Die wahren Helden im US-Schatzamt

Könnte mit ihrem Vorhaben die Finanzmärkte ins Chaos stürzen: US-Notenbank-Chefin Janet Yellen. (Foto: Getty Images / Drew Angerer)

Seit vergangener Woche stehen die amerikanische Zentralbank und ihre Präsidentin noch stärker im Rampenlicht als zuvor. Janet Yellen kündigte an, ab diesem Jahr die riesige Bilanz zu verkürzen. Der «QE»-Prozess wird umgekehrt und die Zahl der Wertschriften im Zentralbank-Portfolio wird sinken.

Etwas Vergleichbares hat noch nie jemand gewagt. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) mahnt im aktuellen Jahresbericht, das US-Fed sei weitgehend dafür verantwortlich, wie die globalen Finanzströme verlaufen. Ein falscher Schritt der Fed-Gouverneure – und die Finanzmärkte stürzen ins Chaos.

Diese Sicht der Dinge verkennt ein Detail: Das US-Schatzamt wird im schwierigen Rückführungsprozess mindestens genauso stark herausgefordert wie die Zentralbank. Vielleicht sogar noch mehr.

Was das Federal Reserve plant

Seit das Fed 2014 das QE-Programm offiziell beendete, hält die Notenbank US-Wertschriften im Wert von 4,2 Bio. $. Davon sind 2,3 Bio. $ US-Staatsanleihen (Treasuries) und 1,8 Bio. $ Hypothekenverbriefungen (MBS). Jedes Mal, wenn Papiere auslaufen, legt das Fed den Rückzahlungsbetrag in vergleichbare neue Wertschriften an, rund 200 Mrd. $ pro Jahr. Damit verhindert es, dass die Notenbankbilanz schrumpft und die Geldpolitik zusätzlich gestrafft wird.

Der folgende Chart zeigt die jährlichen Rückzahlungen im Fed-Portfolio, die in den kommenden Jahren anfallen und reinvestiert werden müssten.

Quelle: US Treasury

Damit soll nun Schluss sein. Die Notenbank wird künftig schrittweise von 10 bis 50 Mrd. $ pro Monat weniger reinvestieren.

… und was das für das Treasury bedeutet

Für das US-Schatzamt ändert sich dadurch alles. Bisher konnte es eine beachtliche Summe stets direkt in das Depot der Notenbank schleusen und musste deshalb nur einen Teil der neuen Schulden öffentlich anbieten. In diesem Punkt unterscheidet sich das US-Fed von den QE-Programmen der Europäischen Zentralbank oder der Bank of England. Letztere kaufen Staatsanleihen nur am Sekundärmarkt auf, also von Banken, das Fed hingegen direkt ab Emission (Primärmarkt). Es tritt dort als «non-competitive bidder» auf.

Künftig wird das Schatzamt bis zu 30 Mrd. $ pro Monat nicht mehr einfach am Markt vorbei in identische Treasury-Anleihen «überrollen», sondern es muss der Notenbank den Betrag bar auszahlen. Und dazu muss es sich verschulden und deutlich grössere öffentliche Anleihenauktionen veranstalten als früher.

Das wird die Marktzinsen nach oben treiben. Um wie viel, weiss niemand genau. Denn das hängt von der Nachfrage am Kapitalmarkt ab. Aber genauso wichtig für den künftigen Zinsverlauf ist die Angebotsseite: Das Schatzamt muss versuchen, die Emissionsflut optimal zu steuern.

Die Laufzeit kürzen?

Viele Bankanalysten gehen davon aus, dass die Marktzinsen nur wenig steigen werden, weil der zusätzliche Emissionsbedarf über die Ausgabe kurzlaufender Treasury-Papiere gedeckt werde. Mittel- und langfristige Anleihen würden geschont und die Verzinsung in diesen Laufzeiten würde niedrig gehalten.

Das wäre auch im Interesse der Zentralbanker. Denn sie wollen die Auswirkungen der Bilanzverkürzung auf den Kapitalmarkt so gering wie möglich halten.

Ob das gelingt, ist jedoch fraglich. Das Schatzamt hat bereits im April verschiedene Tapering-Szenarien durchgerechnet. Und es kommt zum Schluss, dass es illusorisch sei, anzunehmen, nur mehr zwei- oder dreijährige Papiere zu begeben, reiche aus. Die Durchschnittslaufzeit der ausstehenden Treasury-Papiere würde dann weit unter das langfristige Mittel rutschen, und die Regierung würde sich ein zu hohes Risiko aufhalsen, falls die Zinsen künftig steigen sollten.

Wahrscheinlich muss das Treasury die zusätzlichen Emissionen über alle Laufzeiten hinweg erhöhen. Die staatlichen Finanzexperten warnen: Das Emissionsvolumen fünf- und zehnjähriger Papiere werde dann voraussichtlich an den oberen Rand der historischen Bandbreite steigen.

«The Committee discussion highlighted that it is simply not a viable strategy to accommodate the magnitude of the potential additional issuance using only front-end instruments. The Fed run-off and potentially higher deficits represent meaningful challenges that would require a sustained shift in borrowing needs to be spread across the curve.»

(aus dem «Report to the Secretary of the Treasury from the Treasury Borrowing Advisory Committee of the Securities Industry and Financial Markets Association», Mai 2017)

Die Aufgabe für die US-Schuldenmanager in den kommenden Jahren ist alles andere als einfach. Für sie kommt als weitere Unbekannte Trumps Fiskalpolitik hinzu: Sie könnte ein noch viel grösseres Loch in die Staatskasse reissen, als bisher veranschlagt ist.

42 Kommentare zu «Die wahren Helden im US-Schatzamt»

  • Marcel Senn sagt:

    Gödl: Der ETF Markt ist bei 3 Bio $ — das sind gerade mal rund 4% der globalen Aktienwerte — Indexfunds kaufen ja die Aktien und bilden den Index so nach

  • Rolf Zach sagt:

    Wenn die FED einigermaßen Erfolg haben will, ohne das Wirtschaftswachstum einzuschränken und die Inflation in Schach zu halten, muss die Stellung des US$ als Reservewährung erhalten. Wir leben seit 1945 (kein Bancor nach Keynes)und seit 1971 mit Aufhebung der Plicht des FED $ gegen Gold einzulösen im Status des Dollar-Standards.
    Die wichtigsten Bedingungen dafür sind politische Rolle der USA als Weltmacht.
    Ein US-Finanzwesen, dass im Staats-Haushalt und im Banksystem mit Verantwortung agiert. Es ist dabei nicht nötig eine Politik der Deflation zu betreiben und schon gar keine reaktionäre.
    Ebenso wenig kann die USA dabei innenpolitische Unruhen brauchen. Amerika muss der Welt zeigen, sie ist der Hort aller Stabilität in dieser unruhigen Welt.

    • Rolf Zach sagt:

      Ob dies der Administration Trump gelingt, kann jeder für sich selber beurteilen. Trump ist ein Populist. Für mich ist der Populismus die irrationale Antwort auf reale Probleme, wobei nicht Lösung dieser Probleme interessiert, sondern die Steuerung der Vorurteile ohne Logik der Wähler, so dass er dabei vergisst, wo seine Interessen sind. Viele US-Wähler, die von Obama-Care profitieren würden, sind dagegen.
      Der normale Politiker denkt zu 5o % an sich, zu 25 % an die Interessen, die er vertritt und noch 25 % an die Allgemeinheit. Der Populist denkt zu 90 % an sich und zu 10 % an die Interessen, die er vertritt. Da sind sich der US Präsident und unsere Heiligkeit C.B. wahrscheinlich ähnlich.
      Solche Verhaltensweisen werden die Politik der FED von Frau Yellen schwer beeinträchtigen.

      • Rolf Zach sagt:

        Die Frage ist nun, wie wird die Weltwirtschaft darauf reagieren und wie wird sich dabei der Dollar als weltweit anerkannte Reservewährung halten?
        Meine Theorie ist eigentlich eine einfache. Solange die Weltwirtschaft wächst und durch das Defizit der US-Leistungsbilanz die dafür benötigten Dollars bekommt, wird der Dollar seinen Status als Reservewährung behalten. Den eine Reservewährung ist immer eine Gratis-Finanzierung für das betreffende Land. Vergrößert sich aber Menge des Defizit der US-Leistungsbilanz über das Wachstum der Weltwirtschaft, zirkulieren zu viele Dollars in der Welt und das Vertrauen in diese Reservewährung schwindet und dann kommen die Verluste der Investoren. Wie sich das abspielt, ist eine Frage vieler Facetten, aber lustig wird es nicht sein.

        • Rolf Zach sagt:

          Auch der mögliche Zeitpunkt ist schwer abschätzbar, aber sicher geht es mit Trump schneller als dies mit einer neuerlichen Clinton-Administration möglich gewesen wäre.
          Noch ein Wort zum Schweizerfranken. Eine Reservewährung ist eine Gratis-Finanzierung für das betreffende Währungsgebiet. Das sollten sich die € Gegner merken. Dagegen ist eine Reservewährung der Reservewährung wie der CHF, ein Schatzkästchen der allerletzten Not und kann eine Volkswirtschaft ruinieren. Ein Wealth Fund wäre dagegen eine gewisse Entkrampfung. Aber unsere SNB und die Bundesräte Maurer und Schmidt-Amman sind wegen ihrer Ideologie dagegen. Sie haben lieber eine höhere Schweizer Arbeitslosigkeit als über ihren ideologischen Schatten zu springen. Sie gehören nach NZZ zu den Gerechten. Schön für sie!

  • Anh Toàn sagt:

    Nicht nur das US Finanzministerium verkauft USD Staatsanleihen, das Gleiche macht seit kurzem auch die PBoC um die chinesische Währung zu stützen.

    Wie viel, wie lange ist die Frage, aber es erscheint zumindest unwahrscheinlich, dass die Chinesische Zentralbank in den nächsten Quartalen als wesentlicher Käufer von US Staatsanleihen auftritt.

    • Marcel Senn sagt:

      Seit Januar 2017 haben die Chinesen aber wieder rund 40 Mrd von dem US Zeugs dazugekauft – sind jetzt auf 1’092 Mrd per Ende April
      http://ticdata.treasury.gov/Publish/mfh.txt

      Total Holders von US Papieren im Ausland akt. 6’073 Mrd $

      • Rolf Zach sagt:

        Diese Statistik ist sehr interessant. Unter den Ländern, die aufgeführt sind, gibt es einige wie Irland (Schatten-banken), Großbritannien und Luxemburg, die im Auftrage Dritter handeln. Es würde mich nicht wundern, wenn dieses Notes Deutschen, Schweizern, Russen und sonstigen Arabern gehören. Was sich dabei herausschält ist folgendes, die Euro-Nationen benötigen diese US-Papiere als Devisen-Rücklagen nicht. Mich wundert vor allem die Höhe der Anlagen von Brasilien. Bei Japan ist es eindeutig eine politische Angelegenheit. Die Chinesen sind eindeutig in einer selbstgestrickten Falle.
        Sie wollen den Yuan nicht stärker gegen Dollar aufwerten. Ein Beispiel ist ihre Roh-Aluminium Produktion. Eigentlich sollte man alle chinesischen Aluminiumhütten schließen, zu teuer gegen Kanada usw..

  • Josef Marti sagt:

    Der Staatsschuldenstand liegt lediglich bei ca. 100% GDP, dies ist zu wenig um die Konjunktur nicht abzuwürgen. Dasselbe gilt noch viel mehr für die Schulden des Privatsektors, dieser liegt bei ca. 150%. Sollte die Geldpolitik tatsächlich zu deutlichen Zinserhöhungen führen dann wird das die gelockerte Fiskalpolitik torpedieren. Es gibt keinen anderen Weg als die Schuldenstände schnell noch mehr zu erhöhen sonst wird die Maschinerie abgewürgt, denn jeder Versuch den hohen Schuldenstand auf konventionelle Art zu reduzieren wirkt rezessiv.

    • Marcel Senn sagt:

      Die Schulden der öffentlichen Hand sind doch einiges höher – wenn man neben der General Governement auch die States und Local Schulden (nochmal über 3 Bio $) und die Agency Schulden noch dazunimmt – nochmals 2 Bio.
      Wenn man noch die expliziten Schulden der USA noch anschaut, dann sieht es aber schon einiges düsterer aus.
      In der CH sind bei den rund 33% Staatsverschuldung sind eben Bund, Kantone und Gemeinden auch dabei!

      • Rolf Zach sagt:

        In den 80er Jahren war Mr. Greenspan wesentlich daran beteiligt, die Abzüge an der US-AHV wesentlich prozentual zu erhöhen. Die Begründung war, man müsse dies tun, um ein Polster gegen die zukünftige Überalterung der Gesellschaft zu haben.
        Der wahre Grund war, die zwangläufig enstehenden Überschüsse als probates Mittel zu verwenden, um die Defizite der Reagan Regierung zu decken. Diese Bundesschuld wird nicht amortisiert.

  • Jan Svoboda sagt:

    reines Wunschdenken, es geht nicht mehr lang bis die Fed neue QE aufgleisen muss und die Zinsen am langen Ende sogar noch sinken werden, sie stehen mit dem Rücken zur Wand und versuchen ihre Handlungsfähigkeit vorzutäuschen. Ein dursichtiger Bluff.
    Seltsam, jetzt wird sogar das Schuldenmachen zum Heldentum erhoben, amüsant.

    • Rolf Zach sagt:

      Wenn die gleiche Bilanzstruktur die Polnische Nationalbank in Zloty aufweisen würde, wäre eine konstante Abwertung des Zloty zwangsläufig die Folge. Es kann nicht genug betont werden, die Zentralbank einer Reservewährung wie die USA mit ihrem Dollar hat einen enorm langen Atem. Oder praktisch gesagt. Kaufen Sie einmal als Getreidehändler in Indonesien 1 Mio. Tonnen Reis in Vietnam und zusätzlich 1 Mio Tonnen Weizen in Australien. Ihre beiden Lieferanten wollen nichts von Ihren Ruphia wissen, sie wollen US$! Nach wie vor wird der weltweite Rohstoffhandel in Dollar abgewickelt.

      • Jan Svoboda sagt:

        na ja, wenn man ständig nur in den Rückspiegel schaut, wird man kaum die Zukunft erblicken. Der Reservestatus mag den Amis längere Atem verschaffen, vor einer Pleite wird er sie aber trotzdem nicht retten, die Fed kann nur so lange den Ramsch aufkaufen können als jemand in der Lage ist sich weiter zu verschulden, gerade das wird aber zunehmend schwieriger,Jahr für Jahr braucht es immer mehr Schuldendollars um 1 $ BIP zu erreichen. Dass die Kommoditengeschäfte in $ abgewickelt werden ist keine Garantie dass es so bleibt, die BRICS Staaten haben schon angefangen in eigenen Währungen abzurechnen und es wird Schule machen.

  • Josef Marti sagt:

    Soll die beabsichtigte Bilanzverkürzung noch erlebt werden geht das wohl kaum ohne deutlichen Zinsanstieg.
    Werden bei dieser Umschuldungsaktion zu viele neue Bonds emittiert sinken die Kurse resp. Zinsen steigen und die Neuemissionen gehen unter pari raus.
    Da nicht nur ausländische Zentralbanken US Bonds halten sondern die ausländischen LB Überschüsse generell in die USA investiert werden, fliessen der Fed laufend neue Devisenreserven zu, die Bilanzverkürzung wird deshalb erschwert. Die Reps stecken bis zur Nase im Schweinemist, ohne die ständig kritisierten ausländischen Exportüberschüsse können sie ihr Infrastrukturprogramm gar nicht realisieren.
    Frau Yellen wird froh sein wenn sie diesen Scheissjob abgeben kann.

    • Rolf Zach sagt:

      Die Bilanzverkürzung kann nur dann ohne substanzielle Zinserhöhung vorgenommen werden, wenn die USA ihre Steuern für ihre Bürger wesentlich erhöhen. Die seit Reagan anhaltende Verhätschelung der US Super-Reichen müsste damit aufhören. Spitzen der Einkommenssteuer wie in den 50 Jahren von 90% sind dafür ein wirksames Mittel, gilt auch für die Erbschaftssteuer. In den 50er Jahren konnten die Super-Reichen damals nur durch die Errichtungen von wohltätigen Stiftungen diesen Sätzen entfliehen.
      Ein noch schwieriger Lösungsansatz wäre, die USA würden konstant einen beachtlichen Leistungsbilanz-Überschuss ausweisen. Die hereinströmenden Gelder
      würden neutralisiert und zum Abbau der Notenbank-Bilanz benützt.

  • Stefan Wiesendanger sagt:

    Das heisst, dass v.a. die langfristigen Zinsen stark steigen werden. Diese waren ja direkt beeinflusst worden mit u.a. Operation Twist und der Verlängerung der Duration. Das Resultat wäre logisch, denn die reale Unsicherheit hat zugenommen. Die heutigen Tiefzinsen am langen Ende spiegeln ja nicht die reale Sicherheit, sondern die Sicherheit, dass die Notenbank die langfristigen Zinsen drückt. Back to reality. Auweia.

    • Marcel Senn sagt:

      Wiesendanger: Was ist denn bitte Realität? Eine Welt in der alle Akteure zusammen mit über 330% des Weltbip verschuldet sind und da drauf ca 10-13 % des Weltbip an Zinsen bezahlt werden (viele Schwellenländer haben immer noch ganz fette Zinssätze).
      In den USA alleine sollen es gemäss US-Debt Clock 2.5 Bio Zinsen pro Jahr sein bei einem BIP von 19.1 Bio ist das doch ganz erklecklich — wenn Ihre Realiät dann lauten sollte, dass die Zinsen massiv steigen können – dann könnten die Zinsleistungen auch mal auf 25% des BIP ansteigen – so kann man glaub jede Wirtschaft gut abwürgen!!
      Argentinien musste vor dem Bankrott 2001 rund 49% des Staatsbudgets an Zinsen bezahlen – und letzte Woche hat die Rep. Argentinien einen 2.75 Mrd. $ 100jährigen Dollarbond mit 7.9% Coupons emittiert…

      • Linus Josef Anton Huber sagt:

        „Argentinien einen 2.75 Mrd. $ 100jährigen Dollarbond mit 7.9% Coupons emittiert“

        Dass solch ein Bond zu solchen Zinsen eine Chance am Markt hat (nachdem Argentinien in der letzten 200 Jahren 7 mal defaulted), zeigt die Perversion der durch die Zentralbanken erzeugte „Financialization“.

      • Rolf Zach sagt:

        Hier stellt sich bei der Analyse zwei Fragen. Erstens generiert auch in Zukunft Argentinien Leistungsbilanz-Überschüsse. Argentinien ist ein Rohstoff-Exporteur und dieser Hinsicht volatil. Aber entscheidender ist die Entwicklung der Dollar-Parität zum Euro und damit indirekt zum Schweizerfranken. Da hat man dann nur noch 3.5 % vom Genuss dieser Anleihe, wenn die CHF/$ Parität nur noch 40 Rappen ist.
        Übrigens, den Finanzminister, der diese Anleihe gestattet hat, sollte man als Pinguin-Hüter nach Patagonien schicken.

      • Marcel Senn sagt:

        Linus Josef Anton: Für einmal 100% einverstanden mit Ihnen – aber die Neoliberalen haben nun mal ein Schwachsinnskonzept – Wachstum via Schulden und dazu noch mit horrenden Zinsen (Schon für die Bezahlung der Geierfonds vor 1.5 Jahren (Holdouts von 2001) mussten sie rund 15 Mrd mit 8% in $ aufnehmen – nur damit sie nachher wieder kreditfähig waren und noch mehr Schulden machen können!! Das ist wirklich pervers und zeigt die Unfähigkeit solcher kurzfristig denkender Zeitgenossen!
        Zach: Arg. ist kein Nettoexporteur mehr – die schliessen wieder Fabriken, importieren, die Oligarchie gibt ihr Geld in Florida und Europa mit vollen Händen aus und irgendwann crasht es wieder und der Mittel- und Unterschicht geht es immer schlechter….

        • Marcel Senn sagt:

          Argentinien ist für Europäer und Amis innert 1.5 Jahren „seit es wieder auf dem richtigen Weg sei“ (so wurde das BR Leuthard bei ihrem Arg. Besuch verklickert) netto rund 50% teurer, die Produktivität ist aber nicht gestiegen. Ausländisches Kapital wird mit 26% Zinsen auf Peso angelockt – die garnieren ab und irgendwann hauen sie wieder ab, wenn das Ende der Party naht…. dasselbe Spiel wie in den 90er Jahren mit dem 1:1 zum $ und irgendwann gehen die Lichter dann wieder aus…. Da war doch die linke Regierung unter Kirchner noch nachhaltiger – die bekamen kein Kapital mehr und mussten selber aktiv werden und die hat immerhin noch was für die Armen gemacht auch wenn sie selber auch nicht ganz sauber war – aber das ist Macri ja auch nicht und der ist nur noch egoistisch…

  • Greg sagt:

    Faktisch wird die kommende Rezession Trump in die Schuhe geschoben werden. => Das wurde ja geschickt eingefädelt ….

    • lutz stalder sagt:

      Um Das geht’s ja.

      • Hannes sagt:

        macht nichts, denn der ist sowieso schon nach einem Jahr so untendurch, dass da ruhig noch etwas nachgeschoben werden kann:-)

    • Josef Marti sagt:

      Genau so gut kann es eine Schulden Bonanza geben und die Rezession resp. den schwarzen Peter erbt sein Nachfolger.

    • Franz Gödl sagt:

      Nicht nur das. Der nahende Finanzcrash wird Yellen in die Schuhe geschoben, weil sie die Zinsen „zu schnell“ angehoben und QE zurückgefahren hat. Yellen ist Trump ein Dorn im Auge – so kann man alles auf ihren Buckel packen und den eigenen Kandidaten im Anschluss wieder glänzen lassen.

      • Marcel Senn sagt:

        Crash-Gödl: Immer noch überzeugt, dass der Crash „naht“? Gut was heisst denn Crash — wenn die Börsen wieder mal 20% nach unten korrigieren würden – so what?
        Zinsen kann man auch schnell wieder senken, falls die sich dann kontraproduktiv erweisen.
        Und wenn die Zentralbankbilanzen halt ein paar Jahre länger als angedacht aufgeblasen bleiben — ehrlich gesagt wen kratzt das – man könnte vermutlich sogar alles auslagern und eine zentrale Zentralbanken-Bad Bank machen — der Finanzalchemie sind kaum Grenzen gesetzt – auch wenn Mervyn King neulich in seinem Buch vom Ende der Alchemie sprach — ich glaube bis zum richtig grossen Crash mit echt depressiven Charakter für breite Bevölkerungsschichten dauert noch einige Jahre bis Jahrzehnte.

        • Franz Gödl sagt:

          Logik-Senn: Die Welt funktioniert nicht so, wie Sie sie gerne immer aufzeigen. Alles ist emotional und Irrationalität dominiert das Verhalten an den Börsen. Deswegen wird eine nächste Intervention im Crash-Fall nicht wirken. Ich erwarte auch gar keinen Crash wie 1987 sondern eine Serie von 3 negativen Jahren, in denen die Aktienbörsen Hangelenk mal Daumen 90% von den Tops korrigieren. Das haben einzelne Aktien bereits gemacht (Bankaktien Spanien, Italien, teilweise auch CH, D). Der Rest wird folgen.

          • Marcel Senn sagt:

            Ach Franz – 90% – das wären rund 67 Bio Börsenverluste (von aktuell weltweit rund 75 Bio $) – der globale Price/Book Value liegt weltweit bei 2.0 (in den USA mit 3.1 etwas höher) – Sie glauben ja nicht ernsthaft, dass die Börsen um 90% korrigieren werden. Selbst 2009 sind sie nur auf rund 27 Bio $ gesunken.
            .
            Dass Bankaktien seit 2008 teilweise tief gesunken sind, das stimmt, aber die haben ja auch am meisten Unfug mit der Kreditvergabe betrieben — das einfach auf die Restwelt zu extrapolieren ist doch schon etwas Milchbüechliökonomie…
            Der Shiller PE ist mit 29.77 immer noch unter den Alleithochs von 1929 und 2000 und wenn dann korrigiert es um max 40-50% – von einem hohen Niveau aus ist das auch schon sehr viel, aber Ihre 90% kämen einem Totalzusammenbruch gleich…

          • Marcel Senn sagt:

            … nur den werden die Finanzalchemisten von der EZB, der FED, der BOJ, PBOC schon irgendwie zu verhindern wissen… oder zumindest erträglich zu strecken und die ärgsten Risisken irgendwo auslagern…

          • Linus Huber sagt:

            Wenn „the shit hits the fan“, dürfte es ungemütlich werden. Prognosen über den spezifischen Verlauf sind eher schwierig. Z.B. Wenn der Aktienmarkt 40% einbüsst, mag sich die Stimmungslage gegenüber den Zentralbanken radikal ändern, sodass die politische Situation ihren Handlungsspielraum einschränkt. Der Konsum dürfte in solch einer Situation aufgrund der Auswirkungen auf die Altersvorsorge und aufgrund der demographischen Entwicklung in Mitleidenschaft gezogen werden, was die „destruktiven Kräfte“, welche sich in der Folge einer Kreditblase melden, in der Form von überfälligen Abschreibungen auf nicht rückzahlbare Schulden befeuern mag.

            Was der Anlass sein wird, werden wir erst im Nachhinein wissen.

          • Marcel Senn sagt:

            Huber: Wenn „the shit hits the fan“ ist erst dann wenn die kompetitiven Renditen von festverzinslichen diejenigen von Aktien (Dividenden) beginnen zu übersteigen und die Zinsen steigen.
            Aber dann können die Zentralbanken auch wieder der Rückwärtsgang einschalten und die Zinsen wieder senken, sofern keine Inflation vorhanden ist (in jenem Fall würden die Unternehmensumsätze und ev. auch Gewinn nominal auch wieder zulegen).
            .
            Ich glaube unsere Alchemisten von den Zentralbanken werden das Kind noch eine ganze Weile schaukeln können und Sie werden noch lange auf das wirtschaftliche Armageddon warten müssen werter Linus…. vielleicht erleben wir es gar nicht mehr….das wäre dann fast schon tragisch (zumindest für Sie Linus – das halbe Leben vergebens gewartet auf den Untergang)…

          • Linus Huber sagt:

            Ja Marcel, der Zeitpunkt ist unklar. Sie gehen von vielen Jahrzehnten aus, was theoretisch sicher möglich wäre. Ich bezweifle, dass es Jahrzehnte andauern wird, kann es jedoch nicht ausschliessen. Warten wir mal die nächste rezessive Phase ab und sehen, inwiefern die geldpolitischen Massnahmen noch greifen werden, respektive Wachstum zu fördern vermögen. Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht.

          • Linus Huber sagt:

            PS. Der Aktienmarkt spiegelt immer weniger die wirtschaftliche Situation eines Landes, andernfalls es Venezuela bestens gehen müsste. Was nützt ein Dow 40k, wenn zugleich ein Bürgerkrieg ausbricht?

          • Franz Gödl sagt:

            @Senn: Es gibt fundierte Studien von Robert Prechter, welche besagen, dass Blasen am Ende immer um die 80-90% deflationieren. Historische Beweise dazu werden seit Bestehen der Märkte geliefert. Ihre so genannten Finanzalchemisten werden genau jene Gruppe von Marktteilnehmern sein, welche die letzten ca. 30% des Absturzes auslösen, indem sie sich von den aktuell angehäuften Wertpapieren in Panik auf den Markt schmeissen. Das Markttiming von Notenbanken ist verherend (SNB verkaufte Gold noch unter 500Dollar/Unze und kauft nun Aktien auf den Höchstständen; die EZB hat ihr Bondprogramm praktisch auf dem Top der Bondmarktrallye gestartet, etc. etc. Dass Sie dieses Szenario kategorisch ausschliessen macht Sie für einen Black Swan-Event sehr anfällig; wie praktisch 95% der Leute auch.

          • Franz Gödl sagt:

            @Senn: alleine schon der Fakt, dass die Indexierung durch passives Investieren in den letzten Jahren stark zugenommen hat macht den Markt für einen 90%-Rückgang anfällig. Bereits gibt es Stimmen welche davor warnen, dass die ETF-Entwicklung einer Lawine gleichkommt, die systemrelevant ist. In den USA halten ETF 45% der Marktkapitulation. Häufig verbergen sich dahinter synthetische Konstruktionen. So sind z.B. Japan-Aktien-ETF aus mehrheitlich deutschen Aktien nachgebildet und mit derivaten auf den Nikkei angepasst. Die Belehnung von Aktienkäufen hat stark über die Belehnung von Obligationen-Portfeuilles stattgefunden. Hubers „when the shit hits the fan“ tritt ein, sobald Bonds und Aktien gemeinsam sinken und ich würde wenn ich Sie wäre zumindest einkalkulieren, dass sie dies noch erleben

          • Marcel Senn sagt:

            Huber: Sorry aber das Beispiel Venezuela lasse ich nicht gelten – wer zu über 90% auf Oel setzt. die Einnahmen quasi verschenkt und dann auf die Nase fällt, der ist selberschuld! Der Ex-Busfahrer Maduro ist nun mal ziemlich unfähig!

          • Marcel Senn sagt:

            Gödl: Also wenn ich mir die grössten ETF’s der Welt so anschaue, dann komme ich nicht auf 45% der Börsenbewertungen (75 Bio$)
            http://www.etf.com/channels/total-market-etfs
            .
            Habe meine Chefs ( Finanzindustrie) übrigens schon Ende 2004 auf die Möglichkeiten eines Subprime-Crashes aufmerksam gemacht – die haben mich nur ausgelacht und mich als Dauerpessimisten dargestellt – soviel zu ich sei „blind gegenüber schwarzen Schwänen“! Habe mich übrigens auch rel. intensiv mit den Finanzkrisen/Bubbles der letzten paar hundert Jahre auseinandergesetzt.
            .
            Nur habe ich mir in harter Knochenarbeit auch noch eine Weltbilanz eben auch mit den ganzen Aktiven die den vielen Schulden gegenüberstehen erarbeitet und kenne darum beide Seiten der Medaille.
            Darum hält sich mein Pessismus in Grenzen

          • Franz Gödl sagt:

            @Senn: ich hab mir die Zahlen nicht aus den Fingern gesaugt. Hier ein Artikel in der FuW von Pictet. https://www.fuw.ch/!a-U8TAA
            Gratulieren, wenn Sie 2004 den Subprime-Crash vorhersehen konnten. Dann wissen Sie ja, wie es ist, recht zum falschen Zeitpunkt zu sein. Umso mehr sollten Sie das kommen sehen, was auf uns zukommt. Die Subprime-Krise war nur ein kleiner Nebenschauplatz und ein Vorbeben diesbezüglich. Lieber 5 Jahre zu früh als 5 Tage zu spät…..

          • Marcel Senn sagt:

            Gödl: Der ETF Markt ist bei 3 Bio $ — das sind gerade mal rund 4% der globalen Aktienwerte — Indexfunds kaufen ja die Aktien und bilden den Index so nach

          • Linus Huber sagt:

            Marcel:

            „Sorry aber das Beispiel Venezuela lasse ich nicht gelten“

            Es geht nicht darum, inwiefern Venezuela sich herunterwirtschaftete, sondern einzig darum, inwiefern der Aktienmarkt die tatsächliche wirtschaftliche Situation spiegelt. Die geldpolitischen Interventionen, ob in der Form einer Tiefzinspolitik, welche den Anleger zwingt in Aktien anzulegen um keinen Kaufkraftverlust zu erleiden, oder anhand von direkten Käufen von Aktien oder Firmenanleihen durch die Zentralbanken, verfälschen den Aktienmarkt. Damit spiegelt der Aktienmarkt eben immer weniger die tatsächliche wirtschaftliche Situation eines Landes. Es gibt genügend andere Beispiele, wobei letztes Jahr Venezuela wohl das beste Demonstrationsmodell darstellen dürfte.

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