Grübels Irrtum

Engriffe in die Wirtschaft sind immer schlecht: Oswald Grübel.

Engriffe in die Wirtschaft sind immer schlecht: Oswald Grübel.

Erneut hat sich UBS-CEO Oswald Grübel gegen die geplanten schärferen Regulierungen der Banken gewehrt, insbesondere gegen die in der Schweiz geplanten Eigenkapitalpuffer von 19 Prozent (inklusive der so genannten Cocos). Dass UBS-Präsident und Altbundesrat Kaspar Villiger ins gleiche Horn bläst, sorgt für Ärger, sollte aber bei einem Vertreter der alten FDP nicht überraschen. Die haben schon immer gesagt, was «die Wirtschaft» von ihnen wollte, dass sie es sagen. Damit konnte man einst Karriere machen.

Zurück zu Grübel: Laut einem Agenturbericht hat er die bemerkenswerte Aussage gemacht, hier gehe es nicht um die UBS alleine, sondern um Eingriffe in die Wirtschaft als Ganzes.

Das ist die klassische ideologische Karte: Eingriffe in die Wirtschaft sind immer schlecht.

Was ist hier falsch? Damit Märkte effizient funktionieren, sind einige Voraussetzungen notwendig. Unter anderem, dass niemand so viel Macht hat, um die Preise zu dominieren und die Konkurrenz auszuschalten und dass die Anreize so gesetzt sind, dass jeder Marktteilnehmer einerseits vom Erfolg seiner Innovationen und Leistungen profitiert, während er andererseits auch für die Misserfolge und Kosten aufkommen muss und diese nicht an Unbeteiligte oder die ganze Gesellschaft abwälzen kann. Sind diese und weitere Bedingungen nicht gegeben, versagt der Markt. Lässt sich das über «einen Eingriff in die Wirtschaft» beseitigen, funktionieren Märkte besser und nicht schlechter.

Nun konkret zum Problem mit den Grossbanken: Warum die von Grübel kritisierten strengeren Kapitalvorschriften einen Markteingriff darstellen, der die Märkte stärkt und implizite Subventionen durch die Steuerzahler vermindert, ist auf diesem Blog auch schon geklärt worden – hier, hier und hier. Das wohl beste Werk zum Thema stammt vom einstigen IWF-Chefökonomen Simon Johnson: 13 Bankers. Im obigen Video erklärt er engagiert und überzeugend, warum die Regulierungen in den USA nichts taugen, warum Kapitalpuffer wichtiger sind, weshalb aber die bisher dazu geplanten Vorschriften das «Too Big To Fail»-Problem der Grossbanken nicht lösen. Selbst Lehman Brothers hat vor dem Konkurs noch über das von Basel III verlangte Mindestkapital verfügt. Ganz nebenbei räumt Johnson noch mit dem immer wieder gern kolportierten Irrtum auf, die Banken hätten durch die Rückzahlung des ihnen durch die Steuerzahler geliehenen Geldes das von ihnen angerichtete Schlamassel selbst wieder beseitigt.

Wie hoch sollte denn die Eigenkapitaldecke mindestens sein?  Eugene Fama spricht von 40 bis 50 Prozent. Nein, Fama ist kein Sozialist und steht mit den Banken auch nicht auf Kriegsfuss. Im Gegenteil: Er ist ein glühender Verfechter des reinen Kapitalismus (wie im ganzen Interview unter dem Link überdeutlich wird). Viele Modelle der Finanzinstitute bauen überdies auf der von Fama entwickelten «Efficient Markets Hypothesis» auf. Wie viel diese taugt, ist ein anderes, hier auch schon angesprochenes Thema.

Und wie verhält es sich mit dem bei Banken- und Wirtschaftsverbänden beliebten Argument, dass aus Konkurrenzgründen die Anforderungen für die Banken gelockert werden sollten, wenn andere Länder weniger fordern? Das wäre etwa so, wie wenn man aus Konkurrenzgründen geringere Sicherheitsstandards bei Atomkraftwerken fordern würde, im Fall das andere hier nachlässig sind und daher den Strom billiger produzieren könnten. Wer diesen Vergleich schon mal gelesen hat, dann wahrscheinlich hier.

Noch ein Wort in eigener Sache:

Im Monat Mai wird Tobias Straumann den Blog  alleine bestreiten. Ich nehme eine Auszeit, um ein Buch zu beenden, das im Herbst im Orell Füssli Verlag erscheinen soll.

Keine Kommentare zu «Grübels Irrtum»

  • Annemarie Richard sagt:

    Herr Grübel hat recht – das kann sogar ich als nicht kompetente Leserin erkennen. Die Politiker sollten die Finger von Bankangelegenheiten lassen. Auch nach der millionenschweren Hilfe an die UBS. Banker lernen schneller als Politiker. Überigens die Misere die noch folgen wird ist schon vielen scheinheiligen Politiker und Banker längstens bekannt. Oder etwa nicht ?

    • Auguste sagt:

      hmm…, die person mit der steilsten „learning-curve“ in diesem ganzen schlamassel ist die heutige finanzministerin. was die lernfähigkeit der ubs-verantwortlichen angeht, machen es mir die herren grübel und villiger nicht ganz einfach, aus voller überzeugung daran zu glauben. und ihr dividenloses papier ist auch eher schwer verdaulich als appetitanregend.

      • Annemarie Richard sagt:

        Auguste, ich kann verstehen. Der Unterschied besteht jedoch darin dass Sie das „Heute“ beschreiben. Und ich das „Morgen“.

  • Rolf Schumacher sagt:

    Warten wir auf Godot?

  • Rolf Schumacher sagt:

    Grübel und Altbundesrat Villiger verdienen vollen Respekt. Wer die Arbeit der beiden nicht honorieren mag, ist blind. Die UBS ist wieder eine solide Bank und sie war ganz arg am Wanken. Ich bin ganz der Meinung von Villiger und Grübel es bringt nichts, wenn wir für unsere schweizer Banken Richtlinien erstellen, die sie im internationalen Wettbewerb schwächen. Nationalistischer Protektionismus ist genauso schädlich wie nationale Schranken für internationale Grosskonzerne. ABER und jetzt kommt meine Rüge auch an die Herren Villiger und Grübel sowie dem ganzen bürgerlichen Politfilz. Die Affäre Ospel-Kurer-Spuhler-Blocher darf nicht einfach unter den Tisch gewischt werden. Ospel und Kurer haben grobfahrlässig gehandelt (zu risikofreudig). Sie haben das US-Immobilien und Hedge-Fond Geschäft nicht unter Kontrolle gehabt und noch schlimmer sie haben sogar zu kriminellem Handlen angestiftet. Es kann und darf nicht sein, dass unter Ospel und Kurer systematisch US-Recht gebrochen wurde, egal ob das die anderen Banken auch tun. Jeder Banause weiss, dass man sich mit dem US-Rechtssystem besser nicht anlget. In meinen Augen gehören Ospel-Kurer-Spuhler ganz klar verurteilt und sogar hinter Gitter. Wirtschaftskriminalität, welche eine ganze Nation in Bedrängnis bringen kann grenzt an Hochverrat. Blocher hätte gegen seine Freunde Ospel-Kurer-Spuhler wettern müssen und er hätte vor allem nie die Fusion Banggesellschaft-Bankverein mit Ebner durchboxen dürfen. Blocher hat verdient und macht jetzt noch billige Politipropaganda mit der UBS. Er will die UBS-zerschlagen die er fusioniert hat. Wiedersprüchlicher geht es nimmer.
    Wir brauchen nicht mehr Regulation, aber eine effiziente Justiz und den politischen Willen Wirtschaftsverbrecher wie Ospel-Kurer-Rohner-Suphler-Blocher nicht noch zu füttern.

  • Freddy Sutter sagt:

    ich habe jahrelang für banken gearbeitet und muss mittlerweile nüchtern festhalten, dass banker ein gleiches verhalten zeigen wie junkies. geld ist für alle banker oberstes gebot, der suchtstoff für ihr tägliches leid und quell ihrer freude und motivation. sie tun alles um an noch mehr geld zu gelangen. mittels sog. virtuoser risikomanagement methoden behaupten banken ihr risiko zu kennen und gezielt steuern zu können. leider hat die lehre und die gesetzgebung dies geglaubt und deutlich niedrigere eigenmittelanforderungen zugelassen. tragisch für die gesellschaft bleibt, das all das geschwätz von risiko management ein leerer zauber bleibt. wenn es dann kracht, jammern sie rum, bis willfährige politiker mitleid haben oder die umstände verkennen. die eigenmittel zu reduzieren und die fremdmittel zu erhöhen ist bis heute das effektivste mittel um die erträge, sprich die löhne und boni zu steigern. und um dies geht es bei allen bankern, süchtig nach geld, positionstiteln und statusobjekten. die show geht weiter und alle wissen es und viele auch nicht banker profitieren fleissig davon.

  • Haefeli Alfred sagt:

    Die UBS und ihr Gedankengut wollen einfach nicht in eine Demokratie passen. Wer etwas bewegt und mit Herzblut ein Unternehmen erfolgreich führt, darf gut dabei leben und Reserven für schlechtere Zeiten schaffen. Wer strauchelt und einen gröberen Schaden verursacht, muss die Konsequenzen tragen. Weshalb für eine grosse Bank andere betriebswirtschaftliche Grundsätze gelten sollen, wollte nie in meinen Kopf.

  • Martin sagt:

    Wirklich! interessantes zu diesem Thema findet Ihr bei http://www.wissensmanufaktur.net
    Viel Spass beim Lesen der augen-/hirnöffnenden Artikel.

  • Hampi sagt:

    Es ist richtig, dass die Banken viel mehr Eigenkapital (im Verhältnis zu ihrer Bilanzsumme/Risikoposition) haben sollten.
    Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass diese Erkenntnis reichlich spät kommt.

    Die Forderung nach viel mehr Eigenkapital hätte eigentlich vor der Krise erfolgen sollen. Genauso wie in China, wo die Eigenkapitalforderungen jetzt richtigerweise und abgestuft erhöht werden. Denn nebst der positiven Konsequenz (weniger Risiko für Steuerzahler) gibt es leider in der Praxis auch eine negative: eine logische Folge aus der Erhöhung der Eigenkapitalbestimmungen ist die Reduktion beim Kreditvolumen. UND EINE GROSSE REDUKTION DER KREDITE WÄRE ZURZEIT NOCH DIE GRÖSSERE DUMMHEIT, ALS DIE EIGENKAPITALANFORDERUNGEN NICHT ZU ERHÖHEN.

    Deshalb wird dieses Thema bei den Politikern zurzeit auch eher verdrängt. Denn die Folge eines erneuten grossen „Credit-Squeeze‘s“ wäre potentiell katastrophal.

    Und die Dummheit im Quadrat wäre, wenn dies die Schweiz sogar im Alleingang machen würde. Somit würden lediglich Teile von UBS und CS von den grossen US-China-Banken aufgekauft. Diese US-China-Banken würden also noch grösser (bigger to fail). Damit erreichen sie also genau das Gegenteil von dem, was sie eigentlich wollten: sie erhöhen die Gefahr, die von den Banken ausgeht (Too-big-to-fail). Im Vergleich wäre das in etwa dasselbe, wie wenn die Schweiz aus der Atomenergie aussteigen würde, alle andern aber kräftig weiterbrüten/strahlen; und die Schweiz dann mehr Energie aus dem Ausland bezieht.

    In Anbetracht des Gesagten und im Wissen, dass eine Erhöhung des Eigenkapitalverhältnisses die Löhne der Spitzenbanker arg zusammenstauchen würde, ist es meiner Ansicht nach falsch, Grübel des Irrtums zu bezeichnen. Der Mann ist doch kein Masochist!

  • Alex Zatelli sagt:

    Ohne Markteingriffe wären die faulen und dummen Eigentümer dieser Banken ihr Eigentum schon längst los.
    Und es ist ein Witz, dass ausgerechnet jene Unternehmen mit dem kleinsten Eigenkapital Geld zu den tiefsten Zinsen bekommen.
    Überdies noch jene Unternehmen, die zu faul waren, die Bonität ihrer Schuldner wirklich zu prüfen.

    Würde man z.B. Einkommenwentwicklung, individuelles Einkommen, hedonischer Immobilienindex etc. verwenden, dann könnte die Nationalbank auf dieser Basis gleich selber vernünftige Hypotheken ausgeben. Ein kolossales Versagen wie in der CH-Immobilienkrise 1990 gäbe es gar nie.

    Ein schöner Artikel, der zeigt, wieviel Alimentation diese grossteils überflüssigen Unternehmen einstreichen können:
    http://www.zeit.de/2010/03/DOS-Wo-das-Geld-geblieben-ist

  • Anh Toan sagt:

    Die Verteidigung der Interessen der UBS gehoert zum Job Herrn Gruebels. Wenn mir ein Politiker erzehlt, hoehere Eigenmittelvorschriften seien im Interesse der UBS, ist dies dumm oder polemisch, schliesslich ist der UBS ja nicht verwehrt, freiwillig hoeheres Eigenkapital zu halten, wenn es in deren Interesse ist. Allenfalls kann man Gruebel vorwerfen, einen Kampf zu fuehren, den er nicht gewinnen kann.
    Solange die Bilanzsumme einer Bank eine wiilkuerliche Groesse ist (Risikopositionen ausserhalb der Bllanz, Bewertung der Schulden unter dem Nominalwert und vieles mehr), bringen Eigenkapitalvorschriften wenig, aber immerhin kann die Politik sagen, sie haette was gemacht.
    Hoehere Eigenkapitalvorschriften reduzieren die Wahrscheinlichkeit einer Staatshaftung, schliessen diese aber nicht aus, Auch der Ausdruck „to big to fail“ ist falsch: Wenn statt 2 grossen 50 kleinere Banken pleite sind, weil keiner mehr dem anderem und dem System vertraut, muessen halt 50 Banken gerettet werden, aendert nichts an der Problematik. Denn wird nur die Haelfte gerettet, waere dies Willkuer, wird keine gerettet, bricht das Finanzsystem auch zusammen. Wenn sich nur eine Bank verspekuliert, kann diese auch Pleite gehen, wenn sie gross ist, ohne Gefaehrdung des Finanzsystems an sich. Die systemimannente Staatsgarantie ist nicht zu Gunsten einer einzelnen, auch sehr grossen Bank, sondern zu Gunsten des Systems als Ganzes. Muss der Staat retten, tettet er vor allem die Volkswirtschaft als Ganzes, nicht die Banken.
    Die Wurzel der Finanzkrise liegt weder beim Investmentbanking, noch in zuwenig Eigenkapital der Banken, sondern im, ploetzlich in Frage gestelltem, Glauben der Welt an ewig steigende Immobilienpreise.
    Hoehere Eigenkapitalvorschriften von mir aus, da sie wie gesagt die Wahrscheinlichkeit der Staatshaftung reduzieren, dass man diese jedoch gegenueber dem Weltstandard (Basel 3), der nicht mal ueberall eingehalten wird, gleich nahezu verdoppeln muss, erschliesst sich mir nicht!

  • rascha kocher sagt:

    Somit der – sorry für den Ausdruck – Kapitalismus entgültig auf die Nase fallen tut…!

  • Matthias Stemmler sagt:

    Es gibt sehr viele Menschen die mit steigendem Kontostand immer ängstlicher werden Geld zu verlieren bzw. eine nicht ausreichende Rendite zu erzielen. Diese Angst wird dann an die armen Banker weitergegeben welche aber auch mit diesem Gefühl nicht leben wollen. Deswegen müssen die Banker das Geld an die Industrie weitergeben um sich so auch von der Angst zu befreien. .Jetzt hat die Industrie bzw. deren Verantwortliche die Angst welche sie aber auch nicht behalten wollen und sie deswegen an die Mitarbeiter weitergeben. Diese können sie dann auf Ehefrau, Kinder oder Haustier übertragen oder direkt zum Therapeuten gehen. Den letzten beissen die Hunde. Zur Lösung des Problems bietet sich Gruppentherapie aller Beteiligten an. Halte ich persönlich aber eher für unrealistisch. Oder eben doch eine gewisse staatliche Regulation da sonst irgendwann das Gesundheitssystem kollabiert.

  • Auguste sagt:

    hmm…, stell dir vor, die jüngste globale finanzkrise hätte gar nie stattgefunden und die ubs hätte sich nicht beinahe selbst an die wand gefahren – dann könnte man die auffassung der herren grübel und villiger, die sie als verantwortliche einer grossen bank vertreten, durchaus als möglichen standpunkt in einer zu führenden debatte durchgehen lassen.

    weil wir aber mittlerweile alle wissen, dass das globale finanzsystem gar nicht so robust ist, wie man uns immer glauben gemacht hat und das institut, dem die herren villiger und grübel vorstehen, unter ihren vorgängern darüber hinaus noch zu den ignorantesten und, ohne rettende staatshilfe, gewiss untergegangen banken gehört hätte, wäre es den verlustgebeutelten eigentümern dieser aktiengesellschaft wahrscheinlich etwas wohler, wenn sie daran glauben könnten, dass nicht schon wieder unverbesserliche ignoranten am werk sind und bei der ubs rumkaspern. wohin das führte, müsste selbst an den schnelllebigen finanzmärkten noch in schlechter erinnerung sein – hoffe ich doch.

    übrigens, diese ubs-führung ist keinen deut besser als die vorhergehende, wenn man sich ihre unrealistischen renditeziele einmal genau anschaut. aber mit einem praktisch uneingeschränkten floor aus materieller und politischer staatshilfe und eigentümern, die in nackter panik alle freiheiten gewährten, um nicht auch noch das letzte ubs-t-shirt zu verlieren, lässt sich fast alles wieder auf die beine bringen. besonders von einem, der fast die selbe übung erst ein paar jahre zuvor auf der andern strassenseite durchgezogen hat und genau weiss, wie einträglich das sein kann. golden parachute is out – golden copy/paste is in.

  • Rolf Meierhans sagt:

    Wieso verlangen Grübel und Co eigentlich nicht ein EK von 0,1% oder grad 0,01%? Die Bank wäre faktisch von Beginn an Konkurs bzw. durch die Staatsgarantie eben nicht.. Sie hätte Null EK kosten, auch FK kosten wären immens tief da faktisch ein Staatsbetrieb. Im „internationalen Wettbewerb“ wären die CH-Gross(staats)banken nicht zu schlagen und die „fittesten“ unter allen Wettbewerben. Verluste praktisch ausgeschlossen.. bis zum grossen Knall!

  • so kann es mit den beiden ghrossbaken nicht mehr weitergehen. sie nutzen den namen schweiz und gebaehrden sich wie grossamirikaner, fehlt nur noch, dass sie eine eigene armee installieren. das aktiuenrecht muss unbedingt revidiert werden. es geht nichtan, dass praktishc nur auslaender das grosse sagen haben und letztlich unser volk in asche und schulkdenwirtschsft schlsgen koennen. die poliisdchenparteien sollen eine sinnvolle initiatve vorschlagen. es reicht, wenn die babnken uns 10 und nicht 17 % an bruttosozilaprodukt beisteuern. groessenwahn ist nicht schweizer sdache.

    • Anh Toan sagt:

      Strengen sich die anderen Wirtschaftszweige mehr an, wird der Anteil der Banken am BSP auch kleiner. Genau, auch bei der Deutschen Bank hat ein Auslaender das grosse Sagen! Ohne Auslaender waere die Welt viel besser!

  • Boris Engel sagt:

    Was die Verlagerung eines Geschäftsbereiches der UBS ins Ausland bringen soll ist mir nicht klar. Wird beispielsweise das Investment Banking nach Deutschland verlegt und fährt dort hunderte Milliarden Verluste ein, kann ich mir kaum vorstellen, dass der Deutsche (oder gegebenen falls ein anderer) Staat das ohne weiteres hinnehmen würde. Ein Modell welches jedoch zur Schweiz passen würde… wir fahren die Gewinne ein und die andern können die Börsencrashs bezahlen?

    Muss die Schweizer UBS in einem solchen Fall, dann die Kosten für den Bankrott einer ausländischen Geschäftsstelle trotzdem tragen, haben wir bewirkt, dass sich die Bank den Kontrollen und Richtlinien entzieht, (noch mehr?) gewinne macht und (noch?) weniger Steuern bezahlt. Das Risiko bleibt also das gleiche bzw. wird sogar noch erhöht, die Staatsgarantie würde für die UBS noch günstiger. Zur Eigenkapitalvorschift kann ich nur sagen, dass weder das Too-Big noch das To-Fail Problem gelöst wird. Ein Crash wird zwar unwahrscheinlicher ist jedoch nach wievor möglich, die Grösse der Banken kann auch mit dieser Vorschrift immernoch so gross sein, dass bei einem Crash der Steuerzahler den Kopf hinhalten muss.

    Ich bin weder Jurist noch Wirtschaftler jedoch scheint mir die Argumentation bezügliche Too-Big-To-Fail und Verlagerung von Geschäftsbereiche ins Ausland nicht ganz schlüssig.

  • Amrein Hans-Peter sagt:

    Es gibt nur eine Lösung – und diese wird leider von all diesen Koriphäen nicht (mehr) in Betracht gezogen: die Wiedereinführung des Glas Stegall Actes.

    • Hans Nötig sagt:

      Oder Transaktionssteuern (am besten beides). Wurde ja auch mal gross drüber fabuliert, aber hat den Cheffen der Politiker dann doch nicht so gut gefallen, seitdem hört man nichts mehr davon.

  • Merlin Bryczowski sagt:

    Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass der Autor sich im Detail mit der Eigenmittelerfordernis auseinandergesetzt hat. Hier geht es um wesentlich mehr als 19% oder 40% oder 13%. Das sind einfach Zahlen. Es geht aber darum, wie diese Zahlen zustande kommen. Das ist vereinfacht gesagt ein Bruch. Bestandteile des Bruches sind Eigenmittelerfordernisse und Eigenmittelbestandteile. Beides sind keine Zweizeiler, sondern werden in einem mehrhundertseitigen Dokument skizziert, das in einem höchst komplizierten politischen Prozesses austariert wird. Und genau da liegt das Problem. Dieses mehrhundertseitige Dokument hat eine unglaublich lange Umsetzungszeit, von der Idee bis zur umgesetzten Implementierung kann es locker 5 – 10 Jahre oder noch länger dauern. Ist dieses Vorgehen geeignet, schnell auf neu auftretende Probleme, auf sich anbahnende Blasen zu reagieren? Natürlich nicht! Jede der vergangenen Krisen hat sich in einer regulatorischen Lücke entwickelt – der Regulator hat nicht geant, wo sich ein Problem eröffnet und als er es realisiert hat war der Mist schon geführt. Die typische Reaktion des Regulators ist dann, die Regeln, die untauglich waren, zu verschärfen. Im Glauben, man könne die Marktentwicklungen vorhersehen. Arme Irre! Das einzig wirklich wirksame Mittel ist der Zwang zur maximalen Offenlegung. Banken sollen bis auf die Unterhosen darstellen müssen, welche Positionen sie halten. Ich mache mal einen vielleicht geschmacklosen Vergleich: Wer sich prostituieren will hat schlechte Chancen auf dem Strich, wenn er eine Tafel um den Hals baumeln hat auf der steht, dass er Syphillis und Gonokokken und Tripper und Aids hat. Jede der vergangenen Krisen war keine Einzelinstitutskrise, sondern eine Systemkrise. Erst durch die Vernetzung der Banken wurde das Problem zur Pandemie.

  • Hans Heisenberg sagt:

    Ja, wir brauchen konkurrenzfähige Schweizer Grossbanken, darum keine schärferen Regulierungen.

    Aber warum packt man das Problem nicht an der Wurzel und führt neben dem WIR noch mehr Komplementärwährungen ein und somit eine Konkurrenz zum Fiat Geld?
    Ist es „nur“ weil die Banken mehr als alle anderen Branchen spenden und für Lobbyarbeit sehr viel Geld ausgeben (Simon Johnson „Ackermann ist gefährlich“)?

    Schon Keynes (Bancor), Fisher (kompensierten Dollar) und Friedrich August Heyek traten für ein Nebeneinander von monetären Instrumenten/Funktion und einer Komplementärenwährung ein.

    Wenn die Banken für eine freie Markwirtschaft sind, müssten Sie auch ein Konkurrenz zum Fiat Geld zulassen, oder nicht?

    Im Buch „Regionalwährungen: Neue Wege zu nachhaltigem Wohlstand“ wird behauptet, dass das zinsbasierende Fiat Geld nur aufgrund der hierarchischen und monopolisierten Strukturiert funktioniert, stimmt das?

    • peter brogle sagt:

      denken sie einmal nach und hören auf ihre innere stimme und nicht auf das hirn dann schauen soie das leid welches durch diese hasardierenden banken auf der welt erschaffen wurde, ich wünsche ihnen uhige gewissensvolle wochenend stunden

  • Nick Schaefer sagt:

    Herr Diem, Sie bringen es wieder perfekt auf den Punkt!

    Leider weiss der durchschnittliche Bänkler überhaupt nicht, wie der Finanzmarkt und eine Bank funktionieren.
    (Ja, ich kann das beruhigt aus akademischer und praktischer Erfahrung sagen).
    Kaum einer hat die systemische Übersicht – denn diese bringt im Kampf um Kundengelder, Investoren und Gebühren keinerlei Vorteile, da die Leute vom längerfristigen Risiko entkoppelt sind.
    Diejenigen Bänkler, die den Überblick haben und wagen, haben es als Spielverderber meistens schwer.

    In unseren Banken ist die grundkapitalistische persönliche Haftung vollkommen abgeschafft.
    Die sogenannten „Bonus-Überflieger“ würden in der echt freien Wirtschaft als selbstständige Unternehmer ohne Filz im Hintergrund zu gar nichts kommen (denn sonst würden sie längst selbstständig arbeiten).
    Ihre einzige Chance auf unverdient viel Geld ist das Hängen am grossen Fleischtopf.

    Diesen Fleischtopf am Überkochen zu hindern, ist nun genau die Art von Spielverderberei welche zu den grausamsten Bruderkriegen führt.
    Die unqualifizierten Kommentare zum Artikel zeigen die Ebene dieses Bruderkrieges.

    • Ivo sagt:

      Das ist genau ein Kernproblem. Die Entkoppelung vom Risiko gilt aber nicht nur – oder nicht einmal in erster Linie – für den „durchschnittlichen Bänkler“, sondern auch für das Topmanangement. Während der „Kapitalist“ immerhin das Risiko eingeht, sein Kapital zu verlieren, risikliert der aufgrund der Kapitalrendite, des Neugeldzuflusses oder der Gebühreneinnahmen entlöhnte Banker nur fremdes Geld. Lohnbestandteile in Optionen oder Aktien auf den Arbeitgeber können aufgrund des Insiderwissens oder der grosszügigen Zuteilung ohne grosses Risiko zu einem günstigen Zeitpunkt in Cash umgewandelt werden. Wahre Verteidiger des freien Unternehmertums und der Marktwirtschaft sehen hier durchaus die Notwendigkeit der Regularisierung.

  • Hans sagt:

    Eingriffe in die Wirtschaft als Ganzes war ja dann wohl auch die gigantische Finanzspritze und dann als Sahnehäubchen die Drohungen mit Wegzug und Arbeitsplatzverlusten.

  • Rüdiger Kraus sagt:

    Was hat denn dieser „Professor of entrepreneurship“ in der Wildnis, sprich in der Wirtschaft geleistet? Ich frage weil ich nicht weiss ob der jemals was „gerissen“ hat in der Wirtschaft, über welche er da urteilt?

    • Peter Bürger sagt:

      Der Professor of entrepreneurship hat keinerlei nennenswerte praktische Erfahrung, vorallem nicht in Fragen wiez.B. eine Bank funktioniert/sich (re-)finanziert etc. oder im Bereich Finanzmarktaufsicht. Ich habe den Herrn an einer Tagung persönlich kennen gelernt. Er ist durchaus eloquent und intellektuell wach, bei konkrreten Fragen wird er schnell schwammig oder flüchtet sich in Allgemeinplätze – wie eigentlich auch der Beitrag von MDM.

      Seit einiger Zeit beobachte ich, dass plötzlich jeder Journalist oder ehemalige Funktionär Experte im Bereich Finanzmarktaufsicht ist. Im Gespräch wird dann sehr schnell klar, dass die Grundsätze von Basel II/II sowie der allgemeinen Buchführungsgrundsätze, der Vernehmlassung TBTF, das Wesen der verschiedenen COCOs etc. nicht verstanden werden.

      • Alex Kramer sagt:

        Genau. Und komischerweise hat keiner dieser Experten praktische Erfahrungen in der realen, wertschöpfenden Wirtschaft gemacht oder sich darin erfolgreich behauptet.
        Wäre mal schön, diese Leute mit Pickel und Schaufel im Graben stehen zu sehen, oder einfach sonst mal eine „niedere“ Tätigkeit auszuüben, z.B. Toiletten putzen, wenn man schon nicht gerade pissen kann!

    • Efrain Steinbach sagt:

      Welche Rolle spielt denn das? Klassisches argumentum ad hominem.

  • Gianin May sagt:

    Ach und wenn man nicht 1000 versch. Kässeli hätte um sich mit irgendwelchen Buchhalteischen Tricks besser darzustellen, dann gäbe es wohl eine riesiges Juhee, weil nämlich 30-50% alle Betriebe auf der Welt faktisch bankrott wären resp. nicht rentieren würden. Das ist doch alles schönwetter Gerede, welches unterm Strich nix wert ist da keine Werte vorhanden sind.

  • Peter Waldner sagt:

    Was für ein sagenhaft dilettantischer Artikel. Natürlich ist es nötig, dass strengere Eigenkapitalvorschriften für Banken geschaffen werden. Und auch ist richtig, dass die Politik eines jeden Landes grundprinzipiell Vorteile für die eigene Wirtschaft schaffen resp. erhalten will; das ist nicht nur eine Eigenschaft der „alten FDP“, denn selbst die linksten Linken wollen das. Richtig ist darum auch, dass unsere Politik abwägen muss, ob sie das Risiko (für das Land) vermindern will und dafür auch bereit ist, gewisse Geschäftsbereiche ins Ausland abwandern zu lassen, wo das erhöhte Risiko (noch) akzeptiert ist. Der „goldene Mittelweg“ wäre allemal eine internationale Einigung aller wichtigen Finanzmärkte, halt eben dann zulasten von „Vorteilen“ für die jeweils eigene Wirtschaft im Konkurrenzkamp mit dem „Ausland“. Das wäre gut – aber ist nicht von heute auf morgen zu schaffen. Wenn man das aber nicht abwarten will, dann muss die Politik eben entscheiden und verantworten: Hohes Risiko und dadurch die Chance auf hohe Steuereinnahmen und gute Arbeitsplötze – oder weniger Risiko und dadurch auch Verzicht. Eigentlich ein ganz alltäglicher Geschäftsgrundsatz.

    • Josef Nemecek sagt:

      Die Politik ist – im Gegensatz zur Wirtschaft – nicht globalisiert. Es wird also nicht passieren, dass man sich weltweit zu Standards einigen wird, welche politisch gewollt sind, aber der Wirtschaft zuwiderlaufen. Es liegt im Partikularinteresse der Wirtschaftsführer, mit möglichst wenig Einsatz möglichst viel Gewinn zu erwirtschaften. Darauf basieren die meisten Lohntabellen und Boniregeln bei Grossbanken – auch heute noch. So kommt es, dass Banken mit Geldern, welche sie günstig bei Kunden und der Nationalbank ausgeliehen hat, z.B. ausländische Anleihen gezeichnet hat, welche zwischen 7 und 9% Rendite abwerfen. Bei einem Totalverlust durch Staatsbankrotte würden Grossbanken wohl eingehen wie die Fliegen, und die Anleger (Nationalbanken, Aktionäre/Pensionskassen, Kleinsparer) würden um ihr Geld gebracht.
      Vor diesem Hintergrund gibt es wohl nur eine Lösung: Die Abschaffung jeglicher Staatsgarantien und die Überwälzung der Risiken an die Kleinsparer, Kunden, Aktionäre und Nationalbanken. Wenn diese vorsichtiger werden, dann wachsen auch die Banken nicht in die Grösse.
      Ein hübscher Vergleich aus der Physik: Schwarze Löcher ziehen Materie an und verschlingen es, werden dabei immer grösser und gieriger. Am Schluss gibt es aber einen grossen Knall. Nach der Finanzkrise sind die Banken grösser geworden als vorher, und vielleicht gelten auch hier die Gesetze der Physik.

    • Peter Grunder sagt:

      Ich finde eher Ihre Antwort ein wenig dilettantisch, der Artikel hingegen ist absolut überzeugend und logisch. Und zur Chance auf Steuereinnahmen und Arbeitsplätze folgendes: Es geht bei dieser ganzen Geschichte ja in erster Linie um die „Bändigung“ der Risiken des Investmentbankings. Wenn man die UBS anschaut, dann hat sie mit dem Investmentbanking über die letzten 10 Jahre insgesamt wohl eher Verluste als Gewinne produziert und zahlte deshalb seit der Krise und bis auf weiteres auch keine Steuern, und dies obowohl das Private Banking immer Gewinne geschrieben hat und für sich alleine auch Steuern bezahlen müsste. Aber das muss die UBS nun nicht, eben wegen der Verluste im Investmentbankng. Und wo entstehen denn die Arbeitsplätze im Investmentbanking? In London und New York, aber sicher nicht in der Schweiz!

      • peter brogle sagt:

        aber herr grunder
        denken sui3e wirklich dass man auf der einen seite millionen bvon boni zahlen darf aber die steuern geschenkt bekommt, denken sie wirklich dass sei in ordnung, ja dann gute nacht liebe schweizer

    • David Rüegg sagt:

      Sie bezeichnen den Beitrag als dilettantisch kommen jedoch defacto zum gleichen Schluss, das soll verstehn wer will.

      Nun dazu, weshalb ich der Auffassung bin, dass der Zwang zu höheren Eigenkapitalreserven mindestens zur Zeit ein gutes Mittel ist:
      1. Die Finanzwirtschaft muss für ihr Geschäftsgebahren die Verantwortung übernehmen, nicht der Staat, nicht der Bürger
      2. Ich bin der Überzeugung, dass eine Absicherung welche die internationalen Standards übertrifft, bei richtiger Vermarktung zu einem Vorteil führen kann
      3. Last but not least bin ich der Meinung, dass die Schweiz ein überaus attraktiver Wirtschaftsstandort ist; also liebe Banken, legt die Karten auf den Tisch und sagt ob ihr lieber strengere Regeln hier akzeptiert oder glaubt im Ausland besser bedient zu sein!

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