Ob Napoleon den Griechen hätte helfen können?

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Cartoon: Cagle.com/Steve Sack

Bei der Rettung Griechenlands geht es immer wieder ums Geld, aber die Grundfrage ist eine ganz andere: Wie ist es möglich, dass ein Land gute Institutionen entwickelt? Denn es ist klar, dass Griechenland ohne eine gut funktionierende Verwaltung, ein effizientes Steuersystem und ein landesweites Kataster kaum Investitionen anziehen kann. Die Perspektive in der Währungsunion bleibt trostlos, wenn in diesen Bereichen keine Fortschritte erzielt werden können.

Wie könnte nun die EU bei diesem Prozess behilflich sein? Skeptiker verweisen auf die Unmöglichkeit, durch Interventionen von aussen einem Land zu helfen. Entweder es bildet sich im Land selber eine politische Mehrheit, die vorwärtsmachen will, oder es passiert nichts.

Die Skeptiker können viele historische Beispiele zitieren. Es ist in der Tat verblüffend, wie zäh schlechte Institutionen sind. Ein Paradebeispiel ist Argentinien. Das Land hat eigentlich ein grosses Wachstumspotenzial, aber Korruption, Ämtermissbrauch und dergleichen verhindern immer wieder, dass es wirtschaftlich richtig vorwärtsgeht. Argentinien ist und bleibt seit 200 Jahren ein Schwellenland.

Optimisten zitieren gerne die Leistungen des Römischen Reiches oder Napoleons. Die Französische Revolution habe einen institutionellen Modernisierungsschub gebracht, der die institutionellen Grundlagen für das hohe Wirtschaftswachstum im 19. und 20. Jahrhundert gelegt habe. Dank den siegreichen Feldzügen und Reformen in den besetzten Gebieten habe Napoleon dann dieses zukunftsträchtige Modell in Westeuropa durchgesetzt.

Vor ein paar Jahren haben bekannte Ökonomen die These von der positiven Wirkung der Französischen Revolution für die von Napoleon eroberten deutschen Gebiete empirisch zu belegen versucht (Acemoglu, Cantoni, Johnson und Robinson 2011). Das Ergebnis: Napoleon hat geholfen.

… all of our evidence points to more rapid economic growth … that underwent the radical institutional reforms brought by the French Revolution, especially after 1850. We also presented additional evidence suggesting that the primary channel of influence of French occupation was likely to have been the institutional reforms of the Revolution.

Offenbar gibt es doch einen Spielraum für erfolgreiche institutionelle Reformen. Für Griechenland würde das bedeuten, dass es durchaus Möglichkeiten gäbe, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Die EU könnte also im Austausch gegen neue Kredite ein eigentliches Sanierungsprogramm à la Napoleon lancieren.

Die zitierte Forschung mahnt allerdings auch zur Vorsicht. Sie untersucht nur die deutschen Gebiete. Notwendig wäre es, dass man alle von Napoleon unterworfenen Gebiete untersucht. Dazu gehörten auch grosse Teile Südeuropas, wie die folgende Karte zeigt.

In Neapel und Spanien sind kaum Wachstumsimpulse dank der napoleonischen Besetzung festzustellen. Beide blieben Monarchien, die auf Willkür und Korruption beruhten. Nur die Spitze wurde mit Verwandten Napoleons ersetzt. Es fand keine institutionelle Transformation statt.

Bei den deutschen Gebieten – wie übrigens auch bei den Niederlanden und der Schweiz – muss man davon ausgehen, dass diese ohnehin schon relativ gute Institutionen und eine für die damaligen Verhältnisse hoch entwickelte Wirtschaft besassen. Napoleon mag geholfen haben, aber es war kein Systemwechsel notwendig, eher eine Beschleunigung eines bereits in Gang gekommenen Prozesses.

Europas Erfahrung mit Napoleon eignet sich also nur bedingt als Blaupause für Griechenland. Zudem ist noch Folgendes zu bedenken: Griechenland ist seit 1981 Mitglied der EG bzw. der EU, die es sich zum Ziel gemacht hat, die institutionellen Grundlagen Europas zu verbessern. In Griechenland ist dieser Modernisierungsdruck also seit 30 Jahren am Werk, und doch sind viele ererbten Strukturen bestehen geblieben. Schwierig, sich vorzustellen, dass jetzt alles anders wird.

36 Kommentare zu «Ob Napoleon den Griechen hätte helfen können?»

  • Anh Toàn sagt:

    @Linus Huber: Nationalität reflektiert die Identität des Bürgers.

  • Martin Holzherr sagt:

    Es stimmt: Strukturen, die eine Entwicklung verhindern und die die Menschen in Elend halten, erhalten sich oft selbst und werden von Generation zu Generation weitergegeben („vererbt“). Diktaturen werden kaum je direkt durch Demokratien abgelöst und ein Land, das wirtschaftlich zerbrach, erholt sich meist nur so weit, dass es den Zusammenbruch wiederholen kann (Griechenland hat schon 4 Staatsbankrotte hinter sich). Wenn der napoleonische Einfluss auf Deutschland ein Gegenbeispiel und gar ein Modell ist würde das bedeuten, dass man die alten Strukturen zerbrechen und neue aufbauen muss und dass dies vom Ausland aus zu geschehen hat (EU als Ausland relativ zu Griechenland). Ein Verbleib in der EU könnte so gesehen für Griechenland gut sein, wenn die EU für Recht und Ordnung (für gute Institutionen) in Griechenland sorgen würde.

  • Walter Bernstein sagt:

    Entscheidend für den Fortschritt eines Landes ist sicher auch das Rechtssystem.
    Erst durch die Gewaltentrennung von Montesquieu und James Madison („Checks and Balances“) wurden Eigentums- und sonstige Bürgerrechte wirksam einklagbar.
    Nicht umsonst versuchen Diktatoren nach ihrer Machtübernahme sehr bald, die unabhängige Rechtssprechung einzuschränken.

  • Vielleicht würden die in diesem Artikel geäusserten Ideen tatsächlich einen Beitrag zur Besserung der Zustände in Griechenland. Was wäre, wenn Deutschland statt nur stur auf die Erfüllung von sogenannten Reformen zu pochen, konstruktiv Hand böte, indem sie den Griechen beim Aufbau eines funktionierenden Steuer- und Katastersystem helfen würde? Ich könnte mir vorstellen, dass viele Staatsangestellte gerne für ein paar Monate in das sonnenverwöhnte Griechenland ziehen würden, um das leicht beschädigte Bild der Deutschen etwas aufbessern zu helfen 🙂

    • Linus Huber sagt:

      Das riecht aber stark nach Bevormundung und Schulmeisterei. Ob sich die stolzen Griechen (fast jedermann ist stolz auf seine Nationalität, da sie die eigene Identität reflektiert) derart herablassend behandeln lassen wollen, ist fraglich resp. mag negative Konnotationen erwecken. Vielleicht ist es vorteilhaft, die Griechen sich selbst einig werden zu lassen, wie sie ihre Probleme lösen wollen und dann Europa unterstützend (nicht belehrend) zur Seite steht. Die Entscheidungsfindung muss aus meiner Sicht von unten nach oben ablaufen und nicht von oben herab diktiert werden; natürlich erzeugt dieses Vorgehen viel höhere Unsicherheiten und teilweise unkontrollierbaren Zwist, jedoch ein wenig Chaos ist vielleicht genau das Rezept um wirkliche Lösungen und nicht einzig deren Verlegung in die Zukunft zu finden.

    • Walter Bernstein sagt:

      Ralph Sommerer, 21:31
      Das Thema war ist anderes, aber Sie können es wohl einfach nicht lassen.
      Davon abgesehen sind Sie offenbar nicht auf dem neuesten Stand: Der heftigste Widerstand kommt vom IWF und nicht aus D. Frau Lagarde wirft den Deutschen sogar zuviel Nachgiebigkeit gegenüber GR vor.
      Ihre Beschwerde über Deutschland hat sicher einen ganz anderen Grund. Einen hässlichen Grund.

      Übrigens: Das mit Kataster wurde schon lang versucht. Die EU hat Griechenland dafür 150 Mio. EUR bezahlt. Ein Katastersystem gibt es bis heute nicht, aber GR hat – nach vielen Mahnungen – trotzdem nur 60 Mio. an die EU zurückbezahlt.

      • seebueb sagt:

        Der jüngste Versuch für einen nationalen Kataster wurde vor wenigen Monaten als gescheitert erklärt.

        Notabene:
        Die CH hat auch keinen, da läuft das meiste auf Ebene Gemeinde/Kanton. Soll nicht heissen dass das per se besser wäre, aber vielleicht wäre „klein anfangen“ die bessere Variante da idR weniger komplex. Bezeichnend ist folgender Artikel aus der CH-Zeitschrift für Vermessung aus dem Jahr 1940(!!!)

        http://retro.seals.ch/cntmng?pid=geo-003:1940:38::412

        • seebueb sagt:

          Der Link funktioniert nur inkl. dem „::412“ => copy/paste

          • Anh Toàn sagt:

            Mag ja dumm sein, aber ich kenn einen Geometer, eben einen ehemaligen, das braucht doch keiner mehr mit GPS, kann ja Google Maps wenn sie dürften.

          • seebueb sagt:

            Die Welt ist 3-dimensional, weiss nicht ob GPS das kann, ohne auf einer Karte zu basieren. Zudem benötigen Sie mindestens 3 Triangulationswerte (-satelliten) gleichzeitig. Ausserdem stellt sich die Frage nach der Präzision – zumindest für CH-Ansprüche scheint GPS (alleine) ungenügend, man sieht gelegentlich auch heute noch Geometer.

    • seebueb sagt:

      Schäuble hat schon vor Jahren (zuletzt im Februar) die Unterstützung durch 500 griechisch sprechende deutsche Beamte angeboten (mehr dürfte wohl schwierig sein). Ich meine gelesen zu haben, sämtliche Spesen zulasten GR aber Lohn zulasten DE sei die übliche Aufteilung.

      Tsipras hat gem. Die Welt geantwortet, er nehme sie gerne an, Schäuble am besten 5000 schicken. Aber ich kann mich an keine Meldung erinnern, dass auch nur einer konkret angefordert worden sei.

  • Maiko Laugun sagt:

    Die modernen Napoleons heissen Wladimir Putin und/oder Xi Jinping.

  • Marcel Senn sagt:

    Apropos Argentinien: Halb Europa würde sich vermutlich die Finger lecken, wenn sie nur 7.1% Arbeitslose und 46% Staatsverschuldung hätten, dazu noch eine positive Handelsbilanz. (Gut die Inflation ist etwas hässlich, aber man spart ja auch nicht in Pesos, die sind zum ausgeben da).
    .
    Argentinien wird in Europa massiv unterschätzt — aber eben ist der Ruf mal runiniert, dann lebt es sich ganz ungeniert.

  • Marcel Senn sagt:

    Heute verschwinden meine Kommentare wieder genau so spurlos wie die Milliarden in Griechenland….was ist denn wieder los? Wie wärs mal mit einer Reform der Blog Software???

  • Anh Toàn sagt:

    Vielleicht muss man nicht bis Napoleon oder gar zu den Römern zurück:

    Was, warum, wie ging in Botswana anders als in Zimbabwe?

    Ich weiss es nicht, aber ich weiss, Botswana hat bessere Institutionen und eine deutlich bessere Wirtschaftsentwicklung: Wiki weiss auch nur:

    Wegen seiner politischen Stabilität, wirtschaftlichen Entwicklung und der stetigen Verbesserung der Lebensumstände wird Botswana oft als ein „Musterland“ Afrikas bezeichnet. Dies ist einerseits dem Umstand zu verdanken, dass erst kurz nach Erlangung der Unabhängigkeit reichhaltige Diamantenminen entdeckt wurden (siehe Geschichte Botswanas), aber andererseits auch dem Umstand, dass die so gewonnenen Mittel auch tatsächlich überwiegend in die Entwicklung des Landes investiert wurden.

    Ja, aber warum ging das zweite dort? In anderen Ländern Afrikas bereichert sich eine Bande an der Ausbeutung der Rohstoffe.

  • Roli sagt:

    Ich glaube mich zu erinnern, dass ich in der Schule einmal gelernt hatte, dass der Urmeter in Frankreich definiert und von Napoleon eingeführt wurde. Es war sein Verdienst, dass sich das Metrische System zur Vermessung in Europa durchsetzte. Dazu gehören auch Kilogramm und Liter. Dann nicht zu unterschätzen die Reformen u.a. mit dem Code Civil (Heutiges Obligationenrecht) von dem wir heute noch profitieren.
    Eine Massvereinheitlichung bringt immer Vorteile, auch ein Gesetzbuch mit einem Grundbuchkataster ist Voraussetzung zu Prosperität. Dies fehlt in grossen Teilen Afrikas und anderen Entwicklungsländern.
    Griechenland könnte also durchaus profitieren, wenn es ein Landkataster gäbe, wo die Eigentumsverhältnisse geregelt sind und wo Bauland definiert ist. Wenn es ein unabhängiges Steueramt hätte, das die Gesetze korrekt anwenden würde und geschuldete Steuern eintreiben würde. Was ist zum Beispiel passiert mit den Angaben des HSBC whistlblowers, wurden da geschuldete Steuern eingefordert?
    Lasst die Griechen aus Europa austreten und erlässt ihnen 50% der Schulden. Die Deutschen könnten die Kriegsschulden aus dem 2. Weltkrieg als Starthilfe geben.
    Schaut die Sendung des ZDF „Die Anstalt“ YouTube Video.

    • Ed sagt:

      Jaja… und was war mit den Segnungen der Zehntagewoche nach dem Revolutionskalender?

      Aber es stimmt schon – ohne Rechtssicherheit und funktionierende Verwaltung geht nichts. Wenn man dann noch die Blockade durch überbordende Regulierungen, zB für Gewerbeanmeldungen, abschaffen würde, könnte GR zumindest mit den anderen Balkanstaaten mithalten.

  • Otto Zingg sagt:

    Machen sie bitte mit Griechenland keinen Vertrag. Der nützt nichts. Also verwenden sie Diplomatie nach alter Schule und beginnen sie diese Arbeit sofort. Nur eine erstklassige Verbindung eines Diplomaten wie zum Beispiel Dr. Bruno Spinner (gest.) ist hier angesagt.
    Dr. Bruno Spinner hat als Diplomat die EWR Verhandlungen geführt und mir gesagt, dass die Schweiz so oder so bezahlen wird. Ja oder Nein, egal. Europa muss das kapieren. NiNa

  • Sascha sagt:

    Schon nett, dass man die Fortschritte der neuen Regierung einfach unter den Tisch kehrt und so tut, als ob sich nie etwas verändert hat. Da gab es also einen radikalen Regierungswechsel, eine Regierung die einmal keine direkte Verbindung zu den „alten Familien“ hat, aber sowas braucht man ja nicht zu erwähnen. Es macht wohl mehr Spass auf alten Klischees herumzureiten.

    Aktuell sind die ersten „grossen“ Steuerhinterzieher und korrupten Politiker im Gefängnis. Aktuell hat die Regierung mit der Möglichkeit zur Ratenzahlung überfälliger Steuern die Quote der Steuerzahlungen erhöht. Aber lasst Euch nicht von Fakten stören.

    Man kann den Vorschlag auch als das bezeichnen, was er wirklich ist: Ein neues Kolonial-System. Dazu muss man natürlich die Eingeborenen als unfähige Hotentotten bezeichnen, die durch die europäischen Lords gerettet werden müssen. Nur: Jeder der denkt, die Schweiz ist so viel besser, darf eine Postkarte nach Kazachstan schicken. Für Leser aus Deutschland liegen vorgedruckte Postkarten bei Siemens, HDW, und der Deutschen Bank auf.

    • Ed sagt:

      Welche Forschritte?
      Die Jungs hatten nun ein halbes Jahr Zeit, Veränderungen zu MACHEN. Bis jetzt sind sie nicht mal in der Lage, eine Liste wirksamer Massnahmen aufzustellen. Diese dann in Gesetze zu fassen und diese Gesetze dann auch anzuwenden verlangt deutlich mehr als einen Plan zu machen.
      Ich fürchte (leider), es wird sich nichts bewegen in GR.
      Die Option einer demokratischen Revolution zum Aufbau einer neuen Republik, mit der sich der Bürger dann identifiziert (und auch bereit ist, Steuern zu zahlen) scheint mit eher unwahrscheinlich.
      Die Option, durch Druck von aussen die Griechen zur Einsicht zu bringen, hat zu lange nicht funktioniert.
      Es wird wohl auf ein weiteres Abrutschen hinauslaufen. Was das für die politische Kultur in GR heissen wird, werden wir sehen. Mir schwant aber nichts Gutes. Rechst- und Linksradikale sind nie gut gewesen im Wirtschften.
      Schade – aber andererseits ein voraussehbare Katastrophe, die keiner in GR gestoppt hat.

    • Dani Keller sagt:

      Was hat sich verändert? Statt wie die Vorgängerregierung mit 100 km/h Richtung Wand fahren, fahren sie jetzt mit 150 km/h.
      Ratenzahlung für nichtbezahlte Steuern? Ein Geschenk für die säumigen Zahler. So erklärt sich auch das Loch bei den Steuereinnahmen (die Zahlungen verzögern sich mit einer Ratenzahlung). In der Schweiz wird relativ zackig Betreibung bei Nichtbezahlen eingeleitet.
      80% der Griechen besitzen Immobilien. Kann/will jemand die Steuern nicht bezahlen, kann er Immobilie oder andere Werte verkaufen, oder Privatkonkurs anmelden. Mit Versteigerungserlös können dann Steuern bezahlt werden. Wie in jedem anderen Land auch. In Griechenland geht sowas nicht. Lieber Kredite noch und noch erschnorren und auf Mitleid machen…

      • Sascha sagt:

        Tja, wenn man eine Ahnung von den lokalen Gegebenheiten hätte, dann wüsste man wohl mehr.

        Was glauben Sie wohl, was mit den Immobilienpreisen passiert, wenn es eine Krise gibt, und so viele Menschen Immobilien haben? Schon mal vom Gesetz von Angebot und Nachfrage gehört? Die Preise sind komplett zusammengebrochen, einen Käufer zu finden ist trotzdem sehr, sehr schwer. (Wäre man eine nette Studie für die momentane Immobilienblase in der Schweiz, vielleicht denken Sie in ein paar Jahren an diese Diskussion zurück…)

        Wenn jemand mit (jetzt noch) 400 Euro Monatslohn aus vergangenen Jahren 1000 Euro Steuern schuldet, so konnte er bisher entweder alles zusammen bezahlen (was ihm wohl unmöglich war) oder eben Steuerschulden haben auf ewig. Jetzt kann er Ratenzahlungen anmelden, und so seine Steuerschulden Schritt für Schritt loswerden. Der Staat bekommt so mehr Geld. Kann man übrigens in der Schweiz schon länger machen, vielleicht sollten Sie mal einen Brief ans Steueramt Ihrer Gemeinde machen, dass die dort Dummheiten machen und säumigen Zahlern Geschenke machen?

        • Anh Toàn sagt:

          @Sascha

          In der Schweiz werden Steuerausstände relativ einfach auf 6 Monatsraten (zu recht hohen Zinssätzen) gestundet, sobald eine Rate nicht fristgerecht bezahlt wird, wird der gesamte Ausstand fällig, länger als ein Jahr eine Stundung zu erhalten ist fast unmöglich, dann werden ja wieder die nächsten Steuern fällig.

          Wie ist das in Griechenland?

  • Bernie Graezer sagt:

    Fazit? Den GR ist mit Geld allein nicht zu helfen. GR wird irgendwelche leeren Versprechen abgeben damit EU -kraten das Gesicht wahren können und dafür Hilfskredite bekommen und dann dröselt das weiter so. Wenn nicht mal die GR Vertrauen in ihre Institutionen haben, wer dann? Für ca. 25% des GR-BIP muss EU dauerhaft durch Transfers aufkommen. Das wollen die EU-Lügokraten dem Wähler aber nicht sagen, bis die Transferunion steht. Das aber bedeutet auch Fiskalunion und dann muss GR EU-Steuerkommissare akzeptieren. Aus eigener Kraft schafft das GR nie und nimmer – auch nicht mit Hilfs“Krediten“ ad inf.
    Oder man zieht jetzt den Stecker und lässt GR ein bisschen schmoren. Aber GR vom EU-Tropf abschneiden, wie Schulz erwägt, stürzt GR in Chaos mit unüberschaubaren Folgen.

  • Dani Keller sagt:

    Inzwischen bin ich zum Fazit gelangt, dass Griechenland definitiv ein failed state ist.
    Zu tief verankert ist eine Kultur von Korruption und unnützem/ausfgeblähtem/teurem Staatsapparat. Steuern bezahlen? Machen nur Dumme in GR?!
    Diese Kultur wird man nicht wegbringen, solange die Griechen nicht 100% Veratnwortung für ihr Handeln übernehmen müssen. Veränderung würde nur durch „Schmerzen“ möglich, die EU/EZB/IWF wird dies in den nächsten Jahrzehnten mit ihrem Geldfluss vermeiden. Es bleibt also alles beim status quo. failed state, am besten abhaken, vergessen.

    • Josef sagt:

      Früher © wäre Griechenland von einem Nachbarstaat eingenommen, als Mitgift einem Monarchen geschenkt, oder versklavt worden. Vielleicht täuscht auch der Eindruck und Griechenland funktioniert bestens, nur die Regierung hat keine Legitimität und eine bisherige Schattenregierung hat die Zügel in der Hand, und die „Schmiergelder“ sind die eigentlichen Steuern, während die Steuern eine Schutzgebühr sind. Wer weiss schon, was wirklich los ist. Jedenfalls wird jetzt bald der Schrödinger-Moment kommen, inwelchem plötzlich klar wird, ob Griechenland tot ist oder lebt; in welchem Deutschland und Frankreich wissen, ob ihre Obligationen und Target2-Saldi gedeckt sind oder verfallen.

      • Christoph sagt:

        Was heisst wäre? Griechenland stand über 2000 Jahre unter dauernder Fremdherrschaft…

      • CR sagt:

        Haben Sie sich schon einmal die Mühe gemacht Geschichte zu lesen?
        Griechenland wurde 1828 Unabhängig. Dank Europas (Preussen, Russland, England) Gnaden die sich damit eine Schwäche des Osmanischen Reiches und Ägyptens erhofften. Seither gab es dort 2 deutsche Herrschaftsdynastien, 4 Staatsbankrotte (Schulden von England, Preussen…), Diktaturen usw.
        Böses Fazit: Von Anfang an war Griechenland von Europa abhängig und scheint abhängig zu bleiben.

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