast 40 Mio US-Bürger überleben nur Dank „Food Stamps“, immer mehr Menschen haben 2-3 Jobs und das Geld reicht trotzdem nicht. Schuldenberg wächst und wächst! Die nächste gigantische Krise wird bald kommen!

    • Rolf Rothacher sagt:

      Sie schreiben Unsinn.
      1.) Die tiefe Arbeitslosigkeit in den USA zeigt, dass die Wirtschaft gut läuft. Auch steigen (langsam) die Durchschnittslöhne. Ein weiteres Indiz für eine gesunde Entwicklung.
      2.) Der chinesische Staat besitzt etwa 3 Billiarden an US-Schuldpapieren. Das sind nur gut 16% aller US-Staats-Schulden. Kein Problem fürs FED, die zu refinanzieren (Japans Notenbank hält ein Vielfaches davon und niemand spricht über den Yen oder Japan als Untergangs-Nation)!
      3.) Jedes Jahr wächst die US-Bevölkerung um gut 10 Millionen Zuwanderer (3%). Wenn nur 40 Mio. am Hungertuch nagen, ist das ein hervorragend niedriger Wert. Europa kommt ja noch nicht einmal mit eine halben % Zuwanderung zurecht, jammert von morgens früh bis abends spät über die Sozialkosten!

      • Monique Schweizer sagt:

        Rothacher: „Tiefe Arbeitslosigkeit“? Sie glauben aber auch jede Fake News, oder wie können Sie mir sonst erklären, dass die US Workforce im Jahre 2000 bei 156.3 Mio lag und heute nur noch bei 153.95 Mio, obwohl die Bevölkerung um rund 46 Mio Einwohner zugenommen hat — irgendwas stimmt doch da nicht, meinen Sie nicht auch?
        .
        http://www.usdebtclock.org/
        .
        So ein Unsinn – China besitzt 1.18 Billionen US Treasuries (und sicher nicht Billiarden, soweit sind wir noch nicht) von total rund 14.8 Bio Public Debt (die restlichen 5.7 Bio Schulden sind interne Schulden der USA)
        .
        http://ticdata.treasury.gov/Publish/mfh.txt
        .
        Der einzige der Unsinn schreibt sind heute wieder mal Sie Rothacher — strengen Sie sich doch ein bisschen mehr an, als uns mit so schwammigen Fake-Infos zu versorgen!

        • Remo Kneubühler sagt:

          Danke Frau Schweizer für die Richtigstellung. Aber Hr. Rothacher glaubt wie viele an das Märchen der gutlaufenden amerikanischen Wirtschaft. Leider nehmen sich Wenige die Zeit, die Statistiken durchzukämmen. Ein guter Anfang leistet da http://www.shadowstatistics.com

      • Hans Hödli sagt:

        Da haben Sie wohl etwas zu schnell in die Tasten gegriffen. Wenn die Fed wirklich wieder anfängt die US Bonds aufzukaufen nachdem sie vorher grossartig den Ausstieg aus dem Aufkaufprogramm angekündigt hat kann sie gleich sofort zur Muppets Show gehen.

    • Kurt Seiler sagt:

      „Wäre US-Dollar nicht die Weltwährung, wäre USA längst bankrott (Momentan leben Amis auf Pump und dies wird nicht ewig weitergehen…“
      Hör und lies ich seit mindestens 30 Jahren.
      Ich nehm mal an Sie sind noch jung.

  • Frank Zuffnik sagt:

    Was, in einem liberalisierten und auf Wachstum gebuersteten Konkurrenzwirtschaftssystem gibt es auch Verlierer und wenn keine Migranten mehr kommen duerfen die das uebernehmen, dann sinds halt die eigenen Leute? Also das ueberrascht jetzt doch schon ein bisschen.

  • Hans Hödli sagt:

    Dazu passend, dass trotz deutlichem Rückgang der Arbeitslosenquote die Erwerbsquote in den USA sinkt, siehe Interview gestern in FUW. Immer mehr prekäre Arbeit und Teilzeiterwerb haben eine massive Lohnerosion ergeben, folglich ergibt sich auch kein Druck auf die so lang ersehnte Inflation.

  • Hans Hödli sagt:

    Der Käufer kann nicht seine Schulden dem Kaufobjekt überbürden. Es geht darum, aus der Substanz und laufenden Cashflows des Kaufobjekts die fremdfinanzierte Übernahme zu tilgen. Ist der Verkäufer eine Privatperson liegt steuerlich eine indirekte Teilliquidaton vor (steuerbarer Vermögensertrag)

    • Anh Toàn sagt:

      Ich kaufe Firma. In der Firma mache ich eine Kapitalherabsetzung, schütte eine Substanzdividende aus (um die privaten Schulden zum Kauf der Firma zu decken) und finanziere dafür die Forma mit Fremdkapital: Das ist „steuerlich verboten“, wenn die Firma zuvor unnötig thesaurierte Gewinne hatte. (Konkret überflüssige Cash etc. Reserven) Wenn aber die vorherigen Eigentümer der Ansicht waren, 30 Prozent EK sei notwendig, und ich der Ansicht, 5 Prozent reichen auch, wird kein Steuerrecht umgangen, wenn das EK reduziert und das FK erhöht wird.

      • Hans Hödli sagt:

        Sie müssen sich halt einfach mit den Steuerbehörden rumschlagen, ob Sie denn die Bedingungen im KS Nr. 14 wirklich erfüllt haben.

  • Anh Toàn sagt:

    „Die Kreditgeber am Markt für so genannte Junk Bonds (Ramschanleihen) sind angesichts rückläufiger Geschäftszahlen und des Amazon-Effekts nicht mehr bereit, fällig werdende Anleihen zu ersetzen.“

    Also sind auch die Finanzierungsprobleme mit dem Amazon-Effekt begründet. Oder sind die Zinsen für Junkbonds allgemein gestiegen? Ich meine, die sind eher gesunken.

    Versiegt der Cash Flow, gibts keine Kredite mehr.

    Kann aber auch so gehen: Zuerst kauft man die Firma, lädt sie mit Schulden voll, rettet sie unter ein Chapter: So finanzieren die dummen Gläubiger den Kauf.

  • J. Kuehni sagt:

    „Die Detailhandelsketten in den USA (…) waren in den Jahren vor und nach der Finanzkrise ein beliebtes Ziel von so genannten Leveraged Buyouts.“

    Irgendwo muss ja die Sollseite der jüngsten Börsenindexrekorde auftauchen…

    • J. Kuehni sagt:

      Shareholder-Profitmaximierung auf Kosten der Stakeholder in bester Heuschreckenmanier. Der euphemisierte Terminus dafür aus Onkel Schumpeters Küche heisst *kreative Zerstörung*. Und fürwahr, wer trauert schon diesen hässlichen Shoppingmalls mit ihren SUV-Parkplatzwüsten nach?

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