Ist die EZB an allem schuld?

Griechische Banken hängen gelassen: Die Europäische Zentralbank in Frankfurt mischt sich in politische Angelegenheit ein. Foto: Kai Pfaffenbach (Reuters)

Griechische Banken hängen lassen: Die Europäische Zentralbank in Frankfurt mischt sich ein in politische Angelegenheiten. Foto: Kai Pfaffenbach (Reuters)

Wie wird man dereinst die griechische Krise beurteilen? Zurzeit fokussieren alle auf das kommende Referendum – wenn es denn überhaupt so stattfindet, wie es angekündigt worden ist. Möglicherweise ist das ein Wendepunkt. Vielleicht war aber eine ganz andere Entscheidung von historischer Tragweite: die Weigerung der Europäischen Zentralbank (EZB), den griechischen Banken weiterhin voll und ganz zur Seite zu stehen. Diese kritische Lesart legt zumindest eine Kolumne des Genfer Ökonomen Charles Wyplosz nahe. Er ist der Meinung, dass der jüngste Entscheid die Wahrscheinlichkeit eines Grexit enorm erhöht habe.

Das Argument läuft folgendermassen: Solange die EZB die griechischen Banken ohne Wenn und Aber stützte, bestand für die griechischen Sparer kein Anlass, ihre Konten völlig leer zu räumen. In der Tat hat vor dem letzten Wochenende kein Bank-Run stattgefunden. Der jüngste Entscheid der EZB aber hat das Kalkül der Sparer völlig verändert. Sie müssen nun befürchten, dass ihre Bank bald nicht mehr liquid ist und zusammenbricht. In einem solchen Moment ist klar, dass man sofort sein Konto zu leeren versucht, was den Bankenzusammenbruch beschleunigt.

Und sobald die griechischen Banken kein Geld mehr haben, ist der Weg zum Grexit nicht mehr weit. Denn es braucht zwingend ein neues Zahlungsmittel, um die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Man muss also eine Parallelwährung einführen. Das Ganze in den Worten Wyplosz‘:

Suddenly, on the morning of 28 June, the ECB has stopped providing emergency funding to Greek banks. In a classical self-fulfilling crisis fashion, this decision is bound to turn the «slow-motion run» into a panic. The bank holiday and capital controls announced will create some breathing space, but … will not prevent the banking system from collapsing. (…). At that stage, possibly earlier, the Greek authorities will have no choice but to leave the Eurozone and provide banks with the re-created drachma.

Warum hat die EZB diesen Entscheid gefällt? Warum hat sie nicht weiterhin dafür gesorgt, dass die griechischen Banken funktionstüchtig bleiben? Waren es rechtliche Gründe? Wyplosz glaubt nicht daran, aber kann es nicht ganz ausschliessen. Auch das Argument, dass die unlimitierte Unterstützung der griechischen Banken für die EZB höhere Verluste verursacht hätte, lässt er nicht gelten. Eine Zentralbank müsse nicht auf ihre Ertragskraft fokussieren, sondern die Stabilität des Gesamtsystems verteidigen.

Ausserdem seien die griechischen Staatspapiere, die als Sicherheiten für die Kredite an die griechischen Banken hinterlegt werden, in der Bilanz der griechischen Zentralbank verbucht, nicht in Frankfurt. Eine Bankenpleite würde also zuallererst den griechischen Steuerzahler treffen, nicht die EZB. Und schliesslich führe das Abschnüren der griechischen Banken im Endeffekt zu einem viel grösseren Bankrott des griechischen Staates, als wenn die EZB weiterhin beigestanden hätte.

Was war dann der Grund? Wyplosz vermutet, dass die EZB nach politischen Gesichtspunkten entschieden habe. Ihre Unabhängigkeit hätte ihr durchaus erlaubt, politische Überlegungen zurückzustellen, aber offenbar hatten die Mitglieder des EZB-Rates nicht das nötige Rückgrat. Vor allem müsse sie die Verantwortung für ihre früheren Entscheidungen wahrnehmen. Sie habe sich 2010 entschieden, Kredite an den griechischen Staat zu geben, um den Bankrott abzuwenden. Wenn sie nun Mitte Juli auf diesen Anlagen Verluste erleiden werde, sei das in Kauf zu nehmen. Man hätte sich damals anders entscheiden können, aber dafür sei es jetzt zu spät. Wer A sagt, muss auch B sagen.

Die EZB habe sich damals auch entschieden, den Griechen keinen Schuldenschnitt anzubieten, sondern Kredite zu geben, um die deutschen und französischen Banken zu stützen. Das war vielleicht damals richtig, aber es bedeute eben auch, dass die EZB jetzt nicht einfach den Stecker ziehen könne.

Schliesslich habe sie durch das Mitmachen bei der Troika Partei genommen. Wyplosz stellt trocken fest, dass eine Zentralbank ein solches Mandat eigentlich nicht hätte übernehmen dürfen. Verhandlungen zwischen Schuldnern und Gläubigern sind eine politische Angelegenheit. Die Mitglieder der EZB sind nicht demokratisch gewählt und haben deshalb kein Mandat. Aber wiederum gilt: Wenn die EZB diese Rolle gewählt hat, darf sie sich nicht plötzlich aus der Verantwortung stehlen.

Der Schluss der Kolumne ist erbarmungslos:

And now they (Mitglieder des EZB-Rats; Anm. d. Red.) are triggering the Grexit, which will radically transform the Eurozone. Adopting the euro is no longer irrevocable, a fact that is bound to agitate the financial markets with unknown consequences. Greece is not the only victim; the governance of the Eurozone has been shattered.

 

105 Kommentare zu «Ist die EZB an allem schuld?»

  • zweistein sagt:

    „Ist die EZB an allem schuld?“

    Die simple Antwort heisst: Ja!

    • An allem ist die EZB sicherlich nicht schuld. Allerdings ist die politische Austeritätsagenda der letzten 5 Jahre in Gänze gescheitert. Und daran ist auch die EZB nicht ganz unbeteiligt. Ihre aktuelle Entscheidung war allerdings der suizidale Startschuss ihres eigenen Endes. Jetzt helfen nur noch zwei große Wunder. Das erste lautet ‚Schäxit‘. Das zweite lautet ‚Citoyage‘.

      Ich befürchte allerdings, dass die griechische Tragödie nur der 1. Akt eines europäischen Gesamtdramas ist. Deutschland könnte führen, aber kann nicht (wegen Schäuble & Co.) und will/darf nicht (wegen seiner Vergangenheit). Alle anderen wollen nicht und können nicht. Wo ist der Alexander der Große, der dem Wolfgang dem Kleinen die Stirn bietet?

      LG Michael Stöcker

      • Linus Huber sagt:

        „die griechische Tragödie nur der 1. Akt eines europäischen Gesamtdramas ist“

        Darin dürften wir uns einig sein. Allerdings sehe ich das Problem weniger im Bereiche Schäuble & Co., sondern eher in der fehlerhaften Entwicklung der letzten mindestens 20 Jahre, welche zu dieser ausweglosen Situation führte. Tatsächlich behindern sich die heutigen politischen Entscheidungsträger aus Furcht ihren Wählern reinen Wein einzuschenken zu müssen, immer stärker, sodass es fast schon groteske Züge annimmt. Das Verschieben wirklicher Lösung von Problemen (kicking the can) muss eines Tages enden und je länger man wartet, desto stärker dürfte die damit einhergehende gesellschaftliche Verwerfung und das Leid zum gegebenen Zeitpunkt werden.

        • Ich sehe hier keinen Widerspruch, da Schäuble das System der letzten 30 Jahre repräsentiert. Er ist seit 1972 Mitglied des Bundestags und hat die Politik der letzten 20 Jahre wesentlich mitbestimmt. Er hat in dieser langen Zeit sehr viel für Deutschland und Europa erreicht, hat es aber nicht geschafft, aus den Fehlentwicklungen, die es immer gibt, die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Das gilt allerdings auch für die Übergroße Mehrheit unserer Eliten. Es ist wie am Ende der DDR. Die Bevölkerung spürte/wusste schon länger, dass das alte System an seine Grenzen gekommen ist, die herrschende Elite scheiterte aber an der kognitiven Dissonanz.

          • Linus Huber sagt:

            „die herrschende Elite scheiterte aber an der kognitiven Dissonanz“

            Inwiefern dies absichtlich oder unbewusst abläuft, sei dahingestellt. Aber eben, viele politische Karrieren wären über Nacht im Eimer, wenn man die Wahrheit spricht, denn unter dem Strich geht es der überwältigenden Mehrzahl der Politiker in erster, zweiter und dritter Linie um ihr persönliches Wohlbefinden.

    • Markus Ackermann sagt:

      @zweistein
      Ich denke, der heutige Kommentar im Daily Telegraph beantwortet die Frage des NMTM-Beitrages sehr gut:
      Die €ZB ist nicht der Haupt-Schuft
      „This default is doubly shameful given that THE ORIGINAL IMF-TROIKA LOAN IN 2010 WAS NOT INTENDED TO SAVE GREECE. THE EXTRA DEBT WAS IMPOSED ON AN ALREADY BANKRUPT GREEK STATE TO BUY TIME FOR THE EURO, AGAINST GREEK INTERESTS.
      Leaked documents leave no doubt that THE REAL PURPOSE WAS TO SAVE MONETARY UNION AND THE EUROPEAN BANKING SYSTEM – AND TO AVERT A „EURO-LEHMAN“, in the IMF’s own words – at a time when the eurozone had no defences against contagion.
      Worse, the bitter showdown has made brutally explicit what many long suspected, that sovereign democracies count for nought when push comes to shove in Euroland.
      The European Central Bank is not the chief villain, perhaps, in the latest chapter. It is in an impossible position. Yet citizens across Europe can see with their own eyes that the ECB has been rationing emergency liquidity (ELA) for a prostrate country as a tool of political pressure, and that it forced Syriza to take the drastic step of shutting the banks by freezing ELA at €89bn.
      It is an odd spectacle to watch a central bank with a treaty duty to uphold financial stability take the deliberate decision to precipitate the collapse of banks that it regulates. But the deeper point is that the insane construction of the euro – a naked currency union without fiscal and political foundations – must inevitably tend to authoritarian monetary dystopia in the end.“
      Quelle: „Europe has suffered a reputational catastrophe in Greece“
      http://www.telegraph.co.uk/finance/economics/11712098/Europe-has-suffered-a-reputational-catastrophe-in-Greece.html

      • Rolf Zach sagt:

        Auf das Urteil dieses nationalistischen und erzkonservativen Daily Telegraph gebe ich gar nichts. Die haben ja die Ermordung von Steve Biko in den 70er Jahren und das Apartheid System ziemlich verteidigt. Diese Gift und Galle Sprüche der Rechtspresse in Grossbritannien beeindruckt mich gar nicht. Die sind alle ziemlich auf ihre imperiale Vergangenheit eingebildet und für sie sind die Kontinental-Europäer minderbemittelte Wesen oder sogar bösartig. Der Daily Telegraph ist mit seinem Bildungs-Anspruch noch schlimmer als die Murdoch-Presse. Die City weiss genau, was sie an der EU hat. Ohne EU-Mitgliedschaft wäre London eindeutig nicht das Finanzzentrum von Europa und die Euro-Zone hat diese Wirkung zugunsten des Finanzzentrums verstärkt. Die britische Wirtschaft ist überspitzt gesagt eine grössere griechische Volkswirtschaft. Was der Tourismus für Griechenland ist, ist London als Finanzzentrum. Das britische Leistungsbilanzdefizit ist das zweitgrösste der Welt und das höchste gemessen am Volkseinkommen. Aber es ist das Paradies für alle Gauner aus Nicht-OECD Staaten. Das Pfund selbst ist die Reservewährung für die Dummen.

        • Markus Ackermann sagt:

          @Zach
          – Beim Guardian oder beim Independent werden Sie die gleichen Argumente finden.
          – Sie versuchen das Fehlen von sachlichen Argumenten mit starker Meinung zu kompensieren. Das funktioniert nicht.
          – Herr Zach, Sie stehen an der Grenze zur Enttäuschung. Benutzen Sie Ihre kognitiven Fähigkeiten und machen Sie den nächsten Schritt. Denken Sie nach: Jede ENT-Täuschung bedeutet für Sie einen Gewinn. Sie wären eine Täuschung los.
          Dazu gibt übrigens einen griechischen Mythos: Als Narziss im Wasser sein Spiegelbild küssen wollte, war es verschwunden.

          • Rolf Zach sagt:

            Welche Enttäuschung? Schlussendlich unter dem Strich wird man sehen, wie sich die Euro-Zone entwickelt. Sie sagen selbst der Euro wirkt wie ein Goldstandard. Sollte eigentlich eine positive Nachricht für all diejenigen sein, die die Zentralbanken dieser Welt als Teil der Weltverschwörung betrachten, um unseren Geldwert zu vernichten. Die EZB ist damit scheinbar der einzige Lichtblick im ganzen Haufen. Die EZB ist aber sicher nicht so dogmatisch wie unsere SNB, die die Prämisse eingeführt hat, dass der Meister der Deflation aus der Schweiz kommt. Wenn es so weitergeht, wird es noch viele Schweizer geben, die sagen, erlöse uns von dem Schweizerfranken und führe den Euro ein! Mir ist durchaus bewusst, dass die grösste Krux der Euro-Zone die Lohnstückkosten in den verschiedenen Länder sind, deren Korrektur nicht mit neuen Schulden begradigt werden können. Die Mitglieder der EURO-Zone sind froh, dass eine Teilnahme an dieser Reserve-Währungszone zeigt, dass es nicht eine Gratis-Fahrkarte ist für eine schrankenlose Geldaufnahme. Die EURO-Zone kann froh sein, dass Grossbritannien nicht Mitglied ist. Abgesehen davon, ist Grossbritannien gegenwärtig auf einem rigiden Sparkurs, der denjenigen der gesamten Eurozone übertrifft. Es würde mich nicht wundern, wenn daraus auch interne Unruhen entstehen könnten. Die Engländer machen Ferien im sehr billigen Tunesien, die Zentraleuropäer im teureren Griechenland. Warum wohl? Natürlich gibt es Vorlieben eines Lesers, aber schlussendlich war mir immer klar, dass die Welt nicht aus Einseitigkeit besteht. Also mit der Abschaffung der Eurozone wird das Manna vom Himmel kommen. Unsere Nationalbank ist von tiefgründiger Weisheit mit ihrer Deflationspolitik, dass macht der Schweizer Volkswirtschaft gar nichts aus. Wir lieben es in Europa weiterhin in Massen Dollar aufzustocken, den der Euro ist des Teufels, der liebe Eichengreen ist der Guru in dieser Sache und die Eliten Europas werden alle pudelwohl sein mit ihren eigenen Währungen. Fragen Sie einmal die Kaufleute in Europa, ob sie diesen Zustand so lieben!

      • Nein, die EZB ist nicht der Hauptschuft; der sitzt woanders. Aber die EZB hat einen suizidalen Kardinalfehler begangen: https://zinsfehler.wordpress.com/2015/07/02/schaxit-oder-exit/

        LG Michael Stöcker

  • Rolf Zach sagt:

    Irgendwie ist mein Beitrag betreffend Schuld der EZB und der wesentlichste Grund bei der ganzen Tragik nicht durchgekommen.
    Bis zu Einführung des EUROS basierte das internationale Zahlungssystem auf dem Dollar. Der Dollar war die einzige überall akzeptierte Reservewährung. Jedermann kann selbst ausrechnen, was für Vorteile eine Reservewährung für ein Land beinhaltet.
    Eine solche Volkswirtschaft ist immun gegen defizitäre Zahlungsbilanzen. Denn sie versorgt nicht nur ihr eigenes Geldsystem, sondern schafft durch ihr eigenes Defizit die notwendige Geldmenge für den internationalen Verkehr von Drittstaaten untereinander. Grob gesagt verkauft sie Papier gegen Sachwerte. Eine solche Stellung hatte vor der Einführung des Euros, die DM und selbstverständlich der Yen und der Schweizerfranken nur ansatzweise. Mit dem Euro kam der Dollar/Euro-Standard, nicht gerade der Liebling der US-Ökonomen wie Eichengreen und auch Krugman. Eine Reservewährung fällt aber nicht einfach so vom Himmel. Sie braucht Vertrauen und die kann sie nur gewinnen, wenn die Mitglieder einer Währungszone Rechtsstaaten sind, eine effiziente und verständige Bürokratie kennen und sich an die Regelungen untereinander halten. Wenn sie Vertrauen hat, kann sie auch mit Leichtigkeit eine keynesianische Wachstumspolitik fördern, ohne ständig ihre Devisenreserven nachzuprüfen und in Panik zu verfallen wegen eines allfälligen Leistungsbilanz-Defizit. Dieses übergeordnete Interesse Europas haben die linken Urwald-Ökonomen der Regierung Tsipras nicht verstanden. Ihr bevorzugtes Feld ist die Demagogie verbunden mit nicht reflektierter Schlag-Tot Ökonomie Argumenten. Muss Europa den Dollarstand als Krücke beibehalten?

    • Markus Ackermann sagt:

      @Zach
      1. Ihre Argumentation ist richtig (ausgenommen nachfolgend Ziff 2). Den Kern haben Sie richtig formuliert: „Grob gesagt verkauft sie Papier gegen Sachwerte.“
      2. „Wenn sie Vertrauen hat, kann sie auch mit Leichtigkeit eine keynesianische Wachstumspolitik fördern, ohne ständig ihre Devisenreserven nachzuprüfen und in Panik zu verfallen wegen eines allfälligen Leistungsbilanz-Defizit. Dieses übergeordnete Interesse Europas haben die linken Urwald-Ökonomen der Regierung Tsipras nicht verstanden.“
      – DIES ist richtig, wenn Landesgrenzen und Währungsgrenzen übereinstimmen.
      – DIES ist FALSCH in der €U, weil das Land (z.B. Griechenland) seine Souveränität über die Währung verloren hat (es kann nicht abwerten). Der € wirkt innerhalb des €U-Raumes wie ein Goldstandard … ausführlich in mehreren NMTM-Artikels dargestellt. EXAKT DIES ist das Problem des €, exakt DARUM wird der € zu einem Schuldenmonster: die mit Krediten an die Abnehmerländer im €U-Raum finanzierte Export-Konjuktur von D im €U-Raum schlägt zurück … natürlich auf die Kreditnehmer, aber genauso auf D … spätestens dann, wenn das Schuldnerland insolvent wird: Schuldenschnitt und grosses Geheule in D etc.

    • Maiko Laugun sagt:

      @Rolf Zach, 16:05: „..wenn die Mitglieder einer Währungszone Rechtsstaaten sind ..“ Von welchem Rechtsstaat oder Rechtssystem reden Sie? Die USA, mit völkerrechtswidrigen Kriegen/Gefängnissen mit Folter oder meinen Sie die EU/EUR-Zone mit korrupten Ländern wie Griechenland, welche Teil dieses Rechts-Systems sind? … „..eine effiziente und verständige Bürokratie kennen und sich an die Regelungen untereinander halten.“ .. Kann ja wohl nicht Ihr ernst sein, oder?

      • Linus Huber sagt:

        Rechtsstaatlichkeit heisst eigentlich einzig, dass die bestehenden Rechtsordnung durchgesetzt wird. Jedoch ist wohl von höherer Bedeutung, in welchem Ausmasse das geltende Recht dem intuitiven Gefühl von Gerechtigkeit der Bevölkerung entspricht und wenn es zu weit davon abrückt, es eher um rechtsstaatlich geregelte Korruption handelt, in welcher ein gesellschaftliches Segment (z.B. die Teppich-Etagen von Grossunternehmen) die Legislative zu ihrem persönlichen Vorteil und zum Machtgewinn der Unternehmen ungebührlich zu beeinflussen und damit die demokratischen Werte schrittweise zu untergraben vermag. Es kann sicherlich etwas mit der gegenwärtig hochgelobten Rechtsstaatlichkeit nicht stimmen, wenn ich z.B. jemanden spitalreif schlage, ich hinter Gittern lande, während wenn eine Grossfirma zur Gewinnmaximierung klar Risiken eingeht und dabei etwelchen Verlust von Menschenleben in Kauf nimmt (natürlich nicht offiziell), niemand auf persönlicher Ebene belangt werden kann. Ein ähnliches Prinzip gilt im Bereiche der Kreditvergabe, indem die Fahrlässigkeit ebenfalls nicht bei den Entscheidungsträgern und Risikoträgern negative Konsequenzen nach sich zieht und damit das kapitalistische System zum „Crony Capitalism“ verformt. Dies erzeugt falsche Anreize. Die faktische Immunität der Teppich-Etage ist höchst gefährlich und mit ein Grund für die gegenwärtige Misere in Griechenland.

        • Anh Toàn sagt:

          „Jedoch ist wohl von höherer Bedeutung, in welchem Ausmasse das geltende Recht dem intuitiven Gefühl von Gerechtigkeit der Bevölkerung entspricht“

          Nein!

          • Anh Toàn sagt:

            Artikel 1 Absatz 5 der Schweizerischen Bundesverfassung sagt:

            „Grundlage und Schranke staatlichen Handelns ist das Recht“

            Ich finde das viel besser, als wenn da stehen würde, “ ist das intuitive Gefühl von Gerechtigkeit der Bevölkerung“

            Mich stört nicht, wenn Sie hinter Gittern landen, wenn Sie jemanden spitalreif schlagen, sie haben doch auch das Risiko in Kauf genommen (natürlich nicht offiziell), ihn tot zu schlagen.

          • Anh Toàn sagt:

            Man könnte auch den ersten Satz so lassen wie er jetzt da steht, tönt irgendwie schon gut, und einen zweiten Satz anfügen:

            Sollte das Recht vom intuitiven Gefühl für Gerechtigkeit der Bevölkerung abweichen, geht letzeres vor.

            Sammeln Sie Unterschriften, es geht um die Demokitschie.

          • Anh Toàn sagt:

            Ist Ihnen schon aufgefallen:

            Sie landen nur dann hinter Gittern, wenn sie sich erwischen lassen, also wenn Ihnen der Staat beweisen kann, dass Sie diesen Mann spitalreif schlugen und dies wollten und wenn Ihnen dann noch nachgewiesen werden kann, dass Sie seinen Tod billigend in Kauf genommen haben für ziemlich lange.

            Sie möchten, wenn das intuitive Gefühl für Gerechtigkeit der Bevölkerung findet, Sie gehörten hinter Gitter, landen Sie hinter Gittern, auch wenn Sie zu Hause Ferngesehen haben. Das intuitive Gefühl für Gerechtigkeit der Bevölkerung ist ein viel höheres Gut als Ihre Freiheit. Eviva la Revolution!

    • Linus Huber sagt:

      „Sie braucht Vertrauen und die kann sie nur gewinnen, wenn die Mitglieder einer Währungszone Rechtsstaaten sind, eine effiziente und verständige Bürokratie kennen und sich an die Regelungen untereinander halten.“

      Na ja, die militärische Überlegenheit spielt hierbei wohl auch eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die USA zeichnet sich schwerlich durch einen hohen Standard an Rechtsstaatlichkeit aus, sondern die Regierung biegt auch dort die Regeln nach Bedarf. Der Unterschied liegt wohl darin, dass die USA das Durchsetzen ihrer Interessen mit einer von gefühlter Überlegenheit ausgehenden Selbstverständlichkeit und einem Lächeln erreicht, während z.B. die Deutschen eher grimmig auf ihr Recht beharren. Aber auch die gegenwärtige militärische Überlegenheit der USA ist Teil eines Zyklus und damit Gegenstand von Veränderungen.

      • seebueb sagt:

        Naja, falls sie möglicherweise die Regeln gebogen hat, kann man sie anklagen. Ohne behaupten zu wollen, dass ich allwissend sei: Ich kann mich nicht erinnern, dass die CH-Regierung überhaupt je angeklagt, geschweige denn verurteilt wurde.

        Aber gelle, das spielt in Ihrem Weltbild überhaupt keine Rolle, schliesslich ist die CH per Definition das Mass aller Demokratien-Dinge.

        • Linus Huber sagt:

          Na ja, kann man, und wird auch zumindest in den USA immer wieder gemacht. Allerdings nutzt dies wenig, wenn die zuständigen Entscheidungsträger auf persönlicher Ebene faktisch Immunität geniessen und mit etwelchen kosmetischen Anpassungen auf jede erfolgreiche Klage reagiert wird. Um erfolgreich Klagen zu können, muss ebenfalls die notwendige Transparenz vorliegen, was in vielen Fällen bewusst hintertrieben wird.

  • Beat S. Eberle sagt:

    Ich finde die EZB macht ihre Sache ausserordentlich geschickt.

    Meiner Meinung nach darf sie nicht zulassen, dass Griechenland durch eine Illiquidität während den Verhandlungen ungeplant Pleite geht. Darum hat sie auch die Liquidität für Griechenland über die ELA-Kredite dauernd weiter erhöht. Dabei hat sie die Vorgaben, die ihr die versteckte Staatsfinanzierung oder die Finanzierung von Pleitebanken verbietet, gebogen und ausgereizt bis zum geht-nicht-mehr. Ich sage: gut so.

    Ebensowenig darf jedoch die EZB die Finanzierung einfach weitererhöhen nachdem die Politik signalisiert: wir kommen nicht zu einer Lösung. In diesem Fall darf die EZB nicht einfach sagen, ok, dann finanzieren wir halt einfach weiter. Die EZB, ebensowenig wie die SNB, darf sich nicht in politische Entscheide einmischen.

    Nochmals, ich finde die EZB agiert geschickt und verantwortungsvoll in einer verfahrenen Situation. Sie schöpft ihren Handlungsspielraum voll und doch wohlüberlegt aus. Die EZB zeigt, dass es Institutionen auf EU-Ebene gibt, die gut funktionieren.

    • Markus Ackermann sagt:

      @Eberle
      1. Ich sehe dies auch so:
      – Die €ZB ist auch jetzt noch weniger im Risiko als die €U-Länder via EU
      – Die €ZB ist die EINZIGE Instanz, die überhaupt noch etwas ökonomisch begründbares macht. Die Hanseln der €-Gruppe (notabene: OHNE JEGLICHE DEMOKRATISCHE LEGITIMATION) bringt nichts hervor, ausser einen Schritt weiter in den E-Abgrund.
      .
      2. Ausblick:
      – Nur GR entscheidet, ob GR aus der EU austreten WILL. Über diese Willensbildung entscheidet EXKLUSIV das GRIECHISCHE Verfassungs- und Staatsrecht
      – Der € ist „unwiderruflich“ und gesetzliches Zahlungsmittel. Diese €s fliessen aus GR ab. Die Senke des grösseren Teils dieser €s sind die Target2-Salden, vor allem der dt. Bundesbank.
      – Es ist LOGISCH: Wenn das EINZIGE gesetzliche Zahlungsmittel, der €, aus GR abfliesst, dann MUSS die €ZB wieder neue €s nach GR pumpen, sonst ist ein 10-Mio.-Einwoher-Land illiquid (vulgo: Tauschhandel). Es ist aber EXAKT die Aufgabe der €ZB, die €U-Wirtschaft (d.h. auch: die Leute in GR) mit dem gesetzlichen Zahlungsmittel zu versorgen. FALLS die €ZB als €-Quelle ausfällt, dann MUSS die griechische Nationalbank virtuell (Bankkonten) und physisch (Banknoten) generieren (also die €ZB ersetzen). €s der griechischen Nationalbank sind kein Falschgeld, sondern genauso gesetzliche Zahlungsmittel wie €s der Banque de France. Ich wäre nicht erstaunt, wenn nicht bereits in der Fabrik von De la Rue in Malta die €-Scheine gedruckt würden, die die griechische Zentralbank ab 6. Juli (Ende der Bankschliessung, Stand heute) den Banken in GR zur Verfügung stellen wird. Für die neue Währung im Sudan brauchte De la Rue 10 Wochen, beim Irak etwas mehr. Wieviel einfacher wird es sein, einfach mehr der bisherigen Währung (€) zu drucken.
      3. Was verbindet die €U mit Sudan, Somalia, Simbawe? Richtig: Griechenland. NUR diese 4 Staaten sind „in default“ zum IWF.
      4. Claro, dies alles erinnert an „Bananen-Republiken“. Aber ehrlicherweise ist offenbar geworden, dass die €U auf der abschüssigen Bahn immer mehr Geschwindigkeit aufnimmt.

      • Rolf Zach sagt:

        Bin überhaupt nicht damit einverstanden und die Märkte zeigen auch, dass diese abschüssige Bahn der €-Zone nicht eintreten wird. Da können Sie noch lange warten, die Begründung in meinem nachfolgenden Beitrag.

        • Linus Huber sagt:

          „Märkte zeigen“

          Na ja, was Märkte zeigen ist wohl bei dieser aktivistischen Zentralplanung (z.B. Kauf von Aktien durch die Zentralbanken) eher fraglich. Aber was soll, schliesslich sind die Zentralbanken ja heute die „market maker“.

      • Anh Toàn sagt:

        @Markus Ackermann: Sie sind von jeder Vernunft fernab:

        „Der € ist “unwiderruflich” und gesetzliches Zahlungsmittel.“ Richgtig sind die Anführungszeichen, irgendwo steht, der Beitritt zum Euro sei unwiderruflich, aber nur weil das irgendwer versprochen hat, heisst es noch lange nicht, dass dem so ist, sondern nur, dass allenfalls jemand Schwadenersatz zahlen muss, wenn dem nicht so ist: Der Euro ist nicht unwiderruflich.

        2. „Wenn das EINZIGE gesetzliche Zahlungsmittel, der €, aus GR abfliesst, dann MUSS die €ZB wieder neue €s nach GR pumpen“: Also mal im Euro drin, hat man einen Anspruch auf unbegrenzt viele Euro von der EZB, weitere >Voraussetzungen sind nicht notwendig: Also warum setzten sich dann nicht alle Euro Europäer an den Strand und warten bis Frankfurt die Euronen schickt? Die müssen doch soviele schicken, wie gebraucht werden?

        3. Es kommt noch besser: „FALLS die €ZB als €-Quelle ausfällt, dann MUSS die griechische Nationalbank virtuell (Bankkonten) und physisch (Banknoten) generieren (also die €ZB ersetzen). €s der griechischen Nationalbank sind kein Falschgeld,“ also wenn die EZB die benötigten Euronen nicht schickt, darf die auch jede nationale Notenbank selber machen, soviel wie gebraucht werden, nein, sie darf nicht nur, sie muss dies tun, weil sonst ist kein geld mehr da für die Versprechungen der Regierung, und das geht nicht.

        4. „Aber ehrlicherweise ist offenbar geworden, dass die €U auf der abschüssigen Bahn immer mehr Geschwindigkeit aufnimmt.“ Wie schnell war der Euro vorher auf dieser abschüssigen Bahn? Wieviel schneller ist er geworden? Wie schnell kann er noch wie weit auf dieser abschüssigen Bahn bleiben (Ich sage, der USD ist seit bald 50 Jahren auf einer abschüssigen Bahn.). Der CHF ist ja auf einer aufsteigenden Bahn, mit immer höherer Geschwindigkeit, die Bremsen der Notenbank haben schon lange versagt, die Auswirkung der aufsteigenden Bahn der Währung zeigen sich an der absteigenden Bahn der Wirtschaft (Die Schweiz ist auf dem weg in eine Rezession, währen Europa immerhin eine schache Erholung beginnt.)

        • Anh Toàn sagt:

          Mal etwas einfacher zu „unwiderruflich“: Diejenigen, die sich Scheiden lassen, haben sich dies beim Eheschluss nicht vorbehalten.

        • Anh Toàn sagt:

          Sie liegen auf der Argumentationslinie des IS.

          Die Griechen schützen die Demokratie in Europa, also ist es richtig, dass die Europäer dafür zahlen und sich dem griechischen Diktat unterwerfen, denn die Griechen beschützen sie. Es ist nämlich demokratisch, wenn die Griechen abstimmen wie viel die Anderen Ihnen zahlen müssen. Ich sage dem nicht demokratisch, sondern demokitschig!

        • Anh Toàn sagt:

          Die Griechen wollen nur im Euro bleiben, damit sie weiterhin so tapfer und aufopferungsvoll, oder vulgo heldhaft die deutsche und französische und portugiesische Demokratie verteidigen können.

          Mann, wie absurd Ihre Vorstellungen von der Welt sind!

        • Anh Toàn sagt:

          In Wirklichkeit geht’s den Griechen gar nicht um Geld.

          Ich lach mich schepp!

    • Linus Huber sagt:

      Das Problem liegt wohl darin, dass die Unterscheidung zwischen Liquidität und Solvenz nicht klar gegeben ist, denn mit genügend Liquidität kann das Problem der Solvenz zeitlich verschoben werden. Wenn die Zahlungsfähigkeit sich in erster Linie darauf stützt, dass die staatliche Verschuldung dauernd erhöht wird, deutet dies schwerlich auf eine hohe Bonität hin, sondern eher unter dem Strich auf Konkursverschleppung. Dieses Vorgehen läuft nicht nur in GR ab, sondern fast schon weltweit und erlaubt es Regierungen das Problem fehlender Nachhaltigkeit nicht angehen zu müssen. Die Politik sucht ja nicht eine wirkliche Lösung, sondern eine zeitliche Verschiebung der Probleme. Aus meiner Sicht ist es nicht Aufgabe der Zentralbank die Politik in diesem Vorgehen zu unterstützen, sondern eher darin, nach klaren Prinzipien zu handeln, z.B. eine Regierung, welche dauerhaft ein Defizit ausweist, nicht in der Form von Liquiditätsbereitstellung weiter zu finanzieren.

      • Anh Toàn sagt:

        Bitte erklären Sie mir den Unterschied zwischen Liquidität und Solvenz.

        „Solvent“ gemäss Duden: „flüssig, zahlungsfähig; (umgangssprachlich) bei Kasse; (besonders Wirtschaft) liquide“

        Mit genügend Saft aus Hopfen und Malz kann das Problem des ungenügenden Biervorrates an der Party zeitlich verschoben ja. Diese Sicht erkennt man am ehesten, wenn man (mit) dafür verantwortlich ist, dass der Biervorrat jetzt ungenügend ist.

        • Anh Toàn sagt:

          Man kann überschuldet sein, und dennoch liquid, man kann illiquid sein, und dennoch nicht überschuldet, aber Solvenz und Liquidität bezeichnen genau das gleiche: Können die fälligen (und nur diese) Forderungen bezahlt werden.

      • Anh Toàn sagt:

        @Linus Huber: „Aus meiner Sicht ist es nicht Aufgabe der Zentralbank die Politik in diesem Vorgehen zu unterstützen, sondern eher darin, nach klaren Prinzipien zu handeln, z.B. eine Regierung, welche dauerhaft ein Defizit ausweist, nicht in der Form von Liquiditätsbereitstellung weiter zu finanzieren.“

        Aber die zentralistische EZB ist böse (undemokratisch), weil sie den guten (Tsipras und Varouifakis) das Geld zur Finanzierung dauerhafter Defizite nicht geben will?

        Müssten Sie nicht der EZB vorwerfen, den Griechen überhaupt ELA gewährt zu haben und applaudieren, weil dies nun nicht mehr erhöht wurde?

        Müssten Sie nicht sagen, zwar langsam, hätte man schon früher sollen aber immerhin hat man erkannt?

        Nein, das wollen sie nicht, sie wollen sagen, EU ist böse, EZB ist böse, Abwertung ist böse, sozialistisch oder links sind sehr böse, aber Tsipras nicht, weil er kämpft gegen die EU und die EZB und das sind die bösesten von allen und darum sind mir selbst Linke lieber, welche dauerhaft Defizite mit Zentralbankgeld finanzieren möchten, weil das will das Volk ja und das Volk ist ja gut und weise.

        Uns so sagen Sie denen unten, die oben seien die bösen und sie unten eigentlich die tollen, genau was Tsipras auch macht, und dann sind sie beliebt bei denen unten.

        Echt jetzt, ich vermisse Ihren, von mir aus verhaltenen Applaus zur nicht weiteren Erhöhung der ELA durch die EZB: Nicht opportun sich so zu äussern, da schweigt man besser aus persönlichen Interessen, gell halt die menschlichen Attribute, oder doch nur Ihre, welche sie glauben, seien allgemein: Die meisten Menschen hingegen wollen nicht primär persönliche Bereicherung, sondern soziale Anerkennung. Die Schlaueren erkennen, das geht nicht, wenn man alle die einem vertrauen veräppelt.

        (So wie ich Ihnen vertraute, als ich eine Wette abschloss mit Ihnen. Die daraus resultierenden Schulden haben Sie noch immer nicht beglichen. Sie tragen somit einen Anteil am Aufbau der weltweiten Schulden. Sie sagen, ich sei schuld, weil ich mein uneinbringliches Guthaben nicht abschreibe. Aber warum sollte ich, selbst wenn uneinbringlich verjähren Ehrenschulden nicht, das ist das Schöne daran, also irgendwann einmal werden Sie die Schuld begleichen müssen, sonst bleibt diese ewig bestehen und ich erhalte als „Verzinsung“ den Rest meines Lebens, und danach wer weiss noch als umherirrender Geist, an Ihrer Ehre rührende Tatsachen zu behaupten machen, weil ich deren Wahrheitsgehalt beweisen kann: Weil ich es mir wert bin, schreibe ich mein Guthaben nicht ab)

        • Linus Huber sagt:

          Der Unterschied kommt wohl eher in den Ausdrücken „Insolvent“ und „Illiquid“ zum Ausdruck, indem Insolvenz bedeutet, dass die Kreditwürdigkeit respektive die Wahrscheinlichkeit auf mögliche Begleichung in Frage gestellt wird, da die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht gegeben ist. Es geht hierbei um Prinzipien, welche unabhängig von der Organisationsform etc. gültig sind. Dass die Zentralbanken diese Möglichkeit anhand ihrer Geldpolitik überhaupt ermöglichten und die Regierungen konditionierte, im Rahmen der dauerhaften indirekten Umverteilung der Risiken der Banken darauf zählen zu können, stellte eine Entwicklung dar, welche z.B. eben auf einer fehlerhaften Doktrin beruht. Nichts von „gut“ oder „böse“ eines Erbsenzählers.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Huber
            Sie haben schon eine Engelsgeduld.
            Müslüm: La Bambele
            Lassen Sie diesen Blodderi doch weiter seine Monologe führen. Ihm geht es nie um die Sache, dazu müsste er ja ein Basis-Wissen erwerben. Ihm geht es um die Selbstdarstellung: Alle blööd nur selber ist man cool … meint nur er.

          • Anh Toàn sagt:

            @Linus Huber: „Insolvenz bedeutet, dass die Kreditwürdigkeit respektive die Wahrscheinlichkeit auf mögliche Begleichung in Frage gestellt wird, da die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht gegeben ist.“

            Oder: Insolvenz liegt im Auge des Betrachters.

            Glauben meine Gläubiger, ich könne meine Schulden nicht bezahlen, in der Zukunft, versuchen sie, möglichst viel von ihrem Geld zurück zu bekommen. Nun hole ich meine Ameisli aus dem Safe, – die ich auch bei den Steuern deklariert habe, sonst kann ich sie ja nicht verwenden, wenn viele wissen, dass ich sie brauche – und zahle meine Gläubiger. Gemäss Ihrer Definition war ich Insolvent, als die Gläubiger glaubten, ich könne nicht zahlen. Dass sie sich irrten, ihre Vorstellungen nicht der Realität entsprachen, ist irrelevant, Insolvenz definiert sich an der Vorstellung zur Zahlungsfähigkeit.

            Insolvent ist, wenn die Gläubiger denken, man habe kein Geld, illiquid ist, wenn man keines hat.(?)

          • Anh Toàn sagt:

            @Markus Ackermann

            Nöö, nicht alle sind blööd, andere dafür umso blöder.

          • Anh Toàn sagt:

            @Markus Ackermann

            Hätte die EZB tatsächlich,, was immer die Griechen auch demokratisch beschliessen, oder deren, im Unterschied zu den Regerungen der übrigen EU Staaten DEMOKRATISCHE Regierung beschliesst, immer weiter Euronen nach Griechenland geschickt, so viele wie Sie verlangen, also dort „abfliessen“, ja da wäre EU und Euro auf einer sowas von abschüssigen Bahn.

            Ihre Sicht der Dinge (die EZB muss soviele Euronen senden, wie in Griechenland abfliessen,) ist eigentlich mein weiter oben beschriebener feuchter Traum der Griechen, und wenn das so wäre, wollten das alle anderen auch haben und dann geht das nicht. Und jetzt kommt dieser Herr Ackermann und sagt, und darum geht der Euro und die EU tot, aber die sagen, wenn wir so tot gingen, dann machen wir das nicht. Und der Ackermann findet das gemein, weil er ist gegen die EU, er ist ein Schweizer muss man wissen, und verlangt daher von der EU, dass wenn ihre Regeln dazu führen, dass sie tot geht, sie dies auch tun muss, weil sonst ist es zumindest undemokratisch.

          • Anh Toàn sagt:

            Das war jetzt zur Sache, um die es hier geht, das Einfrieren der bisher an der Grenze der Vereinbarungen sag ich mal gewährten ELA durch die EZB: Noch immer hat mir niemand der Kritiker gesagt, wo denn die Grenzen wären.

            Sie behaupten, es gäbe keine, Herr Zach auch („vermutlich bis Andromeda Nebel“), aber den verstehe ich ironisch. Bei Ihnen kann ich keine Ironie finden.

  • Ronnie König sagt:

    Alleine das Problem der Griechen beleuchten hilft hier nicht viel, aber rein isoliert betrachtet gefällt mir die Ausführung. Nun ist es aber so, dass wir insgesamt in Europa, eigentlich in der ganzen entwickelten westlichen und fernöstlichen Wirtschaft ein grundsätzliches Problem haben. Da gehts aber um mehr wie nur Verschuldung. Das ganze Denken ist seit einigen Jahren falsch und basiert auf Wunschvorstellungen resp. alten Annahmen und Theorien. Unser Problem ist, wenn nicht neue risikoreiche Investitionen in neue Technologien und Ansätze auf diversen Gebieten tätigen, dann findet praktisch kein Wachstum mehr statt. Das geht nur noch bei jenen Staaten die weit von unserem Niveau entfernt sind. Die Inflation ist ebenfalls gefährlich tief und so noch nie dagewesen in dieser Konstellation. Der Euro ein unfertig gedachtes Experiment in einer neoliberalen Brüssel-Demokratur. Aber jedes Land wurstelt für sich. So wirds nix. Zudem waren die Gründe und sind immer noch, auch bei anderen Staaten, dass private Schulden zu staatlichen Schulden verschoben werden, Korruption nicht genug bekämpft wird, die Steuern nicht genug streng eingetrieben, zu viele Steuerrabatte gewährt! Man ist auch zu abwartend und versucht einiges auszusitzen. Schädliche Freihandelsabkommen sollen kompensieren, sind jedoch selber Fallen auf Dauer. Ich fürchte bei dieser Lage und kein entschlossenes Umdenken und Handeln führt bis in 20 jahren in eine Hyperkrise und kriegerische Lösungsansätze. Dann geht gar nix mehr und der Kapitalismus wird wahrscheinlich endgültig begraben wie 1989 der Kommunismus.

    • Rolf Zach sagt:

      Also, dass der Sowjet-Kommunismus zum Untergang verurteilt war, ist ja eigentlich eine klare Sache gewesen, dass dabei noch die Sowjetunion gleichzeitig unterging, war nicht zu erwarten. Schliesslich ergibt eine Planungs-Bürokratie, die sich mit der Aussaat von des Gärtchens von der Babuschka beschäftigt, nicht viel Sinn. Der Kapitalismus ist ein sehr vielfältiges Wesen, kann durchaus ein Vampir sein, frisst manchmal seine eigenen Kinder, ist immer schwer zu kontrollieren und zu dirigieren. Heerscharen von Ökonomen versuchen dies mit rationalen Prinzipien, wo irrationales vorherrschend ist. So richtig ein Zusatz zum menschlichen Drama.

  • Waldi sagt:

    EURO-Politiker fehlt das Verständnis.

    Heute war in der deutschen Wirtschaftszeitung ein Interview mit Thomas Meyer, dem ehemaligen Chef-Volkswirt der Deutschen Bank zu lesen, der schon 2012 den Vorschlag für die Einführung einer Parallelwährung in Griechenland machte. In dem Interview erklärt er, welche relativ einfache Lösung es gibt. In dem Interview wird auch berichtet, dass Premier Tsiparis u. Finanzminister Varoufakis im April mit ihm über seinen Vorschlag gesprochen haben.

    Auf die Frage des Interviewers, ob sich in den vergangenen Tagen noch andere Politiker bei ihm über Lösungsmöglichkeiten erkundigt hätten antwortete er:

    „Nein. Ich glaube die verstehen nicht, welche Alternativen es zum bestehenden System gibt.“

    Diese Aussage beschreibt zutreffend und gleichzeitig erschreckend, wo das ganze Problem liegt.

  • Anh Toàn sagt:

    An alle Kritiker des Schrittes der EZB, auch TS

    Bis zu welchem Betrag hätte die EZB ELA für Griechenland erhöhen sollen?

    Unter welchen Voraussetzungen wäre eine Begrenzung möglich? Gar nicht? Unbegrenzt und ewig kann nicht sein. ELA muss Grenzen haben, wo sind diese?

    • Rolf Zach sagt:

      Ich würde sagen, sicher bis zum Andromeda-Nebel!

    • Fred Ruegg sagt:

      Um die Sauerei zu beenden, die das angelsächsische Finanzsystem das vor etwas mehr als 200 Jahren unter der führenden Kontrolle der damaligen Frankfurter Gold und Münzenhändler erfunden wurde, und dessen Zentrum über zwei Weltkriege erfolgreich an die Wallstreet disloziert werden konnte, muss nun mindestens 80% der gehebelten Papier und Computercredite einfach an die Beine der Drinker abgestrichen werden, damit man klar sieht wieviel wirkliches Bier nach dem abgestrichenen Schaum überhaupt im Glas ist, um dann unter dem verbleibenden Durst von dort den Neubau zu beginnen, aber mit intelligenteren und offenen gemeinschaftsbezogenen Architekten und Baumeistern..

      • Linus Huber sagt:

        @ Fred

        Einverstanden.

        Dieses vorgeschlagene Vorgehen, welches dringend von Nöten wäre, würden die gegenwärtigen Politiker nicht überleben; daher besser weiter die wirkliche Lösung von Problemen mit allen Mitteln und unter Anwendung von immer stärkeren Eingriffen und Zwangsmassnahmen (meistens zugunsten der sich in „black mail“ geübten Finanzindustrie und den de facto immunen Teppich-Etagen von Grossunternehmen und zulasten der Allgemeinheit) weiter in die Zukunft verschieben um noch ein paar Jährchen seinen Job halten zu können.

        Die fehlerhafte Doktrin (Verhinderung der notwendigen schöpferischen Zerstörung), welcher die Zentralbanken unterliegen, führte zu dieser Machtkonzentration, welche nun dazu genutzt wird, die Selbstbestimmungsrechte der Völker zu eliminieren. Aber dies reicht noch nicht, sondern diese Errungenschaften müssen noch mit neuen „Handelsabkommen“ (TPP, TPIP, TiSA) ergänzt werden, um die Menschen komplett diesem System zu unterwerfen.

        Ich bezweifle allerdings, dass die Griechen den Mut haben, als erste den Schritt zu wagen, diesem korrupten System die Stirn zu bieten, denn der erste Abtrünnige dürfte mit einer brutalen Reaktion konfrontiert werden. Historisch betrachtet höchst interessante aber auch von hohem Gefahrenpotential begleitete Zeiten.

  • Markus Ackermann sagt:

    @Rolli
    JA!
    .
    ABER:
    1. Damit würde das business model der EU-Lobby-Politik versenkt: kollektive Verantwortungslosigkeit
    2. Damit würde das business model des Export-Wunders D [zumindest für den Export in den €U-Raum] versenkt und die vielen anderen €U-Länder könnten sich aus der ausufernden Massenverelendung heraus entwickeln
    3. Die AKTUELLE Politik würde sich ändern:
    – aktuell will die €U (OHNE JEGLICHE DEMOKRATISCHE LEGITIMATION) einen regime change in Griechenland (die Vögte sollen ausgewechselt werden) und
    – es käme zu einer politischen Diskussion in D und F zur EU-Politik mit der Frage: Wie um Himmels Willen konnte dieser Blödsinn nur passieren? Was ist los mit unserer Demokratie? … mit unseren Medien? … mit unseren Glaubenssätzen zur EU? … mit unserer Vorstellung zu unserer wirtschaftlichen und politischen Zukunft?

  • Martin sagt:

    „Suddenly, on the morning of 28 June, the ECB has stopped providing emergency funding to Greek banks. In a classical self-fulfilling crisis fashion, this decision is bound to turn the «slow-motion run» into a panic.“ Die EZB hat die Finanzierung der griechischen Zentralbank gestoppt. Es gibt gewisse Gesetze, welche den Handlungsspielraum der EZB einschränken. Geld haben die Banken schon, also Euros, die aus den Automaten gelassen werden können, bloss die Zentralbank wird nicht mehr gestützt. Und ja, es hat mit Politik zu tun, mit Finanzpolitik! Die Griechen zicken auch ständig rum. Die ganze Zeit ein riesen Theater mit denen. Aber das ist ein Fehler der EU. Sie hätte Griechenland nicht aufnehmen dürfen, da Griechenland mit mehr als 60% des BIP’s verschuldet war. Diese Regeln sind dazu da, um eingehalten zu werden und nicht, um gebrochen zu werden.

  • Roli sagt:

    Wo bleibt da die Demokratie, die ja ihren Ursprung in Griechenland hatte?
    Die Griechen sind von den Vorgängerregierungen betrogen worden und haben darum Tsipras gewählt, weil sie einfach genug hatten von den massiven Einschnitten und Sparmassnahmen.
    Wenn die Leute in die Suppenküchenmüssen müssen, die eigentlich für die Flüchtlinge aus Afrika und dem Mittleren Osten eingerichtet wurden, wenn sie ihre Kinder in Waisenheime stecken, damit sie wenigstens zu essen haben, wenn die Grosseltern mit ihren mageren Renten selbst die Enkel in ihren Wohnungen durchfüttern, dann ist etwas schief gelaufen.
    Jetzt den Griechen vorwerfen, sie wären selbst schuld, ist scheinheilig.
    Den Schlammassel haben doch die EU Turbopolitiker mit verursacht! Man wollte Griechenland in der EU haben, aus Geopolitischen Gründen wegen der Nato und wegen den Gas- und Ölfeldern, die im Mittelmeer lagern.
    Man kann Griechenland nicht allein lassen, die Europäer sind in der Verantwortung, wie es jeder Kreditgeber auch ist, er muss nämlich die Kreditwürdigkeit des Schuldners prüfen, bevor er Geld gibt und trägt so das Risiko eines Zahlungsausfalles mit der Höhe des Zinses.
    Jetzt den Griechen einfach den Stecker zu ziehen und sie mit den Flüchtlingen allein zu lassen ist nicht fair.
    Die EZB hat ja den Deutschen Banken die Griechischen Bonds abgekauft mit denen Deutsche Autos und Waffen für Griechenland finanziert wurden, soll doch der Europäische Steuerzahler die Zeche bezahlen – aber dieser merkt es nicht!
    Die EU ist ein Zentralstaat und die Politiker wollen regieren und zwar über die Köpfe der Bürger hinweg, sie bestimmen, was gut für den Bürger ist. Sie schauen, dass der Konsum läuft, mit billigem Geld, sie finanzieren den Sozialstaat auf Pump, damit sie wieder gewählt werden und der Schuldenberg wächst auch in der EU immer weiter. Wann endlich hört der Irrsinn auf?
    Geld muss wieder einen Preis haben, es muss einen Gegenwert darstellen. Schuldscheine ohne Sicherheiten sind nur das Papier wert auf dem sie gedruckt sind.
    Wir sollten die Schulden auf ein tragbares Mass reduzieren, neues Geld einführen und eine Schuldenbremse einführen – je schneller desto besser.
    Die Probleme werden in der Zukunft nur mehr nicht weniger, Stichwort: Flüchtlinge, Demographie mit nicht finanzierbaren Renten und nicht mehr bezahlbaren Pflegekosten, Energieprobleme, Trinkwasserknappheit, Schuldenberge, stabiles Finanzsystem, etc.
    Es ist alles lösbar, aber niemand will die heissen Kartoffel aus dem Feuer holen und dem Volk reinen Wein einschenken. Man lässt alles wie es ist, erst wenn der Schaden und die Schmerzen gross genug sind kommen neue Lösungen. Leider kommen dann zuerst die grossen (Ver-)Führer, die schmerzfreie Lösungen präsentieren.
    Die vereinigten Staaten von Europa wären eine grossartige Idee, aber gestaltet als Demokratie mit Föderalismus und nicht als Zentralstaat. Warum lässt man das Volk nicht abstimmen?
    Vermutlich sind wir noch nicht so weit, so wie es jetzt läuft, wird es scheitern. Die Engländer werden bald über ihren Verbleib in der EU abstimmen, die Spanier könnten den Weg der Griechen gehen und auch aus der EU austreten wollen.
    Die Europäischen Politiker sind gefordert und sollten endlich handeln und sich nicht hinter der EZB verstecken.

    • Fred Ruegg sagt:

      z.B.
      Europa warum nicht?
      Stimmbürger Demokratien aller EU Nationen, auch für Gesamt EU? Alle mit StimmvolksRechten durch obligatorische & fakultative Initiativ-und Referendums-Rechte (wie CH nur verbessert z.B. Parteienfinanz, Kandidatenauslese!),die Neuerungen&Abändern der Verfassungen&Gesetze nach Prinzip neuen Generationen können keine Gesetze etc. vergangener Generationen aufgezwungen werden ohne selbst zu bestimmen wie sie ihre Zukunft gestalten wollen. Initiativ-& Referendumsrechte auch um von Regierung zu verlangen neue Gesetze etc.vorzuschlagen&nachher durch Referendumsrecht selbst entscheiden ohneVetomöglichkeiten der Regierungen/ “Volksvertreter“. Mit diesem Volksdemokratiesystem,neue Wirtschaftsordnung schaffen. z.B.Jede EU Nation eigene NationalWährung&ZB zur optimalen Wertschöpfung des Landes aus eigener Bürgertüchtigkeit, Land, Rohstoffen&Arbeit. NuEuro als EU EinheitsReserveWährung für Zahlungen zwischen EU- & anderen Nationen. Jede National ZB setzt eigenen Wechsel Kurs zu NeEuro nach Bedarf ihrer Export/Import Bedürfnisse.
      Dazu:Konföderationen, Gewaltentrennung, Subsidiarität, Transparenz, Proportionale Reziprozität, Solidarität…… Ein Jahrhundertprojekt!

    • Rolf Zach sagt:

      Entschuldigung, werter Roli, die EU ist definitiv kein Zentralstaat in dem Sinne wie es Frankreich noch heute ist, aber nicht mehr so stark wie noch um 1960. Es gilt der Grundsatz der Subsidiarität und die Vorschriften der Kommission und des EU-Parlamentes sind da um den europäischen Handels- und Finanzverkehr zu erleichtern. Wollen wir alle die IBAN-Nummern im Zahlungsverkehr wieder abschaffen?

      • Maiko Laugun sagt:

        @Rolf Zach, 15:33: Nein, die Mehrheit der anständigen Bürger will die IBAN nicht abschaffen. Die Vorteile davon wurden aber längst durch strenge Vorschriften ausgehebelt, welche durch Kriminelle Machenschaften der Finanzindustrie erst in Kraft gesetzt werden mussten. Es war und ist bis und heute für mich als Ausland-Schweizer in China einfacher, dort Konti zu eröffnen/halten als neue oder bestehende in der CH. Anfangs der 90er konnte man in den USA problemlos Konti eröffnen, selbst wenn man dort gar nicht lebte. Heute würde ein normal denkender Mensch dies kaum mehr tun.

        • Rolf Zach sagt:

          Die Schweiz hat das Domizil-Prinzip, die USA hat das Nationalitäten-Prinzip. Aufgrund dieses Prinzips sollten sie eigentlich keine Schwierigkeiten haben in den Vereinigten Staaten ein Konto zu eröffnen. Sind Sie aber Amerikaner oder Doppelbürger läuft Ihnen die USA ständig hinterher und versucht Sie zu besteuern, wo Sie sich auch befinden und sei es auch bei den Pinguinen in Südgeorgien. Wie China die dort lebenden Ausländer behandelt, weiss ich nicht, aber ich vermute stark, es gilt das Domizil-Prinzip. Wie ja die seriöse New York Times veröffentlichte, haben ja die höchsten Partei- und Regierungskreise
          ausserordentliche tüchtige Nachkommen, die zu grossem Wohlstand gekommen sind. Schon deshalb ist für China, dass Domizil-Prinzip empfehlenswert, damit diese tüchtigen Leute ungestört Aktiven in den USA haben können.

  • seebueb sagt:

    Tsipras ist jetzt offenbar doch bereit, „fast“ alle bisher gestellten Bedingungen zu aktzeptieren. Die Reaktion ist verhalten. Wenn ich mir den Brief anschaue (20min.ch), dann scheint Tsipras den kürzlich beantragten 30Mrd-Kredit mit hineinpacken zu wollen:
    „as part of an extension of the expiring EFSF program and the new ESM Loan Agreement [request submitted June 30]“

    Dabei übersieht er geflissentlich, dass der EFSF-Teil abgelaufen ist und somit gar nicht mehr offensteht. Die verhaltene Reaktion ist nicht wirklich verwunderlich.

    • Sascha sagt:

      Ich habe langsam das Gefühl, dass diese Meldungen nur zur Manipulation des Börsenkurses verbreitet werden. Irgendjemand verdient sich da grade dum und dämlich an der Achterbahnfahrt. Vielleicht die Ex-Kollegen von Draghi bei Goldmann-Sachs?

      • Markus Ackermann sagt:

        Und hier sind die praktischen Beispiele, so wie wir sie heute auf cash.ch finden:
        „Diese Woche ist die Situation noch zu bewältigen“, sagt der Chef des Unternehmerverbandes ESEE, Vassilis Korkidis. „Aber nächste Woche werden sich die Probleme vervielfachen.“ Er listet die Schwierigkeiten auf, die vor allem kleine und mittelständische Unternehmen treffen. So haben diese haben keinen Zugang zum elektronischen Zahlungsverkehr, was vor allem Importeure lähmt. Diese können noch nicht einmal Lkw bestellen, die Waren ins Land transportieren, da diese auf der Rückfahrt leer bleiben würden und die Spediteure solche unrentablen Fahrten vermeiden wollen. Vorabzahlungen an Lieferanten sind kaum zu machen. Beim Zoll stauen sich die Waren wegen nicht bezahlter Gebühren. Die griechischen Exporteure wiederum bekommen keine Kreditgarantien von ihren Banken. Selbst wenn Unternehmen bei Kasse sind, können sie ihre Lieferungen nicht bezahlen, da die Banken das Geld wegen der Kapitalkontrollen nicht ins Ausland überweisen dürfen.
        Dabei sind die kleinen und mittelständischen Firmen das Rückgrat der griechischen Wirtschaft: Sie stellen mehr als 86 Prozent aller Arbeitsplätze – in einem Land, in dem jeder Vierte keinen Job hat. Mehr als die Hälfte dieser Betriebe kann die Mitarbeiter nicht mehr pünktlich bezahlen.
        http://www.cash.ch/news/top_news/die_griechische_wirtschaft_friert_ein_-3342316-771
        .
        Es geht also um den finanziellen Blutkreislauf per se, NICHT um das Vermögen der Beteiligten
        -> 3 Millionäre können in GR nicht miteinander geschäften, weil sie keine Zahlungsflüsse bewerkstelligen können
        -> Ein KMU kann seinen vermögenden Kunden nichts mehr verkaufen, weil kein Zahlungsfluss bewerkstelligt werden kann
        -> Ein KMU kann seinen Angestellten den Lohn nicht mehr bezahlen, weil seine Liquidität eingefroren ist etc.

        • seebueb sagt:

          Das ist naheliegend. Da die GR-Banken auf die ELA angewiesen sind, stoppt bei einem Ausbleiben sehr bald der gesamte Geldkreislauf, weil die GR-ZB ohne Erlaubnis der EZB nicht aushelfen darf bzw. kann.

    • Markus Ackermann sagt:

      @seebueb
      Was wir HEUTE sehen, hat Paul Krugman schon am 28. Januar 2015 in der New York Times im Detail vorausgesehen, analysiert und publiziert:
      http://krugman.blogs.nytimes.com/2015/01/28/thinking-about-the-new-greek-crisis/?_r=0
      .
      „the power of the creditors over Greece comes via the ability to crash the Greek banking system, which is heavily dependent on the ability to borrow at need from the ECB. Cut off that support, and Greece suffers banking collapse. So yes, the creditors have a large club they can use on a recalcitrant Greece. But do they really want to do that? Within a European Union supposedly dedicated to democratic ideals? Actually, you have to wonder whether the ECB, which surely understands the stakes, would even be willing to go along. If the situation continues to look like unraveling, I would expect Draghi to say something to reassure the markets that a Greek bank cutoff is not on the table.
      Ideals aside, the consequences of playing hardball with Greece over its banks could very easily be immense. Up until now, the euro has proved very durable, largely thanks to the point Barry Eichengreen emphasized: any country that even hinted at the possibility of leaving would face the mother of all bank runs. But as I worried some time ago, this argument becomes moot if the banking system has already collapsed. Grexit — the often speculated about, never so far materializing Greek exit from the euro — becomes a very real possibility if European creditors try to exert leverage by taking away the safety net for Greek banks.“
      .
      Krugman glaubte noch im Januar 2015, die €U werde NICHT sämtliche demokratischen Grundwerte verraten und mit Tsipras das machen, was Augstein heute in spiegel.de als „umgekehrten Corleone“ bezeichnet: ein Angebot machen, dass Tsipras NICHT ANNEHMEN kann.
      Insofern hat sich Krugman geirrt. Krugman hat die €U demokratischer gewähnt, als sie tatsächlich ist.
      .
      Die Analyse und die Folgen, die Krugman im Januar 2015 beschrieb, sind nach wie vor gültig. Insofern decken sich seine Befürchtungen mit den Einschätzungen von Joseph Stiglitz (siehe Quelle weiter oben)
      .
      Ich denke, dass die BürgerINNEN in GR da nicht mitmachen werden. Sie haben nichts zu verlieren, als ihre Ketten
      (Formulierung von Jean-Paul Marat, 1743 – 1793)

      • Markus Ackermann sagt:

        Nachtrag:
        Mittlerweile habe ich die Fundstelle zum reverse Corleone gefunden: New York Times, 28. Juni 2015
        „the political implications of a yes vote would be deeply troubling. The troika clearly did a reverse Corleone — they made Tsipras an offer he can’t accept, and presumably did this knowingly. So the ultimatum was, in effect, a move to replace the Greek government. And even if you don’t like Syriza, that has to be disturbing for anyone who believes in European ideals.“
        http://krugman.blogs.nytimes.com/2015/06/28/grisis/?_r=0

        • seebueb sagt:

          Das Ganze basiert auf dem Agreement, das 2012/13 getroffen und von sämtlichen betroffenen nationalen Parlamenten, inklusive dem griechischen, ratifiziert wurde. GR war demzufolge nicht in der Position, um Kompromisse zu machen bzw. nachzugeben, das trifft ausschliesslich auf die Troika zu.

          Ich finde es immer wieder erstaunlich, was Newspeak so alles zustande bringt. Und die Jounaille übernimmt das natürlich 1:1, ohne auch nur ein bisschen nachzuforschen.

          Nachdem Tsipras den Verhandlungstisch verlassen hat, ist der Europarat offenabar der Meinung, keine andere Wahl zu haben, als die ELA nicht weiter zu erhöhen. Tsipras hat geblufft, und die Troika hat gecallt.

          Warum wird die Abstimmung bereits dieses Wochenende durchgeführt, und nicht erst in ein oder zwei Wochen, wie es für eine Meinungsbildung notwendig wäre? Weil bis dann die Auswirkungen so gross und derart umfassend wären, dass Syriza im hohen Bogen aus Amt und Würden fliegen würde. Spätestens wenn nicht mehr getankt werden kann, merkt das auch der Letzte.

          • Markus Ackermann sagt:

            @seebueb
            Mit dem Begriff „Newspeak“ sprechen Sie ein wesentliches Problem der Demokratie in D an.
            Hier noch ein paar weitere Verweise:
            http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/berichterstattung-zu-griechenland-dschungelcamp-der-medien-kolumne-a-1042001.html#ref=meinunghp
            .
            Erinnern Sie sich an „Clown“ Udo van Kampen vom ZDF, der gezielte Info-Häppchen, hingehalten von €U-Funktionären, als journalistische scoups in „heute“ verkaufte … unzählige Male
            .
            Erinnern Sie sich an den ARD Korrespondenten Krause, der WÄHREND JAHREN seine Zuschauer NICHT über das Schulden-Malaise informierte?
            … und wenn die Regierung von GR die Wahrheit erzählt, dass GR seine Schulden nicht zurückzahlen können wird, diese Leute als „Mistkerle“ bezeichnet
            .
            … oder heute wieder: dass der IMF-Bericht durch die EU-Vertreter im IWF zurückgehalten werden sollte
            .
            DIES ist in D umso schlimmer, als sich das Volk nicht in Sachabstimmungen äussern kann und deshalb Meinungsumfragen wenigstens einen Zeiger für die Politik geben sollen, aber eben
            …. auf der Basis von Infos, gefiltert von spin-doctors. EXAKT SO funktioniert Lobby-Politik.
            .
            Übrigens:
            Als es in Basel noch die National-Zeitung gab und die Basler Nachrichten, hatte die National-Zeitung ein hervorragendes Wirtschaftsressort, geführt von einem Journalisten Namens Meier. Er klärte uns in der Schule darüber auf, in welchem Kontext ein Artikel entsteht:
            – die Zeitung ist zu verkaufen, der Leser will seine Meinung bestätigt erhalten und der Journalist sollte dies berücksichtigen (nicht: kopieren)
            – ABER nur dann, falls die Fakten diese Meinung hergeben.
            – Trigger darf nicht die Meinung sein, sondern müssen die Fakten sein.

          • Anh Toàn sagt:

            Die Regierung in Athen hat sich zum Referendum gezwungen gesehen, weil das von den Geldgebern geforderte Sparprogramm aus ihrer Sicht keine Chancen auf eine Parlamentsmehrheit gehabt hätte.

            Dies sagte der stellvertretende Aussenminister Euklides Tsakalotos am Freitag im griechischen Fernsehen Skai. «Meiner Ansicht nach würde es nicht durch das Parlament kommen», sagte er.

            Dann hätten vorgezogene Wahlen stattfinden müssen, die die Situation «noch schwieriger machen» würden, sagte Tsakalotos weiter. Er ist in der Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras der Chefkoordinator für die Verhandlungen mit den Gläubigern“

            Naja, ich lese daraus, Tsipras will sich keiner Wahl stellen, das Sparpaket hätte er vom Parlament ablehnen lassen können, sagt sein Sprecher. Ein Referendum geht um EU oder nicht, Neuwahlen um den Job von Tsipras.

            Varoufakis der Spieler kann immerhin verlieren, sagt bei einem Ja gehe er zumindest, Tsipras sagt das nicht, mehr als, dann bleibe er nicht ewig, kommt ihm nicht über die Lippen.

            Aber die Griechen sollen tapfer Widerstand leisten, und Nein sagen und Tsipras ewig behalten: Sie müssen halt dann etwas wem im Ausland verkaufen um Euros oder Dollars zu bekommen: Aber ohne, können sie immer noch Feta und Olivenöl und Fisch essen, und bei sich zu Hause Urlaub machen, es gibt ja nichts zu tun, hat ja keiner Geld aussser neue Drachme, aber die hat jeder, und so bleibt Zeit sich vermehrt dem Beschaulichen zu widmen und zum Beispiel Hymnen auf Tsipras zu schreiben, und Denkmäler zu schnitzen und so. (Kim hätte da bestimmt noch ein paar Ideen, womit Tsipras das griechische Volk beschäftigt halten könnte)

          • Anh Toàn sagt:

            Hätte die EU Tsipras einen Vorschlag gemacht, den dieser annehmen kann, also wohl seinem Parlament, seinem Volk verkaufen, hätte sie dessen Machterhalt von aussen undemokratisch unterstützt und dessen Konkurrenten um sein Amt undemokratisch behindert.

            Also die CH sendet Blocher nach Brüssel, dann muss ihm die EU ein annehmbare Angebot machen, dass er annehmen kann, ohne in der Schweiz abgewählt zu werden. Sonst würde ja die EU die CH Demokratie bestimmen.

            Sendet die CH aber EWS, darf die EU kein ihr annehmbares Angebot machen, dass sie annehmen könnte, ohne in der Schweiz abgewählt zu werden. Sonst würde ja die EU die CH Demokratie bestimmen.

            Warum muss die EU Tsipras ein Angebot machen, dass er annehmen kann? Muss die das immer, völlig unabhängig von der Position, die der „Partner“ als unverrückbar eingenommen hat (Wir halten uns nicht an die Abmachungen). Also ich denke, wenn ich als Konkursit zu meinen Gläubigern gehe, müssen die mir kein annehmbares Angebot machen, ich muss denen ein überzeugendes machen.

            Demokitschie ist halt kompliziert.

  • Anh Toàn sagt:

    Stolz kann man seine Arbeitsleistung verkaufen, stolz kann man etwas unternehmen, stolz kann man sogar rauben und stehlen, aber betteln nicht.

    • Anh Toàn sagt:

      Bob Dylan:

      Now you don’t talk so loud
      Now you don’t seem so proud
      About having to be scrounging
      your next meal

      How dooes it feel
      to be on your own
      like a complete unknown
      just like a rolling stone

    • seebueb sagt:

      aber stolz Nein sagen. So zumindest scheint das für den Sonntag verkauft zu werden.

    • Anh Toàn sagt:

      Den Weg des Stolzes beschreiben Clash in „Guns of Brixton“

      If they knock at your front door
      How you gonna come
      With your hands on your head
      Or on the Trigger of your gun

      If Troika breaks in
      How you gonna go
      shut down on the pavement (= Pleite und Rückschritt zu Schwellenland ausserhalb EU und Euro)
      or waiting in daeth row (=Austrität)

      They can crush us
      They can bruise us
      But they’ll have to answer to
      The guns of brixton

      • Marcel Senn sagt:

        Anh: Ich war damals 1981 in Brixton als das Land von der Hexe beherrscht wurde — war damals wirklich in etwa ähnlich trostlos wie Griechenland 2015 aber es herrschte ein Geist des Widerstandes!

  • Josef Marti sagt:

    Die EZB ist bekanntlich von Südeuropäern dominiert. Es besteht das Dilemma, dass die anderen südeuropäischen Länder verärgert werden, wenn GR immer mehr Zugeständnisse erhält. Es geht der EZB deshalb viel mehr darum, ein Exempel zu statuieren; dass der Stecker ganz rausgezogen wird glaube ich aber kaum. Dann bestehen die Kapitalverkehrskontrollen aber auf unbestimmte Zeit fort, da sonst die Kapitalflucht und weiterer Anstieg der Targetsalden nicht zu vermeiden sind.
    Gemessen am BIP sind die griechischen Targetschulden bei weitem die höchsten, und sie sind in der BIP Schuldenquote nicht mal berücksichtigt.
    Wollen die Griechen den Euro wirklich behalten, dann geht das nicht ohne bedingungslose Unterwerfung unter die koloniale Tutel aus Brüssel. Im Gegensatz zur CH gilt also immer noch das Prinzip wer zahlt befiehlt.

  • seebueb sagt:

    So wie ich das Ganze verstehe, dient die ELA dazu, die Liquidität zu gewährleisten, was heisst dass die Institution solvent sein muss. Mit Abbruch der Verhandlungen war letzteres nicht mehr gegeben, und damit fehlte die Voraussetzung für weitere ELA-Gelder. Entsprechend wurde die ELA-Limite eingefroren. Das wird auch im EZB-Communiqué verdeutlicht mit:
    „Der EZB-Rat beobachtet die Situation an den Finanzmärkten und die möglichen Auswirkungen für den geldpolitischen Kurs sowie für das Gleichgewicht der Risiken für die Preisstabilität im Euroraum genau. Er ist entschlossen, alle ihm innerhalb seines Mandats zur Verfügung stehenden Instrumente zu nutzen.“

    Mit anderen Worten, der EZB-Rat war nach eigener Einschätzung gezwungen, die ELA-Limite einzufrieren.

    Kann man den EZB-Rat für die Konsequenzen verantwortlich machen? Mit anderen Worten, kann man verlangen dass er sich illegal verhält? Da müsste eigentlich jeder, der etwas auf den Rechtsstaat hält, klar mit Nein antworten.

  • Martin Holzherr sagt:

    Wenn die EZB nun plötzlich die ELA-Kredite stoppt im Wissen darum, dass das entweder den Grexit einleitet oder aber die Griechen zwingt, allen Forderungen der Gläubiger bedingungslos nachzugeben, dann ist das auch ein politischer Akt.
    Wobei intransparent ist, wer genau die Euro-Poltik bestimmt.. Ich würde nicht einmal ausschliessen, dass die EZB Weisungen direkt von Poltikern erhält.

    • Anh Toàn sagt:

      Die EZB hat die ELA Kredite nicht „gestoppt“, sie erhöht sie nur nicht mehr weiter:

      Der feuchte Traum der Griechen:

      Steuersatz 0 Prozent und Renten, welche für 3 Generationen reichen: Die Renten werden dem griechischen Rentnern gutgeschrieben von den griechischen Banken, der griechische Staat wird belastet, und die EZB schickt die Euronen, damit die Griechen Medikamente und TV Geräte kaufen können.

      • Sascha sagt:

        Wie kommen Sie auf die Idee das es einen Steuersatz von 0 Prozent gibt?

        Die Rücklagen der Griechischen Rentenkassen wurden 2012 unter Vorwand des Baylouts geplündert. Am Vorabend des Haircuts zwang der Finanzminister Venizelos die Rentenkassen mit ihren Rücklagen Staatsanleihen zu kaufen, die dann am nächsten Tag devaluiert wurden.

        Die Griechen kaufen tatsächlich Medikamente, denn die Vorgaben der Troika haben das Gesundheitswesen ausgehebelt. Es gibt viele, viele Menschen ohne Krankenversicherung. Das Elend ist immens und es sterben Menschen, weil sie keinen Zugang zu medizinischer Grundversorgung mehr haben.

        • Anh Toàn sagt:

          Wie kommen Sie auf die Idee, ich hätte die Idee, es gäbe einen Steuersatz von 0 Prozent?

        • Rolf Zach sagt:

          Welche Rentenkassen wurden von den Regierungen geplündert? Nach Pressemitteilungen hat Griechenland gegen 100 Rentenkassen: Werden da alle Rentner gleich behandelt? Ist keine Einheitsrente möglich im Zeichen der nationalen Not?
          Von einer solchen Reform hört man nichts! Welches EU-Land verschafft seinen Bürgern den billigsten Medikamenten-Einkauf? Hat die griechischen Regierung sich von diesem Land beraten lassen? Muss man die überzähligen Beamten so abbauen, dass der Verbleib des Beamten durch die Politik bestimmt wird und nicht durch sein Können und seine Notwendigkeit? Muss der schrankenlosen Ausnützung von Berufs-Monopolen nicht endlich Einhalt geboten werden? Wenn Griechen hungern, sind andere Griechen schuld und nicht EZB und die Eurozone. Ich denke da, an die Speisung der Fünftausend im NT. Wenn man die griechische Geschichte durchliest, ist man erstaunt wie viel Dummheit die politische Elite angestellt hat. Hat sich diese Linksregierung bemüht im lokalen Kreis etwas gegen die Jugendarbeitslosigkeit zu unternehmen, wie dies verständige Regierungen in den 30er Jahren gemacht haben? Linke mit grossen Sprüchen ohne
          Verständnis und Kenntnis der grossen linken Geistesgrössen.

  • Catherine sagt:

    Die EZB druckt 60 Milliarden pro Monat, gibt etwas davon an Griechenland und verlangt Zinsen. Die FED druckt Geld, verkauft es an die Amerikanische Regierung und verlangt es zurück mit Zinsen. Warum kann Amerika oder Griechenland nicht selber ihr Geld drucken? das Ganze Finanzsystem ist faul. Übrigens Frau Merkel hat Griechenland nie Geld gegeben ohne zu verlangen, dass die Griechen Waffen von Deutschland kaufen für Milliarden jedes Jahr. Griechenland ist nach Amerika der grösster Abnehmer von der Deutscher Waffenindustrie. Verrückt. Ich werde trotzdem am Sonntag nach Griechenland gehen wie jedes Jahr einfach mit genug Bargeld.

    • Fred Ruegg sagt:

      Das sagen und machen Sie gut!

    • Martin sagt:

      Warum die USA und Griechenland nicht selber Geld drucken können? Weil dies einzig und alleine die Aufgabe der Notenbank ist! Ist in jedem Land so, auch bei uns. Die Notenbank hat die Aufsicht über die Währung und die Menge, die zirkuliert und wie viele Scheine gedruckt werden usw..

  • Flo sagt:

    Ist die EZB an allem schuld?
    Nein so einfach darf man es sich absolut nicht machen, das wäre mehr als leichtfertig und gefährlich.
    Es gibt bei dieser Tragödie unzählige Schuldige;
    Das ist einmal Griechenland selbst das mit geschönten Zahlen einen Beitritt erschlich
    Da ist die EU, die die Augen vor den Abgrundtiefen Unterschieden in Landesführung, Zahlungsmoral und Mentalität bewusst verschlossen hat.
    Da sind die unzähligen Banken die Geld und noch mehr Geld in ein Fass ohne offensichtlichen Boden gepumpt haben
    Da ist die EU deren einziges Ziel es war ganz Europa, unbesehen der tiefen Unterschiede unter ihren Hut zu pferchen und damit die Oberhand über ganz Europa zu übernehmen.
    Sollte Griechenland zur Drachme zurückkehren, ich fände das nîcht die schlechteste Lösung für das Land, verlieren viele Geld, Geld das sie ganz bewusst in eine zweifelhafte Sache investiert haben – also selber schuld!

  • thomas.m.kull sagt:

    Der Artikel zeigt deutlich was es bedeutet „fremdes Geld“ im Land zu haben: man ist davon und seinen „Eigentümern“ abhängig. Hätte Griechenland sein eigenes Geld, könnte es nach Bedarf neues Geld drucken. Das würde zwar zu einer Abwertung fürhren aber der Wirtschaftskreislauf könnte nicht unterbrochen werden.
    Ich bin nicht EU-Gegner aber ich sehe ein, dass für uns ein Beitritt zum EURO nicht in Frage kommt; das ist der einzige Fall, wo uns fremde Herren wirklich an die Gurgel können.

  • Emil Roduner sagt:

    Es macht mich wuetend, wenn die Griechenlandkrise staendig auf eine Bankenkrise reduziert wird. Wir muessen nicht in erster Linie die Banken retten sondern die griechische Wirtschaft. In Griechenland ist dies vor allem der Tourismus. Wenn wir die Touristen dazu bringen, dass sie mit Bargeld anreisen statt mit der Kreditkarte, dann wird fast alles funktionieren. Gegen Bargeld koennen die Restaurants, die Hotels, die Taxifahrer, die Maerkte, die Organisatoren von Ausfluegen alles leisten – und die Leute, welche in der Touristikbranche arbeiten, koennen erst noch in bar ihren Lohn ausbezahlt bekommen. Damit ist schon viel erreicht.
    Wir muessten vielleicht auch die Konsequenzen ziehen und wieder lernen, weniger von den Banken abhaengig zu sein. Bargeld abschaffen: Nein danke!

    • Werner Stutz sagt:

      Welche griechische Wirtschaft soll gerettet werden? Griechenland hat keine Wirtschaft, keine Industrie, gar nichts, was zu retten ist. Das ist das Problem! Etwas Kultur und Tourismus, aber das bringt kein Geld. Griechenland ist ein Beamtenstaat. Diese Beamten muss man jetzt durchfüttern. Aber das Geld fehlt. Von den erhaltenen Krediten kaufte Griechenland u.a. Panzer in Russland. Die ganze Situation zeigt doch, wie dumm Griechenland ist. Und solche Dummheit darf man nicht am Tropf halten. Somit muss man sofort den Stecker ziehen!

      • Martin sagt:

        @Werner: Und was ist mit Landwirtschaft? Ich dachte immer, dass so viel Olivenoel und Käse aus Griechenland kommt? Fisch? Und die ganzen Reedereien. Zudem: Tourismus ist ein Wirtschaftszweig.

        • Anh Toàn sagt:

          @Martin: Ja toller Mix, alles Branchen mit hoher Wertschöpfung, Skalierbarkeit der Erträge, Innovationsgetrieben, globalen Herausstellungsmerkmalen, echt toll, die griechische Wirtschaft.

          • Anh Toàn sagt:

            Mein Weg für Griechenland:

            Massive Erhöhung der Wertschöpfung im „Tourismus“: Statt Horden von ausser Alkohol und Prostitution kaum was konsumierenden Billigtouristen aus Russland / Ukraine / Weissrussland etc. mit einer Billigwährung in den Billigurlaub zu locken, zahlungskräftige Kundschaft für Medizinal- und Pflegeleistungen anzulocken. Statt die ausgebildeten Ärzte zu exportieren, deren Patienten importieren. Dazu muss der griechische Staat z.B. dafür sorgen, dass die Pflege in Griechenland von europäischen Kassen so wie im Heimatland bezahlt wird (ob das schon so ist, weiss ich nicht), usw.

            Griechenland hat die (Export-)wirtschaft eines Entwicklungslandes, aber einen viel, viel höheren Bildungsstand: Um den nutzbringend einzusetzen, braucht es keine schwache Währung, sondern Zugang zu einem grossen Markt mit zahlungsfähiger Kundschaft.

            Das geht im Euro besser als ausserhalb

          • Maiko Laugun sagt:

            Oder das 17. Bundesland von Deutschland werden.

      • Sascha sagt:

        Panzer in Russland gekauft? Stellt Russland jetzt Leopard-Panzer her?

        Griechenland kaufte Panzer und U-Boote in Deutschland, gefördert durch massive Bestechung. Die Werft HDW wurde deswegen sogar verurteilt, was ein grosses Wunder ist, in der Regel deckt die deutsche Justiz deutsche Firmen, die im Ausland bestechen. Siehe z.B. die Nicht-Auslieferung des verantwortlichen bei Siemens.

        • Maiko Laugun sagt:

          @Sascha, 14:44: Gilt auch für die EADS/Airbus in Saudi Arabien. Beim Export-Weltmeister dürfte dies nur die Spitze des Eisberges sein. Je höher die Export-Zahlen, desto wahrscheinlicher, dass zumindest teilweise – und vom eigenen Staate geschützt – Korruption im Spiel ist. Das ist besonders bedenklich, wenn es sich um staatliche oder staatsnahe Betriebe handelt.

    • Touristen sollen konsequent eine Quittung verlangen und darauf achten, dass alle Beträge auf der Registrierkasse getippt werden, damit Mehrwert- und Umsatzsteuern auch bezahlt werden.

      • Flo sagt:

        Angesichts der Tragödie die sich in diesem Land abspielt haben sie schon seltsame Prioritäten!

      • Wie verschiedenen Leserkommentaren der vergangenen Tage zu entnehmen war, reagieren Griechen teilweise sehr unwirsch auf solche Ansinnen. Wenn schon, gäbe es nur eine Antwort darauf: Entweder Bezahlung gegen Quittung oder Gehen ohne Bezahlung bzw. nichts kaufen! Ich als Touristin würde mich weder abwimmeln lassen wollen geschweige denn mit griechischen Steuer-Problemen rumärgern. Der Planet ist gross und hat viele Ferienparadiese zu bieten. Da steht Griechenland gar nicht mehr zur Debatte!

        • Sascha sagt:

          Das kann ich nicht bestätigen: Es ist ganz normal eine Quittung zu bekommen. Es kommt mal vor bei kleineren Geschäften, die von älteren Leuten betrieben werden, dass die Quittung „vergessen“ wird, aber diese Leute sind sich des Risikos einfach nicht bewusst. Das Bussgeld ist sehr hoch. Wenn nach den Vorgaben der Troika nicht so viele Steuerprüfer entlassen worden wären, wäre das Risiko wohl noch viel grössser, aber man musste ja die Beamtenzahl reduzieren.

          In jedem Geschäft finden sie eine Tafel, die auf Griechisch und Englisch schreibt, dass der Kunde nicht zahlen muss, wenn er keine Quittung erhält, laut Gesetz Nummer soundso.

    • Flo sagt:

      das sollte sich jede/r TrouristIn zu Herzen nehmen!

    • johann peider sagt:

      @EmilRoduner
      Es wurden aber in erster Linie Banken gerettet und nun ist das Volk im Süden wie im Norden dafür da als „Sackhalter“ die Zeche zu bezahlen !
      Wenn ein Kredit zur Überschuldung führt darf er nicht gewährt werden, in etwa so steht es im Konsumkredit Gesetz und was haben die Verantwortlichen Banken gemacht ? Weitere Kredite gewährt, Zinsen kassiert und zum guten Schluss (nach der Begleichung ihrer Ausstände) sich aus der Verantwortung gestohlen, in dem sie die Politik dazu zwangen die Schulden dem Volk zu übertragen..
      Die Banken ein Trauerspiel von seltenem Ausmass und alles auf Kosten der Allgemeinheit zum Profit der „Bonus-Absauger-Kaste“

      • Fred Ruegg sagt:

        Wir haben die Situation die Sie treffend beschreiben, weil wir zuviele Politiker wählen die kein Hirn haben und darum auch kein Rückgrat nötig haben.Oder liegt die Ursache hierfür bei uns selber?

  • Ich möchte erst einmal den Autoren für die faire Analyse und Debatte der Griechenland-Krise danken. Es ist eine sehr willkommene Abwechslung vom üblichen Herum-Proleten im redaktionellen Teil der Presse.

    Der Schaden, den die EZB mit ihrer politisch motivierten Entscheidung angerichtet hat, die griechische ZB nicht mehr mit Euros zu versorgen, ist noch weitreichender. Sie hat aus der starken Währung Euro ein leeres Versprechen gemacht, das jederzeit widerrufen werden kann.

    Immerhin ist zu bedenken, dass die Griechen lediglich ihr eigenes Geld von den Konti abgehoben haben, also Euros, die sich längst auf den Konti befunden hatten. Dass die GZB um Geld betteln — und dafür bezahlen! — muss, damit Banken jenes Geld ausbezahlen können, das sich schon auf den Konti befindet, beweist einmal mehr den Betrug hinter „unserem“ Finanzsystem. Wer noch einen Grund brauchte, die Vollgeld-Initiative zu unterschreiben, kann ihn jeden Abend in der Tagesschau sehen.

    • Anh Toàn sagt:

      Was die Griechen von der Bank holten, waren deren Steuerschulden. Und jetzt ist nichts mehr da beim Staat, und darum muss die EZB den griechischen Staat tragen. (Das ist doch Ihre Argumentation bei Steuerhinterziehung?)

      Zum Beitrag: Die EZB hat Griechenland über ELA flüssig gehalten. Das war gar nirgendwo vorgesehen. Setzt man dabei keine Grenze, geht die griechische Regierung halt an den Bankomaten und lässt sich Geld raus, um Panzer in Russland zu kaufen, dann muss die EZB Euro senden.

      Die Argumentation beruht auf: „Du hast mir letztes Mal geholfen, als ich in der Sch.. steckte und darum bat, damit habe ich einen immerwährenden Anspruch auf Deine Hilfe erhalten.“ Du hast mir geholfen und mich damit schwach gemacht, jetzt musst Du mir immer helfen“

      • Anh Toàn sagt:

        Charles Wyplotz schreibt ja auch eine „Kolumne“: Fraglich ist, ob es sich dabei um einen „Kommentar“ oder nicht viel eher um eine „Glosse“ handelt:

        Wie macht man aus „Notfall-Ausleihe-Beistand“ (ELA) also aus geleisteter Nothilfe eine dauernde Unterhaltspflicht?

        Lustig die Glosse der Herren Wyplotz / TS

    • Markus Ackermann sagt:

      @Sommerer
      1. Danke, dass Sie dieses €U-Schlammassel nutzen um zu überlegen, wie können WIR in der CH unsere finanzielle Souveränität bewahren: Vollgeldinitiative (claro: es sind noch nicht alle Fragen restlos geklärt)
      2. In Bezug auf den NMTM-Beitrag und Ihre ersten beiden Absätze:
      – Ja, der € wird zum leeren Versprechen, wenn die Politik versagt: der Entscheid, der €ZB, „die griechische ZB nicht mehr mit Euros zu versorgen, ist noch weitreichender. Sie hat aus der starken Währung Euro ein leeres Versprechen gemacht, das jederzeit widerrufen werden kann.“
      – Ja, die €ZB hat die Versorgung mit €LA „eingefroren“
      – ABER: Obwohl GR sich gegenüber dem IWF als zahlungsunfähig erklärte, hat die €ZB die Anforderungen an das collateral für GR NICHT verschlechtert. Darauf verweist ein guter, kurzer Beitrag bei zerohedge
      http://www.zerohedge.com/news/2015-07-01/bluff-may-be-working-ecb-does-not-haircut-greek-ela-collateral
      „… the real battleground will be the banks. As they did with Cyprus, where they threatened the government with an immediate suspension of the island nation’s ELA, so too in the case of Greece they will threaten to pull the plug on the Greek banks. Two points need to be made here. First, the Greek banks no longer hold any Greek government debt, which means that their collateral with the European System of Central Banks cannot be downgraded legally. Secondly, Frankfurt will have to think twice before it issues the threat of bending its own rules to close down Greek banks – since doing this would threaten to engulf the whole of the Periphery’s banking system into another cascacading panic“
      Was GR passiert, wird bald dem nächsten Land mit Massenverelendung passieren. Weder Sp, noch P, noch Italien noch … noch … noch … sind „über dem Berg“, weil der € diese Länder immer wieder zu Boden drücken wird … bis sie sich wehren.
      Bref:
      – Nicht die Null-Nummern der €-Gruppe [die einen Umsturz in GR wollen] werden über das Schicksal von GR entscheiden, sondern die €ZB.
      – Bis jetzt war die €ZB immer konstruktiv und ökonomisch vernünftig kalkulierend.
      – Die €ZB kann nur jetzt (bei GR) verhindern, dass Sp nächstes Jahr in die gleiche Situation kommt wie heute GR. Die angeblich „guten“ Wirtschaftszahlen für Spanien sind nicht stabil und schon gar nicht nachhaltig.
      – PER SALDO wird in der gesamten €U nicht investiert und es gehen weiter viele Stellen verloren.
      – Die Jugendarbeitslosigkeit wird auch nicht weniger, etc. etc. am 15. Juni erklärte Draghi zu recht den € als „unfinished project“
      – Und GR ist nicht Chile (Salvador Allende) und die €ZB ist nicht Pinochet.
      – Ich denke, ein NEIN im Referendum wird GR stärken.
      Claro, alle diese Stratego-Spielchen schaden allen Seiten. Aber so ist halt der € konstruiert.

      • Markus Ackermann sagt:

        Nachtrag:
        In Wirklichkeit geht es in GR nicht um Geld.
        Möglicherweise ist der Konflikt zwischen der €U und GR die letzte Chance, im GESAMTEN €U-Raum einen Rest von Demokratie zu bewahren bzw. zurück zu gewinnen.
        siehe Joseph Stiglitz (Nobelpreis 2001) 29. Juni 2015 „Europe’s Attack on Greek Democracy“
        http://www.project-syndicate.org/commentary/greece-referendum-troika-eurozone-by-joseph-e–stiglitz-2015-06

        • Anh Toàn sagt:

          @Markus Ackermann

          Mit diesem Kommentar machen Sie ich aber echt lächerlich:

          Es geht den Griechen nicht um Geld, sondern um Demokratie. In Wirklichkeit. Die geben nur vor, die wollen Geld, die Griechen.

        • Anh Toàn sagt:

          Noch besser finde ich: Die Griechen sind die Helden, sie kämpfen nicht nur für die eigene Demokratie, nein nein, das tun die auch für die Deutschen und die Franzosen, obwohl die nie darum gebeten haben, kämpfen die Griechen jetzt heldenhaft dafür, dass die Deutschen eine richtige Demokratie bekommen.

          .

        • Markus Ackermann sagt:

          Langsam, kurz vor dem Absturz der €U in GR, kommt sogar die Demokratie-Diskussion in dt. Medien auf. Es geschehen noch Zeichen und Wunder …. oder vielleicht doch nur das Abfinden und Anpassen an das Unvermeidliche (falls es tatsächlich in GR zu einem Oxi kommen sollte)
          Der Philosoph Zizek darf einen Artikel in der Zeit publizieren:
          „In dieser Woche erleben wir einen Kampf um die demokratische Leitkultur. Es geht nicht um die Griechen. Es geht um uns alle!“
          http://www.zeit.de/2015/27/griechische-schulden-griechenland-europaeische-union
          .
          Und was ist die Perspektive eines Nein oder eines Ja?
          „Ein junger Grieche sucht das australische Konsulat in Athen auf und fragt nach einem Arbeitsvisum. „Warum wollen Sie Griechenland verlassen?“, fragt der Beamte. „Aus zwei Gründen“, antwortet der Grieche. „Erstens befürchte ich, dass Griechenland die EU verlassen wird, was zu noch mehr Armut und Chaos im Land führen wird …“ – „Aber“, unterbricht ihn der Beamte, „das ist totaler Unsinn, Griechenland wird in der EU bleiben und sich der Finanzdisziplin unterwerfen!“ – „Tja“, entgegnet der Grieche ruhig, „das ist mein zweiter Grund.“
          … also braucht es einen Reset … nicht nur in GR, denn die MASSENVERELENDUNG trifft viel mehr €U-Staaten.

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