Die Grafik, die Trump erklärt

 Bye, bye, Freiheit...: Trump-Gegnerin an einer Demonstration in Kaliornien (9. November 2016). (Bild: Reuters)


Bye-bye, Freiheit…: Trump-Gegnerin an einer Demonstration in Kalifornien (9. November 2016). (Bild: Reuters)

Donald Trump ist zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt worden.

Was wird das aus geopolitischer, aus wirtschaftlicher, aus innenpolitischer Sicht bedeuten?

Die kurze, ehrliche Antwort: Wir wissen es nicht.

Trump ist nicht mit einem klassischen politischen Programm angetreten. Er hat keine detaillierten Pläne vorgelegt, wie er seine Wirtschaftspolitik gestalten wird, er hat nie konkret dargelegt, was es genau heisst, wenn er sagt, er werde von China «einen besseren Deal» verlangen oder die nordamerikanische Freihandelszone (Nafta) neu verhandeln.

Alles, was wir von Trump haben, sind erratische Aussagen, in Reden geäusserte Wortfetzen und eine Charakterstudie. Mehr nicht.

Wir werden sehen, wie er sein Kabinett bestücken wird. Wir werden sehen, wie er agiert, wenn er sich das erste Mal mit dem chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping trifft. Wir werden sehen, wie er handelt und entscheidet, wenn er mit einer aussen- oder innenpolitischen Krise konfrontiert ist.

All das werden wir, die Öffentlichkeit, die Weltfinanzmärkte, in den kommenden Monaten erfahren. Daher soll es in diesem Beitrag auch nicht um diese Fragen gehen.

Kein typisch amerikanisches Phänomen

Die andere Frage lautet: Wie konnte es überhaupt so weit kommen?

Auch hier ist die Antwort extrem vielschichtig. Der Impuls im nach eigener Einschätzung oft so aufgeklärten Europa ist es, das Wahlresultat als typisch amerikanisches Phänomen abzutun. Grossspuriges, lautes Auftreten kommt in der dortigen, etwas einfältigen Bevölkerung eben an.

Eine derartig oberflächliche Erklärung wäre extrem dumm.

Doch es gibt, extrem simplifiziert und reduziert, ein Phänomen, das den Sieg Trumps erklärt. Dieses Phänomen hat bereits in der Brexit-Abstimmung in Grossbritannien eine Rolle gespielt. Dieses Phänomen geht alle westlichen, offenen Demokratien etwas an.

Und dieses Phänomen lässt sich auf eine Grafik reduzieren. In meinen Augen ist es die wichtigste Grafik unserer Zeit:

 

Die Grafik stammt aus einer Studie und einem Buch des an der City University of New York lehrenden, serbisch-amerikanischen Ökonomen Branko Milanovic, die er unter dem Titel «Global Inequality – a new approach for the age of globalization» publiziert hat.

Mein Kollege Markus Diem Meier hat sich in diesem Beitrag eingehend mit den Erkenntnissen von Milanovic – sowie in diesem Beitrag auch mit der Kritik daran – befasst. Ich gehe an dieser Stelle daher nicht nochmals in dieser Detailtiefe darauf ein.

Doch die Wichtigkeit dieser Erkenntnisse darf nicht unterschätzt werden, daher hier nochmals kurz die Grafik erklärt:

Sie zeigt auf der vertikalen Achse die prozentuale Veränderung der realen Einkommen der Weltbevölkerung in der Zeit von 1988 bis 2008, also der Hoch-Zeit der Globalisierung.

Auf der horizontalen Achse ist die Weltbevölkerung nach Perzentilen dargestellt: ganz links die ärmsten Schichten, ganz rechts die reichsten.

Und nun schauen wir den Verlauf der Kurve an:

  • Die absolut ärmsten Menschen auf der Welt (ganz links) haben keinen Einkommenszuwachs erlebt.
  • Dann steigt die Kurve deutlich an und zeigt, dass breite Schichten der Weltbevölkerung in der untersuchten Zeit reale Einkommenszuwächse von 60 bis 80 Prozent erlebt haben: Das sind die Mittelschichten in aufstrebenden Ländern wie China, Brasilien, Indonesien, Mexiko etc.
  • Nun springen wir kurz an das rechte Ende der Kurve: Auch dort sind die Einkommen real um bis zu 60 Prozent gestiegen: Das sind die absolut reichsten Menschen auf der Erde, die «One Percent».
  • Augenfällig ist der Absturz der Kurve im Bereich zwischen dem 70. und dem 95. Perzentil: Das sind die unteren und mittleren Schichten der westlichen Industrienationen.

Die Verlierer der Globalisierung

Das ist das brutale Fazit aus Milanovics Arbeit: Die Mittelschichten in den westlichen, demokratischen Industrienationen haben in der Hoch-Zeit der Globalisierung keine realen Einkommenszuwächse erlebt. Noch schlimmer: Sie haben real sogar an Einkommen verloren.

Das sind die Verlierer der Globalisierung.

Sie wohnen nicht in New York oder San Francisco oder Shanghai oder Singapur oder São Paulo. Aber sie wohnen in den vernachlässigten Regionen der USA, Grossbritanniens, Frankreichs, Deutschlands, Italiens und, ja, auch der Schweiz.

Sie haben in ihrem subjektiven Empfinden nichts gehabt von den offenen Grenzen, von freiem Handel, von Personenfreizügigkeit, von einem mobil-globalen Lebensstil. Im Gegenteil: Sie haben verloren.

Und wenn diese Bevölkerungsschicht ein Ventil erhält, ihre Gefühle auf demokratischem Weg – sei es eine Wahl, sei es ein Referendum – kundzutun, dann tut sie es.

Sie tat es am 23. Juni 2016 in Grossbritannien. Sie tat es am 8. November 2016 in den USA. Sie wird es möglicherweise am 4. Dezember 2016 in Italien tun, wenn Ministerpräsident Matteo Renzi seine Verfassungsreform vor das Volk bringt. Sie wird es möglicherweise im kommenden Frühjahr auch in den nationalen Wahlen in Frankreich und den Niederlanden tun. Und sie wird es möglicherweise auch im Herbst 2017 in Deutschland tun.

Deshalb ist Trump kein rein amerikanisches Phänomen. Es ist ein Phänomen, das den gesamten demokratischen Westen betrifft.

145 Kommentare zu «Die Grafik, die Trump erklärt»

  • Taric Trent sagt:

    Grossartig wie die Linken jetzt wieder zum Verantwortlichen für Freihandel und Globalisierung gemacht werden und daraus dann abgeleitet, dass darum die Rechten Trump gewählt haben. Tatsächlich waren immer nur die Linken gegen Freihandel und Globalisierung, die sogenannten Globalisierungskritiker nämlich. Die Liberalen und Konservativen aber haben in den letzten Jahren ihre 90er-Ideologie über den Freihandel / Zollschranken fallen lassen (den sogenannten Neoliberalismus) und machen jetzt stante pede wieder die Linken für ihre gemeinten Fehler von Früher verantwortlich, damit man sie als „Alternative der Bewahrer des Guten“ weiterhin gut finden kann. Wenn das Ganze ein Film wäre würde ich applaudieren…

    • Taric Trent sagt:

      Zu Trump bleibt zu sagen, dass Arschlöcher Arschlöcher wählen, denn das ist dann „einer von ihnen“ und das gefällt den Arschlöchern, wenn die anderen sind wie sie, ja das macht sie aus.

  • Andri Benz sagt:

    Gute Grafik, gut erklärt und guter Bericht, dieses Phänomen hatte sicherlich Einfluss auf die US-Wahlen. Jedoch war dies in meinen Augen ganz klar nicht der „Hauptgrund“, denn diesen sehe ich absolut bei der Bildung in den USA. Damit will ich definitiv nicht sagen, dass jeder der Trump wählte, generell ungebildet ist, jedoch zeigt sich ein klares Muster, wenn man mal die einzelnen Staaten und deren Counties genauer anschaut. Es fällt auf, dass in nahezu fast allen Staaten (auch konservative Südstaaten), die größeren Städte oder Städte, welche ein größeres College beherbergen, „tief blau“ sind sprich, die Demokraten bei weitem die Überhand bei den Wahlen hatten. Sehr viele eher ungebildete Menschen ohne Highschool oder College Abschluss leben in den meisten Fällen in den zahlreichen ländlichen Counties. Es war für Trump mit simplen aber einschlägigen Aussagen bezüglich Einwanderung aber auch durch seinen Slogan und weil viele dieser Counties ohnehin republikanisch sind relativ einfach, diese Stimmen zu erhalten. Und selbst trotz manchen skandalwürdiger Aussagen erhielt er von so vielen die Unterstützung, weil viele dieser Menschen keine andere Sichtweise aufgrund mangelnder Ausbildung kennen. Dies lässt sich meiner Meinung nach auch über viele der weiblichen Befürworterinnen von Trump sagen. Durch mangelnde Bildung und Weltoffenheit haben viele Frauen in ländlichen Gebieten der USA noch eine alte Sichtweise, welche sie von Generationen übernommen haben. In dieser sind Aussagen wie sie Trump gemacht hat und keine Gleichstellung der Geschlechter noch völlig normal. Darum änderte auch dieser Teil der Bevölkerung die Meinung nicht, als Trump Frauen beschimpfte, als ungleichwertig behandelte und früher sogar misshandelte. Für ein entwickeltes Land wie die USA ist dies aus meiner Hinsicht erschreckend und hätte durch größere Investitionen in das Bildungssystem in der Vergangenheit verhindert werden können.

  • Michael Stöcker sagt:

    Mark Blyth bringt es auf den Punkt: Global Trumpism: https://www.youtube.com/watch?v=Kd2d4_LcEig

    @ Linus: Statt Tea-Party-Gesülze dann doch lieber DLF: http://www.deutschlandfunk.de/re-das-kapital-1-6-aktuelle-brisanz-der-marxschen-kategorie.1184.de.html?dram:article_id=369501

    LG Michael Stöcker

    • Linus Huber sagt:

      „Tea-Party-Gesülze“

      Die überhebliche und herablassende Art der sich in geistiger Inzucht übenden Status-Quo-Vertreter scheint in den USA nicht mehr die erhoffte Wirkung entfaltet zu haben, was nicht heisst, dass dieser Umstand bereits bei deren Anhängern angekommen ist; kein Wunder sind gerade jene, welche Gewaltlosigkeit und Menschenrechte etc. predigten, als ob solche Werte nicht schon in der Natur des Menschen verankert wären und sie diese überspitzte Themenbearbeitung oft einzig zur Erweiterung der sie begünstigenden Machtkonzentration missbrauchten, auf einmal nicht mehr so friedfertig, wenn die Entwicklung nicht ihren Vorstellungen entspricht.

      Der Marx-Beitrag kommt zu keiner schlüssigen Konklusion und für den andere Link habe ich nicht die Zeit.

  • Anh Toàn sagt:

    Die Wahl Trumps erkläre ich mir damit, dass er schlicht mehr Entertainment versprach für die nähere Zukunft, als die fade Clinton.

    http://www.theonion.com/article/poll-finds-majority-of-male-voters-would-have-elec-18436:

    „Pole finds majority of male voters would have elected naked woman“

    Mein Lieblingssatz darin:

    „According to the survey, 52 percent of respondents who preferred the naked woman said that nipple visibility was more important than job creation“

  • Marcel Senn sagt:

    Die von Trump angekündigten Deregulierungen zusammen mit seinen Finanzberatern wie Ex Goldman Banker Mnuchin, Hedge Fund Manager John Paulson, der 5 Mrd Profit Mann von 2008 (in betrügerischer Zusammenarbeit mit Goldman) und so weiter.
    .
    Und dieses Gruselkabinett (alle aus der alten „Elite“) werden sich die Wettmöglichkeiten auf Alles vermutlich zu ihren bestmöglichen Gunsten zusammenbasteln und nochmals ein 2008/09 wird das Finanzsystem wohl kaum überstehen, zumal die Staatskassen leer sind und die Zentralbanken aufgebläht.
    .
    Ein noch grösseres Megafinanzspielcasino im Zusammenspiel mit noch mehr Verschuldung wird vermutlich die grösste Bedrohung für die Weltwirtschaft in einigen Jahren sein – dann könnts echt hässlich werden!

    • Marcel Senn sagt:

      Nach Big Bang Teil 1 The Art of unlimited bets von 1986 unter der Regie von Maggie Thatcher und Regieassistenz Milton Friedman und Friedrich August von Hayek gibt es dann vermutlich demnächst mal im globalen Lichtspielhaus:
      Big Bang Part II – The revenge of the shadow banksters
      Director Donald Trump, Producers John Paulson, Stephen Feinburg (Cerberus CEO), Steven Mnuchin (ex Goldman)
      .
      Und im aktuellen globalen Anlagenotstand werden wieder die wildesten siebenfach verschachtelten Derivatkonstruktionen möglich sein – schöne neue Zockerparty bis zum nächsten Systemabsturz…

    • Maiko Laugun sagt:

      Ni Hao Marcel: In der realen Wirtschaft gibt es z.B. die ISO-Normen. Aus persönlicher Erfahrung weiss ich, dass auch diese manchmal das Papier nicht wert sind, auf welchem sie geschrieben wurden. Trotzdem, sollte man nicht in der Finanzindustrie da mal verschärft den Hebel ansetzen?

      • Maiko Laugun sagt:

        Das alleine genügt natürlich nicht, da man den Kontrollorganen (im Heidiland z.B. der korrumpierten FINMA) nicht trauen kann. Es braucht also auch ein klar definiertes *ISO* für die Kontrollorgane selbst.

        • Marcel Senn sagt:

          Maiko: Die wollen wieder Deregulieren – nicht regulieren!! So wie einst im Wilden Westen vor 2008 (gut die von Obama eingeführten Regulierungen waren jetzt auch nicht der Brüller, aber besser als nichts).
          .
          Und die erwähnten Typen sind eher von der ganz skrupellosen Sorte. ISO nützt da nicht viel bei finanziellen Massenvernichtungswaffen – das meiste müsste schlichtweg verboten werden, da volkswirtschaftlich kaum sinnvoll, aber dafür brandgefährlich!
          Mir schwant übles, wenn die Typen sich durchsetzen können mit ihren Phantasien vom totalen Finanzkapitalismus…. gut vielleicht ist dann nach dem nächsten sehr sehr hässlichen Crash das Thema unsinnige Finanzwetten vielleicht für immer gegessen – aber müssten wir zuerst noch durch eine längere Via Dolorosa!!

          • Marcel Senn sagt:

            Dabei hat Trump noch vor ca. 6 Monaten im Wahlkampf behauptet er werde die Hedge Funds und die Wall Street an die Leine nehmen, stärker besteuern und sonst noch viel so populistisches Zeugs gegen die von den Hillybillis und die Angry White Men verhasste Finanzindustrie ! Alles nur Lug und Trug!
            Bin dann mal gespannt auf die ersten Gesetzesentwürfe zu der Thematik….

          • Maiko Laugun sagt:

            @Marcel: „Die wollen wieder Deregulieren – nicht regulieren!!“

            Das sehe ich auch so – und habe dies auch schon so geschrieben. Der Linus Huber glaubt, dass Grosskonzerne (z.B. mittels TTIP) eine Regulierung zu ihren Gunsten wollen, was inhaltlich richtig ist. Die tun das aber nur, weil es bisher eben nur eingeschränkt möglich war, eine für sie selbst weit bessere DEREGULIERUNG einzuführen, was ihnen eine weit grössere Macht bringt als eine REGULIERUNG. Gleiches gilt für die Finanzindustrie.

            Was bleibt als Lösung? Eine Revolution? Auf demokratischem Wege gibt es ja offensichtlich (?) keine. Ausser dem persönlichen Ego könnten wir uns also alle unsere Kommentare hier sparen und als Konsumidioten weiterhin in den Tag hinein leben und auf den grossen Knall warten 🙂

          • Maiko Laugun sagt:

            Eine korrumpierte Regulierung beinhaltet natürlich die gleichen Gefahren. Dessen bin ich mir durchaus bewusst, dies als Anlehnung an die gefürchtete *Zentralplanung*.

          • Marcel Senn sagt:

            Maiko: Die meisten anderen Branchen kann man schon so weit wie möglich und nicht gesundheitsgefährdend deregulieren – aber die Finanzindustrie eben nicht — dann brüten sich irgendewelche Physiker und Mathematiker noch raffiniertere Finanzinstrumente aus von denen die Politiker keine Ahnung haben und dann sind sie immer einen Zug im Hintertreffen. Und dass sehr viele Bankster Charakterdedfizite haben und über Leichen gehen, dass wissen wir spätestens seit 2008/09.

          • Maiko Laugun sagt:

            @Marcel: Regierungen, da eben korrumpiert, fehlt der Wille, um streng zu regulieren >> „..das meiste müsste schlichtweg verboten werden..“
            Bin überzeugt, dass man da mehr tun könnte als nur Pflästerlipolitik zum Schein fürs Volk. Meines Wissens dürfen Banken (z.B. im Heidiland) zumindest teilweise noch immer selber Risikogewichtungen in den Bewertungen vornehmen (ist das richtig?), was einer Beeinflussung des Eigenkapitals gleichkommt, da eben eine strenge Regulierung fehlt, von einer Finanzmarktaufsicht welche diesen Namen auch verdient ganz zu schweigen. Wenn Banken (mit Staatsgarantie) als System relevant eingestuft werden, dann müssen sie sich auch dem System unterordnen. Man darf nicht zulassen, dass die sich selbst als ganzes System sehen und bestimmen.

          • Marcel Senn sagt:

            Maiko: Ja da stimmt, gibt auch sonst noch ein paar Tricks, wie man sich das EK schöner pimpen kann als es eigentlich ist (z.B. Coto’s).
            Nur die Banken haben die Politik resp. Staat eh in permanenter latenter Geiselhaft – die müssen nur mit dem Zusammenbruch drohen, dann bekommen die doofen Politiker weiche Knie und sehen schon ihr Karriereende vor sich. Tausende von Lobbyisten besorgen dann noch den Rest. Weiss ja noch nicht genau was Trumps gierige Buben wieder alles lockern wollen, aber befürchte nichts gutes. Mit der aktuellen Situation – überall Schulden ohne Ende und Zentralbanken als Wertpapiermüllhalden besteht die Möglichkeit, dass ein solch aggressives Gemisch mit risikogeilen Geschäftsbanken (bei den Tiefstzinsen sind sie zum Risiko verdammt) zum Megacrash führt.

  • Rolf Zach sagt:

    Wie können wir die Verlierer der Globalisierung messen, der Artikel macht es anhand der Einkommensklassen der Länder und dem schnelleren Zuwachs der Einkommen in den Schwellenländern als in den entwickelten Ländern. Ich würde unterstreichen, die Bedeutung, welches das verarbeitende Gewerbe in den entsprechenden Ländern einnimmt. Großbritannien ist ein gutes Beispiel, um es als Verlierer der Globalisierung und mit dem Brexit der Europäisierung seiner kommerziellen Beziehungen gegenüber der EU zu erklären. Wann wurde Großbritannien zum Verlierer der Globalisierung und trotz ständigen Abwertungen des Pfundes verharrte seine Leistungsbilanz im Defizit und die Ausland-Verschuldung steigt ständig an. England hat mit Oxford und Cambridge die besten Universitäten.

    • Rolf Zach sagt:

      Aber das verarbeitende Gewerbe hat, außer der Pharma, den Punkt des No Return in der Export-Industrie erreicht, damit ist gemeint, die Exportindustrie kann durch die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingung nicht mehr gestützt werden, damit sind Geldpolitik, Steuern, Konjunkturpolitik nach Keynes u.s.w. gemeint. Die britische Exportindustrie ist brutal gesprochen eine Ruine gegenüber anderen Exportnationen für Fertigwaren, die international gehandelt werden können. Die Politik der britischen Macht-Elite, europäische Länder bewusst zu schwächen für die Stellung als Weltmacht in Übersee, wurde von 1945 bis 1965 aufrechterhalten, obwohl das Juwel für die Exporte britischer Fertigwaren, nämlich Indien, nicht mehr da war. Man kann nur im Sinne der Merkantilismus handeln von der Qualität (Japan).

      • Rolf Zach sagt:

        Wo ist der Verlust an Globalisierung in den USA und kann dieser mit den üblichen Maßnahmen von
        volkswirtschaftlichen Rahmen-Bedingungen ohne direkte Finanzierung und Planung der Investitionen des verarbeitenden Gewerbes erreicht werden? Er kann es nicht und dies geht sogar nur teilweise, wenn der Staat riesige Infrastruktur-Investitionen tätigt. Bekommt Caterpillar für seine Trax den notwendigen Qualitätsstahl von Ohio oder Japan? Muss Caterpillar nicht die elektronische Steuerung bei Bosch in Deutschland posten, damit die Kosten für den Treibstoff nicht durch das Dach gehen? China und Mexiko verkaufen Textilien und Bekleidung in die USA. Braucht China von den USA Lastwagen und General-Electric Kühlschränke? Sicher nicht, aber Mexiko schon. Die Polemik von Trump gegen Nafta ist Unsinn.

        • Rolf Zach sagt:

          Jeder amerikanische Politiker, der gegen die Nafta polemisiert, ist ein bodenloser Dummkopf. Die Globalisierung auf dem nordamerikanischen Kontinent ist ein Segen für alle Länder und jede US-Administration ist verpflichtet mit Kuba Handel zu treiben und sein Nationalgefühl zu beachten, wie auch Kuba diese unselige und nutzlosen kommunistischen Papierli-Schieber, der blöde Stolz von Fidel, abschaffen muss. Die boykottieren den kubanischen Wohlstand.
          19T $ pro Kopf ist BP von Mexiko (PPP), steigt es auf 30 bis 35T, wird sich die Leistungsbilanz der USA merklich verbessern. Wie verhindert man japanischen und koreanischen Qualitätsstahl?Indem man moderne Hütten baut! Es braucht eine Bundes-Investitionsbank.

          • Rolf Zach sagt:

            Der chinesische Massenstahl ist ein typisches Produkt der Deckungsbeitrags-Rechnung und damit kann man diese ruhig als Dumping bezeichnen. Aber für diese brauchte es nicht geistigen Ergüsse von Trump. Da hat die Obama Administration schon tüchtig Pfähle eingeschlagen und Hillary hätte dies fortgesetzt.

        • Maiko Laugun sagt:

          @Zach: Die Briten können sich noch am Inzuchts-Königshaus festhalten. Die USA haben bis und mit heute nie den Status eines Schwellen-Landes überschritten. Notwendige Investitionen in die Infrastruktur wurden stets in private Hände gelegt. Oder wo bleibt denn ein halbwegs modernes Strom-Versorgungs- oder ein flächendeckendes und funktionierendes Eisenbahnnetz? Wo bleibt ein bezahlbares Bildungssystem?
          Die USA sind ein Witz. Ein Volk voll von falsch verstandenem Patriotismus, wegen Indoktrinierter Propaganda. Das gilt auch für die Demokraten. Die unterscheiden sich zumindest in diesem Punkt nicht von den Republikanern.

  • Marcel Senn sagt:

    Letztes Jahr waren es gemäss Oxfoam nur noch die reichsten 62 Menschen, die mit rund 1.8 Bio $ gleichviel Vermögen hatten (oder rund 29 Mrd für jeden) wie die 3.7 Mrd ärmsten Menschen und unter Trump wird diese Zahl vermutlich nochmals weiter schrumpfen – vielleicht irgendwann mal auf ein „Dirty Dozen“!
    .
    Gut viele Leute sind intellektuell mit dieser Aussage überfordert und meinen diesen 62 gehöre die halbe Welt – diese Annahme ist falsch – die weltweiten Privatvermögen betragen netto um die 260 Bio $ und nicht nur 3.6 Bio $!
    .
    Aber den 70 Mio Reichsten auf der Welt (wozu auch ich mich noch zähle – aber das ist ja als nur schon halbwegs erfolgreicher Schweizer nicht all zu schwer) gehören 99% aller Vermögen!
    .
    Und jetzt gilt es die Verlustängste der Menschen zu bewirtschaften

    • Beat S. Eberle sagt:

      Gemäss CSU Wealth Report 2015 (in USD)
      Vermögensklasse Anz. Erwachsene. Tot Vermögen
      – 10’000. 3.4 Mia. 7.4 bio.
      10k-100k. 1.0 mia. 31.3 bio.
      100k-1m. 349 Mio. 98.5 bio.
      >1m. 34 Mio. 112.9 bio
      70 Mio gehören 99% wären gem. diesen Zahlen stark übertrieben.

      • Marcel Senn sagt:

        Eberle: dann haben die von Oxfoam vermutlich wieder mal nur die Vermögen der Cash/Wertschriften Bestände genommen um noch etwas zu dramatisieren und die Immobilien/Mobilien weggelassen.
        Eine Blechhütte der Armen in den Favelas ist ja auch noch schnell mal 1000 bis 5000 $ wert…

    • Tisegna sagt:

      Marcel@ 260 bio privat vermögen, das sollte dann Inkl aller Blechhütten sein ja.

      Ist das auch inkl aller Schulden schon abgezogen.

  • Dr Peter Müller sagt:

    Leute, Ich bin deutscher und lebe seit 22 Jahren in den USA. Die Erklärungsversuche in USA und Deutschland sind „copy Paste“ Varianten der gleichen „ideologisch belasteten“ Ansicht der Dinge. Ich sehe das so. Bei den Wahlen ist genau das passiert was sich in dieser Disussion zeigt. 85-90 % der Bevölkerung hat so gewählt wie schon immer. Von den 10-15 % „politisch beweglichen“ wahlern war die Mehrheit der Wahler fuer Trump, weil sie mit ihrer wirtschaflichen Lage (Langzeit Arbeitslosigkeit) unzufrieden waren und mit Trump auf eine Wende zu Ihren Gunsten hoffen.

    • Rolf Zach sagt:

      @Dr.Peter Müller. Die Republikaner sind heute noch die Partei, die angeblich gegen Staatsinterventionen sind, obwohl ihre Bauern nicht genug staatliche Subventionen und Interventionen beanspruchen. Sie haben einfach die rassistischen Süd-Demokraten von 1960 übernommen und haben sich seit Reagan von einer Pro-Washington Partei zu einer Anti-Washington Partei gemausert. Die reichen Republikaner haben durch Beschränkung der Einwanderung die Nord-Demokraten zur Partei der Iren, Deutschen und Juden gemacht. Was vor 1964 die Demokraten zu einer sehr buntfarbigen Veranstaltung machte. Die Demokraten sind heute geschlossener in ihrem Weltbild als die Republikaner, die die Urängste der Weißen bezüglich der Privilegien der Hautfarbe bedienen und dies hat Trump im Wahlkampf getan.

      • Rolf Zach sagt:

        @Peter Müller. Die Republikaner sind heute noch die Partei, die angeblich gegen Staatsinterventionen sind, obwohl ihre Bauern nicht genug staatliche Subventionen und Interventionen sind. Sie haben einfach die rassistischen Süd-Demokraten von 1960 übernommen und haben sich seit Reagan von einer Pro-Washington Partei zu einer Anti-Washington Partei gemausert. Die reichen Republikaner haben durch Beschränkung der Einwanderung die Nord-Demokraten zur Partei der Iren, Deutschen und Juden gemacht. Was vor 1964 die Demokraten zu einer sehr buntfarbigen Veranstaltung machte. Die Demokraten sind heute geschlossener in ihrem Weltbild als die Republikaner, die die Urängste der Weißen bezüglich der Privilegien der Hautfarbe bedienen und dies hat Trump im Wahlkampf getan.

        • Rolf Zach sagt:

          Trump hat das primitive Gehabe vom Kommunisten-Jäger McCarty übernommen und seinem Gehirn Roy Cohn, ein Freund des jungen Trump. Der Rassist Reagan war 1980 vornehmer, er schwadronierte ständig vom Missbrauch des Sozialstaates und meinte damit die Schwarzen. Er war auch Anti-Washington, aber nicht gegen die mächtigen Reichen dort, sondern gegen weltfremde Idealisten als Krypto- Kommunisten. Außenpolitisch war er verlässlich. Er wurde den auch vom Economist in den höchsten gelobt. Ich behaupte keck, zwei Drittel war die Furcht der Weißen über den Verlust der Privilegien ihrer Hautfarbe und nur ein Drittel wegen der Globalisierung, wobei zu beachten ist der US-Kapitalismus erzielt eine höhere Rendite an der Wall Street als für Investitionen in der Ohio-Stahlindustrie.

  • Beat S. Eberle sagt:

    Ich verstehe diese Grafik nicht. Das ist Schade, weil sie offenbar vieles erklären tut.
    Aber warum verwendet man eine Globale Grafik um die Wahlen in den USA zu erklären. Müsste man nicht anhand von Zahlen, die die USA betreffen, die Aussage überprüfen?
    Im zweiten der verlinkten Beiträge ist der Chart ohne China, SU und Japan und siehe da, der Chart ist mehrheitlich flach.
    Etwas weiter unten im selben Beitrag kommt eine Darstellung mit Bubbles und Zahlen zu USA und siehe da… alle Perzentile der USA haben zwischen 20-35% profitiert, die reichsten 10% mit 60%.
    Mein Schluss aus diesen Daten. Es gibt keine absoluten Verlierer. Es gibt relative Verlierer. Relativ zu den Top-Verdiener und – mehr noch – relativ zu den Schwellenländern.
    Oder ich liege total falsch, weil nix verstanden

    • Joe Schweizer sagt:

      Kann Sie beruhigen Herr Eberle. Sie haben’s verstanden!

    • Anh Toàn sagt:

      @Beat S. Eberle. Man hat eine These, die Mittelklasse seien Verlierer und hätte darum Trump gewählt, und dann sucht man sich eine Graphik, welcher zur These passt, und die tut dann alles erklären und beweisen.

      Ich bin auch überrascht, dass die Ärmsten nicht profitiert hätten, ja klar nicht alle davon, sondern nur eine Minderheit, aber etwa in der Zeit der Graphik hat gemäss UNO die absolute Armut in der Welt deutlich abgenommen.

      • Anh Toàn sagt:

        Die globalen Zahlen kombiniert mit denen ohne SU, Japan und China lassen mich darauf schliessen, dass vor allem die Mitte in Japan verloren hätte. Nun verfolgt Japan zuvorderst eine stark nationalistisch geprägte Politik, wie von Trump für die USA angestrebt, und wird gerne als wegweisendes Vorbild der angeblicher Verteidiger der Mittelklasse – gegen die Zuwanderung – gefeiert, und gegen die infaltionäre Geldpolitik und genau da scheint die Mittelklasse verloren zu haben.

      • ast sagt:

        Den offiziellen Zahlen mag ich nicht so recht trauen, vermutlich ist die Grafik in Wirklichkeit viel ausgeprägter als angezeigt. Und warum? Weil ein hoher Anteil des weltweit erzielten neuen Vermögens an den Steuern vorbei gelenkt wird, nirgends erfasst und Schwarz umläuft. Die Globalisierung ermöglichte auch den Aufbau einer neuen Form reicher Eliten, solchen wie etwa Soros deren Reichtum man infolge multipler Kanäle in mehreren Staaten nicht erfassen kann.

        • Linus Huber sagt:

          🙂 Richtig; Zahlen sind leicht manipulierbar um die eigene voreingenommene Position zu untermauern. Ein weiterer Aspekt liegt darin, dass man glaubt, es gehe einzig um den gegenwärtigen materiellen Wohlstand, welcher das Wohlbefinden der Gesellschaft spiegelt, um die eigene Position nicht in Frage stellen zu müssen.

  • Markus Schneider sagt:

    Die Linken werden sich immer und ewig in ihrem eigenen Geschwätz und Kot wälzen, die Finanzierung ihrer Utopien werden sie stets von woandersher erwarten. Früher erhofften sie sich das Manna vom Lieben Gott, die Vernunft kam ihnen am liebsten im Schlaf, heute glauben sie es von den Arbeitsameren und Reicheren bekommen zu können. Die Fleissigen werden es aber niemals akzeptieren, mit den Unfähigen, Taugenichtsen und Faulenzern „gleichgestellt“ zu werden. Dieser Krieg wird ewig währen.

    Ohne die Fleissigen kann keine Gesellschaft existieren. Genauso sicher ist aber, dass sich auf alle Ewigkeit in jeder Gesellschaft Schmarotzer finden werden.

    • J. Kuehni sagt:

      Die Rechten werden immer ein autoschulterklopfendes und selbstgerechtes Ge***xe der eigenen Leistungsfähigkeit produzieren, und jeden Beitrag von Staat und Gesellschaft am eigenen Erfolg in Abrede stellen, denn dann kann man nämlich mit „gutem Gewissen“ Steuern hinterziehen, seinen Angestellten miserable Löhne bezahlen uns sich einen immer grösseren Teil vom Wirtschaftskuchen abschneiden. Und dann wundern die sich, dass sie den produzierten Krempel nicht mehr in den gewohnten Wachstumszahlen absetzen, ihr konzentriertes Kapital nur noch in Blasen investieren können und die Knete, in der ihr Reichtum gespeichert ist, zur Makulatur mutiert.

      • J. Kuehni sagt:

        Am meisten wundern diese „Fleissigen“ sich dann, dass man nicht vor Ihnen auf die Knie fällt, sondern sie als ausgesuchte Dumpfbacken bezeichnet.

    • Josef Marti sagt:

      Sie haben da glaub ich etwas verschlafen. Die Umverteilung geht von Fleissig zu vererbtem Reichtum und damit zu den Schmarotzern und nicht umgekehrt.

    • Maiko Laugun sagt:

      @Markus Schneider: Ihrer Meinung nach waren also die Gründer der heutigen amerikanischen IT-Milliarden-Konzerne, welche eher dem linken Spektrum zuzuordnen waren, alles .. „Taugenichtse, Faulenzer, Schmarotzer“ ..?

      • Markus Schneider sagt:

        @M. Laiko: Sie kleben zu sehr am Buchstaben. Nicht das Gerede dieser Herren zählt, nur ihre Taten zählen. Der Vortrab der Linken hat ebenso wie jener der Religiösen immer aus Leuten bestanden, welche Wasser predigen und Wein saufen. Sie wollen die IT-Gründer doch nicht im Ernst mit Marx oder Mao gleichsetzen? Die haben doch einzig darauf geschaut, was ihren Geschäften am wohlsten tut. Oder sonst erzählen sie mal, was diese angeblich Linken denn für linke Wundertaten vollbracht haben. Verdienen in diesen Firmen tatsächlich alle dasselbe? Wird dort niemand mehr entlassen? Ist dort endlich das Reich Gottes angebrochen, wo niemand mehr zu arbeiten braucht? Ich hätte keine Aktien bei einigen dieser Firmen, wenn es so wäre, da können Sie Gift drauf nehmen.

        • Markus Schneider sagt:

          Statt @M. Laiko sollte es natürlich @M. Laugun heissen.

        • Maiko Laugun sagt:

          Das passt auch zu den Rechten und nicht nur zu den Linken. Sie verkennen den wahren Feind. Dieser sitzt in beiden Lagern.

        • J. Kuehni sagt:

          Schneider: „Sie kleben zu sehr am Buchstaben“

          Aha. Dann müssen Sie eben präziser formulieren, sind Sie doch so fleissig und fähig gemäss eigener Einschätzung. Sie schreiben pauschal von „Linken“, meinen aber offenbar Marx, Mao und andere Steinzeit-Kommunisten, allesamt seit Jahrzehnten im Müllkübel der Geschichte entsorgt, ja wo sind denn die im heutigen Kontext zu finden? Wo sind die zu finden im Kontext einer sozialen (= Umverteilungs)-Marktwirtschaft, auf deren geistigen und faktischen Infrastruktur auch Sie Ihren Erfolg aufbauen konnten, den Sie durch Ihren Kommentar hier implizit herumtrump®eten? Und was hat die Rechtschaffenheit ihrer „fleissigen“ mit der Wahl von Trump®, einem Erbsöhnchen und vermuteten Bankrotteur, zu tun?

          • Rolf Zach sagt:

            Na, man kann die Konzentration des Reichtums schon fortsetzen, aber ich kann diesen Neo-Liberalen garantieren, damit geht der Kapitalismus flöten und wir gehen zurück zur Latifundien-Wirtschaft des Römischen Reiches. Gerade Moses Finley hat darin den Untergang und die Nicht-Entwicklung dieses Imperiums als Hauptgrund gesehen.

          • Linus Huber sagt:

            „Marx seit Jahrzehnten im Müllkübel der Geschichte entsorgt“

            https://www.youtube.com/watch?v=ZIO4oSLwK3A

          • J. Kuehni sagt:

            Breitbart, ja freilich.

          • Linus Huber sagt:

            Abgesehen davon, dass sich das kollektivistische Gedankengut offensichtlich ausbreitete, stellt die Erwähnung eines Namens ein grossartiges Argument dar – 🙂

          • Linus Huber sagt:

            Wer genau ist schuld daran, dass Trump gewann, Herr Kuehni? Das dumme Stimmvieh oder das von Ihnen vertretene Gedankengut?

            https://www.youtube.com/watch?v=2nQIcjnMFQo

          • J. Kuehni sagt:

            „Ein grossartiges Argument“ stellt auch das Einstellen von Youtube-Links mit – sagen wir mal – „parteiischer“ Provenienz dar. Was wollen Sie Herr Huber? Mich mit irgendwelchen „Autoritäten“ beeindrucken? Das wäre eine Diskussion à la Mittelalter. Die „Argumente“ dieser Leute überzeugen mich genauso wenig wie die Ihrigen und ihre vorauseilende Deflektion, dass an der Misere, die „Ihre“ Seite in naher Zukunft anrichten wird, „meine“ Seite die Schuld trägt.

          • J. Kuehni sagt:

            Für den Erfolg der sozialen Marktwirtschaft waren die Nazis die „Wegbereiter“. Am Aufstieg der Nazis waren die Sozialisten schuld. Für den Aufstieg der Sozialisten waren wiederum die Raubtier-Kapitalisten verantwortlich. Der Aufstieg der bürgerlichen Kapitalisten wurde durch die jakobinische Revolution ermöglicht. Die tote Hand einer Monarchie mit absolutem Machtanspruch war an der bürgerlichen Revolution schuld, das Erwachen eines nationalen Bewusstseins verantwortete die Durchsetzung einer absoluten Monarchie gegen regionale Autonomie, und das Bedürfnis nach regionaler Selbstbestimmung zersetzte das römische Reich. Wer ist schuld daran?

            Ich, Herr Huber. Melde mich freiwillig.

          • J. Kuehni sagt:

            „Schuld“ am Aufstieg eines Antipoden ist die Unfähigkeit der politischen Mehrheit (und das schliesst ihr „dummes Stimmvieh“ mit ein), die Folgen der eigenen ideologischen Dogmen zu erkennen und den Kurs rechtzeitig zu korrigieren. „Schuld“ an einer nächsten Runde „Hitler“ ist der Unwillen der politischen Mehrheit, die Verantwortung für das eigene Tun (und Lassen) zu übernehmen, weswegen ein Sündenbock gebraucht wird, ganz dringend.

            Sie haben den Ihren gefunden, ganz offensichtlich.

          • Linus Huber sagt:

            Nein, Sie zu beeindrucken liegt mir fern, sondern die Links liefern die Argumente gegen Ihre Feststellung, dass das marxistische Gedankengut, welches mit dem kollektivistischen in vielen Bereichen deckungsgleich ist, eben nicht „seit Jahrzehnten im Müllkübel der Geschichte entsorgt“ wurde.

            Wegbereitung für eine gesellschaftliche Neuorientierung liegt immer damit zusammen, dass das gleichförmig linear orientierte gesellschaftliche System eben über Zeit korrumpiert wurde; ich will dies nicht weiter werten, sondern ziehe daraus einfach den logischen Schluss, dass die zuständigen Entscheidungsträger natürlich mitverantwortlich sind, ob Ihnen dies nun passt oder nicht.

          • J. Kuehni sagt:

            „Dass die zuständigen Entscheidungsträger natürlich mitverantwortlich sind, ob Ihnen dies nun passt oder nicht.“

            Eine solche Feststellung wäre doch eigentlich eine banale Selbstverständlichkeit, bloss bestreiten ich, dass es sich bei denen in den letzten 75 Jahren ausserhalb des Ostblocks und der VRC jemals um „Marxisten“ gehandelt hat. Freilich bewerten Leute aus dem Dunstkreis von Breitbart (und der SVP) alles was links ihrer eigenen Position steht eben als „links“ und daher implizit als „marxistisch“, was ich wiederum als „Bollocks“ bewerte.

            P.S. Kollektivistisch waren auch die Nazis.

          • Linus Huber sagt:

            Ich denke, dass wir gar nicht derart unterschiedlich denken und glaube die Differenz darin zu erkennen, dass Sie sich auf Faschismus auf der Ebene des Nationalstaates fixieren, während ich die gleiche Tendenz auf der nächst höheren Entscheidungsebene, welche die politische Entscheidungsfähigkeit des Nationalstaates und damit die demokratischen Rechte zu beschneiden versucht, zu erkennen glaube. Ihre Position ist angesichts des letzten Weltkriegs gut nachvollziehbar, nur bin ich davon überzeugt, dass die Angst vor einem „Führer“ verfehlt ist, da alle Menschen sich dieser Problematik bewusst sind, und dies dazu verleitet, diese gleichartige Gefahr verborgen in der Idee der NWO zu schwach einzustufen. Übertriebener Kollektivismus ist ein Dauerproblem.

          • Linus Huber sagt:

            Es besteht immer auch die Gefahr, dass Bezeichnungen wie z.B. Marxisten, Linke, Rechte, Populisten etc. etc. als Schlagwörter missbraucht werden um das Gegenüber in eine gesellschaftlich nicht akzeptable Ecke zu stellen, weshalb ich versuche solche Begriffe zu vermeiden. Erstens bestehen oft vermeintlich schwache Differenzen darin, was darunter verstanden wird, welche jedoch einen hohen Effekt erzeugen können und zweitens verhindert dies oft auch die sachliche Diskussion anhand von Argumenten und wirken dadurch behindernd im Finden einer Konklusion oder Konsensus.

          • Anh Toàn sagt:

            @Linus Huber:

            Wikipedia Facshismus: „Ab den 1920er Jahren wurde der Begriff für alle extrem nationalistischen, nach dem Führerprinzip organisierten antiliberalen und antimarxistischen Bewegungen, Ideologien oder Herrschaftsysteme verwendet.

            Wie definieren Sie Faschismus?

          • Linus Huber sagt:

            „der moderne Faschismus ist nicht mehr nationalistisch sondern globalistisch, … dieser moderne Faschismus ist bei näherem hinsehen ein Korporatismus“

            https://neue-weltordnung.info/tag/globalismus/

  • J. Kuehni sagt:

    Bei der ganzen Geschichte gibt es eigentlich bloss ein ganz, ganz kleines Lichtlein am weit entfernten, anderen Ende des dunklen Tunnels: Der (im amerikanischen Sinn) liberale Teil der vielgeschmähten „Elite“ ist soeben mit einer Gründlichkeit in die Wüste geschickt worden, dass der sich wohl in unseren Lebzeiten nicht mehr davon erholen wird. Diese Leute, mitsamt der Demokratischen Partei, ihren Medien (NYT) und ihren Intellektuellen Wortführern sind ganz einfach über Nacht politisch komplett irrelevant geworden.

    • J. Kuehni sagt:

      Der feuchte Traum all jener, die uns einen neuen Nationalegoismus, eine neue „Gerechtigkeit“ basierend auf Nationalität, Herkunft und Rasse, Geschlecht und (rechter) politischer Gesinnung aufzwingen wollen, ist in der Realität angekommen. Und nun müssen die ennet dem Teich „liefern“, haha. Es gibt ganz einfach keine „liberale“ Opposition mehr, die das noch verhindern kann.

    • J. Kuehni sagt:

      Künftig wird der amerikanische Staat in seiner Totalität ausschliesslich von rechten Oligarchen regiert, wohlgemerkt von ultraradikalen Vertretern derselben Ideologien, die die ganze Misere verursacht haben: Neoliberale Anarchisten, Multimilliardärs-Steuerhinterzieher und -Staatsabschaffer, Neokonservative Ideologen (MAGA, na wie denn wohl, ausser mit den Marines?). Die Wölfe haben ein bisschen Kreide gefressen und die Redneck-Schafe sind darauf hineingefallen, wie immer.

    • J. Kuehni sagt:

      Die alten, liberalen Sündenböcke tun gut daran, stoisches Stillschweigen zu bewahren und (bei Gelegenheit) beharrlich darauf hinzuweisen, dass für die Flut an brauner Sch***e, die künftig den Globus umspült, jemand anderes verantwortlich zu machen ist, danke schön. Irgendwann wird es auch der letzte gemerkt haben, sofern dann noch einer vorhanden ist.

  • Flo sagt:

    Was mich grundsätzlich wundert ist das grosse Geschrei und das Erstaunen nach der Wahl.
    Erinner mich n die Aufschreie nach, bis heute, der Annahme der MEI. hier wie dort geht man/frau nun dagegen anf die Strasse, setzt ungemeine Ernergien frei weil das Resultat nicht passt. Da frage ich allen ernstes weshalb ist man dann nicht wählen gegangen, damit hätte man das Resultat ohne grossen Aufwand beeinflussen können. Was hat diejenigen vom Wählen abgehalten?

    • Josef Marti sagt:

      Die Spassgesellschaft will eben nicht gestört und unterbrochen werden beim Gamen und social media-, Smartphone und Soap Konsum. Media Markt – ich bin doch nicht blöd.

    • Linus Huber sagt:

      Die schweigende Mehrheit der nicht systematisch privilegierten, der politisch nicht mit Lobbyisten ausgestatteten, der nicht als Minderheit mit überspitzter Rücksichtnahme übervorteilten, der nicht an Obrigkeitsgläubigkeit leidenden, der nicht die kriegerischen Einmischungen in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten und die Aufgabe der eigenen Kultur gutheissenden, sondern sich um den eigenen Kram kümmernden und möglichst selbständig und vom Staat unabhängig handelnden meist hart arbeitenden Bürger, welche wie eine Weihnachtsgans ausgenommen wird, meldet sich zu Wort. Welch ein Schreck in die Glieder der Privilegierten an IYI (intellectual yet idiot – Nassim Taleb) fährt; man hört fast schon das erregte Palpieren ihrer verunsicherten Herzen.

      • Anh Toàn sagt:

        Ja, erschiesst die Nigger oder sperrt sie in eine, selbstverständlich privatisierten Knast.

        Ein Börsensegment, das nach Trumps Sieg enorme Gewinne einfuhr, waren nach den Banken (Trump ist so toll unabhängig, dass er der deutschen Bank hunderte von Millionen schuldet, ist doch nicht abhängig) die privaten Gefängnisse: Je mehr eingesperrt werden, umso mehr Freiheit ist:

        Freiheit vor den Niggern und den Zigeunern und den Moslems und den Homos und den Kritikern.

        Noch etwas möchte ich für Sie in aktuellem Zusammenhang anmerken: Wenn Erdogan die Opposition im Parlament verhaften lässt, verstehen Se wohl noch immer nicht, warum es Immunität braucht in der Demokratie.

        • Maiko Laugun sagt:

          @Ahn: Er sehnt sich nach einem erlösenden Knall. Die dann entstehende Not und Elend sind ihm egal. Hauptsache, er kann dann jubelnd vor dem Bildschirm sitzen und sagen: „Ich hab’s gewusst und schon immer gesagt!“

          • Marcel Senn sagt:

            Maiko: Ich höre aus Hubers Kommentar auch nur noch Hubers „erregt palpierendes Herz“ raus wegen „seiner“ Siege über das Establishment im UK und USA!
            Hoffentlich bekommt er vor lauter Erregung nicht irgendwann noch einen Herzkasper…

          • Maiko Laugun sagt:

            @Marcel: Er wird das gleich wieder auf die persönliche Stufe schieben. Dabei geht es nicht um seine Person als solches. Es geht um das Gedankengut, nichts anderes.

          • Franz Gödl sagt:

            Stimmt, ein Knall wäre erlösend. Schlimmer ist es, den Zustand auszuhalten, der aktuell herrscht, indem versucht wird, Unausweichliches hinauszuschieben und immer wieder eine krumme Tour gefahren wird, um die Gesundung des Systems zu vermeiden. Es gibt eben solche Menschen wie Huber, welche unverblümt durchsehen und ein Geraderücken einer stets verkrümmten Sichtweise vorziehen. Mir geht es auch so und leider ist man damit in der Minderheit. Verblendung scheint politically correct zu sein und wer aufweckt wird denunziert. Und ja, vielleicht hat man zu früh gewarnt. Aber lieber einige Jahr zu früh als eine Minute zu spät.

          • J. Kuehni sagt:

            @Gödl. Sie erinnern mich an all die Strohhutwerfer im August 1914 in Berlin, Paris und London. Die konnten die angeblich so schrecklichen, korrupten Vorkriegszustände auch nicht mehr „aushalten“, obwohl die damals gerade ein „goldenes“ Zeitalter von fast 40 Jahren mit zuvor ungekannten materiellen und technischen Fortschritten hinter sich hatten. Bei Bekanntwerden der Kriegserklärung ging denen kollektiv einer ab, diesen armen Trotteln.

          • Maiko Laugun sagt:

            @Franz: Wenn jemand gegen einen Knall ist, dann heisst das noch lange nicht, dass man A) unter dem Huber’schen Generalverdacht der Obrigkeitsgläubigkeit leided und B) die Gefahren des aktuellen Systems nicht erkennt und C) auf Einsicht der Verursacher hofftt. Wenn es sich auch naiv anhört, so hoffe ich noch immer, dass es eine Lösung ohne Knall geben kann (you name it … Schuldenschnitte, Abkehr vom Zinses-Zins-System etc. etc. ??). Einen Knall um des Knalles willens alleine halte ich aber für falsch. Es spielt keine Rolle mehr, ob der Knall jetzt oder erst in der Zukunft kommt. Das Not und Elend wäre auch jetzt schon immens. Gibt es wirklich keine andere Lösung?

          • J. Kuehni sagt:

            Man könnte sich überlegen, ob es irgendeinen kollektiv-psychologischen oder gar evolutionsbedingten Drang nach einem „Grossreinemachen“ so alle 70-80 Jahre gibt in unserer Spezies. „We had it coming“ im Sinne eines Waldbrandes oder so ähnlich, dadurch wird das System und der „Bestand“ verjüngt, meinen Proponenten einer solchen Denke. Natürlich reden die nie über die zu erwartenden Opfer, für die dann wirklich die Welt untergehen muss, damit das Reinemachen auch stattfindet.

          • J. Kuehni sagt:

            Mein Punkt ist der: Es gibt keinen objektiven Grund, warum unsere heutigen Probleme so absolut unerträglich und unlösbar sein sollen (im Vergleich zu anderen Zeiten und Problemen) als dass damit eine neue Runde „Hitler“ gerechtfertigt werden kann. Selbst nach einem Knall müssten immer noch Lösungen gesucht werden und dann hätte der Knall allenfalls Barrieren in den Köpfen beseitigt (aber zu welchem Preis?). Entscheidend ist jedoch dies: Mit den heutigen technischen Mitteln besteht ein durchaus ernstzunehmende Möglichkeit, dass der „Knall“ bloss noch eine klinisch tote „Reinlichkeit“ hinterlassen könnte.

          • J. Kuehni sagt:

            Anscheinend nehmen sie dieses Risiko ohne allzuviel Nachdenken in Kauf und denken dabei noch, sie hätten den Durchblick, der anderen verwehrt bleibt. Darum spiele ich den Ball zurück: Der Verblendete, Herr Gödl, sind sie selbst.

          • Maiko Laugun sagt:

            @Franz: Ueberlegen Sie nochmals meine Aussage: “Ich hab’s gewusst und schon immer gesagt!“

            Das alleine impliziert schon meine eigenen Befürchtungen. “Verblendungen” … kann’s auf beiden Seiten geben.

            Marcel Senn hat schon mehrfach sehr gut erklärt, dass nicht der abgeschaffene Goldstandard (von Huber als Lösung gefordert bzw. die Abkehr davon als Uebel bezeichnet) schuld ist, sondern die Geschäftsbanken. Auch mir sind die Zentralbanken ein Dorn im Auge. Ich halte sie und die Politik für korrumpiert. Selbst wenn sie ein Anreizsystem schaffen, so sind sie nichts weiteres als ein schädliches Tool. Geschäftsbanken würden auch ohne Unterstützung der Zentralbanken Mittel und Wege finden, ihr System weiterzuführen.

          • Marcel Senn sagt:

            Maiko: Gut unser geschätzter Linus schreibt in einem anderen Kommentar dass ein „Aussenseiter“ fernab des „korrumpierten“ Establishments gewählt wurde — wenn ich seine Finanzberater anschaue – das ist Wall-Street pur – und zwar die ganz harten Jungs von dort!
            Es ist unglaublich wieviele auf diese schwammigen Etikettierungen reinfallen von „Establishment“, „Elite“ oder hierzulande die „Class Politique“ – dieser Etikettenschwindel dient einzig und alleine der Feindbildbewirtschaftung und ist im Grunde genommen eine Farce – jetzt werden einfach ein paar Goldman Banker ausgetauscht aber der Fisch stinkt weiter vor sich hin nur der Huber merkt das nicht oder besser gesagt er will das gar nicht merken und erkennen – vielleicht wegen seinem schwach palpierenden Herzen…

          • Anh Toàn sagt:

            @J. Kuehni: „Natürlich reden die nie über die zu erwartenden Opfer, für die dann wirklich die Welt untergehen muss, damit das Reinemachen auch stattfindet.“

            Einen richtigen Knall werden wir alle, die gesamte Menschheit, nicht überleben, der Huber kann dann siegestaumelnd, ein Buch schreiben über den Weltungergang, basierend auf Fakten.^

          • Maiko Laugun sagt:

            @Marcel: Ich glaube, „er“ merkt es schon, ist aber dem weiteren Inhalt Deines Kommentars verfallen.
            Eine rein ideologische Betrachtung führt leider nicht zu Lösungen. Das gilt natürlich für beide Seiten.
            Einig sind wir uns wohl alle gemeinsam, dass der bisher eingeschlagene Weg zumindest hinterfragt werden muss.

          • Linus Huber sagt:

            Ich beschrieb einzig die bestehende Situation, welche anscheinend nicht bestritten wird. Die Antworten bestehen mehrheitlich einzig in Unterstellungen, indem jeder glaubt besser über meine Gefühle Bescheid zu wissen scheint, als selbst ich.

            Die überspitzte Angst vor einem gleichen geschichtlichen Verlaufs innerhalb der westlichen Staaten im Rahmen des letzten Weltkriegs beinhaltet die Gefahr, dass ein anderer gleichartiger aber eben nicht gleicher Verlauf zuwenig Beachtung geniessen dürfte. Wenn Abstrafung der bestehenden Regierung, weil sie offensichtlich nicht im Sinne der Bevölkerung handelte, als Dummheit der Bevölkerung eingestuft wird, beinhaltet dies ebenfalls die Infragestellung des demokratischen Staates.

            Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich.

          • Franz Gödl sagt:

            @Küehni: ja, es gibt so etwas wie ein immer wiederkehrendes Reinemachen nach 70-80 Jahren und das basiert schon allein auf der Mechanik des Zinseszins, der es unmöglich macht für alle Beteiligten, materiell zu überleben. Dabei ist der Zins so angesetzt, dass es ca. 70-80 Jahre bis zum jeweiligen Kollaps dauert, denn so ist gesichert, dass es nicht zweimal die gleiche Generation trifft, welche schon Erfahrung darin hat. Ist aber erstaunlich, wie viele Angst davor haben und mir Verblendung zurück werfen. Wird da nicht das eigene Brett vor dem Kopf zur Waffe?

          • Linus Huber sagt:

            Die Auflösung Kognitiver Dissonanz bedingt, das eigene Selbstverständnis zu überdenken. Wenn dies zu stark schmerzt, bedient sich der eine oder andere der Halluzination, indem er glaubt, dass diejenigen, welche nicht seine Überzeugung teilen, „böse“ Menschen sind.

          • Marcel Senn sagt:

            Originalzitat von Ihnen vom 11.11.

            „Es haben nicht wirklich die Republikaner gewonnen, sondern ein Aussenseiter des korrumpierten Politsystems, welcher die Partei der Republikaner zu seinen Zwecken instrumentalisierte.“
            .
            Dann wird halt das alte korrupte Politisystem durch ein neues abgelöst. und wenn er das Finanzspielcasino wieder für die „grands yeux“ aufmachen will ohne Limiten, dann kommt das höchstwahrscheinlich nicht gut für die Weltwirtschaft! Ebensowenig Einfuhrzölle, massive Steuersenkungen und Erbschaftssteuerabschaffung bei gleichzeitigem Megainfrastrukturprogramm und dann sollen die Schulden gleichzeitig auch noch abgebaut werden….
            .
            Müsste wahrlich ein Finanzmagier sein…

          • Linus Huber sagt:

            „Dann wird halt das alte korrupte Politisystem durch ein neues abgelöst.“

            Natürlich besteht diese Möglichkeit, aber weder Sie noch ich können dies voraussagen.

            „er das Finanzspielcasino wieder für die „grands yeux“ aufmachen will ohne Limiten“

            Auch diesbezüglich ist noch zu wenig bekannt um eine qualifizierte Aussage zu machen.

            „dann sollen die Schulden gleichzeitig auch noch abgebaut werden“

            Mal sehen, er dürfte wissen, wie man mit Schulden umgehen kann – 🙂

            Die kommenden Wochen dürften bedeutend bessere Indikatoren liefern, in welche Richtung es gehen wird, speziell wenn er keine Kriegstreiber in die Entscheidungsprozesse einbaut. Ich betrachte es als fahrlässig, diesen Mann in dieser für ihn neuen Funktion als politisch Verantwortlicher zu unterschätzen.

          • Linus Huber sagt:

            Sollte er seinen Worten weitgehend treu bleiben, dürfte er wortwörtlich sein Leben aufs Spiel setzen und damit hohen Respekt verdienen. Knickt er ein, was weit wahrscheinlicher sein dürfte, wird sich wenig ändern.

          • Marcel Senn sagt:

            Huber: Mit Ihren letzten beiden Kommentaren kann ich mich ziemlich einverstanden mit Ihnen erklären. Auch das gibts 😉
            Klar ist aktuell ziemlich viel Spekulation und Trump eine Wundertüte.
            Allerdings die Kriegstreiber hat er schon um sich – sein Vice Pence sagte sein grosses Vorbild sei Dick Cheney – das lässt ja auch nicht viel gutes erahnen…
            Und der Biograph von Trump meint, dass er manchmal wie ein 13-jähriger reagiere – falls es dann zu Terroraktionen käme, was macht Trump dann? Er hat die Möglichkeit den roten Knopf zu drücken ohne Rückfrage – den nuklear Football und das Bisquit begleiten Trump auf Schritt und Tritt resp. werden ihm nachgetragen….und wenn dann plötzlich der angry Teenager in Trump das Zepter übernimmt??
            Fragen über Fragen…

          • Linus Huber sagt:

            Es ist menschlich und wohl jeder unterliegt zu einem gewissen Grade dem Umstand, dass die ins eigene Konzept passenden Fakten mit hoher Bedeutung gewertet werden, während andere, welche nicht ins eigene Bild passen, ignoriert werden. Dies führt oft zu fehlerhaften Prognosen.

          • Marcel Senn sagt:

            Na ja Linus – ich arbeite noch viel mit gewichteten (nach verschiedensten Kriterien) Entscheidungstabellen auf Excel unter Einbezug möglichst aller relevanten Einflussfaktoren – da bekommt man schon ein einigermassen objektives Bild…

          • Linus Huber sagt:

            Das hat nichts mit Zahlen zu tun, Marcel. Z.B. Pence mag sicher Cheney als Vorbild sehen, wobei er sich in erster Linie auf die bedeutende Rolle, welcher Cheney in der Bush-Administration einnahm beziehen dürfte, als auf die Kriegsverbrechen (Vermutung). Die Beweggründe, warum Trump ihn wählte, dürften in erster Linie innenpolitischer Natur sein (Vermutung). Aber auch meine Darstellung ist einzig Spekulation, da mir die relevanten Fakten schlicht und einfach fehlen und ist im Gesamtrahmen des sich verändernden Selbstverständnisses der Gesellschaft (Fakt) von relativ untergeordneter Bedeutung.

        • Franz Gödl sagt:

          @Maiko Lagun: klar, ein Knall um des Knalls Willen ist nicht anzustreben, aber zeigen Sie mir ein einziges Beispiel in der Geschichte der Menschheit, wo es ohne Knall zum Zusammenbruch des Systems gekommen ist. Wer soll denn einsichtig werden? Die Politiker, die Wirtschaft, die Reichen? Nicht das unverbesserliche Verhalten von uns Menschen ist „Schuld“ daran sondern der Fakt, dass wir gelinde gesagt etwas viel an der Zahl sind. Ein paar Parasiten auf einem Organismus wie der Erde ist gesund, eine Epidemie ist Zeichen einer Disharmonie und wie das Leben halt so spielt, bewegt sich das Pendel auch wieder zurück, ob ich das nun will oder nicht. Und ob ich es weiss oder nicht spielt nur für mich eine Rolle.

  • w maes sagt:

    leider sind unsere politker in europa nicht im stande es zu verstehen .
    isoliert in ihren elfenbein turm mit fettem gehalt ist die fuhlung mit was umgeht unter den menschen ihnen fremd.
    die lektion komt noch.

  • Markus Reichmuth sagt:

    Ja, das Einkommen als Hauptreferenzgrösse… Die „Armutsdebatte“ der vergangenen Dekaden hat die Interpretation dieses Kriteriums schon lange mit andern, ebenso wesentlichen Kriterien ergänzt. Die Interpretation sozioökonomischer Trends über dieses eine Kriterium ist zu einseitig und bietet eine ungenügende, um nicht zu sagen irreführende, Erklärung für beobachtbare politische Phänomene.

    • Linus Huber sagt:

      Bravo!

    • Marcel Senn sagt:

      Reichmuth: Das stimmt zwar alles wenn man Armut microsozial betrachtet, doch macrosozial ist Einkommen nach wie vor die wichtigste Kennziffer, denn mit Geld können Sie fast alles kaufen was bei Nichtvorhandensein Armut definiert: von sauberem Wasser, einer trockenen und warmen Wohnung, Gesundheitsvorsorge, Bildung, gute Nahrungsmittel, Transport usw usw – Geld ist nun mal das beste Bekämpfungsmittel gegen Armut. Selbst soziale Kontakte hat man mit einigermassen genügend Geld zumeist mehr als ohne Geld. Weil Geld in unserem System das Kondensat aller wirtschaftlichen und sozialen Leistungen ist – ist nun mal leider so.

      • Josef Marti sagt:

        Sauberes Wasser, Gesundheitsversorgung, etwas zu Fressen etc. wird eben in einer vererbten, wohlbehüteten zivilisatorischen Dekadenz für etwas Selbstverständliches angeschaut, es muss quasi vom Himmel gefallen sein, dummer Weise lange nicht für alle.

        • Marcel Senn sagt:

          Marti: „zivilisatorischen Dekadenz“ ? Ist eine funktionierende Wasserversorgung, eine funktionierende Gesundheits- und Nahrungsmittelversorgung, dazu Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten nicht genau das wichtigste Ziel unserer zivilisatorischen Entwicklung?
          Dass diese Leistungen nicht vom Himmel fallen (ausser Wasser in Form von Regen) sondern hart erarbeitet müssen, das ist ja wohl klar – zumindest bei unseren älteren Semestern noch – bei den Jungen mit der digitalen Hirnverdrahtung (wir Aelteren laufen ja noch mehrheitlich in analogen Modi) habe ich da gelegentlich etwas Zweifel….

  • Daniel Wigger sagt:

    Der Einkommensverlust der westlichen Bevölkerung kommt nicht primär von der Globalisierung, sondern von den zahlreichen Wirtschaftskrisen, die wir seit der Jahrhundertwende haben. Diese sind längst erklärt: Der Bankensektor wurde zu wenig reguliert und überwacht. Dann kam noch 9/11 dazu.
    Würde man dieselbe Statistik oben zwischen 1980 und 2000 machen, sie würde ganz anders aussehen: Der „Mittelstand“ des Westens hat massiv an Einkommen gewonnen.
    Wer dieser Logik nicht folgen kann, der soll mal überlegen, in welchen Verhältnissen er/sie vor 1980 gelebt hat – und ob er/sie wieder in solchen Umständen leben möchte. In der CH, aber auch den USA und Europa. Und Politiker, Wissenschaftler und Journalisten müssten es natürlich auch entsprechend kommunizieren.

    • Josef Marti sagt:

      An die 70er kann ich mich schon noch erinnern. Da gab es einfache Arbeiter Väter die konnten über Mittag nachhause zu Frau und Kind essen gehen, hatten 2 bis 3 Kinder mit einem einzigen Lohn, und das in der Stadt. Sie erzählen also einen ziemlichen Käse.

    • Clino Vallone sagt:

      Der Finanzsektor muss komplett neu geregelt werden. Wichtig wäre zuerst das „Vollgeld“ zu implementieren, so dass diese ungestörte Geldkreation der Banken, die Finanzkrisen verursachen, aufhört. Danach sollen sie von mir aus auch Ihre volkswirtschaftlich unglaubwürdige Wettgeschäfte weitermachen. Aber nicht mehr mit unserem Geld, sondern mit Ihrem und dem Ihrer Aktionäre.

    • Roli sagt:

      Der Bankensektor war reguliert, aber Clinton hat ihn liberalisiert in den 90iger Jahren unter Larry Summers und Co. Sie haben den Glass Steagall Act aufgehoben, erst das erlaubte den Investmentbanken die Geldschwemme zu schaffen, an der wir heute noch leiden!

      • Daniel Wigger sagt:

        @Josef Marti: Erinnern sie sich auch noch in welchem Zustand ihr Haus war, das Badezimmer? Was es zu essen gab und wie oft sie in den Ferien waren? Wenn das alles besser war damals, dann hatten sie schampar Glück oder sind ein Nostalgiker. Aber wenn sie das so lieben, gehen sie in ein Land in der 3. Welt, dort herrschen noch solche Verhältnisse.

        • Maiko Laugun sagt:

          @Wigger: Damals war man noch kein jammernder Konsum-Idiot von IT-Schrott, Life Style-Produkten, RTL2-Soaps und online games. Gruss aus China ins Heidiland.

        • Josef Marti sagt:

          Ich weiss, echte Konsumentenschweinchen bevorzugen lieber 3 mal jährlich ein neues Smartphone und neuen TV Flatscreen als eine funktionierende Kanalisation und eine öffentliche Schulbildung.

  • Josef Marti sagt:

    Ist mir absolut schleierhaft wie man sich über solche Erkenntnisse von Milanovic (oder auch Piketty) wundern kann. Steigerung von Profiten und Reichtum ist niemals möglich flächendeckend für alle; Individuelles Vermögen und Reichtum entsteht nur wenn andere deutlich ärmer sind oder werden dh. die Schere muss deutlich grösser werden. Hätten plötzlich alle gleich viel Besitz und Wohlstand, dann gäbe es ja keine Reichen mehr.

    • J. Kuehni sagt:

      Ach Herr Marti, wir wundern uns ja gar nicht über die hinlänglich bekannte, relativ mechanische und einfach zu begreifende Erklärung, wie der Verlust von ökonomischem und sozialem Status grosser Bevölkerungsteile überall und immer zum Aufstieg der tollwütigen Rechten führt. Wir wundern uns bloss drüber, warum das menschliche Schaf in solchen Fällen konsequent die eigenen Schlächter ins Amt hebt, um das „Problem“ zu lösen.

      Darauf nämlich – so würde ich vermuten – haben auch Sie keine zufrieden stellende Antwort jenseits von blankem Zynismus.

      • Josef Marti sagt:

        Da gibt’s eigentlich nicht viel zum Wundern, wenn das win win Team von Linken – Neoliberalen – und Wischi Waschi Mitte Heuchlern jeden Hebel in Bewegung setzen, um Arbeit und Konsum höher zu belasten, Schutzmechanismen für Inländer abzubauen, zu deregulieren zugunsten weiterer Entlastungen der Boden- und Kapitalbesitzer. Die Linke will unbedingt in die EU um beim dortigen race to the bottom mitzumachen, macht aber ein Referendum gegen die UStR, und disqualifiziert sich so weiter am laufenden Band.

        • J. Kuehni sagt:

          Aha.

          Einmal abgesehen vom Plausibilitätsgehalt dieses Wischiwaschi-Konstrukts einer „sozialistisch-neoliberalen“ Weltverschwörung: Und darum wählt man dann einen sogenannten „National-Sozialisten“ an die Hebel der Macht? Der verspricht, die eigene Klientel vor der Globalisierung zu schützen, aber nur unter der Voraussetzung, dass diese über die richtige Nationalität, Gesinnung und „Kultur“ verfügt und nicht aufmuckt. Alle anderen marschieren ins Lager. Wenn dann das Rezept nicht funktioniert (absehbar), beschuldigt man wiederum jemanden anderes (Ausländer, EU, vielleicht Kanada) und schickt die Marines vorbei?

          Eben: blanker Zynismus.

          • Josef Marti sagt:

            Das sind ja die gleichen Schuldigen wie jetzt schon. Abgesehen davon dass nicht DT sondern die Rep. Mehrheit in beiden Kammern entscheidend ist, kann dieser falsche Wahlentscheid des tumben Volkes also wirklich nur daran liegen, dass das Volk einfach zu dumm und ungebildet ist. Den Linken bleibt nichts anderes übrig als von ihrer intellektuellen Elitendiktatur zu träumen und die Demokratie abzuschaffen, deshalb will man nach Brüssel.

          • J. Kuehni sagt:

            „Das sind ja die gleichen Schuldigen wie jetzt schon.“

            Na klar. Jemand „anderes“ als sich selber. Egal wen.

  • Josef Marti sagt:

    Hoffentlich wendet sich der DT wirklich wie angedroht von Europa ab. Dann ist für diese überheblichen europäischen Schwachköpfe, die sich intellektuell und ethisch den USA überlegen fühlen im Wissen dass sie von diesen im Ernstfall immer aus der Scheisse gezogen werden, endlich Schluss mit Schmarotzerei.

    • J. Kuehni sagt:

      Was wünschen Sie sich konkret? EU-Armee? Oder lieber ein Durchmarsch von Putin zur Atlantikküste als Bestrafung europäischer Hubris? „Talibanisierung“ der Schweizer Armee & Bevölkerung zur Steigerung der Glaubwürdigkeit eines angekündigten Widerstandes unserer glorifizierten Armee in einem künftigen, asymmetrischen Krieg („Shock & Awe“ oder doch lieber Drohnen-Sticheleien?)? 500 Nuklearsprengköpfe zur Verteidigung der Alpenfestung inkl. eigenes globales Satellitennetzwerk? Kostet bloss ca. 60 Milliarden, soviel wie die UBS-Bankenrettung.

      • Josef Marti sagt:

        Naja, wenn nicht mal 60 Milliarden frischgepresstes Zentralbankgeld den CHF schwächen können, dann ist dieser Betrag ja ein Pappenstiel, das wäre ja ein gigantisches vielversprechendes Bastard-keynesianisches Ankurbelungsprogramm. Draghi müsste da aber doch wohl ganz andere Bandagen hervorholen wenn die EU Flüchtlinge plus Aufrüstung wegen Wegfall der Amis mit ihrer Schuldenbremse in der Verfassung stemmen wollen. So kommt’s raus wenn man in jahrzehntelanger dekadenter überheblicher Selbstgefälligkeit sich als ethisch überlegene Gutmenschen für unantastbar hält.

        • J. Kuehni sagt:

          Hmja. t’was nice as long as it lasted. 😉

          Vielleicht können wir ja vom chinesischen Kaiserreich lernen: Invasoren absorbieren und zivilisieren. Dann lassen die auch unsere hübschen gotischen Kirchen und sonstigen Tand der „christlich-abendländischen“ Kultur herumstehen.

          • Maiko Laugun sagt:

            @Kuehni: Nur als Randbemerkung: Religionen sind bei uns in China geduldet. Nebst Moslems im Nord-Westen (z.B. Uiguren, welche als Minderheit sogar stets von der 1-Kind-Politik ausgeschlossen waren) gibt es doch auch viele Christen (und Kirchen/Gotteshäuser). Der Unterschied liegt darin, dass es keine staatliche Registrierung/Meldepflicht nach Religion gibt, weshalb Chinesen auch von Heute auf Morgen den Glauben wechseln können (was einige auch tun), da eben offiziell gar nicht existent.

    • Maiko Laugun sagt:

      @Josef: Es handelt sich mehr um eine an Selbstverleugnung grenzende Unterwürfigkeit. Deshalb lässt sich man sich ja auch erpressen, ausspionieren, Handelsabkommen und Sanktionen diktieren und für die politischen Interessen der USA (inkl. Stellvertreter-Kriege und die Aufrechterhaltung des Kalten Krieges) missbrauchen. Falls DT sich abwendet – was wenigsten mal ein positiver Punkt für seine Wahl wäre – dann wird Europa nichts unterlassen, um denen dort drüben weiterhin freiwillig in den Allerwertesten zu kriechen und sich anzubiedern.

      Junker fordert eine europ. Armee, will aber keinen BUNDES-Staat, also beim aktuellen Staaten-VERbund ohne (!) gemeinsame Aussenpolitik verbleiben. Wie dumm kann ein ganzer Kontinent eigentlich sein?

  • Jacques Kade sagt:

    Die einkommensschwächeren Weissen und Schwarzen haben Clinton gewählt, nicht Trump. Ihre Analyse ist somit falsch.

    • Leo Schmidli sagt:

      Sie haben weder den Artikel noch die Grafik verstanden. Es geht um die Mittelschicht und diese hat durchaus Trump gewählt.

    • Maiko Laugun sagt:

      Sofern man den Analysen glauben kann, haben die ungebildeten Weissen Trump gewählt und den Unterschied ausgemacht.

      Hochrechnungen haben ergeben, dass die Weissen in den USA in naher Zukunft nur noch die grösste Mehrheit der Minderheiten sein werden. Alle anderen Rassen (gemeinsam) werden bald die Mehrheit bilden, was auch immer das zukünftig auf das Wahlverhalten bedeuten mag.

  • Nick sagt:

    „Sie haben in ihrem subjektiven Empfinden nichts gehabt von den offenen Grenzen, …“ Das hat nichts mit „subjektivem Empfinden“ zu tun. Der Artikel schreibt ja ganz klar, dass das so IST und nicht irrtümlich so empfunden wird. Wenn die Politiker ehrlich wären, müssten sie noch hinzufügen, dass das durchaus so gewollt war. Das Ziel „Schliessen der Schere zwischen Arm und Reich“ führt zwangsläufig dazu, dass der „Reiche“ zumindest relativ verliert. Es dürfte wenige selbstlose Menschen geben, die das begrüssen, wenn es sie selbst trifft. Warten wir ab, was die Folgen sein werden.

    • Leo Schmidli sagt:

      Natürlich ist das subjektives Empfinden! Von der Gesamtheit einer Population kann man doch nicht auf ein Individuum ableiten!
      Und schauen Sie Sich die Grafik nochmals an! „Die Reichsten“ haben nicht verloren, im Gegenteil.

  • Heinz sagt:

    Der Abstieg des Mittelstandes, immerhin die staatstragende Schicht jeder westlichen Demokratie, ist sehr besorgniserregend. Da die Politiker meist zu Oberschicht gehören, wurde und wird nichts unternommen, um ihn zu stoppen. Falls es so bleibt, werden wir schwierigen Zeiten entgegengehen.

  • Jonas Hostettler sagt:

    Es sind aber laut ersten Auswertungen nicht die ärmeren Amerikaner, die Trump wählten, sondern diejenigen mit den höheren Einkommen. Was für mich den Schluss zulässt, dass auch diese mit ihrer gesellschaftlichen Situation sehr unzufrieden sind. Das Einkommen mag nicht zurückgegangen sein, aber zu welchem Preis? Meine amerikanischen Bekannten kennen nur ein Thema: Arbeit. Und gleichzeitig können sich auch diese Schichten kaum noch ein Haus in Gegenden mit guten Schulen leisten.

  • Marcel Zufferey sagt:

    Eine der anspruchsvollsten Aufgaben der Zukunft wird darin bestehen, einem Teil der westlichen Gesellschaften so schonend als möglich beizubringen, dass er auf der Schattenseite der Wirtschaftsgeschichte steht, kurz: Dass er verloren hat. Wer wird die Eier haben, dass zu tun? Solange das niemand tut, werden die Populisten von lechts und von rinks Terrain zu legen. Mit globalisierungskritischen Kaffeekränzchen und wässrigen, akademischen Theorien wir es nicht mehr getan sein!

    manche meinen
    lechts und rinks
    kann man nicht velwechsern
    werch ein illtum

    Ernst Jandl (1. August 1925 in Wien; † 9. Juni 2000 ebenda)

    • Urs sagt:

      Steuern runter war und ist das Rezept von lechts. Was hat es uns gebracht?
      Vielleicht sind die Rezepte von rinks für die Wirtschaft besser als ihr Ruf.
      Aber der lechts Gläubige wird sich treu bleiben. Schuld ist immer rinks. Also die Anderen.

    • Maiko Laugun sagt:

      Stimme gerne zu. Die Wutbürger werden bald merken, dass der Weg zurück in alte Fahrwasser überhaupt nichts bringt. Die Talfahrt wird sich weiter fortsetzen.
      Die De-Industrialisierung lässt sich nicht rückgängig machen. Neue Technologien bestehen ebenfalls schon in den Schwellenländern. Dumm, wenn man sich in dekadenter Weise an Illusionen festklammert und auf Kosten anderer lebt. Die Globalisierung ist da nicht alleine Schuld. Sie ist nur ein Vorwand.

      • Maiko Laugun sagt:

        Globale Herausforderungen können nur global gelöst werden. Nun folgende nationale Mauern und Stacheldrähte werden nur die eigene Illusion eingrenzen, sonst gar nichts.

      • Anh Toàn sagt:

        Ich stimme nur in dem Sinn zu, dass die westliche Mittelklasse noch lange nicht auf der Schattenseite steht, sie steht nur nicht mehr voll den anderen im Licht.

        Selbst ein Sozialhilfeempfänger in der Schweiz hat mehr Wohnraum, mehr Gesundheitsvorsorge und bessere Bildung für seine Kinder, als ein Ingenieur oder Arzt in einem Schwellenland.

        • Josef Marti sagt:

          Vielleicht in der CH, aber wohl kaum in D, I, oder USA. Demnach sollte man in der CH konsequenter Weise die SKOS Ansätze und die Branchen Mindestlöhne etwa halbieren, oder? So quasi als Stimulierungsprogramm.

          • Anh Toàn sagt:

            Nein, man sollte nichts halbieren, sondern einfach etwas weniger auf höchstem Niveau rumheulen, aber leider beginnt das grosse Geheule, das „Hitler“ wählen, sobald die anderen aufholen, denn wie J. Kühni sagt, was ich durchaus weiss, wir Menschen messen Wohlstand daran, mehr zu haben als andere (noch wichtiger als der Nachbar ist der Schwager in diesem Zusammenhang) und der Hoffnung darauf, es werde noch mehr in Zukunft. Und wenn wir sehen, dass die hinter uns aufholen, sehen wir unseren Wohlstand akut gefährdet.

          • Josef Marti sagt:

            Richtig. Deshalb sollten die Eliten endlich überzeugende Argumente bringen und das Wachstumsdogma begraben; der Büezer muss es toll finden und begrüssen wenn er real immer weniger verdient. Es kann ihm dabei ja nur besser gehen, weil die Boden- und Kapitalbesitzer dafür mehr verdienen und so das trickle down besser funktioniert.

        • J. Kuehni sagt:

          Anh Toàn: Sie wissen, dass nicht das absolute, sondern das relative Level des Wohlstands sowie die Erwartungshaltung an die nahe Zukunft dabei entscheidend ist, ob „Hitler“ gewählt wird oder nicht. Dem unmittelbaren Nachbarn muss es schlechter gehen, die Aussicht auf Gehaltserhöhung muss vorhanden ein, damit der Mensch (oh welch‘ Spezies) zufrieden ist.

          • Linus Huber sagt:

            „ob „Hitler“ gewählt wird“

            Der Fokus auf die Umstände, welche zum letzten Weltkrieg führten (Nationalsozialismus), verhindert oft das Erkennen von anders gearteten aber bedeutend stärkeren Gefahrenherden wie z.B. das Erzeugen von terroristisch orientierten mit totalitärer Grundeinstellung versehener Strömungen, welche die Toleranz der freiheitlichen Ordnung demokratischer Staaten zu deren Untergrabung ausnützen und welchen das Gedankengut der Einmischung (der die Demokratie verachtenden Globalisten) in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten oft mit militärischen Mitteln zur Blühte verholfen hat.

        • Josef Marti sagt:

          Weshalb ist die CH im Vergleich zu anderen Industrieländern ein Sonderfall? – Wegen der plebiszitären Referendumsdemokratie. In dieser kann die neoliberale Agenda (=Lohnquote senken, Arbeit und Konsum höher besteuern, leistungslose Besitzeinkünfte von Steuern befreien) nur viel schwieriger und deutlich langsamer durchgesetzt werden.

          • Josef Marti sagt:

            Dabei ist noch beizufügen, dass die CH im BIP pro Kopf nach PPP Vergleich zwar relativ weit vorne liegt, aber deutlich hinter Norwegen und den anderen Öl- und Fluchtoasen.

  • Georg Wuitschik sagt:

    Guter Artikel. Es ist Fakt, dass viele Leute durch Zollschranken, Begrenzung der Einwanderung und andere Handelshemmnisse in der Vergangenheit ein höheres Einkommen erzielten als das in einer globalisierten Welt der Fall ist. Globalisierung bleibt insgesamt eine sehr positive Sache, aber die Gewinner (aufstrebende Mittelschicht in Schwellenländern) wählt halt nicht bei uns, sondern die oben genannten Verlierer. Auch wenn sie mit ihrer Wahl von Populisten nicht wirklich ihren eigenen Interessen dienen, so können sie zumindest denen da oben eins auswischen. Wie löst man dieses Dilemma?

    • Josef Marti sagt:

      Indem man die Demokratie abbaut und dafür sorgt, dass eine Elite von Boden- und Kapitalbesitzern unbehelligt weiter ihren Reichtum geniessen darf. In der CH hatten wir da mal so einen intellektuellen Club Hélvetic, wo ist der eigentlich geblieben?

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.