Norwegen und die Ökonomie des Bösen

Manifestation des Bösen: Terror in Norwegen

Manifestation des Bösen: Terror in Norwegen

In seinem vor kurzem veröffentlichten Buch «Die Lust am Bösen» schrieb Eugen Sorg – ein renommierter Journalist, Reporter der weltweiten Grausamkeiten und alter Freund von mir – die folgenden Zeilen aus seinen persönlichen Erfahrungen als Berichterstatter des Jugoslawienkriegs und die dort begagnenen Brutalitäten:

Sie taten es nicht aus ideologischen oder krankhaften Motiven, sondern weil sich die Gelegenheit dazu bot. Und sie sahen nicht anders aus als wir, als alle anderen. Von da an misstraute ich noch mehr als zuvor theoretischen Allgemeindeutungen. Die historischen, politischen und ökonomischen Erklärungsversuche wirkten abgehoben und geschwätzig angesichts der schwarzen Empirie epidemischer Grausamkeit.

Diese Zeilen und das ganze Buch von Sorg sind schwer verdaulich für uns Abkömmlinge der Aufklärung. In dieser Tradition steht schliesslich auch die ökonomische Wissenschaft. Das unmotivierte Böse, die «Erbsünde», die Lust am Töten per se existiert hier nicht. Denn hier tun Menschen so etwas nur, wenn sie in irgendeiner Weise fehlgeleitet sind, bzw. wenn sie einen Anreiz dazu haben. Das alles impliziert aber, dass dieses Problem grundsätzlich gelöst werden kann: Die Anreize müssen korrigiert bzw. die Durchgeknallten erkannt und weggesperrt werden. Gänzlich unmotiviert fügt niemand jemand anderem Schaden zu.

Ausgedrückt mit dem «rationalen» Menschenbild der Ökonomen heisst das: Der «Homo Ökonomicus» tut nur, was ihm Nutzen bringt. In der klassischen Vorstellung ist damit vor allem materieller Nutzen gemeint. Diese Ansicht teilt sogar der «historische Materialismus» der Marxisten. 

Am letzten Freitagabend hat der Norweger Anders Behring Breivik rund 90 Menschen – die meisten von ihnen Kinder und Jugendliche – grausam ermordet. Er hat dazu Dum-Dum-Geschosse verwendet, die besonders brutal wirken, weil sie erst im Körper explodieren. Der Mann handelte nicht im Affekt und nicht im Wahn. Er hat alles «rational» geplant und ausgeführt. Er zeigt noch nicht einmal Reue. Laut Überlebenden soll er während seinem mörderischen Treiben vor Freude gejubelt haben. Und es war ihm von Anfang an klar, dass er am Ende dafür bestraft werden wird.

Die Tat ist abscheulich. Allein die Vorstellung, was geschah, ist kaum zu ertragen. Aber ihre Wirkung ist noch schlimmer:  Sie stellt unsere Sicherheit in einem subtilen Sinn in Frage – eben jene Sicherheit, die uns unsere sozialwissenschaftlichen Erklärungsmodelle liefern. Daher die verweifelte Suche nach Motiven. Gefahndet wird vor allem nach Folgendem:

  • einer geistigen oder ideologischen Verwirrung beim Täter;
  • erkennbaren Merkmalen, durch die Typen von seinem Schlag überall frühzeitig unschädlich gemacht werden können;
  • gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die geändert werden müssen, damit niemand mehr zu einer solchen Tat verleitet wird.

Doch was, wenn das alles nichts nützt? Wenn das Böse sich erst im Nachhinein eine Rechtfertigung sucht? Wenn die Killer ihre Motive vor oder nach der Tat nur produzieren, weil sie wissen, dass sie damit noch immer mehr Anerkennung finden, als wenn sie als eigentlichen Grund für ihre Taten die Lust an der Gewalt selbst angeben?

Wie Sorg und andere schreiben, wäre eine solche Deutung von Schreckenstaten den Menschen vor der Aufklärung durchaus geläufig gewesen. An weniger aufgeklärten Orten der Welt ist sie es noch heute. Die entscheidende Frage ist, wieso denn einige unserer Gesellschaften so stabil sind und eben gerade nicht von Gewalt dominiert werden, wenn das Böse tatsächlich potenziell allgegenwärtig ist. Hier eine Erklärung eines Ökonomen, der für solche Gedankengänge weniger bekannt ist: John Maynard Keynes. In einem Aufsatz über seine eigenen, hier kritisch betrachteten  «frühen Überzeugungen» des Jahres 1903 schreibt er 1938 – ein Jahr vor Ausbruch des zweiten Weltkriegs:

…wir lehnten alle Varianten des Dogmas von der Erbsünde ab – von der Annhame, es könne in den meisten Menschen verrückte, irrationale Antriebe zum Bösen geben. Wir wussten nicht, dass die Zivilisation eine dünne und prekäre Kruste ist, die sich kraft der Persönlichkeit und des Willens sehr weniger einzelner gebildet hat und nur durch Regeln und Konventionen intakt bleibt, welche mit Geschick eingerichtet und mit List bewahrt bleiben. Wir hatten keinen Respekt vor traditioneller Weisheit oder vor eingebürgerten Restriktionen. Es fehlte uns an Ehrfurcht (…) für alles und jeden. Es fiel uns nicht ein, die (wie es mir nun scheint) unglaubliche Leistung unserer Vorgänger bei der Ordnung des Lebens zu achten oder die komplizierte Architektur, die sie errichtet hatten, um diese Ordnung zu beschützen.

Diese Ansicht stellt sozusagen die optimistische Meinung auf den Kopf, Akte von Gewalt und Grausamkeit seien die immer besser kontrollierbare Ausnahmeerscheinung und Verirrung auf dem quasiautomatischen Pfad zu immer grösserem Fortschritt und Menschlichkeit. Hier erscheint gerade das, was wir unter einer modernen Zivilisation verstehen, als historische Ausnahmeerscheinungen, als stets gefährdete «dünne Kruste». Eugen Sorg bringt das in seinem Buch so auf den Punkt:

Hervorgegangen aus langen, blutigen Bürgerkriegen, sind die modernen liberalen Verfassungsstaaten ein politisches Wunder und eine historische Anomalität, ein regionaler Etappensieg des Genius des Menschen über die eigene Natur. Sie existieren erst seit kurzem und ihr Fortbestehen ist alles andere als gewiss.

Diese Ansicht, der ich zustimme, hat meiner Ansicht nach nicht die Konsequenz, dass wir dem Bösen ausgeliefert sind. Vielmehr schärft sie das Bewusstsein für die Zerbrechlichkeit unserer zivilisierten Gesellschaften. Sie lenkt das Bewusstsein darauf, dass wir die komplexen Zusammenhänge, warum eine Gesellschaft – auch im wirtschaftlichen Sinn – «funktioniert» und eine andere nicht, noch kaum verstehen und unsere bisherigen Modelle darüber ungenügend sind. Sie macht uns vorsichtiger gegenüber allzu schnellen Erklärungen und gegenüber damit zusammenhängenden Grosstheorien, denen ein viel zu simples und gemschmeidiges Menschenbild zugrunde liegt.

Nachtrag:

Durch den Hinweis eines Lesers bin ich auf einen ausgezeichneten Beitrag von Konrad Hummler zum Thema aufmerksam gemacht worden, den dieser bei unserer Konkurrenz veröffentlicht hat, wo er Verwaltungsratspräsident ist. Online habe ich ihn bisher nur über diesen Link eines Fussball-Fanclubs gefunden. Sehr lesenswert!

Keine Kommentare zu «Norwegen und die Ökonomie des Bösen»

  • Hampi sagt:

    Nicht nur die „Macht der Zinsen“, sondern auch deren Untergruppe „Ohnmacht der Zinsdifferenzen“ müsste man zurzeit hervorheben.

    Der Geist ist aus der Flasche: der „Spread“ (Zinsdifferenz) der italienischen und spanischen Schulden steigt und steigt. Das ist eine Schuldenspirale in Aktion und man kann lediglich noch darüber diskutieren, wo die Schmerzgrenze liegt, ehe ein Land zahlungsunfähig wird.

    Es ist mir schleierhaft, wie die Europäischen Spitzenpolitiker in diesem Szenario in aller Ruhe kaltblütig Urlaub machen können.
    Dieser Bluterlass führt geradeaus zum Auseinanderbrechen des Euros, wenn nicht endlich die Politiker dem ganzen Trauerspiel ein Ende zu machen imstande sind.

    Die einfachste Lösung wäre, den Fehler, der seit der Einführung des Euros besteht, nun endlich zu beheben: Einführung von Eurobonds und gemeinsame Finanzpolitik. Eine Währung – eine koordinierte Finanzpolitik, basta!!!!

    Aber da das in der Praxis nicht so einfach ist (Lynchmob, Stammtische …), muss die Politik auf eine andere Art versuchen, die Situation zu entschärfen. Es bleibt keine Zeit, das Volk zu überzeugen, dass das Auseinanderbrechen auf jeden Fall der „Worst Case“ ist.

    Beispielsweise könnte jemand auf die Idee kommen, die beiden Intensiv-Patienten (Italien, Spanien) von den Mehrkosten, die bei der Aufnahme von Schulden derzeit, infolge der dramatischen Zinsdifferenz, entstehen, zu befreien (z.B. was über einem Spread von 250 liegt wird vom ESFS bezahlt).

    Problemländer, wie Italien und Spanien, könnten sich (im Gegensatz zu Griechenland) aus eigener Kraft retten (wenigstens zurzeit noch), aber nur wenn sie Kredite zu einem vernünftigen Preis erhalten. Das ist die zentrale Voraussetzung!

    Wenn die EU nicht imstande ist, hier Hilfe anzubieten, dann verdient sie Ihre Existenz nicht!

    • Hampi sagt:

      …anstatt ESFS sollte es EFSF (European Financial Stability Facility) heissen…..und der Kommentar sollte eigentlich unter dem Beitrag „Die Macht der Zinsen“ erscheinen…

    • Urs sagt:

      Wem wollen Sie Hilfe anbieten…. den Menschen die in den Bankrotten Ländern leben, den Gemeinden und Städten welche die Infrastruktur zur verfügung stellen müssen (nicht nur für Unternehmensstandorte) oder den Investoren? Für jeden Anspruchshalter dürfte jede Hilfe diametral anders aussehen…

      Wie also?

      Zu einer gemeinsamen Finanzstrategie und Politik gehört zwingend auch eine gemeinsame Steuerstrategie um die Finanzen der Länder wieder so hinzubekommen das es für die Mio. von Menschen wieder lebenswert ist anstatt das sich diese ihr Auskommen irgendwo zusammensuchen müssen…

      • Hampi sagt:

        @Urs
        Leider sind weder Italien noch Spanien in ihrer misslichen Lage, weil sie sich zu stark auf die Infrastruktur für Unternehmensstandorte konzentriert haben. Ganz im Gegenteil. Sonst wären sie kaum so konkurrenzunfähig, wie etwa Spanien.

        Die EU muss sicherstellen, dass sich beide Länder auf die Sanierung ihrer Haushalte konzentrieren können/müssen. Es darf nicht die Situation entstehen, dass die geplanten Einsparungen von den teureren Finanzierungskosten neutralisiert werden. Wer soll denn so Vertrauen in den Euro haben? Das ist der sichere Weg in die Katastrophe (Auseinanderbrechen des Euro).
        Die EU muss sicherstellen, dass die Problemländer schnell ihren Haushalt sanieren. Aber sie muss auch garantieren, dass diese Sanierung zu vernünftigen Konditionen geschieht. Und zwar schon alleine aus dem Grund, weil sonst eine Sanierung nicht gelingt!

        Und sollte ihr das gelingen, würde die EU mehr für den einfachen Mann/Frau auf der Strasse machen, als alle anderen möglichen Massnahmen zusammen.

        • Urs sagt:

          Hr. Hampi,

          Kann sein das ich ein wenig Abgedroschen klinge… aber trotzdem, erst wenn die seit mehr als 20 Jahren andauerende Umverteilung von unten nach oben gestoppt wird, wird auch eine Rettung der bankrotten Nationen sowie des Euro möglich sein… ohne das der Bevölkerung die gesamte Last der Schuldrückzahlung auferlegt wird. Wird Sie aber generell…

          Die Systematik des Absaugens von allen erwirtschafteten Profiten, Renditen und Produktivitätssteigerungen (ultimativ sind die Empfänger die Shareholder und Investoren) bei gleichzeitiger Senkung der Steuern und Abgaben bei den sehr hohen Einkomen und Vermögen (ultimativ wieder die Shareholder und Investoren) sowie der Verlagerung auf indirekte Besteuerung (hier bezahlen die Standard-Lohnempfänger) hat der Währung EURO eines der elementaren Fundamente entzogen…

          Stabilität durch ausgeglichene Haushalte.

          Es geht nun mal nicht das eine kleine exklusive Gruppe den Staat dazu benutzt sich die eigenen Taschen (noch dazu Steuerbefreit, mindestens aber Abgabenoptimiert) zu füllen, noch dazu in so gigantischen Ausmassen das ganze Nationen in den Bankrott getrieben werden.

          Frech zudem, das den privaten Investoren 100′ von roten teppichen ausgerollt wurden um deren gnädigste Gunst einer profitablen Investitionen zu erhalten wärend die Ratingagenturen einen Default kategoriesieren wenn eben jene Investoren zur Sanierung herangezogen werden sollen… was zur Folge hat das mit einer Selbstverständlichkeit auf das Steuersubstrat der arbeitenden Bevölkerung zurückgegriffen wird…

          Vorher, das heisst vor der Investitonstätigkeit, aber haben sich die Steuerbefreiten Investoren noch mit Subentionen satt gefressen was oft bedeutete das die Fabriken mit Steuergeldern aufgebaut worden sind…

          Das Nokia Werk in Rumänien (vorher Deutschland) sowei das BMW Werk in den South Carolina sind solche Fälle… Der Aufbau und Unterhalt von Lizenzgebenden Gesellschaften welche den Lizenznehmern gerade soviel Lizenzgebühren berechnen das kanpp rote Zahlen in den einzelnen Divisonen entstehen ist eine weitere Systematik welche den Staaten Einnahemmöglichkeiten entzieht…

          Die aber müssen den Bürgern eine lebenswerte Infrastruktur zur Verfügung stellen… bezahlt mit welchem Geld? Die Selbstbedienungsmentalität hast ind en letzten jahren solch Umfangreiche Ausmasse angenommen das nun, als Resultat, ein Land nach dem anderen Bankrott deklariert wird…

          Die Sanierung der Haushalte kann nur erfolgen in dem die Umverteilung von unten nach oben gestoppt wird… sicher aber nicht, indem die Bevölkerung von unten her ausgetrocknet wird.

          • Hampi sagt:

            Urs sagt:
            2. August 2011 um 16:54

            Wenn sie eine Rettung für den Euro erst mit dem Eintreten der Umverteilung von oben nach unten erwarten, dann haben sie ihn schon lange abgeschrieben.

            Es geht hier aktuell nicht um „wie kann ich besser umverteilen“, sondern um die allmähliche Erkenntnis: „es gibt viel weniger zum Umverteilen“. Einfach schon darum, weil unser Geheimrezept der Vergangenheit (jedes Problem mit neuen Krediten lösen) soeben gegen eine Wand gefahren ist.

  • Andreas Dombek sagt:

    Zum Nachtrag von Herrn Markus Diem Meier über die Schuldfrage zum Fall Oslo durch Herrn Konrad Hummler folgendes.

    Der Ansatz mit dem Verlust des Teufels, der nach der Aufklärung als das verabscheuungswürdige Wesen für das Böse verantwortbar war, ist ein möglicher und richtiger Lösungsansatz. Denn nun taucht die Frage auf, wer denn jetzt für das Böse verantwortlich ist. Um diese Frage zu beantworten muss man bis in die Zeit vor dem Monotheismus zurückgehen. In damaligen Götter-Himmel gab es keine Arbeitsteilung und keinen Unterschied zwischen dem Guten und dem Bösen. Alle Götter dieses Zoos waren gut und böse, den Frieden und Krieg machend, Gebende und Nehmende sowie Erschaffende und Zerstörende. Und dann kam der Bruch, der diesen Götter-Zirkus durcheinander wirbelte: Der Monotheismus. Im Iran der Ahura Mazda, in Ägypten der Sonnengott Re, der israelitische Jahweh, der christliche Gottvater sowie der islamische Allah. Für die Menschen eine Offenbarung: Der eine Gott, der das „Gute“ darstellt und beherrscht, aber, und hier ist das Problem, wer war für das „Böse“ nun zuständig? Der Belzebub, Satan, Scheitan, Teufel, Üble, Verwerfliche und all die unzähligen Verbündeten des Herrn der Unterwelten. Nicht vergessen den Luziver, den Träger des „schwarzen“ Lichtes.
    Anfangs ein guter göttlicher Schachzug: Der Gute und der Böse, eine klare und eindeutige Definition. Die Zuordnung der Menschen war erleichtert und eindeutig.

    Denn zunächst hatte die Vielgötterei nur eine monostrukturelle Verantwortung für beide Bereiche von Gut und Böse. Der Mensch war immer schon, vollkommen und für alle Ewigkeit, diesen vielen Göttern in guten und böse Taten ausgeliefert. Jedoch bei der folgenden Eingöttlichkeit was das Gute durch den einen Gott besetzt und das Böse ward dem Teufel zugeschanzt. Eine teuflisch gute Sache, natürlich für den gut-schlauen Gott. Das Paradiesische mit aller Herrlichkeit war beim guten Gott konzentriert, dem bösen Teufel blieb nur noch das Entsetzten mit den üblen Resten. Der Teufel hatte seine Unterwelt als Müllhaufen, ein Orkus der vergessenen Verdammten.
    Der Vorteil dieser Aufteilung war für den Mensche die Möglichkeit, die Augen vor seiner eigenen Verantwortung zu verschließen. Denn die Unterwelt war der verantwortliche Hort für einige Menschen deren eigentlich eigenes Böse, Dunkle und Grauenvolle. Eine Deponie der menschlichen Verkommenheit.

    Der Aufklärung ist ein gewisser Vorwurf zu machen, dass sie dem Menschen neben Gott auch dessen Bipolarität genommen hat. Die Frage ist nun, wer ist für das Böse zuständig, wenn es keinen Teufel gibt. Der Mensch natürlich, da es ab jetzt keinen Teufel mehr für das Abladen seiner eigenen Schlechtigkeiten gibt. Der Mensch vereinsamt ohne Gott und ohne Teufel. Die Zuordnung zwischen Gut und Böse ist vernichtet. Der Mensch ist jetzt von Gott und dessen Gegenpol Teufel verlassen, drum der verstärkte Zugriff nach den Ersatzgöttern wie bei unseren Vorfahren in der Zeit vor der Werdung des besagten einen monostrukturellen Gottes. Ein unbedachter, extrem schlimmer Zustand, der den schwachen und desorientierten Menschen zu solchen Ersatzgöttern greifen lässt.

    Das fatale dabei ist, dass hier wieder eine Vermischung von Gut und Böse erfolgt, ja sogar muss, da die monotheistische Bipolarität zusammengebrochen ist. Der schwache Mensch ist ein Neutrum bei dem nun vorhandenem Nichts. Es gibt hier keine Spannung zwischen Gut und Böse wie in den „heiligen“ Büchern geschrieben. Der einsame Mensch, schon etwas zum animalischen Wesen generiert, hat jetzt leichter, sich als getriebener einsamer Wolf zu empfinden. Gut und Böse existieren nicht in dieser Welt.

    Drum können, dürfen und sollen wir hier keine humane Logik erwarten. Strengere Strafen, mehr Todesurteile, verschärfte Gesetze und all das bürgerliche Geschreie werden dieser Irrläufer nicht beeindrucken, denn nach welchen Kriterien sollen sie sich nun orientieren. Dieses Nichts wird teilweise durch die althergebrachten multigöttlichen Empfindungen bestätigt. Die eine immer wieder gestellte Frage, warum sich solch ein Typ dann nicht selbst richtet, ist durch seine Gegenfragen an uns beantwortet: Warum denn? Welches Kriterium solle er den ansetzten? Das unsrige haben diese Menschen längst abgelegt und in ihren ist kein Platz für solche Fragestellungen.

    Man sollte sich auf vermehrtes Auftauchen solcher monopolaren Typen einstellen!
    Fazit als ökonomischer Schlusspunkt: Sollte man jetzt in Aktien von Firmen für Schutzeinrichtungen investieren? Sicherlich eine geldwerte Entscheidung!

    • Blitz Blank sagt:

      Vielen Dank für Ihren Text.

      „Der Mensch vereinsamt ohne Gott und ohne Teufel. Die Zuordnung zwischen Gut und Böse ist vernichtet.“

      Ich denke der Mensch hat sehr wohl das Vermögen einer Zuordnung von Gut und Böse ohne sich der theistischen Ebene zu bedienen. Ich denke da an die philosophische Denkrichtung des „Pragmatismus“:

      Wikipedia:
      „Die menschliche Praxis wird als ein Fundament auch der theoretischen Philosophie (also insb. der Erkenntnistheorie und Ontologie) verstanden, da vorausgesetzt wird, dass auch das theoretische Wissen dem praktischen Umgang mit den Dingen entspringt und auf diesen angewiesen bleibt.“

      Das Vermögen des Menschen Lust und Schmerz zu empfinden und sein Vermögen zur Einfühlung (Empathie) führen überhaupt erst zu Konzepten wie dem „Bösen“ und „Guten“. Ohne diese Fähigkeiten hätten diese Konzepte überhaupt keine Bedeutung.
      Die Einfühlung in das Opfer ist übrigens eine wichtige Massnahme in der Täterarbeit.

      Götter sind Bildnisse des Menschen und nicht etwa umgekehrt – der Mensch Ebenbild Gottes. Götter bringen deshalb keinen Erkenntnisgewinn, der über das Menschliche hinausgeht.

      • Josef sagt:

        Zum „Vermögen des Menschen Lust und Schmerz zu empfinden und sein Vermögen zur Einfühlung (Empathie)“ wird übersehen, dass es zwischen einzelnen Menschen in dieser Fähigkeit gravierende Unterschiede gibt.

        • Blitz Blank sagt:

          Die gibt es ohne Zweifel.
          Die Frage ist nur, inwieweit diese Unterschiede durch biologische (Anlage) oder aber soziale (Umwelt) Faktoren zustande kommen.

          • Blitz Blank sagt:

            …und inwieweit zum Beispiel die Sprache, die politische Parteien verwenden, Empathie fördern oder unterdrücken kann.

  • Ueli sagt:

    @Blitz Blank
    „Der Weg zur Hölle ist gepflastert mit guten Vorsätzen“. Sehr guter Kommentar von Ihnen!

  • Blitz Blank sagt:

    Dass es die Lust am Bösen gibt weiss jeder, der sich an seine eigene Jugend-/Schulzeit mit ihren Grausamkeiten erinnert. Auch Schläger/Hooligans empfinden den Kick der Gewalt als lustvoll.
    Ob die von Sorg beschrieben Ex-Jugoslawen reine Sensation-Seekers waren ,wage ich zu bezweifeln, denn ich denke, dass historische, politische und ökonomische Umstände sehr wohl eine Rolle gespielt haben und die damit einhergehenden Frustration sich in diesen Gewalttrips mit entladen haben.

    Zu Eugen Sorgs Buch: Was soll ich von einem Buch halten, das von „abgehobenen“ Erklärungen und von „schwarzer“ Empirie spricht. Ganz sicher ist es nicht wissenschaftlich. Stinkt doch eher nach Thesenjournalismus. Umso störender war, dass im Tagi Magazin kurz vor der Abstimmung über die Waffeninitiative ein Auszug – ohne Entgegnung – erschien. Das ist absolut unverantwortlicher Journalismus.

    Also die reine Freude an der Gewalt/Macht gibt es. Da braucht Gewalt keinen Grund, keine zuvor erlebte Ungerechtigkeit die man wieder ausgleichen will. Man tut es, weil es geil (lustvoll) ist. Solche Gewalttäter haben aber überhaupt keine gesellschaftliche/global Relevanz.

    Viel verheerender ist Gewalt als Instrument für das angeblich Richtige/Gute:

    Die industrielle Vernichtung der Juden durch die Nazis wäre mit Sensation-Seekers nicht möglich gewesen. Wie jede Industrie braucht auch eine Tötungsindustrie beträchtlichen Brainpower und Disziplin. Mit dem Lustprinzip betreibt man keine Industrie. Himmler sagte genau das gleiche wie der Attentäter von Olso: „Es sei grausam aber notwendig.“ Himmler war stolz auf die SS, dass sie „dabei „anständig“ geblieben sei, womit er meinte, dass seine Männer weder „zu roh“, „herzlos“ oder „weich“ geworden, noch „durch[ge]dreh[t] [seien] bis zu Nervenzusammenbrüchen“. „Anständig“ war ein SS-Mann offensichtlich, wenn er nach vielfachen Massenmorden ohne erkennbare seelische Schädigung in sein Alltagsleben zurückkehren konnte.

    Der Satz „Der Weg zu Hölle ist gepflastert mit guten Vorsätzen.“, fasst es für mich zusammen. Töten für (gute) Ideen. Auch wenn das letzte Jahrhundert gezeigt hat, wie verheerend es ist, wenn Ideen über Menschen gestellt werden sind wir immer noch von Ideen hypnotisiert anstatt an der einzelnen Kreatur orientiert.

    • Blitz Blank sagt:

      Das Beste was wir hinsichtlich einer Orientierung an der Kreatur bisher erreicht haben sind die Erklärung der Menschenrechte – eine Reaktion auf die Gräuel des 2. Weltkrieges. Diese „kreatürlichen“ Leitlinien sollten eigentlich Politik und Wirtschaft leiten, doch davon sind wir immer noch meilenweit entfernt.

      Es herrschen immer noch Ideologien vor, die von einem grundsätzlichen Mangel und damit verbunden, einer grundsätzlichen Konkurrenz, einem unvermeidlichen Kampf (ums Dasein) ausgehen. Das Potential zur Kooperation wird bei einer solchen Konkurrenz-Fixierung völlig unterschätzt.

      Diese Fixierung auf Mangel und Konkurrenz erzeugt auf der einen Seite Überfluss und auf der anderen Seite Mangel. Eine effektive Bedürfnisbefriedigung sieht anders aus.

      Dass z.B. die Verbreitung einer Idee, die zu „besseren“ Produkten führt – also das Leben besser/schöner macht – durch Patente eingeschränkt ist, ist aus kreatürlicher Sicht völlig daneben. Gutes sollte sich doch möglichst mühelos und frei verbreiten können.

      Es gibt noch viel zu tun.

      • Blitz Blank sagt:

        Diese radikale Orientierung an der Kreatur, zeigt sehr schön der Spruch in der Bibel bei Matthäus – Kapitel 25 – Vom Weltgericht:

        „Wahrlich ich sage euch: Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“
        und
        „Was ihr nicht getan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan.“

        Der einzelne Mensch wird also auf die gleiche Stufe mit Gott gestellt – im Unterschied zu uns – die wir Ideen auf einen gottgleichen Sockel stellen.

  • Anh Toan sagt:

    Selbst bei diesem Thema landen wir regelmaessigen Kommentarschreiber bei genau den gleichen rechts – links Schema: Die „Linken“ sehen in Anders B. entweder das Produkt von Globalisierung, Kapitalismus oder zumindest davon, dass Rassismus zumindest in gewissen Kriesen wieder salonfaehig geworden ist, waehrend die „Rechten“ den Zusammenhang verneinen. Dabei versuchen wir doch nur zu verstehen. Es ist eindeutig zuviel verlangt, sich in die Psyche eines Anders B. zu versetzen, ich versuche es mit einem zwar auch provokativen Thema, das sich aber beim besten Willen nicht in ein rechts – links Schema pressen laesst:

    Habe vor ein paar Jahren den nackten Busen einer 14-jaehrigen gesehen und musste im Stillen dessen Schoenheit bewundern. Schreibe ich im mamablog, dass das sehen und schaetzen von Aesthetik an sich bestimmt keine Paedophilie ist, auf alle Faelle niemandem schadet, gibts vielleicht eine andere Meinung dazu, dass meine Meinung nicht ganz politisch korrekt sei, Bemerkungen zu Abgrenzung zwischen schaetzen von Aesthetik und (sexuellem) Begehren etc., Ich bin jedoch an solchen Orten noch nie auf wirkliche Empoerung gestossen. Verkuende ich meine Ansicht zu fortgeschrittener Stunde in einem Pub, riskiere ich, von selbsternannten, schwer alkoholisierten „Kinderverteidigern“ eine in die Fresse! Muss ich daraus den Schluss ziehen, die durchschnittliche Feministin sei weniger fuer das Problem der Paedophilie sensibilisiert als der durchschnittliche alkoholisierte, frauenverachtende Zoten erzaehlende, Pubbesucher? Nein, der Pubbesucher sucht lediglich einen Vorwand, um jemandem eine reinzuhauen, weil ihm dies noch fehlt, ist er noch nicht nach Hause gegangen. Da kommt ihm so ein Paedophiler gerade recht. Der Wille, das Bedurfnis zu Aggression ist in der Psyche des Taeters begruendet, in seiner Wut auf was auch immer (die Eltern, die mangelnde Anerkennung durch seine Umwelt, sich selbst), der Alkohol mindert die Hemmschwelle und verstaerkt die Aggression, der Kampf gegen Paedophile liefert die moralische Rechtfertigung, diese Agressionen auszuleben.

    Und jetzt kommt ihr, bitte.

  • Ueli sagt:

    @Andreas Dombek
    Nun…ich finde ihre Phänomenologie der „kranken Psyche“ sehr spannend. Nur habe ich einen bedeutenden Einwand. So ausserordentliche Menschen waren Hitler, Stalin und co. nicht…sondern viel schlimmer: Sie repräsentierten gerade den „Durchschnittsidioten“. Das waren keine Aliens vom Todesplaneten SS und auch keine Untoten aus einem Horrorstreifen. Hitler war ein einfacher Gefreiter, welcher von seinen eigenen Generälen und auch von den Industriekapitänen heimlich verachtet wurde – genauso wie er sie aus Minderwertigkeitskomplexen verachtete. Trotzki war ein genialer Militär und Theoretiker, während Stalin keins von beiden war und trotzdem hat er sich durchgesetzt – nicht nur weil Trotzki Jude war, sondern auch weil Stalin eben den Internationalismus hinter den Nationalismus stellte und somit die Gunst beim „durchschnittlichen“ Parteigenossen gewinnen konnte.

    • Andreas Dombek sagt:

      @Ueli
      Ihren Einwand finde ich grundsätzlich richtig, dem bürgerlichen Sinne nach, aber hier kommt trotzdem mein Einwand gegen Ihren. Denn Sie haben unbewusst die Lösung angesprochen. Man darf z. B. den Onkel Adolf und das Väterchen Stalin sowie den netten Gevatter Leo niemals als einerseits „Durchschnittsidioten“ oder als „Außerordentliche“ betrachten. Der uns hier bewegende Vorgang ist doch hinter diesen Begriffen verborgen. Da braucht’s keine Klassifizierungen in der Art wie von Ihnen beschrieben, dann da gilt nur eine Sache!
      Die Sache der Opferung seines Lebens für die „höhere“ Sache. Adolf H. schrieb den geflügelten Satz: ….“Und dann beschloss ich Politiker zu werden“….. und „opferte“ sein Leben der deutschen Sache. Man beachte, ein österreichischer Bürger, der erst 1932 durch faule Tricks einer naziorientierter Landesregierung Deutscher wurde. Da beschloss der nichtrussische Josef Stalin, seinen Priesterberuf an den Nagel zu hängen und der Hohepriester der Zerstörung des zaristischen Russlands zu werden. Bei Leo Trotzki wurde auch dessen Leben der Revolution geopfert.

      Sie sehen was ich beschreiben versuchte: Die Intelligenz, das Wissen und das Können spielen hier durchaus KEINE Rolle, sondern nur und ausschließlich die Opferwilligkeit der Handelnden. Da taucht bei diesen Menschen auch die Verachtung uns gegenüber auf, dass zwar sie selber ihr Leben der „hohen“ und „gerechten“ Sache geopferten hätten, wir die Normalos jedoch an unserem Pensionsanspruch kleben und uns um unseren täglichen Kleinkram sorgen würden. Sie würden ihr Leben der jeweiligen Sache opfern wollen, in Wirklichkeit sogar schon geopfert haben.
      Daher auch dieser extrem verdächtigte Mangel bzw. Zwang, die Frauen und Genossinnen an ihrer Seite zu verbergen, da man seine ganze Energie und Manneskraft dem Land geopfert hätte. Es wird auch dem Hitler untergeschoben, dass er gesagt habe, seine Gattin an seiner Seite sei Deutschland. Man, dass machte etliche dümmliche Frauen, aber nicht nur diese, damals wild. Die Faszination des Unerreichbaren.
      Der einzelne Kämpfer für das eine „hohe und heilige“ Ziel. Wie in der Literatur, in den Filmen und heutig auch leider in den irren Kampfvideos. Immer der einsame Kämpfer, der seinen klar erkannten Weg geht. Bei dieser Untersuchen sollte man die oben beschriebenen, eigentlich bürgerlichen Tugenden der Schlauheit zwingend beiseite legen.

      Ueli, diese Typen kommen richtigerweise wie Sie geschrieben haben natürlich nicht vom SS-Stern, aber, und das ist die furchtbare Erkenntnis, sie werden im Gefolge der Entwicklung jedoch durch solch einen Einzelnen erschaffen.
      Die Aussage ist schlimm, aber sicher richtig. In Frankreich war historisch der Antisemitismus bedeutend stärker als in Deutschland, aber in Deutschland hat die Opferung des einen bestimmten Menschen die wohl schwächere antisemitische Stimmung in gänzlich andere, schreckliche Bahnen gelenkt.

      Man darf den einzelnen Typen nicht unterschätzen, muss aber auch die politischen Maulhelden in dessen Umfeld oder Gefolge niemals übersehen und sogleich an die Wand drücken. Denn dieses Umfeld gibt uns Normalos keine lange Leine, wenn sie am Drücker sind, drum diesen Typen immer die rote (die fussballtechnisch gemeinte) Karte

      Ueli, das Väterchen Stalin hat den Trotzki eliminiert und Onkel Wolf auch seine Generäle (z. B. des 20.Juni) , obwohl Stalin niemals Soldat war und der Hitler nur der böhmische Gefreite. Und doch sind die superschlauen und oft studierten Generäle vor beiden Diktatoren umgekippt, entweder in deren Kanzleien oder bei den jeweiligen Pelotons nach der Erschießung.
      Wir dürfen den Sendungs- und Auftragswillen solcher Menschen bitte nicht unterschätzen.

  • Andreas Dombek sagt:

    Ob hier irgend welche ökonomischen Belange beim Massenmord eine Rolle spielen, darf und muss sogar bezweifelt werden. Da natürlich die Ökonomie eine reale Möglichkeit geboten hat, um all die Sachen durchzuführen, ist logisch. Der Kern bei solch einem Handeln liegt im Innersten des Bewusstsein der handelnden Personen.

    Wenn man bestimmten Massenmörder betrachtet, wird man feststellen, dass sie vor ihrer Wandlung zum „höherem“ Handeln eigentlich immer eine sog. Auszeit, also eine innere Einkehr hatten, wie Stalin im Lager, Lenin im Lager/Exil, Hitler in der Festungshaft, Mussolini im Gefängnis/Exil und fast nicht mehr seltsam …… natürlich auch gottesfürchtige Menschen wie Moses, Johannes, Jesus, Mohamed uam. in der Wüste. Sowie auch Raschid ad-Din Sinan, genannt „Der Alte vom Berge“ im 12. Jahrhundert mit seinen mordenden Assassinen. Diese haben bis in die romanischen Sprachen und ins Englische eingewirkt.
    Hier kann man einen Inaugurations-Riten erkennen, den der sog. „Auserwählten“ für seine folgenden Handlungen unbedingt benötigt. . Für uns Normales eine Möglichkeit, außerordentliche Menschen, im bürgerlichen Sinne falsch „Böse“ und „Gute“ genannt, in ein gewisses Erkennungsmuster zu bringen.

    Beim Massenmörder in Norwegen kann man nachhinein eine gewisse Entwicklung erkennen. Es bedeutet aber nicht, wenn andere Mensche auch solche Aktivitäten durchführen, sie deshalb auch so enden wie der besagte Mörder. Die gemeinsame Auffälligkeit ist dies: Er posiert in Darstellungen und der zugehöriger Kluft: Als Soldat bzw. Kampftaucher, als Soldat einer imaginären Templer-Armee, als Tempel-Ritter mit Theater-Kleidung und als schrecklich-schauriges Menschlein in der Kluft der Aspiranten bei den Freimaurern. Also so ziemlich viele sinnentleerte und für den Normalbürger nicht erkennbare Fehlentwicklungen. Die Freimaurerei hat ihm wohl den in anderen Bereichen nicht gegebenen „höheren“ Zuspruch gebracht. Er hat sich wohl dort seine „höhere“ Bestätigung erschlichen. Denn dort läuft m.E. ein inzwischen voll sinnentleerter und historisch falsch verstandener geheimnisvoller, aber etwas mummenschanziger Ritus ab denn er sicherlich aufsaugen wollte. Da konnte er wohl die suggestive Nähe zum „Höheren“ suchen, erwirken, finden und erhalten.

    Also eine notwendige Ersatzhandlung, weil ja seine ureigensten Landleute im nordischen Sinne vom wahren Weg abgekommen ist, er deshalb keine innere Heimat hat, er sich diese nun halt wieder herstellen und deshalb die vom „reinen“ Weg abgekommenen „Verräter“ beseitigen muss.
    Bei den nazistischen SS-Schergen war die schreckliche „Erkenntnis“ im Hirn: Blut tilgt Unreines! Das ist die Denkweise solcher Kranken und niemals ein ökonomisches System oder irgend andere bürgerliche Gegebenheit, wie Freiheit, Liberalität, Gesetzeskonformität, Gleichheit der Menschen uam.. Alle normal-menschlichen Sachen sind für ihn nur Mittel zum „höheren“ Zweck und werden bis zum „reinigendem“ Vorgang ganz bürgerlich angewandt.

    • Urs sagt:

      Hr. Dombek

      die Oekonomie als eine Art Schirm welcher andere Wissenschaftsbereiche ständig versucht zu erklären ist diese dann eben schon geeignet Erklärungen zu suchen und ev. auch zu finden. Wobei ich anderen Wissenschaften im gleichen auch zugestehe Erklärungen für Oekonomische Belange zu finden… ganz klar, da gibt es in der aktuellen Gesellschaftlichen Wahrnehmung was aufzuholen. Die Finanzmarktberichte sind in Ihrer Irrelevanz für den einzelnen viel zu Dominant und rauben den Platz dem man anderen Aspekten eben auch einräumen müsste. Die immer extremere Oekonomisierung der Gesellschaft, eben auch vieler Sozialbereiche ist meiner Meinung nach eine Fehlenwicklung die den Menschen nicht gerecht wird.

      Sicher, bei dem einzelnen, hier in diesem aktuellen Fall, dürfte der oekonomische Aspekt im Hintergrund sein, sobald es aber darum geht die Massen zu mobilisieren sind schlechte Oekonomische Bedingungen mit der üblichen dahergehenden Perspektivlosigkeit meiner Meinung nach eine Hauptursache für die Entwicklung von extremen Strömungen… das war ja auch bei der Hauptvorlage, dem 2ten. Weltkrieg, der Fall… kommt noch eine immer stärkere Polarisierung der Meinungen und Anliegen dazu, vermischt mit intensiver Kompromisslosigkeit und absoluten Moralansprüchen (wir sind die besseren Demokraten) dazu und bald ist die Suppe fertig gekocht…

      Beliebter Schutzmechanismus um „das System“ vor einem Zerfall zu schützen sind ein immer intensiverer Authoritäts- und Machtanspruch welche sich in immer weniger Mitspracherechten, dem Abbau von Rechten bei gleichzeitigem Aufbau von Pflichten, Ueberwachungs- und Polizeistaat, Vorschriften und deren Durchsetzung zeigt… dies alles einhergehend mit immer mehr Eigenverantwortungsansprüchen was am Ende bedeutet das dem Individuum Verantwortung für Fehlentwicklungen übertragen wird welche aber nur durch die Volksvertreter, der Gesellschaft als ganzes, gelöst werden können. Dem Individuum stehen dafür nie genug Ressourcen zur Verfügung… man lehnt sich aber gerne zurück und verweist auf aktuelle Theorien die man mit aller Macht versucht umzusetzten… man spricht von Freiheit, Liberalismus und versenkt beide Anspüche mit immer mehr Authorität.

      Als weitere Ursache steht bei mir die Diskrepanz von den Aussagen und Ansprüchen der politischen Systeme und dem was diese „nach den Wahlen“ tatsächlich tun im Vordergrund. Die Menschen wissen im allgemeinen sehr wohl was gut und was schlecht für sie und für die Gesellschaft ist. Um dies nun Umsetzen zu können braucht man Volksvertreter und zahllose andere Profis denen man nach den Wahlen primär mal Vertrauen müsste… doch das Wort Volksvertreter wird immer mehr pervertiert in dem aus einem persönlichen Vertreter der eigenen Anliegen ein Vertreter fremder Anliegen wird die beinahe Volkssportlich betrieben in ihrem Sinn und Anspruch komplett verdreht werden (wir müssen Mitarbeiter Entlassen das es später allen besser geht) so das sich der Bürger Sinnentleert und Angewiedert abwendet…

      Die tiefen Wahlbeteiligungen sprechen da klar und deutlich, doch noch stehen die erreichten Mehrheiten im Vordergrund egal wie diese zustande kommen bzw. wie wenig Bürger partizipiert haben. Das bedeutet aber eben genau nicht das damit jegliche Partizipation in der Gesellschaft auch zum erliegen kommt. Findet man als Indivduum keinen Volksvertreter mehr so wird halt einer Aufgebaut oder man sucht sich das was man hören/haben will in immer extremeren Flügeln des Gesellschafltichen Spektrums… in Schriften die nicht neu, aber oft im neuen Kleid daher kommen… genau wie die Symbole die üblicherweise verwendet werden um den Menschen sinnvolle Identifikation zu geben…

  • Urs sagt:

    Offensichtlich ist, das seit dem Zeitpunkt an dem der Täter in ein Rechtsnationales Spektrum eingeordet wurde grössere Teile der Bevölkerung und auch der Verantwortlichen aus Politik, Wissenschaft etc. äusserste Mühe haben diese Aussage stehen zu lassen… Dies im Gegensatz zu linken oder islamischen Tätern… bei denen stets der Fall klar und ohen Zweifel ist.

    Kein Wunder… Nationalstolz, Währungen, Flaggen und Hymnen, die Sprache als die üblichen Begleiter die zur Identifikation mit einem Ich das einen erklärbaren Bezug zur Aussen- und Innenwelt herstellen kann sind in den vergangenen Jahren nicht nur in einem Verständlichen Rahmen gepflegt sondern eben auch missbraucht worden…

    Gegen Ausländer, Multikulti, Sozialistisches und Linkes gibt man sich gern, öffentlich und offiziel Rabiat und Kompromisslos (und stet’s geht es gegen Menschen, gegen die Gutmenschen)… und im geheimen stimmt so mancher auch noch zu, will partizipieren, dazugehören… und verkriecht sich in Heimatanalogien welche längst von der aktuellen Form der Globalisierung überrannt worden sind…

    Wehrlos steht man da… als Individuum hat man schlicht die Mittel nicht um sich zu wehren, zu rationalisieren was etwa passiert wenn Mrd. Profite und gleichzeitige Massenentlassungen verkündet werden. Entlöhnungen der Teppichetagen im 2 stelligen % Bereich üblich sind wärend unten bei den Lohnempfängern ein flaches Minus nach dem anderen verkündet wird.

    Das Irrationale wird zum Rationalen angebliche unüberwindbaren Naturgesetz gewzungen… wiederholt in X direkten oder indirekten Varianten in den (Privaten nicht Demokratisch legtimierten) Medien und sind doch nicht in der Lage die Zweifel derer auszulöschen die von der Globalisierung überrannt worden sind… und überrannt wurden gerade in Europa und den USA die meisten.

    Der einstige Mittelstand als Bollwerk gegen Extremismus, als Fundament der Zivilisation und Aufklärung sowie der Bildung hat bereits seit mehr als 20 Jahren ausgedient, wurde als nicht mehr nötig empfunden… man hat den gut bezahlten Berufen der Mittelklasse systematisch den Kampf angesagt. Einen Kampf den diese nur verlieren können… das andienen an die Rendite- und Profitsucht deren publizierte Ergebnisse als ultimative Erfolgsfaktoren schon seit Jahren im Börsenteil unter die Leute gebracht werden. Wobei hier eine hirarchisch-gesellschafltiche Relevanz einer höheren Macht unterstellt wird welche diese für die meisten Menschen nie hatte. Eine Berufsgruppe nach der anderen wurde wegrationalisiert, die Löhne gekürzt, Diplome Obsolet gemacht, der Status entzogen, lächerlich gemacht, in eine Form von konstanten und pervertiertem Wettbewerb gebracht (ein Chinese arbeitet für 1/20 deiner Kosten)…

    Ja wir sind uns nicht mal zuschade Steuergelder für die Gesunderhaltung von Aktionären und Investoren zu verwenden wärend parallel dazu die Sozialen Systeme welche einst die modernen Industrieländer ausgezeichnet haben eliminiert werden…

    Die Globalisierung mit ihren zahllosen Nachteilen für die meisten Standardlohnempfänger kommt rational daher, ist aber in ihrer heutigen Ausgestalltung für viele Menschen nur mit Nachteilen verbunden welche eben nicht mehr Rational erklärbar sind… Im Namen der Globalisierung, der Renditen und Profite werden Tag für Tag die abscheulichsten Taten vollbracht… vollbracht heisst hier einmal mehr eine stets vorhandene gezielte und geplante Maximierung von Renditen, Marktanteilen und Profiten gerecht zu werden. Dafür nehmen wir alles in Kauf, wir sind ja so erzogen worden, nur um uns alle Tage wieder ob der negativen Begleiterscheinungen und Barbarei im nahen und fernen Ausland zu entrüsten… Kinderarbeit, Krieg, Hunger, Armut, abscheuliche Tiertransporte, Umweltzerstörungen gigantischen Ausmassen… die Liste ist lang, viel länger als die Peeudorationalität mit der wir uns strebsam um gesunde Bilanzen kümmern… verpackt in Hochglanzprospekten und Dunklen Anzügen versuchen wir zu Rationaliseren und räumena us dem Weg was viele bereits anzweifeln….

    Doch Zweifel sind nicht angepracht… und meistens gibt es auch keine Erklärungen dafür so das man sich am Ende seinen eigenen Weg suchen muss.

    • Anh Toan sagt:

      @Urs: Norwegen ist einer der sozialsten Staaten der Welt, mit hohem Wohlstand und geringer Arbeitslosigkeit, Anders B. bezeichnet sich als Unternehmer, Ihre Tirade gegen Globalisierung und Renditemaximierung macht, auch wenn sie noch so gut ist, hier keinen Sinn.

      • Urs sagt:

        Hr. Toan, trotzdem werden die Ausländer in Norwegen genauso negativ wahrgenommen wie in etlichen anderen Ländern. Gewisse Politische Interessen bieten auch in Norwegen Hand dazu… Die Situation ist auch ähnlich in dem etwa die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt mit Ausländern aufrechterhalten wird… die Brutfaktoren welche einer gewissen negativen Ansicht zu den Themen Migration und Multikulti Hand bieten sind in etwa überall die gleichen… Armut, Arbeitslosigkeit und natürlich nie zu unterschätzen das „up bringing“ und Charakter jedes einzelnen…

        Ich schätz den Anteil derer die der Globalisierung je nach Fragestellung skeptisch gegenüber stehen auf 30-60% ein… die Unsicherheiten und Angste vor Ueberfremdung sind also permanent vorhanden, egal wie reich ein Land ist da ja stets ein Teil an diesem Reichtum, der Bildung usw. nicht partizipiert…

        Man soll blos nicht denken, das nur weil sich einfache Leute nicht entsprechend artikulieren könne diese nicht auch stitzug werden ob gewissen Entwicklungen… etwa der Lohn- und Vermögenschere, dem langen Monat nach dem das Konto leer ist, dem opressiven Vorgesetzten der seine Renditeziele trotz Gewinnen erfüllen muss usw.

        Meine Tirrade zur Globalisierung entspringt u.a. der Tatsache das sämtliche für Menschen wichtige soziale Aspekte bis heute nicht Globalisiert sind was am Ende darauf hinaus läuft das alles ungeregelt und unverbindlich ist und man als einzelner dem alleine gegenüber steht… Meine hier einbezahlten Rentengelder kann ich nicht 1:1 ins‘ Ausland transferieren… in der EU gibt es kein Recht auf Niederlassung noch auf Arbeit… usw. das kann jedem eigentlich egal sein solange man nicht mit negativen Aspekten konfrontiert wird… viele werden aber damit konfrontiert, auch hier in der Schweiz. Trotz des gigantischen BNP….

        • Ueli sagt:

          @ Urs
          Ich habe noch einen kleinen Zusatz zu ihren richtigen Bemerkungen.

          „Rebellion against civilization is due to the fact that the latter incessantly imposes all kinds of material and psychological sacrifices. They are supposed to be „rational“ because they are expected to guarantee the self-maintenance of the whole and the security of the individual, but they fail to do this. The fury against civilization, concentrated in a pure form, stems from the feeling of being cheated.“ (Remarks on „The Authoritarian Personality“, Adorno)
          Vergessen wir nicht das der Massenmord von Menschen schon industriell betrieben wurde (z.B. Holocaust) und das die Täter genau so „anständige / aufgeklärte“ Bürger waren wie Anders B.
          Hitler wurde noch 1937 vom Time Magazine zum „Man of the year“ gekürt und als die Nazis anfingen zu schlachten, da schaute die Welt nur zu.

  • Hampi sagt:

    Jeder, ja jeder hinterste und letzte, möchte einmal im Leben „The Greatest“ sein. Und jeder stellt sich darunter etwas anderes vor. Im harmlosen Fall sind das öffentlichkeitsgeile Menschen, die (z.B. durchs Fernsehen) berühmt werden möchten oder Männer/Frauen, die sich scheiden lassen, nur um sich (oft nach ausgelebtem Sexualtrieb) wenig später in der gleichen Situation wiederzufinden. Es ist der Selbstverwirklichungstrieb, der uns ein Ziel vorgibt. Selbst das Verhalten eines Süchtigen (Substanz/Arbeit/Sex/etc.etc.) ist in diesem Sinne „logisch“ (We can be heroes, just for one day).

    Ohne solche Anekdoten wäre der Mensch nicht Mensch.

    Doch auch die entsetzliche Chronik des Norwegers gehört, wie der Tod, zum Menschen. Es ist ein Trost, dass beides relativ selten vorkommt. Auch beruhigt es uns ein bisschen, wenn wir den Attentäter „entmenschlichen“, indem wir ihn Bestie, Monster oder Psychopath nennen. Aber schliesslich bleibt er trotzdem, was er ist: ein Mensch.

    Das ist ziemlich fatalistisch, aber auch die Alternative (durch hilflose und präventive Massnahmen die Gemüter beruhigen) kann nichts an der unerträglichen Tatsache ändern, dass keine Gesellschaft, die persönliche Freiheiten garantiert, einen Breivik ausschliessen kann.

  • Samuel Müller sagt:

    was lange gärt wird endlich wut und mord

  • Andreas Dombek sagt:

    Ein gewisser, jedoch sehr tief verborgener Schlüssel zum Teilverständnis dieser unmenschlichen Tat kann aus der Verwendung dieser bestialischen Munition abgeleitet werden.

    Der von Herrn Markus Diem Meier unrichtig dargestellten Vorgang bei der Beschreibung der Dum-Dum-Geschosse führt keinesfalls zur von ihm beschriebenen „Explosion“, weil diese Munition durch ihre Kleinheit tatsächlich keine Explosivladung hat. Tatsächlich wird lediglich an der zunächst original seienden Projektil-Spitze eine einfach durchzuführende Präparation durchgeführt, welche durch diese Veränderung ein komplett anderes Eindringverhalten im Körper bewirkt. Die so behandelten Projektile dringen mit Kaliber-Durchmesser ein und werden im Körper meist in der Formgestaltung verändert. Sie spleißen sich auf, werden breit, flach oder deformiert, zerlegen und drehen sich und geben im Körper unzählig kleine und größere Partikel (Splitter) ab. Beim Austritt entstehen dann faust- oder sogar handballgroße Öffnungen, welche sehr schlecht medizinisch zu betreuen sind. Das Gewebe wird stark beschädigt und zerstört. Die lebenswichtigen Blutbahnen werden oft in Mitleidenschaft gezogen.

    Aufgrund dieser Vorgehensweise kann man m. E. einen Gedankenstrang zu dieser Bestie ableiten, dass er offensichtlich kein Amokläufer war, sondern ein „vorausdenkend“ Handelnder, der extrem nazistisches Gedankengut und Kalkül hatte. Diese Dum-Dum-Geschosse haben aus seiner Sicht wahrscheinlich den rituellen Charakter der national-sozialistischen Gift-Gase, die eben auch ausschließlich in der Diktion der Nazis für absolut „lebensunwerte Gegner“ verwendet wurden. Denn die sog. „normale“ Munition hat diesem Killer für dieses Tötungsritual auch nicht gereicht, denn sie wird im Denken des Täters ja nur für soldatische Gegner verwendet. Es musste das bestialisch schlimmste an der Munition sein, welche er mit seinen Handfeuerwaffen verschießen konnte. Schlimmer ging’s nimmer. Diese Art von behandelter Munition treibt die Mortalitätsrate in Richtung 100%.

    Im Krieg wird sogar dem weidwund-sterbenden Gegner gegebenenfalls der sog. „Gnadenschuss“ gegeben. Nicht einmal diese sog. „ritterlich-soldatische letzte Gnade“ hat dieser Mensch den unschuldigen Kindern „gegönnt“. Wenn er die kruden ritterlichen (Tempelritter), soldatischen (Militär), arisch-nordischen Gedanken (Nationale, Nationalisten, Scandik-Nazis uam.) sowie soziologisch missverstandenen Ideen (Männlichkeitswahn, Held, Kämpfer, Befreier, Freimaurer) bis zur seiner entgültigen Handlungsweise folgt, ist diese Verwendung der Dum-Dum-Geschosse augenscheinlich ein Schlüssel zu seiner kranken Seele.

    Der Typ hat sicherlich einen „höheren Befehl“ durchzuführen, zur Erlangung „höherer Ziele“ mit „höheren Werten“, die wir Normalos üblicherweise nicht einmal im Ansatz verstehen oder gar nachvollziehen können. Das zeigt sich auch bei ähnlichem Verhalten bei Nazis, Stalinisten sowie all der vielen anderen einzelnen und organisierten Extremisten. Ein Gut und Böse gibt es bei ihm nicht, wie bei den mordenden Nazis und Stalinisten. Es gibt nur das Notwendige, das was getan werden muss und das nicht Notwendige, was dann nicht getan wird. Eine Abwägung zwischen Gut und Böse erscheint nicht einmal am Gedankenhorizont. Man ist bei den „notwendigen Handlungen“ ja exkulpiert, denn man handelt auf „höheren“ Befehl. So einfach ist das, für ihn.

    Fazit: Der Mörder hat wegen eines vom „höheren Auftrag“ erhaltenes „Hochamt der rituellen Vernichtung, Opferung, Säuberung und Reinigung“ durchgeführt. Er ist also der „hoch Erwählte“, der dazu beauftragte Vollstrecker des Hochamtes. Er handelt als vom „höheren“ Auftraggeber beauftragte und notwendige Ausführende. Mehr nicht. Alles innere Empfindungen von Nazis uam. Das Gerichtsverfahren wird sicher ein Grauen.

    • Anh Toan sagt:

      @Anders Dombek: Haette er auf muslimische Immigranten geschossen, koennte Ihre Thesen passen, er hat aber auf „unschuldige“ Teenager geschossen, die waren auch in seinen Augen nicht „lebensunwerte Gegner“. Ginge es ihm tatsaecfhlich um das angegebene politisches Ziel, waeren seine Opfer Kollateralschaden. Die Tat waere allenfalls geeignet, seine politischen Ziele zu foerdern, wenn das von ihm gesehene Problem (muslimische Immigration) von kaum jemandem sonst wahrgenommen wird. (Man kann den PLO Terror damit rechtfertigen, dass in den Siebzigern die Welt das Palaestinenserproblem ignorierte, der Terror war nuetzlich, um darauf hinzuweisen, ich verneine lediglich die Angemmessenheit der Mittel). Dem war, auch in seiner Wahrheit, nicht so! Es geht nicht um politische Ziele, es geht um Egozentrik, Egoismus, Narzismus, Geltungsdrang.

      • Andreas Dombek sagt:

        @Anh Toan Im ersten Augenblick stimmt Ihre Aussage, aber, und dass ist sichtlich hier das Problem, der besagte Mörder hat m. E. auf die Muslime eine sekundäre, auf die germanisch-arischen Landsleute jedoch eine viel heftigere primäre Wut.
        Seine Denkweise wird sicherlich der urprimitiven Art folgen, wie sie auch bei den altgermanischen Kriegern feststellbar war, auch den Kindern und Kindeskindern der Überfallenen, Geschändeten und Getöteten das Leben nahmen. Hier wird es sicherlich von ihm so gemeint sein, dass er die jetzig „verwerflich“ handelnden Landsleute sicherlich nicht mehr auf den „richtigen“ Weg bringen werden kann. Deshalb muss aus seiner Sicht ein Unterbruch erfolgen. Daraus leitet er die gezielte Tötung der jungen Menschen ab, die nach seiner Diktion zwar grausam, aber nötig war. Es geht um den genealogischen Unterbruch, um die von ihm unterstellte weitere Ausbreitung der „uneuropäisch-islamistischen“ Unart zu unterbinden.
        Eine Umkehrung der jetzig handelnden Verantwortlichen ist für ihn nicht möglich. Dadurch würde weiterhin der „uneuropäische und ungermanische“ Zuzug von anderen Menschengruppen weiter gehen. Seiner, und dass ist die noch immer arg unterschätzte Gefahr, und sicherlich nicht nur wenigen Irren, die diese rassistische Gesinnung in sich tragen, muss man sich deren Gesinnung stellen und liebgewordene Meinungen und Beurteilungen über Bord werfen. An der tiefsten Stelle des Meers. Denn diese Menschen glauben unerschütterlich, nur durch „altgermanisch-arische Reinheit“ die Zukunft Europas zu ermöglichen.

        Den Gedanken, dass er und seinesgleichen Gesinnungsgenossen und wir alle hier auch nur Zuwanderer waren, kann er nicht ertragen Das die aus dem Norden kommenden „nordischen“ Rassen sicherlich von anderen Völkern dorthin verdrängte Gruppen waren, die in unsere heutige „Heimat“ vorgedrungen sind und dabei wieder andere Menschen verdrängt, vernichtet und sogar teilweise assimiliert haben.
        Mit solchen Informationen und Meinungen kann man sicherlich im Anfangsstadium sog. „Völkisten, Nationalisten, Alt- und Neo-Nazis und germanophil-arisch Durchgeknallte“ eine verunsichern und zu duldbaren konservativen Bürgern bringen.
        Es scheint so zu sein, dass die Tötung der jungen Menschen zum gewollten Unterbruch in der von ihm gemeinten falschen Entwicklung bringen sollte. Er hat erkannt, dass seiner Denkweise die „Durchseuchung“ in seinem Land, in Skandinavien und dem restlichen christlich-germanischen Europa zu weit fortgeschritten ist.

        Eventuell deutet die Jahreszahl 2083 nicht primär auf die 400 Jahre erfolgreiche Abwehr bei der 2. Türkenbelagerung in Wien, sondern könnte auch auf den Beginn des „goldenen“ Zeitalters nach der nun begonnen „notwendigen Reinigung“ erfolgen. Seine Reflexionen deuten schon sehr stark auf die von uns empfundenen höchst unmoralischen Untugenden der damaligen nazistischen Täter, die auch sinngemäß meinten, der wahre germanisch-arische Erfolg würde sich nach 2 bis 3 Generationen entgültig und zukunftsgesichert durchschlagen. Bei angenommenen 25 Jahren pro Generation multipliziert mit drei davon ergibt etwa die gemeinte Jahreszahl.
        Dies ist kein Amok und deshalb wurde von ihm kein Selbstmord durchgeführt, wie von etlichen Amoktätern. Er hat die innere Gewissheit, dass er noch gebraucht wird, um den gesamten „höheren“ Auftrag weiterhin durchzuführen. Einsicht, Reue, Zweifel, Angst oder Neubewertung seiner Taten, von ihm niemals. Er hat sich auf einen langen Weg des Kampfes eingestellt. Er opfert seinen nordischen Göttern sein Leben für diesen Kampf. Was spielen da 30 Jahre Gefängnis. Es geht ihm um ein Ziel: Rassistische Reinheit und rassenreine Zukunft!

        Die von Ihnen postulierten Vorgaben zu Egozentrik, Egoismus, Narzismus, Geltungsdrang sind für „normale“ Irre richtig, aber hier dürfte eine gänzlich andere Gedankenwelt vorhanden sein. Für uns nicht mit logischen Mittel nachvollziehbar, außer man macht eine fürchterliche Reise in diese „reine“ Welt.

        • Anh Toan sagt:

          Anders B.s Gesinnung ist weit verbreitet, aber nur Anders B. setzt diese Gesinnung in eine solche Tat um. Die anderen schreiben lediglich dummes Zeugs in Blogs, sind fuer Minarettverbote etc. Anders B. muss doch ganz anders ticken, sonst koennte er nicht so unterschiedlich agieren. Ich glaube (weil ich keinen kenne), Osama bin Laden, Atta und Anders B. sind Brueder im Geiste. Ein ’normaler‘ Mensch opfert nicht sein gesamtes Leben einem „hoeheren Auftrag“, allenfalls wenn er ohnehin nichts zu verlieren hat, was bei keinem der genannten der Fall ist. Sie finden eine Rechtfertigung fuer das Ausleben eigener Triebe in einem „hoeheren Auftrag“. Sie sind wie der Sadist, der eine Stelle als Folterknecht annimmt. An erster Stelle kommt das Ego, der hoehere Auftrag dient als Rechtfertigung gegenueber sich selbst und den Anderen, fuer das ruecksichtlose ausleben des eigenen Egos. Diese Menschen sind in hoechstem Grade und im eigentlichen Sinne des Wortes asozial.

          • Urs sagt:

            Hr. Toan,

            der Mensch glaubt eher an etwas als das er etwas mit „Rationalität“ begründet kann… Jeder Krieg ist so ein Ereignis und totzdem lassen wir uns immer weider von einer Hand voll Despoten in den Krieg der Gerechten hetzen, viele machen sogar „freiwillig“ mit…

            Glaube aber, der versetzt bekanntlich Berge… Insofern herscht hier die totale Irrationalität und so verrenken wir uns maximal um Erklärungen zu finden die nie gefunden werden können… und trotzdem tun wir unser ganzes Leben so als ob…

          • Anh Toan sagt:

            @Urs; Der Despot benutzt genau genau diese in den Menschen vorhandenen niederen Instinkte, gibt ihnen ein Ziel und eine Rechtfertigung. Anders B. sucht sich die Rechtfertigung zum Ausleben seiner Instinkte selbst. Er versucht, sein Gewissen mit dieser Rechtfertigung auszuschalten. Auf Dauer wird dies ihm nicht gelingen, er wird sich eines Tages im Strafvollzug umbringen.

  • Anh Toan sagt:

    @Markus Diem Meier: Herzlichen Dank.

  • Andres Müller sagt:

    „Das Böse“ existiert nicht.

    Der Begriff Böse ist eine Interpretation des Gefühls und nicht der Ratio.

    Die Kirche streitet seit tausenden Jahren um diesen Begriff, die moderne Wissenschaft verwirft ihn aber.
    In der Forensik werden sie diesen Bergriff kaum finden, weil die Psychiatrie andere Erklärungen findet, was wiederum die Justiz beeinflusst hat. Die Aufklärung hat den Blick auf das Böse verändert, und dabei bleibe ich auch.

    Warum sind die Milliardäre nicht böse welche die staatlichen Rettungspakete in Form von Boni in die eigene Tasche scheffelten? Indirekt kostet dies vielen Menschen den Tod und Hunderttausende werden Arbeitslos oder verarmen.

    Sie taten es nicht aus ideologischen oder krankhaften Motiven, sondern weil sich die Gelegenheit dazu bot.
    Da würde ich Eugen Sorg dringend widersprechen. Breits Monate vor dem Kriegsausbruch hatte sich Hass und Misstrauen in Jugoslawien festgesetzt, die Menschen waren bereits lange zuvor psychisch negativ verändert als sich die Gelegenheit dann bot und ihr Freund dorthin reiste. Es waren jene Veränderungen der Gesellschaft im Gange, die sich in letzter Zeit auch in Europa ausbreiten, nur in gesteigertem Ausmass infolge der wirtschaftlichen Notlage.

  • Anh Toan sagt:

    The silicon chip inside her head
    gets switched to overload
    nobody’s gonna go to school today
    she’s gonna make them stay at home
    and Daddy doesn’t understand it
    he always said she was good als gold
    and he can see no reasons
    ‚cause there are no reasons
    What reason dou you need to die, die-ie-ie-ie
    Tell me why I don’t like mondays

    (habe die letzte Zeile vor dem Refrain aus einer anderen Strophe eingefuegt

    Boomtown Rats zu einem 16-jaehrigen Maedchen, das die halbe Schule niedergemaeht, und auf „warum“ geantwortet hat: „I don’t like mondays.“ Find ich besser als alles, was ich bisher zu Anders B. gelesen habe.

  • Josef sagt:

    John Maynard Keynes hat aber auch geschrieben:
    «Spekulanten mögen so lange keinen Schaden anrichten, wie sie Blasen auf dem steten Strom des Geschäftslebens gleichen, aber die Angelegenheit wird ernst, wenn das Geschäftsleben sich zur Blase auf einem Strudel der Spekulation entwickelt. Wenn die Kapitalbildung eines Landes zum Nebenprodukt der Geschäfte eines Kasinos wird, droht die Sache schiefzugehen.»

    Leider haben wir heute genau dieses Problem. Zum Beispiel Devisenhandel: Dieser beträgt 4000 Milliarden Dollar pro Tag. Der globale Handel gerade mal 50 Milliarden pro Tag. Da wedelt doch der Schwanz mit dem Hund!

    Ein solches System führt zwangsläufig zu starken Schwingungen und damit Ungerechtigkeiten. Diese Ungerechtigkeit wird zwar empfunden, man weiss aber nicht so recht, woher sie kommt und schon gar nicht, wie man etwas dagegen unternehmen könnte. Dieses Ohnmachtsgefühl bringt wohl einige Menschen letztlich zum ausrasten. Andere werden fehlgeleitet und meinen die Ursachen in Islamisten oder den Linken zu finden. Im schlimmsten Fall unternehmen sie dann konkret etwas gegen den vermeintlich materialisierten Feind.

    Doch wer genau bewirkt die Ungerechtigkeit? Der Einzelne fühlt sich unschuldig, da er in seiner Lebenssituation gefangen ist, wo er nicht viel Handlungsalternativen hat. Es ist das System, die Regeln und wie sie heute angewendet werden, welches die Ungerechtigkeiten bewirkt. Das muss man erst mal erkennen wollen, bevor man Schuldige suchen und vor allem Lösungen finden kann.

  • Hugo Graf sagt:

    Die Täter aus einer Gruppe des Jugoslawienkrieges mit einem wahnsinnigen Einzeltäter wie Behring Breivik zu vergleichen ist absoluter Unsinn. In Jugoslawien wurde in der Gruppe gehandelt, der Hass unter den unterschiedlichen Völkern wurde zuvor angeheizt. Der Krieg macht viele Soldaten während des Krieges zu Bestien – es geht schliesslich um das Überleben des Einzelnen und seiner Gruppe und es gelten andere Gesetze. Das Töten wird zum Beruf.

    Breivik hat ein unheilbares krankes Gehirn. Jegliche rationalen Erklärungsversuche für eine solche grausame Tat sind vergebliche Bemühungen. Rationales denken ist sowieso grösstenteils ein Mythos, weil das Denken meistens unbewusst stattfindet. Solche kranken Gehirne sind glückerweise selten, diese können aber unter allen Gruppierungen von Menschen gefunden werden.

    • Roland sagt:

      Ich habe keine grossen Probleme, das rational zu erklären. Breivik funktioniert wie ein Roboter, „Terminator“ kommt mir in den Sinn. Seine Ablehung von Islam und Multikulti sind heute durchaus mehrheitsfähige politische Positionen. Gewalt als Mittel ist für Leute attraktiv, die sich Erfolg auf kürzestem Weg erhofen. Breivik fehlt es allerdings völlig an Emphatie. Mich würde interessieren, wann in seinem Leben er diese zentrale menschliche Funktion verloren hat. Schlussendlich hat er sich auf die gleich Stufe derer gesetzt, die er eigentlich bekämpfen wollte.

      • Anh Toan sagt:

        @Roland; „Schlussendlich hat er sich auf die gleich Stufe derer gesetzt, die er eigentlich bekämpfen wollte.“ Damit sagen Sie, seine Opfer waeren so niedrig wie er! Ich hoffe, das meinen Sie nicht wirklich!

  • Bruno Bänninger sagt:

    Terror ist Gewalt gegen Wehrlose. Die Opfer hatten keine Möglichkeit, sich der Attacke zu erwehren. Wie alle Terroristen ist auch dieser Barbar extrem kommunikationslüstern. Er versteht seinen Terrorakt als funktionaler Beitrag zu einer Ökonomie der weltweiten Aufmerksamkeit. Das Paradoxe ist schreiend: er kann nicht darlegen unter welcher Perspektive er sein massenmörderisches Erschiessen von Zufallsopfern zu rechtfertigen gedenkt. Seine Argumente sind wahnwitzig und unerträglich. Mit allen Mitteln und äusserster Konsequenz müssen dieser Bestie die Bühnen der Medienwelt entzogen werden.

    • Taric Trent sagt:

      Terror ist Gewalt, die der Staat als gegen sich gerichtet auffasst. Sie verwechseln einen Amoklauf mit einem Terroranschlag. Einer Oma im Rollstuhl eine reinhauen geht nicht unter Terror, sie vermischen ihre moralische Empörung mit der Bestimmung der Sache.

      • Bruno Bänninger sagt:

        Vielen Dank für Ihre wertvolle und deutliche Belehrung, sehr geehrter Herr Trent. Hoffentlich tut es Ihnen gut. Ich beneide Sie, weil Sie wissen was „Bestimmung der Sache“ (Terror oder Amoklauf?) ist…

        • Taric Trent sagt:

          Tut mir leid, dass ich auf ihre Füsse getreten bin! Aber es gibt die verschiedenen Worte aus einem Grund, man will die Dinge auseinanderhalten und wenn sie in den ersten 5 Worten eine falsche Erklärung liefern, dann korrigiere ich das weil in der Terrorstatistik nunmal keine Maulschellen für Kinder oder Vergewaltigungen drin sind. Also seien sie gnädig und tragen sie mir meinen Tonfall nicht zu lange nach! Immerhin habe ich auch gesagt was ein Terroranschlag ist, sie haben also gratis etwas gelernt. Im Übrigen habe ich mir das nicht selbst ausgedacht, sondern von einem Wissenschaftler gehört!

          • Roland sagt:

            Terror ist also trotzdem der richtige Ausdruck. – Oder wie soll der norwegische Staat auffassen, dass der Regierungsquartal inkl. Staatsministerbüro in die Luft gesprengt wurde. Der Überfall auf die Insel dem Nachwuchs der grössten Partei Norwegens galt und Breivik die ehemalige Staatministerin Brundtland eigentlich dort als Ziel hatte.

            Im übrigen ist den norwegischen Internetsites zu entnehmen, dass Breivik nach dem Terrorparagrafen angeklagt wird. Zudem möglicherweise auch noch für Verbrechen gegen die Menschheit.

            Amok definiert sich laut Wikipedia: „Heute bezeichnet der Begriff meist eine plötzliche, willkürliche, nicht provozierte Gewaltattacke mit erheblich fremdzerstörerischem Verhalten mit darauffolgender Erinnerungslosigkeit und Erschöpfung und teilweisen Umschlag in selbstzerstörerische Reaktionen. Täter, die in einer solchen Ausnahmesituation Straftaten begehen können, nennt man Amokläufer oder auch Amokschützen, falls sie Schusswaffen gebrauchen, oder Amokfahrer, falls sie Fahrzeuge einsetzen.“

          • Taric Trent sagt:

            Ich habe auch nicht gegen die Bezeichnung Terror angewettert, sondern gegen die dargebotene Erklärung von Terror. Sehr richtig was sie sagen, der norwegische Staat weiss schon wer gemeint ist wenn man das Büro der Regierungspartei in die Luft jagt. Auch der Amoklauf ist wegen der zielgerichteten Zerstörung des politischen Gegners einen Anschlag auf den Staat und seine Verfassung, die das Töten von politsichen (!) Gegnern verbietet.

  • Taric Trent sagt:

    Sieht man sich die Ergebnisse dieser „Ordnung des Lebens“ an, nämlich Krieg, Armut, Reichtum, Vergiftung, Raubbau, Zwang, Gewalt und Unterordung überall, dann fragt man sich schon ob es nicht eher ein Zeichen von durchgeknallt ist gute Worte darüber zu verlieren, Herr Diem! Die Psychopathologisierungen, die jetzt anstelle der Gründe und des Weltbilds des Amokläufers herumgereicht werden, sind nur ein billiger Ersatz für die Erkenntnis, dass Dieser Mann etwas für das Wohl Europas tun will, er also ein Euronationalist ist, der in den Muslimen den Untergang seines Volkes sieht. Das kommt einem nicht von ungefähr bekannt vor, denn das ist momentan Leitideologie hier! Die Gründe warum der das tat sind nämlich allen wohlbekannt, viele Teilen die Auffassung, dass das linke Gutmenschentum und die Islamis Europas Untergang verschulden. Da war nur jemand ein wenig radikaler als der Kommentator, den wir von allen Kommentarspalten so gut kennen und hat sich um den Nachwuchs dieser linken Unmenschen gekümmert, plus ein Racheakt an die Regierung, die alles verkackt. Auch den Gedanken muss man nicht weit suchen!

    • Anh Toan sagt:

      @Taric Trent: Sie liefern keine Gruende fuer die Tat an sich, nur den Grund fuer die Wahl der Opfer. Die Frage bleibt, ob der gleiche Taeter sonst eine aehnliche Tat an anderen Opfern begangen haette. Mache jetzt einen Absatz, Sie haben wenig Zeit, brauchen Sie nicht mehr zu lesen, spaetestens jetzt verstehen Sie’s.

      Vielleicht haette er eine Bankerveranstaltung ueber den Haufen geschossen, und wuerde sich als Linksfundamentalist bezeichnen. Markus Diem Meiers Beirag wird ab und mit „Doch was, wenn das alles nichts nützt?“ hervorragend: “ Wenn das Böse sich erst im Nachhinein eine Rechtfertigung sucht?“ ist der beste Satz. Ich mochte an Punk die Akzeptanz der eigenen Boesartigkeit, zu gestehen, dass es Spass macht zu zerstoeren, Autofahren ist oed, Autos kaputtschlagen macht Spass! Wer haette nicht Bock auf so einen Actionjob bei Greenpeace? Nicht um die Natur zu schuetzen, sondern um an der Aktion teilnehmen zu koennen. Was wollen die Radikalen WEF Gegener? Wirklich ein anderes Wirtschaftssystem oder einfach Krawall? Die meisten wohl beides, lediglich mit unterschiedlicher Gewichtung. Ein paar finden auch nur ein Maedchen oder einen Typen scharf.

      • Ueli sagt:

        @anh Toan
        Diese Tat als „zufälligen“ Ausrutscher eines einzelnen Bekloppten darzustellen ist genau so naiv und fahrlässig, wie die Leugnung, dass in Europa und Amerika (Tea-Party-Bewegung) ein neuer Faschismus immer mehr Auftrieb erhält.

        • Anh Toan sagt:

          @Ueli: Diese Tat in ein Rechts – Links Schema zu pressen, ist ein Niveau, dass ich von Ihnen nicht erwartet habe,

          • Ueli sagt:

            @anh Toan
            Wäre Anders B. ein islamistischer Fundamentalist gewesen, gäbe es wohl für die meisten rechten Kommentatoren und Medien überhaupt keinen Grund daran zu zweifeln, dass der Islam wieder mal seine hässliche Fratze gezeigt hat.
            Da der Täter aber nun als rechtsnationaler Faschist entlarvt wurde ist man in Norwegen (und anderswo) anscheinend schon fast froh darüber, dass es nur einer „von uns“ war, welcher das Unfassbare verübt hat.
            Sobald aber die „linken Gutmenschen“ jetzt kommen und die Tat in einen grösseren Zusammenhang stellen wollen, wird ihnen blanker Populismus von derselben Seite vorgeworfen.

          • Anh Toan sagt:

            @Ueli: Ja, aber Sie nehmen das tiefe Niveau an, und dies enttauescht mich.

      • Taric Trent sagt:

        Ich wiederhole mich in diesem Fall äusserst gerne: Spinnerei oder Bösartigkeit sind eine falsche Erklärung warum der das gemacht hat. Das sind überhaupt keine Erklärungen, sondern Zirkelschlüsse, die böse/nicht zu verstehende Tag wird einfach in den Menschen zurückgespiegelt, als Anlage. „Im Nachhinein“ hat sich dieser Mann jedenfalls nicht für eine Handlung im Affekt gerechtfertigt, sondern hat den Entschluss dem Gegner maximal zu schaden während 9 Jahren durchgezogen, geplant und vorbereitet. Warum sollte eine Nazi eine Bankveranstaltung über den Haufen schiessen und sich dann als Linksfundamentalist (super Wort?) bezeichnen? Das wäre wirklich irrisinnig!

        • Anh Toan sagt:

          @Taric Trent: Ich wuerde exakt das gleiche schreiben ueber jemanden, der in einer Eliteschule rumballert, um den Kapitalismus zu bekaempfen. Sie?

          • Taric Trent sagt:

            Natürlich, ich schreibe ja gerade man soll seine Beweggründe ernst nehmen und nicht seine Psyche pathologisieren oder ins Moralische verschieben – Bösartigkeit. Etwas habe ich noch zu ergänzen: Dieser Mann hat sich selbst für das Grosse Ganze geopfert, in diesem Fall Europa, das war sein Volkskollektiv. Das ist eine urbürgerliche Tugend, seine persönlichen (in diesem Fall: Freiheitsinteressen) zu Gunsten des grossen Ganzen aufzugeben. Bürgerliche Propaganda besteht immer auch darin, seine Privatinteressen zurückzustecken zu Gunsten der Interessen der Nation und bei Nichtentsprechen kommt der Hammer des Egoismus, der eigentlich auch ein paar Worte verdienen würde, die ich mir aber an dieser Stelle schenke. Das passende Zitat, den wir alle kennen: „Frag nicht was dein Land für dich tut, frag was du für dein Land tun kannst“. Es ist schon ein Beitrag zur Sache wenn man mal darauf hinweist, dass dieser Mann auf seine persönlichen materialistischen Ziele für die Rettung des grossen Ganzen verzichtet hat, wohl sah er darin einen besonders ehrenvollen Weg, den man wegen den unmorailschen Begleitumständen erst in 60 Jahren erkennen wird. Dann aber wird man ihn als Held feiern, ihn, den Verteidiger des Abendlandes.

          • Anh Toan sagt:

            @Taric Trent: Sie machen den Fehler zu glauben, was Anders B. in seinem Manifest schreibt, dabei hat er dieses Manifest nur verfasst, um zu beeinflussen, was wir glauben.

            Die schwierigste Aufgabe eines Anwaltes ist, aus den Luegen, die Luegen seines Mandanten zu durchschauen. Anders B. hat unglaublich viel Energie in dieses Manifest investiert, obwohl es in keiner Weise geeignet ist, seinen deklarierten Zielen zu dienen, er wird damit niemanden ueberzeugen, der nicht bereits seiner Meinung ist. Das Manifest eignet sich ausschliesslich zur Rechtfertigung der Tat, zumindest bei einem Teil der Gesellschaft, vermutlich noch mehr fuer ihn selbst (Christ!). Haette er diese Energie woanders investiert (z.B. Mitarbeit in einer legalen rechten Partei), haette er sein Leben viel effizienter diesen Ideen widmen koennen, haette sich aber Strukturen anpassen muessen, in eine Vereinsgesellschaft einordnen, sich SOZIALISIEREN muessen. Er haette nicht ruecksichslos sein Ego ausleben koennen. Trivial konkret: Er haette Unterschriften sammeln muessen, statt Teenager abzuknallen, er waere nicht beruehmt geworden, sei es als Held oder als Monster, er haette sich nicht raechen koennen, an denjenigen, die ihn verletzt haben, und das waren weder Moslems noch linke Gutmenschen. Er hat sich nicht geopfert, er hat sich ausgelebt. Wie hauiefig, wahr ist das Gegenteil von dem, was vorgegaukelt wird.

            Tut mir leid, wenn ich mit meiner Hartnaeckigkeit hier langweile, ich finde die Diskussion spannend, weil ich anerkenne, dass man Ihre Meinung vertreten kann, zumindest solange man den Taeter und den detaillierten Tathergang nicht besser kennt. Ich koennte mich irren, ich weiss zu wenig. Ich kann jedoch nicht akzeptieren, dass sich alle Meinungen an der gleichen Rechts – Links Trennung treffen, hier kann dies nicht das Resultat von Nachdenken sein. Es nervt mich genauso, wenn diejenigen Rechten, die bei einem muslimischen Taeter die Gruende im Islam sehen, hier sagen er waere „nur“ ein Spinner, wie wenn diejenigen Linken, die hier die Gruende in rechtsradikaler Ideologie oder globalkapitalistischer Ungerechtigkeit (das sagt nur @Urs, Anders B. hat nichts gegen Kapitalismus) sehen, bei RAF, Brigade Rosse von Fehlgeleiteten (=Spinnern) reden.

          • Taric Trent sagt:

            Und sie wissen in dem Fall was Anders B. wirklich dachte während er sein Manifest schrieb um alle an der Nase herumzuführen und annehmen zu lassen er sei ein Rechtsradikaler? Bis sie uns da genauer Auskunft geben glaube ich eher Anders B.

          • Anh Toan sagt:

            @Taric Trent: Ich habe seinen Erguss nicht gelesen, weil ich weiss: Die gleiche Person, welche den Tatablauf beherrscht hat, beherrscht den Inhalt dieses Manifestes. Dieses Manifest ist bestimmt, im Zusammenhang mit der Tat verstanden zu werden. Dieses Manifest ist nicht anderes, als Regierungs- oder Rebellenverlautbarungen: Propaganda. Dass muss ich nicht lesen. Ich kann es lesen, glauben darf ichs nicht.

          • Anh Toan sagt:

            Will ich Information aus Propaganda, muss ich mich fragen, warum mir etwas erzaehlt wird, aber nicht glauben, was mir erzaehlt wird.

          • Anh Toan sagt:

            @Taric Trent: Hab mich noch ein bisschen schlauer gemacht: Er hat das Manifest 1 Stunde vor der Tat verschickt! Es ist doch offensichtlich, dass diese Manifest bestimmt ist, uns die Tat zu erklaeren, es ist sogar Bestandteil der Tat. Ohne die Tat wuerde niemand seine Manifest lesen (1500 Seiten verqueres Geschwafel!), ohne Manifest wuerden nur sehr wenige das Niedermezeln der Teenager eine politische Tat nennen. Waere Brevik bei der Tat erschossen und dieses Manifest nicht versandt worden, wuerde kaum jemand seinen rechten, nicht mal wirklich radikalen, Hintergrund als Motivation zur Tat sehen, sondern z.B. den absenten, ihn jetzt verleugnenden Vater. Oder den leichten Zugang zu Waffen. Vielleicht gewalttaetige Computerspiele? Das Manifest ist sein, weil selber hergestellt a priori unglaubwuerdiges Alibi. Einem Strafrechtler zeigt dies, dass er das Unrecht seiner Tat erkannte, und gerade nicht ueberzeugt war, in einer Notstandssituation zu handeln. Waere er ueberzeugt, was er getan hat, muesse getan werden, haette er nicht 1500 Seiten Rechtfertigung geschrieben, ein gewoehnliches Bekennerschreiben haette gereicht.

    • Um die Tat eines Einzelnen zu beurteilen, muss man von einem Einzelnen ausgehen. Stellen Sie sich die Arbeit noch einmal vor, die der Täter auf sich genommen hat. Diese Arbeit hat er mit Lust auf sich genommen. Und Lust ist das Stichwort in diesem Fall. Die Erarbeitung der Motive zu seiner Tat ist bloss die Vorspeise. Er hatte keine Lust nach der Tat als pathologischer Killer dazustehen. Dem Urteil ein Irrer zu sein, leistet er aber gerade durch seinen Rechtfertigungsversuch Vorschub. Seine verqueren Argumente und Maskeraden enthüllen seine Deformation. Die Kategorien Gut und Böse im herkömmlichen Sinn sind auch in diesem Fall untauglich. Die wahre Lust erfüllt er sich, durch das Abschlachten der Kinder – der maximale Tabubruch. Deshalb bringt er sich nicht um, im Gegenteil fürchtet er sich davor umgebracht zu werden. Er möchte seine Tat lange, lange geniessen. „Denn alle Lust will Ewigkeit“ (F.N)

      • Anh Toan sagt:

        @Hanspeter Bruhin: Der beste Beitrag hier, aber ich muss Selbstlobhudelei betreiben, der beste Satz ist von mir: Er hat sich nicht geopfert, er hat sich ausgelebt!

  • Ueli sagt:

    Herr Meyer hat wohl noch nie die „Dialektik der Aufklärung“ gelesen. Dessen Lektüre hätte ihn davor bewahrt das Buch von Herrn Sorg in die Hand zu nehmen und daraus noch zu zitieren.
    Der Neofaschist Anders B. ist nicht ein Repräsentant unserer dunkelsten menschlichen voraufklärerischen Begierden, welche nur durch konstante Aufklärung und den modernen liberalen Staat bekämpft werden können. Anders B. ist gerade das Produkt der modernen Zivilisation! Herr Diem Meyer schreibt selber: „Der Mann handelte nicht im Affekt und nicht im Wahn. Er hat alles rational geplant und ausgeführt.“ Ja das ist doch der aufgeklärte „homo oeconomicus“ in Reinform!
    Nun zur „rettenden“ Aufklärung:
    Die Morallehren der Aufklärung zeugen von dem hoffnungslosen Streben, an Stelle der geschwächten Religion einen intellektuellen Grund dafür zu finden, in der Gesellschaft auszuhalten, wenn das Interesse versagt. Die Philosophen paktieren als echte Bürger in der Praxis mit den Mächten, die nach ihrer Theorie verurteilt sind. Die Theorien sind konsequent und hart, die Morallehren propagandistisch und sentimental, auch wo sie rigoristisch klingen, oder sie sind Gewaltstreiche aus dem Bewusstsein der Unableitbarkeit eben der Moral wie Kants Rekurs auf die sittlichen Kräfte als Tatsache. Sein Unterfangen, die Pflicht der gegenseitigen Achtung, wenn auch noch vorsichtiger als die ganze westliche Philosophie, aus einem Gesetz der Vernunft abzuleiten, findet keine Stütze in der Kritik. Es ist der übliche Versuch des bürgerlichen Denkens, die Rücksicht, ohne welche Zivilisation nicht existieren kann, anders zu begründen als durch materielles Interesse und Gewalt.
    Nun zur „rettenden“ Vernunft:
    Solange man davon absieht, wer Vernunft anwendet, hat sie nicht mehr Affinität zur Gewalt als zur Vermittlung, je nach Lage von Individuum und Gruppe lässt sie Frieden oder Krieg, Toleranz oder Repression als das Gegebene erscheinen. Da sie inhaltliche Ziele als Macht der Natur über den Geist, als Beeinträchtigung ihrer Selbstgesetzgebung entlarvt, steht sie, formal wie sie ist, jedem natürlichen Interesse zur Verfügung. Vernunft ist das Organ der Kalkulation, des Plans, gegen Ziele ist sie neutral, ihr Element ist die Koordination.

    • Anh Toan sagt:

      @Ueli: Auch wenn Ihre Ausfuehrungen ueber Aufklaerung und Vernunft durchaus fundiert sind, begruenden sie in keiner Weise Ihre Aussage, Anders B. sei das Produkt dieser Zivilisation. Also ohne Zivilisation kein Anders B.? Massenmoerder gabs doch auch vor der Aufklaerung. An Anders B. ist die Zivilisation, die Sozialisierung, die Erziehung schlicht gescheitert. Er ist, wie Eugen Sorg zitiert wird, ein Beispiel dafuer, das der Genius des Menschen eben nicht immer ueber die menschliche Natur gewinnt. Das gleiche gilt auch fuer Paedophile, Vergewaltiger, im Prinzip fuer fast jedes Verbrechen, das mit Vorsatz (Wissen und Wollen) ausgeuebt wird. Anders B. ist ein Produkt der Natur, nicht der Zivilisation. Es ist durchaus fraglich, ob Strafrecht Verbrechen verhindern kann, allenfalls Suehnefehden, die Idee der individual- oder Generalpraevention hat sich weitgehend als nicht praxistauglich erwiesen. Daraus laesst sich aber nicht schliessen, Straftaeter seien das Prudukt des Strafrechts.

      Bin gespannt, ob Sie hier glaubwuerdig ergaenzen koennen.

      • Ueli sagt:

        @anh Toan
        Es ist doch reine Sophisterei ihrerseits, darauf hinzuweisen, dass es den Massenmord schon vor der Aufklärung gab.
        Sie weisen weiter darauf hin, dass die Taten eines Anders B. nichts mit unserer modernen Zivilisation zu tun haben, sondern eine „Fehlleistung“ der Natur seien. Nach ihrer Ansicht wäre dann so ziemlich alles was mit der menschlichen Spezies bis jetzt schief gelaufen ist einfach das Produkt der „bösen“ Natur und deswegen müssen wir diese Höllenmaschine mit unserer Zivilisation in den Griff bekommen. Schon Thomas Hobbes sagte ja ganz in ihrem Sinne, dass der Urzustand der Menschheit der „bellum omne contra omnes“ (Krieg jeder gegen jeden) gewesen sei und das nur ein „Gesellschaftsvertrag“ diese grausame Realität abgeschafft hätte. Die Verteufelung der ursprünglichen und lockenden Natur (die Sirenen) findet man sogar schon bei Homer, als der seinen Helden Odysseus über die Weltmeere fahren liess. Was die Menschen von der Natur lernen wollen, ist, sie anzuwenden, um sie und die Menschen vollends zu beherrschen. Nichts anderes gilt. Rücksichtslos gegen sich selbst hat die Aufklärung noch den letzten Rest ihres eigenen Selbstbewusstseins ausgebrannt. Nur solches Denken ist hart genug, die Mythen zu zerbrechen, das sich selbst Gewalt antut. Macht und Erkenntnis sind für den englischen Aufklärer Francis Bacon synonym.
        Der Mythos wollte berichten, nennen, den Ursprung sagen: damit aber darstellen, festhalten, erklären. Der Mythos geht in Aufklärung über und die Natur in blosse Objektivität. Die Menschen bezahlen die Vermehrung ihrer Macht mit der Entfremdung von dem, worüber sie die Macht ausüben. Die Aufklärung verhält sich zu den Dingen wie der Diktator zu den Menschen. Er kennt sie, insofern er sie manipulieren kann. Der Mann der Wissenschaft kennt die Dinge, insofern er sie machen kann. Dadurch wird ihr An sich Für ihn.

        • Josef sagt:

          @Ueli: So wie ich Ahn Toan verstehe, geht er sogar einen Schritt weiter. In meinen Ohren klingt es bis jetzt wie: Es hat gar keinen Sinn, die Gesetze ändern zu wollen, da das ein hoffnungsloses Unterfangen ist. Diese Energie könne man sich sparen und füge sich besser dem Schicksal, in einer dekadenten Welt zu wohnen.

          • Anh Toan sagt:

            @Josef: Gute Gestze sind gut fuer vieles, aber nicht eine Loesung fuer Alles. Bin halt kein fundamentalistischer Jurist! Gegen Anders B. helfen keine Gesetze.

        • Anh Toan sagt:

          @Ueli: Weder Hobbes noch Rousseau haben Recht. Die Natur kennt kein boese und kein gut, sie kennt nur nuetzlich, Boese und gut definieren wir, in jedem von uns befindet sich eine gute und eine schlechte Seite. Menschen sind wie Hauskatzen: Schmusetiere, aber in den Instinkten noch immer agressive Raubtiere, die mit ihren Opfern spielen, sie werden Schmusetiere weil es nuetzlich ist. Was uns Menschen von Ihnen unterscheidet, ist das wir uns Regeln geben, um unser Zusammenleben zu verbessern. Damit definieren wir gut und boese. Die Regeln, die ueberdauert haben, wurden von weisen Menschen gemacht (z.B. Moses, Christus, Mohammed, Budha, Konfuzius). Letzterer hat seine Regeln schon damals glaub mit Vernunft begruendet, viele fanden es, unter Beruecksichtigung der Bildung der Adressaten, und ihrer eigenen physischen Machtlosigkeit, diese mit goettlicher (mystischer) Autoritaet zu verbinden.
          An der Aufklaerung war lediglich neu, die gesellschaftlichen Regeln nicht mehr mit goettllicher (mystischer) Autoritaet zu unterlegen. Anders B., der sich einen Christen nennt, beweist das Gegenteil Ihrer These.

          • Ueli sagt:

            @anh Toan

            Nun, oben haben sie ganz klar die „menschliche Natur“ als prinzipell „böse“ dargestell. Jetzt sagen plötzlich das die Natur kein Gut und Böse kennt und vergleichen uns mit Hauskatzen, welche nur dann Gutes tun, wenn es ihnen nützt (wo wir wieder beim guten alten Menschenbild des homo oeconomicus wären). Jesus hat seine guten Taten nie mit kruder Nützlichkeit begründet und genau darin liegt die „revolutiäre Sprengkraft“ seiner Botschaft, für die er von den Nützlichkeitsfanatikern ans Kreuz geschlagen wurde. Was man dem Christentum vorwerfen könnte ist vor allem, dass die blosse Forderung nach Liebe noch viel zu wenig radikal ist um tatsächlich die bestehende Ordnung (welche auf Herrschaft von Menschen über Menschen basiert) aufzuheben.

          • Anh Toan sagt:

            @Ueli: Ich habe meine 60% protestantische und 40% katholische,aber dennoch christliche Erziehung immer im Sinne eines Nuetzlichkeitsprinzips verstanden: Bin ich gut, komme ich in den Himmel, das ist doch ziemlich nuetzlich?

            Weil Jesus seine richtige Erkenntnis, dass Liebe uns nuetzlich ist, den Menschen nicht erklaeren konnte, brauchte er goettliche Autoritaet. Der Taeter leidet mehr als das Opfer, wir leiden am heftigsten unter unseren Taten. Aber trotz Statistiken wie Verhaeltnis Selbstmorde US Soldaten in Vietnam zu Kampftoten, trotz Bonte Jane Eyre „remorse is the poison of life“ versteht dies heute nur eine Minderheit, wie haette dies Christus seinem Publikum erklaeren koennen?. Er brauchte die Wege des Herrn sind unergruendlich!

            Ich kenne Anders B. nicht, er wird auch seine guten Seiten haben, die Zivilisation ist daran gescheitert, ihm beizubringen, wie er mit seiner boesen Seite gesellschaftsvertraeglich umgehen kann. Besser so?

    • Thomi Horath sagt:

      Ehm, darf ich auch etwas sagen? Folgendes hab ich gelesen: Einige der Jugendlichen des Dramas von Utøya gaben gegenüber der Osloer Zeitung VG an, dass sie davon überzeugt sind, dass es mehr als ein Täter gewesen sei. Marius Helander Roset glaubt dies ebenfalls: „Ich bin mir sicher, dass Schüsse auf zwei verschiedenen Orten auf der Insel zur gleichen Zeit fielen“.
      http://infokrieg.tv/wordpr​ess/2011/07/27/webster-g-t​arpley-norwegens-terrorans​chlage-unter-falscher-flag​ge/
      Meiner Meinung nach ist das ganze in Norwegen eine sehr gut durchdachte Aktion von irgend einem Geheimdienst, oder mehrerer „Dienste“… So, und jetzt überlass ich das Wort wieder unseren Philosophen… :/

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.