Ist Trump ein zweiter Reagan?

(Bilder: Reuters)

Nicht prognostizierbar: Ronald Reagan und Donald Trump. (Bilder: Reuters)

Wiederholt sich die Geschichte? In gewisser Weise schon. Als Ronald Reagan 1980 zum Präsidenten gewählt wurde, war das Entsetzen unter den Verlierern gross. Reagan war ein ehemaliger Schauspieler, der durch Filme wie «Bedtime with Bonzo» berühmt geworden war. Bonzo war ein Schimpanse, und so war es naheliegend, auch Reagan als Affen zu bezeichnen. Trump hat man auch wiederholt mit einem Orang-Utan verglichen.

Zudem war Reagan aussenpolitisch völlig unerfahren. Alarmisten befürchteten, dass es bald zur offenen Konfrontation mit der Sowjetunion kommen würde. Der neu gewählte Präsident galt als ignorant, überfordert und unberechenbar. Bei Trump bestehen ebenfalls hinsichtlich der Aussenpolitik die grössten Befürchtungen.

Bildergebnis für reagan cartoon

«Was weiss ich… und wann weiss ichs?» (Reagan-Kartonsammlung/The History Rat)

Schliesslich gibt es auch wirtschaftspolitische Parallelen. Reagan senkte die Steuern und erhöhte die Ausgaben. Trump will ebenfalls die Steuern senken und Ausgaben erhöhen.

Auf der anderen Seite ist doch vieles anders. Reagan war seit langem in der Politik tätig gewesen. Er hatte als ehemaliger Gouverneur von Kalifornien exekutive Erfahrung gesammelt. Trump hat zwar als Immobilienunternehmer immer mit Politikern und Behörden zu tun gehabt, aber er hat nie ein politisches Amt ausgeübt.

Auch wirtschaftspolitisch war die Lage vor 36 Jahren eine andere. Anfang der 1980er-Jahre war die Bekämpfung der hohen Inflation das grosse Thema. Die Zinsen erreichten rekordhohe Werte. Man hoffte auf eine baldige Zinssenkung.

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Heute sind Inflation und Zinsen auf historisch niedrigem Niveau. Wir wären froh, die Zinsen würden endlich wieder steigen.

Auch der Schuldenstand war damals ein ganz anderer als heute. Als Reagan ins Weisse Haus einzog, lag der Anteil der Bundesschulden am BIP bei etwa 30 Prozent. Heute sind es mehr als 100 Prozent. Es ist schwierig, in diesem Umfeld ähnlich hohe Defizite in Kauf zu nehmen wie in den 1980er-Jahren.

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Trotz der unterschiedlichen Ausgangslage gehen die Obligationenmärkte davon aus, dass sich die Geschichte wiederholen wird. Die Zinsen am langen Ende sind seit Mittwoch deutlich gestiegen. Man erwartet, dass die Trump-Administration ein grosses Infrastrukturprogramm lancieren wird. Das würde die Wirtschaft voll auslasten und damit die Löhne und die Preise in die Höhe treiben, was das Fed mit Zinserhöhungen bekämpfen müsste.

Das kann durchaus sein. Denkbar ist aber auch, dass das Infrastrukturprogramm bewusst moderat gehalten wird, um keinen Zinsschock auszulösen. Dafür hätte es eine längere Laufzeit, was die Konjunktur mittelfristig stabilisieren und die Chance einer Wiederwahl erhöhen würde.

Alles hängt von der Priorisierung der Reformen ab. Für Obama war die Reform des Gesundheitssystems das Wichtigste. Deshalb hat er die ersten Monate seiner Präsidentschaft diesem Ziel untergeordnet. Bei Trump ist es zurzeit völlig unmöglich, eine Priorisierung zu prognostizieren.

Bei Reagan war eine zuverlässige Prognose ebenfalls unmöglich. Viele befürchteten eine Eskalation des Kalten Krieges mit der Sowjetunion. Genau das Gegenteil trat ein. Reagan verstand sich gut mit Gorbatschow und startete das grösste Abrüstungsprogramm der Geschichte. Ein paar Monate nach Reagans Amtsende ging der Kalte Krieg friedlich zu Ende.

108 Kommentare zu «Ist Trump ein zweiter Reagan?»

  • Michael Stöcker sagt:

    Der Schuldenstand ist am ZLB mit der Situation unter Volcker nicht vergleichbar. Volcker hatte die Zinskeule geschwungen, obwohl die Ursache für die hohe Inflation in den veränderten terms of trade aufgrund der OPEC-Entscheidungen lag und nicht in nationalen Fehlentwicklungen zu suchen war. Er hat damit die Wirtschaft unnötig abgewürgt. Den gleichen Fehler wird das FED heute wohl nicht mehr machen. Insofern hat Trump bessere Karten. Ob er sie auch nutzen wird ist allerdings fraglich: https://www.ft.com/content/2673c232-a9b2-11e6-a0bb-97f42551dbf4

    LG Michael Stöcker

  • MK sagt:

    Spannend sind ja vor allem die Folgen für Europa, die eine solche Reagan 2.0 Politik hätte. Dazu Seb. Dullien:

    „Für Europa hat das hat zwei Konsequenzen: Erstens werden die USA wohl ihr Leistungsbilanzdefizit nicht mehr wie bisher gutmütig hinnehmen. Und wenn die USA China kritisieren (das 2016 einen Leistungsbilanzüberschuss von etwa 2,5% des BIP erzielen wird), sollte sich auch das deutsche Finanzministerium Sorgen machen – schließlich wird der deutsche Leistungsbilanzüberschuss in diesem Jahr fast 9% des BIP erreichen.

    Aus dem gleichen Grund sollte sich auch die Eurozone als Ganzes darauf vorbereiten, dass ihre makroökonomische Strategie künftig stärker in Frage gestellt wird, auch wenn ihr Überschuss nicht so hoch wie der deutsche ist.“

    https://goo.gl/ATw2hP

  • Marcel Senn sagt:

    Das Trump Wirtschaftswunder?
    Ausgangslage Zentralregierung
    Schulden Washington: 19.8 Bio $
    Ausgaben 3.9 Bio $
    Einnahmen 3.3 Bio $
    Defizit: 0.6 Bio
    BIP 18.7 Bio
    Total US Interest paid 2.5 Bio (inkl Private/Corp)
    Trump will jetzt die Steuern innert 10 J um total 4.4 Bio senken, dazu ein Infrastrukturprogramm machen von mind 1 Bio und auch noch knapp 20 Bio Schulden abbauen.
    Dazu bräuchte er gemäss seinem „Masterplan“ ein reales Wirtschaftswachstum von mind. 3.5%!
    Würde mal meinen ganz schön sportlich ambitioniert!!
    Vielleicht kann er ja von seinen Heuschrecken- und Goldmanberatern die Mutter aller Derivate anfertigen lassen für dieses Vorhaben, so ähnlich wie damals der Hjalmar Schacht im Nazideutschland mit seinen MEFO Wechseln gezaubert hat. Zumindest für ein paar Jahre!

    • Marcel Senn sagt:

      Jetzt habe ich Trumps Plan mal nachgerechnet und er könnte tatsächlich funktionieren mit rund 1.2 Bio Infrastrukturausgaben zw. 2017-19, einem sonstigen Defizit von rund 0.6 Bio pro Jahr (während 10 Jahre), Tax Cuts über 10 Jahre von 4.4 Bio beginnend 2017 mit 0.3 Bio weniger (3 Bio Steuereinnahmen anstatt 3.3), Inflationsrate konstant 2%, Wachstum aber müssten satte 3.5% sein über 10 Jahre!
      Wäre Verschuldung zum BIP 2016 106.6% – 2026 82%
      in absoluten Werten 2016 19.8 Bio $ 2026 26 Bio $
      .
      Rechnerisch wäre die Wirtschaftsversprechungen von Trump möglich – aber einfach nur mit 3.5% Wachstum pa und etwas Inflation.
      Und da er ja nur 8 Jahre könnte, würde dann einfach eine seiner Söhne oder Töchter 2025 weitermachen — so wie in Nordkorea – die USA werden die Trumps nie nie mehr los!

      • Sacha Maier sagt:

        Herr Senn, eine gute Idee wäre es doch, wenn Herr Trump 2% Negativzinsen einführen würde. Das Land bekäme eine synthetische Teuerung in idealer Höhe – etwa, wie sie in einer gut funktionierenden Wirtschaft vorkommt – und die Staatsschulden würden gleichzeitg dahinschmelzen, wie Schnee an der Märzsonne. Der einzige Mensch, der etwas weniger begeistert wäre, dürfte Her Xi Jinping sein.

        • Marcel Senn sagt:

          Meier: Dann würde er aber ein Finanzierungsproblem bekommen, da er auch bei meiner Simulation von Trumps Milchbüechlirechnung rund 6 Bio neue Schulden machen müsste (die UBS geht in ihrer Milchbüechlisimulation sogar von 6.9 Bio aus – vermutlich weil sie ihm die 3.5% Wachstum nicht zutraut – kenne leider die Details derer Rechnung nicht).
          .
          Nur weder die ausländischen US Treasury Holder (akt. rund 6.2 Bio) noch das amerikanische Grosskapital hätte Freude an Negativzinsen und da die Inflation bei einem solch angenommenen Trump-Boom steigen dürfte, wird das nicht gehen.
          Aber war ne ganz nette Simulation, jetzt weiss ich wenigstens wie der Donald tickt – nur ob er die 3.5% über längere Zeit schaffen wird und wie dieser Zuwachs nachher verteilt wird – das ist eine andere Frage!

  • Rolf Zach sagt:

    Wie bereits früher gesagt, wird die Politik von Trump gegen die NAFTA und sogar im gewissen Sinn mit Einschränkung gegen die Einwanderung aus Mexiko, der Karibik und Zentralamerika, als riesiges Desaster der amerikanischen Außenpolitik enden. Im Grunde genommen sind die vorerwähnten Staaten der Hinterhof der USA. Auch wenn man den Hinterhof schmuddlig behandelt und sogar dafür aktiv sorgte, dass dort viele unappetitlichen Sachen zusammenkommen (US Fruit, Somoza Diktatur u.s.w.) gehört der Hinterhof zum Gebäudekomplex der Vereinigten Staaten und ist nicht wie die meinen, ein Slum-Hütte in einer anderen Stadt. Es ist eigentlich nicht Aussen-, sondern Innenpolitik. Warum gehören Panama und die Karibik nicht zum Staatsgebiet der US?

    • Rolf Zach sagt:

      Ist dies weil sie über starke eigene Zivilisationen und Staatswesen verfügen? Mit Ausnahme Kuba, gehört keiner dieser Staaten dazu. Es wäre ein leichtes gewesen trotz England diese Staaten zu annektieren. Warum hat die US dies nicht gemacht? Ganz einfach, zu viele Schwarze dort und damit Staaten mit einer Bevölkerung der falschen Hautfarbe. Alle Präsident bis 1945 waren für die Rassentrennung. Bei Eisenhower überwog die Ordnung, aber die Rassentrennung hat ihm nie den Schlaf geraubt. Reagan war der letzte Rassist in dieser traurigen Folge und Trump wird sie fortsetzen. Dabei sind diese Länder die unehelichen Kinder der US Zivilisation. Wenn er die NAFTA abschafft, zerstört er den nordamerikanischen Binnenmarkt und nicht nur den Wohlstand von Mexiko und der Caricom, die die NAFTA nötig hat.

      • Rolf Zach sagt:

        Man kann es so zusammenfassen, wegen dem allfälligen materiellen Vorteil von weißen Rassisten von 100 Dollar, zerstört er den Wohlstand aller seiner Landsleute von 80 Dollar und sorgt in Mexiko, Zentralamerika und der Karibik, dass diese Märkte in ihrer ganzen Kraft zu den US aufholen können. Es verbleiben armselige Binnenmärkte mit einer von der US Politik korrumpierten Elite und wenn die US sie korrumpiert, behalten sie ihren alten bösen Geist, wie Castro in Kuba oder Ortega in Spanien. Der Geist der spanischen Inquisition. Es wäre besser, gut geschulte Haitianer würden in die USA einwandern, beide Staaten hätten mehr davon. Ein mieser Hinterhof schadet der USA, aber dies begreifen die meisten Amerikaner nicht und bei den Rassisten wird es ein völlig irrationales Ritual.

        • Rolf Zach sagt:

          Dieser Hautfarben-Komplex hat den USA ein Kuba gebracht, dass als reichste Nation von Lateinamerika sich einem Opportunisten-Demagogen wie Castro andiente, der den Kommunismus nur benütze, um sein Macht abzustützen. Diese Castro-Erfahrung hat das Denken der US-Elite total vernebelt und den Vietnamkrieg gebracht. Wie heißt es in der Bibel, der Mensch lebt nicht vom Brot allein, ein Spruch für Trump, aber der kennt sicher die Bibel nicht. Im genügt es, bei der Zerstörung der NAFTA und der Förderung der Latinos-Hintersassen-Gesellschaft im eigenen Land, die USA zu schwächen.

  • Ronnie König sagt:

    Etwas schpampig der Artikel! Reagan baute resp. sorgte für einen Abbau bei den Gewerkschaften, Iacocca bezog in dieser Ära als einer der ersten ein Supergehalt und reduzierte die Arbeiter in der Automobilindustrie was letztlich im „Rustbelt“ endete. Neoliberalismus begann. Man Strecke unter Reagan langsam die Fühler aus in andere Länder zwecks Outsourcing. Ua nach China und Mexico. Man griff die effizienten Japaner an, die taten gleiches in Asien. Mit anderen Punkten oben gehe ich einig, aber solange die Menschen nicht die Querverbindungen nd Folgen wissen, werden sie noch oft die falschen Heilsbringer wählen. Auch Unheil ist eine Art von Heil. Und jetzt kommt dann Tech4.0, das schafft keine gut bezahlten Jobs für die Mehrheit. Sogar das Militär wird abbauen.

  • Maiko Laugun sagt:

    Im chinesischen TV wurde die Wahl von Trump am Schluss unter Ferner liefen gemeldet. Das interessiert hier zu recht keine Sau.
    In den westlichen Medien gibt es fast kein anderes Thema. Analog einer Propaganda muss die an Selbstverleugnung grenzende Unterwürfigkeit an das Schwellenland USA aufrecht erhalten werden, anstatt selber zu denken, pro-aktiv zu handeln und sich aus der Knechtschaft zu lösen.

    Lächerlich!

    Man sollte sie komplett ignorieren. Das tun die umgekehrt gegenüber dem Rest der Welt ebenfalls. Amerika ist auf den Handel mit anderen Ländern angewiesen. Das weiss auch Donald – und falls nicht, dann wird er schnell merken; das amerikanische Volk so oder so.

    • Marcel Senn sagt:

      Maiko: Echt? Interessiert dass bei Euch niemanden dass Donald Tlump gewählt wurde – bin erstaunt!!!
      Bin dann mal gespannt auf die Medienreaktionen bei Euch, wenn er dann tatsächlich Strafzölle auf Stahl, chin. Ipods und all so Zeugs einführen würde (falls das nicht auch einfach eine der vielen Lügen war)
      Handel USA China 2015: US Exporte 116 Mrd $ Importe 483 Mrd – Handelsdefizit 367 Mrd
      Die Angry White Men im Rustbelt warten jetzt subito auf Action — mal schauen ob die kommt – dann wird das bei Euch dann in Tagesschau vermutlich an erster Stelle und ausführlich gesendet….vielleicht gibts sogar noch einen echten Krieg draus und für die US Schuldpapiere müssten sich die Amis sich dann einen anderen Dummen suchen, der diesen Schrott kauft….

      • Maiko Laugun sagt:

        Es wurde in den Medien schon gemeldet, ist aber nicht wie im Westen das Hauptthema und schon gar kein Hype.
        Peking selbst ist mit Sicherheit strategisch vorbereitet. An China kommt Donald nicht so einfach vorbei. The doors are swinging both ways.

      • Rolf Zach sagt:

        Nun China ist nicht interessiert, über umstrittene Wahlen in der westlichen Welt zu informieren. Die informieren so, dass eine Wahl im Westen so abläuft wie bei ihnen, im Kreis durch ihre Dienste auserwählten Mandarinen Würdenträger. Ein richtiges Spektakel der Eliten. Obwohl ich Anhänger der Eliten-Theorie bin, und die Eliten Herrschaft auch bei uns Institution ist, gibt es da wesentliche Unterschiede, die wir unter Demokratie zusammenfassen (Es ist gar nicht so widersprüchlich, wie man meint).
        China hat natürlich den unersättlichen Appetit ihres Binnenmarktes, aber sie müssen ihren Gini-Koeffizient von ca. 50 (wahrscheinlich ist er 60 oder höher) auf 30 herabdrücken. Können sie das, ich bezweifle es. Somit werden die chinesischen Mandarine weiterhin US Schrott-Papiere kaufen.

        • Rolf Zach sagt:

          China hat heute ein Pro-Kopf-Einkommen von ca. 16’000 $ (PPP). Alle Chinesen in verantwortungsvoller Position (die Mandarine)
          möchten dies in den nächsten 10 Jahren auf 50’000 $ von heute heraufschrauben. Wenn sich aber nach der Ansicht der Mandarine der Gini sich höchstens auf 40 herab bewegen darf, muss dieser Überschuss gegenüber den USA bleiben. Exportieren ist für die chinesische Elite profitabler und für ihre Stellung als der Absatz im Binnenmarkt. Die nehmen den Verlust der US Schrott-Schuldscheine in Kauf. Deshalb ist die Schwächung der Weltmacht USA durch Trump nicht immer ein Segen für die Mandarine, die Entwertung des Schrotts könnte schneller vorangehen als sie verantworten können.

        • Maiko Laugun sagt:

          @Rolf: sofern es sich um eine Direkte Demokratie handelt, so halte ich dies nach wie vor für das beste System.
          Propaganda und patriotische Gehirnwäsche sind in den USA grösser, als sie es jemals in China waren. Da macht man sich im Westen noch immer ein völlig falsches Bild. China ist seit 30 Jahren nicht mehr kommunistisch. Das 1-Parteien-System hat auch Vorteile. TV-/Online News (übrigens absolutes High-Tech-TV) unterscheiden sich nicht vom Westen, mit Auslands- u. Wirtschatsmeldungen etc. Es wird nichts verheimlicht, auch nicht US-Wahlen. In der Bevölkerung interessiert sich aber niemand für Donald oder Hillary.

          • Rolf Zach sagt:

            Ich habe auch nicht behauptet, dass China im Kern kommunistisch ist. In den besten Zeiten der chinesischen Kaiser-Dynastien haben die Mandarine regiert und man kann nicht sagen, sie waren schlechter als die Herrschaftsformen im früheren Europa. Während der Song-Dynastie war China der modernste Staat der damaligen Zeit. Nur wurde China vom Abendland überholt und die Gründe dafür waren rein chinesisch.

    • J. Kuehni sagt:

      „Amerika ist auf den Handel mit anderen Ländern angewiesen.“ Wenn’s wirklich ganz hart auf hart kommt, bin ich da gar nicht sooo sicher, Herr Laugun. Immerhin verfügen die über einen vergleichsweise dünn besiedelten Riesenkontinent mit dem allermeisten drin, was man so braucht. Ganz im Gegensatz zu Europa und insbesondere China.

      • Maiko Laugun sagt:

        @Kuehni: Chinesen sind ein Naturvolk. Die können bis und mit heute auch unter widrigsten und harten Lebensumständen überleben. Die Amerikaner können das auch. Ich meine natürlich die richtigen Amerikaner, welche in Reservaten leben.

        • J. Kuehni sagt:

          Naturvolk. Welche Chinesen meinen Sie? Die Einwohner der Megacities, oder die Landbevölkerung? Die Superreichen, der (schon nicht mehr sooo) neue Mittelstand oder die Akkordarbeiter in Fabriken und auf Baustellen? Wissen Sie, ich glaube die werden alle ziemlich unterschiedlich auf eine Situation reagieren bei der es „hart auf hart“ kommt, genauso wie die diversen Amis, von denen Sie doch eine ziemlich scherenschnittartige Vorstellung zu haben scheinen, bei allem Respekt.

          • Maiko Laugun sagt:

            @Kuehni: Ich kenne die genaue Anzahl nicht, aber rechnen Sie einfach alle zusammen, welche vor ca. 30 Jahren geboren oder damals schon gelebt haben und heute noch leben, plus deren Kinder. Das müssten noch immer ein par Hundert Millionen sein. Die kennen alle noch die wirklich harten Zeiten. Das merkt man hier bis und mit heute. Es wurden nicht alle sofort in den Mittelstand (oder höher) gehoben, einige bis heute nicht und deren Kinder führen das fort. Zudem bestehen kulturelle Unterschiede zum Westen, aber das wissen Sie ja bestimmt.
            (P.S. Habe früher auch einige Zeit zu Ausbildungszwecken in den USA verbracht)

  • Peter Meier sagt:

    „Reagan verstand sich gut mit Gorbatschow“. Putin ist aber nicht Gorbatschov.

  • Josef Marti sagt:

    Die Staatsquote wird jedenfalls deutlich ansteigen. Sie ist zwar im internationalen Vergleich immer noch tief, jedoch inzwischen höher als in der CH, und das notabene bei einem privatisierten Bildungswesen und teilweise privatisiertem Strafvollzug.

    • Marcel Senn sagt:

      Marti: Ja die ist schon höher als in der CH
      6.7 Bio $ (Fed, Staaten und local) auf 18.7 Bio BIP gibt fast 36% – die CH hat glaub so um die 33% mit Bund/Kantonen/Gemeinden.

      http://www.usdebtclock.org/
      .
      Und sollten die Zinsen steigen – bei total fast 23 Mrd $ öffentlichen Schulden (Fed,Staaten Locals) ist dann jeder % Punkt 230 Mrd – das geht dann echt ins Geld! Dasselbe bei den 17 Bio Haushaltsschulden. (und dann noch die Corp. Debt und Fin.Corp Debt) — irgendwer wird da bluten müssen in nächster Zeit!!

  • alexandra weber sagt:

    …. genau so ist es – in 2 Jahren sind alle begeistert von Trump – er stösst wohl die Einen vor den Kopf und zwar die Parasiten auf der Welt, die Nutzniesser und die Faulen, doch für die Welt, den Frieden kommt er zur Rechten Zeit.
    ewz

    • Anh Toàn sagt:

      „Nutzniesser und die Faulen“

      „Give me your hungry, your tired your poor
      I’ll piss on ‚em
      That’s what the statue of bigotry says
      Your poor huddled masses
      Let’s club ‚em to death…“

      Lou Reed: Dirty Blvd

      • Anh Toàn sagt:

        Lou Reed hat den Song in der Amtszeit von Reagan geschrieben, Reagan war ein Rassist mit Neoliberalem Gedankengut, ja Trump verbindet vieles mit Reagan.

      • Anh Toàn sagt:

        Noch mehr von Lou Reed

        „Pedro lives out of the Wilshire Hotel
        He looks out a window without glass
        And the walls are made of cardboard, newspapers on his feet
        And his father beats him ‚cause he’s too tired to beg“
        ….
        „This room cost $2,000 a month
        You can believe it, man, it’s true
        Somewhere there’s a landlord’s laughing till he wets his pants“

        „Outside it’s a bright night
        There’s an opera at Lincoln Center
        Movie stars arrive by limousine
        The klieg lights shoot up over the skyline of Manhattan
        But the lights are out on the mean streets
        A small kid stands by the Lincoln Tunnel
        He’s selling plastic roses for a buck“
        ….

        • Monique Schweizer sagt:

          Anh: Glaube nicht, dass Sie die „Blick-Rechtsaussenkommentarschreiberinnenikone“ Alexandra Weber mit Lou Reed irgendwie beeindrucken oder zur Reflektion anregen können (die weiss vermutlich nicht mal wer das ist)!
          Das ist eine dieser doch eher bildungsfernen Rechtsaussenhardcorelerinnen die überall ihren stereotypen Senf dazu geben muss – leider auch ab und zu noch in NMTM!
          Die war schon vor einem Jahr total für Trump – jetzt hat sie halt ein Hoch und noch mehr Grössenwahn als zuvor!

  • mark ginsig sagt:

    ich frage mich, ob die weltweite misere, wirtschaftlich und politisch, nicht den beiden alten, Ronald Reagan und Maggi Tatcher zuzuschreiben sind?
    was diese anhänger des freien (geld)marktes angerichtet haben, muss die welt heute ertragen
    und der neue unbedarfte mit seiner entourage wird diesen fortgang sicher noch verstärken
    wir werden uns warm anziehen müssen. wenige wird’s viele werden noch mehr zu leiden haben

    • J. Kuehni sagt:

      Psst.
      Haben Sie’s noch nicht gehört? Schuld sind die Linken, weil die mögen Ausländer aber keine AKW’s, lassen all die Muselmanen rein und glauben an „global warming“, diese Cüpli-Sozialisten und Bankgeheimnisverräter.

      • Linus Huber sagt:

        Ich bezweifle, dass dieser Trend einzig auf die Frage „Links-Rechts“ reduziert werden kann. Alle, ob so genannt „linke“ wie „rechte“ Regierungen haben fleissig mitgemischt.

        • J. Kuehni sagt:

          Stimmt. Die Rechten stehlen sich aber gerade aus der Verantwortung, indem sie behaupten, die „Sozis“ seien an der Globalisierung schuld.

  • J. Kuehni sagt:

    St. Ronnie: „Tear down that wall“
    Trump®: „Build up that wall“

    • Josef Marti sagt:

      Erich Honecker, Amtierender DDR-Staatsratsvorsitzender und Träger des Leninordens soll anscheinend wieder zurück sein in Berlin Wandlitz. Er soll DT seine Unterstützung und Beratung zugesagt haben und soll auch Tantiemen erhalten nachdem ihn die Republikaner nach einer Expertise angefragt haben für einen Mauerbau.

    • Josef Marti sagt:

      Rechtzeitig zur Wahl von DT ist auch der neue Trabi in der Sonderedition The Wall fertig geworden. https://twitter.com/hashtag/Einzelst%C3%BCck?src=hash

      • Marcel Senn sagt:

        Marti: Tolles Teil und den muss man nie waschen! Allein schon was man da an Autowäsche für ein Geld einspart – da würde sich eine Anschaffung schon lohnen!!

      • Linus Huber sagt:

        Der Aussehen des Trabi entspricht interessanterweise dem sozioökonomischen Trend von sich hochziehenden Mauern.

  • Josef Marti sagt:

    Zuerst hat Paul Volcker 1982 die Leitzinsen auf 19% erhöht und damit die Inflation beendet. Reagan war danach für seine Star Wars der grösste Schuldenmacher konnte aber von einem tiefen Level aus starten. Mit den infolge Steuersenkungen bewirkten twin deficits wurden in der kurzen Frist die Zinsen und damit der Dollar weiter auf hohem Niveau gehalten. Da der BIP Schuldenstand jetzt zu hoch ist geht diese Strategie nicht mehr, die Defizite werden daher über die lange Frist gestreckt um Inflation und Zinsen zu erhöhen und damit den Dollar und die Schulden zu entwerten.

    • Marcel Senn sagt:

      Nicht zu vergessen die Savings & Loan Crisis, wo zwar noch Jimmy Carter die ersten verhängnisvollen Regulierungslockerung gemacht hat (Aehnlich wie Clinton bei Glass Steagal Act) aber dann Reagan 1982 infolge fallender Zinsen noch viel weiter dereguliert hat und aus diesen stockkonservativen Sparkassen kleine Zockerhöhlen gemacht hat mit den entsprechenden Folgen (über 1000 Sparkassenkonkurse) und eine 125 Mrd $ Rechnung für den Steuerzahler!
      https://de.wikipedia.org/wiki/Savings-and-Loan-Krise

  • Anh Toàn sagt:

    Als in Griechenland die Zinsen stiegen, war es nicht in Erwartung von Kapazitätsauslastung und steigenden Löhnen, sondern in Erwartung einer Pleite.

  • Gerhard Engler sagt:

    Mir ist von Reagan vor allem in Erinnerung, dass seine Administration dem Iran und Chomeini Waffen geliefert hat und die Contra in Nicaragua mit Geld aus Drogenverkäufen unterstützt hat. Reagan hat zwar behauptet, dass er davon nichts wusste. Aber es ist erbärmlich, wenn ein Präsident seine Entourage mit solch skrupellosen Verbrechern bestückt. Ich hoffe, dass Trump nicht ebenso kriminelle Handlungen tolerieren wird.

    • Maiko Laugun sagt:

      @Gerhard: „..mit Geld aus Drogenverkäufen..“

      In Afghanistan ist die Mohn-Produktion (Heroin) seit der völkerrechtswidrigen Invasion der USA konstant angestiegen. Muti’s deutsche Soldaten bewachen den äusseren Ring, direkt bei den Feldern die Amerikaner selbst. Direkten Zugang zu den ‚Bauern‘ haben nur die Amerikaner, mit zivilen militärähnlichen SUV-/Transport-Fahrzeugen. Es braucht nicht viel Phantasie um zu erkennen, dass es sich dabei um den CIA handelt, welcher sich im weltweiten Milliardengeschäft namens Heroin beteiligt und dadurch seine Aktivitäten finanziert. Daran hat sich auch in 8 Jahren Obama nichts geändert.
      Als Randbemerkung: Waffen- u. Drogenhandel gehört zusammen, immer. Das ist ein unter Experten bekannter Fakt.

      • Gerhard Engler sagt:

        @Laugun: grundsätzlich haben Sie Recht. Aber es gibt meines Wissens keinerlei Beleg dafür, dass US-Staatsangestellte in Afghanistan mit Wissen ihrer Vorgesetzten selber beim Drogenhandel mitmischen. In Nicaragua war das anders.

        • Josef Marti sagt:

          Was der CIA macht geht die Regierung gar nichts an.

          • Gerhard Engler sagt:

            @Marti: Das meinen Sie wohl als Scherz. Der CIA-Chefbeamte wird vom US-Präsidenten ernannt. Zur Zeit Reagans unterstand er danach direkt dem Präsidenten, heute indirekt über den Director of National Intelligence.

          • Josef Marti sagt:

            @Engler. Sie haben offenbar keine Ahnung was ein Geheimdienst ist und wozu man so einen betreibt.

        • Maiko Laugun sagt:

          @Gerhard: Die Regierung kennt nicht alle operativen Details, über die Gesamt-Aktivität weiss sie aber Bescheid. Der CIA dient in 1. Linie aussenpolitischen Interessen und nebenbei auch denjenigen der Rüstungsindustrie. Man muss zudem unterscheiden zwischen physisch aktiven und den passiv mehr oder weniger nur Daten sammelnden Diensten. Der CIA gehört zu ersten. Die Regierung wäscht die Hände in Unschuld.

          • Linus Huber sagt:

            Ich liebe die Movies voll von CIA Intrigen, was nicht heisst, dass ich die in Realität dafür Verantwortlichen gutheisse. Im Schatten blüht die Korruption, während die Sonne reinigt.

          • Maiko Laugun sagt:

            @Linus: Aus pers. Erfahrung weiss ich – habe selber im Mittleren Osten in grossen Sicherheitsprojekten mit solchen zusammen gearbeitet – dass Geheimdienste vor allem Ex-Militärs anheuern, welche für grosse Konzerne arbeiten. Projekte von Rüstungskonzernen sind alle ausnahmslos infiltriert. Das Thema ist heikel, weshalb ich keine Details nenne. Bin da aber wirklich vom Fach und habe Insider-Kenntnisse.

            Dazu gehört auch Wirtschatsspionage: Oder glaubt jemand, dass der VW-Abgas-Skandal in einer amerikanischen Fahrzeugkontrolle entdeckt wurde? Ich nicht, weil ich (generell und nicht auf VW bezogen) weiss, wie die Dienste funktionieren und welche Systme dafür eingesetzt werden.

          • Maiko Laugun sagt:

            In solchen Projekten arbeiten viele Nationalitäten. Die Angeheuerten geben die gesammelten Informationen an die Dienste ihrer Heimatländer weiter. Im Gegenzug erhalten sie aber auch Informationen über die Vertragspartner des Konzerns im Gastland, was für das Projekt/Verhandlungen einen Wissensvorsprung bringt. Allerdings sind solche Konzerne auch durch Angeheuerte des Gastlandes durchsetzt, was die Vorteile gleich wieder aufhebt. Die Konzerne wissen bescheid, sprechen das offiziell aber nicht aus.

            Auch der CIA arbeitet mit vielen Angeheuerten, meistens lokale Angehörige. Bezahlt wird immer in bar. Im Gegensatz zu anderen Diensten geht es beim CIA nicht nur um Informationsbeschaffung. Es geht auch um konkrete Ausführung von Aufträgen.

      • Anh Toàn sagt:

        Ich habe Zweifel, dass dies so direkt geht, aber keine Zweifel, dass die Waffenindustrie ohne das Geld aus illegalem Drogenhandel mindestens 50 Prozent weniger umsetzen würde: fast jede Guerillaarmee finanziert sich aus dem Drogenhandel (auch der IS hat solche Banden bei sich integriert), die offiziellen Armeen und die Polizei wiederum kaufen Waffen, um die Drogenbanden und Guerillaarmeen zu bekämpfen.

        • Anh Toàn sagt:

          Spätestens wenn eine „Befreiungsarmee“ oder Friedenstruppen den Bauern die Ernte zerstört, was immer die anpflanzen, werden sie als Besatzer wahrgenommen.

        • Maiko Laugun sagt:

          @Ahn: Das ist leider kein Scherz. In Afghanistan wurde so ziemlich alles in Schutt und Asche gelegt, die Mohn-Felder hingegen werden militärisch bewacht und erfreuen sich bester Blüte.
          Als Anmerkung: Es ist unter Experten bekannt, dass der CIA in vielen Kriegs-Krisengebieten die Vorarbeit leistet, inklusive Bewaffnung von Aufständischen/Rebellen etc. etc… Der Kreis zwischen Waffen und Drogen schliesst sich also.
          Ansonsten, einverstanden mit Ihrem Kommentar.

          • Rolf Zach sagt:

            Die CIA ist wie jeder Geheimdienst anrüchig, aber ich zweifle sehr an ihrer Effektivität. Wann waren sie zuletzt erfolgreich im Nahen Osten, es kommt mir nur eine Operation in den Sinn, den Sturz von Mossadegh und die Rückführung des Shahs 1953 und die Vertreibung der Russen aus Afghanistan, aber zu welchem Preis! Den Teufel hat man mit dem Beelzebub ausgetrieben. Wenn sie einmal richtig gelegen haben, hat wollte der Präsident der USA es nicht wahrhaben wollen, wie beim Krieg gegen Saddam.

          • Maiko Laugun sagt:

            @Rolf: Da stimme ich Ihnen gerne zu.

            Als Detail am Rande: Die amerikanische Drogenfahndung DEA hat permanent Angehörige auch im Heidiland stationiert, welche alle ganz offiziell über einen Diplomatenstatus/-Pässe inkl. CD-Fahrzeuge verfügen. Was glauben Sie wohl, was die da tun? Ich meine nebst illegal durchgeführten Ermittlungen, welche von den Behörden im Heidiland toleriert werden?
            In allen US-Botschften/Konsulaten (gilt auch für andere Länder) sind Angehörige von Geheimdiensten angestellt, spielen aber meist nur eine untergeordnete Rolle.

  • Fabio Rossi sagt:

    Linke Schuldenmacherei? War es nicht Bill Clinton gewesen der im Jahr 2000 das Staatsdefizit schuldenfrei einem gewissen George W. Bush übergab und dieser das Land dann gegen die Wand gefahren hatte. Noch ein grosser Unterschied, zu Reagans Zeit wurden die Mauern heruntergerissen und der kalte Krieg beendet. Trump dagegen will sie wieder aufziehen und das Klima ist heute kälter denn je.

    • Martin Thalmann sagt:

      Zu Reagans Zeit war die Migration auch nicht so hoch und die USA nicht deindustrialisiert. Heute sind protektionistische Massnahmen nötig, um längerfristig Volksaufstände zu verhindern weil niemand mehr Arbeit hat. Sie haben die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt und hängen immer noch den Heilsbekundungen der Globalisierung nach

    • Gerhard Engler sagt:

      @Rossi: Schuldenfrei stimmt eindeutig nicht. Unter Clinton sind die Schulden zwar einigermassen konstant geblieben. Es ist aber sehr schwierig zu sagen ob der demokratische Präsident oder der republikanische Kongress dafür verantwortlich war. Zudem muss der jeweilige Präsident das Land im ökonomischen Zustand übernehmen, wie es der Vorgänger überlassen hat. Das lässt sich meist nur langsam ändern.

    • Maiko Laugun sagt:

      „Bill Clinton“ war nur auf dem Papier ein Linker.

    • J. Kuehni sagt:

      Unter Clinton generierte der Staat mehr Einnahmen als Ausgaben, das laufende Budget war im Plus und zwar wegen saftigen Steuererhöhungen auf den höchsten Einkommen (allerdings immer noch auf einem relativ tiefen Niveau), aber natürlich nicht der Staat schuldenfrei. Allenfalls war die Höhe der Schulden gemessen am GDP geringer als vorher (und nachher):

      http://www.factcheck.org/2008/02/the-budget-and-deficit-under-clinton/

      http://zfacts.com/p/318.html

      Soviel zum Thema der angeblichen „konservativen“ Budgetdisziplin.

      • Linus Huber sagt:

        Clinton hatte Glück, dass er im zeitlichen Fenster regierte, als die durch die Geldpolitik verursachte Kreditexpansion sich steigerte und überließ den daraus entstandenen Salat (Platzen der ersten Blase) seinen Nachfolgern.

    • Max Bader sagt:

      Nein. Die Schulden stiegen unter Clinton weiter an, allerdings gemessen am BIP sanken sie in seiner zweiten Amtszeit. Von schuldenfrei war man Lichtjahre entfernt.

      • Josef Marti sagt:

        Wer spricht denn von schuldenfrei, das ist gar nicht relevant, massgebend ist einerseits immer die BIP Schuldenquote und sodann die Gesamtschau aller Akteure sprich die NIIP, diese ist für die USA bekanntlich schon immer massiv negativ. Bevor Reagan den Schuldenturbo zündete hatte das Fed davor gewarnt die Staatsschulden könnten verschwinden und damit die Notenbank in ihrer Handlungsfähigkeit ernsthaft behindern.

        • Rolf Zach sagt:

          Gegen Ende von der Amtszeit von Clinton wurden auch darüber ernsthaft nachgedacht und Clinton war überzeugt, dass die Staatsschuld unter seinem Nachfolger, er dachte natürlich an Gore, um die Hälfte zurückgehen wird und nur noch ein Viertel des Volkseinkommens ausmachen würde. Die Steuer-Geschenke von Bush junior und die verfehlte Zentralbank-Politik von Greenspan begruben diesen Traum.

      • J. Kuehni sagt:

        Paul Krugman (der Mann liegt derzeit in 1’000 Scherben zerbrochen am Boden) hat das Thema Staatsschulden im politischen Kontext treffend charakterisiert: Diese sind immer nur dann ein existenzielles Problem, wenn eine demokratische Administration am Ruder ist.

        Staatsschuldenhysterie ist das Vorzugsvehikel zur Durchsetzung einer regressiven Sozialpolitik bei gleichzeitigem Steuerdumping für Reiche, die sonst mit demokratischen Mitteln keine Chancen hätte.

        Funktioniert ja auch bei uns tiptop. Wir sparen bei der Bildung, damit wir Milliardären und Konzernen die nächste Steuererleichterung finanzieren können. Demnächst bei der USR III.

    • Margot sagt:

      Den Glass-Steagall Act hatte Bill Clinton 1999 aufgehoben und so den Grundstein für die Finanzkrise 2008 gelegt. 1993 hatte Bush den Mauerbau angefangen, wurde von Clinton weitergebaut und kamm erst 2011 unter Obame wegen finanziellen Schwierigkeiten zum erliegen. Die Länge der Mauer ist heute ca. 1100 km, es wurde schon oft darüber berichtet. Krass, dass man sowas in all den Jahren nicht mitbekommen hat.

      • Rolf Zach sagt:

        Sie haben durchaus recht, Clinton war sicher kein linker Demokrat, aber für die Aufhebung des Glass-Steagall Act war ein durchgeknallter republikanischer Kongress hauptsächlich verantwortlich und dieser Götze der Wall Street, nämlich Greenspan. Ob Clinton mit einem Veto Erfolg gehabt hätte, wage ich zu bezweifeln.

      • Monique Schweizer sagt:

        Ach Margot: Dass in Ihren ach so „objektiven“ VT-Seiten etc. jetzt für das ganze Housing-Desaster Bill Clinton wegen Aufhebung Glass Steagall Act (was ich auch als einen Fehler betrachte) die Schuld gegeben wird, erstaunt mich nicht.
        Die Housing Party nahm aber erst ab 2001 richtig an Fahrt auf (nachdem z.b. eine Blythe Masters ihre teuflischen Instrumente breit vermarkten konnte), zuerst noch eher unbemerkt und unter Bush dann immer verschärfter. Der damalige BIZ-Chefökonom William White hat schon 2003 am FED Meeting das Desaster von 2008 akribisch genau vorausgesagt – Greenspan hat ihn ignoriert & der etwas dumpfe GW Bush, hat vermutlich gemeint, das Land blühe unter ihm auf und auch nichts unternommen gegen all die Hypobetrüger!
        Das wäre aber sein Job gewesen als guter Präsident

        • Linus Huber sagt:

          Die Auseinandersetzung zwischen Links-Rechts respektive Republikaner-Demokraten führt nicht zum Ziel. Alle Regierungen, ob links oder rechts, haben sich zunehmend verdingt.

          • Monique Schweizer sagt:

            Margot: Dass das in Wiki steht ist mir auch klar – nur die Interpretation ist eben eine andere in gewissen Internetseiten – der Bösewicht war nicht einfach Clinton – weil 1999 waren beide Kammern Republikanisch – Clinton war fast gewzungen diesen aufzuheben.
            Es ist eben genau diese simplifizierende VT-Sprache die dann Clinton zum Hauptsündenbock für die ganze Finanzkrise machen will!
            Der war wenn schon unter vielen anderen (wie Entwicklung CDS, MBS, MBA etc. etc), die Tiefstzinsen von Greenspan und eben der Glass Steagall Act.
            Sie kritisieren zwar permanent die MSM (tummeln sich aber immer drin rum 😉 ) aber Ihre Quellen sind eben noch einen Zacken manipulativer durch bewusstes Weglassen von Tatsachen, Vereinfachungen und Scheinschlüssen!
            Darum attackiere ich Sie auch so gerne!

          • Margot sagt:

            @Linus Huber. Stimmt. Ich bin sogar dankbar, wenn sich jemand mit VT A outet…:-) Willy Wimmer, ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium und Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der OSZE, ist über die Wahl Trumps sehr erleichtert. Das Interview findet man unter: „Willy Wimmer: Die Wahlentscheidung in den USA bewahrt uns vor einem großen Krieg“ Seine Meinung entspricht zu 100% der meinen, wie schon so oft. Der ist natürlich auch eine VT…:-)

          • Linus Huber sagt:

            Danke Margot – dieser Mann weiss wovon er spricht.

        • Margot sagt:

          @Schweizer. Startschuss (Abschaffen vom Gesetz) und an Fahrt aufnehmen ist nicht dasselbe, sondern eine Folge. Ist Wikipedia eine VT Seite? VT Argument benützen gerne Dumme und Denkfaule, weil es zu jeden Thema so wunderbar passt.

          • Linus Huber sagt:

            Richtig, das Schlagwort VT wird verwendet um Sie in eine gesellschaftliche Randgruppe zu positionieren um Ihre Aussage als irrelevant zu klassifizieren.

        • Margot sagt:

          @Schweizer. Mit Ihrer Schmuddelsprache disqualifizieren Sie sich selber. Auch Ihre Ansichten teilen meistens nur ganz wenige, von daher vermute ich eine Eifersucht mir gegenüber. Wenn man allgemein die Kommentare liest scheint das eher ein „Frauenproblem“ zu sein, auch bekannt als Zickenkrieg. Mir geht es aber nur um die Sache.

    • Linus Huber sagt:

      „Reagan Mauern heruntergerissen – Trump will sie aufziehen“

      Ironie der Geschichte und der Kreis schliesst sich.

  • Rolf Zach sagt:

    Der grösste Unterschied siehe ich zuerst im persönlichen Umfeld. Reagan war bevor er Gouverneur von Kalifornien wurde (1967-81) nicht nur Schauspieler, sondern auch Verkäufer des amerikanischen Kapitalismus im Auftrage der Wirtschaft (General Electric) und Führer der Schauspieler-Gewerkschaft (wo er eine sehr unrühmliche Rolle spielte in der Verfolgung von Kollegen mit linken Ansichten in der McCarty-Zeit). Seine Familie spielte außer seiner Frau keine Rolle. Dies wird unter Trump ganz anders! Seine Kinder wollen reich werden im Weißen Haus und das möglichst schnell. Er prahlt von seinem Reichtum von 10 Mrd. $, aber so reich ist er nicht, sonst müsste er nicht Studenten betrügen mit seiner Trump Universität, eigentlich eine armselige und erbärmliche Geschichte.

    • Rolf Zach sagt:

      Es geht vergessen, dass der Mann haarscharf auch persönlich am Konkurs vorbei geschlittert ist, dies zeigt eindrücklich, dass wenige was von Steuern bekannt wurde. Und seine Kinder haben dies außer Einem mitgemacht. Die sind heute gierig, dass sich dies nicht wiederholt. Noch mehr als Reagan, wird er Leute berufen, die ihm ihre ganze Karriere verdanken und ihre Positionen zu ihrem eindeutigen Vorteil verwenden. Immerhin war Baker sein erster Stabschef und der war lupenreines republikanisches Establishment, was man von Priebus nicht behaupten kann, ein Ehrgeizling aus der unteren Mittelschicht.
      In ihrer Arbeitsweise, gibt es nicht große Unterschiede. Reagan liebte Paraden und Parties, das gleich gilt für Trump und dieser wird wie sein Vorbild Reagan lange schlafen und sich ausruhen.

    • Marcel Senn sagt:

      Zach: Trump steht Reagan in Sachen Filmbusiness nicht viel nach: 19mal Producer, 20 mal als Schauspieler und Showauftritte und Credits noch und nöcher…
      http://www.imdb.com/name/nm0874339/

  • Giordano Alighieri sagt:

    @Schweizer Waren nicht gerade die Republikaner, die die Staatsschulden in die Höhe trieben?

  • Ulrich Konrad Schweizer sagt:

    Die ganze Kampagne hindurch habe ich gedacht, dass Donald Trump ein zweiter Reagan werden könnte. Reagan hat nach dem Vietnamkrig die USA wieder gross gemacht. Er hat die Steuern um 27% gesenkt.
    Was ich gedacht habe, genau das befürchten seine linken Gegner weltweit. Deshalb sind sie so enttäuscht und militant. Diese möchten eben die Länder der Welt in linker Hand sehen. Doch weltweit wird genau das Gegenteil passieren.
    Die linke Schuldenmacherei hat aufzuhören und eine seriösere Politik muss wieder Einzug halten. Dies wird aber ein ganz schwieriges Unterfangen sein, welches nicht sofort herrliches für die Völker bringen wird. Mehr Selbstverantwortung für den Einzelnen und die Nationen ist angesagt.

    • Rolf Zach sagt:

      Herr Schweizer, ich möchte gerne auf die zweite Graphik im Artikel hinweisen, nämlich die Höhe der Verschuldung. Beim Ende der Amtszeit von Carter war die Verschuldung rund 30 % des BSP, heute ist sie 100 % nach dem schwersten Wirtschaftseinbruch seit 1929 und einem Kongress, der seit 6 Jahren systematisch versuchte, die Obama Administration lahmzulegen. Nach dem Beginn von Reagan begann sich die Bundesschuld enorm auszuweiten und kein Republikaner Präsident hat sich seitdem irgendwie bemüssigt gefühlt, diese abzubauen. Auch war 1980 das letzte Jahr, wo die USA ein Leistungsbilanz-Überschuss hatte, dies ist heute nicht mehr der Fall, die USA sind heute der grösste Schuldner weltweit und vor allem gegenüber dem Ausland.

      • Rolf Zach sagt:

        Der große Vorteil dabei ist, sie sind in eigener Währung verschuldet. Eigentlich müssten jetzt die Steuern erhöht werden und eine strikte Ausgabenpolitik eingehalten werden, damit endlich auch nicht nur der Staatshaushalt Überschüsse aufweist und dieses unselige Leistungsbilanzdefizit herabgedrückt werden kann. Ich mache jede Wette, nichts von dem wird eintreten. Wer jetzt nicht seine Dollarguthaben verkauft, ist ein Dummkopf und dies gilt noch mehr für Gläubiger, die in CHF rechnen und nicht in Euro. Wohl ist Trump autoritär, aber er wird nie ein Diktator, das US System verhindert dies, aber ein fauler Präsident mit dieser Familie und diesem Kongress ist reine Anarchie und ein fürchterliches Durcheinander. Wir wissen nicht, wer in Kabinett kommt.

        • Rolf Zach sagt:

          Es gibt aber Anzeichen, dass es ein Gruselkabinett alter Männer wird, die sich nie in Krisen bewährt haben und die sich selbst im Wege stehen werden. Sie sind nicht nur reaktionär (was nicht immer ein Fehler ist), sondern auch eine Ansammlung von Intriganten, die nur dies können und nicht mehr. Die Wirtschaftspolitik wird sich ihm Rahmen der berühmten Laffer-Kurve bewegen. Schaut mal in Wikipedia unter dem Namen David Stockman nach.

        • Maiko Laugun sagt:

          Sie selber schreiben stets, dass der EUR die 2. Reservewährung sei.

          Also, wo ist das Problem? Sofort amerikanische Banken und andere Industrien vor europäischen Gerichten auf Milliarden Schadensersatz verklagen – und/oder sonst den Zugang sperren.

      • Maiko Laugun sagt:

        @Rolf: Dann ist es langsam an der Zeit, dass die ausländischen Gläubiger gemeinsam Druck ausüben sollten, anstatt in Ehrfurcht zu erstarren – oder schlimmer noch, weiterhin blindlings zu Vertrauen.

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