Warum das Fed so sehr zögert, die Zinsen zu erhöhen

Wahlkämpfer Trump kam ihr Dilemma gerade recht: Notenbank-Chefin Yellen (r.) auf dem Weg an eine Pressekonferenz. Foto: Jacquelyn Martin (AP)

Wahlkämpfer Trump kam ihr Dilemma gerade recht: Notenbankchefin Yellen (r.) auf dem Weg an eine Pressekonferenz. Foto: Jacquelyn Martin (AP)

Die Anzeichen verdichten sich, dass die amerikanische Zentralbank Mitte Dezember den Leitzins erhöhen wird. Es wäre das erste Mal in diesem Jahr. Die Finanzmärkte hatten Anfang des Jahres noch mit vier Zinsschritten gerechnet. Der US-Leitzins wird am Jahresende 0,75 Prozent betragen anstatt der ursprünglich erwarteten 1,5 Prozent. Ende 2017 dann 1,25 Prozent, wenn von den aktuellen Markterwartungen ausgegangen wird, anstatt der zuvor angenommenen 2,5 Prozent.

Die Zinswende in den Vereinigten Staaten fällt also nur halb so kräftig aus, wie anfangs vorausgesagt wurde. Und natürlich ist auch das nur eine Prognose. Sie kann sich künftig noch mehrfach ändern. Die jüngste Vergangenheit hat das zur Genüge bewiesen: Der Chart zeigt die Zinsentwicklung, seit das Federal Reserve im Mai 2013 zum ersten Mal in Aussicht stellte, die reichliche Geldversorgung zu drosseln («Taper Tantrum»).

Es gibt gute Gründe, warum das Fed Zinserhöhungen immer wieder auf die lange Bank geschoben hat. Ereignisse wie die Yuan-Abwertung Chinas im August 2015 oder der überraschende Ausgang des Brexit-Referendums vergangenen Juni zwangen zum Umdenken. Die Schocks liessen den Dollar aufwerten, was für sich genommen schon wie eine Straffung des monetären Umfelds wirkte.

«The New Normal»

Aber vor allem ist der vorsichtige Kurs auf die grundsätzliche Lageanalyse der Mehrheit im Fed zurückzuführen. Sie lässt sich mit dem Begriff «The New Normal» beschreiben: Diesmal ist die Situation anders als früher; deshalb ist es angemessen, länger expansiv zu bleiben als in vergangenen Erholungsphasen der Konjunktur.

Lael Brainard, Mitglied des Zentralbankdirektoriums, hat diese Sichtweise kürzlich in einem Referat anschaulich dargelegt. Sie argumentiert, dass die Mechanismen, die früher galten, heute nicht mehr funktionieren. So sei zwar die Arbeitslosenrate in den USA von 8,2 auf 4,9 Prozent zurückgegangen und stehe das Land kurz vor der Vollbeschäftigung, die Inflation sei aber trotzdem nicht gestiegen. Brainard spricht damit die Phillips-Kurve an, jenes wirtschaftswissenschaftliche Theorem, das seit den 50er-Jahren den Zusammenhang zwischen steigender (fallender) Arbeitslosigkeit und fallender (steigender) Inflation beschreibt.

Die Phillips-Kurve findet sich in vielen ökonometrischen Modellen. Sie prägt das Denken der Notenbanken seit Jahrzehnten und bestimmt die Inflationserwartungen der Öffentlichkeit. Brainard fürchtet nun, dass eine beharrlich tiefe Inflation – sie spricht von einer flachen Phillips-Kurve – zur Folge hat, dass auch die Inflationserwartungen sinken. In einem solchen Umfeld, die Zinsen möglichst früh zu erhöhen («to lean against the wind»), sei gefährlich und falsch.

Säkulare Stagnation

Brainard traut auch nicht dem Arbeitsmarkt. Die Daten verdeckten weiterhin Überkapazitäten und Stellenlosigkeit. Die Löhne hätten dieses Jahr zwar um 2,5 Prozent angezogen, aber das sei nichts im Vergleich mit der Lohnentwicklung in früheren Boomphasen.

Und sie argumentiert, dass der neutrale Realzins gegenwärtig nahe oder auf null liegt. Damit übernimmt sie ein Kernargument der Anhänger der These, wonach die Industrieländer in einer säkularen Stagnation feststecken. Brainard folgert daraus, die Leitzinsen müssten langsamer erhöht werden als bislang angenommen.

Die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan werden übrigens als abschreckende Beispiele dafür genannt, wie es nicht laufen sollte. Brainard: «The experiences of these economies highlight the risk of becoming trapped in a low-growth, low-inflation, low-inflation-expectations environment and suggest that policy should be oriented toward minimizing the risk of the U.S. economy slipping into such a situation

Die zahmen Falken

«New Normal» ist die Mehrheitsmeinung an der Spitze der US-Zentralbank. Interessant ist, dass im Fed allerdings auch die sogenannten Falken – also jene Währungshüter, die im Zweifel lieber für einen zu restriktiven Kurs stimmen als für einen zu expansiven – gegenwärtig zahm sind.

Eric Rosengren, Chef der Distriktnotenbank von Boston, der an der September-Sitzung des Fed erfolglos dafür stimmte, die Leitzinsen sofort zu erhöhen, setzt sich für eine «moderate, graduelle Straffung» der Geldpolitik ein. Kollegin Esther George, die 2016 in fast jeder Sitzung gegen die Mehrheit und für eine Straffung stimmte, empfiehlt eine «graduelle Anpassung in Richtung eines normaleren Zinsniveaus».

Auch der Ökonomenstab der EZB weist in einer neuen wissenschaftlichen Untersuchung nach, dass ein besonders flacher Zinspfad nach oben Volkswirtschaften entscheidende Vorteile bringt. Die Angst vor dem Schaden, falls die geldpolitischen Zügel zu sehr gestrafft werden, sitzt allen tief in den Knochen.

Trumps Anti-Fed-Polemik

Sie bildet auch den Kern von Donald Trumps Kritik am Fed. In seiner letztlich leider erfolgreichen Wahlkampfstrategie, eine Negativkampagne zu führen und gezielt Ängste zu schüren, kam ihm das Dilemma, in dem das Fed steckt, gerade recht.

In einer der drei TV-Debatten mit Hillary Clinton warnte er: «Believe me, we’re in a bubble right now, and the only thing that looks good is the stock market. But if you raise interest rates, even a little bit, that’s going to come crashing down. We are in a big, fat, ugly bubble and we better be awfully careful

Ist das die Aufforderung, die Zinsen konsequenter zu erhöhen, als das Fed es mit ihrer Chefin Janet Yellen – einer Trump-Gegnerin – bisher getan hat? Eher nicht. Nimmt man Trump beim Wort, fürchtet er sich mehr als alle anderen vor einem steileren Zinspfad.

Selbst wenn sich Amerikas Zentralbank in Kürze also dazu durchringt, die Zinsen zu erhöhen: An ihrem zögerlichen Vorgehen wird sich auch in den kommenden Jahren nichts Wesentliches ändern.

165 Kommentare zu «Warum das Fed so sehr zögert, die Zinsen zu erhöhen»

  • Anh Toàn sagt:

    @Ackermann

    Wir können die Zinsen steigen, wenn

    a) der Staat spart Schulden abbaut
    b) die Privaten sparen, weil der Staat Sozailleistungen abbauen will (Renten kürzen etc.)
    c) die Privaten sparen, weil die Unternehmen Lohnkosten abbauen will
    d) die Unternehmen sparen, weil die Konsumenten kein Geld haben um neue Produkte zu kaufen
    c) die Nati den Banken sagt, sie müssen sehr restriktiv sein bei der Hypothekenvergabe, da sonst eine Immobilienblase entstehe?

    Wenn die Nati sagt, sie verzinse jetzt die Sichteinlagen der Banken positiv mit 2 Prozent, werden alle nur noch mehr sparen.

    • Anh Toàn sagt:

      Wenn alle Schulden abbauen, bricht die Nachfrage ein und damit der Preis.

      Nach Keynes müsste sich doch der Staat Kohle raushauen, sich verschulden, für Infrastrukturprojekte, Sozialleistungen und Steuersenkungen für die Mittelschicht. Aber es werden nur die Steuern für Reiche gesenkt, die ihr Geld ohnehin nicht ausgeben können, höchstens investieren. Wie es in China und Vietnam geschieht, da wird einfach zu Lasten der Schulden weitergeklotzt, und darum sind da auch die Zinsen nicht bei Null oder gar negativ, aber das geht nicht mit Demokratie, weil das Volk hat Angst vor Schulden, das ist Teufelszeugs, da muss man ja Zinsen zahlen. Trump verspricht Schuldenabbau, die bürgerlichen in CH wollen Schulden abbauen (die bösen Linken machen doch Defizite),

      • Anh Toàn sagt:

        Schäuble braucht die vom Gesetz verlangte schwarze Null, schon der Gedanke an eine rote Null ist Kommunismus in den Augen des Volkes.

  • Fred Mazinaux sagt:

    Wie Lange dauert es wohl noch bis die Foristen hier verstehen, dass das gegenwaertige, kapputte Finanzsystem uns nur in den Abgrund reisst. Es ist hoechst dringender zu diskutieren mit einem zu ersetzen das der Evolutionsgesetzlichkeit folgt, wenigstens so gut wie wir Menschen heute dieseGestzlichkeit verstehen koennen. Ein System Das die Menschen ins Zentrum stellt und nicht die Irrsinnigen die sich am Naechsten einer Gottheit einbilden.

  • Marcel Senn sagt:

    Ackermann ad Keynes Kapitel 13: Wenn ich die Zahlen so anschaue, dann muss ich Keynes eher Unrecht geben. Gut seine damaligen Erkenntnisse können auch nicht 1:1 auf heute übertragen werden, weil er in einem sehr restriktiven monetären Umfeld mit tragischen Kapazitätsauslastungszahlen die Share BuyBack und Credit Sector Aufblähung sicher einen viel gewichtigeren Einfluss ausüben als in der heutigen Zeit.
    S&P 500 Firmen seit 2010
    Dividendenauszahlungen über 2 Bio
    Share Buy back Programme rund 3 Bio
    Aber Bondzunahme (FK) nur rund 1.1 Bio
    .
    Die Unternehmen wissen eben gar nicht mehr recht was sie unternehmen sollen, was noch profitabel wäre.
    Selbst bei den Tiefstzinsen wachsen die Unternehmen kaum noch.
    Was machen die ausbezahlten Aktionäre mit ihrem Kapital? Start ups?

    • Markus Ackermann sagt:

      @Senn
      1. „Die Unternehmen wissen eben gar nicht mehr recht was sie unternehmen sollen, was noch profitabel wäre.
      Selbst bei den Tiefstzinsen wachsen die Unternehmen kaum noch.“
      Grossbetriebe waren noch nie besonders innovativ. Sie kaufen einfach innovative KMU und lassen die economy of scale spielen.
      Keynes war von seiner Ausbildung her Mathematiker und genauso analysierte er: welche Parameter sind unabhängig und welche abhängig.
      Er sieht den schedule of marginal efficiency als ~unabhängige (also ~gegebene) Grösse, egal wie die Kurve (der schedule) verläuft
      2. „Was machen die ausbezahlten Aktionäre mit ihrem Kapital?“
      Sie kaufen an der Börse die Aktien zurück, die sie an die Firmen verkauft haben. Darum steigen die Aktienkurse relativ schnell wieder nach dem Aderlass

      • Anh Toàn sagt:

        Was macht der Verkäufer der Aktien mit der Kohle?

        • Anh Toàn sagt:

          Wenn die Firmen Aktien zurückkaufen und die alten Aktionäre mit dem Geld nur wieder Aktien kaufen, von wem kaufen die dann die Aktien?

      • Linus Huber sagt:

        @ Markus

        Das Problem liegt darin, dass zwischen Kapital und Währung (Geld) nicht differenziert wird. Im Gegensatz zum heutigen Geld, kann man Kapital nicht drucken, sondern verbleibt das Resultat ökonomischer Tätigkeit. Keynes lebte in der Zeit, in welcher der Goldstandard noch seine Bedeutung hatte, respektive das „Drucken“ von Geld nicht ungehindert stattfand. Es handelt sich nicht um einen Überfluss an Kapital, sondern um den Überfluss von Geld in der Form von Währungen, welche einerseits die Preisfindung inkl. Zinsen verzerrte und die lineare Ausweitung von Ungleichgewichten erzeugte.

        • Markus Ackermann sagt:

          @Huber
          Wenn Sie sich das template von Dalio anschauen „How the economic machine works“, dann sind 3 Grössen zentral:
          Geld
          Kredit
          Produktivität
          Wobei das Wachstum der Produktivität mittel- + langfristig die wichtigste Grösse sei.
          Seit vielen Jahren wächst die Produktivität nicht / kaum. Produktivität ist das Verhältnis zw. Input und Output (und damit ~unabhängig von den anderen beiden Grössen).
          Auf Ebene Unternehmen erhöhe ich die Produktivität, indem ich den Output (Preis, Menge) mehr erhöhe als den Input (Kosten, Menge).
          -> Unproduktiv ist, falls man nach der Transaktion ärmer ist als vorher.
          -> Produktiv ist das Gegenteil
          Produktivität erhöhe ich durch Entlassung von unproduktiven Papierli-Wendern.
          -> Dies setze ich ein zur Preis-Senkung
          => zB Mengenausweitung zGv Armen

          • J. Kuehni sagt:

            Herr Huber wird an Dalio’s Video nicht allzuviel Freude haben, setzt doch auch dessen mechanistische Erklärung der Wirtschaft adäquat starke, zentralistische Akteure (Regierung, Zentralbank) voraus, vor allem wenn so etwas wie ein „beautiful deleveraging“ gelingen soll (alternativ zum dritten Weltkrieg). Ausserdem gibt es in dieser Maschine auch keine „Schuldigen“, der 75-jährige Makrozyklus wird nicht von korrupten Eliten, sondern vom kapitalistischen System selbst erzeugt.

        • Markus Ackermann sagt:

          @Huber
          1. Die KMU-Unternehmer haben ihr Vermögen investiert in ihrem eigenen Unternehmen, d.h. im realwirtschaftlichen Kapital.
          -> Eine Erhöhung des Zinsniveaus führt aggregiert zu einer Erhöhung des Zinses auf dem Eigenkapital, also jedes Jahr durch erhöhtes Eigenkapital zu einer etwas höheren Re-finanzierung
          (Dalio: Investition => Wachstum der Produktion / Produktivität;
          Keynes: Investitionen entlang des schedule of marginal efficiency)
          2. Die Pensionskassen legen das eingenommene Geld in Aktien und Obligationen an, also in finanzwirt. bewerteten assets.
          -> Eine Erhöhung des Zinsniveaus führt aggregiert zu einer tieferen finanzwirtschaft. Bewertung.
          Die Zentralbanken steuern die finanzwirtschaftlich verfügbare Geldmenge (Dalio: Geld + Kredit; Keynes: interest rate)

  • Anh Toàn sagt:

    Göldi / Ackermann / Huber

    Das „Prinzip“ habe ich verstanden, als meine (Ex-)Schwiegermutter eine Ferienwohnung in der Schweiz kaufen wollte, weil da ihre Kinder und Grosskinder lebten: Mein (EX)Schwiegervater hat gesagt, er sei zu alt, um Zinsen zu bezahlen, er wolle jetzt Zinsen bekommen: Alte verleihen ihr Kapital um von den Zinsen zu leben, Junge hebeln ihr geringes Kapital, weil sie die Zinsen aus Erwerbseinkommen bezahlen können (Tragbarkeitsvorschriften) und Zeit haben zu warten, bis das Kapital wächst: Wenn es mehr Alte und wenig Junge gibt, sinken die Zinsen auf Grund des Prinzips von Angebot und Nachfrage, auch ganz ohne böse Bürokraten.

    • Marcel Senn sagt:

      Anh: Mit anderen Worten das Gesetz der abnehmenden Grenzerträge. Je mehr Alte vom Zinslipicken leben wollen, umso tiefer fallen die Zinssätze mit der Zeit und mit der zunehmenden Renterschwemme in der Schweiz dürfte sich diese Problematik noch verschärfen. Das Free Lunch Buffet ist langsam aber sicher kahlgefressen worden, das Kapital liegt nur noch träge rum und „arbeitet“ nicht mehr.

      • Anh Toàn sagt:

        @Marcel Senn: Keynes geht von Zinsen als Belohnung für Konsumaufschub aus: „On the contrary, the mere definition of the rate of interest tells us in so many words that the rate of interest is the reward for parting with liquidity for a specified period.“ Weil Zinsen Belohnung sind, kommt er zum Schluss:

        „But, given that the rate of interest is never negative,“

        Tja, da widersprechen die Fakten seiner Theorie, und zwar, weil heute so viele ihren Konsum aufschieben wollen, dass es dafür keine Belohnung (mehr) gibt, sondern dies im Gegenteil kostet.

        • Anh Toàn sagt:

          Keynes geht von einer Gesellschaft aus, in welcher Knappheit (an Gütern) herrscht. Wir leben aber in einer Überflussgesellschaft. Wir leben in einer Gesellschaft, in welcher sich Güter nur noch verkaufen lassen, indem dem Konsumenten ein immaterieller Nutzen aus dem Kauf versprochen wird. Marken welche Identität versprechen, Tesla verspricht Ablass von Umweltsünden.

          Besser als Keynes beschreiben „The Clash“ unsere Welt:
          „I’m all lost in the superparket,
          can no longer shop happiliy,
          I came in here for the special offer,
          a guaranteed personality“

        • Anh Toàn sagt:

          Der Mehrwert entsteht nicht mehr aus effizienterer Produktion, sondern aus Transzendenz: Nicht die Arbeiter an den Maschinen schaffen einen Mehrwert, Werbefritzen („=Papierliwender“) schaffen den Mehrwert, und dazu braucht es kaum Kapital. Der Kapitaleinsatz zur Herstellung einer Birkin Bag ist gering, es gibt keine „economies of scale“ mehr, Verknappung des Angebotes bring Mehrwert: Tesla finanziert sich mit der Angst der potentiellen Kunden, keinen zu erhalten, also zahlen sie mal tausend Dollar für eine Bestellung, an eine Firma praktisch ohne EK, ohne Fabrik und ohne Prototypen, um nicht zu riskieren, keinen zu erhalten, falls es dann mal einen gibt.

        • Anh Toàn sagt:

          Die erfolgreichsten Firmen heute haben keine Kunden, sie haben Fans, Follower, je länger man die warten lässt auf ein Produkt, umso überzeugter sind sie, dass sich das warten gelohnt hat, sonst müssten sie sich eingestehen, doof gewesen zu sein, solange auf die Scheisse gewartet zu haben. (Darum lassen Rockbands ihre Konzertbesucher stundenlang auf den Auftritt warten, Darum die Schlangen vor dem Apple Store. Wer will schon in einem Club, vor dessen Tür keine Schlange ist? Aufgabe der Türsteher ist, die Leute so langsam rein zu lassen, dass es eine Schlange gibt)

        • Anh Toàn sagt:

          Auch bezeichnend für die neue Welt ist Pharma, welche neue Medikamente entwickelt, und danach eine passende Krankheit dazu.

          • Marcel Senn sagt:

            Anh: Sehe ich eben ähnlich, dass die Welt nicht mehr so tickt wie Keynes sie damals sah. Zuviele Parameter haben sich verändert. Schade lebt er nicht mehr, sonst könnte er nochmals seine General Theory schreiben mit den Gegebenheiten des Jahres 2016. Wäre interessant wo er zu anderen Schlüssen käme und vermutlich einen der wenigen, der vielleicht noch einen vernünftigen Ausweg aus dem Schlammassel sähe…

  • Franz Gödl sagt:

    Eine ganz einfache, aber umso eindrücklichere Formel ist die, dass höhere Zinsen sinkende Aktien nach sich ziehen: Anfang 80-er Jahre standen die US-Treasury Zinsen bei ca. 15%; der Dow Jones bei ca. 1’000. In 2016 lagen die Zinsen bei ca. 1.5% (10Yr-Jahresmittel) und der Dow bei knapp unter 20’000. Was wird wohl das Resultat sein, wenn die Zinsen weiter steigen, sei es nur mal auf 3.5%? Verschuldung hin oder her; die spielt keine Rolle. Das Problem ist, dass man es nicht geschafft hat, trotz tiefsten Zinsen die Inflation anzukurbeln und die Wirtschaft hat sich dank der Tiefzinspolitik nicht um grosse Probleme kümmern müssen. Das dürfte in Zukunft anders sein. Der Hebel ist nun grösser als 2008 oder 2003.

    • Marcel Senn sagt:

      Gödl: Zw. 1973 bis 1983 lagen aber auch die Inflationsraten zw. 5.8 bis 13.5%
      http://www.usinflationcalculator.com/inflation/historical-inflation-rates/

      Und das reale GDP Wachstum war ebenfalls sehr volatil von fetten 6%+ bis -2.5%
      http://www.multpl.com/us-real-gdp-growth-rate
      .
      Sowohl Wachstum, als auch Inflation als auch die Zinsen haben sich seither auf tiefem Niveau stabilisiert in den letzten Jahren.
      Das Ziel wäre eigentlich gewesen die Wirtschaft inkl. Reallohneinkommen mehr anzukurbeln, dass dann infolge Inflation entsteht. Nur mit den vielen Billiglöhnerjobs die zwar geschaffen wurden in den letzten Jahren wird das nicht wirklich gelingen. Dazu ist noch der Impact der billigen Energie- und Rohstoffpreise auf den Weltmärkten gekommen.

      • Franz Gödl sagt:

        MS: Die Zeit zwischen 1965 und 1981 war an der Börse, gemessen am Dow Jones ein Bärenmarkt. Der Bullenmarkt der 80-er und 90-er Jahre mit dem Top 1998/2000 startete, sobald die Zinsen tauchten. Seit 1998/2000 steigt nur noch der US-Aktienmarkt. Der SMI ist auf Niveau 1998 und Italien liegt ca. 60% tiefer. Man hat versucht, eine natürlich beginnende Korrektur der Exzesse der 90-er Jahre, die mit der High-Tech-Blase toppte, zu vermeiden und hat damit nur die Basis für die grösste uns bevorstehende Wirtschaftskrise gelegt.

        • Marcel Senn sagt:

          Gödl: Die weltweiten Aktienmärkte haben aktuell einen Wert von rund 67 Bio $ darin alleine von den US Firmen 2.5 Bio Cashreserven weltweit noch einiges mehr, das Welt-BIP beträgt 75 Bio $.
          Der Dividend Yield aller Aktienmärkte beträgt immer noch 2.6% (US 2.1%), Price Book Value 1.9 (US 2.8).
          2009 tauchte die weltweiten Aktienmärkte auf 29 Bio $, wenn es wieder einen Taucher geben sollte, wird er vermutlich nicht mehr ganz so heftig ausfallen – schätze auf 45-50 Bio $, in kurzfristigen Panikzuständen vielleicht mal kurz auf 35 Bio aber dann werden sich die Märkte wieder etwas erholen.
          Die Zinsen können gar nicht sehr stark ansteigen, denn bei den Verschuldungen würde für viele Schuldner die Zinslast zu stark. Die Bondmärkte werden stärker reagieren auf einen Zinsanstieg.

          • Linus Huber sagt:

            „Die Zinsen können gar nicht sehr stark ansteigen“

            Andere Formulierung wäre vielleicht vorteilhaft: Es wird mit allen Mitteln versucht und bisher erfolgreich bewerkstelligt durch Manipulation die Zinsen tief zu halten, damit die Verschuldung tragbar bleibt und kein Minsky-Effekt eintritt. Der starke Fokus auf diesen Umstand führt zu „unvorhersehbaren“ Konsequenzen in anderen Bereichen. Die Komplexität grüsst die Zentralplaner.

          • Marcel Senn sagt:

            Ach Huber was schreiben Sie hier wieder für einen Unsinn herbei!
            .
            Was soll bitte der Grund sein um die Zinsen stark anzuheben???
            .
            Die Inflation kanns nämlich nicht sein, denn die ist nach wie vor tief und Zinsen heben die Notenbanken primär wegen Ueberhitzung der Wirtschaft und der daraus resultierenden Inflation an!!
            .
            Und nicht wegen irgendwelchen konspirativen und „disziplinierenden“ Elfenbeinturmvorstellungen eines Linus Hubers!

          • Linus Huber sagt:

            Sicher doch, die Bilanzverlängerung der Zentralbanken ist für Sie wohl keine Geldpolitik und hat natürlich auch Null-Einfluss auf die Zinsen.

            1. Es muss nicht zwingend Inflation sein, welche Zinsen hochschnellen lassen, sondern z.B. auch ein erhöhtes Risiko kann dazu führen.

            2. Woher wollen Sie wissen, dass Inflation des cpi (anstatt einzig der Asset-Preise) nicht auf einmal aufflammen wird (ich traue mich nicht, eine solche Voraussage zu machen)?

            Es handelt sich um die gleichen Obrigkeitsgläubigen, welche ahnungslos in die Krise 2008 schlitterten und wohl auch Brexit wie Trump als unmöglich betrachteten. Anstatt die eigene mangelhafte Sicht der Dinge zu hinterfragen, wird bevorzugt andere als im Elfenbeinturm sitzend zu betiteln. Da lachen sogar die Hühner.

      • Josef Marti sagt:

        Es ist wirklich saublöd dass der Massenkonsument grösstenteils Lohnempfänger ist, er ist deshalb der Hauptschuldige an der Misere, weil er einfach zu faul ist. Man sollte ihn mehr prügeln sowie seinen Lohn und Urlaub noch mehr senken, damit er endlich selbständig wird. Wir brauchen noch mehr Ich AG’s und selbständige 1 Euro Jober. Alle Hoffnung stecken wir in Mutti und Schäuble mit seiner schwarzen Null.

        • ¨!Träumerin sagt:

          Sehr geehrter Herr Marti,

          Ich fasse Ihren Beitrag als Sarkasmus auf? Hoffentlich!
          Genau so sieht die Zukunft der (noch) schlafenden Mehrheit aus.
          Ein Hilfsmittel aus meiner Sicht wäre die europaweite, besser weltweite Entschuldung.
          je repars à zéro! Was für ein Lied! Was für eine Hoffnung: EIN NEUANFANG MIT NEUER WÄHRUNG ODER NEUEN WÄHRUNGEN! Zu schön um wahr zu sein? Freundlicher Gruss von Träumerin

  • Jürg Brechbühl sagt:

    Im Auge behalten sollte man die absolut blödsinnigen Schulden des amerikanischen Bundesstaates, wie sie Zum-Glück-Nicht-Mehr-Präsident Obama angehäuft hatte.
    Wenn ich das richtig verstehe hat die Bundesregierung nur zwei Möglichkeiten, diese Schulden im Griff zu behalten: Entweder tiefe Zinsen, so dass es nicht wehtut oder sehr hohe Inflation, damit die Schulden so bald wie möglich nichts mehr wert sind. Zweiteres funktioniert nur, wenn genug Steuern hereinkommen und die Ausgaben wenigstens für ein paar Jahre drastisch gesenkt werden.
    Darum denke ich eher nicht, dass eine moderate langsame Erhöhung von der amerikanischen Bundesregierung überlebt werden kann.

    • Marcel Senn sagt:

      Brechbühl: Na ja die ersten 5 Billionen $ zusätzlicher Schulden seit Obamas Amtsbeginn 2009 bis 2011 können Sie nicht wirklich Obama ankreiden. Das waren noch massive Altlasten aus dem Finanzkrisendesaster und der Rezession, welche Bush hinterlassen hat.
      Dass die USA fast 8 Jahre immer noch um die 0.6 Bio $ Neuverschuldung hat pa ist tatsächlich eine enttäuschende Performance.
      Nur unter Trump wird die Neuverschuldung nicht abnehmen, im Gegenteil mit all seinen Plänen wie massiven Steuersenkungen, grossen Infrastrukturprojekten sowie Importzöllen wird die Staatsverschuldung wieder vermehrt ansteigen. Die UBS rechnet mit weiteren 6.9 Bio Neuschulden $ in den nächsten 8 Jahren gemäss der trumpschen Milchbüechlirechnung zur US Wirtschaft.

      • Linus Huber sagt:

        „Dass die USA fast 8 Jahre immer noch um die 0.6 Bio $ Neuverschuldung hat pa ist tatsächlich eine enttäuschende Performance.“

        Wer enttäuscht sein dürfte, sind diejenigen, welche im Elfenbeinturm sitzen um Ihre, wie gewohnt, auf die Person spielende Art von Kritik zu verwenden.

        • Marcel Senn sagt:

          Huber: Sie geben aber auch langsam ab! Hätte jetzt an dieser Stelle eher einen Ihrer moraltriefenden verschachtelten Bandwurmsätze als Erklärungsmodell erwartet!

  • Jens sagt:

    Anstatt sich in Diskussionen über Gold , Geldsyteme etc zu verzetteln, sollten wir einfach mal ganz einfach denken. Nämlich so: Höhere Zinsen in den USA: Starker Dollar:Leistungsbilanzdefizit steigt: Exporteure jammern: Freihandel adios. Dann noch eine Prise Richard Koo: starker Dollar:Renmimbi steigt enenfalls.
    Recipy for desaster. Genau das will die FED vermeiden. Obs funktioniert, wenn the Donald sein schuldenfinanziertes Ausgabenprogramm durchzieht, ist zumindest fraglich . Auf jeden Fall ist er auf die Fed angewiesen.
    Gruss,
    Jens

    • Marcel Senn sagt:

      Jens: Angesichts der Rekordverschuldung auf allen Akteursebenen in vielen Teilen der Welt, den vielerorts tiefsten Zinsen seit Menschheitsgedenken, den sich immer stärker aufblähenden Zentralbankbilanzen kann man die Geldsystemfrage nicht mehr einfach so unter den Tisch wischen. Man kann vermutlich noch ein paar Jahre weiterwursteln wie bisher, aber irgendwann muss man die Geldsystemfrage wohl oder übel angehen, spätestens wenn das Kartenhaus wieder beginnt in sich zusammenzustürzen, denn nach 2008/09 wurde vor allem einige kosmetische Korrekturen vorgenommen, der Tumor darunter wuchert nach wie vor weiter und er ist tendenziell eher bös- denn gutartig!

    • Markus Ackermann sagt:

      @Jens
      1. Ich denke, höhere Zinsen sind kein „recipy for desaster“ sondern nötig: die Zinsen müssen so hoch steigen, dass sie zB. wieder der Realwirtschaft die Möglichkeit geben, höhere Erträge zu generieren (Keynes, General Theory, Kap. 13), als die Finanzwirtschaft zB. mit share buybacks.
      2. FALLS es dazu kommt
      -> werden die asset-Bewertungen in der Finanzwirtschaft tiefer. Dies wird zu dem führen, was die Zentralbanken vermeiden wollen: einen Minsky-Effekt
      -> ABER:
      die Eigenkapital-finanzierten Unternehmen/Projekte/Investitionen werden (da ohne leverage) deutlich ungeschorener davon kommen und sich LANGSAM aus dem Tal der Tränen herausarbeiten können
      3. Blood, sweat & tears könnten dann nur gemildert werden, FALLS die unproduktiven Papierli-Wender (zB Finanzer) weichen

      • Marcel Senn sagt:

        Ackermann: Nur wenn die Realwirtschaft auch bei günstigen Kapitalkosten nicht mehr wirklich signifikant wächst, wieso sollte sie dann bei höheren Fremdkapitalkosten steigen. Nicht zu vergessen Keynes hat seine General Theory im Umfeld der grossen Depression geschrieben, als die Wirtschaft weit unter ihren Kapazitätsgrenzen dahindümpelte.
        Die Share buy backs sind zwar tatsächlich eine signifikante Grösse mit rund 0.5 Bio $ im Jahr seit Mitte 2013
        http://www.factset.com/websitefiles/PDFs/buyback/buyback_9.20.16
        Nur wenn man bei solch günstigen Fremdkapitalkosten keine neuen Geschäftsfelder mehr findet, kann das auch bedeuten, dass die Wirtschaft langsam ausgewachsen ist und zudem viele Konsumenten schon bis über den Hals verschuldet sind und kaum noch Kaufkraftkapazitäten haben.

        • Marcel Senn sagt:

          Ackermann: Wenn ich mir das Umfeld von Trumps Finanzberatern wie Paulson, Feinberg, Mnuchin etc. so anschaue, dann befürchte ich eher eine Wiedereröffnung der grossen Tische im Casino mittels Wiederderegulierung. Das sind doch eher die ganz harten Jungs, welche die Wall-Street so hergibt – die Champions League der Papierliwender.
          Warten wir mal ab, was dann wirklich passieren wird mit der angekündigten Deregulierung des Finanzsektors – die Wundertüte Trump hat vor ein paar Monaten ja auch schon Steuererhöhungen für Schattenbanken angekündigt. Aber wie wir ja inzwischen wissen, erzählt der an einem Tag das und am nächsten dies…
          Allerdings sein Finanzberaterumfeld lässt mich eher ein schlimmeres Szenario erahnen!

        • Markus Ackermann sagt:

          @Senn
          „wieso sollte sie dann bei höheren Fremdkapitalkosten steigen“
          Gem. Keynes Kap. 13 gibt es einen ziemlich fixen schedule of marginal efficiency.
          => Wieviel marginal efficiency kann man „ernten“ bei einer gegebenen Zinskurve?
          Meine Hoffnung ist:
          Ein höheres Zinsniveau wird den leverage, also den Mix zw. Fremdkapital und Eigenkapital verändern: Je höher das Zinsniveau, desto weniger Fremdkapital und desto mehr Eigenkapital.
          Fremd- und Eigenkapital stehen in Konkurrenz zueinander: bei tiefem Zinsniveau ist financial engineering (zB share buybacks) viel schneller profitabler gegenüber Eigenkapital-finanzierten Investitionen als bei höherem Zinsniveau:
          -> Bei tiefen Zinsen macht man Schulden, um Aktienkapital zurückzuzahlen.
          -> Bei hohen Zinsen investiert man mittels EK

          • Josef Marti sagt:

            Weshalb sollte man bei hohem Zinsniveau vermehrt in Unternehmen investieren? Jedenfalls kann man aufgrund historischer Daten keine höheren EK Quoten der Unternehmen bei den früher höheren Zinsen feststellen, eher das Gegenteil ist der Fall. Werden AK Rückkäufe und Dividenden fremdfinanziert dann will man zwar damit die EK Rendite steigern, das ist aber angesichts einer weltweiten Stagnation nicht verwunderlich.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Marti
            1. „Weshalb sollte man bei hohem Zinsniveau vermehrt in Unternehmen investieren?“
            Das „man“ wären dann Externe (zB Pensionskassen). Das meine ich nicht: ich meine Interne
            -> Am Kapitalmarkt heisst es: Soll man risiko-reiche Investitionen tätigen oder mit dem Geld einfach Aktien zurück kaufen. Die 2. Variante ist risikoloser. Wird der Kredit dafür teuerer, passiert dies weniger
            2. Die Wirtschaft ist eine KMU-Wirtschaft (der Schwarzmarkt erst recht!).
            Aktuell bekommen die KMU wenig Kredite und haben keinen Zugang zum Kapitalmarkt
            -> Je höher das allg. Zinsniveau ist, desto höher wird die Eigenkapitalrendite sein (ceteris paribus)
            -> Je mehr Eigenkapitalrendite, desto
            – mehr können die Unternehmer re-investieren (Innovation),
            – höher die künftige Eigenkapitalrendite

          • Anh Toàn sagt:

            @Ackermann: Also je teurer die Kredite (je höher die Zinsen) umso mehr wird investiert???????

          • Anh Toàn sagt:

            Ackermann: Ihre Logik ist an Absurdität kaum zu übertreffen:

            Steigen die Zinsen, steigt die Rendite von Aktien, weil deren Kurs sinkt, und nicht weil deswegen die Unternehmen bessere Investitionsmöglichkeiten finden.

            Wenn die Kapitalbesitzer finden, sie bekämen zu wenig Rendite von ihren Staatsanleihen, und andererseits die KMU keine Kredite von Banken bekommen, warum leihen die Kapitalbesitzer ihr Geld nicht den KMU?

            Weil die Kapitalbesitzer bereits genug Kapital haben, es nur nicht verlieren wollen. Also keine Risiken eingehen wollen.

          • Josef Marti sagt:

            Ackermann: Nach Ihrer Lesart müssen also steigende Zinsen automatisch quasi durch die unsichtbare Hand zu noch höheren Gesamtkapitalrenditen führen, Multiplikatoreffekt durch steigende Zinsen, naja.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Marti
            „müssen also steigende Zinsen automatisch quasi durch die unsichtbare Hand zu noch höheren Gesamtkapitalrenditen führen“
            Nein
            1. Die Bewertungen der assets werden fallen, weil der Discount steigt: zuerst an den Börsen (Obligationen, Aktien), danach überall (zB Immobilien)
            -> Das deleveraging ist unausweichlich: too much debts
            2. Fremdkapitalrenditen und Eigenkapitalrenditen stehen in einem Wettbewerb. Das Zinsniveau definiert (auch), auf welchem Niveau dieser Wettbewerb stattfindet
            3. Der ganz grosse Teil der Wirtschaft hat keinen Zugang zum Kapitalmarkt, muss seinen Erfolgspfad also via Eigenkapital finanzieren.
            DARUM sind hohe Eigenkapitalrenditen für diese (oft: innovativen) Unternehmer wichtig: sie können so schrittweise die Entwicklung refinanzieren.

          • Anh Toàn sagt:

            Mann, es ist nicht das EK das eine rechnerische Grösse ist, welches rentiert, sondern die Investition (steht in den Aktiven). Es wird weder EK noch FK investiert, es werden flüssige Mittel investiert, welche entweder mittels EK oder FK beschafft werden.

          • Anh Toàn sagt:

            Kaufe ich eine neue Software, damit meine Mitarbeiter schneller verbuchen können, werden die genau gleich viel schneller, ob ich die mit Software mit EK oder Schulden finanziere.

          • Josef Marti sagt:

            So ein Unsinn. Je höher die EK Quote desto tiefer die EK Rendite.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Marti
            „Je höher die EK Quote desto tiefer die EK Rendite.“
            Richtig
            … bis die EK-„Quote“ 100% ist
            -> KMU bekommen Lieferantenkredite (Zahlungsziele u.ä.), aber kaum Bank-Kredite
            … erst recht nicht zur Finanzierung eines unternehmerischen Risikos (zB einer Innovation)
            … darum bleibt ihnen im Wesentlichen nur die Eigenfinanzierung (Gewinn)
            .
            … aggregiert steht Eigenfinanzierung im Wettbewerb zu Fremdfinanzierung
            .
            Noch einmal Keynes, Kap 13:
            Fix:
            Keynes hat eine gegebene Grösse (schedule of marginal efficiency) und eine gegebene Grösse „Bedarf“.
            Variabel:
            Um diese beiden Blöcke zu verbinden, modelliert er dazwischen
            – liquidity preference und
            – propensity to consume
            Beide Faktoren sind u.a. psychologisch beeinflusst.
            Daraus folgt das Zinsniveau (interest rate)

          • Anh Toàn sagt:

            @Ackermann „Richtig
            … bis die EK-„Quote“ 100% ist“

            also absolut richtig.

            Es ist wahr, dass KMU’s heute nur schwer zu Fremdkapital kommen, also verschlanken sie ihre Bilanz, indem Anlagen statt gekauft geleast werden, indem Kundenguthaben an Factoringgesellschaften abgetreten werden, usw usw.

          • Linus Huber sagt:

            @ Markus

            Das Problem liegt darin, dass zwischen Kapital und Währung (Geld) nicht differenziert wird. Im Gegensatz zum heutigen Geld, kann man Kapital nicht beliebig „drucken“, sondern verbleibt das Resultat ökonomischer Tätigkeit. Keynes lebte in der Zeit, in welcher der Goldstandard noch seine Bedeutung hatte, respektive das „Drucken“ von Geld nicht ungehindert stattfand. Seine Theorien basieren auf dem Goldstandard und sind nicht unbedacht im PhD-Standard anwendbar. Es handelt sich nicht um einen Überfluss an Kapital, sondern um den Überfluss von Geld in der Form von Währungen, welche einerseits die Preisfindung inkl. Zinsen verzerrte(n) und die lineare Ausweitung von Ungleichgewichten erzeugte(n).

          • Markus Ackermann sagt:

            @Huber
            1. Richtig: „Es handelt sich nicht um einen Überfluss an Kapital, sondern um den Überfluss von Geld“
            -> Das Kapital ist das, was den output der Realwirtschaft produziert. Geld produziert gar nichts: kein einziges Stück reales Gut mehr.
            Wer Geld vermehrt, vermehrt damit (per Saldo, aggregiert) weder Wohlstand noch Wohlfahrt
            -> Darum nenne ich Money immer einen claim auf den output der Realwirtschaft, einen Bezugsschein (ausführlich beschrieben bei Adam Smith, Wealth of Nations, Book 2 Chapter II unter Bezugnahme auf „metal pieces“ + „gold“).
            Keynes ‚Treatise on Money‘ habe ich noch nicht gelesen
            2. Wenn Papierli-Wender out of thin air Bezugsscheine generieren können, dann bleiben die Produktiven der Realwirtschaft die Dummen, die beliebig ausgebeutet werden können

          • Markus Ackermann sagt:

            @Huber
            Was passiert aktuell in Indien?
            Durch den schleppenden Umtausch der 500-Rupien- und der 1000-Rupien-Scheine werden >3/4 der Geldmenge betroffen. Auf dem Land ist er zT gar nicht möglich.
            Was machen die Händler/Bauern auf dem Land?
            1. Sie legen auf die eine Waagschale das zu verkaufende Gemüse und auf die ander Waagschale den Geldersatz: Reis/Getreide.
            Reis/Getreide sind nicht beliebig vermehrbar und können gelagert werden.
            2. Die relativ „grossen“ Vermögensbestandteile der Bauern werden in Goldschmuck aufbewahrt (Altersvorsorge).
            Bref:
            Ich denke, die bauernschlauen Inder handeln ökonomisch weitaus intelligenter als die Intellecutal Yet Idiots (Nassim Taleb) bei uns mit ihren Kontoauszügen von Banken und Pensionskassen

          • Markus Ackermann sagt:

            korrigiere:
            >3/4 der Bargeldmenge in indischen Rupien

        • Anh Toàn sagt:

          Nicht bei tiefen Zinsen macht man Schulden um EK zurückzahlen, sondern bei zu tief bewertetem EK.

          Die Aktienblase ist eben keine, weil die Alten haben das Kapital, aber nur noch einen kurzen Horizont und brauchen laufende Einnahmen, der Aktienmarkt ist nichts für Alte, sondern für junge die warten können, ihr Leben mit arbeit finanzieren und de Gewinne auf dem Tisch lassen, und darum sind die Zinsen tief (viele wollen bekommen) und Aktien billig (wenige können noch lange auf Gewinne warten)

        • Markus Ackermann sagt:

          @Senn
          „dass die Wirtschaft langsam ausgewachsen ist“
          1. in den sog. entwickelten Ländern fehlt es zB an Infrastruktur
          2. in den sog. emerging markets haben wir hier noch grösseren Bedarf (zB Urbanisierung)
          3. die Armut ist nicht ausgerottet, die Armen + die Tieflohnbezüger (zB in der €U) haben durchaus Bedarf
          4. die Wirtschaft wurde seit ~300 Jahren durch Technologie (also Innovation in der Realwirtschaft) angetrieben, warum soll dies nun aufhören?
          … und wenn dem NICHT so wäre,
          … dann bräuchte es ERST RECHT keine Papierli-Wender, denn im Paradies fliegen einem ja die Tauben von alleine und direkt vom Grill in die Mäuler
          … ganz ohne per Bürokratie verordnetem Zwangskonsum von „Dienst“-„Leistungen“, für die man FREIWILLIG NICHTS (oder nur viel weniger) bezahlen würde

      • Linus Huber sagt:

        @ Markus

        Die Aufgabe der Ponzi-Scheme kann freiwillig sein und kontrolliert ablaufen, oder wird unfreiwillig durch eine Verwerfung und damit unkontrolliert vonstatten gehen. Die Indikatoren sprechen weiterhin darauf, dass die zweite Version vorgezogen wird.

        Die eigentliche Blase besteht in der Verlängerung der Bilanzen, indem Guthaben wie Schulden im Tandem weit über dem Wirtschaftswachstum wachsen. Die Verwaltung dieser Kreditblase benötigt immer mehr an Papierli-Wender.

        Der Esel (Wirtschaft) kann nicht unbeschränkt belastet werden, indem man einfach sicherstellt (durch Papierli-Wender), dass die links liegende Last (Schulden) der rechts liegenden Last (Guthaben) entspricht, denn der Esel schreitet immer langsamer voran und bricht eines Tages unter der Last zusammen.

        • Markus Ackermann sagt:

          @Huber
          Ja, darum muss die Wirtschaft insgesamt produktiver werden
          … durch Entlassung der Papierli-Wender.
          Die Produktiven müssen aufkommen
          1. für sich selber
          2. für die Unproduktiven.
          -> Je weniger Papierli-Wender (zB Banker, Juristen) wir haben, desto mehr können die Produktiven (zB Handwerker, innovative Unternehmer) selber konsumieren oder (viel wichtiger!) re-investieren.
          3. Die heutige Überschuldung vieler Volkswirtschaften ist zu einem schönen Teil die Folge des Voraus-Konsums durch unproduktive Papierli-Wender: finanziert durch Schulden, welche die Realwirtschaft verzinsen und später amortisieren muss.
          Oder umgekehrt: die Schwarzmarktwirtschaft ist ein Indikator für die Ausbeutung durch unproduktive Papierli-Wender in der offizialisierten Wirtschaft: zB Indien

          • Linus Huber sagt:

            „Die heutige Überschuldung vieler Volkswirtschaften ist zu einem schönen Teil die Folge des Voraus-Konsums durch unproduktive Papierli-Wender: finanziert durch Schulden, welche die Realwirtschaft verzinsen und später amortisieren muss.“

            Sicher doch und die Zentralbanken ignorieren mit Ihrem limitierten Fokus diesen Aspekt weitgehend im Rahmen der Geldpolitik, respektive befeuerten diese Entwicklung. Die gesellschaftliche Komplexität führt aufgrund des damit verknüpften limitierten Erkennen von 2./3. Runden Effekten zum Scheitern einer linear zunehmenden und damit immer stärker mit Papierli-Wendern bevölkerten Zentralplanung.

          • Marcel Senn sagt:

            Huber: Sie werden es in Ihrer indoktrinierten Weltfremdheit auf Ihrem Elfenbeinturm wohl zu Lebzeiten nie mehr begreifen, dass fast immer „Innovationen“ in der Finanzbranche ins Verderben führten und Politik und Zentralbanken dem immer nur hinterherhinkten und den Scherbenhaufen irgendwie sozial verträglich wie möglich wieder aufwischen mussten.
            .
            Das war schon vor 1929 so, als die Wall-Street z.B. im ganzen Land die Möglichkeit schuf, dass man via Telegraphenbüros von überall in den USA auch noch an der Wall-Street „mitspielen“ konnte und die Bevölkerung im damaligen Aktienhype Schlange stand vor denselben und vom schnellen mühelosen Geld träumte.
            .
            Dito die ganzen Finanzzockereien ab dem Big Bang, die „Innovationen“ ab 1998 mit CDS, MBS, ABS etc.
            Dort liegt der Hund begraben!

          • Linus Huber sagt:

            Wer im Elfenbeinturm sitzt, dürfte eigentlich klar sein, nämlich diejenigen, welche nicht einmal ansatzweise die Krise von 2008 wie die heutigen politischen Verwerfungen voraussahen.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Senn
            „dass fast immer „Innovationen“ in der Finanzbranche ins Verderben führten und Politik und Zentralbanken dem immer nur hinterherhinkten“
            Richtig. Jetzt müssen Sie diesen Gedanken nur noch anwenden.
            Herr Senn, Sie haben eine Denkblockade und denken als ‚Finanzer‘.
            -> Sie denken in (finanzwirtschaftlichen) Bewertungen, nicht in Kategorien der Realwirtschaft
            … mit Verlaub: weil KEIN Papierli-Wender „produktiv arbeitet“, sondern nur „im innern Kreis“ (eben: unproduktiv) rechnet / bewertet
            … und weil Geld (mit Ausnahme von Gold) BELIEBIG (durch Papierli-wenden, vulgo: Buchungen) VERMEHRBAR ist,
            -> können Papierli-Wender neue claims auf den Output der Realwirtschaft generieren (out of thin air),
            -> ohne dass nach der Transaktion ein reales Gut mehr da ist als vorher.

          • Maiko Laugun sagt:

            @Markus: „Herr Senn, Sie haben eine Denkblockade und denken als ‚Finanzer‘.
            -> Sie denken in (finanzwirtschaftlichen) Bewertungen, nicht in Kategorien der Realwirtschaft
            … mit Verlaub: weil KEIN Papierli-Wender „produktiv arbeitet“, sondern nur „im innern Kreis“ (eben: unproduktiv) rechnet / bewertet“

            Ihre eigene „Denkblockade“ liegt darin, dass Sie 2 Dinge nicht erkennen:

            1: Dass Sie sich (oftmals) auf Theorien abstützen, welche von den Verfassern (meist) dem eigenen akademischen Ego zuliebe verfasst und sich in der Praxis selten bewähren und meist auch nicht umgesetzt werden (können) oder nicht mehr zeitgemäss sind.
            2: Dass es in der produktiven Realwirtschaft – gerade in Grosskonzernen – nur so von akademischen „Papierliwendern“ wimmelt.

            Denken Sie mal darüber nach.

          • Markus Ackermann sagt:

            Nein, Herr Laugun.
            Die Differenz ist der alte Konflikt
            zw. Finanzplatz und Werkplatz
            zw. Wallstreet und Mainstreet
            zw. Finanzwirtschaft und Realwirtschaft
            zw. unproduktiv und produktiv.
            DIES ist auch die Differenz (um eine aktuelle Diskussion aufzunehmen)
            zw. Bernanke (savings glut) und Summers (secular stagnation).
            Savings glut meint: mehr Bezugsscheine als Objekte des Bezugs
            Secular stagnation meint: die Objekte des Bezugs werden heute und in Zukunft nicht genügen, um die Bezugsscheine einzulösen.
            Das zugrunde liegende Problem heisst: too much debts
            Die mathematisch zwingende Folge heisst: deleveraging
            … in den Worten von Dalio: beautiful deleveraging (zB. UK nach dem Krieg) oder ugly deleveraging (zB Weimarer Republik)
            siehe Dalio: „How the economic machine works“

          • Markus Ackermann sagt:

            @Laugun
            „Dass es […] gerade in Grosskonzernen – nur so von akademischen „Papierliwendern“ wimmelt.“
            1. Ja, ich bin einverstanden
            2. Nehmen Sie die Annual Reports zB. von Novartis, Roche etc.
            Diese Firmen bewerben sich selber als forschende Industrie. Und das stimmt auch
            … aber NUR ZUM KLEINEN TEIL
            ???
            Schauen Sie sich die Erfolgsrechnung an.
            -> die Produktionskosten sind im Vergleich gering
            -> die Forschung ist teuer, aber die Kosten dieser Forschung sind immer noch im Vergleich verschwindend gering
            -> die Brutto-Marge von Medikamenten ist höher als die Brutto-Marge von Heroin.
            ???
            Mit dieser Brutto-Marge werden die unproduktiven Papierli-Wender bezahlt:
            – Registrierung, Intellectual Proiperties
            – Marketing & Sales, Admin
            … und DIES ist die sog. Wertschöpfung.

          • Maiko Laugun sagt:

            @Markus: Meine (provokative) Kernaussage = Ueber-Akademisierung, als Teil des Problems.

            Sehen Sie dies? Nein, aufgrund Ihrer Antwort von 18.10h natürlich nicht 🙂

          • Maiko Laugun sagt:

            @Markus: Hier in China gibt es nur 3 grosse online Leitungen nach „Aussen“. Ich bitte deshalb um Nachsicht, wenn ich aktualisierte Antworten nur mit Verzögerung sehe. Danke. (Ihren letzten Kommentar von 18:45h hatte ich noch nicht gesehen.)

          • Josef Marti sagt:

            Sie haben gerade den Beweis erbracht, dass Bürokratie wertschöpfend ist.

          • Markus Ackermann sagt:

            Ja, Herr Marti: an diesem Punkt musste ich lange hirnen und machte dieselben Überlegungen wie Sie. Es geht um das Verhältnis zw. Recht + Ökonomie.
            -> Die Auflösung dieses definitorischen Problems finden Sie bei den Nobelpreis-Trägern Stigler und Coase (nobelprize.org).
            Es geht um die Ökonmie der Institutionen, also Begriffe wie Eigentum und Vertrag, zB. um die (natur-)rechtsphilosophische Frage, ob es ein Eigentum losgelöst (schon vor dem) vom Recht gibt und was der Entstehungsgrund einer Obligation / Schuld ist (nämlich der Vertragswille der Personen).
            Die Auflösung ist:
            -> vom Richter / vom Staat werden Rechte nicht geschaffen,
            -> sondern das Bestehen von Rechten wird nur festgestellt oder übertragen: Dazu gibt es rechtliche Verfahren / Formen.
            => VOR-besteh. Vermögen

          • Markus Ackermann sagt:

            @Marti
            MaW: Sie sind nach der bürokratischen Intervention nicht reicher als vorher, sondern BESTENFALLS gleich reich wie vorher: das schon vorher bestehende Vermögen wird einfach vom Richter / Notar / Staat festgestellt (anerkannt).
            … aber DAS kostet ja in aller Regel Geld (weil die Papierli-Wender) nicht gratis arbeiten. Also sind Sie regelmässig nach der bürokratischen Intervention ärmer als vorher
            … eben unproductive labour i.S.v. Adam Smith.
            Coase sagt es mit einem anderen Blickwinkel ~gleich:
            Die Verteidigung seines Eigentums kostet Geld,
            => also definieren die Verteidigungskosten oder die Übertragungskosten (Transaktionskosten), wie sicher / geschützt das Eigentum ist.
            -> En glacé am Kiosk hat tiefere Transaktionskosten
            -> als ein Hauskauf beim Notar etc.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Marti
            An der Uni Chichago gibt es ein George Stigler Center.
            Dort schreibt Prof. Luigi Zingales einen Kurs aus über „crony capitalism“
            -> The economic system prevailing in most of the world today differs greatly from the idealist version of free markets generally taught in economic classes. This course analyzes the role played by corporate governance, wealth inequality, regulation, the media, and the political process in general in producing these deviations. It will explain why crony capitalism prevails in most of the world and why it is becoming more entrenched also in the United States of America.
            -> Der Finanz und Wirtschaft gab er am 21.11.2016 ein Interview u.a. zu Trump, Zinsen (also dem Thema im jetzigen Blog) und Vetternwirtschaft (also Recht + Ökonomie)

          • Linus Huber sagt:

            Aus meiner Sicht handelt es sich um das Gedankengut, welches zunehmenden Interventionismus und Zentralisierung zweifelsfrei und uneingeschränkt als eine positive Entwicklung betrachtet und welches damit die Gefahr des Kollektivismus, welcher die Demokratie unterliegt, demonstriert. Die heutigen so genannt Liberalen betrachten die Freiheit des Individuums nicht wirklich als erstrebenswertes Ziel, sondern missbrauchen die wohlwollend erscheinenden Bemühungen zu propagandistischen Zwecken um in Tat und Wahrheit die dirigistische und bevormundende Verwaltung des Pöbels zugunsten der System Privilegierten (inkl. dem Heer an Papierli-Wendern) weiter auszubauen. Unter diesem Konzept wirkt Brexit oder Trump keineswegs als Überraschung, sondern als überfällige Reaktion des Pöbels.

          • Linus Huber sagt:

            Vergessen wir in diesem Zusammenhang nicht Erward Abbey’s Zitat:

            „Society is like a stew. If you don’t stir it up every once in a while then a layer of scum floats to the top.“

          • Anh Toàn sagt:

            Ackermann „ob es ein Eigentum losgelöst (schon vor dem) vom Recht gibt “

            Ohne Recht gibt es Besitz, aber kein Eigentum.

            Vermutlich kennen Sie den Unterscheid nicht, ich erklär es: Wenn Sie ohne Recht etwas besitzen, komme ich und haue Sie auf den Kopf, und dann besitze ich es, und sie nicht mehr.

          • Anh Toàn sagt:

            Der Dieb nimmt kein Eigentum weg, er stört den Eigentümer in seinem Recht, sein Eigentum auch zu besitzen oder zu entscheiden, wer es besitzen darf.

          • Linus Huber sagt:

            Der Sinn für das Konzept von Eigentum (Differenzierung zwischen was ist mein und was ist dein) dürfte so alt sein wie die Menschheit selbst. Es handelt sich um ein Konzept, welches wohl eine grundlegende Rolle im Rahmen der individuellen Existenzsicherung spielt und kann daher als instinktives Attribut des Menschen bezeichnet werden, welches selbst in Abwesenheit eines formellen Rechtssystems existiert.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Senn
            Auf Bloomberg findet sich ein längeres Interview mit K.C. Chakrabarty, einem Deputy Governor 2009-2014 der Reserve Bank of India, also der Zentralbank.
            Die Reichen werden nicht betroffen: in den Schlangen vor den Banken steht der untere Mittelstand.
            Bei ~6.20min geht K.C. auf die 3 wichtigsten Quellen der Korruption ein:
            1. Wahlen (Stimmenkauf):
            Die PolitikerINNEN kaufen sich ihre Wahl zB ins Parlament. Das dafür nötige Geld wird per Schutzgelderpressung besorgt … wie bei Clinton oder aktuell in Südkorea
            2. Religion / Tempel (Opfer für die Götter).
            Die Tempel zahlen dieses eld dann bei den Banken ein: Wenn Gott gut von Schwarzgeld leben kann, warum sollen die einfachen Leute dies nicht auch dürfen?
            3. Bürokratie:
            Policy that is not rule based or principle based

          • Markus Ackermann sagt:

            korrigiere
            ab 4.00 min bis 6.20 min
            -> Politiker und Bürokraten müssen keine Steuern zahlen

          • Markus Ackermann sagt:

            @Senn
            Am 2. Dezember 2016 prognostiziert sogar Rogoff in einem längeren Interview auf Bloomberg das absehbare Scheitern von Modi.
            Abschliessend nennt Rogoff ein Beispiel für das Ausmass der Korruption zB. bei einem Wohnungsverkauf in Indien: ~50% des Kaufpreises als Schmiergelder für Bürokraten!
            … und jetzt erinnern wir uns noch einmal an die Bilder der Schlangen vor Banken und Bancomaten: dort steht der untere Mittelstand an, keine korrupten Papierli-Wender (insb. Politiker, Bürokraten).
            Bref:
            Im Ergebnis geht es nicht um die Bekämpfung von Korruption, sondern um ein deleveraging (= Enteignung der Bevölkerung)
            … und dies ist ja auch der Grund, warum Rogoff den Kampf gegen Cash vorschlägt
            … und übrigens: warum er in den emerging markets zum Kauf von Gold (sic!) rät

        • Markus Ackermann sagt:

          @Huber
          Richtig.
          Und darüber hinaus gibt es auch prinzipiell unterschiedliche Rechtssysteme mit unterschiedlichen Konzepten und Regeln.
          Das sieht man zB im Bergbau:
          -> Die jurisdictions des „civil laws“ haben andere Konzepte und Regeln als die jurisdictions des „common laws“
          … aber in beiden gibt es eine Vermögensordnung, die die Ökonomie (zB den Wert der assets) bestimmt … und damit die ökonomischen Mechanos (mit-)determiniert
          … also gibt es das Vermögen als solches unabhängig von der konkreten Ausgestaltung der Rechte und Verfahren durch den Souverän
          … erst recht gibt es den Menschen als solchen unabhängig von der Rechtsordnung
          -> In der Kommentierung von zB Meier-Hayoz zum Eigentumsrecht des ZGB finden Sie Seiten-lange (natur-)rechtsphilosophische Fundierungen

          • Anh Toàn sagt:

            Gibt es kein Recht, gibt es noch immer Macht.

          • Anh Toàn sagt:

            Dir Römer kannten lange nur die „manus“ die Macht des Familienhauptes. Sie unterschieden dabei nicht zwischen Sachen, Tieren, Sklaven oder Familiengenossen, verwendeten die gleichen Rituale um eine Tochter zu verheiraten oder um eine Kuh zu verkaufen.

          • J. Kuehni sagt:

            „… erst recht gibt es den Menschen als solchen unabhängig von der Rechtsordnung“

            Nö. Als soziales Tier erzeugt der Mensch immer und überall eine „Rechtsordnung“ und sei’s auch bloss eine primitive Rudelhierarchie, bei der unzweifelhaft festgelegt wird, wer die Weiber „besitzen“ darf, und vom Kadaver die besten Teile bekommt.

            Wir ringen hier um die Art einer wünschbaren Rechtsordnung (> Zivilisation) und nicht darum, ob es überhaupt eine gibt oder vielleicht gar keine braucht.

          • Anh Toàn sagt:

            @Ackermann und Huber:

            Also kurz: Eigentum ist Naturrecht, das kann das Volk nicht abschaffen, dafür steht das Volk über den Menschenrechte, weil das ist Natur.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Kühni
            „erzeugt der Mensch immer und überall eine „Rechtsordnung“
            Ja: Wenn der Mensch die Rechtsordnung „erzeugt“, dann gibt es den Menschen VOR der Rechtsordnung.
            NB:
            Im „common law“ sind zB personen-bezogene Daten Eigentum des Eigentümers der Festplatte (also zB facebook).
            Die Persönlichkeitsrechte sind im „civil law“ den Eigentumsrechten nachgebaut worden: als Abwehrrechte.
            -> Meier-Hayoz war Prof. für Sachenrecht an der Uni ZH, sein Assistent Riemer wurde später an der Uni ZH Prof. für Personenrecht. Beide Rechtsgebiete sind ähnlich strukturiert.

  • bob fischer sagt:

    Persönlich glaube ich, dass der Grund für eine langsame Zinserhöhung (jedenfalls langsamer als in der Vergangenheit) relativ simpel ist: Zentralbanken haben begriffen, dass nach einer inversen Zinskurve stets eine Rezession folgte. Um eine Rezession zu vermeiden, wartet man also mit Zinserhöhungen ab, bis die langfristigen Zinsen ein wenig gestiegen sind.

  • Kristina sagt:

    Ab dem wievielten Jahr gilt eigentlich: same procedure as last year?

    • Marcel Senn sagt:

      Wie meinte Goethe schon in Anlehnung an Heraklit:

      „Gleich mit jedem Regengusse
      Ändert sich dein holdes Tal
      Ach, und in dem selben Flusse
      Schwimmst du nicht zum zweitenmal“

  • Marcel Senn sagt:

    Die USA hat aktuell bei einer Gesamtverschuldung aller Akteure von 66.7 Bio $ Zinsaufwände von 2.52 Bio $ — also einen theoretischen mittleren Zinssatz von 3.78% oder 13.78% vom BIP. Vor gut 4 Jahren mussten sogar noch um die 18% vom BIP für Zinsen resp. ca 4.2% bezahlt werden – mit Zinsanhebungen könnten die USA jenen Wert schon bald wieder erreichen und ob das für eine massenkonsumbasierte Wirtschaft wirklich so gesund ist, ist doch sehr fraglich, zumal ein Grossteil der Zinseinnahmen sich bei einer relativ kleinen Bevölkerungsschicht anhäufen und von vielen bezahlt werden müssen – so ähnlich wie in in einem Ponzischeme – und irgendwann ist dann halt wieder mal fertig luschtig…
    .
    Zinserhöhungen in Zeiten mit einem hohen Debt/BIP Leverage sind nun mal ein unkalkulierbares Risiko

    • Rolf Zach sagt:

      Einverstanden, wegen Debt/BIP Leverage, der wird sich sicher aber auf 500 % ausweiten, wenn die FED nicht mehr den Banken bei den spekulativen Krediten an den Karren fährt. Beispiel Übernahme von Monsanto durch Bayer, dies wird mit riesigen $ Krediten der internationalen Banken finanziert, auch inneramerikanisch läuft es mit Übernahmen auf Kredit wie geschmiert. Kommt noch die sehr verständnisvolle Politik der Republikaner, aber auch der Demokraten dazu, das Schulden machen bei den Konzernen zu erleichtern, aber nicht bei den Kleinen, wo kämen wir hin! Für die eine Art der Hypothekar-Schulden wie in der Schweiz, Schuldbrief und nicht Gült, wie bisher üblich in den USA.
      Wenn die kurzfristigen Zinsen steigen und die langfristigen übertreffen, ist der Crash in der Nähe.

  • Marcel Senn sagt:

    Wenn man sich so die US Housing Price Entwicklung seit 2000 bis heute so anschaut, so tummeln sich diese schon wieder auf Rekordwerten, während die Medianlöhne nicht wirklich fett gestiegen sind.

    http://politicalcalculations.blogspot.com.uy/2016/04/stalling-new-home-prices-and-rising.html?m=0

    Zinserhöhungen würde mittel- bis langfristig vermutlich einige Hausbesitzer wieder in Probleme bringen, auch wenn seit 2008 nicht jedem Handlanger mehr ein überteuertes Haus mittels derivatverzerrten Hypotheken verkauft wurde.
    Im Jahre 2000 war das US Medianeinkommen bei 29’436 $ und das neue Medianhaus kostete 168’198 $ — Akt. 2016 ist das Medianeinkommen um ein paar Krümel auf 30’547 $ gestiegen, das neue Medianhaus aber auf 305’031 $ (ua wegen der tiefen Zinsen).

  • Josef Marti sagt:

    Wirklich köstlich und amüsant wie jetzt alle vor dem neuen grossen Dompteur zittern. Wehe die Fed Fritzen sollten es wagen, die big fat bubble zum Platzen zu bringen, dann hetzt ihnen der Präsi die ganze Meute von wütenden white trash rednecks auf den Hals.

    • Markus Ackermann sagt:

      @Marti
      1. Wie also diesem „big fat bubble“ die Luft ablassen?
      2. In welcher Währung sollte man diesen „big fat bubble“ (Vermögen und Schulden) bewerten?
      Es bieten sich an:
      – Gold
      – SDR
      – US$
      – Renmimbi
      – €
      – £
      – CHF
      – you name it
      Wir stellen fest, dass Gold, Renmimbi und € gegen den US$ abwerten
      … aber wer hält schon den US$ für stabil?
      Ich vermute, das Ablassen der Luft dieses „big fat bubbles“ wird über die Währung stattfinden
      … nur: welche? wann? mit welchen Folgen?
      Ich hänge der Idee der secular stagnation an: dann würden die Volkswirtschaften weder via Wachstum noch via Inflation aus der Sackgasse kommen.
      Nehmen wir an, es gäbe eine andauernde Kapitalflucht aus dem €-Raum in den US$-Raum: was könnte die €ZB dann noch tun, um den € dauerhaft zu stabilisieren?

      • Marcel Senn sagt:

        Ackermann: Die Geldmenge M3 des € ist zwar seit 1.1.2008 von 8.8 Bio € auf 11.3 Bio gestiegen, in $ Terms umgerechnet aber um 9% gefallen. Soll doch der $ steigen, das macht den € nur kompetitiver und Ihrer verhassten EU könnte es dann wieder besser gehen, als Sie sich das wünschen.
        Und zumal die EU v.a. in € verschuldet ist, hat sie nicht wirklich ein Problem damit.
        Gefährlich wirds immer nur, wenn Länder in Fremdwährungen verschuldet sind (wie z.B. viele südamerikanische Länder in den 80er Jahren oder Quasifremdwährungen wie die Weimarer Rep. damals in Goldmark).
        Ein zu starker $ würde ganz andere Regionen als Europa ins Elend stürzen – nämlich viele Schwellenländer.

        • Markus Ackermann sagt:

          @Senn
          1. … und die Zinsen in €?
          Werden die tief bleiben? Warum käme es denn zur Kapitalflucht? Könnte es sein, dass der US$ ein höheres Zinsniveau bietet?
          2. … und die Inflation in €?
          Könnte es zu einer importierten Inflation in € kommen (zB Öl)? Und wie würde dann die €ZB reagieren? Mit Zinserhöhungen?
          3. … Bref: Stabilität im €?
          .
          Überdies:
          4. Kann die €U besser in die U$A exportieren, falls die USA in ihre Infrastruktur investieren wollen, um in den USA Arbeitsplätze zu schaffen (also gerade nicht per Import: USA first)?
          … zB. mit Zöllen
          Falls ja: WER im €U-Raum würde exportieren? Etwa Sp, Italien, F, GR
          … oder nicht doch eher D?
          5. Wer würde eher profitieren?
          Die €U oder China? Und was heisst es für die €U, falls China den Renmimbi weiter abwertet?

          • Marcel Senn sagt:

            Ackermann: Sie haben vielleicht verpasst, dass die EU mit rund 370 Mrd € viel mehr Ausfuhren nach USA haben als Einfuhren von rund 240 Mrd €.
            Auch die Rohstoffkäufe in $ schlagen nicht so sehr ins Gewicht.
            Für die EU wäre ein hoher $ gar nicht mal so schlecht und mit China, Japan, Indien und Russland kann man sich anders regeln als über U$.
            Eine heftige importierte Inflation sehe ich nicht – vielleicht kommt sie ja mal auf 2% und dann könnte Draghi sich endlich mal zurücklehnen mit den Anleihekäufen.
            Wieso sollte Draghi dann die Zinsen anheben, Sie wissen ja Keynes auf dem Sterbebett 1946 zur Genesung des Königreiches: Die Inflation immer leicht über den Zinsen behalten, £ abwerten (dazu noch ein paar Kapitalverkehrsrestriktionen). 1975 wars nur noch mit 50% verschuldet v 250%

        • Markus Ackermann sagt:

          @Senn
          Das eigentliche Argument haben Sie verpasst:
          1. Die USA ziehen Zugbrücken hoch und erinnern sich an Conally: „It’s our US$ and your problem.“
          2. Ich vermute, das deleveraging ist nur noch über Währungsabwertungen möglich, weil die Guthaben und Schulden in den betreffenden Währungen mit ebendieser Währung abwerten
          … nur: wogegen werten sie ab?
          3. Wenn ich den Analyse-Horizont auf 50 oder 100 Jahre ausweite, dann bleibt als Referenz vielleicht
          … nur noch Grundbesitz (also Wald, Bauernland: beides eher nicht; vielleicht noch Häuser in zentralen Lagen: aber wieviele >100jährige Häuser sehen wir noch?)
          … oder eben Gold (was Ihnen die Zornesröte in den Kopf treibt)
          Bref:
          Alle Währungen werten gegeneinander ab
          … und alle werten gegen Gold ab (auch eine Währung)

          • Marcel Senn sagt:

            Ackermann: Es ist einfach eine Mär dass alle Währungen langfristig gegen Gold abwerten.
            Eine Unze Gold von 1913 im damaligen Wert von 20.67 $ müsste im Vergleich zu den Renditen auf 10-jahres US Treasuries thesauriert weit über 2000 U$ liegen.
            Sicher gab es immer wieder mal kurzfristigere Phasen wo Gold besser abgeschnitten hat als Gold aber langfristig definitiv nicht. Und wenn man dann noch die Lager- und Sicherheitskosten für Gold abzieht, dann sieht es noch düsterer aus!
            Aber unsere Goldesoteriker sind vom Glanz des gelben Metalls wohl so geblendet, dass sämtliche Rechenfähigkeiten augenblicklich abgewürgt werden!

          • Marcel Senn sagt:

            Korrigenda …kurzfristigere Phasen wo Gold besser abgeschnitten hat als der US$… müsste es natürlich heissen
            (zB 1980 als die Hunt Brothers Gold und Silber in Rekordhöhen trieben, aber dieses Kartenhaus fiel dann ja schnell wieder in sich zusammen)

          • Marcel Senn sagt:

            Haha „was Ihnen die Zornesröte in den Kopf treibt“ – Sie Scherzkeks 🙂
            .
            Im Gegensatz zu Ihnen kann ich eben noch gut rechnen, darum treibt es mir auch nicht die Zornesröte ins Gesicht, weil ich als Selbstdenker und Selbstechner weiss ,dass ich recht habe!

          • Rolf Zach sagt:

            Glückwunsch Herr Senn für Ihre Antworten, auch dafür, dass sie verständlich daherkommen.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Senn
            „Eine Unze Gold von 1913 im damaligen Wert von 20.67 $ müsste im Vergleich zu den Renditen auf 10-jahres US Treasuries thesauriert weit über 2000 U$ liegen.“
            Das heisst:
            1. Mit 1000 US$ kaufe ich also 1913 ~48 Unzen Gold.
            Mit 1000 US$ kaufe ich 2016 nicht einmal 1 Unze Gold.
            2. Ui, dann wäre Gold ja die bessere Währung gewesen. Das darf nicht sein.
            => Also vergleiche ich 48 Unzen Gold mit US-Treasuries, also Obligationen: Warum nicht mit Aktien?
            -> Obligationen und Aktien haben einen Schuldner, ein Gegenpartei-Risiko. Gold nicht.
            -> Ich erhalte Zins, weil ich mein Vermögen nicht bei mir behalte, sondern jemandem anderen gebe, damit er es produktiv einsetzt. Für diesen Nutzungsverzicht erhalte ich Zins, Pacht etc.
            3. NB:
            Forschen Sie mal nach, woher der Begriff Esoterik kommt:
            … von einem Mathematiker: Pythagoras.
            Esoterik bezeichnet den „inneren Kreis“ in Pythagoras‘ Schule (z.B. bei Zusammenkünften, Festen, Essen) und Exoterik den „äusseren Kreis“, also wenn schon, würde in Ihrer Argumentation umgekehrt ein Schuh draus: Rechenfähigkeit findet (nur) im Kopf statt (im innern Kreis)

          • Marcel Senn sagt:

            Ackermann: Man merkt Ihnen an dass Sie vermutlich nie im Finanzbusiness tätig waren.
            .
            Massgebend ist der (auf-) oder abdiskontierte Barwert.
            Das ist die erste und allerwichtigtste Regel nach dem jeder Investmentbanker, Schattenbanker, Versicherer etc. tickt. Bei denen ist es nur der abdiskontierte Barwert, weil die ja nicht in der Vergangenheit denken wie ich jetzt in dem historischen Vergleich.
            Wieviel ist denn unsere Unze von 1913 gewachsen? Genau um Null, in der Realität mussten Sie noch einen ganzen Schübel $ nachschiessen um die Unze an einem sicheren Wert aufzubewahren – gut irgendwo verbuddeln wäre vielleicht gratis gewesen, aber auch mit Risiken behaftet: Spielende Kinder die es finden, Erdschlammrutsche etc etc.
            .

          • Marcel Senn sagt:

            Ja Gold findet in einem inneren Kreis statt – in den Köpfen der Goldfans. Gehen Sie doch mal in einen Laden und versuchen was mit Gold zu kaufen — die schicken Sie auf die nächste Bank oder zum Goldschmid, damit sie das Gold in Papiergeld umtauschen.
            Mit Gold sind Sie genau in jenem esoterischen inneren Kreis gefangen – wollen Sie an Wirtschaftsaktivitäten teilnehmen müssen Sie aber Ihren Goldkreis aber verlassen. 99.x% aller Wirtschaftsaktivitäten werden NICHT mit Gold getätigt sondern entweder in bar, elektronischen Zahlungen oder mit Verträgen auf Papier. Gold (und auch Papiergeld) ist primär geeignet für kriegerische Raubzüge, denn wenn Sie einen Vertrag rauben nützt der Ihnen in der Regel nichts.

          • Josef Marti sagt:

            Ich kann Herr Senn nur zustimmen. Gold funktioniert nur wenn fast alle wichtigen Länder mitmachen und im Falle eines Monopolgeldsystems mit Zentralbank ein echter internationaler Goldstandard eingehalten wird, ein freier Goldstandard im free banking hat ja nachweislich nicht funktioniert. Bekanntlich ist das aber eine extrem labile und unsichere Situation. Das Dümmste wäre eine einseitige Goldbindung einer Zentralbank, das wäre wie eine Selbstkastrierung zudem noch mit massiven Rezessionsfolgen.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Marti
            „Gold funktioniert nur wenn fast alle wichtigen Länder mitmachen.“
            1. Nein, Gold funktioniert dann, wenn wir einen funktionierenden, physischen Markt haben, zu dem die Leute Zugang haben
            2. Aktuell ist die Marge in Indien für physisches Gold 12 US$ pro Unze (= ~1%)
            -> Und diesen Aufschlag zum Preis ausserhalb Indiens definiert der Markt, nicht der indische Staat.
            -> Der Abschlag auf alte 500 Rupien- und 1000-Rupien-Scheine ist auf dem Schwarzmarkt schon ~20%. Die Konfiskation via Banken ist 48% für diejenigen, die „nicht plausibilisieren“ können bzw. präziser: NICHT SCHMIEREN (können)
            -> Die Korruption geht nicht von den Leuten aus, die Geldscheine haben, sondern von denjenigen, die die Macht haben: das funktioniert wie Schutzgelderpressung, einfach via Bürokratie

          • Markus Ackermann sagt:

            @Marti
            1. Modi will Korruption bekämpfen (bald sind Wahlen) und das macht er, indem er diejenigen, die cash horten, enteignet
            2. Diejenigen, die cash horten, sind die Mächtigen (Papierli-Wender), die via Bürokratie blockieren / anders als legal vorgesehen entscheiden können, FALLS sie nicht geschmiert werden
            3. Modi will also genau die mächtigen Bürokraten enteignen … mit bürokratischen Mitteln!
            Was wird passieren? DIE, die bekämpft werden sollen, kommen ungeschoren davon
            … und diejenigen, die KEINE Macht haben, werden NOCH MEHR durch die Bürokratie gebremst / blockiert
            … und müssen NOCH HÖHERE Schmiergelder abdrücken.
            Das effizienteste Mittel gegen Korruption ist ein funktionierender Markt: so wars schon, als man u.a. zu diesem Zwecke den Kapitalismus konzipierte

          • Maiko Laugun sagt:

            „Das effizienteste Mittel gegen Korruption ist ein funktionierender Markt: so wars schon, als man u.a. zu diesem Zwecke den Kapitalismus konzipierte“

            Genau, deshalb schmieren ja westlich kapitalistische Konzerne im fernen Ausland, um Aufträge, Projekte und Standorte zu erhalten, also um einen funktionierenden Markt und den Kapitalismus als solches zu fundamentieren. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

          • Markus Ackermann sagt:

            @Laugun
            „deshalb schmieren ja westlich kapitalistische Konzerne im fernen Ausland, um Aufträge, Projekte und Standorte zu erhalten“
            Ja, Sie haben etwas falsch verstanden.
            Denn die Schmiergelder sind via Margen zu (re-)finanzieren und bei einem funktionierenden Wettbewerb sind die Margen so gering, dass sich keine Schiergelder finanzieren lassen.
            -> Präzis DARUM wird ja geschmiert: um den Wettbewerb zu behindern.
            Bei einem funktionierenden Wettbewerb sind Überrenditen die Folge von Wettbewerbsvorteilen (Produktivität, Innovation), bei einem durch Manipulation (= Transaktionskosten) ausgeschalteten Wettbewerb sind Überenditen die Folge von Bürokratie (= Normen).
            klassische Beispiele:
            – Pharma
            – Finanzwirtschaft
            – Rüstung
            -> Bref: unproductive labour gem. Adam Smith

          • Maiko Laugun sagt:

            @Markus: Ich hab’s schon richtig (sarkastisch) verstanden. Ich sehe weltweit – in unterschiedlicher Form und Stärke – Korruption und deshalb nicht wirklich „einen funktionierenden Markt“. Der Kapitalismus hat sein Ziel also (noch) nicht erreicht – und ich bezweifle, dass er dies auch je wird.

        • Markus Ackermann sagt:

          @Senn
          Ja: „Massgebend ist der (auf-) oder abdiskontierte Barwert.“
          Warum berechnet man den Barwert?
          1. Weil wir aus der Erfahrung wissen, dass Geld sich entwertet (zB. Inflation)
          2. Weil Geld sich von Kapital unterscheidet (zB. Nutzen)
          3. Was ist Geld?
          – Bedruckte Bezugsscheine oder
          – bits auf einer Festplatte
          … jedenfalls immer ein claim auf den Output der Realwirtschaft: genaus DIES ist ja der Trick der unproduktiven Papierli-Wender (zB. Bankster)
          .
          Ja: 1000 US$ in 100 Jahren sind heute weniger wert als 1000 US$ heute.
          Wieviel? Das wissen wir nicht.
          48 Unzen Gold in 100 Jahren sind heute weniger wert als 48 Unzen Gold heute.
          Wieviel? Das wissen wir nicht.
          ABER:
          1000 US$ im 1913 waren damals ~48 Unzen wert
          Und heute?
          nicht einmal 1 Unze (~2%)
          Gold wie US$ sind claims

          • Marcel Senn sagt:

            Ackermann: 48 Unzen Gold irgendwo über 100 Jahre in einem Safe aufbewahrt ist sogar wirtschaftlich noch viel nutzloser als 1000 $ 1913 in Treasuries angelegt, da hat der Staat wenigstens mal irgendwas damit gemacht.
            .
            Ueberhaupt ist die Preisbemessung von Gold in US$ (oder anderen Währungen) ein Witz! Wäre Gold eine echte Währung (wie früher mal) dann wären in den Läden die Preise nämlich in Goldstücken angeschrieben – z.B. ein Flat TV kostet fünf Goldvreneli und dann gäbe es infolge Angebot und Nachfrage auch Preissteigerungen oder manchmal auch Preissenkungen (wie z.B. bei Flat TV’s)

          • Markus Ackermann sagt:

            @Senn
            Staatsbürgerkunde praktischer Teil:
            Am 7.11.2016 hat ein Inder 1 Krügerrand (= 1 Unze Gold) in der Matratze eingenäht. Der Wert war ~1’200 US$.
            Sein Nachbar hatte 10 Bündel à 100 Banknoten zu 1’000 Rupien in der Matratze eingenäht: Er schlief deshalb etwas unbequemer, aber 80% aller Geschäfte in Indien erfolgen cash.
            Diese 1 Mio. Rupien waren ~1’500 US$ wert.
            Am 8.11.2016 hörte der Nachbar, dass seine 1’000 Rupien-Banknoten ungültig werden + innert kurzer Zeit auf ein Bankkonto eingezahlt werden müssen (nur wenige können gegen neue getauscht werden). Er steht darum 48 Std. in die Schlange vor der Bank, um einzuzahlen.
            Am 24.11. hört er dann, dass „nicht plausible“ Einzahlungen durch seine Bank mit 48% vom Konto wegbesteuert werden.
            1 Mio. Rupien = 1’450$
            => 52%=754$

          • Marcel Senn sagt:

            Ackermann: Staatskunde Teil II.
            „Um den Goldabfluss aus den USA zu stoppen, dehnte Präsident Dwight D. Eisenhower am 14. Januar 1961 mit der Executive Order 10905 das bisher auf das Inland beschränkt gewesene Verbot des privaten Goldbesitzes auf die von US-Bürgern im Ausland unterhaltenen Goldbestände aus. Es war allen US-Bürgern und Unternehmen untersagt, Goldbestände oder gegen Gold einlösbare Wertpapiere (Goldzertifikate) in ausländischen Depots zu halten und sich am Goldhandel zu beteiligen. Bis zum 1. Juni 1961 mussten alle Golddepots aufgelöst werden. Bei Verstößen gegen dieses Verbot drohten empfindliche Geldstrafen bis zu 10.000 US-Dollar oder Gefängnisstrafen bis zu zehn Jahren. Von diesem Verbot waren seltene Goldmünzen ausgenommen „

          • Marcel Senn sagt:

            Ackermann: Goldverbote gibt es schon seit 3200 Jahren immer wieder mal – und je wichtiger Gold im Alltag ist, desto grösser die Gefahr, dass das Zeugs verboten wird analog Ihrer 1000 Rupien Geschichte. Also von dem her hat Ihr Beispiel für mich keine wirklich grosse Ueberzeugungskraft!

            https://de.wikipedia.org/wiki/Goldverbot

          • Marcel Senn sagt:

            Ackermann: Apropos Gold: Es gibt auch „schwimmendes Gold“ — Walkotze!
            Preis pro Kilo auch um die 35- 45’000 $ wie echtes Gold!

            https://www.welt.de/kmpkt/article159425390/Wal-Erbrochenes-macht-arabischen-Fischer-reich.html
            .
            Wieso nicht Amber als Welt-Reservewährung einführen – das würde wenigstens noch die Wale schützen!
            Beim Goldabbau werden ja nicht mal die Menschen geschützt und müssen nicht selten auch zyanidvergiftetes Wasser trinken.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Senn
            Ja, es gibt Gerüchte,
            -> dass Indien demnächst ein Gold-Import-Verbot erlassen wird (~700 Tonnen Gold pro Jahr werden nach Indien importiert) und
            -> dass der Goldpreis-Einbruch nach der Wahl von Trump just eine erwartete geringere Nachfrage aus Indien vorweg nimmt.
            -> Dann würde sich vielleicht der Preis für physisches Gold, das schon in Indien liegt, abkoppeln (nach oben ausbrechen) vom Fiat-Gold-Preis an der Comex der Banken oder dem London Fixing.
            Die indischen Bauern werden jedenfalls auf Gold(-Schmuck) nicht verzichten.
            We shall see.
            Jedenfalls hatte unser Inder mit seinem Krügerrand
            -> am 7.11. ~300 US$ weniger als sein Nachbar und
            -> am 24.11. ~400 US$ MEHR als sein Nachbar und
            -> keine Scherereien mit korrupten Behörden (Papierli-Wendern)
            Such is life!

          • Marcel Senn sagt:

            Ja Ja Herr Ackermann – jetzt wo alle die Echtgoldarmaturen bei den Trumps überall bis hin in die Trump Air one gesehen haben wird es vermutlich einen Hype geben und alle wollen Badearmaturen etc aus Gold! Richtig voll protzen wird vielleicht bald angesagt sein. Gold wird unter Trump vermutlich die Modefarbe für die nächsten 4 Jahre sein — vielleicht stellt sich dann auch raus, dass bei Trump nicht alles Gold ist was glänzt!
            .
            Apropos Demokratie: Sie als „Demokratieexperte“ was meinen Sie eigentlich dazu, dass Clinton mittlerweile über 2 Mio Stimmen mehr hat (Allzeitrekord für die 4 Nicht Pres elect. Popular Vote Gewinner in der US-Geschichte)!
            63% der Amerikaner sind auch nicht glücklich mit dem aktuellen Modus.
            .
            Demokratie verkommt immer mehr zum Glücks- & Geschicklichkeitsspiel!

          • Linus Huber sagt:

            „Eine Unze Gold von 1913 im damaligen Wert von 20.67 $ müsste im Vergleich zu den Renditen auf 10-jahres US Treasuries … weit über 2000 U$ liegen.“

            Die Gold Lease Rate wird hierbei offensichtlich vernachlässigt. Das Ausleihen von Gold kann, sofern man das Kreditrisiko nicht scheut, manchmal sogar Erträge abwerfen, speziell wenn man zugleich das Geld noch gewinnbringend ausleiht. Ebenfalls wird der Preis von Gold durch die darin enthaltene Versicherungsprämie gegen Verwerfungen des Finanzsystems beeinflusst.

            „Wäre Gold eine echte Währung (wie früher mal) dann wären in den Läden die Preise nämlich in Goldstücken angeschrieben“

            Goldstandard wie Gold als Währung dient in erster Linie dem als „widerlich“ empfundenen Zweck, die Macht der Regierung zu limitieren.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Senn
            1. Die USA schafft es nicht (mehr), ihre Verfassung zu aktualisieren: zB ein „Ständemehr“ bei den Wahlen einzuführen. Das jetzige Verfahren ist willkürlich (2 Mio) – genau weil sowas wie ein Ständemehr fehlt. Das Ständemehr ist (CH) bzw. wäre (USA) ein demokratisches Korrektiv
            Bei einer Volkswahl des Bundesrates hätten wir ähnliche Probleme in der CH
            2. Die Wahl 2016 war zw. Reality TV und Korruption: die Küstenregionen haben Korruption gewählt (= Clinton), die Regionen im Landesinnern haben gegen Korruption und für Reality TV gewählt
            3. Der Wahlbetrug fand im Jahr 2000 Bush vs Gore vor dem Verfassungsgericht statt. Ohne Verfassungsgerichtsbarkeit (= als Richter getarnte Politiker) wäre der Wahlbetrug nicht möglich gewesen: man hätte einfach bis zu Ende ausgezählt

          • Marcel Senn sagt:

            Na ja Huber – Gold lease Rate ist schon seit längerem bei Null!
            http://www.kitco.com/commentaries/2016-05-13/Gold-Lease-Rates-and-Gold-Prices.html
            Und dann in Papierli anlegen wollen?? Gohts no Huber, wenn Sie schon so konsequent sein wollen wie Sie meinen dürften Sie allfällige Erträgli aus Gold Lease NACH Abzug der Lagerungs- und Sicherheitskosten NUR in Gold investieren!
            .
            Hi hi Sie mit Ihrem Limitierungswahn!! Oben nicht gelesen – seit 3200 Jahren machen die Eliten dann einfach Goldverbote und andere restriktive Eingriffe!
            Und schon sind Ihre Limitierungsträumli nur noch Schäumli!

          • Marcel Senn sagt:

            Huber: Bei meiner Bank kommen jeden Tag ca 5-6 Geldtransporter von Brinks, Prosegur usw mit je 4-5 schwerbewaffneten Polizisten. Bei einem physischen Goldlendingverkehr ginge das mit der Weile ganz schön ins Geld. Nur die meisten Gold Lease Geschäfte sind doch mit reinen Papierliwetten auf Short Gold gelinked….
            .
            Ackermann: Immerhin sind wir uns mal einig, dass das US Wahlsystem doch irgendwie underperforming ist unabhänig von den beiden Kontrahenten.
            Mein Favorit ist immer noch one man one vote, einfach weil es innerhalb einer Nation das fairste ist.
            Alternativ für jeden Bundesstaat je 2 Wahlmänner nach dem Motto the winner takes it all und die anderen 438 werden nach Bevölkerung verteilt und werden vergeben nach erzielten % in den jeweiligen Staaten.

          • Linus Huber sagt:

            „… machen die Eliten dann einfach …“

            Natürlich, warum sollten sich die Eliten in Ihrer kurzfristig orientierten Denkweise grundlegenden Prinzipien unterwerfen; da ist es bedeutend einfacher, sich überrascht zu zeigen, wenn eine Krise wie 2008/09 eintritt oder gestern für Brexit und heute für Trump gestimmt wird. Wunderbar ist der Umstand, dass all die Obrigkeitsgläubigen diesen Leuten nicht nur glauben, sondern sich sogar noch mit diesen ahnungslosen IYI (Nassim Taleb) identifizieren und dadurch ihr eigenes Gedankengut als bedroht sehen, wenn man nicht ebenfalls ein Gläubiger ist.

          • Marcel Senn sagt:

            Huber Da gehe ich bis 3200 Jahre in der Menschheitsgeschichte zurück und Sie werfen mir kurzfristiges Denken vor….wer ist da wohl der IYI???

          • Marcel Senn sagt:

            Huber: Und der Non-Intellectual Yet Idiot glaubt jetzt einfach an Trump und May und ist genauso Obrigkeitsgläubig wie Sie das den Verlierern unterstellen. Eine Elite löst die andere ab, ein „Geldadel“ den anderen. Bei Ihnen z.B. ein ganz besonders hohe Obrigkeitsgläubigkeit von 91% für Duterte!
            .
            Ich tendiere von meinem Wesen her eher zum Anarchismus und habe ein paar Lebensstrategien um mit der Obrigkeit möglichst wenig zu tun zu haben. So leide ich im Gegensatz zu Ihnen (oder auch Herrn Ackermann) kaum an Obrigkeitsparanoia! Mühe hätte ich einfach in einem totalitären Regime wie 3. Reich, frühere Sowjetunion, DDR etc. wo mir der Staat wirklich fast täglich störend ins Leben pfuschen würde und ich keine Meinungsfreiheit mehr hätte.

          • Linus Huber sagt:

            Fehlanzeige: Die Idee, dass wenn man nicht an Obrigkeitsgläubigkeit gegenüber der den bestehenden Status-Quo verteidigenden Elite leidet, man automatisch nun an Obrigkeitsgläubigkeit gegenüber einer neuen Elite unterliegen soll, entspricht einem naiven Fehlschluss. Es handelt sich einzig um das Verständnis der Zusammenhänge, welche ich erkläre und nicht um meine auf Nabelsicht begrenzten persönlichen Vorlieben. Es handelt sich hierbei nicht um Paranoia, sondern um die für die demokratische Gesellschaftsordnung essentielle Notwendigkeit gleichförmige und lineare Machtkonzentration unentwegt kritisch zu hinterfragen. Ausklicken bei gleichzeitigem Gutheissen der Umstände scheint mir ein wenig inkohärent, wobei ich Ihre Entscheidung jedoch nicht mangelbehaftete Argumente respektiere.

          • J. Kuehni sagt:

            Die Aufregung darüber, welchen faktischen Tauschwert eine Unze Gold resp. 1’000 US$ 1913 im Vergleich zu 2016 gehabt hat, erscheint mir als ziemlich grotesk, die entscheidende Frage dabei wäre ja bloss, für WEN sie zum jeweiligen Zeitpunkt welchen Wert gehabt hätte.

            Wohl kaum für dieselbe Person an beiden Daten, oder sind die Herren „Goldbugs“ unsterblich? Und wenn sie es wären, würde durch eine ewig wertbeständige Valuta zementierte, ewig währende Eigentums und Besitzallokation in einer Gesellschaft ihren Vorstellungen von Gerechtigkeit und Moral entsprechen? Pech, wenn sie in die falsche Familie geboren wurden?

            Worin genau würde sich eine solche Gesellschaft vom mittelalterlichen Kastenstaat mit seiner Aristokratie und seinen „Hirten, Hunden und Schafen“ unterscheiden?

          • J. Kuehni sagt:

            @Huber: “ Es handelt sich einzig um das Verständnis der Zusammenhänge, welche ich erkläre und nicht um meine auf Nabelsicht begrenzten persönlichen Vorlieben.“

            Von wegen. Ich gehe davon aus, dass jeder der hier kommentiert, ebenso eine Agenda verfolgt, wie irgendein „Politiker“ – egal ob beamtet oder nicht – und seine „Erklärungen zum Verständnis der Zusammenhänge“ unweigerlich „gespindoktert“ sind, manche mehr, andere weniger. Und ich halte dies keineswegs für verwerflich: Die Polis braucht politisch aktive Bürger, die ihre Interessen im öffentlichen Forum kundtun und vertreten.

            Ich verabscheue hingegen die heuchlerische Proklamation einer angeblichen „Selbstlosigkeit“ und damit moralischen Überlegenheit als Mittel zur Gewinnung eines politischen Argumentes.

          • Anh Toàn sagt:

            @J. Kuehni

            Der Huber will uns doch nur erklären, an seiner Erleuchtung teilhaben lassen, er will doch nur unser Bestes – aber das behalten wir besser für uns.

          • Maiko Laugun sagt:

            Lasst uns dem Huber symbolisch eine GOLDIGE Ananas überreichen. Eine solche hat er sich – auch wenn sein Kommentar von 25. November 2016 um 08:43 auf ihn selbst zutrifft – wegen schon fast bewundernswerter Sturheit und Hartnäckigkeit auch redlich verdient.

          • Marcel Senn sagt:

            Maiko: Ja ja unser Linus – der „Messias“ der uns von unseren „mangelbehafteten Argumenten“ erlösen will! Ob er sich für uns wohl auch noch ans Kreuz nageln lässt um uns von unseren „falschen Doktrinen und unserer infamen Prinzipienabkehr “ zu erlösen, wie das auf den Philippinen an Ostern so üblich ist? Oder wird er uns bis ans Ende unserer Tage weiterhin jeden NMTM Beitrag zur Hölle machen indem er uns permanent den Spiegel als selbstgerechte moralische Instanz vorhalten wird?

          • Linus Huber sagt:

            Es ist interessant, dass es offensichtlich das Vorstellungsvermögen des einen oder andern übersteigt, dass jemand die Dialektik zwischen Ideen und der damit einhergehende Zugewinn an Wissen als genussvoll empfinden kann, sondern eine wohl anders gelagerte Motivation oder Agenda vorliegen muss. Natürlich freut es wohl jeden, wenn der Inhalt seiner Ideen sich durch neu auftretende Fakten bestätigt, was nicht damit zu verwechseln ist, dass die neue Situation auf persönlicher Ebene vorteilhaft oder erwünscht sein muss.

          • Maiko Laugun sagt:

            Ni Hao Marcel: Es ist Sturheit, pure Sturheit. Diese steht sich bekanntlich oftmals selbst im Wege. 🙂

          • Markus Ackermann sagt:

            Gem. Presseberichten haben sich die „Margen“ (= Korruption) beim Umtausch der 1’000-Rupien-Scheine deutlich ausgeweitet. D.h. die Korrupten (zB bei Banken + Steuerbehörden) haben ihre Preise drastisch erhöht:
            1. 1’000-Rupien-Scheine werden mit einem ‚Einschlag‘ von 25% in kleinere Scheine gewechselt. Dann werden die 1’000-Rupien-Scheine durch die Hintertür (zB Rückdatierungen von Obligationenkäufen) in die Banken eingeschleust.
            2. FALLS man mit 1’000-Rupien-Scheinen bezahlt, dann kostet die Unze Gold in Indien nun zT ~2’000 US$ (umgerechnet). Das ist ein Aufschlag von ~2/3. Der Verkäufer (zB Juwelier) kann den Verkaufserlös ohne Einschlag bei der Bank einzahlen.
            Bref:
            1. Die angebliche Bekämpfung der Korruption generiert MEHR Korruption.
            2. Verlangsamung der Wirtschaft

          • Markus Ackermann sagt:

            1. Gem. Bloomberg machen die 1’000-Rupien-Scheine und die 500-Rupien-Scheine zusammen ~86% des ind. Bargeldumlaufs aus.
            Da man diese Rupien-Scheine mit einem „Einschlag“ in kleinere Rupien-Scheine umtauschen kann, werden die kleineren Rupien-Scheine gehortet. Das vermindert die Umlaufgeschwindigkeit des Bargelds und führt zu einer Verlangsamung der Wirtschaftstätigkeit, weil es länger geht, bis eine Transaktion bezahlt und abgeschlossen ist … und damit machen die Wirtschaftssubjekte weniger Umsatz, erbringen weniger Leistungen, brauchen länger beim Nachschub etc.
            2. Die Entwertung der Rupie gegenüber dem Gold im INLAND wirkt wie ein deleveraging (wie eine Währungsabwertung um >50%) von Aktiven und Passiven.
            Unklar: wie wird Indien den Goldverkehr mit dem Ausland regeln?

  • Peter Colberg sagt:

    „So sei zwar die Arbeitslosenrate in den USA von 8,2 auf 4,9 Prozent zurückgegangen und stehe das Land kurz vor der Vollbeschäftigung, die Inflation sei aber trotzdem nicht gestiegen.“ Paradoxal, ja. Viele dieser neuen Jobs sind eher im schlecht bezahlten Dienstleistungssektor. Die grosse Frage ist angesichts eher tiefer Inflation, wo die enorme Menge des durch Quantitative Lockerung (QL) entstandene Kapitals sich befindet: man denke Finanzblase, da dieses Kapital logischerweise nicht in der realen Wirtschaft angekommen ist. Zudem bezahlt die Amerikanische Regierung Ihre enormen Ausgaben Dank QL und mit einem vom Absturz bedrohten US Dollar: die angeblich schöne Fassade bröckelt bei der maroden US Wirtschaft, wo der Industrielle Sockel am Boden ist. Zinserhöhungen bedeuten hier das Ende.

  • Martin Mayer sagt:

    Schon seit der Antike weiss man, dass Zinsen langfristig nicht funktionieren. Alle wichtigen Religionen haben ein Zinsverbot.
    Zinsen helfen eigentlich nur denen , die schon sowieso zuviel Kapital haben. Zinsen sorgen also für eine Umverteilung von unten nach oben.
    Die Wirtschaft soll sich besser darauf einstellen, dass die Zinsen noch lange bei 0 Prozent bleiben werden. Dies ist der logische Normalzusstand für ein geschlossenes udn stabiles System.
    Zudem wird Kapital im Gegensatz zum Einkommen fast nicht besteuert und es ist auch illusorisch dies zu ändern. Ein weterer Grund für Null oder Minus Zinsen.

    • Lukas sagt:

      heilige Mutter Gottes, und warum sollten genau die Zinsen null sein in einer gesunden Volkswirtschaft?

      • Martin Mayer sagt:

        Weil bis jetzt jedes auf Zins basierte System kollabiert ist. Irgendwann läuft es aus dem Ruder. Das gilt natürlich auch für andere Dinge wie das Bevölkerungswachstum
        Dann kommt ein Krieg, einen Revolution oder eine Hungersnot und das System wird zurückgesetzt.
        Wieso soll man Riesenprofite machen wenn man sein Geld risikofrei anlegen will? Ohne Zinsen ist das Horten von Geld viel schwieriger.
        Glabal gesehn braucht es Null Bevölkerungswacstum udn Null Zinsen und viele Probleme werden gar nicht entstehen.

        • Marcel Senn sagt:

          Mayer: Der Schweizer Franken gibt es jetzt schon über 150 Jahre, andere Währungen wie $, £, Can-$, Aussie-$, Yen ebenfalls und staun oh staun sie sind noch nicht kollabiert und auch das System wurde nicht „zurückgesetzt“!
          .
          Was Sie in Ihren Gedankengängen ausblenden ist, dass Inflation der Gegengleichgewicht von Zinseszinsbasierten Systemen ist. Erst wenn der (inflationsbereinigte) Realzins zu hoch ist oder wie gegenwärtig die Verschuldungsratios zum BIP dann kann man von einer echten Systemgefährdung sprechen.
          Die Wirtschaftsgeschichte der letzten 150 Jahre in den grossen Volkswirtschaften widerspricht mit wenigen Ausnahmen Ihren Aussagen.
          Dass ein Fr von 1916 nicht mehr die gleiche Kaufkraft hat wie 2016 stimmt zwar, aber um zu vergleichen muss der Barwert aufdiskontiert werden

        • Rolf Zach sagt:

          Wollen wir den Kapitalismus oder wollen wir ihn nicht? Natürlich wollen wir den Kapitalismus und damit müssen wir den Zins akzeptieren, denn wir benötigen Geld dafür um den Kredit einzuführen, neben dem Tausch die wichtigere Konsequenz des Kapitalismus oder sollte man sagen der Eigentums-Ökonomie nach Gunnar Heinsohn. Dieser Unterschied zwischen Besitz und Eigentum dynamisierte den Kapitalismus und brachte den technischen Fortschritt. Hat der Islam irgendwie als selbständige Zivilisation den Kapitalismus gehabt. Nein, hat er nicht und der ganze Tanz, die sie wegen dem Zinsverbot haben, ist nur ein Schutzschild gegen ihre unzufriedenen Untertanen. Natürlich stellt sich die Frage, wie schützt man sich gegen die fehlenden sozialen Bindungen in einem solchen, oft gefräßigen System.

    • Maiko Laugun sagt:

      @Martin Mayer: Im arabischen Raume wird das islamische Zinsverbot z.B. durch Staatsfonds umgangen. Die CS bezahlt denen jährlich Hunderte von Millionen. Die geplante UstR wird das noch zusätzlich unterstützen.

      • Rolf Zach sagt:

        Also, dieses Beispiel des CS und der Araber, Herr Laugun, bitte nicht mehr bringen. Man darf hier nicht von Schweizer Banker sprechen, dass ist eine Beleidigung für diesen Beruf. Seit Herr R. an der Spitze dieses einst vertrauenswürdigen, aber auch klugen Institut steht, kann anscheinend jeder Kameltreiber sie über den Tisch ziehen.

        • Maiko Laugun sagt:

          @Zach: „..sie über den Tisch ziehen..“

          Mit Verlaub, das ist falsch – und da kann man auch die UBS als weiteres Beispiel heranziehen:

          Anstatt für sein Desaster persönlich zur Verantwortung gezogen zu werden, durfte Ospel als letzte Amtshandlung nach Singapore reisen und die UBS für jährlich 9% Zins an den dortigen Staats-Fond verscherbeln und sich dadurch noch ein letztes mal seine Millionen-Boni sichern.

          Die Banken und die Steuerzahler werden also zuerst (!) durch das oberste Management selbst über den Tisch gezogen. Alles andere ist nur die Fortsetzung.

          • Marcel Senn sagt:

            Tja Maiko das nennt man „abospeln“!
            Dafür ist er jetzt in den feinen Zürcher Kreisen ein geächteter Mann und wurde in der Kronenhalle ausgebuht und mit Schlötterlig eingedeckt.
            Ob man die post-banker Karriere von Oswald „Ossi“ Grübel als Ehrengast an der SVP Albisgüetli-Tagung nicht auch als sozialen Abstieg einstufen soll, das bleibt wohl Ansichtssache!

          • Linus Huber sagt:

            🙂 Abospeln – schöne Wortkreation!

    • Peter Gyger sagt:

      Seit dem Start der „Wirtschaft“ vor weit über 2’000 Jahren wurde für das Überlassen von „Aktiven“ ein Mehrwert beim Zurückgeben verlangt als Entgeld für Zeit, Risiko & Verzicht. Der Standard Zinssatz in Babylon lag bei 20% und später verlieh z.B. Sokrates sein Vermögen zu 12%. Die Einführung von Notenbanken vor etwas über 100 Jahren und deren Manipulationen führen zur Illusion, wir könnten auf Kosten der zukünfigten Generationen beliebig viel konsumieren. Der Kapitalismus jedoch ist ohne Gläubiger/Schuldner Beziehung gegen Zins nicht definierbar. Somit ist absehbar, dass die weltweiten riesigen Schulden irgendwie abgeschrieben oder bereinigt werden müssen.

      • Rolf Zach sagt:

        Da hat Moses Finley ein sehr interessantes Buch über den Zins in der antiken Gesellschaft verfasst. Für ihn war der Zins in dieser Gesellschaft eine Entschädigung auf Darlehen, die nur dem Konsum dienten und keinerlei Zweck hatten, Investitionen zu fördern und auch nicht den Umlauf des Warenverkehr zu finanzieren. Auch die gegenseitige Saldierung von Schulden und Guthaben an einer zentralen Stelle war in der Antike unbekannt. Dieses Giro von Wechseln gab es erst seit der Renaissance in Piacenza. Somit war der Kredit in Altertum praktisch Roulette, deshalb auch die hohen Zinsen. Mit einem Drittel Sklaven hatte die Antike eine gebrochene Marktwirtschaft. Byzanz und der Islam blieben in diesem System stecken, Italien verließ das System und machte die Wechselwirtschaft mit Diskont perfekt.

  • Thomas Sidler sagt:

    Bei der Verschuldung wäre es glatter Selbstmord wenn die USA die Zinsen (zu schnell) erhöhen würden. Das haben schon die letzten beiden Zinserhöhungen gezeigt welche jedesmal in einer Zinsbuckelkurve geendet haben, letztes Mal sogar in einer Katastrophe welche das marode System regelrecht demaskiert hat und bei welchem neben den vielen amerikanischen Hypohekenschuldner und dem amerikanischen Staat bei der Rettung von Fani Mae und Fready Mac auch Europa die Zeche einer zu liberalen Kreditwirtschaft zu einem rechten Teil mitbezahlt hat.

    • Rolf Zach sagt:

      Zinsen haben in unserer Welt immer zwei Gesichter.
      Dient der Kredit dem Kauf von Aktiven, wo der Nutzen an monetärem Ertrag gar nicht oder sehr unbestimmt langfristig ist? Oder die andere Variante, ist er da für den Umlauf und die Investitionen einer Volkswirtschaft. Ist der Kredit für den Konsum und den Genuss des Endbenutzers des erhaltenen Betrages oder benützt der Kreditnehmer diesen Kredit um auf einem Markt tätig zu sein und Geld zu verdienen. Wenn die Kreditsummen direkt in Richtung „Asset Bubble“ gehen, sei es nun überteuerte Häuser (Landwert!), Gemälde, Trumps Privatflugzeug, Monsanto Kauf durch Bayer, wird die Sache gefährlich oder wie in China Bauten im Nirgendwo, wo sich Kamel und Steppenwolf treffen, wird es gefährlich.

  • Dani Keller sagt:

    Zumal der $-Index seit Trumps Wahl nun höher ist als Ende 2015 (der letzten Zinserhöhung). Desweiteren wurde vor der Wahl immer gepredigt, dass Trump mehr Unsicherheit bedeute – und in unsicheren Zeiten halten sich Zentralbanken zurück (siehe Brexit, die BoE hat sogar überhastig die Zinsen gesenkt). So sicher ist eine Zinserhöhung im Dezember deshalb nicht.

  • Franz Gut sagt:

    Trump hat alles Interesse die Zinsen bei
    null zu halten würden doch sonst seine
    Kredite explodieren. Er wird sicher das
    Fed möglichst rasch mit seinen Leuten besetzen und das ist auch für Europa gut,
    niemand will steigende Zinsen vor allen die
    Hausbesitzer nicht.

    • Christian Wäfler sagt:

      Also einem Haus «Besitzer» sind steigende Zinsen egal aber Sie meinten wohl den Hypothekarschuldner, welchem tiefe Zinsen gelegen kommen. Dabei übersehen Sie aber die kalte Enteignung aller Sparer und somit auch die drastischen Einbussen bei zukünftigen Renten. Oder wie sollen die Pensionskassen etc. bei einem solchen Zinsumfeld eine Rendite erwirtschaften. Ich weiss genau, das Geld welches ICH bei meiner Hypothek einspare kann ich 1:1 für meine tiefer ausfallenden Altersversorge verwenden.

      • Linus Huber sagt:

        @ Christian

        Sie verweisen auf die Verlierer der Tiefzinspolitik. Es besteht noch ein anderer störender Effekt: Da die Preise der Immobilien aufgrund der tiefen Zinsen derart hoch sind, ist es heute einem jungen Menschen nicht mehr möglich, ohne eine riesige Verschuldung Wohnraum zu kaufen. Das System ist extrem zugunsten der Kreditwirtschaft, sprich Banken, ausgelegt und wenn ein Bereich dauerhaft übervorteilt wird, geht dies immer zulasten der Allgemeinheit.

        • Anh Toàn sagt:

          Postfaktisch! oder trivialer „Lüge“

          „Immer mehr Personen in der Schweiz verwirklichen sich den Traum vom Eigenheim. Zwischen 2000 und 2012 stieg die Zahl der von Eigentümern bewohnten Wohnungen um fast ein Viertel.“

          Sollten Sie Zahlen finden, welche für die Zeit von 2013 bis heute etwas anderes ausweisen, bitte ich um entsprechende Quellenangabe

          • Anh Toàn sagt:

            Mein Zitat stammt aus NZZ 25.02.2014

          • Anh Toàn sagt:

            Prinzipientreues Denken führt zu Ignoranz der Fakten!

          • Anh Toàn sagt:

            Oder: Ich mal‘ mir die Welt, wie sie mir nicht gefällt, dann hab‘ ich mehr zu motzen gegen die Eliten, welche die Welt gestalten, während ich motze.

          • Josef Marti sagt:

            Die hohe Privatverschuldung in der CH ist ein richtiger Wirtschaftsmotor. Länder mit hohem Eigenheimanteil und tiefer Privatverschuldung – also zB Griechenland – haben deutlich weniger Anreiz oder Zwang sich für die Kapital- und Bodenbesitzer krumm zu strampeln. Die Schweizer Konsumententschweinchen sind willfährige und freudige Untertanen und prostituieren sich noch so gerne für jedes Zusatzfränkli, man kann ihnen sogar den Lohn und die Ferien kürzen und die finden das gut und strampeln noch schneller.

          • Linus Huber sagt:

            Und wie viele davon sind schuldenfrei? Josef dürfte erkennen, dass Schulden für Konsumgüter versklaven.

          • Anh Toàn sagt:

            Schuldenfrei wurden Immobilien noch nie von „jungen Menschen“ gekauft, allenfalls erbten sie diese oder erhielten sie geschenkt.

            Übrigens sind die Zinsen logischerweise tief, auch ohne Zentralbanken, weil die Bevölkerung überaltert, viele alte Menschen können nicht mehr arbeiten, und müssen darum Zinsen=Renten bekommen, im Verhältnis zu vielen alten Menschen gibt es aber nur wenige junge Menschen die sich sich verschulden, um sich ein Heim zu kaufen: Das ist der prinzipielle, natürliche Markt von Angebot und Nachfrage.

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