Die Spaltung der Exportindustrie

Die Uhrenbranche schwächelt – der Pharmaindustrie geht es gut. Fotos: Gaëtan Bally / Christian Beutler (Keystone)

Die neusten Aussenhandelszahlen der Schweiz sind in den Medien nur vereinzelt besprochen worden, obwohl sie wie immer aufschlussreiche Daten enthalten. Seit kurzem haben wir nun ein Gesamtbild des vergangenen Jahres (Quelle der Eidgenössischen Zollverwaltung).

Beim Export sind drei Entwicklungen auffällig.

  1. Die Lage hat sich gegenüber 2015, als die Wirtschaft mit voller Wucht vom Frankenschock getroffen wurde, klar verbessert.
  2. Von einem breit abgestützten Aufschwung kann aber noch keine Rede sein. Die Exporte sind real um 0,8 Prozent zurückgegangen. Nur nominal ergab sich ein Wachstum (+3,8 Prozent).
  3. Die einzige Branche, die wirklich floriert hat, ist die chemisch-pharmazeutische Industrie. Alle anderen haben stagniert, die Uhrenindustrie hat stark verloren. Hier die genauen nominalen Werte – die realen Werte gäben kein Plus:

Der wichtigste Grund für die Probleme der Uhrenindustrie ist die stagnierende Nachfrage Chinas und Hongkongs. Auch die Pfundabwertung als Folge der Brexit-Zustimmung wirkte dämpfend. Auf der anderen Seite boomen Deutschland und die USA. Dank diesen beiden Märkten resultierte ein nominales Plus im letzten Jahr.

Die Situation der Exportindustrie bleibt also durchzogen. Nur die Pharmabranche hat dank Exporten nach Deutschland und den USA keinerlei Probleme. Die übrigen Branchen kämpfen weiterhin mit dem starken Franken.

So bleibt nicht viel Spielraum für eine Aufwertung des Frankens in der näheren Zukunft. Eine weitere Ausdehnung der Bilanzsumme der Nationalbank ist wahrscheinlich.