Freispruch für die Notenbanken

Auf der Anklagebank: Die Notenbankchefs Janet Yellen (USA), Mario Draghi (EU) und Thomas Jordan (CH). (Reuters/Keystone)

Auf der Anklagebank: Die Notenbankchefs Janet Yellen (USA), Mario Draghi (EU) und Thomas Jordan (CH). (Reuters/Keystone)

Wegen ihrer Käufe von Staatsanleihen werden Notenbanken beschuldigt, Staaten zu finanzieren und die Zinsen künstlich zu drücken. Die Vorwürfe zeugen von einem Missverständnis.

Die Staatsverschuldung vieler westlicher Länder landet zunehmend in den Bilanzen der Notenbanken. In den USA hält das Fed gemäss einem Bericht des «Wall Street Journal» mit 2,4 Billionen Dollar an US-Staatsanleihen mehr als ein Fünftel der ausstehenden Schulden der Regierung. In Grossbritannien liegt der Anteil der Bank of England sogar bei rund einem Viertel und in Japan bei einem Drittel der gesamten Staatsschulden. Die Europäische Zentralbank hält gemäss dem Bericht mit deutschen Staatsanleihen 15 Prozent der Schulden des mächtigsten Eurolandes. Die anhaltend äusserst expansive Geldpolitik der Notenbanken führt dazu, dass die Käufe von solchen Staatsanleihen sogar noch zunehmen.

Blog Staatsanleihen

Dieser Umstand könnte zu zwei Schlüssen führen:

  1. Die Staatsverschuldung der betroffenen Länder ist eigentlich nie ein Problem, weil ja die Notenbank sie einfach einkaufen kann.
  2. Die Notenbanken sind Schuld daran, dass die Zinsen ins Bodenlose fallen und der Anteil von negativen Renditen von sogenannt sicheren Staatsanleihen immer grösser wird.

Beide Schlüsse sind falsch.

Zum ersten Punkt: Finanzierung der Staatsschulden

Auf den ersten Blick macht es Sinn, die Notenbank mit dem Staatsbudget konsolidiert zu betrachten. Trotz ihrer Unabhängigkeit in der Geldpolitik ist eine Notenbank doch auch eine öffentliche Institution. Staatsanleihen im Besitz der Notenbank bedeuten aus dieser Sicht, dass die Öffentlichkeit sich in diesem Ausmass selbst etwas schuldet. Oder anders formuliert ist es möglich, dass die Notenbank die gekauften Staatsanleihen immer wieder durch neue ersetzt, wenn sie fällig werden. Sodass der Staat faktisch die Schulden gar nie zurückbezahlen muss.

Diese Betrachtung macht aber nur klar, dass Schulden von Staaten ein ganz anderes Biest sind als Schulden von Privaten oder Unternehmen. Solange ein Land eine eigene Notenbank und eine eigene Währung hat, ist es weit weniger gefährdet durch Schulden, als etwa ein Mitgliedsland einer Währungsunion – da die jeweilige Notenbank einspringen kann.

Anders sieht es aus, wenn ein Land keine eigene Währung hat (wie in Euroland), oder wenn für ein Land faktisch eine ausländische Währung entscheidend ist (etwa bei einer hohen Verschuldung in Dollar oder einer Anbindung der eigenen Währung an diesen wie in vielen Schwellenländern). In diesen Fällen hat ein Land dagegen grösste Probleme, wenn seine Bonität nur schon infrage gestellt wird. Denn ziehen die Geldgeber aus dem Ausland deshalb ihre Mittel ab, beziehungsweise verkaufen sie die Staatsanleihen dieser Länder, dann sinken deren Kurse, bzw. die Renditen steigen und damit der Zinssatz, den diese Staaten für neue Kredite oder Anleihen bezahlen müssen. Ein Staatsbankrott wird damit immer wahrscheinlicher (wie die Schuldenfallenformel zeigt) und kann alleine das Ergebnis einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung sein – eben der Angst um die Bonität eines Landes. Das war vor fast fünf Jahren schon einmal Thema hier auf NMTM.

Und das ist auch die Geschichte, die sich im Sommer 2012 in der Eurozone ereignet hat, bis Mario Draghi mit dem OMT-Programm versprochen hat, gegen Bedingungen notfalls auf den Märkten Anleihen gefährdeter Staaten mit Käufen zu stützen. Und es ist die Geschichte vieler Schwellenländer-Krisen, die mit dem Begriff des «Sudden Stop» verbunden werden – dem plötzlichen Ausfall der Finanzierung aus dem Ausland.

So wichtig die Stütze durch die eigene Notenbank für die finanzielle Glaubwürdigkeit eines Landes auch ist. Sie bedeutet dennoch nicht, dass ein Land seine Schulden beliebig ausdehnen und durch die Notenbank finanzieren lassen kann. Das Problem dabei ist aber nicht die Bonität des Landes im engeren Sinn, als vielmehr die Glaubwürdigkeit der Regierung und das Vertrauen in die Währung, das dadurch gefährdet würde.

Ein Land kann zwar mit neu geschaffenem Geld der Notenbank eine ungezügelt zunehmende Staatsschuld durchaus ständig aufkaufen. Doch in diesem Fall würde das neu geschaffene Geld immer stärker an Wert verlieren: Im Inland bedeutet das eine stark steigende Inflation, gegenüber der Währung anderer Länder führt es zu einer Abwertung der inländischen Währung. Die Folge wäre, dass aus dem Ausland niemand mehr in inländischer Währung Kredite vergeben würde. Selbst die Inländer würden sich möglichst an einer ausländischen Währung orientieren. Beispiele für die Katastrophe, zu der eine solche Entwicklung führen kann, liefert die Hyperinflation Deutschlands in den 1920er-Jahren oder aus unseren Tagen die Entwicklung in Venezuela oder Zimbabwe. Die letzten Beispiele machen überdies auch deutlich, dass eine solche Politik meist mit einem nicht mehr funktionierenden und korrupten Staatswesen verbunden ist, das bei internationalen Geldgebern jede Glaubwürdigkeit eingebüsst hat.

Die Aufkäufe von Staatsanleihen durch die Notenbanken der eingangs erwähnten entwickelten Länder hat mit dieser Art von Politik aber nichts gemein, wie sich alleine daran zeigt, dass die Inflation nicht explodiert, sondern im Gegenteil sogar extrem tief oder sogar negativ bleibt. Dazu mehr im Fazit am Ende des Beitrags.

Zum zweiten Punkt: Schuld an den Tiefstzinsen

Als Referenzzinssätze längerer Fristen gelten in der Regel die Renditen von sicheren lang laufenden Staatsanleihen. Aufkäufe von Staatsanleihen durch Notenbanken erhöhen die Kurse dieser Anleihen und drücken deren Renditen. Damit erscheint auch die Aussage auf den ersten Blick richtig, die Notenbanken seien am tiefen Zinsniveau Schuld. Doch auch das greift zu kurz.

Zum einen sind die Käufe der Notenbanken nicht alleine für die Kurse, bzw. die Renditen der sogenannt sicheren Staatsanleihen verantwortlich – also der Staatsanleihen von Ländern wie der Schweiz, der USA, Deutschlands oder Japans. Die Notenbanken tun letztlich nur in das gleiche, wie andere Investoren auf den Kapitalmärkten. Diese Anleihen werden auch gekauft, weil sie Anlagesicherheit in unsicheren Zeiten bieten. Sonst wäre es auch schwer zu verstehen, warum sie gekauft werden, obwohl die Rendite von immer mehr dieser Papiere bis zu Fristen von 50 Jahren (wie in der Schweiz) im negativen Bereich liegen. Sonst wäre weiter auch nicht zu erklären, warum sich grosse institutionelle Anleger wegen der Käufe der Notenbanken zunehmend darüber sorgen, ob für sie selbst noch ausreichend solcher Papiere verfügbar bleiben.

Dennoch hat das tiefe Zinsniveau über alle Fristen viel mit der Politik der Notenbanken zu tun, aber nicht in erster Linie wegen ihrer Aufkäufe von Staatsanleihen, sondern wegen ihrer in jeder Hinsicht äusserst expansiven Geldpolitik. Es ist sogar ihr erklärtes Ziel, das Zinsniveau so tief wie möglich zu drücken. In den USA liegt der Leitzins bei einem Viertelprozent, in der Eurozone bei null Prozent und in der Schweiz bei –0,75 Prozent. Die Leitzinsen sind überall kurzfristige Zinsen (in der Schweiz für die Frist von drei Monaten auf ein Jahr hochgerechnet). Die langfristigen Zinsen werden stark von der Erwartung beeinflusst, wie hoch (oder eben tief) die Notenbanken ihren (stets kurzfristigen) Leitzins über die nächsten Jahre halten werden. Die tiefen Langfristzinsen zeigen deshalb auch, dass kaum jemand erwartet, dass die Notenbanken in den nächsten Jahren ihre Leitzinsen deutlich über das aktuelle Niveau hinaus anheben werden.

Die Erwartung lang anhaltender Tiefstsätze bei den Leitzinsen der Notenbanken wiederum hat weniger mit der Einschätzung zu tun, dass die Notenbanker unverantwortlich handeln, als vielmehr mit dem so genannten «neutralen Zinssatz». Dieser auf den Ökonomen Knut Wicksell zurückgehende Begriff bezeichnet für eine Volkswirtschaft jenen Satz, der nötig ist, damit die Gesamtnachfrage mit dem Gesamtangebot im Gleichgewicht ist. Das heisst, der Zinssatz darf nicht zu hoch sein, sodass die Produktionsfaktoren durch eine zu geringe Gesamtnachfrage unterbeschäftigt bleiben, noch zu tief, sodass es zu einer Überhitzung mit Inflation kommt.

Vieles deutet nun darauf hin, dass dieser neutrale Zinssatz äusserst tief oder sogar negativ ist (wie das etwa EZB-Chef Mario Draghi für die Eurozone vermutet). Das bedeutet, die Notenbanken erfüllen nichts mehr als ihre Aufgabe, wenn sie den Zins so tief oder sogar im negativen Bereich belassen. Dass der neutrale Zinssatz so tief liegt, hat schliesslich nichts mit ihrer Politik zu tun, sondern hat strukturelle Ursachen: Vor allem weil die Sparbereitschaft bei jedem Zinssatz weltweit im Verhältnis zu der Investitionsbereitschaft zu hoch ist, bzw. die Investitionsbereitschaft im Verhältnis zur Sparbereitschaft zu tief. Einfacher ausgedrückt: Die Ersparnisse fliessen also kaum in Investitionen. Das Ergebnis ist ein sehr tiefer oder sogar negativer neutraler Zinssatz. Die Erklärungen dafür waren schon früher Thema bei NMTM – etwa hier oder in diesem Beitrag, aus dem auch die folgende Grafik stammt, die schematisch den Zusammenhang zwischen Sparbereitschaft, Investitionsbereitschaft und dem neutralen Zinssatz für den Fall zeigt, dass dieser negativ ist:

Grafik-Gleichgewicht

Fazit:

Die Aufkäufe von Staatsanleihen durch die Notenbanken stellen in den hochentwickelten Volkswirtschaften keine gefährliche Entwicklung dar in dem Sinn, dass sie den Geldwert gefährden würden, bzw. zu einer Inflation führen. Die tiefen Zinsen, die daraus resultieren sind zwar durchaus Folge der expansiven Geldpolitik, aber auch gewollt. Denn wären sie höher, würde sich die Weltwirtschaft in einem noch schwächeren Zustand befinden, als sie das schon ist.

77 Kommentare zu «Freispruch für die Notenbanken»

  • Jan Svoboda sagt:

    „Die Notenbanken tun letztlich nur in das gleiche, wie andere Investoren auf den Kapitalmärkten.“ Diese Aussage ist an Dummheit kaum zu überbieten, nein, die ZB tut damit den sogenannten Primary Dealer (Grossbanken) ein free lunch spendieren, denn diese betreiben das was man front running nennt, sie kaufen die Anleihen in der Gewissheit, dass sie sie später mit einem sicheren Gewinn an die ZB verkaufen können. Somit ist der Titel nur dummes Zeug, genau wie auch die Aussage „Denn wären sie (die Zinsen) höher, würde sich die Weltwirtschaft in einem noch schwächeren Zustand befinden, als sie das schon ist.“. Das sagt implizit aus “ wenn wir die Schulden weiter erhöhen, wird es de Wirtschaft immer besser gehen“. Nur dummer keynesianischer Schwachsinn.

  • Linus Huber sagt:

    „Denn wären sie (die Zinsen) höher, würde sich die Weltwirtschaft in einem noch schwächeren Zustand befinden, als sie das schon ist.“

    Hier kommt gut das zentralplanerische Gedankengut zum Ausdruck, welches uns mit der dauernden geldpolitischen Stimulation der vergangenen Jahrzehnte in die heutige prekäre Sackgasse führte. Nein, der Drang jeden einzelnen Menschen seine persönliche Situation durch Arbeit und Schweiss zu verbessern führte nicht zum gewünschten Wachstum zugunsten der Privilegierten wie z.B. der Finanzsektors, die Grossunternehmen etc., sondern einzig ein auf Kreditausweitung beruhendes zentralistisch manipuliertes Wachstum. Dass Geldentwertung eine korrosive Wirkung auf die Gesellschaft ausübt, wird selbstgefällig ausgeblendet.

    • Marcel Senn sagt:

      Linus: Bei den heutigen Schuldenständen hat jedes Prozent Zinsen mehr auch „korrosive Wirkungen“!
      Und was reden Sie denn überhaupt von Geldentwertung – in Europa und USA findet die ja kaum statt, auf den Philippinen ja auch nur zw. 0.4-1.9%. Bei uns allerdings schon mit 9% resp. 40% – in Argentinien läuft aktuell das ganze Volk Sturm, weil sich die Gasrechnungen zw. verzehn bis in vereinzelten Fällen bis zu verhundertfacht haben. Und es ist der kälteste Winter seit Jahrzehnten!
      Ob Zinsknechtschaft oder gegebenenfalls etwas Inflation – ist beides korrosiv.
      PS Die grossen eingetauschten Geldmengen (gegen v.a. Obligationen) liegen eh nur träge rum – darum gibts höchstens eine Assetinflation – das ist ja das Problem – wird dem monetären System v.a. Spargeld und kein Fliessgeld zugefügt.

      • Linus Huber sagt:

        1. Wollen Sie uns vielleicht hier und jetzt weiss machen, die Währungen wurden über die letzten 50 Jahre nicht entwertet? Bitte verkaufen Sie mir doch eine durchschnittliche Eigentumswohnung im Kt. Zürich für chf200k.

        2. Ja, die vergangene wie heutige Assetinflationierung ist das Problem (respektive das Resultat unentwegter Geldentwertung), welches nicht unabhängig von geldpolitischer Zentralplanung zustande kam/kommt.

        3. In Argentinien geniessen Sie den Vorgeschmack dessen, was auf uns zukommt.

        4. Warum reden Sie einzig von heute und ignorieren geflissentlich die Ursachen, welche uns in diese Misere, in welcher die Optionen immer weniger werden, führten.

        5. Zinsknechtschaft bedingt Schulden. Wieso soll man sich Schulden aufladen, wenn es sich nicht lohnt?

      • ast sagt:

        Ich habe den Eindruck dass die Grafik bei sehr tiefen Zinsen so nicht mehr funktioniert. Bei Zinsen um den Nullpunkt kommt es zu einem Angstsparen, was hier nicht erfasst ist (Bargeldhortung, Edelmetalle, sogar Umlegung von Sparkapital in Aktien oder Immobilien). 1000er Nötli scheint es inzwischen mehr zu geben als 100er -die 1000er fliessen aber kaum. Die Realwirtschaft provitiert kaum davon, jedenfalls nicht die Menschen die dort arbeiten.

  • Linus Huber sagt:

    „Die Aufkäufe von Staatsanleihen durch die Notenbanken stellen in den hochentwickelten Volkswirtschaften keine gefährliche Entwicklung dar in dem Sinn, dass sie den Geldwert gefährden würden, bzw. zu einer Inflation führen.“

    In diesem Sinn mögen sie keine gefährliche Entwicklung darstellen, was stimmen mag, wobei hier natürlich einzig der Konsumentenpreisindex zwecks Messung der Inflation herangezogen wird und Verzerrungen des Preisgefüges einfach als nicht existent ignoriert werden. Wichtiger wäre zu eruieren, in welchem Sinn sie eine gefährliche Entwicklung darstellen, als sich in selbstgefälliger Wahl stark konditionierter Teilaspekte zu suhlen.

    • Mario Droggi sagt:

      Die ECB orientiert sich nicht am Konsumendpreisindex sondern an einem synthetischen „core inflation“ Index. Dies vorrangig um den Effekt von Steuererhöhungen aus der Inflationsrate heraus zu filtern.

  • Rico Meier sagt:

    Per Saldo ist das ein Nullsummenspiel. Die EZB verschuldet sich auf der Passivseite bei ihren Gläubigern (Giroguthaben der Banken bei der EZB = FK). Die EZB legt sich die zumindest teilweise schwachen Papiere ins Portfeuille (Aktivseite der Bilanz). Dadurch wird die Bonität der EZB verwässert. Die Investoren ziehen es offenbar vor in die EZB direkt zu investieren, da am Ende der Steuerzahler mithaftet. Ferner werden sie Papiere schwcher Euro Staaten los. Das ist eine riesige Kreditwaschanlage und hilft maroden Staaten sich weiter relativ günstig weiter zu verschulden. Die Finanzierung durch die Nationalbanken erfolgt also nicht durch irgendwelches spukhaftes „Fiat-Geld bzw. Liquidität aus dem Nichts“. Immerhin investieren EZB und Fed im Gegensatz zur SNB im eigenen Währungsraum.

    • Marcel Senn sagt:

      Meier: Einverstanden mit Ihrem Nullsummenspiel betreffend den Zentralbankenbilanzen, aber was für Investoren „investieren“ direkt in die EZB – die Oblis gehören dann der EZB etc und nicht mehr „Investoren“ – ausser Sie meinen damit die Giroguthaben der Geschäftsbanken – aber das sind ja auch keine echten „Investitionen“!
      Und wieso haftet bei ZB der Steuerzahler – das ist doch genau so eine irrige Annahme, wie die weitverbreitete falsche Annahme dass z.B. die aktuell rund 650 Mrd der SNB „Volksvermögen“ seien.

      • Rico Meier sagt:

        Sehr geehrter Herr Senn
        Ja ich meine, dass die Giroguthaben der Banken (Fremdkapital der ZB) eine Investition in die Bilanz der ZB darstellen.

        Ich bin absolut mit Ihnen, dass die spekulativen Devisenanlagen der SNB kein Volksvermögen sind. Diese sind zum überwiegenden Teil mit Fremdkaptital finanziert (Giroguthaben der Banken bei der SNB). Wenn das EK der SNB negativ wird müssen die Kapitalgeber, sprich Banken Ihre Giroguthaben entsprechend wertberichtigen, mit allen daraus folgenden Konsequenzen. Die Frage ist wer im Falle eines SNB Konkurses die SNB (oder eben die EZB) re-kapitalisiert. Hier sehe ich eben, dass dies am Ende der Steuerzahler sein wird (implizite Haftung).

        • Marcel Senn sagt:

          Sehr geehrter Herr Meier: Eine ZB kann negatives EK haben (die tschech. ZB hat 12 J mit neg. EK funktioniert) & die Banken müssten ihre Giroguthaben auch nicht abschreiben.
          Erst wenn es zu Liquiditätsengpässen käme bei neg. EK z.B. über den Notengeldmenge (akt. rund 75 Mrd) müssten andere Massnahmen getroffen werden. Wenn dann alles schief läuft, dann würde vermutlich auch der CHF stark abwerten und der Steuerzahler würde so „enteignet“. Banknoten kann die SNB dann immer noch drucken lassen. Diesmal wirklich mit der Druckerpresse (von Orell Füessli), da sich dann auch Inflation einstellen würde.
          Mit was soll denn der Steuerzahler überhaupt noch zahlen, wenn das ganze ZB & auch Geschäftsbankensystem zusammenbrechen würde. Dann würden auch die meisten Steuerzahler bankrott gehen.

          • Rico Meier sagt:

            Durch Emission von Notenbankgeld steigen das FK und damit die Schulden der SNB. Die SNB (gilt für alle ZB) können somit nie und nimmer schuldfreies Vermögen (EK) aus dem Nichts schöpfen. Banknoten werden erst dann zum Nominalwert eingebucht, wenn sie in Umlauf gebracht werden: Vermögen an Notenumlauf (FK) oder Giroguthaben der Banken an Notenumlauf (Passivtausch). Alles andere wäre Geldfälschung. Die CZ Nationalbank kann nicht wirklich ein Benchmark mit ihrer kommunistischen Vergangenheit sein. Die konkursrechtlichen Konsequenzen gelten auch für die SNB. Das gescheiterte Mindestkursabenteuer sollte Anlass genug sein, dass die Synapsen in Bezug auf die SNB angesichts der gigantischen Verlustrisiken auf der SNB-Bilanz endlich richtig schalten.

          • Josef Marti sagt:

            Das können Sie vergessen, das Konkursrecht ist für die SNB explizit gesetzlich ausgeschlossen. Geld im Umlauf ist Eigenkapital weil es liquid ist und nicht FK, aus dem einfachen Grund weil FK sprich Schulden aus Lieferungen und Leistungen illiquide Verpflichtungen sind.

  • George Aengenheister sagt:

    Der Solvente jedoch sieht keinen Investitiosbedarf, er hat ja schon mehr als er braucht. Wenn’s beliebt, da und dort ein Picasso, den er einfach haben will, oder eine grössere Yacht vielleicht. Der Marktoutput zeigt, wer bedient wird. Luxus für den Solventen und billigen Tand für diejenigen, welche ihre Kreditlimite noch nicht erreicht haben. Die Notenbanken haben keine Alternative zu ihrem Verhalten. Neue Ideen sind gefragt. Oder blinde Buchhalter. Umfallen, aufstehen, Krone richten, weitermachen. Beim Umfallen werden wohl einige Knochen in Brüche gehen. So richtig rosig sieht es meiner Meinung nach nicht aus und ich versteh nicht viel von Buchhaltung.

  • George Aengenheister sagt:

    M. E. haben wir heute ein Bilanzierungsproblem. Die Gesamtverschuldung versus der Assetvermögen aller Marktteilnehmer erlaubt keine Deflation der inflationierten Assetkurse, weil jedes Sinken unmittelbar das Eigenkapital vernichten würde und somit die Bilanzen sehr vieler Marktteilnehmer deponiert werden müsste. Oder Eigenkapital nachgeschossen werden müsste. Die UBS musste 2008/2009 EK zu 11 Prozent aus den Emiraten beschaffen. Eigenkapital ist jedoch Mangelware bei Überschuldung des Marktes. Die Zentralbanken geben nur Steigbügelhilfe für die Geschäftsbanken, welche hoch gehebelt Geld zum Kauf bereits inflationierter Assets ausgeliehen haben. Umverteilung an den Solventen bleibt übrig.

  • Martin sagt:

    Und ich widerspreche Ihrer These. Der Leitzins sagt aus, wie viel Zinsen die Banken wie UBS, CS & co an die SNB oder EZB bezahlen müssen. Meiner Meinung nach, sind die Zinsen so tief, weil die Banken viel Geld brauchen, um ihre BIZ BS III Regeln zu erfüllen. Europa ist daran interessiert, sein Finanzsystem zu stärken und nicht zu schwächen. Draghi & co. kommen den Banken mit Billigzinsen entgegen. Ist das Gros der Banken finanziell abgesichert, werden auch die Zinsen wieder steigen, da die Nationalbanken wieder auf Normalbetrieb umstellen können. Der Kauf von Staatsanleihen hingegen, ist eine Anbindung der jeweiligen Länder an die EZB.

    • Josef Marti sagt:

      Ein Zinsanstieg ist unrealistisch, es käme zu einer unbeherrschbaren Kettenreaktion mit mehreren Staatspleiten in Südeuropa.

      • Martin sagt:

        @Marti: Das sagen Sie! Ein Anstieg des Leitzinses ist unumgänglich und wird auch kommen. Es wird auch keine Staatspleiten geben in Südeuropa. Weshalb auch? Wenn der Leitzins ansteigt, verdienen die Notenbanken mehr, wenn die Geschäftsbanken Geld beziehen.

        • Josef Marti sagt:

          Schon mittelfristig wird die Neuverschuldung resp. Refinanzierung der Staatsschulden je nach Höhe des Zinsanstiegs empfindlich verteuert. Um das mit Ausschüttung an die Finanzämter wieder zu kompensieren müsste die Notenbank am Ende sämtliche Staatsbonds halten.
          Notenbankkredite hingegen sind reine Überbrückungskredite und werden nur sehr kurzfristig für höchstens einige Wochen gesprochen, erst seit der Finanz- und Eurokrise kamen als Feuerwehrübungen längerfristige Kredite gegen gelockerte Sicherheitsanforderungen in Mode. In einem normalisierten Zinsumfeld gibt es das sicher nicht mehr.

  • Marcel Senn sagt:

    Wenn ein grosser Akteur wie die EZB die Renditen von spanischen oder ital. Anleihen durch massive Aufkäufe von über 7% innert kurzer Zeit auf plus minus 1% runtertreiben kann, weil er massenweise von dem Zeugs aufkauft und dadurch der Kurs nach oben geht – resp. die Rendite runter hat das sicher einen Einfluss. Das andere ist, wenn die Akteure merken, dass da jemand da ist, der das Zeug „whatever it takes“ aufkauft, drückt das auch auf die Yields.
    .
    Dass die ZB ganz unbeteiligt sind an den tiefen Obli-Yields würde ich jetzt so nicht unterschreiben.

    • Johnny Smith sagt:

      „Dass die ZB ganz unbeteiligt sind an den tiefen Obli-Yields würde ich jetzt so nicht unterschreiben.“

      🙂 Sie liegen weit vorne im Wettbewerb der ‚Untertreibung des Jahres‘ bzw. im diplomatischen Ausformulieren in politischer Korrektheit. Etwas undiplomatischer gesagt: MDM ist ein Elfenbeinturm-Theoretiker, der seinen (an und für sich vorhandenen) Denkapparat manchmal ausschaltet, um zu seiner gewünschten Schlussfolgerung zu kommen.

      • Johnny Smith sagt:

        Das Zeichen am Anfang hätte eigentlich ein Smiley werden sollen. Das Blog-System ändert wohl immer wieder etwas 😉

      • Linus Huber sagt:

        @ Johnny

        Für Marcel sitzt jener im Elfenbeinturm, welcher grundlegende ökonomische Prinzipien erläutert und nicht derjenige, welcher in Vernachlässigung solcher Prinzipien selbstgefällige Theorien und Modelle zusammenschustert. 🙂

        • Marcel Senn sagt:

          Linus: Das Wirtschaftsleben ist nun mal dynamisch, besonders seit wir noch ein paralleles Finanzsystem haben, das keine Möglichkeit auslässt, noch irgendeinen Profit aus der Realwirtschaft zu ziehen.
          .
          Mag ja sein, dass Ihre Prinzipien aus den 20er bis 70er Jahre für die Realwirtschaft wirklich noch eine signifikante Bedeutung haben Vermutlich schon, sofern der Wettbewerb nicht Kartell- oder Oligopolverseucht ist – was in der heutigen Zeit eben auch nicht mehr 100% so ist.
          .
          Wir spielen heute ein anderes Spiel – wie wärs denn mal anstelle moralisierender Kritik realisierbare Lösungsvorschläge mit konkreten Zahlen/ Grössenverhältnissen – Pragmatiker sind gefragt, nicht Theoretiker! 😉

          • Johnny Smith sagt:

            „wie wärs denn mal anstelle moralisierender Kritik realisierbare Lösungsvorschläge mit konkreten Zahlen/ Grössenverhältnissen – Pragmatiker sind gefragt, nicht Theoretiker!“

            Ich denke, beide sind gefragt! Es muss nicht unbedingt moralisierend sein, allerdings muss man Verursacher und Fehlanreize beim Namen nennen dürfen. Tiefe oder gar Negativ-Zinsen lösen nun mal nicht das Problem der Überschuldung, sondern verstärken es, egal wie süss und schmerzlos (anfänglich) gelddruckende Zentralbanken scheinen.

          • Johnny Smith sagt:

            „wie wärs denn mal anstelle moralisierender Kritik realisierbare Lösungsvorschläge mit konkreten Zahlen/ Grössenverhältnissen – Pragmatiker sind gefragt, nicht Theoretiker!“

            Ich denke, beide sind gefragt. Es muss nicht unbedingt moralisierend sein, allerdings muss man Verursacher und Fehlanreize beim Namen nennen dürfen. Tiefe oder gar Negativ-Zinsen lösen nun mal nicht das Problem der Überschuldung, sondern verstärken es, egal wie süss und schmerzlos (anfänglich) gelddruckende Zentralbanken scheinen.

          • Johnny Smith sagt:

            „wie wärs denn mal anstelle moralisierender Kritik realisierbare Lösungsvorschläge mit konkreten Zahlen/ Grössenverhältnissen – Pragmatiker sind gefragt, nicht Theoretiker!“

            Ich denke, beide sind gefragt. Es muss nicht moralisierend sein, Verursacher und Fehlanreize muss man aber beim Namen nennen dürfen. Tiefe oder gar Negativ-Zinsen lösen nun mal nicht das Problem der Überschuldung, sondern verstärken es, egal wie süss und schmerzlos (anfänglich) gelddruckende Zentralbanken scheinen.

          • Johnny Smith sagt:

            Ich werde nun schon zum x-ten Mal wieder geblockt von diesem Sch… Blogsystem. Oder liegts daran, dass ich den Autor als Elfenbeinturm-Theoretiker und Tiefzins-Dogmatisten entlarvt habe?

          • Johnny Smith sagt:

            Pragmatiker UND Theoretiker sind gefragt. Es muss nicht moralisierend sein, Verursacher und Fehlanreize muss man aber beim Namen nennen dürfen.

          • Linus Huber sagt:

            Wenn Sie von der Gier der Akteure reden, ist dies wohl nicht moralisierend, jedoch wenn man auf die Fehler des Anreizsystems hinweist, darf man aus Ihrer Sicht die Verantwortlichen nicht nennen. Grundlegende Prinzipien bezwecken nicht zu moralisieren und sind nicht eine Frage der Zeitperiode sondern erläutern Zusammenhänge.

            Lösungsansätze liefert selbst die BIS.

          • Linus Huber sagt:

            „The global economy cannot afford to rely any longer on the debt-fuelled growth model that has brought it to the current juncture.“

            https://www.bis.org/publ/arpdf/ar2016e.htm

  • Greg sagt:

    Ein Denkfehler:

    In einem Fiat – Money System ist das Angebot an Geld – für die Geldschöpfer aus dem Nichts – unendlich. Deshalb kann auch kein Markt spielen. Einzig wichtig ist die Machterhaltung zur Ausgabe des „Geldes aus dem Nichts“, damit die Wirtschaft und Staaten gesteuert werden können. Deshalb ist und bleibt der erlauchte „Geldschöpferzirkus“ in privater Hand. nicht zu Vergessen die Ratingmacht der US – Agenturen …

    Ich wünsche mir demokratisch legitimiertes Vollgeld. Die Banken können ja eigenes Geld kreieren, das aber nicht durch Staaten geschützt wird. So sollen wir wirtschaften, dann gibt es auch wieder einen einigermassen legitimierten Finanz MARKT.

    • Rolf Zach sagt:

      Die Frage des Geldes ist eine Frage des Nutzens und nicht eine Frage der Ideologie. Ich weiß nicht, ob das Vollgeld die Lösung ist um eine Volkswirtschaft auf Touren zu bringen. Wenn 20 % des Volkes mit Vollgeld, das leicht zu einem System der Deflation ausarten kann, gut leben können und die anderen 80 % nichts davon haben oder sogar Schaden nehmen, bin ich strikt dagegen. Sogar Milton Friedman war nicht für Vollgeld, er bevorzugte eine automatische Vergrößerung der Geldmenge in einer wachsenden Wirtschaft sogar mit Geldschöpfung. Bei dieser Zielsetzung konnte sogar die Notenbank privates Eigentums sein und unabhängig von der Regierung zugunsten der Aktionäre geführt werden!

      • Greg sagt:

        Hr. Zach
        Sie schreiben die Lösung ja selber, in einer wachsenden Wirtschaft soll die Geldmenge ausgeweitet werden. Die Geldschöpfung ist die faktische Ausdehnung der Informationseinheiten in Geld, die sich beliebig ausdehnen lässt, bald reden wir nur noch von Trillionen, Billionen war mal (M3 wächst expontionell&strebt gegen unendlich …)

        Aber Wirtschaftszyklen gehören zu einer normalen Entwicklung dazu. Nur damit wir etwas zu Tun haben, sollten wir z.B nicht unsere Umwelt zu Grunde richten. Multiresistente Keime sind heute wohl realität & beruhen auf dem dümmlichsten Wachstumszwang, hervorgerufen durch das Zinseszins Fiat – Money Geldsystem, das sich über Qualität futtiert, weil es nicht messbar ist. Wie Leben über dVerhältnissen!

        Wo bleibt also der Nutzen? Nutzniesser = Kapital?

  • Marcel Senn sagt:

    Die Hyperinflation in der Weimarer Republik ist aber mit heute nicht wirklich „ceteris paribus“, weil die Währung die Papiermark war, der WR aber gleichzeitig Reparationszahlungen von bis zu 269 Mrd (1921) in Goldmark verhängt wurde — das entsprach damals dem rund 4.5 fachen der gesamten geförderten Weltgoldvorräte (damals rund 22’000t – heute sinds rund 180’000t)!
    Zudem provozierte die Reichsbank auch die Inflation wegen dem Ruhrgebietkonflikt mit F.
    .
    Das ist in etwa ähnlich wie in Südamerika in den 80er Jahren mit der hohen Inflation auf den Heimwährungen, da die gegen aussen v.a. in US$ verschuldet waren.
    Die Eurozone ist aber primär in € verschuldet – also in der Heimwährung!

    • Rolf Zach sagt:

      Dies haben sicher auch als Banker Ihren Schweizer Vorgesetzten im Zusammenhang mit US Dollar erklärt und seine Stellung als Reservewährung mit ständigem Inflationstick bei einem riesigen Leistungsbilanzdefizit, welches in den letzten Jahren stärker gewachsen ist als die Weltwirtschaft US Dollar benötigte zur Abwicklung des Welthandels. Diese Produktion von Gold, äh von Dollar, mit billigsten Herstellungskosten führten zwangsläufig zu den abenteuerlichsten Finanzspekulation in New York. Aber die beiden Schweizer Großbanken mußten unbedingt US Großmäuler als Chefs beschäftigen, die sie in das angebliche Paradies der wunderbaren Geldvermehrung einführten.

      • Marcel Senn sagt:

        Zach: Logisch Heimwährung gleich Heimspiel. (gut bei Frankreich gestern hat das mit dem Heimspiel nicht so geklappt)
        Das UK hat rund 2.6 Bio $ Schulden versus auländischen Gläubigern – über 4x soviel wie die italienischen Banken!
        Könnte mit dem schwachen £ auch noch Probleme geben – je nach Währungsnomination der Schulden.

  • Armin Koellner sagt:

    Dei Notenbanken sind wie die verhassten EU Politiker nur noch am Gesetze brechen, Statuten missachten und am Bürger belügen. Keine einzige Notmassnahme von IWF oder EZB wurde gesetzeskonform umgesetzt. Es herrscht die Kulktur der „Selbstermächtigung“ und „Selbstbedienung. Dass sich Diem-Meier noch für solchen PR-Schwachsinn einer „unschuldigen Notenbank“ benutzen lässt, kann ja wohl nur noch mit Kopfschütteln und einer beginnenden Hinterfragung seiner Motive und Absichten beantwortet werden. Man hätte auch Lagarde, Hollande, Draghi und Poroschenko als Experten befragen können!

    • Office@buss sagt:

      Stimmt auffällig, Inflation beim Vermögen , Deflation für die Schuldner!
      So kann dasweitergehen 20 Jahre wie in Japan
      Frohes Schaffen!

    • Josef Marti sagt:

      Immerhin war Draghi äusserst erfolgreich, nach seiner berühmten whatever it takes Rede war die Kapitalflucht aus dem Süden beendet, die Geldbasis M0 ist von 2012 bis 2014 um 27% gesunken, gleichzeitig ist M3 entgegen diesem Trend sogar leicht angestiegen dh. das OMT muss auch gewirkt haben.

      • Rolf Zach sagt:

        Mich nimmt wunder, warum diese Feindseligkeit gegen die EZB und den EURO. Außer Schlagwörtern haben ich selten Argumente der EZB und EURO Gegner gelesen, die stichhaltig und logisch waren. Oder muss man als Befürworter des Euros selbst die logischen Argumente gegen seine Einführung hören. Muss ich solche schreiben oder kann ich dies mit gutem Gewissen den Euro-Gegner überlassen?

  • Chris sagt:

    Besten Dank für diesen hervorragenden Artikel, Herr Diem Meier. Es braucht Aufklärungsarbeit. Viele Kommentare zeigen, dass die Menschen Schwierigkeiten haben, von der mikroökonomischen Sichtweise zu abstrahieren und zu einem kohärenten makroökonomischen Weltbild zu gelangen.

    • David Iusow sagt:

      genau, und das makroökonomische Weltbild ist perfekt und nicht zu hinterfragen, basta. Weil es eben so wenige verstehen.

  • Martin Schmidt sagt:

    Und warum lieber Herr Diem Meier, ist die Sparbereitschaft so hoch und die Investitionsbereitschaft so gering? Hat das nicht genau mit den Notenbanken zu tun und den Erwartungen, die sie auslösen?

    Überlegen Sie doch mal, wie die Menschen in Ihrer Umgebung – auch hier auf FUW – denken, die alle in „sichere“ Bluechips und Bonds rennen. Warum tun die das denn und wollen Sie ernsthaft behaupten, das Verhalten hätte nichts mit den Notenbanken zu tun?

    Das zweidimensionale Modell des neutralen Zinssatzes ist ja nett für einen völlig freien Markt, den haben wir aber nicht.

    Die Rettungs- und Nullzinspolitik ist eben nicht berechtige Reaktion auf eine sehr niedrigen Zinssatz, sie ist…

  • Josef Marti sagt:

    Inflation wird durch diese Monetisierung von Staatsschulden sehr wohl erzeugt allerdings auf den Vermögenswerten. Bei den Aktien gibt’s deshalb grosses Absturzpotential. Trotz massiv ansteigender Geldmenge kann bei den Konsumgütern jedoch keine Inflation entstehen solange die Umlaufgeschwindigkeit bei schwacher Auslastung und stagnierenden Löhnen sinkt.

    • Office@buss sagt:

      Stimmt auffällig, Inflation beim Vermögen , Deflation für die Schuldner!
      So kann dasweitergehen 20 Jahre wie in Japan
      Frohes Schaffen!

  • Mueller Peter sagt:

    Der Punkt ist doch der: Wären vernünftige Politike am Ruder, wäre ein Staatsdefizit gar nie nötig. Aber die lieben Politiker schauen natürlich, dass sie das nächste Mal wieder gewählt werden. Fazit: Keine Wirtschafts-Lobbyisten in den Parlamenten und immer nur eine Amtsperiode. Oder noch besser: Die Politiker haften mit ihrem Privatvermögen für allfällige Staatschulden. Dann hätte sich Punkt 1 des Blogs von alleine erledigt. Und sollten Politiker das Budget immer noch nicht hinkriegen: Mir geben. Ich streiche innert Minuten die nicht notwendigen Posten, und jedes, aber jeeeeeedes Staatsbudget wäre im Nu schwärzer als schwarz.

  • Alexander Ramseyer sagt:

    Es gibt einen Grund weshalb Notenbanken unabhängig sein SOLLTEN. Dieser liegt primär darin, dass die Politik sich nicht einfach aus der Schatulle der Notenbank bedienen, bzw. dass sichergestellt sein muss dass die Notenbank einen unabhängigen und manchmal schmerzvollen Weg gehen kann. Wer obigen, ganz offensichtlich interessensgesteuerten Text glaubt, der müsste sich auch einmal über die parallelen in der Entwicklung der politischen Intervention in die Geldpolitik vor den grossen Wirtschaftskrisen des letzten Jahrhunderts informieren. Dies nicht nur unter dem Aspekt der unterschiedlichen Zeiten. Etwas ist immer anders, doch an den Grundprinzipien einer soliden Geld- und Wirtschaftspolitik…

  • David Iusow sagt:

    Alles schön und gut und sogar theoretisch wunderbar nachvollziehbar bzw. begründbar. Berechtigt das aber wiederum das Handeln, wenn es sichtlich praktisch nicht funktioniert? Denn das Problem ist ja, dass die Kritik in vielen Fällen nicht der Staatsfinanzierung im engeren Sinne gilt, sondern, dass das angesprochene Gleichgewicht mit geldpolitischen Mitteln möglicherweise nicht erreicht werden kann. Siehe Japan. Da kann Mario Draghi noch so viel annehmen, dass der neutrale Zinssatz im negativen Bereich liegt, wissen tut er dies wahrscheinlich nicht. Meine persönliche Meinung: Das was in den USA funktioniert hat, muss hier nicht überall funktionieren. Zumal, was meistens nicht erwähnt wird,…

  • Johnny Smith sagt:

    „Vieles deutet nun darauf hin, dass dieser neutrale Zinssatz äusserst tief oder sogar negativ ist … Das bedeutet, die Notenbanken erfüllen nichts mehr als ihre Aufgabe, wenn sie den Zins so tief oder sogar im negativen Bereich belassen.“

    Mit anderen Worten, die Käufe von Anleihen durch die Zentralbanken beinflussen den Preis nicht? So ein Satz kann auch nur ein Elfenbeinturm-Theoretiker von sich geben. Ich wäre ja gespannt, wo die Zinsen liegen würden, wenn die Notenbanken keine Anleihen mehr kaufen würden…

    • Martin sagt:

      In den USA dürften die Arbeitslosenzahlen sowie die Kerninflationdaten kaum für ein FED Rate von 0.25% sprechen. Aber wie Sie richtig bemerken: Elfenbeinturm-Theoretiker… oder frei nach Pippi Langstrumpf: Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt.

  • randie brunn sagt:

    Es ist nicht Aufgabe der Notenbanken Staatsanleihen zu kaufen. Diese Entwicklung verdrängt Investoren und letzendes auch Sparer und führt langfristig zu einer noch schwächeren Weltwirtschaft. Die Notenbanken lassen ihre Muskeln spielen und zeigen sich kulant gegenüber verantwortungsloses Wachstum der Staatsausgaben durch noch mehr Staatsverschuldung anstatt Disziplin und Ordnung zu schaffen im Sumpf der politisch gesteuerten Staatsausgaben. Die Unsicherheit an den Märkten kommt schliesslich nicht von ungefähr.

  • will williamson sagt:

    „Die tiefen Zinsen, die daraus resultieren sind zwar durchaus Folge der expansiven Geldpolitik, aber auch gewollt. Denn wären sie höher, würde sich die Weltwirtschaft in einem noch schwächeren Zustand befinden, als sie das schon ist.“
    Bzw. die hochverschuldeten Staaten kämen durch höhere Zinsen vollends in die Bredouille und könnten ihren Konkurs noch etwas früher anmelden.

    • Rolf Zach sagt:

      Hochverschuldet, Bankrott und Konkurs! Staaten gehen nie in den Bankrott noch erleiden sie einen Konkurs. Sie haben in ihrer eigenen Währung eine Inflation, wenn das Vertrauen ihrer Bürger nicht mehr mitspielt und die Geldmenge offensichtlich größer ist als die vorhandenen Mengen an Waren und Dienstleistungen. Wenn das Vertrauen der Bürger fehlt, ist dieses des Auslandes noch geringer. Kein Land in Lateinamerika konnte jemals im Ausland eine Anleihe in eigener Währung aufnehmen, auch nicht von der Weltbank. In Japan aber ist der Staat bei den Bürgern hochverschuldet und sogar ein Drittel davon befindet sich bei der Bank of Japan. Und trotzdem ist der Yen stabil.

      • Rolf Zach sagt:

        Die größte Angst der Japaner ist, der Yen könnte zu sehr gegenüber dem Dollar aufwerten. Man kann es nicht genug betonen, die japanische Gesamtverschuldung hat nichts mit der Weltwirtschaft zu tun, es ist ein in sich geschlossenes Universum. Zentralbanken können in aller Seelenruhe die Staatspapiere ihrer Länder aufkaufen, wenn sie eine Reservewährung haben und dies bedeutet, daß diejenigen, die mit dieser Währung operieren Vertrauen haben. Euroland ist eine Einheit, dies wurde in der Griechenland-Krise durchexerziert und deshalb kann die EZB so operieren wie die Bank of Japan.

      • Office@buss sagt:

        Der lange Erklärungsaufwand müßte zum Schluß kommen:
        Warum gibt es noch Anleihen wenn Kreditfinanzierte Investitionen billiger sind, tut er aber nicht,
        Daher Thema verfehlt, knapp!

      • Josef Marti sagt:

        Es ist natürlich bequem, wenn man sich bei praktisch Nullzinsen laufend verschulden kann und zwar in eigener Währung und unter dem Strich keine Aussenschulden bestehen. Die CH kann sich auf 10 Jahre mit Null Prozent Zins zum Ausgabepreis von 103% verschulden. Die Japaner investieren in ihre eigenen Rentner und geben die Schuldscheine von Generation zu Generation weiter. Solange die LB positiv bleibt kann man dieses Spielchen ewig betreiben.

        • Marcel Senn sagt:

          Marti: Da könnten aber die Engländer noch Probleme bekommen mit der zweitnegativsten Leistungsbilanz der Welt in absoluten Zahlen (rund minus 123 Mrd $) hinter den USA mit 484 Mrd $.
          Auch die Schulden gegenüber Nichtengländern ist bei den UK Banken mit 2.6 Bio $ über viermal so hoch wie z.B. in Italien gemäss BIS.
          .
          Sollte das UK mit ihrem Brexit gehörig auf die Schnauze fallen, mein Mitleid würde sich in Grenzen halten und wäre doch ein guter Warnschuss für die aktuellen Bilateralenverniedlicher wie es z.B. Roger Köppel gerade in seinem wöchentlichen Schmierenblättli permanent versucht!
          Gut immerhin hat die CH im Gegensatz zum UK noch eine positive Leistungsbilanz.

        • Linus Huber sagt:

          @ Josef

          „Solange die LB positiv bleibt kann man dieses Spielchen ewig betreiben.“

          Sie treffen hier den Nagel perfekt auf den Kopf. Leider hat sich die Handelsbilanz über die vergangenen Jahre tendenziell verschlechtert, wodurch das Potential von hoher Instabilität (z.B. Währungsverfall, hyperinflationäre Tendenzen) steigen dürfte. Das Erringen von Vertrauen dauert immer lange, der Verlust von Vertrauen kann sich über lange Zeit ebenfalls langsam abspielen, jedoch zu einem unbestimmten Zeitpunkt evaporiert es fast blitzartig.

          http://www.tradingeconomics.com/japan/balance-of-trade

    • will williamson sagt:

      Ich habe schon die Auslandverschuldung im Auge gehabt. Wäre der Dollar nicht Reservewährung, dann hätten die Amis ein ziemliches Problem. Henry C. K. Liu sagt dazu: Die Amerikaner produzieren die Dollars und die übrige Welt produziert die Güter, die man mit diesen Dollars kaufen kann.
      Liu meint auch, eine Währung habe nur deshalb einen Wert, weil der Staat bereit sei, dieses Geld zur Zahlung der Steuern zu akzeptieren. So gesehen dürfte es für den Staat kein Problem sein, in schwachen Wirtschaftsphasen Infrastrukturprojekte aufzugleisen und mit neuem Geld zu bezahlen.

  • will williamson sagt:

    Ich meine, wenn die Notenbanken auif dem Sekundärmarkt Staatsschulden aufkaufen, dann pumpen sie kein neues Geld in den Markrt, sondern sie ersetzen Geld, das vorher von Privaten für diesen Anleihenkauf ausgegeben wurde (Offenmarktpolitik).

    • Thomas Hartl sagt:

      Die Ablösung der Staatsschulden macht dann aber Kapital von Privaten frei, welches wiederum in den Markt fliessen könnte. Ich denke, die Idee der Notenbanken ist schon richtig, das Problem liegt darin, dass innovative Ideen für Investments fehlen, oder diese gewinnversprechenden Geschäfte mit weniger Kapital möglich sind, als dies früher der Fall war.

      • J. Kuehni sagt:

        Alt: Tricke down. Älter: Supply side.

        Vielleicht liegt das Problem auch einfach darin, dass inzwischen die Kaufkraft und Tiefe der Konsumentenbasis fehlt (resp. nicht mehr vorhanden ist), um die exorbitanten Gewinnerwartungen des konzentrierten Kapitals zu befriedigen. Da bleibt halt nur noch das phantasielose Hin- und Herschieben von „Vermögenswerten“ (aka Staatsanleihen, Immobilien), in der Hoffnung, dass diese *irgendwie* einen Wert behalten, auch wenn die breite Gesellschaft, die solchen Werten erst Substanz und Stabilität verleihen könnte, gar nicht mehr existiert.

    • Josef Marti sagt:

      Eine Zunahme der Geldbasis findet dabei sehr wohl statt. Zitat Jens Weidmann: „Die Finanzkraft einer Notenbank ist dabei prinzipiell unbegrenzt, da sich eine Notenbank das Geld, das sie vergibt oder mit dem sie bezahlt vorher nicht etwa beschaffen muss, sondern es quasi aus dem Nichts erschaffen kann.“ Dasselbe gilt für Kreditvergabe gegen Sicherheiten.

  • Marcel Zufferey sagt:

    Analog zu den Entwicklungen im Anschluss an das Platzen der US-Immobilienblase, den zahlreichen Zweckgesellschaften der Finanzdienstleister (in Irland) und den Abwicklungsinstitutionen, die aus der Finanzkrise hervor gingen (z. B. der StabFund der SNB) muss man also langsam davon ausgehen, dass die Noten- und Zentralbanken immer mehr zu Bad Banken für Zombie-Staaten werden…

    • Rolf Zach sagt:

      Also der StabFund der SNB hatte nicht staatliche US-Papiere, sondern die berühmt-berüchtigten Sub-Prime Papiere des privaten US-Immobilienmarktes. Frage: Liegt das Problem nicht eher bei Zombie-Banken als den Zombie-Staaten?

      • Marcel Zufferey sagt:

        Das mit dem StabFund ist mir schon klar. Da waren nur UBS-Papiere drinnen. Und er wurde mit Gewinn abgewickelt. Ob es mehr Zombie-Staaten als Banken gibt, fragen Sie? Wenn man alles mit einbezieht, was seit 2007 passiert ist, aber wirklich alles, dann schätze ich, dass da ständig Schuldverschreibungen hin- und her gereicht werden. Die heisse Kartoffel pendelt zwischen den Staaten und den Geschäftsbanken hin und her und hin und her und hin und her…

  • Rolf Rothacher sagt:

    Mein Fazit: Wer die falschen Fragen stellt, dem nutzen auch die Antworten nichts.
    Die Industriestaaten haben derart hohe Rentenversprechen abgegeben, dass sie eigentlich zahlungsunfähig sind (Ausnahme vielleicht Deutschland). Das Argument bezüglich Sicherheit der Staatsanleihen ist darum nicht gegeben. Und eine Zentralbank gehört nicht dem Staat, sondern dem Volk. Dass Aufkaufen der Staatsanleihen, die nie zurückbezahlt werden, wirkt langfristig wie eine zusätzliche, hohe Steuer. Denn die Zentralbanken geben ja offiziell sogar zu, dass sie Inflation erzeugen wollen.
    Tiefe/negative Zinsen bedeuten auch eine zunehmend falsche Allokation des Geldes und damit Verschwendung und Misswirtschaft.

    • Irene Lanz sagt:

      Wenn also die 640 Mrd. Fremdwährungen, die die SNB besitzt, dem Schweizer Volk gehören, so wäre es nur recht und billig, wenn damit die Verluste, die unsere Rentenkassen infolge Negativzins erleiden, ausgeglichen würden. Warum häuft die SNB Vermögen, das sie aus dem Nichts schafft, an, während wir Rentenkürzungen in Kauf nehmen sollen? Wenn der Franken so gesucht ist, dass er zu einer Commodity wird wie Gold oder Öl sollte unser Volk davon profitieren.

      • Maiko Laugun sagt:

        @Irene Lanz: „Warum häuft die SNB Vermögen, das sie aus dem Nichts schafft, an, während wir Rentenkürzungen in Kauf nehmen sollen?“

        Die „640 Mrd. Fremdwährungen, die die SNB besitzt“ sind KEIN Vermögen. Die SNB schafft kein Geld „aus dem Nichts“. Die SNB verlängert die Bilanz, indem sie ihr (SNB) Konto bei den Geschäftsbanken zum Zwecke des Kaufes von Fremdwährungen überzieht. Die „640 Mrd.* sind also SCHULDEN. Die Bilanzverlängerung entsteht aus FREMD- u. nicht aus EIGENkAPITALl.

        • will williamson sagt:

          Wenn die SNB Devisen kauft, verbucht sie diese unter den Aktiven, also unter Vermögen. Sie verschuldet sich gegenüber den Geschäftsbanken in CHF. Banknoten sind Schulden der Nationalbank. Der Notenumlauf ist in der Bilanz unter den Passiven verbucht. Dem Schweizervolk gehört nur das Nettovermögen, d.h. Aktiven minus Fremdkapital.

      • Marcel Senn sagt:

        Lanz: Weil auf der Passivseite die Verschuldung gegenüber den Geschäftsbanken und übrige Verbindlichkeiten per heute auf 510 Mrd Franken angestiegen ist!!!

        Siehe Seite 2: Durchschnitt der Franken-Sichtguthaben bei der SNB für die Woche zum 8. Juli 2016

        http://www.snb.ch/de/mmr/reference/gwd_20160711/source/gwd_20160711.de.pdf

        Es ist absoluter Bullshit, dass 640 Mrd „dem Volk gehören“ – allenfalls die rund 70 Mrd Eigenkapital gehören zu rund 60% dem Volk (in etwa soviel AK-Anteile besitzen Bund und Kantone an der SNB und dann hat es noch einen privaten deutschen Grossaktionär und ein paar kleinere – SNB Aktien sind ja frei kaufbar an der Börse)

    • Rolf Zach sagt:

      Sie sollten aber wissen, daß bezüglich Renten in Deutschland, das Umlagesystem herrscht, was jedes Rentensystem langfristig stabiler macht. Übrigens, die Amerikaner haben in ihrer staatlichen AHV wie wir ein Umlagesystem. Aber die Reagan Administration hat ihrer unergründlichen Weisheit beschlossen, die AHV zum Zwangssparen ihrer Bundesschulden zu verwenden (was übrigens nicht in der FED Bilanz erscheint), anstatt sie an die Bürger auszuschütten. Dafür haben wir jetzt die älteren Weißen als Wutbürger und Trump Wähler.

    • Linus Huber sagt:

      @ Rolf

      Einer der sinnvollsten Kommentare hier. Der Aktivismus der Zentralbanken um etwelches Wirtschaftswachstum zu erzeugen ist schwerlich nachhaltig, aber erzeugt in der Zwischenzeit immer noch höhere Ungleichgewichte. Das grundlegende Problem von „excessive debt“ wird damit nicht angegangen, sondern ausgebaut. Dieses Problem kann nicht durch Hyperaktivität der Zentralbanken gelöst werden, sondern ist eine politische Angelegenheit, in welcher „debt restructuring and outright forgiveness“ an Bedeutung gewinnen. Es wird unterschlagen, dass das Ausmass an Schulden einen Einfluss auf die wirtschaftliche Dynamik ausübt.

      http://www.williamwhite.ca/sites/default/files/BrunoLeoniSpeech

      • Marcel Senn sagt:

        Linus: Ihr Link funktioniert nicht…liegts wohl am neuen eher hässlichen Design von NMTM…
        .
        Excessive Debt ist doch sowas wie die Vertreibung aus dem Paradies – Ueberall sitzen Schlangen, die einem neue Kredite für irgendwas aufschwatzen wollen und irgendwann ist man so verschuldet, dass man aus dem Paradies geschmissen wird.
        .
        Die Politiker müssen zuerst noch geboren werden, die heutzutage bei den hohen Schuldenständen wirklich ein „debt restructuring and outright forgiveness“ Programm durchziehen. Eine Alternative wäre vielleicht noch ein Weltkrieg III – Bevor im Spätkapitalismus Schulden (resp. Schuld) in dem grossen Ausmasse erlassen werden, da wird es die Menschheit doch vorher eher wieder mal mit Bomben probieren.
        Und danach kommt dann wieder ein „Wirtschaftswunder“…

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