Die dunkle Seite der Tech-Macht

Spielt in einer eigenen Liga: Amazon-Chef Jeff Bezos. Foto: Shannon Stapleton (Reuters)

Grosse, weltumspannende Technologiekonzerne wie Google, Facebook oder Amazon machen unser Leben deutlich einfacher. Wir können in einem Umfang kommunizieren wie noch nie, und das kostengünstig, wenn nicht sogar gratis. Was könnte man da Schlechtes über solche Unternehmen sagen?

Man könnte zum Beispiel die Macht anprangern, die sie mittlerweile einnehmen. In der Kommunikationsbranche, aber auch weit darüber hinaus (die Medienbranche ist nur ein Beispiel) nehmen Tech-Giganten ein immer grösseres Gewicht ein – und dies auf Kosten ihrer Konkurrenten. Wegen ihrer Macht und ihres Erfolgs hat man diesen Unternehmen auch schon den Namen «Superstar-Firmen» gegeben. Den benützen wir hier.

Stärker als die Konkurrenz

Aber was ist problematisch an dieser Macht? Diese Firmen haben sie ja nicht durch unfaire Methoden errungen. Im Gegenteil: Sie ist das Ergebnis raffinierter technologischer Innovationen, die, wie gesagt, unseren Alltag erleichtern.

So viel zur hellen Seite der Tech-Macht. Das ist aber bei weitem nicht die ganze Geschichte.

Die technologischen Eigenschaften der Märkte, die diese Firmen beherrschen, haben alleine schon zur Folge, dass Grösse und Macht entscheidend sind und dass diese Macht kaum mehr angefochten werden kann:

  • Da ist einmal das Prinzip der Skalenerträge: Die Kosten für die Erstellung eines Angebots wie zum Beispiel von Whatsapp werden pro Benutzer immer kleiner, je mehr Benutzer den Kommunikationskanal nutzen. Neueinsteiger auf einem kleineren Markt haben daher immer höhere Kosten pro Nutzer und deshalb geringere Chancen.
  • Dann gibt es den Netzwerk- und den Lock-in-Effekt auf der Nutzerseite: Je mehr einen Dienst wie Whatsapp benützen, desto nützlicher ist er für die Nutzer (Netzwerkeffekt) und desto schwieriger wird es für sie, auf einen anderen auszuweichen (Lock-in), da sich ohne diesen Dienst immer weniger mit anderen Leuten kommunizieren lässt.
  • Einen solchen Markt zu dominieren, ist daher schon aus technischen Gründen entscheidend. Man spricht dann von «winner takes most» – der Gewinner räumt den grössten Teil ab. Die nachfolgende Konkurrenz hat kaum mehr Chancen, selbst wenn sie gut ist.
  • Unternehmen wie Google oder Facebook «verkaufen» ihre Produkte an die breite Masse nicht für Geld, sondern für Daten. Die Nutzer geben ihnen eine Unmenge an Wissen über ihr persönliches Verhalten und ihre Vorlieben preis. Das Wissen dank dieser Daten steigert und festigt die Macht der Superstar-Firmen erst recht. Sie können es in bare Münze umsetzen, indem sie gezielte zahlbare Angebote lancieren oder Daten verkaufen. Die Verfügbarkeit über eine solche Masse an Daten ist zudem ein Risiko für die Freiheit der Menschen und für die Demokratie (siehe dazu auch hier und hier).
  • Seit diese Unternehmen die Macht errungen haben, stehen ihnen auch die klassischen Möglichkeiten zu deren Sicherung zur Verfügung. Durch Lobbying können sie mehr als andere dafür sorgen, dass Regeln zu ihren Gunsten erlassen werden, oder solche verhindern, die ihnen im Wege stehen würden. Sie können besser als andere Steuern vermeiden. Und sie können aktiv Massnahmen ergreifen, die andere daran hindern, in ihren Markt einzudringen.

Die Macht der Superstar-Firmen hat auch negative Folgen für die Volkswirtschaft insgesamt:

  • Sie hat zur Folge, dass der Anteil der Arbeitseinkommen am Gesamtprodukt schrumpft und die Ungleichheit zunimmt. Die Grafik unten zeigt für ausgewählte Länder, wie der Anteil der Arbeitseinkommen von 1975 bis 2010 zurückgegangen ist. Wie die Ökonomen David Autor, David Dorn, Lawrence Katz, Christine Patterson und John Van Reenen zeigen, dehnen Superstar-Firmen ihren Umsatz und ihre Gewinne aus, ohne dass sie dafür mehr Leute einstellen. Je grösser daher der Anteil der Superstar-Firmen an der Gesamtwirtschaft ist, desto geringer ist die durchschnittliche Beschäftigung und desto grösser ist daher auch die Macht der Kapitaleigner gegenüber den Beschäftigten, was wiederum den Lohndruck erhöht. Das ist ein Grund dafür, weshalb trotz besserer Wirtschaftslage die Inflation kaum reagiert.
  • Die Superstar-Firmen können dank ihrer Macht immer höhere Profite verzeichnen, aber sie investieren deutlich weniger, als das klassische Unternehmen tun, und sitzen auf hohen Cash-Beständen. Nicht zuletzt, um Konkurrenten aufkaufen zu können, um die eigene Reichweite weiter zu steigern. Die geringere Kapitalnachfrage und die höhere Sparquote haben zur Folge dass der (natürliche) Zinssatz fällt und damit das Zinsniveau generell. Das ist mit ein Grund dafür, dass die Notenbanken rascher als früher an die Grenzen ihrer Möglichkeiten mit Zinssenkungen kommen.
  • Ein Blick auf die Daten relativiert schliesslich die positive Wirkung der Superstar-Firmen auf die gesamtwirtschaftliche Produktivität. Seit ihrem Bestehen und ihrer Machtausweitung bleibt das Produktivitätswachstum in der Gesamtwirtschaft unbefriedigend. Es legt nur in den betroffenen Branchen zu, etwa der Kommunikation.

58 Kommentare zu «Die dunkle Seite der Tech-Macht»

  • Claude sagt:

    Wen erstaunts denn?
    Dem Staat sind nicht die Bürger wichtig, sondern die Steuereinnahmen. Je Reicher die Bürger, desto mehr Steuern gibts. Je mehr Steuern zu verwalten, desto grösser die Verwaltung. Desto höher die Staatsausgaben, und der Kreis beginnt von vorne.
    Der Bürger von heute traut sich ja nicht mehr zu streiken, weil er dann umgehend ersetzt wird. Er ist also nicht mal mehr ein Störfaktor.
    Nur wer einen „signifikanten unterschied“ in seiner Gemeinde erwirtschaftet, dem wird Hofiert, und mit reduktionen, wohlwollendem Abrunden oder gar mit erlässen das bleiben schmackhaft gemacht.
    Der Traum von der gerechten Welt starb mit dem entstehen des ältesten Berufs der Welt.

  • Rolf Zach sagt:

    Ich bezweifle, ob dieses vierblättrige Kleeblatt von Microsoft, Apple, Google und Facebook einen derartigen Einfluss auf die Abnahme der Lohneinkommen am BSP in den Industriestaaten haben. Für mich ist nicht die Digitalisierung der Hauptgrund für diese Entwicklung, sondern die Globalisierung. Warum haben wir heute keine Stagflation und warum ist die Phillips-Kurve in der Diskussion nicht mehr so prominent vertreten, was sie noch in den 70-er Jahren war. Japan ist damals als erste so richtig für die Industrienationen USA und Europa bemerkbar geworden. Alle waren überzeugt, der Club of Rome hat vollständig recht und Südasien ist dem Untergang geweiht. Diese Gegend stand im Zentrum der Apokalypse und nicht Afrika. Wer sprach vom Untergang der Sowjetunion? Niemand!

    • Rolf Zach sagt:

      Mit dem Eintritt der Japaner bei Autos und bei hochwertigen Kameras wurde bei diesen Gütern der ständige Preisanstieg gestoppt. Die numerisch kontrollierten Werkzeugmaschinen sorgten für einen
      gewaltigen Produktivität-Fortschritt in der Produktion weltweit, der viel grösser war als die der Internet-Kommunikation. Auf Japan folgte Korea, besonders mit seinem Schiffsbau (wo sind heute die Werften in Großbritannien und Skandinavien?). Dann folgte China mit seiner riesigen Industrie für das ganze Segment der Gebrauchs-Konsumgüter. Und alle drängten auf den Weltmarkt und aus dem klassischen Industrie-Land USA wurde der grösste Fertigwaren-Importeur der Welt. Kein Wunder wählte die Arbeiterschaft dort Trump. Gegenwärtig erleben wir den technologischen Fortschritt in der Energie-Produktion.

  • Taric Trent sagt:

    Es scheint tatsächlich eine neue Qualität im Kapitalismus, dass das Monopol im Gebrauchswert selbst angelegt ist. Sonst gehört es nämlich zum Tauschwert. Hier will nicht nur – wie sonst auch immer – einer möglichst an Alle verkaufen, sondern es wollen auch Alle das gleiche Eine benutzen. Hier macht also im Unterschied die Quantität der Verbreitung auch die Qualität des Produkts aus. Was man sonst nur aus der Einbildung von Marken-Trägern kennt, liegt hier faktisch im Produkt vor.

    • Rolf Zach sagt:

      Ich weiß nicht, ist Google nun wie eine Eisenbahn des 19. Jahrhunderts oder der Hersteller von Produkten?
      Was diese Techno-Firmen vor allem erfolgreich betrieben haben, ist die Herstellung von Standards im virtuellen Bereich. Ihre Benützer sitzen zum Beispiel bei uns oder in Deutschland, aber sie kommunizieren mit ihnen von einem riesigen Rechen-Zentrum aus in Irland. Ihr Suchmaschine ist so manipuliert, dass diejenigen zuerst kommen, die sie für ihre Erwähnung in der ersten Reihe bezahlen. Wird nun in Irland Steuer bezahlt oder in der Schweiz oder Deutschland? Nur die EU hat die Gelegenheit, solchen Missbrauch abzustellen. Wir in der Schweiz schenken Google diesen steuerfreien Gewinn, den uns ist die Schweizer Freiheit wichtig. Nieder mit der EU!

  • Linus Huber sagt:

    „Die geringere Kapitalnachfrage und die höhere Sparquote haben zur Folge dass der (natürliche) Zinssatz fällt und damit das Zinsniveau generell.“

    Ach so, jetzt sind diese Firmen dafür verantwortlich, dass die Zinsen derart tief liegen. Netter Versuch! Die Zentralbanken in ihrem Aktivismus der Bilanzerweiterung sind wohl einzig hilflose Opfer.

    • J. Kuehni sagt:

      „Ach so, jetzt sind diese Firmen dafür verantwortlich, dass die Zinsen derart tief liegen. Netter Versuch!“

      Ja, das passt nicht in des Hubers Weltbild, das „private“ Marktakteure über einen derartige Machtkonzentration verfügen können, dass sie nicht bloss den Markt, sondern sogar auch noch den Preis des Geldes verzerren! Da muss doch eine Verschwörung von staatlichen Institutionen dahinterstecken! Die sind schliesslich immer schuld, das wissen wir doch schon seit den 70er-Jahren, weil Vietnam, Blackops, CIA, und saurer Regen und der Hayek und der Friedman und der St. Ronnie haben es uns doch damals gesagt: Der Markt ist gut und der Staat immer das Problem!

      Wer das nicht glaubt, ist naiv und obrigkeitsgläubig!

    • Monique Schweizer sagt:

      Huber: Ja sicher doch sind die Zentralbanken arme Opfer – zuerst diese Irren die im Dot.Com Wahn jeden 20-seitigen Businessplan mit Mio und Mrd vergoldet haben, dann die Irren die mit den Flugis in die Türmli geflogen sind und dann die Irren, die geglaubt haben mit Real Estate werden sie mühelos reich und die abgeklärten Hypoverkäufer mit allerlei Derivatkonstruktionen die die Giftpapiere gebündelt haben.
      .
      Ja Huber – Huhn oder Ei Frage — wer war schuld – die Irren die die Weltwirtschaft in Schieflage brachten oder die Zentralbanken, die die Schäden abzumildern versuchten.
      Für Sie mit ihrem monokausalen und etwas limitierten Weltbild scheint der Fall natürlich klar zu sein, sodass Sie sich nicht mal mehr bemühen die ganze Chose etwas profunder zu hinterfragen!

    • Linus Huber sagt:

      Kuehni & Monique

      Solch ein Unsinn, welchen Sie hier von sich geben, ist unerträglich. Die zentralplanerische Geldpolitik als nicht existent zu deklarieren, respektive nicht wahrnehmen zu wollen, ist Wahrheitsverweigerung erster Guete.

      • Monique Schweizer sagt:

        Huber: Geldpolitik ist schon seit der Gründung der Bank of England zentralplanerisch…
        .
        Sie können ja Bitcoin Mining betreiben – genügend Sonnenkollektoren (Sie haben sicher genug Sonne auf Ihrem Inselparadies nehme ich an), einen Superrechner und der Minenarbeiter Huber wird dezentral mit Bitcoin reich….das ist ja das schöne am Highend-Kapitalismus – es hat für alle irgenwelche Möglichkeiten – sogar auch für den Huber!
        Als gut Mininig dann – vielleicht können Sie noch etwas Rahm von dieser dezentralchaotischen Blase abschöpfen…

        • Linus Huber sagt:

          Richtig, Monique, Geldpolitik in sich beinhaltet eine zentralplanerische Funktion, indem eine Regierung sich das Geldmonopol sichert. Abgesehen von der Funktion, Steuern zu erheben, handelt es sich hierbei um eine unangemessene Machtanmassung. Ebenfalls variiert das Ausmass dieser Machtanmassung entsprechend seiner Limitierung beträchtlich. Z.Z. herrscht eine prinzipienfreie und demokratisch schwach legitimierte Form einer ankerlosen Geldpolitik nach PhD-Standard, welche die Umverteilung von „unten nach oben“ und den damit verbundenen „moral hazard“ (legalisierter Diebstahl) geradezu befeuert. Die gegenwärtigen Entscheidungsträger scheinen die John Law School of Economics summa cum laude abgeschlossen zu haben.

          • Monique Schweizer sagt:

            Aber Linus – Sie als ein Mensch mit einer gewissen Affinität zum Vulgärdarwinismus sollten doch eigentlich wissen, dass fast die ganze Menschheitsgeschichte eine „prinzipienfreie und demokratisch schwach legitimierte Form einer ankerlosen Geldpolitik“ betrieben hat.
            Mal abgesehen von des öfteren materiachalisch strukturierten Urvölkern, ein paar Hippiekommunen, die Engländer zur Zeit der Tally Sticks (vor BoE) & bei sonst noch ein paar wenigen ökonom. Sonderformen die von Ihnen kritisierte „Geld- und Kreditschöpfung“ schon immer so stattgefunden hat – sei es bei den alten Römern mit den gepanschten Münzen, John Law, dem Naziwirtschaftsmärchen – das ist der NORMALFALL Huber
            Sie & Ihre „Prinzipien“ sind das weltfremde. Also arrangieren Sie sich gefälligst mal mit der Realität!

          • Monique Schweizer sagt:

            ff. Ob jetzt eine Zentralbank die Geld- resp. Kreditsumme mittels tiefen Mindest-Reservesatz und tiefen Zinsen ankurbelt oder wie früher Staaten via Zwangs-Anleihen ihren Kreditrahmen erweiterten, oder wie in der CH über eine Wehrsteuer (die heutige direkte Bundessteuer – die uns erhalten geblieben ist aus dem 1. Weltkrieg) läuft am Ende direkt oder indirekt zumeist auf eine Erhöhung der Geldmenge (M3 oder M4) hinaus.
            .

          • Linus Huber sagt:

            Ach so, weil es in vielen historischen Perioden ähnlich ablief, soll man ein Ungemach gutheissen. Sie dürften auch die Konsequenzen dieser Geldpolitik zu wenig erkennen, denn sie ist zu einem großen Anteil mitverantwortlich für eine gesellschaftlich schwer verdaubare und daher zu hoch angelegte Geschwindigkeit der Globalisierung und arbeitsstellen zerstörenden Roboterisierung der vergangenen Jahre. Es geht hier nicht um die Kritik an technologischem Fortschritt oder der Globalisierung per se, sondern einzig um deren Geschwindigkeit, welche durch diese Geldpolitik künstlich hochgetrieben wurde. Allerdings bezweifle ich, dass Sie diesen Zusammenhang erkennen können, obwohl sich diese Erkenntnisse schrittweise durchsetzen.

          • Monique Schweizer sagt:

            Huber: Und trotz der beschleunigten Globalisierung und Technologiesierung – gemäss Ihrer Ueberzeugung auch ein weiteres „Verbrechen“ der Zentralbanken haben wir in den westlichen Industrieländern gerade noch ein Wachstum irgendwo zw. 1 bis 2.5%!
            Wenn wir die Wirtschaftsbeschleuniger Zentralbanken nicht mehr hätten, dann wäre das Wachstum vermutlich schon seit längerem wie in den 30er Jahren negativ – damals ist die FED ja IHREN Rezetpten gefolgt und das Resultat war die grösste Depression des 20. Jh!
            Danke Huber – mit Ihren „Ratschlägen“ kann man die Welt noch viel schneller zugrunde richten!
            „Allerdings bezweifle ich, dass Sie diesen Zusammenhang erkennen können, obwohl sich diese Erkenntnisse schrittweise durchsetzen.“ – wie wärs mal mit Selbkritik Huber????

          • Linus Huber sagt:

            Nun, Monique, inwiefern und zu welchem Ausmass Geldentwertung nachhaltiges Wirtschaftswachstum erzeugt, ist zumindest fragwürdig. Wirtschaftswachstum, welches einzig auf Kreditmengenwachstum (weit über dem Wirtschaftswachstum) beruht, führt aufgrund des Ponzi-Scheme-Charakters immer ins Desaster. Die Frage liegt einzig darin, ob man die Scheme freiwillig und kontrolliert enden lässt oder wartet bis ein unkontrollierter Zusammenbruch eintritt. Warum soll ich Selbstkritik üben? Ich entscheide mit Ausnahme meiner Familie nicht über das Wohl meiner Mitmenschen. Das schließt nicht aus, dass ich meine Fehleinschätzungen nicht anerkenne, z.B. die verkannte Sturheit mit welcher an einer fehlerhaften Doktrin festgehalten wird.

          • Linus Huber sagt:

            „gerade noch ein Wachstum irgendwo zw. 1 bis 2.5%“

            1. Die Idee, dass Regierungen sich für das Wirtschaftswachstum verantwortlich zeichnen ist humbug. Es liegt im menschlichen Verhalten sich materiell zu verbessern und geschieht ganz von selbst und ohne etwelche Massnahmen der Regierungen.

            2. Natürlich nimmt das Wachstum ab, denn die geldpolitische Wunderwaffe unterliegt eben auch dem Gesetz des sinkenden Grenzertrags. Die Unterhaltung immer höherer Ungleichgewichte bleibt nicht frei von Konsequenzen.

            3. Auch andere Aspekte haben Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum (z.B. die demographische Entwicklung) und es purer Unsinn, qualitatives Wachstum um jeden Preis zu erzwingen.

        • Linus Huber sagt:

          PS. Der Zulauf, welcher Bitcoin genießt, deutet gut auf die Fragwürdigkeit der heutigen Geldpolitik hin. Wenn diese Kryptowährungen wirklich zur ernsthaften Gefahr für das Geldmonopol der Regierungen werden sollten, werden sich Wege „eröffnen“, dagegen vorzugehen. Kriminelle Machenschaften mögen wie bei Bargeld als Begründung dienen.

          • Monique Schweizer sagt:

            Huber: Die Menschen haben sich auch schon anderen Fragwürdigen Projekten zugeneigt gefühlt – Tulpenzwiebeln, Südseeblasen und so weiter…
            In den 20er Jahren konnte Edward Bernays – Sigmund Freuds Neffe und Erfinder der Public Relations PR die Menschen für den Aktienkauf begeistern und sie sind im ganzen Land an den Telegrafenstationen angestanden und haben Aktien gekauft – bis zuletzt am 29. Oktober 1929…(gut die „smarten“ haben vermutlich ab 24.10.29 noch dazugekauft und sind ins fallende Messer gelaufen)
            .
            Das ging auch ohne Zentralbank – das war ein Hype Huber – aber soweit sind Sie glaub eben noch nicht, dass Sie erkennen können, dass es noch viele andere Faktoren als nur die ZB gibt….

          • J. Kuehni sagt:

            Sideshow der „dunklen Macht“: Ihnen ist doch „Nachhaltigkeit“ wichtig, Herr Huber, oder gilt dies nur für die Geldpolitik? (Letztere wird allerdings ohne funktionierende Biosphäre auch nicht besonders langlebig sein): Bitcoin verbraucht mittlerweile für Datamining und Hin- und Herschieben eines vergleichsweise geringen Geldwertes via Blockchain-Tech die Stromproduktion eines mittleren AKWs.

            https://de.wikipedia.org/wiki/Bitcoin#Mining

          • J. Kuehni sagt:

            Mit einem schwachen Dutzend Überweisungen pro Monat via Blockchain würde ein mittlerer CH-Haushalt seine Stromrechnung glatt verdoppeln. Selbstverständlich darf die Allgemeinheit für diese Kosten aufkommen, wie es sich für liberale, sorry: libertäre Anarchisten gehört: Koste es was es wolle, solange ich nicht dafür bezahlen muss.

          • J. Kuehni sagt:

            In bester Kapitalistenmanier werden die Blockchain-Berechnungen in Billigstromländern mit Kohle und Gas durchgeführt. Und all das im Dienste der Goldbugs V 2.0 Digital Native Edition und ihrer ideologischen „Warmluft“.

          • J. Kuehni sagt:

            Wenn man sich die gefeierten „Tech-Genies“, die hinter der ganzen Chose sitzen, vergegenwärtigt, wird der Begriff „IYI“ mit komplett neuen Dimensionen ausgestattet.

          • J. Kuehni sagt:

            Bevor Kryptowährungen zur ernsthaften Gefahr für das „Geldmonopol der Regierungen“ werden können, kollabiert die globale Energieproduktion samt Biosphäre, Herr Huber.

          • Linus Huber sagt:

            Sicherlich gibt es ein paar Beispiele an auf Lug und Betrug basierenden Spekulationsblase, welche nach geraumer Zeit in sich zusammen fielen. Inwieweit die Regierungen jeweils eine mitverantwortliche Hand im Spiel hatten, möchte ich hier nicht näher analysieren. Auch 1929 hat das FED zweifelsfrei mit zu verantworten.

            Diese Phasen kurzfristiger Spekulationen mit der gegenwärtigen Periode von zentralplanerisch organisierten Serienblasen zu vergleichen, ist ein wenig weit hergeholt. Sie unterschlagen den Umstand, dass die gegenwärtige Gangart sich an ökonomischen Modellen wissenschaftlich zu rechtfertigten pflegt und sind unfähig die Rolle der entscheidungstragenden Ökonomen entsprechend zu kritisieren.

          • Linus Huber sagt:

            „Bitcoin verbraucht mittlerweile für Datamining und Hin- und Herschieben eines vergleichsweise geringen Geldwertes via Blockchain-Tech die Stromproduktion eines mittleren AKWs.“

            Interessant, welch unsinnige Konsequenzen die ankerlose Geldpolitik hervorruft, Herr Kuehni.

          • J. Kuehni sagt:

            „Interessant, welch unsinnige Konsequenzen die ankerlose Geldpolitik hervorruft, Herr Kuehni.“

            Interessant ist, dass an ihrem Ende des Spektrums immer jemand anderes für die Konsequenzen der eigenen, unsinnigen Ideologien und Aktionen verantwortlich gemacht wird.

          • Linus Huber sagt:

            Nun, es handelt sich gerade nicht um meine Ideologien und Aktionen, welche Spekulationsblasen wie z.B. Bitcoin befeuern.

      • J. Kuehni sagt:

        „Solch ein Unsinn, welchen Sie hier von sich geben, ist unerträglich. Die zentralplanerische Geldpolitik als nicht existent zu deklarieren, respektive nicht wahrnehmen zu wollen, ist Wahrheitsverweigerung erster Güte.“

        Solcherlei deklariere ich nicht. Hingegen lehnen Sie implizit (und im Zusammenhang mit dem Artikel explizit) jede Verantwortung von privaten Akteuren am ruinierten Preis des Geldes ab.

        Bitte proijzieren Sie nicht ihre eigene schiefe Denke auf andere und unterlassen Sie es, jene anderen (in vorliegenden Fall Frau Schweizer und mich) in einen Topf zu werfen.

        Danke.

      • J. Kuehni sagt:

        In diesem Forum fürchten Sie sich immer vor „Machtkonzentration“ und jammern darüber, dass die bösen Zentralbanker den Preis des Geldes ruinieren (und damit evtl. ihre Zinslipickerei unrentabel machen?).

        Versuchen Sie’s doch zur Abwechslung mal mit „Kapital- und Assetkonzentration“ als Böhlimann. Das ist wie Angebot und Nachfrage. Wenn zuviel konzentriertes Kapital Renten erwirtschaften muss und dabei auf zuwenige Anlagemöglichkeiten stösst (z.B. weil der Anteil der Lohneinkünfte am Gesamtkuchen und damit die Kaufkraft der breiten Masse schrumpft, s. Artikel), dann schlägt sich das eben im Preis des Geldes nieder. So gehört sich das.

        • J. Kuehni sagt:

          Dagegen würde helfen: Globale, progressive Besteuerung, massive Umverteilung in die Gegenrichtung mit dem Ziel, Einkommen aus Arbeit und/oder Sozialprogrammen signifikant zu erhöhen, mit der Nebenwirkung von höherer Inflation (= Schuldenabbau). Zerschlagung von Quasimonopolisten à la Google etc. Alles, was die Dezentralisierung des Kapitals fördert, ohne dabei den Kataklysmus (a.k.a. dritten Weltkrieg) auszulösen.

          Dann klappt auch wieder mit den Zinsen. Und die Zentralbanker dürfen wieder zu ihrem langweiligen Job im Elfenbeinturm zurückkehren, anstatt permanent „ICU“ für den Kapitalismus zu spielen.

          MBBA: Make Banking Boring Again. (All kind of banking).

          • J. Kuehni sagt:

            Was schlägt uns die sog. „rechtsbürgerliche Vernunft“ im gesamten Westen als Lösung vor?

            Noch mehr Sparen, noch mehr Austerität, bei gleichzeitiger Steuerentlastung für Kapital, Eigner und Assets, Noch mehr Abbau von Schutzmassnahmen für ArbeiterInnen und Umwelt, erneute Lockerung der Regeln für den Finanzsektor, Intensivierung des Standortwettbewerbs (e.g. Internalisierung von Profiten, Externalisierung von Kosten) mit zunehmend zynischen Massnahmen. > T.R.U.M.P.®TM

            Kurz: Alles, was die Kapitalkonzentration vornehmlich bei privaten Akteuren(!) noch erhöht.

          • Linus Huber sagt:

            Herr Kuehni, ich kritisiere andauernd die Umverteilung von „unten nach oben“, welche eben genau zu diesen Verhältnissen, welche Sie erläutern führen. Die gegenwärtige Geldpolitik ist die Grundlage dieser Umverteilung, ansonsten die Ungleichgewichte in der einen oder anderen Form sich zu bereinigen hätten. Ja, solch Bereinigung ist kein Leckerbissen, jedoch je länger man damit zuwartet, desto höher sind die Konsequenzen gesellschaftlicher Verwerfungen. Die heutige politische Polarisierung, welche wir zunehmend wahrnehmen können, beruht genau auf dieser Verhinderung von solchen Bereinigungen in den vergangen 20 Jahren.

    • Anh Toàn sagt:

      „Die geringere Kapitalnachfrage und die höhere Sparquote haben zur Folge dass der (natürliche) Zinssatz fällt und damit das Zinsniveau generell.“

      Haben Sie zitiert und dann kritisiert:

      Der natürliche Zinssatz ist nicht von den Zentralbanken beeinflussbar. Die Zentralbanken versuchen, was Sie manipulieren nennen, die Zinsen unter oder über den natürlichen Zinssatz zu legen, um Nachfrage und Investition zu beeinflussen.

      Wieder einmal nichts als Bullshit.

  • Monique Schweizer sagt:

    „Around the world, workers are capturing less of the economic pie“
    .
    „Wenn sie keinen Kuchen haben, sollen sie doch Brosamen essen.“
    Frei nach Jean-Jacques Rousseau (und nicht wie fälschlicherweise oft Marie-Antoinette zugeschrieben) muss der Büetzer wohl oder übel immer mehr zurückstecken.
    .
    Kein Wunder flüchten immer mehr in die Fänge der neuen rechtspopulistischen Parteien um ihre Wutschübe dort unter Gleichgesinnten abreagieren zu können. Die Rechtspopulisten tun zwar so, als könnten sie dem Büetzer wieder zu Kuchen verhelfen, aber in Tat und Wahrheit haben die auch zumeist nur Brösmeli anzubieten. Der Kuchen ist den Parteioberen – immer öfters Multimilliardäre – vorbehalten. Den Büetzer lässt man mittlerweile in seiner Wut schön köcheln & bietet ihm dafür Feindbilder an!

  • Monique Schweizer sagt:

    Und wo wird denn „Aladdin“ erwähnt, das gigantische Computercenter von Black Rock gefüttert mit unzähligen Daten aus allen möglichen Wirtschafts- und Gesellschaftsbereichen dank derer der 6000 Mrd $ Gigant BlackRock immer mehr wächst und auch einen nicht unwesentlichen Beitrag dazu macht, dass man dem Büetzer die Butter noch besser vom Brot wegkratzen kann resp. ihn über noch raffiniertere Investments in allen Lebensbereichen besser ausquetschen kann.
    Larry Fink und sein Handlanger Hildebrand sind sicher clevere Kerlchen, aber wenn der schwarze Felsen noch weiterhin so wächst, könnte der irgendwann zu einer globalen Bedrohung werden.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Aladdin_(BlackRock)

  • Anh Toàn sagt:

    „Diese Firmen haben sie ja nicht durch unfaire Methoden errungen. Im Gegenteil: Sie ist das Ergebnis raffinierter technologischer Innovationen, die, wie gesagt, unseren Alltag erleichtern.“

    Die Erfolge dieser Firmen beruhen nicht auf technologischer Innovation, sondern auf Marketingstrategien. Wäre technologische Innovation der Treiber, hätten die ihren Hauptsitz nicht im Silicon Valley, sondern in Tel Aviv. Silicon Valley ist ein Ort der hervorragende Möglichkeiten zur Finanzierung von Marketingstrategien bietet, technologische Innovation lässt man den Staat bezahlen (Universitäten / Armee / Raumfahrt).

    „unfair ist das schon“, oft sind die Marketingpraktiken dieser „Stars“ nicht nur unfair, sondern illegal. Aber sie haben die besseren Anwälte als die Wettbewerbsbehörden.

    • Anh Toàn sagt:

      Auch in der Schweiz findet diese technologische Entwicklung statt: Kudelski hat sich die guten Patentanwälte geholt und holt sich Schadenersatz für das von diesen bewunderten „StarTechnologietreibern“ zurück.

  • J. Kuehni sagt:

    Strom, Wasser, ÖV, Schule, Google, Facebook.

    Noch Fragen?

    • J. Kuehni sagt:

      Alternativ kann Google unsere Strom- / Wasser- / ÖV- & Grundschulversorgung monopolisieren (und nebenbei Facebook regulieren, oder umgekehrt) und damit unser herkömmliches Staatswesen ersetzen. Man sollte sich keinerlei Illusionen darüber machen, dass genau dies auch das Ziel von vielen Akteuren der Tech-Szene ist. Nicht nur Staatsmonopole, sondern den Staat selber abschaffen. Bitcoin, anyone?

      • Anh Toàn sagt:

        „Bitcoin“ Solange es noch viele Idioten gibt, die noch keine haben, steigt das Zeugs weiter. Wenn die letzten Idioten gekauft haben, also wenn die Kantonalbanken Anlagafonds in Bitcoin für Kleinanleger vertreiben, platzt die Blase.

    • J. Kuehni sagt:

      Das ist m. E. auch der feine, aber entscheidende Unterschied zu „herkömmlichen“ Monopolen: Die Techkonzerne verfügen (im Gegensatz zu Coca Cola, AT&T und Standard Oil) über ein administratives Potenzial, von dem die Nationalstaaten (mit ein, zwei Ausnahmen) bloss träumen können. Was (noch) fehlt, ist ein adäquater Durchsetzungsapparat, allerdings fehlt da nicht mehr allzuviel, wenn das wichtigste Instrument der „Shutout“ (a.k.a Exkommunikation) ist.

    • Gerhard Engler sagt:

      Strom, Wasser, Schule und öV sind in fast allen Kantonen und Gemeinden gesetzlich geregelt. Es ist für private Unternehmen kaum möglich, in diesen Bereichen tätig zu sein. Und das ändert sich erst dann, wenn die Stimmbürger das wollen. Die Schweiz hat auch in internationalen Verträgen immer diese Bereiche von einer Liberalisierung ausgenommen.

      • J. Kuehni sagt:

        Warten Sie noch ein bisschen, Herr Engler, bis die öffentlichen Kassen vom Steueroptimierungs/Austeritätskomplex noch ein wenig klammer „gespart“ worden sind. Sie können sicher sein, dass die Techies dazumal allerlei „attraktive“ Angebote bereithalten werden.

  • Anti L. sagt:

    Solche Firmen muss man spalten und das erzielte Geld dann sinnvoll von anderen wieder in die Wirtschaft investiert werden. Wer so nimmt muss wieder geben müssen.

  • Jimmy Flitz sagt:

    Die ganze Wirtschaftsmacht lässt sich auf einen Satz reduzieren: Je mehr wir gratis bekommen und je mehr uns abgenommen wird, umso mehr verkümmert unsere Schaffenskraft und unser Fähigkeit vielseitig und kreativ zu denken. Beispiele? Rechner nehmen uns das Kopfrechnen ab, das GPS die Orientierungsfähigkeit, der Musikstream unser eingenes Singen, die auf uns ausgerichteten News die politisch eigenständige Positionen. Und die „sozialen Medien“ machen uns unsozialer. Fremde ansprechen, Freundschaften finden, Tagträumen…..

  • Firifa sagt:

    Für solche Firmen braucht es ein AutoSplit plug-in, der vorher von den Staaten bestimmt wurde. Wenn sie zu gross werden, müssten sie gespalten werden in mehreren Firmen. Das vom Zwangsverkauf erzielte Geld fliesst an den Staat, der es aber eben nur zu Investitionen neuer Arbeitsplätze benutzten darf, für geeignete ausgewählte Leute ohne Arbeit und so ältere Arbeitslose und Jugendliche die noch nie eine Arbeit hatten, eine private Firma gründen können damit. Der freie Markt gilt nämlich nur solange wie er auch frei bleibt und nicht durch so eine Macht anderweitig an Freiheit verliert.

  • Anh Toàn sagt:

    Fast nichts von dem was da beschrieben steht, passt auf Amazon, aber dennoch wird Amazon als typisches Beispiel erwähnt. Fast alles, was da oben steht, hätte doch vor vielen Jahrzehnten bereits für Coca Cola gepasst?

    • Stefan W. sagt:

      Coca Cola eine marktbeherrschende, politiklenkende Position? Wenn schon Beispiele aus der klassischen Ökonomie, dann eher AT&T oder Standard Oil. Bloss hatte damals der Staat noch Zähne und Rückgrat.

      • Anh Toàn sagt:

        Als die Amis auf dem Mond landeten, war der schon von den Russen rot angemalt, also haben sie weiss Coca Cola drauf geschrieben.

        • Anh Toàn sagt:

          Ich habe auch Coca Cola genommen, weil da eben die Kosten der Herstellung praktisch irrelevant sind. So eine Braus kostet ja in der Herstellung, Lagerung und Vertrieb nicht mehr, als Mineralwasser ohne Geschmack. Und wenn alle Cola trinken, wollen alle Cola trinken, es gibt einen Lock-In Effekt, zwar nicht so ausgeprägt wie bei Whatsapp oder Facebook (da wird aus dem „lock in“ bald ein „Lock out“, wenn da nur noch Rentner sind, wird es mega uncool bei den Jungen), aber viel ausgeprägter als bei Amazon.

    • Werner S sagt:

      Nur: wenn Coca Cola das Geschäft ausweitet, entstehen mindestens lokale Abfüllstationen. Das Verteilnetz wird erweitert. Das schafft Arbeitsplätze und löst Investitionen aus. Was die Marktmacht betrifft, ist der Vergleich teilweise zutreffend. Immerhin konnte sich Pepsi als ebenfalls grosser Konkurrent. etablieren.

      • Anh Toàn sagt:

        Coca Cola ersetzt nur andere in Flaschen abgefüllte Getränke. Der Delisca AG in Birsfelden war egal, ob Cola oder Sinalco getrunken wurde. (Inzwischen füllt die Coca Cola Company ihre Süss-Getränke in der Schweiz in einer eigenen Tochter ab, aber auch dies ersetzt nur andere Süssgetränke in Flaschen.)

    • Anh Toàn sagt:

      Ich denke durchaus, dass heute viel mehr Wachstum mit weniger Kapitaleinsatz und Sachinvestitionen erreicht werden kann. Aber Technologie treiben im privaten Bereich in erster Linie kleine und mittlere Unternehmen, die Erfolge der Stars beruhen meistens auf Marketing. Bereits in den 80ern hat Hayek gesagt, wir müssen eine Uhr bauen für CHF 10.00, (mit entsprechenden geringen Sachinvestitionen in Produktionsanlagen) dann müssen wir pro Uhr CHF 50.00 in Marketing/Werbung „investieren“ (In Anführungszeichen, zumindest viel davon als Kosten verbucht), damit wir die Uhr für CHF 60.00 verkaufen können.

      Im Silicon Valley gibts mehr Venture Capitalisten mit Entourage (Papierliwender) als Techies, behaupte ich mal ins Blaue hinaus.

  • Stefan W. sagt:

    Eigentlich liessen sich die meisten Probleme der Geld- und Machtanhäufung damit lösen, dass man vernünftige Steuern erheben und damit das Anhäufen von Geld über ein bestimmtes Mass hinaus weniger attraktiv machen würde. Wenn Bezos oder Zuckerberg 80% Steuern zahlen müssten, wäre es egal, wieviele Milliarden sie der Volkswirtschaft und ihren Angestellten entziehen, es käme ja wieder zurück. Und Bezos und Zuckerberg wären trotzdem immer noch fantastisch reich, also Win-Win-Win.

    Und nein, solche Steuersätze sind nicht utopisch oder grausam oder zerstörerisch. In den USA waren sie noch in den 50er Jahren Realität. Und das war nicht die schlechteste Zeit der US-Wirtschaft.

    • Werner S sagt:

      Der Haken dabei: Das Geld bleibt nicht im privaten Sektor. Es findet eine Umverteilung zum Staat statt. Mehr Geld dort bedeutet eine Ausweitung der Staatsquote, mehr Staatsangestellte, die ihre Stelle rechtfertigen müssen und sich Regulierungen ausdenken etc. Die Strategie zur Minimierung der Steuern ist sicher auch nicht im Sinne von „good citizenship“. Aber das liegt wiederum an den Staaten, die Steueranreize bieten. Das gute Mittelmass ist gefragt.

      • Stefan W. sagt:

        Was der Staat mit dem Geld tut. lässt sich demokratisch kontrollieren und regulieren. Das ist der wesentliche Unterschied. Und das Volk hat zwar nicht immer automatisch recht, aber es muss in jedem Fall am Ende die Zeche zahlen, also ist es korrekt, wenn es mitreden kann, und nicht korrekt, wenn es nur noch als unmündiger Störfaktor betrachtet wird.

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