Wie liberal ist die Schweiz?

NMTM

Ohne die Zustimmung des Gewerbes wäre das Energiegesetz kaum angenommen worden: Bauarbeiter installieren eine Solaranlage. Foto: Christian Beutler (Keystone)

Mit grossem Staunen haben liberale Beobachter das Ergebnis der Energie-Abstimmung zur Kenntnis genommen. Wie kann es sein, dass ein wirtschaftsfreundliches Land wie die Schweiz plötzlich einer planwirtschaftlichen Vorlage zustimmt?

Ein Grund für die klare Zustimmung war, dass das Energiegesetz grosszügig Subventionen verteilt. Wenn ein grosser Teil des Gewerbes und der Bauwirtschaft profitiert, ist die Abstimmung schon halb gewonnen. Die Tabelle zeigt: Der zweite Sektor hat rund eine Million Beschäftigte – davon sind allein im Baugewerbe (41 + 42 und 43) über 300’000 Personen beschäftigt. Das hat politisch grosses Gewicht, vor allem in den Wirtschaftsverbänden.

Die Subventionsanreize erklären allerdings nicht alles. Vielmehr muss man sich fragen, ob es richtig ist, die Schweiz als ein generell liberales und marktfreundliches Land zu sehen. Es stimmt zwar, dass die Regulierung traditionell zurückhaltend war und die helvetische Gesetzesdichte erst in letzter Zeit den europäischen Durchschnitt erreicht hat. Aber war dies wirklich Ausdruck einer liberalen Grundhaltung?

Man könnte es nämlich auch folgendermassen sehen: Der traditionelle Regulierungsansatz war konservativ-liberal, nicht wirklich liberal, d.h. die Schweiz regulierte nur dann, wenn es wirklich nötig war, weil es in einer direkten Demokratie aufwendig und riskant ist, ein Gesetz durchzubringen. Es gibt zu viele Vetogruppen, die mitreden wollen, sodass am Schluss eine optimale Regulierung unmöglich ist. Also liess man es traditionellerweise lieber sein, als etwas zu tun. Das Ergebnis war liberal, aber nicht das Motiv.

Zweitens hat die Mehrheit schon vor 1914 einen starken Einfluss des Staats in der Wirtschaft keineswegs abgelehnt. Im Gegenteil, an der Urne wurde beschlossen, die Eisenbahnen zu verstaatlichen, eine Nationalbank zu gründen (mit einer Mehrheit in den Händen der Kantone), eine staatliche Unfallversicherung (Suva) ins Leben zu rufen. Post und Telegrafie, später auch die Telefonie waren in den Händen des Bundes. Die Kantone gründeten seit den 1830er-Jahren Staatsbanken. Und der Energiesektor war schon immer eng mit dem Staat verbunden. Ein Sitz im Verwaltungsrat einer Elektrizitätsgesellschaft gehört seit Jahrzehnten zu den Pfründen, die an ehemalige Politikerinnen und Politiker vergeben werden.

Was sich demnach in letzter Zeit geändert hat, ist nicht so sehr die Mentalität der Stimmbürger, sondern das regulatorische Umfeld. Während früher die Schweiz selbstständig entscheiden konnte, ob ein Gesetz nötig war oder nicht, läuft die Regulierungsmaschinerie heute von selber. Die Schweiz kann nur noch die Feinabstimmung bestimmen. Und weil es ein liberales Schweizer Gen nie wirklich gegeben hat, gibt es hier auch kaum Widerstand durch die gewählten politischen Behörden.

Der Vergleich mit Grossbritannien ist aufschlussreich. Dort besteht tatsächlich eine starke liberale Tradition, die wichtig war für den Thatcherismus und einen Teil der Brexit-Bewegung innerhalb der Konservativen Partei. Dafür ist das Land nicht besonders demokratisch und lässt ein hohes Mass an Ungleichheit zu. Bei uns ist der Widerstand gegen die EU eher demokratisch begründet, und Ungleichheit wird zwar auch in der Schweiz akzeptiert, aber nie im vergleichbaren Mass wie in Grossbritannien.

151 Kommentare zu «Wie liberal ist die Schweiz?»

  • Claudio Kreis sagt:

    Liberal? Neofeudalismus pur: Player sind Statunternehme wie ALPIQ und AXPO, und Publikumsgesellschaften wie SIEMENS und ABB. Allesamt mehr oder weniger totalitär geführt mit feudalen Führungsriegen. Nun der Bund der die Pfründe verteilt – Lehen in Form von Subventionsversprechen. Legitimiert durch die Religion der Grünen: Wenn wir fest daran glauben, wird’s noch erfunden – die uns erlösende Technologie. Fehlt nur nuch der Ablasshandel – oh ja.. CO2 Zertifikate.

  • Marek sagt:

    Wenn ich eine Solaranlage auf unserem Dach (4Reihenhäuser) montieren will, kostet mich das rund 94`000 ChF, der Jahresertrag ist etwa bei 5500.- ChF, die Amortisationszeit beläuft sich auf 18 Jahre. Ich sehe also keinen Anreiz, eine solche Solaranlage auf das Dach zu bauen. Desweiteren funktioniert sie nur an schönen Tagen. Und in den 18 Jahren geht sicher auch wieder mal etwas kaputt und reinigen muss man diese auch noch.

  • P. Schmid sagt:

    Die Einspeisevergütungen für neuen Atomstrom (Hinkley Point) sind in Grossbritannien übrigens 10 mal so hoch wie für Solarstrom, wobei Atomstrom zusätzlich noch die Inflation vergütet erhält und die Vergütungsdauer anstatt 20 Jahre sogar 35 Jahre beträgt.

    • Peter Aletsch sagt:

      Verzell das em Fährimaa, in diesem Fall den Regierungen von den 10+ Ländern, die Kernenergiereaktoren bauen. Besonders den Vereinigten Arabischen Emiraten, die weiss genug Sonne haben das ganze Jahr durch. Ist ja klar, dass die Vergütungen für eine Energiewerk, das 1,4 MegaWatt Konstantleistung hat, jährlich 10 TeraWattH, grösser sein muss als für ein Hunderstel davon, dazu noch chaotisch anfallend.

      • P. Schmid sagt:

        Herr Aletsch, abgesehen davon, dass wir nicht per Du sind: Das sind übrigens die Angaben der Britischen Behörden und die Subventionen für das neue AKW in England summieren insgesamt sich auf weit über 100 Mrd Franken.
        In diesem Jahr ist weltweit trotz erhöhtem Plutoniumbedarf für die Atomwaffenproduktion übrigens kein einziger Neubau eines neuen AKW gestartet worden.
        Während in diesem Winter die zwei AKW Beznau und Leibstadt ungeplant ausgefallen sind (wegen Chaos oder Schlamperei), haben die Solar- und Windkraftanlagen in Deutschland jeden Wintermonat stets mindestens über 40 mal mehr Strom produziert als das AKW Mühleberg.

        • Peter Aletsch sagt:

          Wenn ich ein Bonmot verwende, muss ich nicht dessen Anredeform ändern. Wie gross ist denn der Solarbeitrag in England? Spielt doch keine Rolle, ob der Basisstrom mit 100 Milliarden ’subventioniert‘ wird, wenn damit eine Volkswirtschaft von 50 Jahren x 2 Billionen/Jahr = 100 Billionen (europäische) angetrieben werden kann. Läppische 1 Promille. Wetten, dass die Schweizer Energiewende im Rahmen von Prozenten kostet?

          • P. Schmid sagt:

            Gemäss der offiziellen Behörden OFGEM betragen die Feed-In Tariff (FIT) Raten für Solarstrom in Grossbritannien zwischen 0,35 pence/kWh und 4,36 pence/kWh. Windkraftanlagen über 1,5 MW erhalten lediglich 0,83 pence/kWh.
            Da neuer Atomstrom im Gegensatz zu erneuerbarem Strom auch noch die Inflation vergütet erhält, werden sogar für das planwirtschaftlich gebaute neue AKW über 20 pence/kWh erreicht. Sofern es dann überhaupt gebaut und vor allem und tatsächlich Strom produzieren wird. Sollte es nicht gebaut werden, dann übernimmt der Staat übrigens die Schuld der bereits getätigten Investitionen.

      • Anh Toàn sagt:

        „den Vereinigten Arabischen Emiraten, die weiss genug Sonne haben das ganze Jahr durch.“

        Aber da ist es zu heiss für Solarzellen, da ist es zu heiss für alles, ausser für Toyota Landcruiser.

        • Monique Schweizer sagt:

          Anh: Und wenn der Klimawandel weiter geht, dann wird es in einigen Jahrezehnten auch zu heiss für die Menschen dort zum leben bei 50 Grad plus – die werden dann auch mal aufbrechen in kühlere Gefilde mit ihren Toyota Landcruisern…
          Aber erst wenn sich im Jahre 2022 die FIFA mit der WM im Nachbarland Qatar ihr finanzielles Grab geschaufelt hat und man diesen Infantino darin wieder entsorgen kann…

        • P. Schmid sagt:

          In Abu Dhabi gibt es Solarstrom für 2,42 cents/kWh – ganz ohne Kühlwasser, Uranimporte, Restrisiken, Profilerationsrisiken, Endlager und exorbitanten Rückbaukosten und das zudem für einen Bruchteil der Stromkosten eines neuen AKW (Bloomberg Artikel: Cheapest Solar on Record Offered as Abu Dhabi Expands Renewables).

          Der planwirtschaftliche Bau von neuen AKW ist nicht nur anti-liberal sondern auch nicht mehr zeitgemäss.

          • Peter Aletsch sagt:

            Das sind Bid-Preise mit Asiatischen Konsortien (sollen subventioniert sein) und 4-fach höherer Einstrahlung und Massenabnahme zur Kühlung um Mittag.

          • P. Schmid sagt:

            Das ist der garantierte Stromabnahmepreis und gekühlt wird nichts, sondern es wird darauf hingewiesen, dass diese PV-Anlage insbesondere dem erhöhten Kühlbedarf (Klimaanlagen) dienlich ist, da dann die Solareinstrahlung und Lufttemperatur am Höchsten ist.

    • Rudolf Wildberger sagt:

      @P.Schmid: Die Einspeisevergütung für Hinkley Point C beträgt aktuell 10.6 Eurocent/kWh. Das liegt unterhalb der Einspeisevergütung für große Photovoltaik- und Offshore-Windkraftanlagen, jedoch oberhalb der von Onshore-Windkraftanlagen. (Wikipedia). Auch als prinzipieller Atomkraftgegen sollte man sich an die Fakten halten.

      • Hansli sagt:

        @Wildberger Bitte halten Sie sich an die Fakten für neue Photovoltaik- und Windkraftanlagen.

        • Rudolf Wildberger sagt:

          @Hansli: Habe wortwörtlich zitiert (copy-paste) aus einem Artikel über Hinkley Point. Die dort angegebene Einspeisevergütung wird mit 107 Euro/MWh angegeben, was nach Adam Riese 0.107 Euro/kWh ergibt, was besser mit der Stromrechnunng vergleichbar ist als MWh, oder sind sie Grossbezüger? Wenn diese Zahlen nicht stimmen, beklagen sie sich bei Wikipedia. So viel zu den Fakten.

      • P. Schmid sagt:

        Herr Wildberger. Ihre Angaben sind falsch.
        Gemäss der offiziellen Behörden OFGEM betragen die Feed-In Tariff (FIT) Raten für Solarstrom in Grossbritannien zwischen 0,35 pence/kWh und 4,36 pence/kWh und für Windkraft erhalten Anlagen über 1,5 MW lediglich 0,83 pence/kWh.
        Da neuer Atomstrom im Gegensatz zu erneuerbarem Strom auch noch die Inflation vergütet erhält, werden sogar für das planwirtschaftlich gebaute neue AKW über 20 pence/kWh erreicht. Sofern es dann überhaupt gebaut und Strom produzieren wird. Sollte es nicht gebaut werden, dann übernimmt der Staat die Schuld der bereits getätigten Investitionen.

  • P. Schmid sagt:

    Planwirtschaftlich war tatsächlich der Bau der AKW.
    Abgesehen vom Milliardenloch im Stillegungsfonds: Die planwirtschaftlich gebauten AKW sind sogar massiv subventioniert worden, selbst wenn sie keine einzige kWh produziert haben: So haben die nie gebauten AKW Graben und Kaiseraugst ungefragt 577 Millionen Franken vom Steuerzahler erhalten, obwohl sie keine einzige kWh produziert haben (und so oder so überflüssigen Strom produziert hätten). Als Vergleich: Unabhängige Schweizer Windenergie hat 2015 gerade mal 9 Millionen Franken erhalten – nicht aber vom Steuerzahler sondern vom Stromkonsumenten.

    • Rudolf Wildberger sagt:

      @P.Schmid: Ihre Aussage bestätigt die These des Blogbeitreages von Straumann. Die AKW’s Graben und Kaiseraugst waren Staatliche Planungsleichen. Planung kosten auch wenn sie dann schlussendlich aus politischen Gründen abgebrochen wird. Übrigens alle grossen Wasserkarftwerke in der Schweiz wurden auch staatlich oder von Gesellschhften in Staatlichem Besitz gebaut. Bevor Strom produziert wird, muss investiert werden. Das hat nichts mit Atomstrom, Windenergie oder was auch immer zu tun. Und wie die Kosten am Ende bezahlt werden ob mit den Steuern, der Stromrechnung oder durch höhere allgemeine Konsumkosten ist für den Strom konsumierenden Steuerzahler nur eine Frage des Verbuchungskontos.

    • P. Schmid sagt:

      Der wesentliche Unterschied ist, Herr Wildberger. Wenn man eine Solaranlage oder eine Windkraftanlage plant und sie dann nicht gebaut werden darf, dann übernimmt der Staat überhaupt keine Planungskosten (dieses Risiko muss die Privatwirtschaft übernehmen).
      Auch können Solarfirmen Konkurs gehen (z.B. Solarworld), während der Staat sowohl bei den Herstellern von AKW (Areva) und auch den Betreiber von AKW sofort mit Steuergeldern rettend zur Seite steht.

  • Alexander Müller sagt:

    Wie es möglich ist? Bundesrat, die Presse und der Staats-TV waren dafür. Da ist dann auch der Mainstream des Volkes dafür.

  • Dr. Peter Schuhmacher, Wettingen sagt:

    Beim Verfassen dieses Artikels haben offensichtlich die Wahrnehmungs-Scheuklappen obsiegt:
    (1) Dass die Entwicklung der Kernkraft seit seinen Anfängen ein schwer subventioniertes, staatliches Unterfangen war, scheinen die Autoren vielleicht nicht zu wissen, aber auf jeden Fall nicht zu stören. Warum sie sich erst mit dem Beschluss, die Kernenergie auslaufen zu lassen, als letzte Liberalismus-Hüter profilieren wollen, damit bleibt erklärungsbedürftig.
    (2) Warm geduscht unterhalb der Gestehungskosten haben wir alle. Die Zeche, die Überreste der Kerntechnologie auf zu räumen, bezahlen nachfolgende Generationen, die Aufwand betreiben werden müssen, ohne einen Nutzen davon zu haben. Vielleicht ist für die Autoren Selbstverantwortung etwas, das ihren Liberalismus stört, zumindest aber überflüssig, ihr auch nur einen Stellenwert ein zu räumen.
    (3) Nota bene, mit der von uns betriebenen Gas/Erdöl-Energiewirtschaft sieht dass natürlich auch kein bisschen besser aus.

    Als liberal will mir dagegen erscheinen, bei Problemen hin zu schauen und sie so lösen zu wollen, dass die Nutzer keine Schäden und Kosten an andere weitergeben. Es ist tatsächlich wünschenswert, wenn der Liberalismus im Sinne der Autoren soviel taugen würde, dass dies mit nur minimalen staatlichen Eingriffen gelingt. Dazu würde ich sehr gerne den einen oder anderen Artikel der Autoren lesen.

    • J. Kuehni sagt:

      Eine tolle Replik, Herr Schuhmacher, danke.

      Mir scheint, Liberalismus kann einigermassen in einem effizienten System von Checks&Balances funktionieren, in dem alle möglichen Anspruchsgruppen und Akteure einander gegenseitig auf die Finger klopfen, damit nur ja niemand unrechtmässig profitiert (= das wahre CH-Erfolgsrezept). Der Widerstand gegen AKWs hat insofern auch immer dann funktioniert, wenn andere, ebenso handfeste Interessen durch diese Technologie nachteilig tangiert worden sind: Standortfrage („Not in my Backyard“) und in letzter Zeit eben eine neue Gruppe von Partikularinteressenten.

      Die Idee, dass Individuen und Gruppen sich in edler Eigenverantwortung (und vielleicht mit Hilfe der unsichtbaren Hand) selbst kontrollieren ist einigermassen absurd.

      • J. Kuehni sagt:

        10’000 Jahre Kulturgeschichte, gekennzeichnet vornehmlich durch die menschliche Charaktereigenschaft „Aus den Augen, aus dem Sinn“, sollten eigentlich dafür genügend Evidenz liefern. Aber träumen darf man ja.

    • Peter Aletsch sagt:

      Klären Sie mich bitte darüber auf, was die nachfolgenden Generationen denn mit den Endlagern noch zu tun haben. Könnten höchstens noch als Touristenattraktion und Schulreiseziele dienen. Es gibt auf der Erde diverse natürliche hoch radioaktive Lagerstätten, alle an der Oberfläche gelegen. Davon einige von natürlichen Reaktoren (!) bei Oklo, Gabun. Wer hat sich darum gekümmert, wem hat es geschadet?

      • Monique Schweizer sagt:

        Aletsch: Sie sind aber auch ein schöner Realitätsklitterer und Schönschwätzer: Diese Naturreaktoren waren vor 2 Mrd Jahren aktiv – und wieviele Menschen gab es damals — genau NULL!
        .
        Und jetzt klittern sie zwei Milliarden Jahre und die Strahlung auf ein paar Generationen runter
        https://de.wikipedia.org/wiki/Naturreaktor_Oklo

        Man könnte fast noch meinen Sie seien eine kleine korrumpierte AKW-Prostituierte, die hier die Problematik etwas schönschreiben will…

        • Peter Aletsch sagt:

          Sie müssen mich nicht auf etwas aufmerksam machen, was ich schon lange wusste. Wann besuchen Sie einmal einen kleinen Kurs in Experimenteller Radioaktivität? Oder untersuchen dabei die Reaktion von Zellen, die besser fungieren mit höherer Intensität? Uebrigens: warum kaprizieren Sie sich allein auf die Energiefrage? Die Elite WEISS auch etwas höherwertiges beizutragen von allen Fronten, sei es aktuell dem food-waste oder dem Tennis.

          • Monique Schweizer sagt:

            Das Endlager Olkiluoto in Finnland für hochradioaktive Abfälle ist z.B. immer noch nicht völlig betriebsfertig, obwohl die schon 30 Jahre dran am bauen sind!
            .
            Die Energiefrage ist nach wie vor seit Jahrhunderten eine der wichtigsten Fragen der Menschheit, wieso soll ich also über Tennis was schreiben? Food-Waste ist wieder ein anderes Problemfeld – wenn Erdöl und Phosphate sich dann mal zu Ende neigen, wird sich das von mehr oder weniger von alleine lösen – aber noch sind wir halt in dieser Beziehung etwas zu abundant unterwegs!

          • Peter Aletsch sagt:

            „Die Energiefrage ist nach wie vor seit Jahrhunderten eine der wichtigsten Fragen der Menschheit“ Nicht ganz. Erstens: Energie an sich ist nicht problematisch, erst die Erzeugung und die Nutzung kann zu Problemen führen. Deshalb stammt der Begriff ‚Energiestadt‘ von Moronen. Zweitens: bis zur Industrialisierung und Motorisierung gab es ein Energieproblem nur in Form von Abholzung unserer Wälder. Die Leute kannten den Begriff gar nicht!!!! Etwa so wie die Mehrheit heute den Schwesterbegriff Entropie kennen.

          • Peter Aletsch sagt:

            corr. Etwa so wenig wie die Mehrheit heute den Schwesterbegriff Entropie kennt.

  • Anh Toàn sagt:

    Die Schweiz ist sowas von liberal: Es ist nicht mal vorgeschrieben in der Verfassung, wie man bzw. frau sich zu kleiden hat und wie man Honoratioren (schweizerisch: die Mehbesseren) zu begrüssen hat.

    • Anh Toàn sagt:

      Die linken Schweizer wie ich glauben, bei der Geschichte vom Gesslerhut ginge es darum, dass man niemanden wegen seiner Funktion (eben den Hut, den er trägt) grüssen muss. Dabei geht es darum, dass Schweizer Ausländer nicht grüssen müssen.

      • Anh Toàn sagt:

        Das Problem heute ist, die Jungen lernen nicht mehr in der Schule der Nation, dass man den Mehbesseren folgen muss. Sie werden nicht mehr zu Gehorsam diszipliniert. Und wollen darum nicht mehr unbedingt zu den Mehbesseren gehören, auch wenn man noch so viele Hintern lala muss. Statt in der Armee zu dienen, zur Verteidigung des Besitzes Anderer, schieben die in der Geriatrie Debile durch die Gänge. Zusammen mit Polinnen und Bulgarinnen. So werden die dann sozialstisch internationalisiert und verweiblicht. Manche bestimmt auch schwul.

        Dekadenz hat noch immer zum Untergang von Kulturen geführt.

  • Daniel Anderegg sagt:

    Interessante Gedanken. So habe ich das noch nicht gesehen. Meiner Ansicht nach, ist dies nur ein Teil der zu diesem Ergebnis führte. Ich betrachte die SVP-Wähler nicht als die liberalsten Bürger des Landes. Aber gerade da war der Nein-Anteil am höchsten und wohl auch so einige Gewerbler sind in dieser Partei zu Hause. Ich sehe das Ergebnis viel mehr als Bekenntnis zum teilweisen Umdenken in Bezug auf unsere Umwelt.

  • Peter Aletsch sagt:

    Meines Erachtens fehlt der Hinweis auf den Einfluss lokaler kommunitaristischer Wirtschaftseinheiten wie Allmenden, Genossenschaften, Korporationen, Unionen, Bünde, Gilden. Immer wenn ich mit einem Ausländer durchs Dorf spaziere und wir dann den Dorladen sehen, erkläre ich ihm die Bedeutung von VOLG: Verband Ostschweizer Landwirtschaftlicher Genossenschaften. Tönt schon fast kommunistisch! In der Tat weist die Schweiz nicht nur einen starken Kapitalimus auf, sondern auch deutlich antikapitalistische zum Teil ‚antiliberale‘ gemeinwohlfördende Zweckgemeinschaften. Beide machen uns stark.

    • Mark Luchsinger sagt:

      Genossenschaften, freiwillige Zusammenschlüsse, Verbindungen von Individuen zur Erreichung eines (u.U. wirtschaftlichen) Ziels = wünschenswert.
      Zwangsgenossenschaften, „Generationenverträge“, die geschlossen wurden, als die Generation, die dafür aufkommen muss, noch nicht geboren war; staatliche Kartelle und Handelshemnisse = nicht wünschenswert (höchstens fallweise als notwendiges Übel).

  • Stefan Wiesendanger sagt:

    Beifügen würde ich der These von Tobias Straumann die folgende Sicht. In der Schweiz war schon immer vieles eng geregelt, aber genossenschaftlich und subsidiär, d.h. im Nahbereich; von der Alp über die Berufe zu den Städten und Kantonen. Für dieses Regulativ durch die Betroffenen lohnt es sich zu kämpfen. Das bedingt aber, sich von möglichst vielen internationalen Bindungen loszusagen. Keine Freiheit im Innern ohne Grenzen nach aussen.

  • Peter Müller sagt:

    Sicher ist die Energie Strategie nicht perfekt aber wir hätten keine Umweltgesetze in unserem Land wenn man alleine die liberalen Kräften spielen lassen würden. Ich würde jedem Empfehlen den Besuch von einer Stadt in Vietnam um zu erkennen wie unerträglich die Luftverschmutzung sein kann.
    Es unschön wenn ein Arbeitsloser über die Stromrechnung dem Bonz im Einfamilienhaus seine Solaranlage finanzieren muss, das ist halt der Preis was wir für eine zukunftsgerichtete Stromversorgung bezahlen müssen.

    • Peter Aletsch sagt:

      Die ES hat eigentlich nichts zu tun mit der Oekologie, ausser dem Versuch, die Fossilen hinabzufahren. Faktisch werden wir CO2 wie Deutschland hinauffahren, oder weniger hinabfahren als wie mit Kernenergie möglich wäre. Ist es liberal, zu erlauben, den Nachbarn zu stören, die Umgebung zu verschmutzen? Deshalb würde echte Liberalität keine unkompensierte Umweltbeeinträchtigung zulassen. 100 Fr. Zuschlag für den Liter 2-Takt-Benzin, und auch in Saigon steigen sie vielleicht auf Elektrovelo um. Fast jeder Schweizer hat schon eines. Reiche haben ‚Armen‘-Fahrzeuge! Ob die solare Stromversorgung ‚zukunftsgerichtet‘ ist, werden wir sehen. Ich wette dagegen. Im übrigen ist die Photovoltaik mindestens 100 Jahre älter als die Kernenergie, sie ist also rückwärtsgerichtet. Segel für Tanker?

    • Corno Carlo sagt:

      die Vorlage hat jedenfalls das Potenzial kontraproduktiv und wirtschaftsschädlich zu sein. Genauso ist es möglich, dass Arbeitslose über die Stromrechnung dem Bonz seine Solaranlage finanziert. Alles nur eine Frage der Ausgestaltung. Wenn man bedenkt, wie die Politiker in Bern wursteln, kann einem Angst und bange werden. Sicher werden sich Lobbyisten aus dem Alternativ-Energiebereich die Taschen füllen. Das sind ja auch diese, die vorgängig am meisten weibelten und Unwahrheiten verbreiteten. Jetzt können sie sich zum Dank für die Lügen auch noch eine goldene Nase verdienen.

      • Monique Schweizer sagt:

        Unsinn der „Bonz“ finanziert sich die Subventionen für seine Solarstromanlage via seine Steuerrechnung immer noch meistens selber zu 100%!
        Und wenn er dann noch Strom ins Netz einspeist, dann wird Strom tendenziell auf für den Arbeitslosen billiger als die 0.8 Rappen mehr an Abgaben pro kWh

        • Anh Toàn sagt:

          Wer ein grosses Haus sogar mit Pool baut, bekommt Subventionen, wenn er Energietechnische Standards einhält. Wer in einem kleineren Haus weniger Energie verbraucht, obwohl Standards verfehlt werden, erhält nichts.

          (Ich bin kein Fachmann, aber denke, letztlich kann man noch so gut isolieren, gelüftet werden muss dennoch. In erster Linie, nach dem bei Immobilien eben fixen Standort, bestimmt der beheizte Raum den Energiebedarf.)

      • lutz stalder sagt:

        Corno, erlebe gerade ein Paradebeispiel dieses Flatterstromdebakels:
        Sohn von Kumpel hat seinen Alten dazu gebracht, die Hypothek aufzustocken und eine Solaranlage für 300k Fr. zu installieren. Als Zückerchen liess er sich dann noch eine quersubventioniertes Emobillimousine in die Garage stellen. Nun hat aber die erste Solarfirma so beschissen gearbeitet, dass die Anlage bisher nicht abgenommen wurde und die Folgekosten haben die nicht geflossenen Subventionen schon längst um ein x-faches übertroffen.
        Nun verdienen die Anwälte an seiner Energiewende mit, die Anlage muss nun praktisch nochmals aufgebaut werden, und fast alle sind zufrieden…
        Ein Opfer des Subventionswahns…

        • Rolf Zach sagt:

          Darf ich dazu einen zynischen und bösen Kommentar beifügen. Ihr Kumpel hätte halt Handwerker aus dem Südbadischen für diesen Auftrag holen sollen. In Deutschland machen Staat und Verbände mehr für die Ausbildung der Leute, die solche Anlagen für erneuerbare Energie installieren als wir in der Schweiz. Wir sind halt die echten Liberalen. Wir wollen unbedingt solche Pfuscher haben, damit wir weiterhin von den fossilen Energieträger abhängig sind. Schließlich wollen wir ja Putin und die Saudis verwöhnen, damit sie weiter Krieg führen können. Hätten die Saudis weniger Abnehmer für ihr Öl, würde selbst Hr. Trump ihnen keine Waffen verkaufen, auch nicht mal schenken.

          • lutz stalder sagt:

            Zach, muss ich mich echt mit ihnen rumschlagen? Ich glaube eher nicht. Ihr linken Socken habt echt nur einen an der Waffel.

          • Monique Schweizer sagt:

            stadler: Herr Zach ist mir bis jetzt noch nie als „linke Socke“ aufgefallen! Aber er bringt immer wieder wirtschaftshistorisch fundierte und interessante Beiträge hier im Forum im Gegensatz zu den Lästerkommentaren von Ihnen, in denen ich meistens nur irgendwelches undifferenziertes Gemotze lesen kann! Den mit der Waffel stelle ich eher bei Ihnen fest!

          • Michael Kaufmann sagt:

            Zach: „Ihr Kumpel hätte halt Handwerker aus dem Südbadischen für diesen Auftrag holen sollen“. Soso. Wie steht Ihr Ratschlag in Beziehung zu der Abstimmungs-Propagandaphase „Geld bleibt hier“?

        • Hansli sagt:

          Was hat dies mit Alternativenergien gemeinsam? Baupfusch gibt es nun einmal überall. In Finnland bauen sie gerade ein AKW mit 300% Kostenüberschreitung und fertig ist der Bau noch nicht.

      • Rolf Zach sagt:

        Immerhin ist es heute so, dass der Atomstrom und der Strom aus den Pumpspeicherwerken derjenige Strom ist, wegen denen wir Schweizer Konsumenten die höchsten Strompreise in Europa berappen. Das ist die Energiepolitik à la SVP und aller sogenannten Liberalen, für die Liberalismus nichts anderes ist als die Definition für Lobbyismus. Die haben in der Abstimmung gelogen, dass sich die Balken bogen.

  • pedrodesconocido sagt:

    Ich habe JA zur Energiestrategie 2050 gestimmt. JA zu einem unglaublichen Bürokratiemonster (es werden bestimmt tausende neue Staatsstellen für die Ueberwachung und Einhaltung der 77 Verordnungen/Gesetze dieser Strategie geschaffen werden müssen). Warum habe ich JA gestimmt? Weil die CH (bzw. globalisierte) Wirtschaft anscheinend immer weniger gewillt ist, sich auch staats(gesellschafts)tragend zu verhalten. Unternehmenssteuern werden regelmässig gesenkt (nicht nur in der CH), und wenn sie nicht gesenkt werden, werden Gewinne im Ausland deklariert. Gewinne werden privat ausgeschüttet, während Verluste zunehmend sozialisiert werden – man warte nur auf die Steuerbelastung für den Rückbau der AKW’s. Für eine solche Wirtschaft braucht es (LEIDER!!!) zunehmend staatliche Regulierungen.

    • Corno Carlo sagt:

      sie wollen diejenigen, die sich entsolidarisieren über die neue Gesetzgebung am Kragen packen – das werden Sie nicht schaffen. Die werden erst recht ihre Gewinne im Ausland deklarieren und zusätzlich Firmenstandort UND Wohnort ins Ausland verlegen, wenns keine Schlupflöcher mehr gibt. Somit entfallen für die Schweiz auch diese, wenn auch reduzierten Steuern UND zusätzlich noch Arbeitsplätze und die Einkommenssteuern der wegfallenden Arbeitsplätze. Übrig bleiben ersatzweise Sozialausgaben für die nicht mehr benötigten Arbeiter. Photovoltaik wird auch nicht in der Schweiz hergestellt, diese Wertschöpfung entfällt auch. Bestenfalls fallen Montagearbeiten an.
      Hat man wirklich all diese und andere Störfaktoren überdacht? Ich glaube nicht.

      • Rolf Zach sagt:

        Ihr Liberalismus ist für mich sonderbar. Da man gegenüber den Wirtschafts-Subjekten und ihrer offensichtlichen Gier automatisch völlig wehrlos ist, ist jede Gesetzgebung von Anfang an nutzlos. Es schafft nur eine Bürokratie ohne Zweck. Aufgrund Ihrer Logik darf ich auch folgende Reflexion vertreten. Die Bürokratie ist immer ein unnötiges Monster, dass man nicht verhindern kann, aber es schafft wenigstens Arbeitsplätze.
        Wie halten Sie es mit dem Liberalen Paul Samuelson, der da sagte „What can men do, can men undo!“
        Es ist ganz klar, menschliche Zivilisation entsteht aus sozialer Tätigkeit und nicht indem sie nur von der Evolution gesteuert wird. Dies ist der Unterschied zwischen Biologie und Kultur, dies nennt man Freiheit!

        • Mark Luchsinger sagt:

          Es ist schon wie Hr. Corno es beschreibt: mehr und kompliziertere Gesetze helfen im Stadium unserer hochregulierten Volkswirtschaften vor alle dem Heer an Anwälten und Tax Officers in den Corporate Headquarters, ihre teure Arbeit zu sichern, indem Sie Schlupflöcher suchen (die sind IMMER schlauer als die Politiker), zudem benötigen Sie jede Menge Beamte, welche die Compliance überwachen. Eine sehr elegante und nachhaltige Art, nach oben umzuverteilen.

  • K.A. Barett sagt:

    Der wirkliche Liberalismus hat es schwer; nicht, aber auch in der Schweiz. In Europa hatte der „Völkische Staat“ schon immer eine gewisse Anhängerschaft. Im Wortsinn war die Schweiz noch nie liberal. Das liberale Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell wurde in der angelsächsischen Welt lanciert und gelebt.
    Dieses beruht auf dem Prinzip des Wettbewerbs und Wettbewerb schafft Ungleichheit. Diese wiederum war in Kontinental-Europa schon immer verpönt.
    Denn: das liberale Prinzip beruht auf der Eigenverantwortung des Individuums.
    Und das allein ist schon keine gute Botschaft. Der internationale und der nationale Sozialismus wurden übrigens in Kontinental-Europa „erfunden“, und, das darf man nicht vergessen, mit Gewalt umgesetzt.
    Die Schweiz driftet seit Jahren in eine falsche Richtung.

    • Josef Marti sagt:

      Masslos übertrieben, die Amis betreiben schon lange eine rent seeking Gesellschaft. Wo ist denn da der Wettbewerb in einem privatisierten Bildungssystem und Gesundheitswesen und regelmässig vererbten Privilegien und Pfründen? Nirgends besteht schlechtere Chancengleichheit wie in den USA. Dies führt nebenbei u.a. dazu dass die durchschnittliche Lebenserwartung in den USA deutlich hinter Europa und Japan hinkt.

      • Mark Luchsinger sagt:

        Darum bleiben alle Einwanderer in den USA mausarm, richtig. Jobs, Brin, und wie sie alle heissen… Zeigen Sie mir ein Land, wo Einwanderer mehr Chancen haben, reich zu werden, als die USA(nicht gleichbedeutend mit „es wird ihnen alles gestellt“!).

        • Hansli sagt:

          @Luchsinger Nur kommen diese Einwanderer mit Topbildung in die USA und gehören von Beginn weg zur Elite. Ein armer US-Bürger hat keine Chance auf eine Top-Bildung.

          • Mark Luchsinger sagt:

            Im US-Hochschulsystem werden jährlich Stipendien im Umfang von Milliarden USD vergeben. Es gibt vermutlich viele Beispiele von mittellosen Hochbegabten, die es so zu Wohlstand gebracht haben.

          • Hansli sagt:

            Nur ist das ein verschwinden kleine Anzahl im Vergleich zum Potential.

          • Linus Huber sagt:

            @ Hansli

            Ich kann die Analyse zwar nicht mehr abrufen, da ich vergass, wo ich es las; trotzdem kann ich mich bestens erinnern, dass die Zuwanderer ein bedeutend höheres Haushaltseinkommen ausweisen als z.B. dasjenige des Durchschnittsamerikaner. Einschränkend muss ich einen möglichen Unterschied in der Anzahl der Mitglieder des Durchschnittshaushaltes erwähnen, was in jenem Artikel nicht erwähnt wurde.

          • Monique Schweizer sagt:

            Luchsinger: Rückzahlbare Stipendien zu Zinssätzen mit 4-6% – darum sind 40 über Mio Amerikaner (über 25% der US Workforce) mit aktuell 1450 Milliarden $ verschuldet und gewisse stottern diese Stipendien bis ans Lebensende ab, wenn es mit der Karriere dann doch nicht klappt!

          • Mark Luchsinger sagt:

            Stimmt, Fr. Schweizer, vielen von denen wäre geholfen, wenn sie berufsbegleitend studieren könnten. Dazu müsste man aber auch ein anständiges Berufsbildungssystem haben, damit Jobs auch ohne Studium etwas abwerfen. Ich wollte aber eigentlich dem Satz „Nirgends besteht schlechtere Chancengleichheit wie in den USA“ entgegentreten. Allerdings bin ich nicht sicher, ob das de-facto-Gratisstudium wirklich das einig Wahre ist, da es faktisch eine Umverteilung nach oben darstellt (auch ich bin so fast gratis zu tertiärer Ausbildung gekommen). Ein Stipendienwesen, geknüpft an Fleiss und Begabung, wäre sicherlich prüfenswert.

          • Linus Huber sagt:

            Sich zu verschulden ist geradezu der normale Lifestyle in den US. Ich erinnere mich nicht mehr an den Prozentsatz an US Bürgern, welche nicht in der Lage sind, eine ungeplante Ausgabe von US$ 1k zu meistern, aber er ist hoch.

        • Monique Schweizer sagt:

          Luchsinger: In der rohstoffarmen Schweiz, wo Bildung unser weitaus wichtigster „Rohstoff“ ist, ist es gut, dass unsere Hochschulbildung fast gratis ist und so viele junge Leute zu einer guten Ausbildung kommen können.
          Das US System mit der horrenden Verschuldung grosser Bevölkerungsschichten ist doch Schwachsinn, da nur ein Teil wirklich Karriere machen kann (resp. grosse Einkommen haben werden), weil soviel gut dotierte Jobs hat es gar nie und junge Menschen wollen auch Familie gründen, Haus kaufen, sollten konsumieren können, aber mit dem Abstottern von Schulden wird dies nun mal oft sehr eingeschränkt und ist daher eher wirtschaftsschädigend.
          Unter Obama hat man die Problematik erkannt, aber jetzt mit Trump werden noch mehr im Schuldenschlund versinken!

          • Monique Schweizer sagt:

            Im übrigen müssen hierzulande viele Studenten schon neben dem Studium arbeiten um sich den normalen Lebensunterhalt zu verdienen. Wenn die Hochschule dann pro Jahr nochmals 30-50’000 pa abgreifen würden, wären die mit 25 schon völlig in der Schuldknechtschaft – das kann ja auch nicht das Ziel sein!!
            Und die Rich Kids bekommen oft alles von Daddy bezahlt – das ist ja alles andere als Chancengleichheit!

    • Hansli sagt:

      @Barett Die Angelsachsen haben keineswegs eine liberale Gesellschaft, sondern eine Klassengesellschaft wie im Feudalismus. Reichtum, Macht und damit Erfolg wird geerbt. Wenn dann irgendein Glückspilz die Tellerwäscherkarriere macht, dann wird das dem Pöbel als alles ist möglich verkauft.

      • K.A. Barett sagt:

        @Hansli
        Reichtum, Macht und Erfolg werden überall und in jedem System vererbt. Die Bildung von Dynastien ist nicht dem klassischen Adel vorbehalten. Die Konzentration von Macht auf eine kleine Elite führt automatisch zu einer Konzentration von Geld und Privilegien für diese.
        Der beste Schutz gegen Macht-Exzesse, der aber nie absolut sein kann, ist ein möglichst liberaler Wettbewerb. Aber auch dieser führt wieder zur Ungleichheit. Die absolute Gerechtigkeit und die ebenfalls absolute Chancengleichheit sind Utopien, die missbräuchlich als Hoffnung instrumentalisiert werden können.

        • Hansli sagt:

          Eine absolute Chancen-Gleichheit wird es nie geben, aber zumindest eine halbwegs faire. Die existiert im angelsächsischen Modell nicht. Dort ist die Schuldbildung vererbt, da die Bildung teuer ist. Chancengleichheit ist in diesem System nicht einmal in Ansatz vorgesehen.

          • Linus Huber sagt:

            Obwohl nicht sonderlich signifikant in diesem Zusammenhang darf man trotzdem darauf hinweisen, dass z.B. Bill Gates wie Steve Jobs ihr Studium abbrachen und trotz fehlendem Ausweis sehr erfolgreich waren. Vielleicht half ihnen die mangelhafte Indoktrination sogar.

          • Monique Schweizer sagt:

            Huber: Es gibt ein paar Ausnahmeerscheinungen, die trotz Studienabbruch sehr erfolgreich wurden. Die x-Mio von mehr oder weniger erfolglosen Studienabbrechern erwähnt natürlich niemand im Internet!
            http://www.studienabbrecher.com/sub-examina-portal/prominente-abbrecher

          • Josef Marti sagt:

            Da diese Selfmade Milliardäre einem immer wieder als nachzueiferndes Vorbild für den Erfolg verkauft werden sollte man konsequenter Weise allen Jungen raten, ihr Studium sofort abzubrechen und eine Ich AG zu gründen, das ist ja schliesslich unternehmerisches Denken und Selbstvermarktung wie man es jedem Lehrlingsbewerber heute schon einimpft. Grossfirmen und Mitarbeiter/Arbeitsverträge gibt’s dann aber keine mehr, weil ja dann alle Erfolg haben und alles wird mit Aufträgen und Werkverträgen untereinander abgewickelt, das gibt dann eine ganz tolle und effiziente Arbeitsteilung, und die unsäglich lästigen Sozis und Gewerkschaften sind endlich überflüssig.

          • Linus Huber sagt:

            Es ging erstens darum, darauf hinzuweisen, dass die formelle meist staatlich organisierte Bildung nicht unbedingt notwendig ist, erfolgreich zu sein, sondern andere Aspekte eine bedeutende Rolle spielen. Die meisten mit hoher Ausdauer und hohem Willen ausgestatteten Individuen werden zweitens vom staatlich organisierten Schulsystem nicht nur gebildet sondern in vielen Bereichen auch auf eine konforme Sichtweise konditioniert.

    • Hans Hegetschweiler sagt:

      Der Marxismus wurde im Wesentlichen in England erfunden und nicht in Kontinentaleuropa. Im Übrigen gibt es nicht nur Markt- und Planwirtschaft und Liberalismus und Sozialismus, diese dichotomischen Begriffe sind politische Schlagworte ohne wissenschaftlichen Hintergrund. Jede Gesellschaft hat liberale und soziale Elemente, in Enland gibt es ein ziemlich effizientes nationales Gesundheitssystem, in den USA Social Secutity, Medicare, Medicaid, OSHA etc. Eine Gesellschaft, die nur auf Eigenverantwortung beruht, wäre genau so unerträglich (und zudem evolutionsgeschichtlich undenkbar) wie eine Gesellschaft ohne Entfaltungsmöglichkeiten des Individuums.

  • J. Kuehni sagt:

    „Vielmehr muss man sich fragen, ob es richtig ist, die Schweiz als ein generell liberales und marktfreundliches Land zu sehen.“

    Die Frage ist, ob Liberalismus zwingend marktfreundlich sein muss, um liberal zu sein und ob *Laisser faire* –– um einen etwas älteren Begriff für das zu verwenden, was Tobias Straumann unter Liberalismus zu verstehen scheint –– zwingend marktfreundlich ist.

    • J. Kuehni sagt:

      Wenn in den letzten 25 Jahren seit „Erfindung“ der kostendeckenden Einspeisevergütung (durch den deutschen Bundestag) die totale Einseitigkeit der direkten und indirekten Subventionierung von fossilen und nuklearen Energieträgern auch nur ein klein bisschen reduziert worden ist, müsste man dies doch wohl als „marktfreundlich“ charakterisieren, sogar nach „liberalen“ Grundsätzen, nicht?

      https://de.wikipedia.org/wiki/Einspeisevergütung

      http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/technik/milliarden-subventionen-fuer-das-treibhaus-erde/story/16441313

    • J. Kuehni sagt:

      Das neue Energiegesetz der Schweiz kann man auch als eine Art „Wachwechsel“ interpretieren: Neue, Pfründe lösen alte, eingefleischte ab. Dass es dazu ein politisches Hickhack braucht, wurmt die dogmatischen Theoretiker des „perfekten Marktes“ (die sich selber als „liberal“ bezeichneten), aber damit kann ich ganz gut leben.

      • Hansli sagt:

        Die liberalen Dogmatiker haben keine Lösung zum Energieproblem vorgeschlagen, als müssen sie halt mit dieser Lösung leben. Mir ist das egal, Hauptsache es geht endlich in die richtige Richtung.

        • Mark Luchsinger sagt:

          Kein Liberaler ist dagegen, dass man Energie spart, dass man erneuerbare Quellen anzapft. Die Liberalen (also nicht die Mitglieder der FDP…) wollen aber keine erneute Subvention von ineffizienten Energieträgern.

          • Hansli sagt:

            @Luchsinger Nur kommen diese Einwanderer mit Topbildung in die USA und gehören von Beginn weg zur Elite. Ein armer US-Bürger hat keine Chance auf eine Top-Bildung.

          • Hansli sagt:

            obiger Kommentart am flaschen Ort.

            Stimmt die Liberalen wollen einfach billige Energie. Die Umwelt ist einfach komplett egal. Gerade deshalb haben Liberale keine Vorschläger gebracht. Echte Liberale sehen eben im Umweltschutz keinen wert.

          • Linus Huber sagt:

            @ Hansli

            Mark sagt nicht, dass ein Liberaler billige Energie will, wie Sie dies ausdrücken, sondern dass ein Liberaler gegen Subventionierung ist. Natürlich wird auch andere Energie subventioniert (z.B. Atomkraftwerke); auch gegen diese Subventionierung würde sich ein wirklich Liberaler aussprechen.

            Aus liberaler Sicht, handelt sich beim Umweltschutz um ein Problem, welches sich der Einzelne aufgrund der damit verknüpften Folgen für sein eigenes Wohlbefinden und den Wert seines Grundeigentums von selbst erledigt. Der gesetzliche Schutz vor Verletzung fremden Eigentums wie Leib und Leben reicht dazu aus.

          • Hansli sagt:

            @Huber Liberale haben Ihre Gedanken noch nie verteidigt. Liberale haben bis anhin jede Umweltverschmutzung, selbst wen fremdes Eigentum oder Leben beeinträchtigt wird gutgeheissen. Liberale haben sich noch nie auf die Site der Geschädigten gestellt.

          • Linus Huber sagt:

            Jeder wirkliche Liberale wird einen Geschädigten unterstützen, ansonsten es einzig um keinen Liberalen handeln kann, denn „individual property rights“ bilden das Fundament des klassischen Liberalismus.

          • Hansli sagt:

            @Luchsinger Dann ist der Fall klar. Das liberale Prinzip funktioniert nicht. Da sich noch niemand an ihre Fundamentalen liberalen Prinzip gehalten hat. Man kann entsprechend die liberale Theorie als nicht funktionierend abhacken.

  • Charlotte sagt:

    Die Schweiz geht rasend einer Diktatur entgegen. Durften wir jemals über die SKOS abstimmen? Dürfen wir über die 2. Ostmilliarde abstimmen, die Ausgaben der DEZA, Anzahl und Kosten von Asylanten, Anzahl und Kosten von ausländischen Sozempfänger? Durften wir je über den Leistungskatalog der KK abstimmen?

    • J. Kuehni sagt:

      Ich schlage vor, Sie werden noch rechtzeitig ein „Flüchtlingin“ (oder Flüchtleuse?) um der „rasenden Schweizer Diktatur“ zu entkommen, Charlotte. Hoffe, Sie fallen dabei nicht einer Abstimmung über „Anzahl und Kosten von Asylanten/ausländischen Sozempfängern“ anderswo zum Opfer…

    • Mark Luchsinger sagt:

      In der Schweiz können Sie über alles abstimmen, was nicht zwingendes Völkerrecht verletzt. Dazu müssen Sie ggf. ein Referendum ergreifen. Sollte man als stolze Eidgenossin eigentlich wissen….

      • Monique Schweizer sagt:

        Charlotte: Man kanns ja auch übertreiben mit der ganzen Abstimmerei! Vor allem sehr komplexe Thematiken mit vielen Pros und Contras nur auf ein Ja Nein reduzieren zu wollen ist auch nicht wirklich immer sehr optimal.
        Aber es steht Ihnen ja jederzeit offen eine Initiative zu machen oder ein Referendum zu organisieren, falls Sie das nötige Kleingeld und genügend Mitstreiter haben.

  • Marcel Senn sagt:

    Im Energiesektor hat die Menschheit schon seit jeher über Ihre Verhältnisse gelebt! Sei es früher im Jahre Null gewesen mit dem Abholzen ganzer Waldstriche (gut damals mit nur 300 Mio Menschen weltweit ging das ja noch), später mit Kohle und ab 1859 dann Oel und später Gas. Nur werden Oel und Gas nach den letzten Schätzungen noch bis ca. 2070 oder max 2100 reichen, Kohle noch ein paar Jahrzehnte länger und AKW’s haben ihre eigene Rechnung – vor allem wenn man die rad. Abfälle und Unfallgefahr noch einbezieht!
    .
    Die fossilen Brennstoffe sollten eigentlich alle streng staatlich reguliert sein und damit haushälterisch umgegangen werden. Unsere Enkel und Urenkel werden uns nochmals verfluchen für den laschen und liberalen Umgang mit endlichen Energiequellen!

    • Bernhard Piller sagt:

      Es gibt kein Datum, an dem die fossilen Rohstoffe erschöpft sein werden. Die Förderkosten und die Preise werden bei abnehmenden Reserven steigen und die Nachfrage wird sich anpassen. So wird es IMMER fossile Rohstoffe geben. Die AKW’s werden eine Renaissance erleben, wenn der Erdölpreis mal auf $100- $300 USD geklettert sein wird und die Angst vor einem Unfall wird sehr schnell verschwinden.
      Der Staat kann da nichts beitragen. Vor allem, eine Lösung von 20-40% Energieeinsparung bei wachsender Bevölkerung ist wirkungslos bei einem Zeithorizont von 100-1000 Jahren.

      • Marcel Senn sagt:

        Piller: Sie können auch nur so arrogant daherschwatzen, weil Sie es vermutlich nicht mehr erleben werden! Es ist genau Ihr Gedankengut, welches das Ende der Menschheit, oder zumindest des jetzigen abundanten Konsumidiotendaseins einläuten wird!
        Schade können wir die Angelegenheit nicht nochmals in 100 Jahren diskutieren – auch Sie würden den Glauben an den Markt in Sachen Energie aufgeben!
        Das nächste AKW welches uns irgendwo auf der Welt um die Ohren fliegt ist schon in der Pipeline…und dann Piller? Haben Sie das Gefühl, dann werden immer noch so mit einer Begeisterung auf AKW’s gesetzt???
        .
        Zum Glück muss ich das alles nicht mehr erleben – im wurde im Oelzeitalter geboren und werde im Oelzeitalter sterben — alle anderen danach werden einfach Pech gehabt haben!

        • Bernhard Piller sagt:

          Sie bieten auch keine Lösung. Wenn die Rohölressourcen 2070 zu Ende sind bei 100% Verbrauch, sind sie halt 2120 zu Ende bei 50% Verbrauch oder 2220 bei 25% Verbrauch. Und wenn jeder Afrikaner, Chinese und Inder Auto fährt, sind sie sowieso noch viel rascher verbraucht. Das hat mit Arroganz nichts zu tun, sondern mit Verstand. Wenn die KKW’s schneller sicherer werden als ihre Anzahl steigt, wird ein GAU vielleicht nie passieren. Und auch wenn dies mal passieren sollte – wir haben keine andere Wahl.

          • Marcel Senn sagt:

            Piller: Bei endlichen wichtigen Rohstoffen wie Erdöl oder Gas sollte die Menschheit Prioritäten setzen, aber das Zeug wird weiterhin oft sinnlos dumm verbrannt als hätten wir ewig davon. Von den externen Effekten mal ganz abgesehen – wie CO2 Ausstoss, Perforierung ganzer Landstriche durch Fracking etc, Umweltverschmutzungen durch Tiefseeölbohrungen.
            Unser ganzer Wohlstandswahnsinn basiert nun mal zu einem wesentlichen Teil auf Erdöl. Wie dummdämlich marktwirtschaftliche Prinzipien bei Erdöl sind, sah man ab 2008 – zuerst der Preis auf fast 150$ rauf, dann mit wenigen Prozenten weniger Nachfrage auf 35$ runter, dann wieder rauf auf rund 110$, wegen dem Frackingpreiskampf resp Saudipowerplay wieder auf 25 $ runter – akt 50$!
            PS Fliegen Sie mal ein Flugi mit AKW-Strom….

      • Hansli sagt:

        Weniger Marktwirtschaft als Atomstrom geht nicht. Atomstrom ist unter keiner Voraussetzung wirtschaftlich.

        • Hansli sagt:

          Weniger Marktwirtschaft als Atomstrom geht nicht. Atomstrom ist unter keiner Voraussetzung wirtschaftlich.

          • Linus Huber sagt:

            @ Hansli

            Z.Z. und in der Vergangenheit ist/war Atomstrom nicht wirtschaftlich, wenn sämtliche Kosten beruecksichtigt werden. Hierbei stimme ich Ihnen bei. Es besteht allerdings kein Grund, dass sich dies in den nächsten Jahrzehnten nicht ändern mag.

            Trotzdem finde ich Bernhards Gelassenheit verbunden mit dem fehlenden Drang alles mit zentralistischen planwirtschaftlichen Zwangsmassnahmen organisieren zu wollen, erfrischend. Denn wie viele Prognosen wurden schon gemacht, welche sich im Nachhinein als völlig verfehlt herausstellten.

          • Marcel Senn sagt:

            Huber: Nur fallen gerade bei der Energiegewinnung alle möglichen externen Kosten (Umweltverschmutzungen, CO2, Radioaktivität resp. Endlagerung und sonstige Gesundheitsgefährdungen etc.) an, die die Energieproduzenten oft einfach stillschweigend der Allgemeinheit überlassen!
            Viele Energieträger sind endlich, werden aber rücksichtslos abgebaut als wären sie unendlich. Ohne zentralplanerische Eingriffe werden die einfach ausgebeutet bis es nichts mehr hat – und dann Huber?? Ob man die fossilen Energieträger dann mal einfach so substituieren kann, muss sich erst noch zeigen, gemäss den Klimatologen dürften wir ja eh nur noch ein Bruchteil der globalen fossilen Vorräte verheizen.
            Wir hatten einfach sehr viel Glück ins Erdölzeitalter hineingeboren zu werden…

          • Linus Huber sagt:

            Die Kosten werden heute eh entweder dem Konsumenten oder der Allgemeinheit aufgehalst. Das Problem liegt eher darin, dass die heutige Kapitalgesellschaft es erlaubt, dass einerseits die darin agierenden Entscheidungsträger de facto Immunität geniessen und nicht auf persönlicher Ebene zur Verantwortung gezogen werden können und andererseits die Grossfirmen aufgrund ihrer Finanzkraft die Regulierung zu ihren Gunsten wettbewerbsverzerrend zu beeinflussen wissen.

      • Hansli sagt:

        Als Randbemerkung: Die Energieeinsparung bezieht sich pro Kopf.

    • Marcel Senn sagt:

      Nachtrag: Die Chinesen und Japaner versuchen es ja jetzt mit der Förderung von Methanhydrat (Brennbares Eis) aus dem Meeresboden. Von dem Zeug soll es gemäss Schätzungen mit rund 12’000 Gigatonnen noch mehr haben als die gesamten Oel, Gas und Kohlevorräte zusammen (also den trad. fossilen Brennstoffen, auf denen akt. zw. 80-85% des weltweiten Energieverbrauchs fusst)!
      Nur ist Methanhydrat aus den Tiefen den Meeres sehr schwer kontrolliert abbaubar! Wenn es ausser Kontrolle gerät + die Atmosphäre noch weiter anheizt, dann braucht die Menschheit vielleicht im Jahre 2100/2200 gar keine Energie mehr, weil sie bis dann schon durch eine starke Klimaveränderung dahingerafft ist!
      In gewissen Teilen der Arktis blubbert und brodelt die Meeresfläche jetzt schon wegen dem Methanhydrat!

      • Bernhard Piller sagt:

        Auch dann wird nicht die gesamte Menschheit dahingerafft. Vielleicht ein Vierteil oder die Hälfte. aber vergessen Sie nicht, die Klimaerwärmung würde z.B. Sibirien zu einer Kornkammer machen. Es gibt nicht nur Klimaverlierer.

        • Marcel Senn sagt:

          Piller: Sie verkennen die letalen Effekte massiver und grossflächiger Methangasaussonderungen z.B. aus den Tundragebieten oder auch der Tiefsee!
          Gut wenn die Menschheit wieder auf massiv unter eine Milliarde Menschen reduziert würde, das wäre vermutlich das beste was ihr langfristig passieren könnte… auch wenns hart würde…
          Wenn nicht wegen dem Methan, dann in den Energiekriegen – Mad Max lässt grüssen…

          • Marcel Senn sagt:

            Piller: Apropos Nahrungsmittelproduktion – sowohl Erdöl als auch Phosphate sind wichtige Bestandteile in Düngemitteln – und beide werden vermutlich noch vor der Jahrhundertwende sehr sehr knapp – Phosphate noch vor Erdöl.
            Da muss der menschliche Erfindungsgeist nochmals Höchstleistungen bringen bis dann. Und haushälterischer mit dem Zeug umgehen, kann wertvollen Zeitgewinn bringen… aber solange solche Trumpel wie Trump die Welt beherrschen, kann man davon nur träumen! Immerhin das Schweizer Volk hat mal einen ersten kleinen Schritt gemacht mit der ES2050 – auch wenn die unbeschränkt Marktgläubigen fast hysterisch werden dabei!
            PS In vielen Bereichen ist die freie Marktwirtschaft ein tolles und effizientes Instrument – aber eben nicht überall!

  • Gerhard Engler sagt:

    Was meint Herr Straumann wohl mit dem Satz „Während früher die Schweiz selbstständig entscheiden konnte, ob ein Gesetz nötig war oder nicht, läuft die Regulierungsmaschinerie heute von selber“? Das Energiegesetz wurde ja ohne irgendwelchen Druck von aussen beschlossen und lief auch nicht von selbst. Druck von aussen gibt es eher in Richtung Liberalisierung, z.B. von der WTO bei der Landwirtschaft.

  • Anh Toàn sagt:

    Schön dumm, wenn man merken muss, dass das Volk „Mitte Links“ ist, also dass die Mitte links von einem ist.

    Teile der Schweiz waren wohl im 19. Jahrhundert liberal, die Schweiz an sich war schon immer vor allem konservativ.

    Wer eine Waschküchenordnung liest in einem Mehrfamilienhaus, und noch von liberaler Schweiz redet, hat Wahrnehmungsstörungen.

    • Anh Toàn sagt:

      Zum Beispiel hat das Milizsystem nicht nur zu einer Zivilisierung der Armee, sondern auch zu einer Militarisierung des Zivillebens geführt. Armeen wirtschaften nach Plan, in der Armee lerrnte man alles, was man im Leben braucht: Den Plan erfüllen.

      • Anh Toàn sagt:

        Jeder kleine Gewerbetreibende erhielt seinen
        Plan in Form von Kalkulationshilfen vom Berufsverband. Über Lehrlings- und Meisterausbildung konnten die Anbieter steuern, wie viele neue Anbieter in Zukunft in den Markt kamen.

        Liberal? Nein eher Zunftwirtschaft.

        • Bernhard Piller sagt:

          @Anh Toàn. Dem Schweizer Bürger geht es materiell ziemlich gut. Man kann somit vermuten, dass das System nicht völlig verkehrt war. Wenn sich Leute in einem Mehrfamilienhaus organisieren wollen, ist dies Privatsache und eine rigide Ordnung kann notwendig sein (bei uns z.B. nicht). Aber hier geht es um staatliche Regulationen und die Schweizer Regierung reguliert alles bis zum Mindestlohn, Höchstmiete, Oeffnungszeiten, Arbeitszeiten, Anstrich der Häuser, Erscheinungsbild der Häuser etc.

          • Anh Toàn sagt:

            Die Schweizer Regierung reguliert nicht: Kartelle, Wettbewerbsverletzungen, die Weko hat nur Wattebäuschchen zu werfen, weil die Kartelle sitzen in den Parlamenten, vom Bauern- bis zum Anwaltsverband (dieses Kartell ist sogar strafrechtlich geschützt). Eine liberale Wirtschaft braucht starkes Wettbewerbsrecht und starke Behörden, um dies durchzusetzen.

            Ehrlich gesagt, ich glaube, sowohl der Schweiz wie auch mir geht es vor allem gut, weil wir Glück hatten. Zu seinen Erfolg auf seine Stärken führen, sagt der Volksmund: Hochmut kommt vor dem Fall!

          • Anh Toàn sagt:

            Liberal ist in der Schweiz das Arbeitsrecht: Aber die meisten austauschbaren Arbeitnehmer der Privatwirtschaft sind Ausländer. (Der Beitrag redet von 300’000 in der Bauwirtschaft beschäftigten, wie viele davon haben Wahl- und Stimmrecht in der Schweiz?)

            Zum Einfluss der Kartelle = Verbände sei anzumerken, dass dieser in den Kantonen und Gemeinden noch viel grösser ist, als im Bund.

          • Anh Toàn sagt:

            „Es sei zwar keine generelle Empfehlung. Aber: «Wenn es das Marktumfeld zulässt, sollen Café-Betreiber bei Kaffee 10 bis 20 Rappen aufschlagen», sagt Cafetier-Verbandspräsident Hans-Peter Oettli in der «SonntagsZeitung». “

            aus 20min von 2009:

            Wenn der Kaffee in allen beizen aufschlägt, ist das doch zentralistische Planwirtschaft. Die Frage ist nur, ob die planenden Zentralorgane demokratisch legitimiert sind.

          • Anh Toàn sagt:

            Sagt in der aktuellen Zeit deflationärer Tendenzen, der Verband nun, seine Mitglieder sollten die Preise senken? Hat das schon je ein Verband seinen Mitgliedern geraten?

    • Peter Aletsch sagt:

      Erstens: Warum gibt es soviele ‚Blöcke‘? Weil ‚alle‘ in die Schweiz kommen wollen, und solche Siedlungen fast die einzige Wahl sind für Immigranten. Ohne diese bräuchte es 3 Millionen Wohneinheiten weniger. Schweizer haben oft noch ein Hüüsli vererbt bekommen. Zweitens: Warum wird die Ordnung aufgeschrieben? Weil einige besser Hochdeutsch lesend verstehen als Schwyzerdütsch mündlich. Drittens: Welcher Charakterschlag ist nötig, um Präzisionsarbeit zu leisten?

      • Anh Toàn sagt:

        Charakterschlag gibts vom Vater an den Sohn, nehme ich an? Der Apfel fällt nicht weit von den Scheichen oder so, genau genommen fällt der Apfel zwischen die Scheichen.

      • Anh Toàn sagt:

        „ein Hüüsli vererbt bekommen“ ist nicht ganz präzis, das Hüüsli wurde übertragen, ein Wohnrecht behalten, sodass man trotz Hüüsli Ergänzungsleistungen bekommt.

        Wo wohnen denn die Rentner der Schweiz, welche ihre Hüüsli den Kindern übertragen haben? Gehen Sie mal an den Hüüsli vorbei, und sehen, wer da wohnt? Familien mit Kindern?

        In der Schweiz erben 60 Jährige Hüüsli von 90 Jährigen.

  • Ryffel sagt:

    Beim Lesen des Blogs war ich im Hintergrund der Meinung, es handle sich um die NZZ und nicht den Tagi. Beide berichten bei solchen Themen meist recht einseitig. In den jeweiligen Kommentaren kommt das dann zum Ausdruck. Auch hier. Die Gründe der Einschränkung von Kommentaren wurden in der NZZ genannt. Eher dürfte es Frust sein, wenn die Unterstützung nicht kommt. Beim Tagi müssen die Berichterstatter das ertragen.

  • Bernhard Piller sagt:

    Kann ein Staat als liberatl bezeichnet werden, wenn ein Bürger nicht einmal ein ausgewachsenes Huhn von etwas über einem kg einführen darf, ohne prohibitiven Zoll zu bezahlen?

    • Linus Huber sagt:

      Das nennt sich heute „Freier Handel“.

      • Anh Toàn sagt:

        Nee, das ist völkische Assoziationsfreiheit: Das Schweizer Volk muss doch nicht jedes ausländische Huhn reinlassen.

        • Anh Toàn sagt:

          Ich mein, wenn man ausländische Menschen nicht reinlassen muss, warum sollte man dann, entgegen völkischer Freiheit, Hühner reinlassen müssen?

      • Linus Huber sagt:

        Keine Angst, wenn Grossunternehmen daran interessiert sind, werden sie die Regeln derart verändern, dass sie so viele importieren können wie sie wollen. Assoziationsfreiheit bezieht sich einzig auf Menschen und nicht Tiere und es ist in Tat und Wahrheit die Wahl einer Gemeinschaft wie einer Familie, darüber zu entscheiden, wem Zutritt zu ihren Gemeinschaftsraum oder ihrer Wohnung gewährt werden soll. Dies mag zwar die individuelle Freiheit eingrenzen, jedoch solange der Nationalstaat die bedeutendsten gesellschaftlichen Funktionen innehat, muss er auch seine Handlungsfähigkeit bewahren und diese nicht an die Grossunternehmen verschachern.

        • Anh Toàn sagt:

          „die Wahl einer Gemeinschaft wie einer Familie, darüber zu entscheiden, wem Zutritt zu ihren Gemeinschaftsraum oder ihrer Wohnung gewährt werden soll.“

          Also würde Ihre Tochter einen Muslim heiraten, dürfte die Familie diesen wegen deren Sozialhygiene, also dem Reinheitsgebot, nicht zu Familienanlässen einladen, ihm den Zutritt in den Gemeinschaftsraum verweigern, ihn ausschliessen, ihn ignorieren. Die Tochter kann ja vorher fragen, wer mit wem sich ihre Familie assozieren will.

          (Das war schon immer so, die Eltern meines Vaters kamen nicht zur Hochzeit meiner Mutter, aber dass es schon immer so war, heisst nicht, dass es (ge-)recht ist, Tradition beschreibt nur, ist kein Argument, aus dem Sein folgt kein Sollen)

          • Linus Huber sagt:

            Warum wollen Sie der Familie vorschreiben, wie sie sich im Einzelfall zu entscheiden hätte? Überlassen Sie diese Entscheidung ruhig der einzelnen Familie selbst.

  • Christoph Bögli sagt:

    Es ist ein gängiges Missverständnis, dass sich Liberalismus durch möglichst wenig Regulierung oder explizite Wirtschaftsfreundlichkeit auszeichnet. Das Eine hat mit dem Anderen wenig zu tun und eine Überbetonung dessen führt meist zu einer Perversion des Liberalismus, wie man ihn leider heute oft findet. Denn der Kern des Liberalismus ist die Freiheit des Individuums und der Schutz vor Willkür und Machtmissbrauch, was sich aber nicht nur auf den Staat bezieht, sondern auch auf Konzerne und Unternehmen. Weshalb nicht nur zuviel Einfluss des Staats auf die Wirtschaft antiliberal, sondern insbesondere auch zuviel Einfluss der Wirtschaft auf Staat und Gesellschaft. Mangelnder Umweltschutz z.B. bedeutet Externalitäten auf die Gesellschaft abzuwälzen und ist darum zutief antiliberal.

    • Josef Marti sagt:

      Nach dem Wahlsieg 2015 ist dieser Begriff (konservativ-liberal) von CB Kettenhund Köppel und Somm abgefeiert worden. Dabei gibt es ja wohl wie es sich in der Folge gezeigt hat kaum einen grösseren unüberbrückbaren Gegensatz. Sodann sorgt die plebiszitäre Demokratie zusammen mit der zersplitterten Parteienlandschaft dafür dass niemand mit seinem Programm und seinen Dogmen durchkommt. Man könnte dem Parlament locker 4 Jahre Zwangsferien verpassen, es gäbe dann keine unnötigen zusätzlichen Gesetze und die Parlamentarier könnten keinen weiteren Schaden anrichten. Als Resultat aus diesem erfolgreichen Reformstau resultiert in der CH eine Art Gulasch resp. Gehacktes mit Hörnli Kapitalismus oder Sozialismus je nach Betrachtung.

      • Rudolf Wildberger sagt:

        @Josef Marti: Was wollen sie sagen ausser das sie Blocher, Köpel und Somm abrundtief hassen? Ich sehe auch ihren Ärger, dass sie die Schweiz ideologisch nicht klar klassieren können („CH eine Art Gulasch resp. Gehacktes mit Hörnli Kapitalismus oder Sozialismus je nach Betrachtung“). Als Schimpfworte gemeinte Etikettierungen wie „Kettenhund“ und „Gulasch“ sind keine Argumente sondern nur Hass und Hetze. Im Übrigen hat für mich der Kommmentar von Bögli und der Blogartikel von Starumann als Analyse einleuchtend. Wo das Optimum liegt ist eine andere Frage und muss diskutiert werden. Masslosigkeit schadet auf jeden Fall.

  • Hansli sagt:

    Die CH war und ist ziemlich antiliberal. Sonst hätten wir keine so krass geschützte Landwirtschaft, teils auch die Binnenwirtschaft (wird zurzeit gerade durch den Einkaufstourismus ausgehebelt) und der Strommarkt war ebenso immer Planwirtschaft. Die MEI als zutiefst altliberale Initiative gehört ebenso in dieses Kapitel. Selbst gesellschaftlich ist die CH antiliberal eingestellt.
    Ich persönlich bin sicher liberaler als der CH-Durchschnitt und würde von Prinzip her Liberalismus hochhalten. Praktische gesehen halte ich jedoch Liberalismus als nicht umsetzbar. Denn Liberalismus bedingt als Voraussetzung Eigenverantwortung, die jedoch nicht umgesetzt wird.

    • Rolf Zach sagt:

      Eine einheitliche Sprache ist die Grundlage eines Nationalstaates und den sind wir nicht. Das bedingt automatisch Rücksicht auf vorhandene Gegebenheiten und so kann man nicht einfach mit einem harten Liberalismus durchregieren.
      Wir haben immer Rücksicht genommen bei den Handelsverträgen auf unsere Bauernschaft. Wir hatten zum Beispiel noch 1950 400’000 Bauernbetriebe (heute 55’000, wirtschaftlich optimal wären 10’000), ebenso hat man jede Menge Kartelle
      geduldet. Die Industrie und Gewerbe des Inland-Konsum war geradezu verseucht von diesen Parasiten. Dies galt natürlich nie für die Exportindustrie, die war der vollen Konkurrenz ausgesetzt und dort wo sie mit Kartellen liebäugelte (Uhrenstatut), erlebte sie ganz bösartige Überraschungen.

      • Rolf Zach sagt:

        Erst mit den Bilateralen wurden wir ein Teil dieser Parasiten los und der andere Teil führt immer noch ein gutes Leben, sonst hätten wir nicht den Einkaufstourismus Richtung Deutschland und Frankreich und Arbeiter im Baugewerbe aus diesen beiden Ländern.
        Vergessen wir nicht, dass wir nicht nur eine zu große Anzahl von Bauernbetrieben haben, sondern auch solche im Bau- und Gastgewerbe. Eine ganze Anzahl haben keine optimale Größe für ihre Aufgabe und sind Kapital mäßig bescheiden ausgestattet, deshalb haben sie in der Krise der 90er Jahre und 2008 viel Geld verloren und haben deshalb kaum Reserven und eine schlechte Kredit-Tauglichkeit bei den Banken.
        Die FDP Politiker haben dies nie verstanden und haben eine im Grunde wilde Arbeitsemigration in die Schweiz erlaubt.

        • Oliver Markant sagt:

          Haben wir nicht aus eine Überzahl an Banken? Des Weiteren finanzieren wir mit überhöhten Preisen die Pharma-Branche und unterhalten ein Pseudo-Wettbewerbs-System an Krankenkassen-Grundversicherungen aufrecht.
          Aber wenn es wegfällt, dann gehen auch Arbeitsplätze weg.

          Für mich ist die Bevölkerung in vielem opportunistischer / egoistischer geworden, zu Lasten von Gemeinsinn und Solidarität. Geht diese Entwicklung weiter, dann geht’s mit dem Wohlstand weniger bergauf und für viele bergab. Es folgt dann wieder die Entfernung dieser Kapitalvögte wie schon mal in der Geschichte…

        • Hansli sagt:

          Von diesen Parasiten haben wir immer noch zu viele. Antiliberale Gesetze und Vorschriften werden als Unabhängigkeit der CH verkauft, dabei geht es nur um Schutz vor Konkurrenz.

        • Linus Huber sagt:

          @ Rolf

          Ich bezweifle, dass der Weg ueber den Ausbau der „Bilateralen“ der einzige Weg sein kann, dieses Parasitentum zu reduzieren.

      • Rudolf Wildberger sagt:

        @Rolf Zach: „Erst mit den Bilateralen wurden wir ein Teil dieser Parasiten los“ – und haben uns ein paar neue Schmarotzer eingehandelt mit den Flankierenden Massnahmen in Form von staatlich geförderten Gewerkschaften und erzwungenen Gesamtarbeitsverträgen.

    • Josef Marti sagt:

      Liberale würden für jeden Zusatz Franken ihre Grossmutter verkaufen und machen noch so gerne das Böckli dazu.

  • Josef Marti sagt:

    GB hat sich schon immer durch aristokratische Arroganz ausgezeichnet, die Wirtschaft hat nach dem 2.WK wenig bis nichts getaugt, denn die Briten sind von Natur aus arbeitsscheu, dafür sind sie gut in Spiel und Wette. Deshalb hat Maggie in den 80ern die Wirtschaft auf die Zockerbörsen umgestellt.

    • Rolf Zach sagt:

      Also bitte, dies zu schreiben ist nicht gerade nett. Die Engländer können sehr fleißig sein und sind es auch. Was in England fehlt ist die mangelnde Professionalität in der Ausbildung im Gewerbe und in den angewandten Technologien so wie in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
      Auf der einen Seite sind Spitzen-Universitäten mit einem ganzen Bündel von Nobelpreisträgern, auf der anderen Seite schlecht ausgebildete Facharbeiter und Ingenieure. Die grösste Differenz in Europa im Wissen in ganz Europa. Zum Beispiel sind französischen Ingenieure besser als die englischen. Der Tunnel unter dem Ärmelkanal hat es bewiesen.
      Arrogant sind häufig diese Eton Absolventen, vor allem diejenigen die in der Politik und der Finanzbranche landen, für die Naturwissenschaften sind zu blöd.

      • Rolf Zach sagt:

        Wehe die Schweizer Bank, die solche Typen im obersten Kader beschäftigt, nach den Amerikanern waren und sind sie noch das Unglück unserer beiden Großbanken.
        Außenminister Boris Johnson ist so ein Muster-Beispiel an Arroganz, die zur Beschränktheit führt.
        Was die britische Industrie betrifft, ist eines ihrer grössten Untugenden, dass sie nicht gemerkt hat nach 1945, dass das Commonwealth langfristig nicht der große Markt ist, im Gegensatz zu Europa.
        Die Murdoch Presse will dies heute noch nicht wahrhaben.

  • Rico Hauser sagt:

    Entscheidend war vermutlich, dass die Interessen der Subventionsjäger sogar die FDP zum Kippen brachten, die ja eigentlich als urliberale Partei berufen gewesen wäre, planwirtschaftlichen Experimenten à la Ostblock einen Riegel zu schieben. Das wird sie gewiss noch viele Sympathien kosten. Dafür wird die SVP profitieren, weil der Anteil der Nein-Stimmenden viel grösser war als der Wähleranteil der einzigen Partei, welche die Nein-Parole herausgab.

    • Rolf Zach sagt:

      Der Gegensatz ist nicht zwischen Liberalismus und Planwirtschaft. Ein echter Liberalismus betrachtet das ganze Bild einer Volkswirtschaft und will die Förderung des allgemeinen Wohls im Sinne von Rousseau. Dies führt sicher nicht über eine totale zentrale Herrschaft, die wie in der Sowjetunion sogar den Gemüsegarten der Babuschka in den übergeordneten Plan einbezieht, auch nicht ein Land von den mächtigsten Interessengruppen platt walzen lässt, wie dies Präsident Trump heute versucht und Präsident Reagan und die liebe Maggie eine Wellness-Oase für die skrupellosesten Reichen eingerichtet haben. Eine Regierung ist verpflichtet sorgfältig abzuwägen und das allgemeine Wohl immer ein wenig zu vergrößern.

    • Christoph Bögli sagt:

      Die SVP ist genau so eine klassische Wirtschaftsfilz-Partei wie die FDP, bloss mit einer leicht anderen Gewichtung. Wirtschaftspolitisch (miss)braucht die SVP nur gerade dann den Freiheitsbegriff, wenn es nicht gegen die eigenen Interessen und Pfründe bzw. der SVP-Kernklientel geht. Die subventionsgemästete Bauernschaft ist da nur das klassischste Beispiel.
      Zudem ist die SVP in allen anderen Bereichen, etwa gesellschaftlichen Fragen, das absolute Gegenteil von liberal. Weshalb diese definitiv nicht als Bannerträger des Liberalismus taugt und auch nicht ernst genommen wird in der Rolle. Unsinngsbegriffe wie „konservativ-liberal“ oder „wirtschaftsliberal“ waren diesbezüglich schon immer absurd, denn entweder ist man liberal i.S.d. gesamtheitlichen Gesellschaftsentwurfs oder nicht.

  • Oliver Steiner sagt:

    @Stefan W: Wieso argumentieren Sie nicht, sondern hinterlassen einen derart passiv-agressiven Kommentar? Es ist doch befruchtend, sich mit einer gegenteiligen Meinung auseinander zu setzen.

    • Stefan W. sagt:

      @O. Steiner: Sorry, wenn das so herüberkam. Es war nicht passiv-aggresiv gemeint, sondern eher sanft ironisch. Für mich ist es selbstverständlich, dass der /Inhalt/ der Abstimmung bei den meisten Menschen eine Rolle dabei spielen dürfte, ob sie Ja oder Nein sagen.

      Natürlich kann ich mich irren. Zumal ich, wie die meisten Menschen, auch ein Stück weit von mir auf andere schliesse. Und für mich spielten bei dieser Abstimmung staatstheoretische Erwägungen keinerlei Rolle. Ich fand es einen wichtigen Schritt, und ob man das nun als „liberal“ oder als „planwirtschaftlich“ bezeichnet will, ist mir im Grunde egal.

      Ebenso übrigen wie bei der Spitalprivatisierung. Mein „nein“ war kein Votum für den Kommunismus an sich, sondern ein Votum gegen die Privatisierung eines Kantonsspitals.

  • Rico Hauser sagt:

    Der ES haben vor allem Junge zugestimmt, die mit viel naivem Idealismus den behördlichen Versprechen Glauben schenkten, weil sie ganz einfach nicht aus eigener Erinnerung zurückblicken können auf die lange Liste leerer Versprechungen des Bundesrates im Vorfeld von Abstimmungen (z.B. KGV). Ich habe vereinzelt selber erlebt, wie Stimmbürger ihren Entscheid innert zwei Sekunden fällten. Die ganze Tragweite der Konsequenzen wollten sie nicht wahrhaben. Und mit dem Begriff Planwirtschaft konnten viele gar nichts anfangen. Leuthards gewinnendes Lächeln dürfte alle Bedenken weggezaubert haben.

    • Kevin Siegenthaler sagt:

      Das sehe ich anders. Dem EG haben vor allem jene zugestimmt, die ihren Kindern und Enkeln noch eine einigermassen lebendige und intakte Welt übergeben wollen. Wer behauptet, die Ja-Stimmenden seien so doof, dass sie auf Doris Leuthards Lächeln oder „Subventionen“ hereingefallen seien, ist ein schlechter Verlierer und hat nicht eben eine hohe Meinung von seinen MitbürgerInnen.

      • Peter Aletsch sagt:

        Der Enkel-Trick der anderen Art. Er wird aus diversen Gründen nicht funktionieren. Wir sehen uns 2050. Wer erinnert sich auch an die grossspurige Ankündigung BAHN 2000? Was hat sich seither grossartiges in unserem Leben verändert? Gibt es immer noch Lokomotiven, die mit diesem Logo herumfahren?

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    die exponenten der fdp leben vor, was „liberal“ in der heutigen zeit bedeutet -> vetternwirtschaft. nach oben buckeln und nach unten treten, um sich die ureigenen pfründe zu sichern. „liberal“ = lobbyismus zu gunsten weniger, auf kosten vieler. dies trifft auch auf die energiestrategie 50 zu – die mehrkosten hat jeder einzelne zu tragen-, die benefits erhalten die üblichen verdächtigen in den (strom)konzernen. wir haben, aus idealismus und um „ein zeichen zu setzen“ – ja gestimmt. das freut die subventionsnehmer.

    • Linus Huber sagt:

      Hart aber fair. Die Systemprivilegierten bauen ihre Übervorteilung weiter aus und rufen diese Vetternwirtschaft liberal, während die Bevölkerung mit idealistischen Zielen gefüttert wird und in der Annahme weise zu entscheiden das korrumpierte System weiter reglementiert und zementiert.

  • Stefan W. sagt:

    Könnte es eventuell auch sein, dass einige dem Energiegesetz deswegen zustimmten, weil sie es sinnvoll fanden? Ganz unabhängig von grundsätzlichen staatstheoretischen Erwägungen? Oder halten Sie das für völlig ausgeschlossen?

    • Josef Marti sagt:

      Einige vielleicht, aber sicher nicht grosse Teile der Wirtschaft. Die Schweizer und auch die Schweizer Wirtschaft waren und sind schon immer leidenschaftliche Planwirtschaftler wenn die eigene Kasse stimmt. Dieser Pragmatismus zusammen mit der plebiszitären Demokratie macht den
      Erfolg der CH aus, Dogmen haben es hier deshalb schwerer.

  • Roland K. Moser sagt:

    Wenn ich den mit importierten Arbeitskräften überschwemmten Arbeitsmarkt betrachte, ist die Schweiz längst feudalistisch.

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