Das Einmaleins der Strukturreformen

Europa kommt kaum aus der Krise. Die einen fordern Konjunkturprogramme, andere Strukturreformen. Der IWF hat untersucht, was es am meisten braucht.
Ladenschluss beim Toro Store im spanischen Malaga. Foto: Jon Nazca (Reuters)

Ein verringerter Schutz für Beschäftigte verschärft eine Krise weiter: Ladenschluss beim Toro Store im spanischen Málaga. Foto: Jon Nazca (Reuters)

Europa kommt kaum aus der Krise. Die einen fordern Konjunkturprogramme, andere Strukturreformen. Der Internationale Währungsfonds hat den scheinbaren Gegensatz genauer analysiert.

Das dritte Kapitel des «World Economic Outlook», das der Internationale Währungsfonds (IWF) wie immer vor dem Rest dieses Berichts und im Vorfeld der Frühjahrstagungen publiziert, geht intensiver als schon frühere Studien des Fonds auf die Wirkungsweise von Strukturreformen ein.

Das Thema ist von grosser politischer Brisanz im Zusammenhang mit der Eurokrise. Hier sind es vor allem die Kernländer wie Deutschland, die als Ursache vor allem auf mangelhafte Wirtschaftsstrukturen in den Peripherieländern hinweisen, während andere auf die harten Sparschnitte hinweisen, die dort jegliches Wachstum verunmöglichen oder sogar – wie in Griechenland – zu einer schweren Depression geführt haben, die nach wie vor andauert.

Der IWF unterscheidet zwischen zwei Arten von Strukturreformen:

  1. Reformen auf den Produktmärkten: Damit ist ein Abbau von Hindernissen für einen freien Austausch von Gütern und Dienstleistungen gemeint. Solche Hindernisse bestehen zum Beispiel in Gesetzen, Regeln und Verhaltensweisen, die neuen Anbietern den Marktzutritt verunmöglichen oder erschweren, sodass die bestehenden Anbieter keinem Wettbewerbsdruck durch günstigere Preise, Innovationen oder eine bessere Qualität ausgesetzt werden.
  2. Reformen auf den Arbeitsmärkten: Hier ist unter anderem eine Öffnung der Arbeitsmärkte gemeint. Das heisst zum einen, Beschäftigte sollen leichter entlassen werden können, sodass sie auch eher eingestellt werden. Zum anderen sollen neu in den Arbeitsmarkt Eintretende mit den «Insidern», die schon feste Stellen haben, in Konkurrenz treten können. Vor allem in südlichen Euroländern bleiben dank dem speziellen Schutz der Insider vor allem Junge aussen vor. Ihnen bleiben nur die (Jugend-)Arbeitslosigkeit oder schlecht bezahlte temporäre Jobs. Aber auch der Abbau von hohen Arbeitslosen- und anderen Sozialgeldern und deren Bezugsdauer wird genannt, weil sie den Anreiz mindern, sich um Jobs zu bemühen. Der Abbau von hohen auf den Löhnen erhobenen Sozialabgaben und Steuern ist ein weiteres Reformthema, da sie die Arbeitskosten erhöhen und dennoch das verfügbare Einkommen schmälern. Zu den Arbeitsmarktreformen zählen ausserdem Massnahmen, die die Wiedereingliederung von Arbeitslosen fördern.

Was sich Ökonomen grundsätzlich von Strukturreformen erhoffen, ist eine höhere Produktivität (Output pro Input) der Wirtschaft. Die Begründung in kürzester Form: Auf liberalisierten Produkt- und Arbeitsmärkten steigt für alle der Anreiz, die besten Produkte und Leistungen möglichst kostengünstig anzubieten. Die menschlichen und sachlichen Ressourcen fliessen so in ihre effizienteste Verwendung. Dabei ist umgekehrt natürlich nicht gemeint, jeder Eingriff in die Wirtschaft, jede Schutzmassnahme für Beschäftigte oder jede Arbeitslosenunterstützung sei schädlich. Das gilt nur für ein Ausmass, das die Produktivität schwächt.

Warum eine erhöhte Produktivität wichtig ist, war bereits in diesem Beitrag Thema. Wie dort schon ausgeführt, ist eine zu geringe Produktivität ein weltweites Problem, das nicht nur auf Messprobleme zurückgeht – siehe dazu auch hier. Besonders ausgeprägt ist dieses Problem in der Eurozone, was der IWF in seinem Text besonders betont.

Eine höhere Produktivität erhöht vor allem das sogenannte Wirtschaftspotenzial, das heisst, eine Volkswirtschaft kann dann mehr an Produkten und Dienstleistungen herstellen. Fehlt es aber in einer Volkswirtschaft an genügend (Gesamt-)Nachfrage – weil der Staat oder die Konsumenten mehr sparen wollen, als Unternehmen zu investieren bereit sind, und auch die Exporte zu gering sind, um den inländischen Nachfragemangel auszugleichen –, dann nützt ein höheres, aber nicht ausgelastetes Wirtschaftspotenzial wenig. Zumindest mittel- bis langfristig gleichen sich aber Nachfrageschwächen aus – so die Überzeugung der meisten Ökonomen.

Vor diesem Hintergrund hat denn auch der IWF die Wirksamkeit von Strukturreformen untersucht, wobei er sich einerseits auf ein neues komplexes ökonomisches Modell (der Sorte DSGE) gestützt hat, aber auch auf neue umfassende Daten aus den entwickelten Ländern über die letzten 40 Jahre. Die Beurteilung je der Absatzmärkte und der Arbeitsmarktreformen erfolgt dabei gemäss den folgenden Kriterien:

  • Dem Zustand der Gesamtwirtschaft, wobei zwischen «Normal Economic Conditions» (normale Konjunkturlage, keine Krise und auch kein Boom), «Weak Economic Conditions» (schlechte Konjunkturlage, mit Rezession oder sogar Depression) und «Strong Economic Conditions» (Hochkonjunktur, bzw. Boom) unterschieden wird.
  • Der Dauer, bis die betrachteten Strukturreformen auf den Produktmärkten und den Arbeitsmärkten wirken, wobei zwischen kurzfristiger («Short Term») und mittelfristiger Wirkung («Medium Term») unterschieden wird. Für jeden oben genannten Zustand der Volkswirtschaft wird schliesslich untersucht, in welcher Frist er wirkt.
  • Bei den Arbeitsmärkten werden die bereits oben beschriebenen möglichen Strukturmassnahmen einzeln untersucht: die Wirkung eines Abbaus des Kündigungsschutzes («Employment Protection Legislation»), die Wirkung eines Abbaus der Arbeitslosengelder («Unemployment Benefits»), die Wirkung einer Verringerung von Steuern und Sozialabgaben, die auf den Löhnen erhoben werden («Tax Wedge») und die Wirkung von aktiven Massnahmen zur Wiedereingliederung von Arbeitslosen («Active Labour Market Policies»).

Die Matrix unten fasst die Ergebnisse zusammen. Ein Pluszeichen steht für einen positiven Effekt auf die gesamtwirtschaftliche Lage durch die jeweilige Strukturmassnahme, ein negatives Zeichen für einen negativen Effekt. Zwei dieser Zeichen bedeuten einen besonders starken positiven oder negativen Effekt.

IMF-Struktur-Matrix

Schauen wir uns die wichtigsten Ergebnisse aus der Studie an:

  • Reformen bzw. Liberalisierungen auf den Produktmärkten haben für eine wirtschaftliche Verbesserung eine grössere Wirkung als eine Aufhebung des Kündigungsschutzes auf den Arbeitsmärkten.
  • Befindet sich eine Volkswirtschaft hingegen in der Krise, haben auch Produktmarktreformen kurzfristig eine geringere Wirkung als mittelfristig. Das liegt daran, dass es einige Zeit dauert, bis sich die stärkeren Wettbewerbsanzreize auch in einer höheren Produktivität der Gesamtwirtschaft niederschlagen. 
  • In der Krise wirkt sich Aufhebung des Kündigungsschutzes in kurzer Frist negativ und in der mittleren Frist sogar sehr negativ aus. Das liegt vor allem daran, dass die Entlassenen in einer Phase mit einer bereits sehr hohen Arbeitslosigkeit kaum einen anderen Job finden. In einer normalen Wirtschaftsphase hat diese Massnahme hingegen keine statistisch signifikanten positiven oder negativen Wirkungen.
  • Ebenfalls negativ wirkt sich kurzfristig die Kürzung der Arbeitslosenunterstützung in einer Krise aus. Das wird damit begründet, dass eine solche Phase durch eine fehlende Nachfrage gekennzeichnet ist. Die Nachfrage sinkt durch die geringeren Zahlungen an die Arbeitslosen – von denen es in dieser Phase besonders viele gibt – weiter, was die Krise zusätzlich verschärft.
  • Die Senkung oder Loslösung von Steuern und Sozialabgaben auf den Löhnen wirkt sich, wie auch aktive Arbeitsintegrationsmassnahmen, ausser in einer Hochkonjunktur in allen Wirtschaftslagen und sowohl kurz- wie langfristig sehr positiv aus. Einerseits sinken dadurch die Arbeitskosten, zweitens befördert das die Nachfrage, weil den Beschäftigten ein höheres verfügbares Einkommen verbleibt. Entscheidend ist allerdings, dass der Staat in dieser Wirtschaftsphase den Einnahmeausfall nicht durch Einsparungen andernorts kompensiert.
  • In einer Hochkonjunktur haben sowohl Produktmarktreformen wie auch eine Lockerung des Kündigungsschutzes oder eine gekürzte Arbeitslosenunterstützung eine positive Wirkung, mittelfristig sogar eine sehr positive.

Fazit 

Der Gegensatz zwischen einer Nachfrage- und einer Strukturpolitik macht wenig Sinn. Was am meisten bringt, kommt sehr auf die konkrete Wirtschaftslage an. In einer Konjunkturkrise steht die Stützung der Nachfrage im Vordergrund und alle Massnahmen, die die Nachfrage schwächen, verschlimmern die Lage weiter. Das gilt besonders für Arbeitsmarktreformen wie ein gelockerter Kündigungsschutz oder eine Senkung der Arbeitslosengelder.

Allerdings stellt der Fonds in seiner Untersuchung auch fest, dass sich Strukturreformen in einer Krise eher durchsetzen lassen, weil dann die politische Gegenwehr geringer ist als in Zeiten, in denen es laufend mehr zu verteilen gibt und ein Verzicht schwerer zu vermitteln ist. Um diesen Widerspruch zwischen den Chancen zur Einführung von Strukturreformen und ihrer ökonomischen Wirksamkeit in einer Krise zu lösen, empfiehlt der Fonds die folgenden beiden Strategien:

  1. Eine klare Priorisierung und Zeitplanung von Strukturreformen: So sind in einer schwachen Wirtschaftslage zum Beispiel Produktmarktreformen, ein Abbau von Abgaben auf Löhnen und aktive Arbeitsintegrationsmassnahmen am sinnvollsten. Die übrigen Massnahmen (tiefere Bezüge für Arbeitslose oder ein gesenkter Kündigungsschutz) können aber bereits beschlossen werden und an die Bedingung geknüpft werden, dass sie erst in guten konjunkturellen Umständen gelten.
  2. Alle Strukturmassnahmen, die bereits in der Krise eingeführt werden, sollten durch konjunkturelle Stimulierungsmassnahmen ergänzt werden, etwa durch staatliche Mehrausgaben (vor allem, wenn die Geldpolitik an ihr Limit geraten ist). Dass der IWF hier vor allem an Investitionen in die Infrastruktur denkt, hat er schon mehrfach betont.

Die Erkenntnisse der IWF-Ökonomen können auch als klare Kritik an der eigenen Institution gelesen werden, die gerade etwa in Griechenland als Teil der Troika sehr viel mehr Wert auf Arbeitsmarktreformen gelegt hat, als auf eine Öffnung der Produktmärkte, was in Griechenland besonders viel gebracht hätte. An kompensierende Mehrausgaben, um die durch die Arbeitsmarktreformen weiter einbrechende Nachfrage zu kompensieren, war ohnehin nicht zu denken. Im Gegenteil dazu wurden besonders harte Spareinschnitte gefordert. Die schwere Depression in dem Land ist keine Überraschung. Mehr dazu in einem anderen Beitrag.

87 Kommentare zu «Das Einmaleins der Strukturreformen»

  • Fred Mazinaux sagt:

    Die Ratlosigkeit über unsere Zukunft wird nicht mit Diskussionen über eigentlich banale Symptome verschwinden, was uns ja über das Problem nur mehr alarmieren sollte.Wie schlecht muss es der Welt gehen bis es dämmert dass Lösungen ausserhalb der Box zu suchen sind?

    Die Ursache der maroden Strukturen des Finanz-,&eigentlich grundlegender noch, der politischen Systeme, liegt bei der tausende Jahre alten Fundamentalanschauung nach der, anfänglich mit Klugheit, Schlauheit, aber dann mehr und mehr aus Macht&Gier, Unnatürlichkeit&dann Dummheit, Lügen & Korruption zusammengeflickt wurde. Wir müssen die Ursache aus den Symptomen zu erkennen suchen, und dann die Ursachen beseitigen wollen.

  • Kristina sagt:

    Thinking out the box empfiehlt der IWF den Abbau von Handelshemmnissen zu wagen; vor allem finanzielle. Ansonsten liest sich die Studie doch eher wie ein Manual für ein Data-Set und dessen Modellierung. Interessant wäre zu wissen was denn Aftermath kommt. Oder nach einem Idiosyncratic Shock.

  • Stefan Wiesendanger sagt:

    Dass der Kündigungsschutz auch in guten Zeiten kaum einen Einfluss auf die Wirtschaftsleistung habe, ist eine gewagte Behauptung. Der Einfluss passiert schnell, allerdings überlagern sich zwei gegenläufige Effekte, wobei der Nettoeffekt erst langfristig sichtbar wird. Deshalb lohnt sich eine sofortige Liberalisierung immer, gerade auch in der Krise. Wenn man abfedern will, soll der Staat das transparent über Sozialleistungen bezahlen. Der Unterschied ist 3% Arbeitslose in der CH und 10% in Europa.

    • Rolf Zach sagt:

      Glauben Sie wirklich an Ihre erwähnten Zahlen betreffend Arbeitslosigkeit im Hinblick auf die Schweiz? Ich glaube mehr der deutschen Arbeitslosenstatistik als der schweizerischen. Es gibt zwei Modelle hinsichtlich eines drohenden Einkommensverlust eines Arbeitnehmers entgegenzuwirken. Erstens: Das Modell Dänemark: Der Arbeitnehmer kann jederzeit vom Arbeitgeber entlassen werden, aber kriegt für mehrere Jahre ein hohes Arbeitslosengeld. Zweitens das Modell Deutschland: Hier setzt man vor allem auf den Kündigungsschutz. Je länger ein Arbeitnehmer in einem Betrieb arbeitet, desto länger ist die Kündigungsfrist, deshalb hat Deutschland auch so viele Zeitarbeitsverträge.

      • Rolf Zach sagt:

        Die Schweiz hat eine Mischung von beidem. Die Abstimmung von 2014 gegen die Masseneinwanderung aus der EU wäre nicht angenommen worden, wenn der Bundesrat entweder den Kündigungsschutz oder die Verbesserung der Arbeitslosenversicherung für Schweizer durchgesetzt hätte. Beides wäre nach EU-Vertrag erlaubt gewesen. Von betriebswirtschaftlichem Standpunkt aus ist die dänische Methode die bessere und die Schweiz sollte sich in dieser Richtung bewegen. Die Frage der Finanzierung ist natürlich dann virulenter und mit Klassenkampf verbunden. Warum nicht die AL so finanzieren wie die AHV. Ob nun der Chef 10 Mio. verdient als Lohn und Bonus in Aktien oder bar, er muß 5 % (0.5 Mio.) abgeben.

    • M. Weber sagt:

      Der Autor zitiert nur die Teile der Studie, die ihm politisch passen… Natürlich konsumieren die Leute, die in ihren unproduktiven Jobs weiter beschäftigt werden weiter. Aber kaum eine Firma geht in ein Land investieren, wo es die Leute nicht mehr entlassen kann, wenn schlechte Zeiten kommen. Und so lange die Schuldenprobleme in Südeuropa nicht gelöst sind, sind schlechte Zeiten wahrscheinlich.

      • Johnny Smith sagt:

        „Der Autor zitiert nur die Teile der Studie, die ihm politisch passen“

        Da haben Sie vollkommen recht. Natürlich haben wir alle bis zu einem gewissen Grad die Tendenz unsere Meinung ‚bestätigen zu lassen‘. MDM ist aber ein krasser Fall und Wiederholungstäter diesbezüglich, unter den Autoren von NMTM mit Abstand der Schlimmste.

      • Linus Huber sagt:

        Prinzipienfrei, kurzfristig orientiert, schwache konzeptionelle Kohärenz aber den politischen Trend verteidigend; ob er sich unter Druck fühlt, sich derart zu verhalten, werden wir wohl nie erfahren, wobei er sich wohl in „guter“ Gesellschaft vieler indoktrinierter Ökonomen, welche sich in der Anwendung fragwürdiger Modelle und Theorien üben, befinden dürfte.

    • Alois Krieger sagt:

      10 Jahre nach der Krise sollte man sich ganz bestimmt auf kurzfristig wirksame Konjunkturmassnahmen konzentrieren… Da verblendet linke Ideologie wieder mal einem Ökonomen den Verstand (und die Fähigkeit, die eigens zitierten Studien zu interpretieren… aus langfristig negativ wird dann „kaum ein Einfluss“.

      Also ob es positiv wäre, wenn z.B. in Spanien die Leute, die die Häuser gebaut haben, die jetzt niemand mehr will, einen Kündigungsschutz geniessen und weiter nicht benötigte Häuser bauen könnten – vielleicht direkt finanziert von der EZB, das wäre doch was… Oder wenn die griechischen Staatsangestsellten, die gar nicht gearbeitet haben, immer noch den Lohne weiterbeziehen…

  • Josef Marti sagt:

    Zur angeblich so wichtigen Produktivität. Dazu braucht es in erster Linie Investitionen in den Kapitalstock, dh. geht niemals ohne vorherigen Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur für Bildung, Gesundheit, funktionierendes unabhängiges Justizwesen usw. weil sonst ausländische Investoren zurückhaltend sind. Dies wiederum geht nur wenn die Oligarchen sprich Boden und Kapitalbesitzer und die Elite bereit sind, dafür Federn zu lassen anstatt ihr Kapital in ausländischen Oasen zu verstecken. Ohne diese Bereitschaft sind alle ausländischen Fremdwährungskredite von Anfang an für die Füchse.

    • Markus Ackermann sagt:

      @Marti
      Ich widerspreche.
      1. Produktivität wird automatisch gesteigert, wenn der Anteil unproduktiver Kosten gesenkt wird.
      -> Schauen Sie sich einen Betriebsabrechnungsbogen an: die direkten Kosten machen meist nur den kleineren Teil aus. Die indirekten Kosten (oft getrieben durch Bürokratie, also Regulationen) machen den Hauptteil aus
      2. Da unproduktive Arbeit KEINE Wertschöpfung generiert (man nach der Transaktion real nicht reicher ist als vorher; die Arbeit sogleich bei der Leistungserbringung verpufft), wird aggregiert der produktive Teil der Wirtschaft den unproduktiven nicht mehr finanzieren können. Die Differenz wird mit Schulden finanziert
      3. KEIN Reicher ist produktiv

      • Josef Marti sagt:

        Das verhebt nicht. Der Reiche investiert nicht ohne minimale Standards in Rechtssicherheit und Infrastruktur, somit bleibt die Produktivität mit tiefem Kapitalstock im Keller. Alle Überschussökonomien tragen deshalb ihre Überschüsse immer noch lieber ins gelobte Land im Westen statt in rückständige Schwellenländer. Sodann sind indirekte Kosten bei hoher Anlageintensität va. Fixkosten infolge hoher Abschreibungen auf den Anlagen auch bei Nulloutput. Bürokratie und Regulationen sind Wachstumsmultiplikatoren für einen Riesenrattenschwanz von Dienstleistungen und können die Produktivität gesamthaft sogar erhöhen; schliesslich ist Wachstum ohne Erhöhung von Schulden gar nicht möglich.

        • Markus Ackermann sagt:

          @Marti
          Sie machen Denkfehler
          1. Die von Ihnen genannte Infrastruktur wird vom Staat gestellt und via Steuern und Gebühren bezahlt und findet sich nicht in einer Betriebskalkulation. Investitioinen in Betrieben werden über Gewinne und Kredite finanziert. Im BAB gibt es dafür einen kalkulatorischen Zinssatz
          2. Bürokratie als „Wachstumsmultiplikator“ ist voodoo und Propaganda von unproduktiven Ausbeutern. Wer bezahlt die unproduktive Bürokratie? Die Produktiven. Aggregiert ist Bürokratie ein Minus-Summenspiel
          Unsere Differenz liegt in der Definition der Produktivität (ich: Adam Smith; Sie: neoklassisch / marxistisch)
          https://en.wikipedia.org/wiki/Productive_and_unproductive_labour

          • Markus Ackermann sagt:

            1. Bürokratie konsumiert einen Teil des Wohlstandes, da Bürokraten nicht für Gotteslohn arbeiten. Ist jetzt der Lohn der Bürokraten produktiv?
            -> Nein, weil der Service sofort verpufft. Es bleibt nichts übrig + es gibt kein Resultat, das ich wieder in Arbeit oder Güter tauschen kann. Produktivität ist, was mich real nach der Transaktion reicher macht als vorher.
            2. Neoklassisch meint eine Produktivität, die ALLE Produktivitätsfaktoren immer ins BIP nimmt.
            Bsp: 2 Autos kollidieren
            -> Der Wert der 2 Autos wächst nicht. Beide Eigentümer wurden dadurch ÄRMER. Analog dazu „kreiert“ Bürokratie fortwährend Totalschäden
            -> Die Reparatur der Autos ist produktiv, da sie nicht verpufft

          • Markus Ackermann sagt:

            korrigiere: alle Produktionsfaktoren

          • Josef Marti sagt:

            Falsch. Totalschäden machen nicht ärmer sondern bringen Wachstum und Wohlfahrtsgewinne dank der reglementierten Versicherungswirtschaft. Sie bleiben in Ihrem einzelwirtschaftlichen Käfig stecken. Ihren Betriebsabrechnungsbogen können Sie gleich eindampfen ohne Bürokratie weil Sie gar keine Gewinne erzielen können ohne Kapitalstock. Ohne Bürokratie kein Wachstum und kein Kapitalstock und ohne Wachstum keine Bürokratie, also sollten Sie es vielleicht doch mal in Somalia versuchen.

          • Markus Ackermann sagt:

            Herr Marti. Jetzt sind wir bei den Transaktionskosten.
            1. Ich bezahle obligatorisch eine Versicherung (Papierli-Wender). Diese bezahlen alle Schäden mit Prämien (<70%), die sie zuvor eingenommen haben … PLUS die Löhne der Papierli-Wender PLUS den Gewinn (zusammen >30% der Prämien)
            => Alle Versicherten haben aggregiert MEHR bezahlt, als sie am Schluss herausbekommen. Darum brauchen die Versicherungen das OBLIGATORIUM + darum stellen die Versicherungen die stärkste Lobby in Bern
            2. Bürokratie hat mit Kapital nichts zu tun, sondern mit Eigentum
            -> Je höher die bürokratischen Hürden, desto höher die Transaktionskosten + desto schwieriger ist es, Eigentum zu übertragen: z.B. Notar

          • Linus Huber sagt:

            „Totalschäden machen nicht ärmer“

            broken window fallacy

          • Markus Ackermann sagt:

            Nein, Herr Marti.
            Bürokratie ist ein WachstumsHINDERNIS.
            1. In den Entwicklungsländern ist Demokratie ein Bussness-Krieg (Korruption)
            – Der Wahlsieger kann die Leute seines Clans bzw. Stammes in staatliche Stellen bringen, wo sie einen Stuhl wärmen und nichts tun, ausser blockieren. (Oft haben sie auch keine Ahnung)
            – Kommt ein neuer Wahlsieger, platziert er weitere (seine) Beamte – mit noch mehr Bürokratie
            2. DARUM gibt es in den Entwicklungsländern einen so grossen Schwarzmarkt: je grösser die Bürokratie, desto grösser der inform. Sektor
            3. Bei uns sieht man dies z.B. an den exorbitanten Margen der Pharma: nix Forschung, sondern vor allem bürokratische Schilde gegen Wettbewerb

          • Josef Marti sagt:

            Das ist Quatsch. Versicherungen sind lange nicht immer obligatorisch. Bürokratie hat sehr wohl mit Eigentum zu tun. Nehmen Sie einen der wichtigsten Teile des Kapitalstocks nämlich die Immaterialgüter also va. Patente. Diese sind kaum abnutzbar und deshalb so bedeutend; ohne enorme Bürokratie und ausgebautes Vollzugs und Justizwesen wären diese absolut bedeutungslos. Ihre Ökonomie befindet sich in einer Traumwelt der Dogmen die mit der Realität nichts zu tun hat.

          • Johnny Smith sagt:

            „Ihre Ökonomie befindet sich in einer Traumwelt der Dogmen die mit der Realität nichts zu tun hat.“

            Nein, im Gegenteil. Nehmen Sie das Beispiel von @Markus Ackermann mit den beiden gecrashten Autos. Vorher: Totalvermögen X, nachher Totalvermögen X minus 2 Autos (bzw. deren nicht mehr vorhandene Nutzbarkeit). Wenn jetzt das Ersetzen der beiden Autos mehr Nutzen bringen würde als vorher Schaden kreiiert wurde (das behaupten Sie doch?), warum ersetzen Sie die beiden (von mir aus vor dem Crash gar neuen) Autos nicht gleich mit zwei wiederum Neuen? (Das wäre in Ihrer Logik ja noch besser, da nicht mal die Nutzbarkeit der ersten beiden Autos vernichtet wurde.) Und nochmal… und nochmal…

          • Johnny Smith sagt:

            oder bereits besser tituliert von @LH: „broken window fallacy“

          • Anh Toàn sagt:

            @Markus Ackermann

            Wären Sie Fussballtrainer, würden Sie 10 Stürmer und offensive Mittelfeldspieler aufstellen und nur weil Sie müssen, einen Torwart. Wozu sind Verteidiger und defensive Mittelfeldspieler gut, die machen keine Tore.

          • Josef Marti sagt:

            Der Denkfehler liegt bei den angeblich unproduktiven Dienstleistungen; solche gibt es nämlich gar nicht, da sie ohne Nachfrage gar nicht entstehen könnten. Die Nachfrage wird aber teilweise durch Reglementierung befördert. Wird diese aber in der einzelwirtschaftlichen Kalkulation als unproduktiv ausgeklammert dann macht man die Rechnung ohne den Wirt weil die betriebswirtschaftlich notwendigen Rückstellungen für Kollateral- und Umweltschäden unterlassen werden.

          • Linus Huber sagt:

            @ Josef

            „angeblich unproduktiven Dienstleistungen; solche gibt es nämlich gar nicht, da sie ohne Nachfrage gar nicht entstehen könnten“

            Ich kehrte gerade von der Erneuerung meines Führerausweises zurück, welchen ich hier alle 2 Jahre zu erneuern habe. Im diesem Verfahren waren 7 Leute involviert und der Ablauf dauerte etwa 1 Stunde. Inwiefern dies nun produktiv sein soll zum Vergleich z.B. der schweizerischen Verhältnisse, wo der Führerausweis lebenslang gilt, wollen Sie mir bitte erklären. Dieses Beispiel zeigt, dass einzig die Regulierung die Nachfrage erzeugte, was noch lange nicht heisst, dass etwas daran von gesellschaftlichem und gesamtwirtschaftlichen Nutzen sein muss.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Marti
            „da sie ohne Nachfrage gar nicht entstehen könnten“
            1. Price is what you pay, value is what you get (Buffet): Der Wert (Qualität + Preis) einer DL bestimmt der Kunde, der für den Value FREIWILLIG bezahlt, da er nach der Transaktion real reicher ist als vorher
            2. Zwangskonsum (durch Regulationen) setzt voraus, dass man freiwillig NICHT bezahlt, da man nach der Transaktion real ÄRMER wäre, als vorher
            3. The real PRICE of every thing: „What every thing is REALLY WORTH TO THE MAN who has acquired it, and WHO WANTS to dispose of it or exchange it for something else, is the toil and trouble which it can save to himself, and which it can impose upon other people“ Smith B.I ch.V

          • Markus Ackermann sagt:

            1. Freiwillig wird eine Dienstleistung nachgefragt, wenn der Value GRÖSSER ist als der Preis, wenn man also nach der Transaktion real REICHER ist als vorher
            2. ZWANGSkonsum (namentlich durch Regulationen) findet statt, wenn der Value KLEINER ist als der Preis, wenn man also nach der Transaktion ÄRMER ist als vorher
            3. Per Saldo haben Zwangskonsum die gleiche Wirkung auf das Vermögen des Ausgebeuteten wie Erpressung, Betrug oder Diebstahl … oder eben ein Totalschaden am Auto: danach ist man real ÄRMER als vorher.

          • Anh Toàn sagt:

            „Freiwillig wird eine Dienstleistung nachgefragt, wenn der Value GRÖSSER ist als der Preis, wenn man also nach der Transaktion real REICHER ist als vorher“

            Îch „gewinne“ an Versteigerungen im Bewusstsein, dabei ärmer zu werden, schliesslich ist niemand, ausser ich Trottel bereit, dafür mehr zu bezahlen als ich.

            Der Verkäufer verkauft, weil er glaubt was er bekommt, hätte mehr Wert als das, was er gibt, der Käufer glaubt das Gegenteil. Also: Wert ist subjektiv (von Null bis Unendlich), Preis ist objektiv.

          • Anh Toàn sagt:

            So etwa mit 12 Jahren habe ich auch geglaubt, ich sei reicher, wenn ich etwas gekauft habe. Heute weiss ich, der Verkäufer weiss besser „was drin ist“ als ich, wäre es mehr wert, würde er nicht verkaufen. Heute stelle ich die Frage besser:

            Ist es mir mehr wert.

          • Markus Ackermann sagt:

            „What is bought with money or with goods is purchased by labour as much as what we acquire by the toil of our own body. … [it] contains the value of a certain quantity of labour which we exchange for what is supposed at the time to contain the value of an equal quantity. Labour was the first price, the original purchase-money that was paid for all things … and the value to those who possess it and who want to exchange it for some new productions, is precisely equal to the quantity of labour which it can enable them to purchase or command. … In exchanging … the different productions of different sorts of labour … is adjusted by the higgling and bargaining of the market“

          • Josef Marti sagt:

            @Huber, da stimme ich sogar zu, kein Problem; @Ackermann: Dieses einfältige Schema mit vorher und nachher reicher und ärmer ist kompletter Schwachsinn. Wenn ich 2 Stunden lang eine Zirkusvorstellung besuche bin ich danach auch nicht reicher. Das gilt aber auch wenn ich zwangsweise für eine völlig unproduktive Nachtwächterpolizei bezahlen muss obwohl mir als mittelloser gar nichts gestohlen werden kann, ich werde aber deshalb trotzdem nicht gegen eine Nachtwächterpoizei sein, ich habe nichts gegen Vermögende.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Marti
            1. Die Differenz zw. uns liegt darin, dass die Nachtwächterpolizei nicht produktiv ist … genauso wenig wie Militärs oder Rechtsanwälte oder…
            2. Die Frage des Artikels ist: wie können wir die Produktivität erhöhen?
            Meine Antwort: Die Kosten von Unproduktiven reduzieren
            3. DIES passt Ihnen nicht,
            … da Sie sich eine Umverteilung von Produktiven an Unproduktive wünschen durch Regulationen
            … und Produktive diese Umverteilung begrenzen wollen
            Also muss man anfangen zu rechnen mit einem Referenzpunkt bzw. vorher und nachher:
            Diese Referenz ist der Marktpreis in einem FREIWILLIGEN Wettbewerb, der automatisch Kosten senkt.
            Ein gesparter € oder $ ist ein gewonnener € oder $

          • Markus Ackermann sagt:

            @Marti
            1. Zirkusvorstellung: Sie haben recht.
            2. Wichtiger ist mir z.B. die Gesundheitsversorgung
            -> weniger Bürokraten (Unproduktive) in den Krankenkassen + Spitälern bedeutet mehr Ressourcen für PatientINNEN
            -> weniger Eintrittsbarrieren (Bürokratie, Transaktionskosten) in der Pharma bedeutet mehr Ressourcen für die Forschung + tiefere Pharma-Preise zufolge einem härteren Wettbewerb bei den Kosten
            3. WARUM haben wir in den am MEISTEN regulierten Branchen die höchsten ABZOCKER-Löhne?
            „All those laws which restrain the competition to a smaller number than might otherwise go into them … are a sort of enlarged monopolies, and may frequently keep up the market price“ B.I Ch.VII

          • Johnny Smith sagt:

            Ihr Beispiel der Gesundheitsversorgung ist treffend. Ein anderes Beispiel, wo immer mehr Mittel in ‚Manager/Funktionäre‘ fliessen statt in ‚produktivere‘ Arbeit ist die Bildung. Die Bildungsausgaben wachsen seit Jahren im längerfristigen Schnitt überproportional, wieviel davon bei den Schülern und Lehrern ankommt ist aber tatsächlich eine andere Frage. Oder wie Publizist Beat Kappeler schon mal sinngemäss anmerkte, wir investieren das Bildungsgeld immer mehr in Schulleiter, Schulsekretariat, neue Schulhäuser, Qualitätsmanagement und Bildungsdepartementsbeamte statt in Lehrer und KInder.

        • Linus Huber sagt:

          „Wachstum ohne Erhöhung von Schulden gar nicht möglich“ = Fehlerhafte Aussage!

          For 25 years up to 1970, the relationship of total debt to GDP remained relatively constant. True, there were variations. But the relationship remained inside a narrow range of 140 percent to 160 percent.

          http://netrightdaily.com/2012/02/can-the-economy-grow-without-debt/

          • Markus Ackermann sagt:

            @Huber
            Danke.
            Und danach (vielleicht ab ~1980) hat die sog. Dienstleistungsgesellschaft (tertiärer Sektor wächst stark) angefangen mit zunehmend unproduktiven Anteilen (z.B. Finanzwirtschaft, Koordinatoren, Kommunikatoren etc), die alle von den Produktiven finanziert werden mussten
            … bis aggregiert die Produktiven die Unproduktiven nicht mehr finanzieren konnten, weil nicht genug value geschaffen werden konnte
            … dann hat man die Differenz einfach mit Schulden ausgeglichen, die nie mehr wirklich abgebaut werden konnten
            … bis zur heutigen Überschuldung, die ein deleveraging verlangt.
            -> Im BIP sind aber auch die Unproduktiven zu 100% aufgenommen worden und alles schien ok

          • Josef Marti sagt:

            Wer sagt denn dass die BIP Schuldenquote steigen muss? Es steigen einfach die Schulden wie in jeder Bilanz einer wachsenden Unternehmung. Ich habe noch nie eine expandierende Unternehmung gesehen welche die Bilanzsumme nicht ständig ausweitet.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Marti
            Die Mathematik sagt dies, hier Adam Smith in Book II chapter 3:
            „Both productive and unproductive labourers, and those who do not labour at all, are all equally maintained by the annual PRODUCE of the land and labour of the country. (…) as a smaller or greater proportion of it is in any one year employed in maintaining unproductive hands, the more in one case and the less in other will remain for the productive“
            .
            „The annual PRODUCE of the land of any nation can be increased in its VALUE by no other means, but by increasing either the number of its productive labourers, or the productive powers of those labourers who had before been employed“
            Was ist falls BIP<Value?

          • Markus Ackermann sagt:

            Aggregiert / per Saldo:
            Falls das BIP kleiner ist als der Value, werden die Schulden abnehmen.
            Falls das BIP grösser ist als der Value, werden die Schulden zunehmen.
            .
            Money ist nicht Kapital, sondern „derrived“: es ist ein claim auf den Output der Realwirtschaft (bei Adam Smith heisst dieser Output the VALUE of the annual PRODUCE).
            Das BIP misst nicht Value, sondern money.
            .
            WEIL money eben präzis NICHT das annual PRODUCE ist, können z.B. die Zentralbanken oder die Geschäftsbanken oder wer immer sonst „money“ virtuell multiplizieren. Adam Smith dachte noch mit in Metallen gedecktem Geld (eine Entsprechung wäre heute z.B. Vollgeld … mit oder ohne Metall-Deckung)

          • Linus Huber sagt:

            @ Josef

            „Wer sagt denn dass die BIP Schuldenquote steigen muss?“
            „schliesslich ist Wachstum ohne Erhöhung von Schulden gar nicht möglich“

            Fakt ist, dass das Wachstum der Geldmenge (Schulden/Kredite) in den vergangenen Jahrzehnten deutlich höher lag als das Wirtschaftswachstum. Es liegt wohl an Ihnen, ihren Standpunkt klarer zu definieren; meinen Sie, dass Schulden in Tandem zum Wirtschaftswachstum ansteigen sollen, oder stärker als das Wirtschaftswachstum?

          • Anh Toàn sagt:

            @Markus Ackermann „Das BIP misst nicht Value..“

            Wie misst man Wert? In welcher Einheit? Kg? Liter? Meter? Wie viel Wert war denn in Rohöl um 1750? Wert entsteht durch Nachfrage, was niemand will, ist wertlos. Wir messen Wert bei, der ist nirgendwo drin.

            Die Bauern im Wallis erhöhten den Wert ihrer Tomaten, indem sie einen Teil in die Rohne schmissen: Das nenn ich mal produktiv, die brauchten keinen einzigen Papierliwender dafür.

            Was ist der Wert von Angry Birds, world of warcraft? Was ist der Wert von Sicherheit? Was ist der Wert eines funktionierenden Rechtssystems? Was ist der Wert der Rolling Stones?

          • Anh Toàn sagt:

            http://blog.bernerzeitung.ch/berufung/index.php/35119/das-smartphone-das-nichts-kann-und-vieles-frage-stellt/#more-35119: Da gibt es diesen Künstler, der macht ein Telefon, istones heisst es, aus Granit.

            Entsteht jetzt der „VALUE“ aus den Steinhauern in China oder der Arbeit seiner Mitarbeiter die Bestellungen abwickeln. Oder ist da gar kein „VALUE“?

            Die Arbeit von Verkehrsplanern schafft keinen „VALUE“. Völlig egal, wohin die Bauarbeiter eine Strasse bauen, man kann ja dahin fahren, wo die Strasse hinführt.

          • Anh Toàn sagt:

            Adam Smith – Strassen – Vietnam

            Als Adam Smith seine Bücher geschrieben hat, hatte ein grosser Teil der Menschen Mangel an fast allem. Seine Theorien lassen sich nicht 1:1 auf die heutige Wohlstands-Überfluss-Gesellschaft anwenden.

            Wenn Vietnam vor 30 Jahren eine Strasse gebaut hat, und parallel dazu eine Stromleitung, liessen sich die Leute entlang der Strasse umgehend nieder, errichteten Wohn- und Geschäftshäuser, aus dem einzigen Grund, weil da eine Strasse und Strom war.

            Aber eben, the times they are a changin‘, Adam Smith würde heute nicht mehr schreiben, was er damals schrieb.

          • Josef Marti sagt:

            Ich hätte auch lieber ein anderes Geldsystem. Fakt ist dass man die BIP Schuldenquote mit ansteigenden Schulden sogar reduzieren kann wenn das Wachstum und oder die Inflation mitspielt.

          • Linus Huber sagt:

            „Seine Theorien lassen sich nicht 1:1 auf die heutige Wohlstands-Überfluss-Gesellschaft anwenden.“

            Diese Beurteilung bedingt, dass derjenige, welcher sie vornimmt, den Inhalt seiner Theorien studiert hat und in der Lage ist, die darin erklärten Prinzipien im heutigen Gesellschaftssystem anzuwenden. Wer hier diesbezüglich die notwendigen Kenntnisse auszuweisen vermag, scheint mir offensichtlich.

            Natürlich ist der Empfänger z.B. einer Dienstleistung danach nicht reicher, aber dies ist immer so, wenn persönliche Bedürfnisse (Essen, Triebbefriedigung etc.) gedeckt werden. Solange dies auf freiwilliger Basis beruht, sind alle ausser die machtgeilen Bürokraten damit zufrieden.

          • Johnny Smith sagt:

            „wenn das Wachstum und oder die Inflation mitspielt.“

            WENN das Wachstum und oder die Inflation mitspielt.

            Wie die aktuelle, leider schwächste Erholung je zeigt, ist das ein grosses WENN. Je höher der Schuldenstand beim Start, desto schwieriger scheint es, daraus heauszuwachsen, egal ob mit keynesianischem oder monetärem Denkansatz. Die Nebenwirkungen sind mittlerweile grösser als die praktisch nicht vorhandenen Wirkungen.

        • Linus Huber sagt:

          „Bürokratie und Regulationen sind Wachstumsmultiplikatoren“

          Da die Regeln meist zugunsten demjenigen mit dem aufgrund entsprechendem finanziellem Einsatz im Bereiche von Lobbying-Aktivitäten höchsten Einfluss ausfallen, ist es mehr als fraglich, ob eine höhere Regulierungsdichte Wachstum kreiert, oder eben mehrheitlich einen Umverteilungseffekt von „unten nach oben“. Es ist natürlich angenehmer für die Regierungen die Reichen zu diffamieren als die korrupten Politiker und Bürokraten in den eigenen Reihen, welche grundsätzlich für das Anreizsystem und diese Umverteilung verantwortlich sind. Das soll nicht heissen, dass Weltregierungsfanatiker, wie z.B. Soros, unschuldig sind.

    • Rolf Zach sagt:

      Mit Interesse gelesen. Den Kommentar von Anh Toàn wegen den Fussballspielern war gut und hat mich amüsiert. Ich liebe solche Kommentare. Es ist ein Fakt der Geschichte, daß ohne Bürokratie wir niemals aus dem Zustand der Jäger und Sammler herausgekommen wären. Da hätten die Ökologen Freude, wir wären dann höchstens 100 Millionen weltweit. Bauernkulturen brauchen Bürokratie und dies gilt noch viel mehr für die heutige Industriekultur. Was aber entscheidend ist, ist die Qualität und die politische Kontrolle der Bürokratie eines Landes. Nationen die eine schwerfällige und korrupte Bürokratie haben, sind im HUD -Index der UNO meistens in den hinteren Rängen anzutreffen.

      • Rolf Zach sagt:

        Ist nun die EU oder die chinesische Bürokratie schlagkräftiger? China war und ist durch die konfuzianische Ethik mit den Mandarinen seit Jahrhunderten geeicht für eine effiziente Bürokratie, die aber nie gelernt hat, sich transparent zu geben und einer guten Kontrolle zu unterwerfen. War der Kaiser schlecht, lief das System aus dem Ruder. Ich glaube wir sind besser, bei uns in Westeuropa ist mehr Transparenz gegeben, weil die Entscheidungen koordiniert getroffen wurden und dezentral durchgeführt.
        So ist auch die EU-Bürokratie in Brüssel aufgebaut, man kann hier nicht von Zentralismus sprechen.
        Ebenfalls ist bei Beurteilung von Bürokratie zwischen Makro- und Mikroökonomie zu unterscheiden.

  • Linus Huber sagt:

    – Abbau von Hindernissen für einen freien Austausch von Gütern und Dienstleistungen
    – Abbau von hohen Arbeitslosen- und anderen Sozialgeldern

    Grundpfeiler des Wohlfahrtsstaates, welche aufgrund fehlender mangelnder Nachhaltigkeit in Frage gestellt werden. Wie wäre ein anderer Punkt, wie z.B. Abbau von internationalen Organisation wie z.B. der IWF, welcher einzig der noch höheren Machtkonzentration dient, indem versucht wird, demokratische Werte zu untergraben, sich als ökonomischer Hitman in der Unterjochung von Regierungen zu profilieren, Freihandelsabkommen, welche nichts mit Freiem sondern mit zugunsten von Grossunternehmen reguliertem Handel zu tun hat, zu fördern etc.

    • Rolf Zach sagt:

      Ich will Ihre Aussagen gar nicht so sehr in Zweifel ziehen. Aber ich hätte nichts dagegen, wenn Ihre Aussagen mit konkreten Beispielen unterlegt würden. Ich gebe Ihnen ein Beispiel, wo Ihre Thesen bestätigt. Die Riester-Rente, die den Rentnern in Deutschland nichts gebracht hat, dafür aber die Pfründen der Versicherungswirtschaft enorm die Bäuche füllte.

  • Josef Marti sagt:

    Das mit der Wettbewerbsförderung ist wohl der grösste Witz. Den Neoliberalen Globalisierungsturbos geht es va. darum, eine Oligopolisierung durch immer mehr mergers zu fördern um damit marktbeherrschende Stellungen sowie Erpressungsmacht für Steuergeschenke zum Wohle des internationalen Kapitals zu erlangen. Dadurch sollen Produktivitätsfortschritte zulasten Nachfrager, Lieferanten, KMUS und Lohnabhängigen abgesaugt werden und somit die Wertschöpfung der Großunternehmen zu Lasten der mittelständischen Wirtschaft gesteigert und gleichzeitig eine Umverteilung zu den Kapitaleinkünften (Gewinn, Zinsen, Miete und Pacht) nach Steuern herbeigeführt werden.

    • Markus Ackermann sagt:

      @Marti
      Ich stimme Ihnen zu.
      1. Das ökonom. Mechano läuft über Transaktionskosten (also der unproduktive Teil der Kosten, der vom Wettbewerb geschützt ist + darum ständig steigt.) Die Transaktionskosten (zum grösseren Teil: Gemeinkosten, indirekte Kosten) werden durch Regulationen getrieben + geschützt, da niemand freiwillig dafür bezahlen wird / würde.
      2. Die Konzerne hingegen
      – spielen die economy of scale (die Fixkosten, sprungfixe Kosten können auf mehr units verteilt werden + generieren so Wettbewerbsvorteile oder halten die KMU ganz fern vom Wettbewerb)
      – machen ihre Geschäfte international über die Regulationsgrenzen hinweg + spielen eine Regulation gegen die andere aus

  • Josef Marti sagt:

    Betr. GR: Das meiste dieser Aussagen ist von Anfang an Makulatur, wenn nicht dafür gesorgt wird dass die bisher steuerbefreiten Reeder und Oligarchen zur Kasse gebeten werden. Gemacht wird das Gegenteil, die EU setzte bisher alle Hebel in Bewegung um jenen die Kapitalflucht zu ermöglichen. Die wichtigste Strukturreform ist immer ein effizientes Steuersystem. Dieses und eine geringe Korruption kann aber nicht von aussen angeordnet werden; es gab noch nie ein Land welches Reformen und Fortschritt und somit Anschluss an die Industrienationen geschafft hat indem es durch das Ausland mit Krediten in Besitz genommen wurde.

    • Anh Toàn sagt:

      Betreffend EU und steuerbefreite Oligarchen.

      Unser Wirtschafts- und unser Finanzminister sagen auch, es sei nützlich, dass die Reichen ihr Vermögen und ihre Einkommen verstecken können.

      Um die Produktivität der Schweiz zu erhöhen, schlage ich vor, die Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger zu erschiessen, deren Wohnblocks niederreissen und ein paar Villen für Superreiche bauen. Statt Gesundheitsvorsorge für Penner können unsere (idealerweise vom Ausland ausgebildeten) Ärzte, neue Titten für Superreiche machen. Ganz allgemein behaupte ich, die Produktivität beim Ärsche abwischen ist viel grösser, wenn der Arsch eines Reichen gewaschen wird.

      • Anh Toàn sagt:

        Man vergleiche die Produktivität eines 5 Sterne Fresstempels mit der einer Suppenküche für Obdachlose.

        Die Suppenküche macht zwar mehr Menschen satt, aber vernichtet Wert.

        • Johnny Smith sagt:

          Sie sind ja mit @Markus Ackermann einig, haben es nur noch nicht gemerkt.

          Markus Ackermann 12. April 2016 um 10:44:
          „Falls das BIP kleiner ist als der Value, werden die Schulden abnehmen.“ – Ihre Suppenküche
          „Falls das BIP grösser ist als der Value, werden die Schulden zunehmen.“ – Ihr 5 Stern Fresstempel
          „Das BIP misst nicht Value, sondern money.“

          Oder anders formuliert: das GDP/prive/money kann auch erhöht werden durch unsinnige Massnahmen, welche aber den Value nicht steigern.

          • Anh Toàn sagt:

            Ironie ist manchmal schwer zu erkennen:

            Wenn die Penner hungern auf der Strasse werden die krank, und dann werden die „Produktiven“ auch krank und dann arbeiten die auch nicht und sind unproduktiv. (Ich will die nicht wirklich erschiessen, die Penner)

          • Johnny Smith sagt:

            Ach, Sie wollen die Penner nicht wirklich erschiessen? Nein, das habe ich zu Ihren Gunsten schon so angenommen…

            Ich glaube, es sind zwei unterschiedliche Argumentationsebenen, die Markus Ackermann und Sie brauchen. MA beschreibt mit guten Beispielen, dass unproduktive Papierli-Wender zwar das GDP/price/money erhöhen können, nicht aber value. Damit bin ich sehr einverstanden.

            Sie beschreiben, dass Produktivität nicht der alleinige Massstab sein kann. Auch damit bin ich einverstanden, es ist aber kein Argument gegen die Aussage von Markus Ackermann. Er hat durchaus recht damit, den Nutzen von überflüssigen Regulierungen und davon profitierenden Papierliwendern zu hinterfragen.

          • Anh Toàn sagt:

            Selbstverständlich sind unproduktive Papierliwender unproduktv, weil die wenden ja nur unproduktiv Papierli.

            Selbstverständlich sind überflüssige Regulierungen Regulierungen die überflüssig sind.

            Die Frage ist, welche Papierliwender nützlich sind, welche Regulierungen notwendig oder nützlich sind.

          • Anh Toàn sagt:

            Was ist weniger produktiv, Suppenküchen oder Mauern und Kameras und Sicherheitsleute welche die Habenden vor den Habenichtsen schützen, ob man die Mauern etc um die Häuser der Habenden baut oder um die Gefängnisse für die Habenichtse.

            Was ist weniger produktiv, ein Gesundheitssystem zu dem auch Arme zutritt haben, oder wenn die Armen die Seuchen verteilen.

            Was ist unproduktiver, die ASbgabe von Heroin und Spritzen oder wenn die Junkies mit Aids und Hepathis am Platzspitz hängen.

            Was sagt Adam Smith dazu?

          • Rolf Zach sagt:

            Was sich so höre in meinem Bekanntenkreis bezüglich IV in der Schweiz, geht diese in die ungute Richtung wie von An Toàn geschildert. Man gibt schwer vermittelnden Leuten nur noch eine Teilrente, erklärt sie als Arbeitsmarkt tauglich und die hiesige Wirtschaft verweigert ihnen auch bei den geringsten Löhnen jegliche Möglichkeit zu arbeiten. Wenn sie allenfalls Arbeit finden, ist es bei Kleinbetrieben, Großbetriebe verweigern sich konstant, solche Menschen zu beschäftigen. In unserem Parlament, dominiert von der SVP, wird nichts gemacht um die Wirtschaft gesetzlich zu ermuntern, diese Leute mit Teilrenten zu beschäftigen.

          • Anh Toàn sagt:

            Ackermann sagt, wenn die Habenden Mauern um sich bauen, sei es produktiv, wenn der Staat die unproduktiven wegsperrt, oder ihnen Suppen kocht, sei es nicht produktiv.

          • Johnny Smith sagt:

            „Ackermann sagt, wenn die Habenden Mauern um sich bauen, sei es produktiv, wenn der Staat die unproduktiven wegsperrt, oder ihnen Suppen kocht, sei es nicht produktiv.“

            Nein, das sehe ich nicht in seinen Aussagen. Wie bereits erwähnt, sagt er mMn, dass Papierli-Wender zwar das GDP/price/money erhöhen können, nicht aber value. Nehmen wir den von ihm genannten Gesundheitsbereich, wo man in immer mehr Bürokratie ertrinkt. Oder mein Beispiel im Bildungsbereich, wo die Kosten überproportional wachsen, aber Sparmassnahmen bei den Lehrern/Schülern gemacht werden, weil auch dort immer mehr Geld in Manager, Beamte und Gebäude verbraucht wird.

          • Anh Toàn sagt:

            Ackermann sagt: Die Habenden kaufen sich nur Mauern, weil sie mehr „VALUE“ erhalten. Sonst würden sie keine Mauern kaufen.

          • Anh Toàn sagt:

            Ihr Beispiel im Bildungsbereich: Wenn Novartis ein Qualitätsmanagement einführt, erhält Novartis Value aus den Leistungen der Qualitätsmanager. Wenn eine Schule ein Qualitätsmanagement einführt, nicht.

          • Johnny Smith sagt:

            Wie üblich interpretieren Sie von Ihnen gewünschte Aussagen in die Aussagen der anderen. Ich würde nie die Aussage wagen, Qualitätsmanagement bei der Novartis sei im optimalen Ausmass und hätte demzufolge Value gebracht…

            Bleiben wir bei den Fakten:
            – die Bildungsausgaben steigen seit längerem überproportional
            – trotzdem klagen Lehrer über fehlenende (auch finanzielle) Ressourcen
            – die Bildungsleistungen andererseits (schwieriger zu messen, zugegeben) scheinen nicht mitzuhalten
            – die hauptsächlichen, sichtbaren Veränderungen vs früher: vermehrte Investition in Schulleitung, Sekretariat, Schulhäuser, Qualitätsmanagement, Bildungsdepartementsbeamte, …

          • Markus Ackermann sagt:

            @Smith
            Nehmen wir das Bsp von Zach
            1. Beim bedingungslosen Grundeinkommen gäbe es nur noch einen Bruchteil an Papierli-Wendern: diejenigen, die gestützt auf die Steuererklärung die Überweisung an die Bedürftigen machen
            2. WARUM wird bei der IV geknausert?
            Weil die PRIVATEN Versicherungen (Papierli-Wender) den Invaliditätsgrad (+ damit den Versicherungsfall) auf der Beurteilung der IV abstützen.
            VOR der Transaktion (nämlich exakt vor der Unterschrift unter die Police der Privat-Versicherung VERSPRECHEN die Privat-Versicherungen Invaliditätsschutz) NACH dem Versicherungsfall wollen sie nicht zahlen
            => Versicherungs-Lobbies verändern den Versicherungsfall zuUNgunsten der Invaliden

          • Markus Ackermann sagt:

            @Zach
            Das Parlament wird von LOBBIES dominiert, nicht von Parteien.
            1. Die VERSICHERUNGS-Lobby ist am stärksten, denn die Normen definieren ihr Business in der CH, ihre Gewinne und damit die Höhe der Abzocker-Löhne
            2. Die Pharma-Lobby (drug dealers) ist die Zweit-stärkste, denn sie braucht 2 Dinge:
            – Swissmedic (Bürokratie) als Bodyguard gegen Konkurrenz + als Existenz-Berechtigung der Papierli-Wender (und ihrer Löhne), die weder forschen noch produzieren noch die Logistik machen, sondern überprüfen, ob irgendwas mit irgendwas „compliant“ ist
            – Krankenkassen + BAG (beides Papierli-Wender), die Pharma-Preise in der CH durch die Decke treiben (margen höher als im Heroinhandel)

          • Markus Ackermann sagt:

            3. Die Dritt-Stärkste Lobby sind immer noch die Banken (Schulden ohne Schuldenschnitt, too-big-to-fail, kaum Eigenkapital etc)
            Bref:
            ALLEN dieser Business-Modelle von Ausbeutern ist eines gemeinsam: es sind die am stärksten regulierten Branchen mit der Konsequenz, dass die Papierli-Wender in diesen Branchen die höchsten Abzocker-Löhne garnieren, weil zufolge Regulationen kein Kosten-Wettbewerb stattfindet.
            ALLE, die Regulationen wollen, wollen eine Behinderung des Wettbewerbs, dadurch hohe Preise und eine Umverteilung von unten nach oben, von den Produktiven (z.B. Maurer) zu den Unproduktiven (z.B. Schoggi-Doktoren in Versicherungen, Pharma oder Banken)
            siehe oben: all those laws

          • Markus Ackermann sagt:

            Wenn wir von Re-Feudalisierung reden, dann reden wir von einer Bekämpfung des Liberalismus (Adam Smith, der mit dem Kapitalismus die Feudalherren genau bei ihren Schwachpunkten traf: nicht der Boden, sondern die ARBEIT schafft value), eine Restauration in die Zeit vor der Franz. Revolution:
            -> Die Gnädigen Herren (die Reichen) und ihre Büttel (die Bürokraten) müssen ausbeuten, weil sie nicht produktiv sein KÖNNEN.
            Georg Schramm analysiert richtig:
            https://www.youtube.com/watch?v=YcrkJrxwKiQ
            … übrigens ist es kein Wunder, dass dies nur noch von Kabarettisten in den Medien kommt

          • Josef Marti sagt:

            Ackermann: mit der Reihenfolge liegen Sie falsch, die mit Abstand stärkste Lobby sind immer noch die Hillbillys auf der geschützten Scholle oder sollte man sagen in Analogie zu den Papierliwendern die produktiven professionellen Jauche und Scheisse Herumspritzer und Landschaftskontaminierer.

          • Fred Mazinaux sagt:

            @Marti,
            Ich glaube es braucht keine grosse Fantasie um darauf zu kommen, dass die grössten Landteile direkt und indirekt wieder in den Händen der alten Aristokraten und ihren Erben gelandet sind (Gegenrevolutionen etc.), die allerdings jetzt die Macht hinter den Betreibern der Zentralbanken und deren Bankensysteme wie übrige Grossfinanz und Industriegesellschaften sind. d.h. die eben auf dem alten pflastertgeflickten Grundstein der Politik und der Wirtschaft sitzen, und die nicht einmal mehr ihr Geld und Besitze zu zählen brauchen, denn sie wissen dass sie unantastbar und ohne Rücksicht auf Staats Gesetze die die Bürger zu befolgen haben.

          • Linus Huber sagt:

            Hillbillys

            Wen genau meinen Sie damit?

          • Markus Ackermann sagt:

            @Smith
            Danke, Sie haben die Logik richtig umgesetzt, wie es Adam Smith tat … und in seiner Tradition viele Liberale nach ihm.
            1. Was macht ein Armer, dem man etwas schenkt (Transaktion)?
            Er optimiert seinen ökonom. Nutzen … wie ein Reicher und jeder andere auch.
            -> Für den Armen entscheidet der value, ob er eine geschenkte Hose selber trägt oder sie gegen z.B. Nahrung tauscht.
            -> Bei Reglementierungen entscheidet jemand anderes ANSTATT des Armen … und zwar nicht nach dem Interesse des Armen (dieses kann nur der Arme beurteilen), sondern nach dem Interesse des Reglementierenden.
            Dies ist eine Machtfrage
            2. Liberale wollen Arme ERMÄCHTIGEN. DARUM
            – Volksschule
            – Demokratie

          • Linus Huber sagt:

            @ Markus

            Ich will Ihnen nicht widersprechen, sondern auf ein Gefahrenpotential hinweisen, welches oft einzig der wirklich Liberale erkennt.

            Volksschule beinhaltet den Aspekt, dass das Programm zu einem hohen Anteil von Bürokraten in Regierungen bestimmt wird, was daher die Gefahr der Indoktrination z.B. in der Form von Obrigkeitsgläubigkeit etc. und der Kreativität reduzierenden Konformität in sich birgt.

            Demokratie verkommt aufgrund der Lobbying-Aktivitäten und der korrumpierten politischen Elite über Zeit zur Scheindemokratie und die Bevölkerung wird schrittweise und beinahe unbemerkt entmachtet, was z.B. viele Amerikaner plötzlich zu erkennen scheinen.

          • Fred Mazinaux sagt:

            @Huber
            Wie Alles, so muss eben auch Demokratie als Staatsform andauernd der wirklichen Entwicklung der Menschengemeinschaft angepasst werden können. Das Volk kann doch einfach veraltete Verfassungen&Gesetze hinnehmen, die vor hundert Jahren oder so mit Ach & Krach zusammengestiefelt&durch das Volk oder “ nur“ Volksvertreter entschieden wurden/werden.Nicht einfach verändert, sondern “Der Wirklichkeit angepasst werden. Die Anpassung vernünftigerweise muss die Vergangenheitserfahrungen (Lernen durch Tun!), &entsprechende mögliche Voraussicht enthalten.Jedes Volks das in einer Demokratie leben will, muss Verfassungsmässig das effektive, unbeschränkte Initiativ- und Referendumsrecht fordern.

          • Linus Huber sagt:

            @ Fred

            „Jedes Volks das in einer Demokratie leben will, muss Verfassungsmässig das effektive, unbeschränkte Initiativ- und Referendumsrecht fordern.“

            Sicher doch, jedoch widerspricht dies den Interessen der Weltregierungsfanatiker, welche noch immer fest im Sattel sitzen und genau das Gegenteil anstreben. Die Demokratie beinhaltet ebenfalls die Gefahr des zunehmenden Kollektivismus, welcher den Weltregierungsfanatikern in die Hände spielt; der Zusammenhang der damit verbundenen negativen Konsequenzen für die Gesellschaft wird leider meist nicht oder nur schwach erkannt, sondern die daraus resultierenden Probleme werden vorzugsweise als eine Art von Naturereignissen klassifiziert.

        • Markus Ackermann sagt:

          @Huber
          Der „Clou“ in der Schweiz ist, dass der CH-Souverän präzis NICHT nur das Volk ist, sondern
          – Volk und Stände (bei Verfassungs-Initiativen) bzw.
          – Volk und Bundesparlament (mit Nationalrat und Bundesrat) bei Bundesgesetzen mit fakultativem Referendum.
          Zudem wirkt der Föderalismus über diese Machtteilung hinaus und überdies sind Kantone und Gemeinden bei der Umsetzung involviert.
          Die Entrechtung des CH-Souveräns mittels
          – Staatsverträgen (wie in der EU: EU-Ministerrat etc) oder
          – eingesetzten Richtern
          wird in der CH ebenfalls stark eingeschränkt.
          Schwierigkeiten machen der CH die Lobbies und das Trommelfeuer der Reglementierer: steter Tropfen höhlt den Stein
          To be resolved

          • Josef Marti sagt:

            Das Gegenteil ist momentan der Fall, seit der Aufgabe Mindestkurs erleben wir ein tägliches Trommelfeuer von Rechts Regulierungen abzubauen (natürlich wie immer mit Ausnahme bei den Bauern zulasten der Hotellerie). Das Lustige ist, dass jede Dereglementierungskampagne ausnahmslos in zusätzlicher Bürokratie resultiert. Das betrifft auch die UStR III, die wiederum Steuerbehörden und Treuhänder, Steuerberater besonders freut wegen neuer Aufträge und garantierter Zusatzbeschäftigung.

          • Johnny Smith sagt:

            „Schwierigkeiten machen der CH die Lobbies und das Trommelfeuer der Reglementierer: steter Tropfen höhlt den Stein“

            Genauso ist es, leider. Ein aktuelles Beispiel: zwei überflüssige neue Gesetze FIDLEG und FINIG kommen. Die Reglementierer freuts, die Lobbies (hier Banken) ebenfalls. Die Leidtragenden sind in diesem Beispiel die gewerblichen kleinen Finanzdienstleister (sprich Konkurrenz der Banken, ein Schelm wer Böses dabei denkt).

          • Linus Huber sagt:

            Es handelt sich bei Begriffen wie „Deregulierung“ und „Freier Handel“ um Etikettenschwindel, welcher wohl bewusst seine Anwendung findet, denn quasi nichts wird je „DE-reguliert“ und Freihandelsabkommen haben nichts mit Freiem Handel sondern mit REGULIERTEM Handel zu tun. Die Profiteure daraus sind die Grossunternehmen, welche die Regeln zu ihren Gunsten beeinflussen und die wuchernde Bürokratie, welche den weiteren Ausbau an Macht geniesst.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Marti
            De-Regulierung im Parlament? Die CH hat KEIN De-Regulierungstool analog z.B. der Schuldenbremse
            1. In der heutigen CH-Politik geht es weniger um Links vs Rechts, sondern dass „die anderen“ bezahlen (vulgo: BürgerINNEN)
            2. Soll der Hund die Wurst bewachen?
            JuristINNEN „können“ nur „Normen“. Damit verdienen sie ihr Geld … ein Leben lang.
            z.B. haben wir im Ständerat 18/46 JuristINNEN:
            FDP: Abate, Caroni, Comte, Hefti, Schmid
            CVP: Bischof, Engler, Ettlin, Rieder, Seydoux, Vonlanthen
            SP: Berberat, Janiak, Jositsch, Levrat, Rechsteiner, Stöckli
            Grüne: Cramer
            … plus zusätzliche Regulierer (z.B. SR Graber + mehrere Verbands-Meier: SR Baumann, SR Dittli, SR Eder, SR…

      • Anh Toàn sagt:

        Es genügt nicht, die Sozialhilfeempfänger aus ihren Wohnungen auf die Strasse zu schmeissen. Wenn die da nämlich abhängen, wollen die Reichen nicht kommen, die haben dann Angst, dass die Krankheiten von denen zu Ihnen kommen, dass die versuchen, sich ein Stück ab zu schneiden. Im Allgemeinen Interesse an Produktivitätssteigerung kann man gar nicht anders, als die Unnützen entsorgen.

        Ehrlich finde ich, dass in der Schweiz die Erwerbsunfähigkeitsversicherung „Wertlosen-“ oder „Ungültigenversicherung“ heisst (Invalid).

      • Markus Ackermann sagt:

        korrigiere: nicht SO produktiv sein können
        … dass sie 300 Mal mehr verdienen als ein Angestellter im gleichen Betrieb
        … dass sie als Rechtsanwalt 5 Mal mehr verdienen als ihre Mandanten mit Durchschnittseinkommen
        …. dass sie als Revisor 3 Mal mehr verdienen, als ein Maurer
        etc pp
        Die Referenzwährung für value ist nicht money sondern labour

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