Der Franken-Sommer ist vorbei

Bundles of bank notes of Swiss Francs and Euros at the bank vault of the "Zuercher Kantonalbank" bank, pictured on August 9, 2011 in Zurich, Switzerland. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

An der Währungsfront gibt es noch keine Entspannung: Franken- und Euronoten in der Zürcher Kantonalbank. (Bild: Martin Ruetschi/Keystone)

Eben noch schien es fast so, als gehört die Sorge um einen zu starken Franken bald der Vergangenheit an. Im Sommer kletterte der Preis des Euro in hiesiger Währung über die Marke von 1.10. Einige hatten im Vorfeld behauptet, mit einem solchen Preis für die Gemeinschaftswährung könne die Schweizer Wirtschaft leben.

Für einige Unternehmen muss das allerdings schon immer ziemlich zynisch geklungen haben. Ausserdem gibt es dafür auch keine Belege. Kommt dazu, dass der Franken gegenüber dem Euro auch bei 1.10 noch deutlich zu hoch bewertet bliebe. Gemessen an der Kaufkraft in beiden Währungsräumen müsste der Euro etwa gemäss der Schätzung der UBS 1.24 Franken kosten, damit keine weitere Überbewertung mehr besteht.

Doch selbst von der Trostmarke 1.10 hat sich der Franken mittlerweile wieder entfernt. Letzte Woche – als dieser Beitrag entstand – fiel der Euro bereits wieder auf einen Preis von unter 1.08 Franken. Die Grafik unten zeigt die Entwicklung seit Mitte August (Quelle aller Grafiken: Interactive Data):

SFR-EUR

Bedenklicher als die Aufwertung um 0.02 Franken pro Euro sind die Gründe, die dazu geführt haben. Denn sie zeigen an, dass es noch keine Entwicklung hin zu einer Entspannung an der Währungsfront gibt. Im Gegenteil. Einiges spricht dafür, dass der Aufwärtsdruck auf den Franken noch weiter zunimmt, was für die Schweizer Wirtschaft schwer zu ertragen wäre. Gehen wir diese Gründe durch und unterscheiden dabei zwischen unmittelbaren Risiken, den beschränkten Möglichkeiten der Schweizerischen Nationalbank (SNB) dem weltweiten Umfeld:

  • Unmittelbare Risiken

Die unmittelbaren Risiken haben mit der Lage in den USA und Europa zu tun bzw. mit der Politik bzw. der Kommunikation der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Notenbank der USA (Fed).

Zuerst zum Fed: Im September haben die Entscheidungsträger des Fed unter Janet Yellen beschlossen, mit einer Zinserhöhung zuzuwarten. Immerhin – so die Überzeugung damals – werde diese Zinserhöhung bald folgen. Kurz darauf gab es aber eine intensive Auseinandersetzung innerhalb der höchsten Ebene des Fed (den Gouverneuren) darüber, ob eine Zinserhöhung in nächster Zeit überhaupt angesagt sei (sie war Thema dieses Beitrags). Mittlerweile hat die US-Notenbank nach ihrer letzten Sitzung wieder deutlichere Hinweise auf eine Zinserhöhung im Dezember geliefert. Auch die jüngsten Arbeitsmarktdaten werden sie darin bestärkt haben, die deutlich besser als erwartet ausgefallen sind. Doch die Auseinandersetzung beim Fed hat deutlich gemacht, dass man in den USA noch nicht von einer vollkommenen Normalisierung der Lage überzeugt ist – vor allem auch auf dem Hintergrund der internationalen Entwicklungen. Dazu unten mehr. Selbst wenn die US-Notenbank die Leitzinsen erhöht, tut sie das voraussichtlich nur zurückhaltend und in kleinen Schritten. So hat dies Fed-Chefin Janet Yellen im September an ihrer Pressekonferenz auch angekündigt.

Nun zur Europäischen Zentralbank (EZB): Ein wichtiger Treiber der (noch immer sehr schwachen) Erholung in Europa ist eine Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar – das war von Anfang auch so von der EZB beabsichtigt. Der Erfolg dieser Strategie, auf Nachfrage von ausserhalb zu setzen, schlägt sich in deutlichen Handelsüberschüssen nieder. Der Euro schwächt sich ab, wenn die Geldpolitik in Europa gegenüber jener in den USA deutlich expansiver erwartet wird. Expansiver meint gewöhnlich, dass das erwartete Zinsniveau deutlich tiefer liegt. Im Umfeld von Niedrigst-Leitzinsen bei oder unter der Untergrenze von null Prozent meint expansiver aber vor allem Aktivitäten wie Geldspritzen durch Aufkäufe von Staatsanleihen an den Märkten (sogenanntes Quantitative Easing) oder weiter ins Negative sinkende Zinsen (das heisst Strafgebühren) für Einlagen der Banken auf ihren Pflichtkonten bei der Notenbank.

Die Betonung liegt auf den Erwartungen. Sie sind es, die Zinsen und Währungen in Bewegung bringen. Die Einführung der Massnahmen selbst hat dann im Vergleich keine grosse Wirkung mehr. Wie effektiv das Erwartungsmanagement ist, hängt von der Glaubwürdigkeit der Notenbank ab, etwa der Glaubwürdigkeit, dass sie überhaupt handlungsfähig genug ist. Diese ist angesichts der nur noch beschränkten Möglichkeiten der Notenbanken, die Geldmenge auszudehnen, keine Selbstverständlichkeit.

Gerade deshalb gibt sich EZB-Chef Draghi für einen Notenbanker auffällig viel Mühe zu betonen, dass die EZB aller Skepsis zum Trotz mit ihren aussergewöhnlichen Massnahmen deutlich weitergehen kann und dies demnächst (wahrscheinlich im Dezember) auch zu tun gedenkt. Diese Überzeugungsarbeit ist umso wichtiger, als bei einer unveränderten Geldpolitik der EZB und einer gleichzeitig geringeren und später erfolgenden Zinswende in den USA als ursprünglich erwartet, die Geldpolitik der EZB gemessen an den ursprünglichen Erwartungen gegenüber den USA restriktiver wird. Es wäre ja dann mit einem geringeren Zinsunterschied als erwartet zu rechnen. Das würde den Euro verteuern und wäre das Letzte, was die EZB brauchen kann. Die Beteuerungen Draghis sind glaubwürdig genug, um die erwünschte weitere Abschwächung des Euro bereits herbeizuführen. Die folgende Grafik zeigt das am Dollarpreis des Euros.

EUR-USD

Die Abschwächung des Euro zeigt sich wie weiter oben gezeigt auch gegenüber dem Schweizer Franken (oder umgekehrt formuliert an seiner wieder leichten Aufwertung zum Euro). Dazu gleich mehr. Gegenüber dem Dollar war dagegen eine Abwertung des Frankens zu erwarten. Das liegt schon daran, dass bei einer Zinserhöhung in den USA die US-Notenbank auch gegenüber der SNB restriktiver wird. Die Abschwächung des Frankens zeigt sich hier, wie in der Grafik unten gezeigt, im angestiegenen Preis für die US-Währung:

USD-CHF

 

  • Die Möglichkeiten der Schweizerischen Nationalbank (SNB)

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) gerät (genauso wie die EZB gegenüber dem Fed) bei weiteren Geldspritzen oder tieferen Negativzinsen der EZB unter Druck, im Vergleich zu dieser nicht plötzlich deutlich restriktiver zu erscheinen. Sie muss daher auf irgendeine Weise mitzuziehen – entweder durch Devisenkäufe mit frisch geschaffenen Franken oder ebenfalls mit noch tieferen Negativzinsen. Tatsächlich sind ihre Möglichkeiten hier allerdings beschränkt: Der Libor, also der Zinssatz für 3-monatige Ausleihungen zwischen den Banken (und Leitzins der SNB) befindet sich bereits bei -0,78 Prozent und der Satz für Bankeinlagen bei der SNB ab einer gewissen Höhe bei -0,75. Viel tiefer kann die SNB nicht mehr gehen. Der Einlagesatz der EZB liegt dagegen erst bei -0,2 Prozent.

Auf die weitere Möglichkeit von erneuten Devisenkäufen zur Schwächung des Frankens verweist zwar die SNB immer wieder. Doch hat sie mit der Abschaffung der Untergrenze für den Euro-Franken-Kurs bereits deutlich gemacht, dass sie sich in diesem Zusammenhang vor einer weiteren starken Ausdehnung ihrer Bilanz fürchtet, die mit massiven Devisenkäufen unweigerlich verbunden wäre. Allein die Erwartung ihrer beschränkten Fähigkeit, bzw. Bereitschaft, auf eine noch expansivere Geldpolitik der EZB mit eigenen Massnahmen nachzudoppeln, erklärt einen Teil des erneuten Aufwärtsdruck auf dem Franken gegenüber dem Euro.

  • Das weltweite Umfeld

Die beschriebenen Gründe für die Bewegungen der Währungen sind nur die Folge einer grundlegenderen und schon länger anhaltenden Entwicklung. Insgesamt leidet die Weltwirtschaft unter einer schwachen Nachfrage. Da sich die Leitzinsen der wichtigsten Notenbanken bereits bei null Prozent befinden, ist eine inländische Stimulierung der Wirtschaft über tiefere Zinsen (abgesehen von nur beschränkt möglichen Negativzinsen) ausgeschlossen. Eine Stimulierung über Staatsausgaben (mehr Investitionen in die Infrastruktur, wie etwa vom IWF gefordert) ist angesichts der hohen Verschuldung vieler Länder vor allem aus politischen Gründen kaum zu machen. Die Wirkung der ausserordentlichen Massnahmen der Notenbanken (Aufkäufe von Staatsanleihen, Negativzinsen) auf die Realwirtschaft ist selbst unter Ökonomen umstritten. Die grösste Wirkung haben diese Massnahmen daher überall vor allem auf die Kapitalmärkte und auf die eigene Währung, in dem sie diese schwächen.

Die Schwächung der eigenen Währung hat den Zweck, über Nettoexportüberschüsse Nachfrage aus anderen Währungsräumen abzusaugen. Doch das ist ein Nullsummenspiel. Was der eine Währungsraum gewinnt, verliert der andere. Wie eine neue Studie der Ökonomen Ricardo Caballero, Emmanuel Farhi und Pierre-Olivier Gourinchas (hier eine Kurzfassung) zeigt, verstärken die internationalen Kapitalströme bei den aktuellen Tiefstzinsen die Tendenz zum Abwertungswettbewerb erst recht – sie sprechen sogar von einem Währungskrieg.

Besonders benachteiligt sind in dieser Ausgangslage Reservewährungen, beziehungsweise so genannte «sichere Hafen». Denn diese Währungen erweisen sich in dieser Ausgangslage als besonders attraktiv, um einem Wertverlust zu entgehen. Zu den Reservewährungen zählt neben dem Dollar auch der Franken. So lange die globale Schwäche und die Unsicherheiten über die Entwicklung in Europa, aber auch in der restlichen Weltwirtschaft nicht nachlassen, bleibt der Franken (wie auch der Dollar) der Gefahr einer weiteren Aufwertung ausgesetzt.

64 Kommentare zu «Der Franken-Sommer ist vorbei»

  • Anh Toàn sagt:

    Drogen legalisieren, dann verlieren die Terroristen (Guerillas) rund um die Welt ihre Haupteinnahmequelle. Gut die US, Russische, Deutsche und Französische Waffenindustrie würden dann gleich bei 2 Kunden massive Umsatzrückgänge verbuchen müssen, bei den Terroristen und den sie bekämpfenden Armeen und Polizeikräften, also ist meine Idee genau gesehen ziemlich naiv.

  • Linus Huber sagt:

    Off topic, aber derart mit interessanten Daten bespickt (z.B. 70% der Gefängnisinsassen in Frankreich sind Muslims, ca. 25% der französischen Bevölkerung im Alter von 18-44 oder in Zahlen ca. 10 Mio. haben eine positive Ansicht von ISIS oder Frankreich ist der 4. grösste Waffenexporteur und pro Kopf der 2. grösste der Welt) ist das folgende Video zum Attentat von Paris von Stephan Molyneux:

    https://www.youtube.com/watch?v=cjvPj7WAX7A

    • Rolf Zach sagt:

      Frage. Die USA war vor 9/11 und nach 9/11 der größte Waffen-Exporteur der Welt und schon vor 9/11 hat Europa unter islamistischen Terroristen gelitten und die USA trotz Irak 2003 nach 9/11 nicht mehr. Ein Kausal-Zusammenhang mit den Waffen-Exporten besteht nicht. Als junger Moslem sehen sie ihren frustrierten Vater als angestellter Müllsammler, obwohl er den Koran auf Arabisch auswendig aufsagen kann (Ein Zeichen höchster Gelehrsamkeit in der muslimischen Welt) und ihre analphabetische Mutter, die den Jungen zum Größenwahn erzogen hat und immer verteidigt, was er tut, auch die kriminellen Dinge. Für die liebe Mama und den frustrierten Vater sind immer die anderen schuld.

      • Rolf Zach sagt:

        Wie hören sich doch die Erzählungen aus Maghreb an. Wo der Urgroßvater noch als freier Nomade und gefürchteter Krieger frei in der Wüste herum galoppiert ist. Der Urgroßvater war wohlhabend mit seinen Frauen und seinen Kindern. Nur vergißt die Mutter zu erwähnen, daß ihre Urgroßmutter, die verachtete Sklavin und Nebenfrau des verehrten Urgroßvaters war und ihre Nachkommen in den Elendsvierteln des maghrebinischen Großstädte unterkamen. Mit dieser völlig ungebildeten und dummen Mutter kommt der moslemische Junge in die Pariser Schule, wo er von Anfang an der Hintersasse und Dummkopf ist! Sogar die Mädchen mit Kopftuch sind besser in der Schule als er.

        • Rolf Zach sagt:

          Ebenfalls ist er nicht für das einträgliche kriminelle Milieu der Gangster, zu gebrauchen. Er bleibt ein Klein-Krimineller. Er sollte Schneider oder Kürschner werden, so etwas unmännliches und für einen stolzen Moslem nicht zumutbar. Bei den Salafisten ist er nicht mehr der Verlierer. Er darf sich für den Propheten und Allah in Luft sprengen und dabei diese ungläubigen Nichtsnutze in den Tod reißen. Der Islam ist so „cool“ und ich bin von allen gefürchtet, ach ist das wohltuend. Diese 72 Jungfrauen, die ich den ganzen Tag vergewaltigen kann. Wie ist das im Islam? Kann ein völlig pulverisierter Körper noch die Freuden des Paradieses genießen? Ihre lachenden Instruktoren holen dann das Geld.

          • Anh Toàn sagt:

            Also hauen wir am besten alle Muslime tot, weil die so rückständig sind?
            Oder nur, wenn sie nicht konvertieren?
            Oder reicht es, sie einzusperren? Ich glaube nicht, weil dann andere kommen, die sie befreien wollen.

            Wie viele hier glauben dass Maria Jungfrau war? Jesus Wasser in wein verwandelte und übers Wasser ging?
            Mann sind die bescheuert, diese Katholiken, diese Christen, schlagt sie tot, sie sind unwert.

            Herr Zach, ich sehe nur einen Unterschied zwischen Ihnen und Selbstmordattentätern: Sie Herr Zach haben mehr zu verlieren, die Aussicht auf einen Pflegheimplatz für monatlich 10’000.00. Was sind da schon Jungfrauen, wenn das Ding ohnehin nicht mehr steht?

          • Anh Toàn sagt:

            Jungfrauen halte ich für überbewertet, ich zumindest bin zu alt für Anfängerinnen.

            Aber das weiss ich nur, weil ich Erfahrungen sammeln konnte. Viele haben keine Chance für Erfahrungen, „no Money, no honey“ ist Standardspruch bei den Armen.

            Aber Hauptsache, wir können Gruppen / Schubladen machen, die Komplexität der Welt in unseren Köpfen einfach ordnen, einteilen in die Roten und die Blauen und die Grünen. Wir sind dann die Guten und die sind die Bösen, weil wir sind die Schlauen und die sind die Doofen. Wir die Jodler, Wir die Sportler, Wir die Kaninchenzüchter, Wir die Schrebergärtner, Wir die FCB Fans, Wir die Guten, gegen die, die Moslems, die GC Fans, die Bösen halt.

          • Anh Toàn sagt:

            Sie fallen zurück ins Mittelalter Herr Zach, oder sind nie in der Moderne angekommen:

            Sie verlangen Sippenhaft, statt Bestrafung aufgrund persönlicher Schuld.

            Warum reden Sie über Moslems und nicht über Terroristen? Was ist der Unterschied zwischen Breivik und den Attentätern von Paris?

          • Rolf Zach sagt:

            Hab ich die Muslime als Gemeinschaft kritisiert? Ich habe nur die Beweggründe eines Terroristen geschildert, warum er sich so verhält. Niemand kann sie brauchen, auch seine Leute nicht. Abgesehen ist mein Kommentar eine Beschreibung der realen Situation und nicht ein Urteil. Gerade weil diese Jüngelchen so sind, ist es trotz der vielen Toten, unwürdig, hysterisch zu werden. Wie zitiert bei Toynbee ein Gewährsmann den Vatikan. Er ist ein heilige Institution, den keine andere hat 1500 Jahre mit dieser schurkischen Schwachheit überlebt. Kann man dies nicht auch von Saudi-Arabien sagen? Was
            sagen Sie zu Houellebecq, der ist in seinem Roman sehr radikal?

          • Rolf Zach sagt:

            Ich werde mich hier dazu nicht mehr äussern.

          • Anh Toàn sagt:

            Herr Zach, Sie haben das Wort Terrorist nicht ein einziges Mal verwendet, dafür die Worte Muslim, Maghreb, Koran, Prophet, Allah usw.

          • Anh Toàn sagt:

            @Rolf Zach „Ich habe nur die Beweggründe eines Terroristen geschildert, warum er sich so verhält“

            Nein, Sie haben geschildert, warum Muslime (nicht irgend jemand) zu Terroristen werden.

          • Anh Toàn sagt:

            Muslime sind unfähig, selbst als Gangster Erfolg zu haben, und werden darum Selbstmordattentäter, ist was Sie sagen: Opa Muslim blöd, Papa Muslim blöd, Mutti Muslim doof, Kinder Muslim balabala, also Kinder Muslim Terrorist.

            Ob Sie dies gesagt haben, oder gar sagen wollten, weiss ich nicht, ich weiss nur, dass ich genau dies verstanden habe.

          • Anh Toàn sagt:

            Es gibt Terrrorismus, weil Terrorismus funktioniert:

            Indem man hundert tötet, kann man Gesetze ändern, die Gesellschaft insgesamt zu Handlungen bewegen, die ohne den Terrorakt nie erfolgt wären. Hollande bittet um „militärischen Beistand“ 9/11 hat den Irakkrieg provoziert.

            Terrorismus funktioniert dann nicht mehr, wenn wir Attentäter als ganz gewöhnliche Mörder, Körperverletzter usw. verfolgen Terror ist nicht neu, ich war in den 80ern im Bahnhof von Bologna, als die Brigade Rosse diesen in die Luft sprengten und 80 Menschen töteten. Die oder die RAF oder irischen oder baskischen Terroristen waren gebildete, christlich abendländische obere Mittelschichtskinder.

          • Anh Toàn sagt:

            Hollande will die französische Verfassung ändern, den Ausnahmezustand, also die Demokratie und die Menschrechte einschränken. Die Terroristen jubeln, ihr Ziel war nicht, hundert zu töten, ihr Ziel waren die Freiheiten der westlichen Gesellschaft, welche jetzt eingeschränkt werden sollen.

            Wir sind die Doofen, die Terroristen, von denen wir behaupten, Sie seien doof, erreichen ihre Ziele. Wir sind terrorisiert, wir zittern vor denen, die wir Feiglinge nennen. Solange wir vor Terror zittern, solange funktioniert Terrorismus und darum gibt es Terrorismus.

          • Anh Toàn sagt:

            @Rolf Zach „Houellebecq“

            Die wenigsten sehen, dass das Satire ist, (selbst wenn nicht so gemeint.)

            Das ist wie in Gotthelf’s „Geld und Geist“, die romantische mystische Überhöhung ist schwer zu Unterscheiden von satirischer Überspitzung.

            Falls er mir bestätigen würde, es nicht als Satire gemeint hat, würde ich ihm ein aus tiefem Herzen kommendes „Fick Dich“ entgegen schleudern. So selbstgerecht wie der kann ich noch lange sein!

          • Anh Toàn sagt:

            Wäre Houellebecq 2 Generationen früher in den USA geboren, hätte er ein Buch darüber geschrieben, wie schlimm es wird, wenn mal ein Nigger Präsident der USA wird.

          • Josef Marti sagt:

            Ich hab noch was für AT gefunden damit er nicht einschläft, ein Zitat eines deutschen Autors türkischer Abstammung:
            „Der Islam ist ein einziger Versuch der Männer, die sexuelle Wahl der Frau einzuschränken – zu seinem Schaden, denn ohne die sexuelle Auswahl der Sexualpartner durch die Frau degeneriert jedes Volk.“

          • Anh Toàn sagt:

            Ja gell, gerade wir Schweizer sind führend im Anerkennen des sexuellen und sonstigen Wahlrechts der Frau. Gleichberechtigung in der Ehe, politische Gleichberechtigung, Verbot der Vergewaltigung in der Ehe, alles haben wir schon 1291 oder allenfalls 1315 eingeführt.

            Unser freiheitsliebender Superschweizer, ethisch, moralisch, schreibt doch hier, dass es verwerflich sei, wenn „Frau sich nach Lust und Laune vom Partner scheiden lässt“. Er schreibt nicht, wenn sich Eheleute trennen, nach Lust und Laune, ihn stört, wenn Frauen ihre eigene Lust und Laune ausleben. Ist Linus Huber ein Moslem?

          • Anh Toàn sagt:

            Ich glaube ja, er ist einer, er hat es einfach noch nicht gemerkt.

          • Johnny Smith sagt:

            @ AT

            Es wird zwar langsam etwas unübersichtlich hier, eber wenn ich endlich wieder einmal mit Ihnen übereinstimme, will ich nicht unterlassen, das zu erwähnen. Mit Ihrem folgenden Satz treffen Sie ins Schwarze eines Problems, das im aktuellen Schockzustand einmal mehr untergeht: „Indem man hundert tötet, kann man Gesetze ändern, die Gesellschaft insgesamt zu Handlungen bewegen, die ohne den Terrorakt nie erfolgt wären.“

            Kriegerische Akte, neue Gesetze, Finanzmittel für NSA und Konsorten, etc, etc.

    • Anh Toàn sagt:

      Sie sagen an anderen Orten selber, dass die Banker nicht verfolgt würden: Klar haben wir eine Zweiklassenjustiz. Nachdem die Richter das Mitglied der US Unterschicht (Häufig schwarz, häufig Moslems) wegen 10 Gramm Haschisch für 15 Jahre weggesperrt haben, gehen die weissen protestantischen studierten Oberschicht Richter ins Hinterzimmer um eine Linie rein zu ziehen.

      Und dann kommen Sie, Linus Huber und sagen, seht mal wie böse die Moslems, die Schwarzen sind. Wenn schon so viele von denen im Knast sind, sperrt man am besten alle gleich ein.

      • Linus Huber sagt:

        „seht mal wie böse die Moslems“

        Es handelt sich wohl eher um Ihre leicht beschränkte Beurteilung, wenn Sie nach guter Stammtisch-Manier in der Diskussion von Zusammenhängen Menschen mit „gut oder böse“ bewerten.

        „Klar haben wir eine Zweiklassenjustiz.“

        Wow, nachdem Sie ansonsten dauernd von Rechtsstaatlichkeit und deren Gewährleistung durch Gewaltentrennung labern, ist dies eine bemerkenswerte Einsicht.

  • Marcel Senn sagt:

    Die SNB hat seit dem 15.1.2015 fast 66 Mrd an Devisen (resp. Bonds, Aktien und sonstige Schuldscheine) gekauft — gerade letzte Woche nochmals fast 500 Mio – nur darum hält sich der Franken bei aktuell bei Fr. 1.081 und es hat aktuell keine grösseren Fluchtgeldbewegungen in den Franken (wie z.B. aus Russland vom Nov 2014 bis Jan 2015) — würde eine solche wieder auftreten, müsste die SNB pro Woche wohl bald wieder einige Mrd aufkaufen um den Franken zumindest nicht erstarken zu lassen.
    .
    Also von einem freien Markt kann bei den CHF Notierungen noch lange nicht die Rede sein – es wird nach wie vor planwirtschaftlich agiert in diesem Bereich.

    • G. Nardone sagt:

      @Marcel Senn:
      – „Die SNB hat seit dem 15.1.2015 fast 66 Mrd an Devisen … gekauft“
      Wie wärs wenn man in der CH die Steuern ziemlich senken oder z.B. die MWSt abschaffen würde und das dabei entstehende Defizit bei gleichbleibenden Staatsausgaben die SNB mit X Mrd. dann finanzieren würde anstelle dieses Geld für Euros und so auszugeben?

      • Marcel Senn sagt:

        Nardone: Die Aktivitäten einer Zentralbank haben nichts mit demjenigen eines Bundeshaushaltes zu tun — das ist ein absolutes Tabuthema via Zentralbankgeld die Regierungsgeschäfte zu subventionieren — sollten Sie eigentlich wissen!!
        Was passiert erlebe ich in meinem Zweitwohnsitz in Argentinien, wo die Regierung in der Zentralbank Marionetten einsetzt und Geld gedruckt wird bis zum Anschlag — das Resultat sind 25-30% Inflation pro Jahr — aber wenn Sie das gerne in der CH auch so hätten, nur weiter zu mit so unsinnigen Vorschlägen!!!
        Sie & viele andere auch vergessen, dass die SNB nicht nur eine Aktivseite hat in ihrer Bilanz sondern auch eine Passivseite mit hohen Verbindlichkeiten

        • Dieter Neth sagt:

          Mit so einer Politik würde zumindest das Vertrauen in den Franken als Fluchtwährung nachhaltig gestört. Ein bisschen Inflation würde nichts schaden, ich mag mich erinnern, dass wir uns damals in Mexiko in den Krisenjahren 1994, 1995 und 1996 sehr wohlgefühlt haben. Inflation bis 60 %. Tourismus, Exportindustrie, etc alles boomte und die Leute waren viel zu beschäftigt als dass sie sich mit illegalen Sachen abgegeben hätten. Das änderte sich ab 2000 schlagartig, als die rechtsextreme PAN Partei das Ruder übernahm. Keine Inflation mehr, keine Jobs mehr, da China billiger, Peso überbewertet, importierte Landwirtschaftsgüter billiger! Einziger Ausweg für viele: Drogenhandel.

          • Marcel Senn sagt:

            Neth: ich war 1995 auch ein paar Monate in Mexico – trotz Tequilla Krise lief die Wirtschaft ganz gut.
            Nur machen Sie einen gavierenden Denkfehler — in Mexico wie auch Argentinien leben die meisten Menschen einfach nur von heute auf morgen, während der Schweizer sein Leben praktisch schon bis zur Beerdigung plant und absichert und da können hohe Inflationsraten dann schon sehr störend wirken. Und wenn die SNB eine ihrer Hauptaufgaben – die Inflationsbekämpfung dann wahrnehmen würde und die Zinsen anheben müsste, dann hätten wir auf dem CH Immomarkt mit all den eh schon massiv überhöhten Preisen ein Immomassaker.
            .
            Mit zukünftiger Armut den starken Fr. bekämpfen – ich weiss denn nöd….

          • Linus Huber sagt:

            @ Marcel

            Ich glaube eine gewisse Änderung in Ihrer Überzeugung feststellen zu können, den vor geraumer Zeit schienen Sie, soweit ich mich noch richtig erinnern kann, die hohe Inflation in gewissen südamerikanischen Staaten nicht als ein Problem anzuerkennen. Ist dem so oder handelt es sich um ein Missverständnis meinerseits? 😉

          • Marcel Senn sagt:

            Linus: Solange sich die hohen Inflationsraten auch auf die Löhne/Renten/Mindestöhne einigermassen unmittelbar niederwirken geht es ja noch. Ist dann einfach so ein Fliessgeldspiel — und als Spargeld hat man USD, oder Wohnungen, Autos etc.
            .
            Ist einfach eine etwas andere Wirtschaftsauffassung – die betreiben in Argentinien immer noch Experimentalökonomie – es gibt ja auch unzählige verschiedene USD Bewertungen – vom Soya Dolar über den offizielle $/arg$, der Spardolar min 1 Jahr, Sofortumtausch $, den Miamidolar, den Reserven-$, den Börsendolar bis zum Blue und noch ein paar mehr – alle notieren unterschiedlich und die Inflation sorgt für Konsum (Zinsen gibt glaub akt. 26%)…

          • Linus Huber sagt:

            Könnte man auch sagen, dass sie die Entwertung der Währung und damit die diesbezügliche Umverteilung von „unten nach oben“ mit höherer Kadenz betreiben, oder dass jeder einzelne dadurch sich im eigenen Verhalten stärker auf die daraus resultierenden Preisverzerrungen einzustellen gewöhnte?

          • Josef Marti sagt:

            Sowohl deficit spending als auch die verbotene monetäre Staatsfinanzierung oder die Errichtung eines Staatsfonds sind illusorisch in der CH, genau gleich wie höhere Löhne um längerfristig Inflation zu erzeugen, ganz einfach aus dem Grund, dass makroökonomische Überlegungen bei den Entscheidungsträgern nie eine Rolle spielen. Realistisch für eine CHF Schwächung bleibt daher nur höhere Arbeitslosigkeit, Rezession, massive Überschuldung der Gebietskörperschaften etc., auf dieses Ziel wird fleissig hingearbeitet, siehe UStR III.

        • G. Nardone sagt:

          @Marcel Senn:
          – „Die Aktivitäten einer Zentralbank haben nichts mit demjenigen eines Bundeshaushaltes zu tun“
          Die Aktivitäten einer Zentralbank hat aber wohlweislich mit wirtschafts-/gesellschafts-politischen Zielen was zu tun und das kann das Bundeshaushalt einschliessen, es ist nur eine politische Entscheidung und kein Naturgesetz.

          – „Tabuthema via Zentralbankgeld die Regierungsgeschäfte zu subventionieren“
          Tabus sind dazu da sie zu hinterfragen. Es geht nicht darum die Regierung zu subventionieren, sondern die Wirtschaft.

          • Marcel Senn sagt:

            Nardone: Hier die Ziele und Aufgaben der Nationalbank

            http://www.snb.ch/de/iabout/snb/id/snb_tasks

            Und mit der Fr. 1.20 Untergrenze und den massiven Devisenaufkäufen hat die SNB eh schon einen Tabubruch begangen — es wäre ex-post vermutlich besser gewesen, sie hätte nichts gemacht, der Franken hätte sich nach Aug/Sept. 2011 vermutlich damals von alleine auf einem Niveau zw. 1.08 bis 1.15 eingependelt und die SNB hätte nicht eine der aufgeblähtesten Bilanzen der Welt im Verhältnis zum BIP! Und diese Geschichte ist noch lange nicht ausgestanden!
            .
            Hätten wir ab 2011 schon eine milde Rezession gehabt, hätten wir vermutlich auch weniger Zuwanderung gehabt.

          • G. Nardone sagt:

            @Marcel Senn:
            – „Hier die Ziele und Aufgaben der Nationalbank“
            Danke für den Link, aber haben Sie es auch studiert? Dort steht:“Sie muss sich gemäss Verfassung und Gesetz vom Gesamtinteresse des Landes leiten lassen!“ Also wie ich ja gesagt habe.

            Dann steht weiter:“als vorrangiges Ziel die Preisstabilität gewährleisten“
            Doch unter gewissen Umständen kann die SNB das ALLEINE nicht gewährleisten, weder eine moderate Inflation gemäss Inflationsziel zu erzeugen (siehe Japan, USA, Euro-Raum), noch wenn nötig Inflation zu reduzieren, weil Lohnstückkosten, oder einfach Lohnpolitik bzw. Lohn-Entwicklung auch eine Rolle spielen könnte.

            Und weiter:“Die Nationalbank verfügt über das…

        • G. Nardone sagt:

          @Marcel Senn:
          – „Geld gedruckt wird bis zum Anschlag — das Resultat sind 25-30% Inflation pro Jahr“
          Dieser Einwand kommt immer wieder und ist auch berechtigt, aber man sollte dieses Thema rational und nicht so emotional untersuchen, denn Inflation ist viel komplexer. 25% oder so Inflation wäre für CH eher unwahrscheinlich. Ausserdem muss eben wenn die Nationalbank via Deficit-spending wirtsch.politisch eingesetzt wird, dann muss auch die Politik dem Inflationsziel von X% unterworfen werden.

          – „dass die SNB nicht nur eine Aktivseite hat in ihrer Bilanz sondern auch eine Passivseite mit hohen Verbindlichkeiten“
          Auf der Passiv-Seite der SNB sind ja die ausgegebenen Schweizer Franken…

        • G. Nardone sagt:

          @Marcel Senn:
          – „dass die SNB nicht nur eine … sondern auch eine Passivseite mit hohen Verbindlichkeiten“
          Die SNB schuldet NIEMANDEM Geld, weil sie von NIEMANDEM Geld weggenommen hat oder ausgeliehen bekam!!!!!
          Und ein allfälliges Defizit des CH-Haushalts ist das Sparvermögen des Privat-Sektors. Es können nicht alle Sektoren (Staat/Privat/Ausland) gleichzeitig positive Salden ausweisen, das ist gegen die Gesetze der Buchhaltung. Ein positiver Saldo eines Sektors bedingt ein negatives eines anderen Sektors, und wenn der CH-Staat der negative Part annimmt, dann kratzt ihn das überhaupt nicht, denn er hat ja das Monopol der Währung.

          • Marcel Senn sagt:

            Nardone: Sorry aber Sie scheinen mir bezüglich SNB Null Ahnung von der Materie zu haben wie es aussieht!

            Studieren Sie doch mal die SNB Bilanz – und dann können wir eventuell weiterdiskutieren — aber so macht es mir echt keinen Spass!

            http://www.snb.ch/ext/stats/statmon/pdf/defr/A1_Ausweise_der_SNB.pdf

          • Rolf Zach sagt:

            Eine Reservewährung zu sein gibt einer Nation oder einem Staatenbund wie der Euro-Zone, einen enormen Vorteil. Gerade weil eine solche Währung Vertrauen genießt, ist sie nicht nur geschätztes Zahlungsmittel, sondern auch Spar- und Liquiditätsmedium. Wohlhabende Argentinier werden nie ihr Finanzvermögen in Pesos anlegen. Auch bei niedrigsten Zinsen, werden sie ihre Guthaben in Dollar und Schweizerfranken beibehalten. Nach der Griechenland-Krise leben wir im $/€ Doppelstandard. Mit der Aufhebung des Mindestkurses ist unsere SNB, gewollt oder ungewollt, der Weltmeister der Deflation mit Zusatz Reservewährung der Reservewährungen. Nachteil: Fertigwaren-Verkauf, etwas Vorteil: bei Rohstoffen.

          • G. Nardone sagt:

            @Marcel Senn:
            – „Sie scheinen mir bezüglich SNB Null Ahnung von der Materie zu haben“
            Danke für den Link mit der Bilanz der SNB, aber vielleicht sollten Sie das auch mal näher anschauen, denn dort steht in den PASSIVEN: NOTENUMLAUF, Girokonten inländischer Banken! aber moment mal, die SNB schuldet den inländischen Banken 385 Milliarden???? Woher haben die privaten Banken denn dieses Geld her das sie der SNB ausgeliehen haben? Von den Bürgern die sparen. Und woher haben die das Geld? Im eigenen Keller gedruckt …

          • G. Nardone sagt:

            @Rolf Zach:
            Der Euro büsst aber je länger desto mehr an Vertrauen ein.

            – „Wohlhabende Argentinier werden nie ihr Finanzvermögen in Pesos anlegen“
            Sie legen in CHF’s an trotz niedriger Zinsen und die CH-Banken kriegen Pesos die sie wiederum vielleicht in Argentinien anlegen wegen den dortigen hohen Zinsen! Aber die Sicherheit geht vor. Und warum ist der CHF sicher? Was gibt ihr eigentlich ihren Wert? Der Schweizer Staat gibt ihr den Wert, weil man die Steuern in der CH mit CHF zahlen muss! Und die Sicherheit resultiert aus Stabilität des Staates und der Demokratie, was letztendlich Zeugnis exzellenter ziviler Errungenschaft ist.

          • Marcel Senn sagt:

            Nardone: Falsch die 385 Mrd Giroguthaben sind nicht von den privaten Sparern – deren Geld ist bei den Geschäftsbanken!
            Wenn die SNB wieder Devisen pöschtelet bezieht sie diese von den Geschäftsbanken und bucht die Devisen in ihren Aktiven ein und schreibt auf der Passivseite eine Gutschrift für die Geschäftsbanken.
            Die Geschäftsbanken müssen ja auch Mindestreserven hinterlegen — das sind aktuell 2.5% der vergebenen Kredite oder rund 15 Mrd (von den 385 Mrd). Früher wurden die noch verzinst, heute gibts nichts mehr (allerdings müssen die Geschäftsbanken jetzt beim Negativzins bis zum 20fachen der Mindestreserven (also rund 300 Mrd) auch keine Neg. Zinsen bezahlen.

  • vonarx sagt:

    Hört jetzt endlich auf dem Franken die ewige Schuld zuzuschreiben.
    Preise für Wohnen, Gesundheit, öV, und Kommunikation grenzen noch immer an Wucher, Abzocke, etc. und benötigen hohe Löhne.
    Nicht nur der hohe Franken ist Schuld an der Gewinnschrumpfung der Unternehmer, sondern die Preisgestaltung der Eidgenossenschaft steuert dazu bei das Unternehmer so hohe Löhne bezahlen müssen und einwenig weniger Konkurenz fähig werden.

    • G. Nardone sagt:

      @vonarx:
      Wie wärs mit der Abschaffung der Mehrwertsteuer?

    • Linus Huber sagt:

      Wenn wir einzig die Kosten fürs Wohnen analysieren, kann z.B. die diesbezüglich höhere Anspruchshaltung festgestellt werden.

      1970 26.7 m2
      1980 32.0 m2
      1990 37.6 m2
      2001 42.2 m2

      Aber selbst dieser Bereich ist komplex, denn diese Entwicklung ist stark mit den durch den Staat erzeugten Anreizen verknüpft, indem die sozialen „Errungenschaften“ dazu führten, dass z.B. Frau sich nach Lust und Laune vom Partner scheiden lässt, dass Kinder einzig als zur Armut führendes Problem erkannt wird, dass ein junger Mensch zulasten der Allgemeinheit sich unabhängig von den Eltern eine Wohnung leisten kann, bis hin zu den Anrechten von Flüchtlingen etc. Die Konsequenzen vieler zentralistischer…

      • Anh Toàn sagt:

        Früher konnte nur der Mann einfach abhauen, nach Lust und Laune, da war es besser. Der Frau blieb als Alternative nur die Prostitution:

        Ich schenk Dir keine kleinen Kinder zum Zeitvertreib
        Da leg ich lieber Puder Kamm und Lippenstift bereit
        und gehe mit Frau Holle auf den Strich
        kurz gesagt, Du bist mir widerlich

        (Nina Hagen: Pank)

  • Martin Kallmann sagt:

    Es tönt vielleicht etwas zynisch. Aber wenn der Franken stark bleibt, schwächt das unsere Wirtschaft – sprich wir sind weniger interessant für zuwandernde Arbeitskräfte. Was die Migrationsproblematik längerfristig verbessert.

    • G. Nardone sagt:

      @Martin Kallmann:
      Es schwächt die Export-Wirtschaft, im Gegenzug aber werden die Importe billiger und über zusätzliche Lohnerhöhungen könnte die Binnenwirtschaft den Verlust der Export-Wirtschaft kompensieren. Ausserdem hat es sich die Schweiz redlich verdient Import-Defizite zu machen um damit vermehrt das Ausland für sich arbeiten zu lassen als wie seit vielen Jahren für das Ausland gratis zu arbeiten in der Höhe der akkumulierten Export-Überschüsse.

    • Marcel Senn sagt:

      Kallmann: Wenn eine deutsche Supermarktkassiererin mit vielleicht nicht mal 1300 € im Monat hört, dass man in der Schweiz für diesen Job fast 4000 € verdienen kann — dann macht das doch „gluschtig“ auf die Schweiz (gut dass dann noch Steuern, KK etc abgezogen werden und die Mieten sauteuer ist, das relativiert alles wieder), aber soweit denken manche Menschen eben nicht und kommen einfach mal… der Ruf des starken Frankens hat eben auch eine Magnetwirkung!

      • Linus Huber sagt:

        Na ja, wenn man spartanisch lebt, kann man trotzdem vielleicht 10 bis 20k pro Jahr auf die hohe Kante legen; nur machen dies die wenigsten.

        • Anh Toàn sagt:

          Was würde geschehen, wenn es alle machen würden, die 10-20K pro Jahr auf die hohe Kante legen? Was legen die genau auf die hohe Kante? Sind das nicht Forderungen und bräuchte es dann nicht auch Schuldner? (oder ist Geld eine flüssige Materie, dann würde es mindestens ein Gefäss brauchen auf der hohen Kante, damit es nicht runterfliesst)

          • G. Nardone sagt:

            @Anh Toàn:
            – „Sind das nicht Forderungen und bräuchte es dann nicht auch Schuldner?“
            Es sind Guthaben, aber eben:“gut zu haben“ – also dasselbe. Die Schuldner sind ja das Ausland (Leistungs-Bilanz-Überschuss) und der öffentliche Sektor. Also je höher die Staats-Schulden und die Schulden des Auslands, desto höher das Sparvermögen des privaten Sektors. Schulden sind ja gut … so im Grossen und Ganzem?!
            Habe mal nachgeschaut bei der SNB, in den letzten 5 Jahren hat die CH ein Guthaben ggü. dem Ausland kumuliert von 131 Mia und alleine die USA 68 Mia. Die Schweiz hat also für 68 Mia bisher gratis für die Amis geschuftet.

  • Anh Toàn sagt:

    Das war kein Franken Sommer, das war ein Dollarsommer:

    Der Dollar war in Erwartung von Zinserhöhungen in diesem Sommer stark. Dies verursachte grosse Probleme in den Schwellenländern, da deren Kosten für Dollarkredite explodierten. Denn zu den Zinsen kamen in deren Währung die Kursgewinne des Dollars als Kosten. Darum die Warnung des IWF’s an Yellen, die Zinsen besser nicht zu erhöhen. Also löste der Dollar den CHF als bevorzugte Long Währung ab.

    „Selbst wenn die US-Notenbank die Leitzinsen erhöht, tut sie das voraussichtlich nur zurückhaltend und in kleinen Schritten.“

    Der USD wird weniger und damit der CHF umso attraktiver im Ausland als Long Position.

  • Stefan Wiesendanger sagt:

    Vor allem ist vor aufgeregtem Alarmismus abzusehen. Warum? Erstens wertet der Dollarraum, der ja deutlich grösser ist als der Euro-Raum, schon eine ganze Weile gegenüber dem CHF auf. Unternehmen können und sollen deshalb ihre Exposure gegenüber dem Dollarraum mit Lieferanten und Kunden von dort erhöhen. Und auf diese Art in den Weltgang schalten. Die Schweiz ist keine geschützte Europa-Werkstätte. Zweitens ist, wenn wir die Konkurrenzfähigkeit der Unternehmen im Auge haben, die Kaufkraftparität der Produzentenpreise und nicht der Konsumentenpreise relevant. Auf Basis der Produzentenpreise ist der Franken gar nicht so falsch bewertet. Eine Konzentration auf die Produzentenpreise wäre…

    • Othmar Meissen sagt:

      @Wiesendanger: Sie schreiben, der Dollarraum sei deutlich grösser als der Euro-Raum. Also ich habe gelernt, dass die EU (zugegeben: ein bisschen grösser als der Euro-Raum) die grösste Wirtschaftsmacht der Welt sei.

      • Pascal Meister sagt:

        Eben. Einerseits ist Grossbritannien als Wirtschaftsmacht nicht zu unterschätzen, und auch Länder wie Polen, Tschechien usw. haben eine respektable Wirtschaftsleistung. Andererseits besteht der Dollar-Raum nicht nur aus den USA…

  • ast sagt:

    Die SNB macht sich offenbar inzwischen mehr Sorgen um ihre Gewinnausschüttung als AG als um einen zum Euro niedrigeren Kurs. Das jedenfalls legen die Käufe (von Währungen und Wertpapieren) in US$ nahe, während dies seit Monaten in Euro stagniert (siehe SNB Bilanzverteilung in der Entwicklung).

    • Linus Huber sagt:

      Ich bezweifle, dass es sich einzig um ein Problem der Gewinnausschüttung handeln dürfte, sondern schon eher um potentiell massive Unterdeckung, wodurch natürlich das Vertrauen in sie und die politische Unabhängigkeit gefährdet wird. Aber das ist wohl das sich selbst auferlegte Schicksal der Zentralbanken, indem eine immer höhere Anzahl von weltfremden und gleichförmig indoktrinierten PhDs glauben die Wirtschaft nach ihren auf fehlerhaften Theorien und Modellen beruhenden Vorstellungen zentralistisch planen zu müssen. Dass diese Planungswut in 2008 unvorhergesehen fast zum Ruin des System führte, sollte uns skeptisch machen, aber anstelle dessen werden sie als Helden gefeiert.

  • Josef Marti sagt:

    Schon in vorherigen Blogs wurde der Währungskrieg angesprochen, in diesem hat der CHF die schwächste Position. Die besten Karten hat der Dollar; dieser kann ruhig zuschauen wie alle anderen sich im Abwertungskrieg gegenseitig fertig machen. Das ermöglicht in der Zwischenzeit dem nächsten Präsidenten mit erstarktem Dollar die Rüstung mit ausländischer Finanzierung wieder neu anzukurbeln für den nächsten Einsatz.

    • Linus Huber sagt:

      In gewisser Beziehung liegen Sie sicher richtig, denn schlussendlich kann derjenige, welcher aufgrund der militärischen Überlegenheit das weltweite Machtmonopol besitzt, die Regeln natürlich jederzeit zu seinem Vorteil neu gestalten (z.B. die Aufhebung des Goldstandards). Nur scheint einerseits der Erfolg der „konventionellen“ Kriegsführung an seine Grenzen zu stossen, respektive deren Erfolg wird aufgrund neuer Formen der Kriegsführung immer zweifelhafter und damit die militärische Überlegenheit relativierend tangiert und andererseits dürften sich neue Konstellationen des Gegendrucks installieren. Ein schleichender aber interessanter Prozess.

  • N. Kamber sagt:

    Wenn der Staat nicht investiert, wer soll denn sonst den Konsum ankurbeln?
    Die Reichen sind zu wenig zahlreich um den Konsum anzukurbeln und die Mittelklasse verdient zu wenig bzw. muss sogar noch die Steuergeschenke für die Reichen finanzieren.

    • G. Nardone sagt:

      @N. Kamber:
      Genau, deshalb braucht es für eine gewisse Zeit tiefere Steuern für jedermann, um den ganzen privaten Sektor vom engen Würgegriff der Steuern etwas mehr Luft zu verschaffen und die dabei folgenden staatlichen Minder-Einnahmen mit Deficit-Spending von der eigenen Notenbank finanzieren lassen und bei dieser Übung natürlich die Inflation im Auge behalten und bei Überschreitung der Ziel-Inflationsrate entsprechend handeln, und d. h. sollten erhöhte Lohnstückkosten für die zu hohe Inflation verantwortlich sein, dann müssen Löhne wieder nach unten angepasst werden, falls nicht, dann Steuern erhöhen.

    • F. Schnyder sagt:

      „Überbewertung gemessen an der Kaufkraft“ – Die Kaufkraft (allein) ist doch nicht aussagekräftig bzgl. Überwertung. Stichwort „Hochpreisinsel Schweiz“: die Preise sind hier höher als im Ausland. Gründe sind höhere Löhne, Mieten etc., aber wohl auch „Abzockerei“ wie bei den Magazinen am Kiosk.
      Ausserdem haben wir über Jahrzehnte sehr gut mit dem starken Franken gelebt. Eine starke Währung ist die Folge einer starken Wirtschaft und eines stabilen Landes. – Nicht die Ursache davon! Kurzfristig mag das ja funktionieren, über eine Schwächung der Währung die Wirtschaft anzukurbeln. Langfristig aber bestimmt nicht.

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