Die Währungsunion und der Goldstandard

Unter einem Goldstandard wäre es unmöglich gewesen, das internationale Finanzsystem vor dem Kollaps zu retten: Alte Goldmünzen.

Unter einem Goldstandard wäre es unmöglich gewesen, das internationale Finanzsystem vor dem Kollaps zu retten: Antike Goldmünzen.

Oft wird beklagt, dass das heutige Geldsystem nicht mehr auf Gold beruhe. Hätten wir einen Goldstandard, wird argumentiert, könnten die Zentralbanken nicht beliebig Noten drucken, so dass wir uns keine Sorgen um eine künftige Inflation machen müssten.

In Bezug auf die Inflationsangst ist das Argument korrekt (auch wenn bisher kaum Anzeichen einer grossen Inflation auszumachen sind): Unter dem klassischen Goldstandard von 1870 bis 1914 gab es keine nennenswerte Inflation. Aber das Plädoyer für den Goldstandard übersieht zwei wichtige Punkte:

  1. Unter einem Goldstandard wäre es unmöglich gewesen, das internationale Finanzsystem vor dem Kollaps zu retten. 1931 versagten die Zentralbanken bei der Rettung des Bankensystems, weil sie mitten in der Krise gezwungen waren, die Zinsen zu erhöhen, um ihre Goldwährungen zu verteidigen. (Siehe auch diesen Blog-Eintrag.)
  2. Die europäische Währungsunion funktioniert wie eine Art verschärfter Goldstandard – das heisst, der Goldstandard lebt noch. Zudem zeigen die Probleme der Eurozone eindrücklich, wie schädlich ein rigides Währungssystem sein kann, wenn bestimmte institutionelle oder politische Bedingungen nicht erfüllt sind. Eine Rückkehr zum Goldstandard wäre deshalb sehr riskant.

Die zweite Beobachtung hat kürzlich Martin Wolf von der Financial Times gemacht und gleich erklärt, wie der Goldstandard in Theorie funktionieren sollte:

The eurozone was supposed to be an updated version of the classical gold standard. Countries in external deficit receive private financing from abroad. If such financing dries up, economic activity shrinks. Unemployment then drives down wages and prices, causing an “internal devaluation”. In the long run, this should deliver financeable balances in the external payments and fiscal accounts, though only after many years of pain.

Der Mechanismus des Goldstandards beruht also darauf, dass Defizit- und Überschussländer ohne Währungsabwertung externe Ungleichgewichte beseitigen können. Er wurde bereits von David Hume im 18. Jahrhundert erklärt. Hume hatte folgendes Schema im Kopf:

Handelsbilanzdefizit => Rückgang der Goldreserven => Zinserhöhung => Verschwinden des Handelsbilanzdefizits

  1. Länder mit einem Handelsbilanzdefizit verlieren Goldreserven, mit denen sie den Importüberschuss finanzieren.
  2. Um den Goldabfluss zu stoppen, müssen sie über eine Zinserhöhung die Nachfrage nach Importen reduzieren.
  3. Die Zinserhöhung verursacht Arbeitslosigkeit, wodurch die Preise und Löhne sinken, was die preisliche Wettbewerbsfähigkeit des Exportsektors verbessert.
  4. Der Rückgang der Importe und die Zunahme des Exports führen zu einem Handelsbilanzüberschuss. Dadurch kann das Land seine Goldreserven wieder aufstocken.

Für die Überschussländer gilt das Umgekehrte: Der Handelsbilanzüberschuss zwingt die Länder zu einer Zinssenkung, weil sie den inflationstreibenden Goldzufluss stoppen müssen. Eine Zinssenkung bedeutet zugleich eine Zunahme der Importe und einen Rückgang der Exporte (steigende Preise und Löhne wegen boomender Wirtschaft dank Zinssenkung). Der Handelsbilanzüberschuss verschwindet, der Goldbestand nimmt ab.

Dieser Anpassungsmechanismus hat in der Praxis natürlich nie vollständig funktioniert. Aber immerhin: Von 1870 bis 1914 war der Goldstandard ziemlich stabil. Erst in der Zwischenkriegszeit kollabierte er.

Wo liegt nun die Parallele zur europäischen Währungsunion? Wie beim Goldstandard können die einzelnen Volkswirtschaften ihre Handelsbilanzüberschüsse und -defizite nur über die Anpassung der inländischen Löhne und Preise zum Verschwinden bringen. Die Bedingungen sind aber noch schwieriger als beim Goldstandard, denn die Euro-Länder haben die Zinspolitik nicht mehr zur Verfügung. Zinserhöhungen können einzig durch den Markt herbeigeführt werden, und hier versagte das Eurosystem von 1999 bis 2006 vollständig: Statt dass die Anleger vom griechischen Staat höhere Zinszahlungen erwartet hätten, taten sie so, als ob es keinen Unterschied machte, ob sich Deutschland oder Griechenland verschuldete. Die Zinsen blieben tief, das griechische Handelsbilanzdefizit wuchs an, die Verschuldung wurde exorbitant. Erst als es zu spät war, dämmerte es den Anlegern, dass sie zu grosszügig Kredite vergeben hatten, worauf die Zinsen in die Höhe schossen.

Und noch etwas zum Thema Goldstandard: Nach der Katastrophe der 1930er Jahre ist man zum Schluss gekommen, dass der klassische Goldstandard zu rigid ist für eine moderne Konjunkturpolitik. Das Bretton-Woods-System von 1944 bis 1973 war ein gegenüber dem Goldstandard abgeschwächtes System von fixen Wechselkursen, und als sich herausstellte, dass auch fixe Wechselkurse die Konjunkturpolitik zu stark einschränken, gingen ab 1973 die meisten Länder zu flexiblen Wechselkursen über. Nur die EG/EU-Länder verschlossen sich diesem Trend und errichteten ein Währungssystem, das noch rigider ist als der verschmähte klassische Goldstandard.

Die Eurozone-Länder müssen sich deshalb entscheiden: entweder eine richtige Währungsunion wie die USA eine ist, das heisst mit Eurobonds, einer starken gesamteuropäischen Bankenaufsicht und Ausgleichszahlungen oder ein Auseinanderbrechen. Martin Wolf formuliert es folgendermassen:

The eurozone, as designed, has failed. It was based on a set of principles that have proved unworkable at the first contact with a financial and fiscal crisis. It has only two options: to go forwards towards a closer union or backwards towards at least partial dissolution. This is what is at stake.

Seine Prognose ist seit neustem sehr düster, während er noch vor einem Monat betont hatte, dass die Probleme der Eurozone lösbar seien:

The eurozone confronts a choice between two intolerable options: either default and partial dissolution or open-ended official support. The existence of this choice proves that an enduring union will at the very least need deeper financial integration and greater fiscal support than was originally envisaged. How will the politics of these choices now play out? I truly have no idea. I wonder whether anybody does.

65 Kommentare zu «Die Währungsunion und der Goldstandard»

  • Anh Toan sagt:

    Ich wuerde mich freuen, wenn mir einer der ganzen Goldstandardfans hier erlauetern wuerde, warum Goldstandard und nicht Kupferstandard, Oelstandard, Lthiumstandard, oder gar ein Wasserstandard? Kann es sein, weil letztere tatsaechlich nachgefragt werden, und darum ein Einbunkern grosser Mengen davon Schwachsinn waere?

    • Taric Trent sagt:

      Nein. Aber wenn sie mal eine Waschmaschine mit Kupfer bezahlen würden, könnten sie schnell merken warum Gold als Zahlungsmittel mehr taugt. Es korrodiert auch nicht, wie das Silber auch, und eignet sich Aufgrund der relativen Weiche ausgezeichnet zur Münzprägung.

      • Anh Toan sagt:

        Muenzen werden schon lange nicht mehr aus Gold gepraegt, Gold- oder Kupferstandard ist nicht Abschaffung von Papiergeld, man kauft die Waschmaschine nicht mit Gold oder Kupfer. Mit Gold muessten Sie zwar wenig Gold, dafuer eine Praezisionswage rumschleppen um ein Broetchen in der Baeckerei zu kaufen. Was kaufen Sie hauefiger, Produkte fuer 1-100CHF oder solche fuer mehrere Tausend? Soll Kupfer eingelagert werden, kann man dies in einer geeigneten Fluessigkeit tun, ohne Sauerstoff keine Korrosion. Von Ihnen Herr Taric Trent haette ich etwas mehr erwartet, ein wirklich ueberzeugendes Argument, warum es Gold sein muss, habe ich noch nirgendwo gefunden. Einige Oekonomen sagen Rohstoffkorb, was mir zumindest mehr einleuchtet, als Gold.

        • Taric Trent sagt:

          Das Argument gibt es auch nicht, weil sich andere Edelmetalle historisch wie theoretisch genauso gut eignen. Begrenzte Verfügbarkeit ist übrigens kein Kriterium eines Geldes, da liegt Niessen falsch. Der Rest stimmt aber.

          • Markus Niessen sagt:

            Wenn das Material in beliebiger Menge verfügbar ist, dann ist Inflation und Entwertung unausweichlich. Wie wir ja jetzt mit dem Fiat System sehen. Aber natürlich ist die moderne Definition nicht gleich der klassischen, denn die modernen Anforderungen an eine Währung sind natürlich nicht mit der Situation von vor 2000 Jahren zu vergleichen.

    • Markus Niessen sagt:

      Es gibt einige recht gute Webseiten die das erklären, z.B.: http://www.goldseiten.de . Schauen Sie unter „Wissen“ nach.

      Einige klassische Eigenschaften die ein Material aufweisen sollte um als „Geld“ benutzbar zu sein sind aber schnell genannt: Teilbarkeit, Transportierbarkeit, begrenzte Verfügbarkeit, Akzeptanz, Wiedererkennbarkeit.

      • Anh Toan sagt:

        Auf goldseiten.de finde ich wesentlich neues, dass wir nur wegen eines Rechenfehlers einen Goldstandard und nicht einen Silberstandard hatten. Vielleicht laege der Silberkurs dann heute auf etwa 1500 usd pro Unze und der Goldpreis bei 40? Witzig finde ich auch, dass die Seite Gold als Luxusprodukt bezeichnet, was nuetzlich sei zu seiner Eignung als Geld. Luxus bedeutet aber Ueberfluss, Unnoetiges, Zierrat, also etwa, was ich schreibe: Gold kann man in Kellern bunkern, weils ohnehin keiner braucht.

  • Thomi Horath sagt:

    Wie alle Beiträge, die ich bis jetzt von XY gelesen habe: Ausgezeichnet! Vielen Dank Herr XY! 🙂

  • Michael Schwarz sagt:

    Das Problem des Ungleichgewichts des Währungssystems, solange keine festgebundene Regeln einführt, nicht behoben werden kann. z.B. die massive Aufwertung des CHF gegenüber USD und EUR keinen Ende findet, wird für die Schweiz zum Problem, wenn das Wirtschaftswachstum sich wieder verlangt. Die SNB sollte sich langsam Gedanken darüber machen, dass der Schuldenbremse die Möglichkeit der SNB einschränkt, dadurch bietet die Devisenspekulanten die Angriffsmöglichkeit, dies führt zur verstärkten Aufwertung des CHF.

    Das Konzept des Schuldenbremse ist in einem Umfeld der Überliquidität nicht wettbewerbsfähig, deshalb sollte die SNB sich ernsthaft in der Erwägung ziehen, dass der Schuldenbremse kurzfristig aufheben würde, das Ungleichgewicht des CHF zu allen anderen Währung wieder ausgleicht, womit beim nächsten Abschwung eine Soft-Ladung der Wirtschaft erreichen würde.

    Jetzige Strategie der SNB halte ich für gefährlich, weil die nicht in die Zukunft gerichtet ist. Die SNB Ökonomen haben das Gefühl, solange die Wirtschaft weiter wächst, ist der CHF nicht überbewertet. Das ist ein gravierender Irrtum der theoretischen Ökonomie.

  • Michael Schwarz sagt:

    @XY: Vielen Dank für Ihre wertvolle Literaturvorschläge. Die Wirtschaftsgeschichte lernt uns was wir nicht tun sollten, aber sie zeigt uns nicht die Zukunft. Wenn die Wirtschaftswissenschaftler nur noch mit den Wirtschaftsgeschichten beschäftigt sind, werden sie zum Archäologe der Wirtschaft. Wir leben in der Zukunft, nicht in der Vergangenheit.

  • Thomas Ernst sagt:

    „Die Aufgabe eines Journalisten ist es nicht, die Rolle eines Historikers zu spielen,…“

    Da liegen Sie 180 Grad falsch!
    Der Autor dieses Blogeintrages ist Wirtschaftshistoriker, nicht Journalist und es ist sehr wohl seine Kompetenz, mit Blick auf die Geschichte (in concrete: der Wirtschaftsgeschichte) die aktuellen Entwicklungen zu beleuchten. Dass er dabei auch GEGEN die von Ihnen bevorzugte Sichtweise argumentiert, liegt in der Natur kontroverser Themen. Sie unterstellen dem Autor eine politische Schlagseite, ohne dies zu begründen – das nenne ich Polemik.

    Was Sie mit Ihrer „Empfehlung“ im letzten Absatz eigentlich sagen, ist dass Hr. Straumann inkompetent sei. Auch hier fehlt die Begründung. Ich nenne auch das Polemik.

    Bringen Sie doch Argumente (wie es die meisten hier tun, siehe die Beiträge oben)!

    • Michael Schwarz sagt:

      @Thomas Ernst: Vor einiger Zeit habe ich gewisse Autoren Kritisiert, dass sie dieses Plattform missbrauchten, um eigne Unzufriedenheit die Luft zu verschaffen. Ich habe wiederholt geschrieben, dass dieser Forum dient die wirtschaftswissenschaftliche Lösungsansätze zu aktuellen Problemen zu diskutieren. Dies ist kein Plattforum für die unzufriedene Bürger und Bürgerinnen Ihren Wut zum Ausdruck zu bringen.

    • Anh Toan sagt:

      @XY. Sie schreiben „… und ebenfalls sollte der gute Journalist nicht in die Fallgrube tappen zum Verbreitungsorgan politischer Propaganda zu werden.“ Herr Straumann verbreitet also politische Propaganda und ist zu dumm, es zu merken? Im Unterschied zu Ihnen hege ich keinerlei Zweifel, dass Herr Straumann im Besitz von „tief(er)gehenden Informationen zur monetaeren Geschichte“ ist. Aber Sie, Herr XY, sind echt der Held fuer mich: Sie verstehen mehr von Wirtschaftsgeschichte als Herr Straumann, dazu auch noch mehr von Journalismus? Warum wird Herr Straumann fuer seine Zeilen bezahlt, obwohl Sie schon mehr geschrieben haben? Uebrigens, auch Physiker, Juristen, Mediziner, Biologen, und nicht nur Wirtschaftshistoriker arbeiten als Journalisten, es schadet nichts, wenn ein Journalist eine Ahnung vom Thema hat, ueber das er schreibt. Wir Kommentatoren duerfen uns auch auessern ohne Ahnung, wir riskieren nur, dumm dazustehen.

  • Samuel Staffelbach sagt:

    Seit 10 Jahren betreibt der Tagi und andere Massenmedien ein Gold-Bashing. Gut so. Es nützt uns Gold-Bugs. So geht die Gold-Hausse weiter! Danke Tagi !

  • Roman Kurevic sagt:

    Der Goldstandard verhindert Krisen, deswegen muss man diese auch nicht bekämpfen. Was die Krise in den 30ern angeht: Schuld war vor allem die Einführung der FED 1913 (Notenbanken) die wie heute meinten die Zinsen steuern zu können/müssen…damit wurde zu spät reagiert und dann krampfhaft versucht alles wieder nachzuholen. Der Markt kann und würde es richten, wenn man ihn denn hätte. Heute haben wir einen Sozialismus für Reiche/Banken/Versicherungen, die angeblich NICHT SCHEITERN dürfen, warum entzieht sich meiner Kenntnis. Dies verleitet diese zu Recht natürlich immer mehr Risiko einzugehen, da ein Scheitern ja durch die Staaten ausgeschlossen wird und höhere Gewinne zu höheren Boni führen, aber Verluste der Allgemeinheit aufgebürdet werden (SOZIALISMUS).

    Alle Regierungen/Banken die vorher/nachher Probleme hatten, scheiterten an ihrer Einnahmen/Ausgaben Rechnung. Der GOLDSTANDARD zwingt zum sparen, aber wer erfolgreich arbeitet, wird mit ÜBERSCHÜSSEN = mehr GOLD belohnt…und so sollte es auch sein…aber davon sind wir heute ja weit entfernt. Wer mehr ausgibt (Griechenland), muss mehr bekommen..dazu nur Herby: „Was soll das?“ und Forrest Gump: „Dumm ist der, der dummes tut!“

  • Anh Toan sagt:

    Das Denken in Landesgrenzen gehoert ins letzte Jahrhundert. Es hat uns zwei Weltkriege beschert. Europa ist auf dem Weg vom Staatenbund zum Bundesstaat (gemeinsame Aussenpolitik, gemeinsame Waehrungspolitik, Einfluss auf Fiskalpolitik der Teilstaaten, Harmonisierung von Rentenalter wird kommen, das Einstimmigkeitsprinzip wird fallen, Souveraenitaetsrechte gehen von den Teilstaaten auf den Bund). Die Waehrungsunion waren nicht zwei Schritte vorwaerts sondern eher ein gewaltiger Sprung, somit gehts jetzt auch mehr als einen Schritt rueckwaerts. Bis die Vereinigten Staaten von Europa kommen, wird es, wie das Meiste im Leben, laenger dauern als zuerst angenommen, doch sie werden kommen. Internet und Billigflieger haben die Welt klein gemacht, es gibt das Wir und Ihr des nationalstaatlichen Denkens nur noch in Betonkoepfen aus dem letzten Jahrhundert, die auf Grund der existentiellen Bedrohung ihrer Art, umso lauter bellen. Der Zusammenbruch der EU wuerde hundertmal mehr kosten, als die Sanierung der Peripherie, ein Bankrott Griechenlands waere der Anfang des Untergangs der EU. Und darauf wette ich mittels Kauf einer GR Anleihe, erschiesst mich, ich bin ein Spekulant.

    • Anh Toan sagt:

      Gold ist der Verlierer der Rohstoffhausse, warum sollte ich das kaufen? Wenn schon Kupfer, Soja, Palmoel, Zucker Kaffee oder Schweinebaueche, oder doch seltene Erden oder Oel. Betimmt kein Gold, Rohstoffmaerkte sind aber echt was fuer Zocker, da werden noch viele Goldfans boese erwachen. Nichts ist absolut sicher, ausser man ist religioes, Zur Zeit wird dem Gold wieder in pseudoreligioeser Verklaerung ein Wert zugeschrieben, den es nicht hat. Gold ist nichts als ein Rohstoff, und zwar einer der wenigen, die wir im Ueberfluss haben (ausser man bunkert es in Mengen in Kellern oder haengt zuviel an schoene Frauen). Tulpenzwiebeln, Internetaktien, Immobilien mit Hebel, jetzt Gold, das untrueglichste Anzeichen jeder Blase: Die Letzten (Ahnungslosen) sind schon long, wer soll jetzt noch kaufen? Wann platzt die Blase? Wenn die Chinesen ihren Cashbedarf nicht mehr ueber steigende Immobilienpreise decken koennen.

    • Thomi Horath sagt:

      Leider könnte Ihr guter Rat, Herr XY, für Herrn Toan vielleicht zu spät kommen. Schon heute muss man für den Kauf von sage und schreibe nur 5g Gold auf der Zürcher Kantonalbank eine Lieferfrist von mindestens einem Werktag in Kauf nehmen. Das heisst Sie gehen auf die Bank und sagen Sie hätten gern 5g Gold und bekommen als Antwort: „Ja, geht in Ordnung, wann wollen Sie es abholen kommen? Morgen früh geht frühestens 10 Uhr“ Und die Moral von der Geschicht? Es könnte vielleicht sein, dass es auf der Bank gar nicht mehr so viel hat, von dem gelben Metall!

      • Anh Toan sagt:

        Kaufen Sie 10Kg gehts viel schneller…

      • Anh Toan sagt:

        @Thomi Horath und XY, vor allem aber als Warnung an viele, viele Andere: Investments, die eingegangen werden im Glauben, absiolut sicher zu sein, sind nahezu garantierte Verlustbringer. Gewinne erzielt man eher mit Investments, welche man trotz betraechtlicher Bedenken eingegangen ist. Es gibt keinen Gewinn ohne Risiko, wer nicht einmal dies versteht, sollte beim Sparbuch bleiben oder sein Geld verschenken oder verkonsumieren, er hat mehr davon.

        • Thomi Horath sagt:

          Sehr geehrter Herr Toan, ich will ja hier nicht von 100% Sicherheit reden. Das gibt es wohl nirgends. Aber zweitens, und das scheinen Sie immer noch nicht begriffen zu haben, es geht mir hier keineswegs um Gewinn, sondern nur um Sicherheit! Um einen Notgroschen sozusagen. Wir stehen kurz vor der Super-Krise und ich mache mir wirklich Gedanken, ob wir seelisch darauf vorbereitet sind, wenn unsere gesamten Anleihen und Papiere auf den Wert Null zurückfallen. Selbst das Sparbuch wird auf Null gehen! Das Geld verschenken und verkonsumieren ist tatsächlich ein Tipp, den man in Betracht ziehen sollte, jedenfalls solange man es noch kann! 🙂

  • roger sagt:

    Keine Inflation in Sicht?

    So bald das Vertrauen in unser Geld verschwunden sein wird, ist es nicht einmal mehr das Papier wert, auf dem es gedruckt wurde.
    Ob sich das dann auch noch Inflation nennt?

  • Michael Schwarz sagt:

    Wie Hr. Straumann, unser Prof. für Wirtschaftsgeschichte schreibt, dass durch den Goldstandard eine Währungsstabilität in der Vergangenheit erreicht wurde, was wir heute nur noch träumen können. Wenn wir den USD Kurs in letzten 35 Jahren zurückblicken würden, können wir leicht erkennen, dass die US Regierung die Abwertung als Instrument systematisch genutzt hat, die Wirtschaft und Staatsverschuldung zu sanieren auf Kosten der Investoren und Bürger. Der Schwachpunkt in diesem Währungssystem ist nicht das Währungskonzept selbst, sondern der Mensch, der mit diesem Konzept undiszipliniert, nmanipulativ und unverantwortlich umgeht.

    • Thomas Ernst sagt:

      @XY:
      Stimme ihnen leider völlig zu: „Nun sind die Menschen aber nicht diszipliniert, und aus lauter Schlamperei und Gier passieren Super-GAUs, die wir uns nicht leisten können. Somit ist die einzige Möglichkeit die Kernkraft aufzugeben. “

      Ich habe jahrelang die Vorzüge der Kernkraft im Bekanntenkreis gepredigt – in der Annahme, die Leute, die so ein KKW betreiben, seien so zuverlässig wie Fluglotsen. Inzwischen musste ich lernen, dass sowohl das Management von Fluglotsen (siehe Überlingen), als auch das Mangement von KKWs (siehe Chernobyl, Fukushima, und ????) aus Gier, Unfähigkeit oder schlichter Dummheit durchaus in der Lage sind, Rahmenbedingungen zu schaffen, welche die Zuverlässigkeit killen.

      Also komme ich auch zu dem Schluss: Die Technik wäre schon ok, aber in Kombinationion mit dem Menschen viel zu riskant. Echt schade. Dito mit dem Geldsystem. Echt schade. Vielleicht sollte ich doch noch etwas Trockennahrung und Munition kaufen…

  • Thom Dahinden sagt:

    Zwar ist es korrekt, dass mit einem Goldstandard das Finanzsystem 2008 nicht hätte vor einem Kollaps gerettet werden können. Aber das ist ein Scheinargument, denn unter einem Goldstandard wären die zahlreichen Blasen der letzten Jahre gar nicht erst entstanden, entsprechend hätte man das Finanzsystem beim Platzen der Blase auch nicht zu retten brauchen.
    Der von Hume postulierte Mechanismus funktioniert sehr wohl, allerdings verlangt er von den Ländern mit Handelsbilanzdefizit eine wirtschaftliche Rosskur. Das ist aber kein Argument dagegen, da es nun mal fairer als die Alternative ist, wenn ein Land, das über seine Verhältnisse gelebt hat, dies auf diese Weise auskorrigieren muss. Die Alternative ist aktuell, dass z.B. die USA ihr Handelsbilanzdefizit vom Rest der Welt finanzieren lassen, bzw. den (von den Asiaten gehorteten) Dollar abwerten, wenn Ersteres nicht mehr funktioniert.
    Die „Rettung“ unseres Finanzsystems vor dem Kollaps ist eine Illusion – es wurde einzig Zeit gekauft. Wie bei einem Süchtigen, dem man nochmals seine Dosis Drogen gibt, um Ruhe zu haben, wurde durch ein verantwortungsloses Aufblasen der Geldmenge etwas Zeit gekauft, ein wirtschaftliches Strohfeuer entfacht. Unsere auf Kredit basierte Wirtschaft ist süchtig nach billigem Geld. Doch der Kater wird kommen – im besten Falle in Form einer massiven Inflation, im schlechtesten Fall in Form eines umso heftigeren wirtschaftlichen Kollapses.
    Noch nie in der Geschichte hat Papiergeld über einen langen Zeitraum hinweg funktioniert – Leute, die sagen, heute sei alles anders, liegen meistens falsch. Nicht nur an der Börse…

    • Michael Schwarz sagt:

      @Dahinden: Der Goldstandard kann die Bildung der Blase nicht verhindern, könnte aber die Bildung verlangsamen – die konjunkturellen Schwankungen milden. Die zahlreiche Beweise findet man in Wirtschaftsgeschichten.

  • Michael Schwarz sagt:

    Es ist unbestreitbar, dass das der Goldstandard das Ungleichgewicht im Währungssystem, den Missbrauch und die Manipulation einer Währung stark verhindert, zugleich ist der Goldstandard träge in der Zeit der Krise. Die Aufgabe der Ökonomen ist ein Währungssystem aufzustellen, dass die Funktion des Goldstandards übernimmt, gleichzeitig flexible ist in der Zeit der Krise. Kurz zusammengefasst, wir brauche ein System, welches das Ungleichgewicht und Krise selbst reguliert, nicht zusätzlich die Krise und das Ungleichgewicht verstärkt, wie heutiges Währungssystem es tut.

    Die Menschen versuchen immer wieder Grund zu finden, das Währungssystem destabilisieren, weil der Mensch daraus die Profite erzielt. Der Gier nach kurzfristigen Gewinn ist grösser als menschlicher Vernunft. Solches Handel liegt in der menschlichen Evolution und neurobiologischer Programmierung. Das Verhalten kann nur verändert werden, indem der zwingt die Regel zu folgen.

    Der Goldstandard bringt Ordnung im System; es muss eine Lösung gefunden werden, dass das System in der Krise die Flexibilität gewährleistet wird. z.B. der Goldstandard in der Krise für ein Jahr ausgesetzt werde, aber danach müssten die betroffenen Länder sich verpflichten, die überschlüssige Liquidität, die während der Krise ausgab, wieder ausgleicht, weil der Goldstandard sie zwingt. Es ist nur die Frage des politischen Willens, ist kein technisches Problem. Die Überwachung kann die IMF übernehmen.

    • Thomi Horath sagt:

      Herr Schwarz, ist es nicht so, dass mit einer Goldwährung (=Goldstandard) gar keine Krise entstehen könnte? (Siehe auch andere Beiträge von XY, Ferhadi, Peer, Zwahlen, Lips, Niessen, Lena, Baer, Richard, Mr.Weiss Alles, May, Klingler, Dahinden, Kurevic)

      • Taric Trent sagt:

        Es lässt sich ja wohl sehr leicht überprüfen, ob es vor dem Goldstandard schon Krisen gab. Die Antwort ist natürlich ja die gab es schon bevor ein Engländer in Japan war. Auch der Goldstandard taugt überhaupt nichts gegen kapitalistische Krisen und ist reine Augenwischerei von ökonomischen Laien, geboren aus dem Misstrauen gegenüber den nominellen Wert des Papiergelds. Ein Misstrauen, dem ich eine gesunde Neigung allerdings nicht abschlagen kann, wenn auch gänzlich untauglich zur Beurteilung der Finanzkrise, da sollte man sich lieber mal mit dem Thema Kreditverbriefung befassen.

        • Thomi Horath sagt:

          Sehr geehrter Herr Trent, es kommt vielleicht auch darauf an, wie man genau einen solchen Goldstandard definieren würde. Was würde z.B. passieren, wenn das Gold direkt auf den Banknoten als hauchdünne Folie eingenäht oder gepresst wäre? Wenn die Leute ihr Geld tatsächlich als reines Gold mit sich herumtragen könnten oder es auf die Bank tragen würden und es sozusagen kein elektronisches Geld mehr gäbe, sondern nur noch physisches, dafür weltweit die gleiche Währung? Wie sähe eine Börse dann aus? Gäbe es das überhaupt? Und fractional banking? Und brauchten wir dann überhaupt noch sogenannte Nationalbanken? Liebe Grüsse! 🙂

    • Frank Z. Marg sagt:

      Ich kann Ihnen da nur beipflichten. Es gibt bereits solche Versuche, das Geldsystem grundsätzlich dezentral zu strukturieren. Vor allem elektronisches Geld, deren Menge nicht beliebig ausgeweitet werden kann (aber fraktalisiert werden kann bei Bedarf), sind solche Versuche. Dezentrale Buy-Sell-Strukturen, das ist die Lösung. Keine Umwege mehr über Banken und andere Zahlungs-Clearings-Institute. Siehe den Versuch der Bitcoins (http://bitcoin.org/), digitale Währung von Peer-to-Peer.

    • Thomas Ernst sagt:

      @XY:
      Wie immer – scharfsinnige Analyse und schonungslose Darstellung. Gratulation! (mit einem Anflug von Neid… 😉 )

  • Hans Heisenberg sagt:

    Die USA hat mit den Ausgleichszahlungen ein besseres System als die EU und hier noch zwei Jahreszahlen im zusammenhang mit den USA und dem Gold:

    1971 wollte Frankreich seine Dollar-Reserven in Gold einlösen, aber die FED war nicht mehr in der Lage, nur für das eine Land den Wechsel in Gold vorzunehmen. Als Folge kündigte Nixon die Verpflichtung für die Einlösung des Dollars in Gold auf.

    1913 unterschrieb Woodrow Wilson den FEDeral Reserve Act, mit dem die FED (FEDeral Reserve System) als das Zentralbanksystem der USA gegründet wurde.

    Die FED der USA ist eine Privatbank, die dem Staat (der USA) Geld im Tausch gegen Staatsanleihen gibt. Dieses Geld, welches im Tausch angeboten wird, wird „geschöpft”, d.h. aus dem „nichts” erzeugt, vereinfacht gesagt werden einfach Banknoten gedruckt und gegen die Staatsanleihen getauscht.

    Durch die Deckung des Geldes mit Staatsanleihen wird der Staat durch die Anleihenbesitzer erpressbar/steuerbar, natürlich auch umgekehrt.

    Allein durch die Tatsache, dass die Staaten erpressbar sind, müssen wir ein weiteres Zahlunsgssystem (Komplementärwährung) ohne Zinsen einführen!

    In Bretton Woods hat sich Keynes für eine Komplementärwährung, den Bancor, eingesetzt. Leider konnte er sich nicht durchsetzen, vermutlich weil es nicht seine Erfindung, sondern die vom ehemligen Reichsbankpräsidenten Hjalmar Schacht war.

  • Cap Matifou sagt:

    Innerhalb von zwei Jahren kann sich der allerunterst abgerutschte Staat erheben, wenn er sein eigenes Geld besitzt. Das bedeutet es entsteht statt Schulden durch Erschaffen, und zirkuliert danach kostenfrei im Lande.
    http://www.webofdebt.com/articles/bankrupt-germany.php
    „Within two years, the unemployment problem had been solved and the country was back on its feet. It had a solid, stable currency, no debt, and no inflation, at a time when millions of people in the United States and other Western countries were still out of work and living on welfare. “
    „The secret to general and permanent prosperity is for the government of any country to issue debt-free currency in amounts necessary for commerce and growth.“

  • Fratelli Grimmi sagt:

    Das Ganze ist so kompliziert aufgebaut, dass das kein Mensch, nicht einmal die Banker selbst, versteht. Am Ende gewinnt immer die Bank, das ist ja auch der Sinn.

  • Wolfram Klingler sagt:

    Die Analyse von Herrn Straumann geht völlig am Problem vorbei. Mit einem Goldstandard oder einem Rohstoff-Basket-Standard können die Notenbanken und Regierungen nicht mehr ungedeckte Checks ausstellen auf Kosten des Mittelstandes und zukünftiger Generationen. Dass es bisher keine Inflation gab, lag vor allem am Eintritt Chinas und Indiens in die Weltwirtschaft, was eine starke deflationäre Wirkung hatte, die nun aber dem Ende zustrebt. Herr Straubhaar beklagt nun im Kern, dass es zu schmerzhaft wäre, wenn die Regierungen die Rechnung für die ungedeckten Checks bezahlen müssten und dass darum der Goldstandard nicht taugt. Das internationale Finanzsystem wird auch ohne Goldstandard kollabieren und dann umso spektakulärer weil ohne Goldstandard die Seifenblase viel weiter aufgeblasen werden kann. Die globale Geldmengenausweitung seit dem Ende von Bretton Woods ist derart gigantisch, dass inzwischen Spekulationsmärkte entstehen konnten, die ein vielfaches der Weltwirtschaftsleistung ausmachen. Die Geldmenge wird derzeit munter weiter ausgeweitet, dass am Ende der Kollaps steht ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Allerdings kann keiner voraussagen wann es soweit sein wird… Es ist einfach nicht möglich, dauerhaft mehr auszugeben als man erwirtschaftet, irgendjemand muss die Rechnung irgendwann immer bezahlen. Genau das verhindert der Goldstandard.

    • Thomi Horath sagt:

      Es könnte schon dieses Jahr passieren. Die Elite trifft sich vom 9. bis 12. Juni 2011 in St.Moritz und wird sicher auch dieses Thema zur Sprache bringen. Eventuell wird an diesem Treffen dann ein Datum für den Kollaps fixiert oder zumindest vorsondiert.

  • Gianin May sagt:

    Unter einem Goldstandard wäre es unmöglich gewesen, das internationale Finanzsystem vor dem Kollaps zu retten – es wäre auch unmöglich gewesen diese Luftschlösser zu bauen!

  • Mr. Weiss Alles sagt:

    Schuld an diesen Krisen ist nicht der Goldstandard, sondern vor allem die Zentralbanken, sowie das Teilreserven-Bankensystem. Dass eine Zentralbank mittels Zinsfestlegung die Wirtschaft steuern soll und kann ist völlig unrealistisch. Ebenso die Annahme, dass Staaten sich finanziell umsichtig verhalten. Wer das Recht hat, Geld zu drucken wird dieses Recht misbrauchen. Mit einem echten Goldstandard ist dies unmöglich und ebenso kann eine Überschuldung nicht passieren. Mann müsste Gold/Silber nur als weitere Zahlungsmöglichkeit parallel zu Papiergeld zulassen, d.h. es müsste möglich sein Verträge in Gold abzuschliessen und jede Fiat-Währung würde so automatisch ausgerottet.

    • Thomi Horath sagt:

      Interessante Idee! Leider gibt es zu viele Kräfte, die dies nie und nimmer ausprobieren lassen würden. :/

  • Richard sagt:

    „Unter einem Goldstandard wäre es unmöglich gewesen, das internationale Finanzsystem vor dem Kollaps zu retten.“

    Unter einem Goldstandard mit einer begrenzt(er)en Geldmenge wären all die hochriskanten Kredite, die zum Kollaps des Finanzsystems führten, nie vergeben worden und man müsste es daher auch nicht mit Steuergeld (entweder direkt oder über Inflation) retten.

  • Baer sagt:

    „Dieser Anpassungsmechanismus hat in der Praxis natürlich nie vollständig funktioniert.“ Ohne das Wort „vollständig“ wäre der Satz noch besser. Die ganze Theorie, dass der Wert von Geld darauf beruht, dass irgendwo unter der Erde Gold liegt, ist so absurd, dass sie eines Zeitungsartikels im 21. Jahrhundert nicht würdig ist. Was muss getan werden, dass Ökonomieprofessoren ihre Annahmen verlassen, sich einmal den buchhalterischen Vorgang einer Kreditvergabe auf einen Notizzettel aufschreiben und sich überlegen, wie Geld mit Output zusammenhängt, wenn Löhne ausbezahlt werden? 200 Jahre nach der Kontroverse um den Bullionismus, und Ökonomen wehren sich noch immer gegen neue Einsichten in der Geldtheorie.

  • Man kann natürlich auch anderer Meinung sein. Zum Beispiel:

    1. Unter einem Goldstandard wäre es unmöglich gewesen, das internationale Finanzsystem vor dem Kollaps zu retten.
    Es ist unwahrscheinlich, dass es bei einem auf Goldstandard basierenden System überhaupt je soweit gekommen wäre. Der Kollaps des Finanzsystem ist nicht zuletzt auf das Aufkommen von (Kredit)Derivaten (wie CDOs, MBSs, etc) zurückzuführen, die es früher nicht gab. Man müsste nun zuerst noch abklären, ob – und falls ja in welchen Ausmasse – Derivate unter einem Goldstandardsystem überhaupt möglich wären. Die Vermutung liegt nahe, dass Derivate in einem Goldstandard-System keine oder nur eine kleine Rolle spielen würden, ergo: Keine Finanzkrise.

    2. Die europäische Währungsunion funktioniert wie eine Art verschärfter Goldstandard – das heisst, der Goldstandard lebt noch.

    Ist eine Behauptung, die der Autor nicht belegt. Die EMU ist nur intern rigide, d.h. es lässt keine Differenzierung nach wirtschaftlicher Stärke der Mitgliedsländer zu. Das ist aber auch innerhalb der USA, oder schon innerhalb Grossbritanniens, wo nicht jede Region wirtschaftlich gleich stark ist und trotzdem alle die gleiche Währung haben, der Fall.
    Die ehemaligen fixen Wecheselkurse zwischen den – nicht mehr vorhandenen – nationalen Währungen und dem Euro spielen heute keine Rolle mehr und der Euro ist bezüglich Wechselkurs gegenüber Drittwährungen durchaus flexibel, wie der EURCHF Kurs schön aufzeigt.
    Es ist also weder ein rigides System, noch ist hier ein Goldstandard ersichtlich.

    Was die Aussage, «Von 1870 bis 1914 war der Goldstandard ziemlich stabil.» besagen soll, wird auch nicht ersichtlich. Stabil bezüglich was? Inflation, Wechselkursen?

    Zudem vergisst der Autor bei der Behandlung des Goldstandards darauf hinzuweisen, dass es ein Unterschied ist, ob Gold dann auch tatsächlich die Währung darstellt (in Form von Münzen) oder ob man trotzdem von einem System mit Banknoten (buntes Papier) zusammen mit fractional reserve banking ausgeht. Letzteres ist auch in Zusammenhang mit dem Goldstandard nicht unproblematisch.

  • rohstoffeboom sagt:

    Warum wurde die D-Mark abgeschafft?

    http://goo.gl/8zGyu

    interessant…

  • Lena sagt:

    Die richtigen Probleme werden nie genannt warum?

    1. Das Geldsystem hat Sytembedingt einen Fehler, das Problem ist das es ein Schneballsystem ist. Das Geld wird aus dem Nichts Geschöpft (auf Kredit Basis) das Geld für die Zinsen wird nicht Geschöpt, oder wenigstens im System zurückgeführt.
    Das Funktioniert am anfang gut, aber da die Zinsezinsen Expotential steigen hat es ein Ende. Und da irgenwo sind wir Jezt, da nur noch die National Banken (FED) Selber Kredit nehmer und geber sind.. sie nehmen von ihnen selbs kredite auf und Kaufen von den Banken Schlechte Papiere ab, damit noch geld im System kommt..

    2. Die Grosen Finaz-Kriminelle (JPM, FED usw) können mit diese Geldsystem das ganze Geld zu ihnen führen, Da die Politiker nur die Nuten der grossen Bänker sind Funktioniert das ja Wunderbar.. Die Schafe werden das erst Merken wenn es an ihren konten geht (zb dur Inflation) die ganze Krise 2008, und die die kommt wurde von die sen Kriminellen gewollt herbeigeführt.

    3. Die EU hat keinen anderen zweck als genau dieses Caos zu Produzieren, Dank der EU schnüren die Politiker noch mehr rettungspakete, die nicht anderes sind als >Kredite die die Bürger zahlen müssen.. und wo landet das ganze Geld bei den Banken!

    Worum gehts.. Wenn sie Das Geldsystem fallen lassen, landen alle Besitztümer zu ihnen (der Grose Teil ist schon da) Dann können sie einen neuen Globalen Geldsystem verkaufen, und im grossen Caos das sie Verursacht haben sagen die Schafe sofort ja dazu.. Die Haben uns zu Sklaven gemacht mit ihren Geldsystem ohne Kontrolle. Die Neue Währung wird nur noch Digital sein, somit können die Kritische Bürger mit einen Knopfdruck alles Geld nehmen.

    Gold standart ja oder nein Spielt keine Rolle, da sie ja auch Gold/Silber seit jahren Manipulieren, mit der heutigen Geldmenge müsste Gold Inflationsbereinigt bei Min 7000$ – 12000$ pro Unze sein. Es währe langsam an der Zeit das die Medien ihre aufgabe wahrnehmen, oder wollt ihr auch beim caos mit der Banker und Politiker an die laternen Baumeln..
    Denn sobald das Volk nichts mehr hat.. hat es auch nichts mehr zu verlieren Und die Revolution in Europa hat schon begonnen, Griechenland, Spanien.. aber auch da helfen die Medien das nicht zu Bringen, oder falshe News zu bringen. Wie zb lezte woche in Spanien wo die Polizei die Fridlichen Demonstranten geprgelt hat, da wurde von zusammen stösse Berichtet, und die online videos, wurden Geschnitten so das man die Polizeigewalt nicht sah.. macht nur weiter so.. der Tag der Abrechnung kommt. So wird in den Nächsten 10 Jahren Bürgerkrieg in Europa prduziert gewollt!

    • Thomi Horath sagt:

      Sehr geehrte Lena,
      sehr gute Zusammenfassung! Allerdings zur Revolution, so unfair es auch aussehen mag, aber: „Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen.“ Wir müssen uns auf das Leben nach dem Tod konzentrieren. Hier sind wir für eine endliche Zeit, dort sind wir ewig. 🙂
      Liebe Grüsse! 🙂
      Thomi

  • Markus Niessen sagt:

    Die Gründe für die Aufgabe des Goldhinterlegungsstandards und letztlich des Bretton-Woods Systems sind ungenügend beleuchtet. Nixon kündigte Bretton-Woods (unter anderem) auf um den Vietnamkrieg weiter finanzieren zu können. Ähnliche Gründe führten auch zur Sistierung des Goldhinterlegungsstandards um 1914-1918. Wirtschaftlich funktionierten beide Systeme, aber die Regierungen wollten (oder mussten) mehr Geld ausgeben als sie hatten (kommt uns das nicht bekannt vor?). Auch die Analyse zur Krise der 30er Jahre greift wohl zu kurz, denn im Moment sieht es ja so aus, als ob unser jetziges Fiatsystem den Kollabs auch nicht verhindern kann. Es eignet sich aber hervorragend dazu die Risiken und Lasten des Systems zu sozialisieren. Während das System der 20er und 30er Jahre die „Grosse Depression“ nicht verhinderte ist es jetzt wohl so, dass das Fiatsystem die jetzige Situation verursacht hat! Die Frage die sich mir stellt ist daher, ob ein grundsätzlicher Systemwechsel uns retten könnte?

    • Thomas Ernst sagt:

      …Systemwechsel – wohin? Zurück zum Naturaltausch? In die Illusion es reinen Kommunismus?

      • Markus Niessen sagt:

        Ihrer Antwort auf meinen Kommentar entnehme ich, dass Sie entweder genauso weitermachen möchten wie bisher oder sich ausser „Naturaltausch“ und „Illusion des reinen Kommunismus“ keine Alternative vorstellen können.

  • Hans Lips sagt:

    Schon der erste Satz ist falsch. Richtig ist, dass es unter einemGoldstandard gar nie zu einer Schulden- bzw. Kreditkrise gekommen wäre. Erklärung: Länder konnten nur so viel ausgeben bzw. kaufen, wie sie Gold hatten. Der Goldstandard hat die Teuerung über 100 Jahre vermieden. Wenn man wissen will, ob es eine Inflation gebe braucht man nur die Entwicklung der Land- und Mietpreise anzusehen. Der Kaufkraftsverlust zwischen 1935 und 2000 betrug in der Schweiz bei Immobilien 97%..Die Preise vieler dauerhafter KOnsumgüter sind nicht real und werden massiv steigen. Grund: Steigende Kosten in China usw.

  • Zwahlen sagt:

    Lieber Herr Straumann

    Das Geldsystem funktioniert ganz anders. Der Goldstandard garantierte, dass man einen Doller jederzeit in Gold wechseln konnte. Die Geldmenge konnte man nur vermehren, wenn diese gleichzeitig mit Gold abgedeckt werden konnte. Die Amerikaner druckten so viel Geld, so dass zu wenig Gold vorhanden war. Deshalb wurde der Goldstandard abgeschafft und nun konnte man beliebig die Geldmenge erhöhen. Wunderbar!!! Die Verlierer waren wie immer die arbeitenden Menschen. Der Zins es Zins sollte sofort abgeschafft werden, weil dieser ist Systembedingt für die momentane Krise verantwortlich. Darum sind die Zinsen fast bei null. Der Islam verbietet Geldvermehrung ohne Arbeitsleistung. Darum haben jene Staaten wenig finanzielle Probleme. Sehen Sie sich bitte den Film einmal an (siehe link)

    http://www.alpenparlament.tv/playlist/417-der-waehrungscrash-kommt-so-retten-sie-ihr-geld-mit-gold

    • Thomas Ernst sagt:

      Lieber Herr Zwahlen

      „…darum haben die islamischen Staaten wenig finanzielle Probleme.“
      So ein Unsinn. Alle islamischen Staaten, die nicht auf Ölquellen hocken, sind wirtschaftliche Leichtgewichte. Der durchschnittliche Araber ist viel zu arm, um eine Kredit zu bekommen. Microfinance funktioniert nicht, weil der Islam systematisch die Frauen unterdrückt, welche z.B. in Indien, Südamerika und Ostasien die allermeisten Mikrokredite beziehen – UND zurückzahlen.

      Das Problem ist NICHT der Zins oder Zinseszins, sonder dass Länder, Firmen und Einzelpersonen Kredite nehmen, um ihre KONSUMausgaben zu finanzieren. Das führt natürlich in eine Todesspirale. Wer Kredite nimmt, um eine Investition zu finanzieren, die selber wieder Erträge generiert, hat das Zinseszinsproblem eben nicht.

      Dieser relativ triviale Unterschied zwischen KONSUM und INVESTITION wird von praktisch allen Linken und 100% der Gutmenschen nicht begriffen. Darum sind aus ihrer Sicht dann die Banker die Bösen.

      • Taric Trent sagt:

        Laut ihnen sind die Banker aber auch die Bösen, geben sie doch Konsumkredite an minderbemittelte Schlechtverdiener heraus. Ach nein, der Unterschied zwischen Ihnen und den linken Gutmenschen ist, dass sie so „vernünftig“ sind, dass „wir alle“ schuld sind, die die Kredite genommen haben, und nicht die Banker, die sie gegeben haben. So viel also zum himmelweiten riesigen Unterschied zwischen ihnen und den Linken Gutmenschen. Das geht unter bürgerliches Bewusstsein, jetzt mal zum Stoff: Vielleicht können sie mir ja erklären warum ein hopps gegangener Konsumkredit Stützungzahlungen im mehrfachen Umfang der Gesamtkonsumkreditmenge der USA auslösen kann.

  • Thomi Horath sagt:

    Nun, das Ziel der Illuminati sollte mittlerweile den meisten bekannt sein: Globaler Finanzkollaps und Aufrichtung der Neuen Weltordnung. Dieses Ziel wird wahrscheinlich nicht verhindert werden können. Vorgestern habe ich gelesen, dass die US-Notenbank gar kein Gold mehr in ihren Lagern habe. Wenn das stimmt, kann man etwa abschätzen, wie nahe wir dem Ziel der Illuminati schon sind. Cheers! 🙂

  • John Peer sagt:

    Zu den beiden angeführten Argumenten gegen den Goldstandard: 1. Die Rettung des Banksystems hat zwar temporär eine schmerzhafte Neuallokation der Gelder verhindert, wird aber in naher Zukunft zu einer noch grösseren Krise führen. (Hayek) Deshalb war die Rettung falsch und ein Goldstandard, der sie verunmöglicht hätte, eben gerade zu bevorzugen. 2. Das Problem hier ist das staatliche Geldmonopol, nicht das „rigide“ Währungssystem. Der Goldstandard würde den Machbarkeitswahn der Politiker und Zentralbanken verhindern.

  • Marc Lehmann sagt:

    Der Kardinalsfehler den die Markteilnehmer begangen haben, war die Angleichung der Staatsrisikoprämien. Es wurde von den Analysten vorgegaukelt, dass jede Staatsanleihe eines EURO-Gemeinschaftsstaates dieselbe Qualität besitzt. Wenn man diese weltfremde Weisheit vor 15 Jahren infrage stellte, wurde man ausgelacht. Ich für meinen Teil habe diese Grundannahme der Währungsunion nie akzeptiert, erntete aber nur Kopfschütteln. Schuld, dass die Griechen, Portugiesen, Iren und teilweise auch die Spanier über ihre Verhältnisse gelebt haben, waren und sind die (teilweise staatlich gesponsorten) Banken vor allem auch in Deutschland. Diese Banken wurden und werden von der Politik seit Jahren auch dazu benützt um den wirtschaftlichen kollateral Sondermüll zu entsorgen. Nun sind es genau diese Promotoren, welche auf riesigen Volomina an zu wertberichtigenden Beständen von Krediten und Staatsanleihen sitzen. Diese Inatitute sind teilweise de facto pleite und müssen nur nicht abschreiben, da es ja den Rettungsschirm gibt. Letztendlich gäbe es, wenn man den Stöpsel ziehen würde, auch einen Fallout auf die übrigen Geschäftsbanken. Die Politik glaubt immer noch, das Unvermeidliche hinauszögern zu können. Die mittlerweile realistischeren Märkte nehmen den unausweichlichen Haircut vorweg indem die entsprechenden Schulden mit grossen Abschlägen und den EURO weit unter seinem bisherigen Wert handeln. Je länger die Politik noch wartet, umso grösser wird der Knall schliesslich werden. Dieser wird zwar für die Banken und auch teilweise die Vorsorgeeinrichtungn schmerzhaft, ist aber nicht mehr abzuwenden. Sinnvoll wäre es jetzt aber sicher diesen Haircut zu vollziehen auch, und vor allem, so lange es noch eine wirtschaftliche Region (Asien) gibt, die weltweit für wirtschaftliche Impulse sorgt! Tut man dies nicht, ist die Gefahr umso grösser, dass die Euro-Zone auseinanderfallen wird. Die Abschreiber gibt es dann noch oben drauf!

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