Wie der Krieg Europa reich gemacht hat

Wieso hat Europa China ab dem 15. Jahrhundert abgehängt? Zwei Historiker stellen eine provokative These auf.
Die Chinesische Mauer. (Foto: Adrian Bradshaw/ Keystone)

Die Chinesische Mauer. (Foto: Adrian Bradshaw/ Keystone)

Im Jahr 1300 war das Pro-Kopf-Einkommen in China höher als in Europa. Wie hat es der alte Kontinent geschafft, an der Wirtschaftsmacht China vorbeizuziehen und die Welt während Jahrhunderten zu dominieren?

Am häufigsten sind folgende zwei Erklärungen zu hören: Technologische Innovationen – ab dem 18. Jahrhundert in Form der industriellen Revolution – haben die Produktivität und damit die Einkommen in Europa enorm gesteigert. Und: Institutionen, der Rechtsstaat und der Schutz des privaten Eigentums haben die Entfaltung der Wirtschaft gewährleistet.

Diese Punkte sind sicher wichtig, aber sie können nicht zufriedenstellend erklären, weshalb Europa schon ab dem späten 14. Jahrhundert seinen Siegeszug im Vergleich zu China startete.

Zwei Historiker liefern eine auf den ersten Blick überraschende These: Krieg und Tod haben Europa den Reichtum gebracht.

Nico Voigtländer und Hans-Joachim Voth terminieren in einem Beitrag im aktuellen «Journal of Economic Perspectives» den Startschuss des europäischen Aufschwungs auf das Jahr 1350. Das war das Jahr, in dem die erste Pest-Epidemie zwischen einem Drittel und der Hälfte der Bevölkerung Europas auslöschte. In einer Zeit, als das Wachstum der Wirtschaft auf dem Produktionsfaktor Boden beruhte und das erzielte Pro-Kopf-Einkommen eine Funktion aus dem Verhältnis des verfügbaren (Agrar-)Landes und der darauf lebenden Bevölkerung war, bedeutete dies: Die Überlebenden des Schwarzen Todes waren reicher, ihr Pro-Kopf-Einkommen stieg. Die Pest hatte ja «nur» Menschen erwischt, den verfügbaren Kapitalstock aber nicht tangiert.

Normalerweise wäre ein derartiger Anstieg des Pro-Kopf-Einkommens allerdings nicht von Dauer gewesen, denn sobald sich die Bevölkerungszahl erholt hätte, wären die Einkommen wieder auf ihr ursprüngliches Gleichgewichtsniveau zurückgefallen.

In Europa war das aber nicht der Fall. Die Pro-Kopf-Einkommen stiegen über die folgenden Jahrhunderte immer weiter. Wieso?

Ganz einfach, schreiben Voigtländer und Voth: Nach dem Tod kam der Krieg.

Die gestiegenen Pro-Kopf-Einkommen nach der Pestwelle führten zum Effekt, dass die Einkommen der verbliebenen Bevölkerung markant über dem Subsistenzminimum lagen. Das wiederum erlaubte es den Staaten, deutlich höhere Steuern einzunehmen. 70 bis 80 Prozent der Steuereinnahmen flossen im Europa des 15. Jahrhunderts typischerweise in die Armee – die steigenden Steuereinnahmen ermöglichten den zahlreichen Kleinstaaten auf dem Kontinent daher ein heiteres Wettrüsten.

Was danach folgte, war gemäss Voigtländer und Voth die kriegerischste Zeit der Menschheitsgeschichte: Zwischen 1500 und 1800 zählte Europa 443 Kriege und mindestens 1071 grosse Schlachten. Das entspricht knapp 1,5 Kriegen pro Jahr. Im 16. und 17. Jahrhundert war in 95 Prozent aller Jahre mindestens eine der grossen Mächte in Europa (England, Spanien, Frankreich, Österreich, Russland und das Osmanische Reich) in einen Krieg verwickelt, wie die folgende Tabelle zeigt (Quelle für alle Tabellen und Grafiken: Journal of Economic Perspectives):

NMTM_War_1_Nov13

Nun stellt sich gewiss die Frage, weshalb diese Häufung von Kriegen zu mehr Wohlstand in Europa geführt haben sollte. Der Grund liegt in der Art der Zerstörung und der Opfer: Die Kriege im 15. bis 17. Jahrhundert wurden auf einem technologisch bescheidenen Niveau geführt; sie löschten Menschenleben aus, aber der Kapitalstock nahm in der Regel kaum Schaden. Zudem starben die meisten Menschen nicht auf dem Schlachtfeld, sondern wurden von Krankheitserregern ausgelöscht, die von den umherziehenden Heeren in ganz Europa verbreitet wurden. So soll ein mit der Pest infiziertes Regiment von weniger als 8000 Mann, das im Jahr 1628 von La Rochelle an der französischen Atlantikküste nach Norditalien zog, auf seinem Marsch mehr als einer Million Menschen den Tod gebracht haben.

Die Serie von Kriegen und Epidemien vom 15. bis zum 18. Jahrhundert hatte daher den gleichen Effekt wie die erste Pestwelle von 1350: Unzählige Menschen starben, der Kapitalstock der Wirtschaft blieb erhalten. Mit dem Resultat, dass die Überlebenden reicher waren – was über einen positiven Rückkoppelungseffekt wieder zu mehr Steuereinnahmen für die Staaten und zu mehr Kriegen führte.

Die folgende Tabelle zeigt die Steuereinnahmen der Staaten (in Tonnen Silber), die deutlich stärker stiegen als das Wirtschafts- oder das Bevölkerungswachstum:

NMTM_War_2_Nov13

Und dass eine positive Korrelation zwischen der Häufigkeit von Kriegen und dem Pro-Kopf-Einkommen in einzelnen Ländern Europas bestand, zeigt diese Grafik:

NMTM_War_3_Nov13

Was war zur gleichen Zeit in China los? Nach dem Fall der Yuan-Dynastie im Jahr 1368 herrschten unter der Ming- und der Qing-Dynastie fünf Jahrhunderte lang Frieden und politische Stabilität, schreiben die beiden Autoren. Zwischen 1350 und 1800 zählte China bloss 91 Kriege, weniger als 0,2 pro Jahr, und nur 23 nennenswerte Schlachten. Die meisten «Kriege» waren vergleichsweise unblutige Bauernaufstände. Entsprechend waren die Sterberaten in China deutlich niedriger als in Europa, mit dem Effekt, dass die Bevölkerungszahl in China doppelt so schnell stieg wie in Europa.

Die folgende Tabelle zeigt den Effekt auf die Pro-Kopf-Einkommen:

NMTM_War_4_Nov13

Während sich die Einkommen in Europa zwischen 1300 und 1820 fast verdoppelten, stagnierten sie in China.

Es waren also Krieg und Tod, die Europa an die Weltspitze katapultierten, nicht die Renaissance und nicht die industrielle Revolution. Food for Thought…

Übrigens warnen Voigtländer und Voth davor, Kriege auch heute noch mit steigenden Einkommen in Verbindung zu bringen. Im Gegensatz zur Zeit vor dem 18. Jahrhundert löschen die heutigen Kriege vergleichsweise wenig Menschenleben aus, zerstören aber die Infrastruktur und den Kapitalstock eines Staates.

Hier noch einige Links in eigener Sache:

  • Der MIT-Professor Simon Johnson erklärt in diesem Kommentar, weshalb China mit seiner Grossbanken-Politik die Fehler der USA und Europas wiederholt.
  • Falls Sie an der Börse interessiert sind: Mein Kollege Peter Rohner hat sich die wichtigsten Stimmungsindikatoren angeschaut und kommt in diesem Beitrag zum Schluss, dass derzeit zu viel Euphorie an den Märkten herrscht. Die Gefahr einer Kurskorrektur steigt.
  • Und mein Kollege Alexander Trentin befasst sich hier mit dem Phänomen Bitcoin.

60 Kommentare zu «Wie der Krieg Europa reich gemacht hat»

  • Michael Schwarz sagt:

    Ein interessantes Ergebnis der Untersuchung.
    Fazit: wir muss wieder Krieg führen um reichen zu werden; wir lernen von den Amis.

  • Zlatko Jukic sagt:

    Die Frage ist eher, warum es in Europa nicht seit der Antike aufwärts ging. Ein Grund sind die Aktivitäten der katholischen Kirche (einschliesslich ihrer Legitimation der meist fortschrittsfeindlichen weltlichen Herrscher).

    Schon in Griechenland gab es unglaublich reiche, blühende Stadtstaaten. Andere griechische Staaten blieben arm oder wurden es wieder. Auch die minoische Kultur war als unglaublich reich bekannt: Es gab ein gut organisiertes Gemeinwesen, riesige Paläste, die ersten Strassen Europas und intensiven Seehandel. Militärische Befestigungen gab es nicht.

    Auch das Beispiel Athen zeigt, dass Krieg nicht immer zur Wohlstandsmehrung führt: Nach den Peloponnesischen Kriegen war es völlig verarmt und gebrochen.

  • Manfred Grieshaber sagt:

    Europas Wirtschaft wuchs vor allem durch Innovationen. Schon um 1400 gab es eine protoindustrielle Massenproduktionen. Um 1650 wurde In D das meiste Geld in den freien Reichsstädten gemacht. Hamburg stieg zum Monopolisten für Zuckerimport und -veredelung auf, Leipzig wurde zum europäischen Medienzentrum, Köln wurde extrem reich durch Weinhandel. Und das kurz nach Ende des 30-jähr. Krieges. Nicht nur Kriege bedrohten die Menschen. Die spanischen Könige sahen im Gold- und SIlberimport aus Südamerika das Wundermittel gegen wirtschaftliche Stagnation. In ihrer Gier lösten sie damit die grösste Inflation vor Einführung des Papiergeldes aus, die Preise für fast alle Güter explodierten. Die gestiegenen Steuereinnahmen wurden dadurch mehr als relativiert. Alles Gold nützte den Habsburgern in Madrid nichts, zwischen 1570 und 1620 ging ihr Land viermal in den Staatsbankrott. Technische Innovationen, eine Art vorindustrielle Globalisierung durch Organisationen wie die Hanse, die koloniale Edelmetallschwemme und ihre Inflation kumulierten das Kapital in den Händen einer kleinen wirtschaftlichen und politischen Elite. Und die begann sofort mit irrwitzigen Spekulationen wie der holl. Tulpenmanie. 1637 zahlte man für die Option auf 3 Tulpenzwiebeln der Sorte Semper Augustus den Preis für ein Amsterdamer Stadthaus. Als die Spekulationsblase platzte ging auch der Maler Rembrandt pleite. Man sieht, damals ging es genauso zu und her wie heute, nur sind wir etwas friedlicher geworden und leben länger. Aber das Talent zum Anrichten eines wirtschaftlichen Unheils gab es damals schon und wir führen es heute fleißig weiter.

  • Sepp Manser sagt:

    Ich hätte gerne mal die Diagnose-Resultste der Regression für den Chart gesehen resp. Frage ich mich wieviel von der behaupteten Korrelation noch übrigbleibt, wenn EN und NL entfernt werden. Ökonomen haben schon einen beängstigenden Hang überall lineare Regressionen zu sehen.

  • ast sagt:

    Herr Dittli, ich glaube Sie sind über diese beiden Ökonomen Voigtländer und Voth einem Humbug aufgesessen, der sich erst bei eingehender Analyse als Solcher entpuppt. Nehmen wir einmal an in der Schweiz würde in den nächsten Wochen die Hälfte der Bevölkerung wegen einer Seuche umkommen. Theoretisch hätten dann die verbliebenen Erben tatsächlich mehr Vermögen zur Verfügung. Das bedeutet aber keineswegs dass diese Vermögen den gleichen Gegenwert besitzen würden wie dies zuvor der Fall war. Häuser und Land würden nämlich mit einem Schlag billiger, es würde ein schneller Zerfall der Immobilien Preise folgen. Ebenfalls würden die Besitzer von Fabriken nicht mehr so viele Produkte wie zuvor verkaufen können, womit auch das Vermögen der Erben der KMU dahinschmelzen würde.

    Der Aufstieg Europas beruht aus meiner Sicht auf der Expansionkraft infolge der speziellen „vielgestaltigen“ Eigenschaften der christlichen Religion die aus dem „römischen Weltreich“ und griechischer Philosopie heraus entstand, welche zu Expeditionen zuerst nach Nahost und später zu Missionen über die ganze Welt Vorschub leistete. Technologischer Fortschritt kam dann in der Folge der Auseinandersetzungen mit dem Islam nach Europa. Ebenso wichtig war gegenüber China, die Chinesen wollten keinen Kontakt nach aussen, sie mauerten sich ein. Die Europäer aber strebten unter dem EInfluss der Antike -wie bereits Alexander oder danach Cäsar, Karl der Grosse bis hin zu Napoleon, über das Ende der Welt herab zu schauen.

  • Ronnie König sagt:

    Ja, Herr Kocher, das meinte einst der Club of Rome oder die Indianer oder… Und der Letzte, dem gehört die Welt und es nutzt ihm nix.

  • ralph kocher sagt:

    Aufstände der Armen könnten sich in einem globalen grossen Aufstand kumulieren (…)!
    Die Parallele greift ja weit zurück. Auch das antike Ägypten litt unter Sklavenaufständen. Und trotz Aufklärung später war ab dem 18. Jh. echt zuviel barbarisches los! Die Regierungen bogen sich unter der aufbegehrenden Masse.
    Heuer klagt alles über Überbevölkerung. Nur teilen bleibt ein Fremdwort. Krankheiten/Seuchen können uns kaum bis wenig anhaben. Womöglich aber die Progression im Überstürzen der Naturphänomene? Diese walten zwar sehr langsam.
    Nebenschauplatz: Die Verzahnung der Wirtschaftsordnung darf nicht kippen.
    Wassermangel und verseuchte Böden, schätze ich, werden uns bald einer Latenz aussetzen. Die Menschen wachsen, aber immer weniger Boden ist vorhanden.
    Konflikte können Banden wie Kaida legitimieren. Dies wird wie ein Virus wirken.
    Noch sind die Staatsherren eins. ES reichen nur gehässigte Phasen, um 2, 3 tonangebende Länder gegeneinander auszuspielen. In Fernost z.B.!
    Nahost bleibt ein lokaler Schauplatz. Keiner wird sich hier die Finger verbrennen.
    Oder die Interessen um den Schlick unter dem Eis: Wer wird als nächstes aufeinander losgehen?
    Fazit: Sind grosse Kontingente involviert, fehlt die Ressource (das soziale Konzept implodiert, der Handel kollabiert) um Banden wie Kaida einzugrenzen.

  • Rolf Rothacher sagt:

    Die Autoren der Studie irren genauso, wie die Schreiber der Kommentare. Das Ansammeln von Reichtung wurde in Europa durch etwas ganz anderes ausgelöst, nämlich durch das schrittweise Aufheben des absoluten Zinsverbotes, das die katholische Kirche im 8. und 9. Jahrhundert verhängt hatte. Erst als das Verbot zum Erheben von Zinsen für Darlehen nach und nach aufgehoben wurde, hat sich das „Geschäftemachen“ vervielfacht. Erst mit der Möglichkeit der „Spekulation“ wurden alle Kräfte in den Menschen des ausgehenden Mittelalters wirklich aktiviert.
    Der Islam genauso wie der Buddhismus oder Hinduismus bremst heute noch ihre Völker in wirtschaftlichen Dingen aus, denn auch sie behinden Geldgeschäfte auf vielfache Weise (Islamic Banking macht jede Kreditvergabe zu einem Kraftakt mit komplexen Verträgen).
    In China dagegen hatte die Einführung des Papiergelds im 11. Jahrhundert gepaart mit einem stets überbordenden Staatswesen zu mehreren Finanzkrisen mit riesiger Teuerung geführt. Von 1438 bis 1640 hat China darum kein Papiergeld mehr drucken und in Umlauf bringen können. Da gleichzeitig ein Verbot auf dem privaten Besitz von Gold bestand und auch der Einsatz von Silber staatlich beschränkt war, mussten die meisten grossen Geschäfte mit Schubkarren voller Kupfermünzen getätigt werden. So versank die chinesische Wirtschaft in eine lähmende Starre. Kam noch hinzu, dass die Ming Dynastie nach 1438 schrittweise den Bau von Hochsee-Schiffen verboten hatte. Zuletzt durften keine Schiffe mehr mit mehr als 15 Mann Besatzung gebaut werden. Mit dem Rückzug der Wirtschaft auf ihr Staatsgebiet hat sich diese Nation wirtschaftlich selbst zerstört.

    • ralph kocher sagt:

      Die Verstaatlichung der Kirchengüter schuf aus 2 „Herren“ (Kirche und Staat) einen Nenner.

    • Ronnie König sagt:

      Ja gut, das mit dem Zins, das ist nachvollziehbar! Sicher ein wichtiger Grund. Aber das geht auch nur mit Rechtssicherheit und anderem. In Indien kannte und kennt man den Zins. Der Zins ist in diesem Fall nicht die Erfindung des 14.Jh. Aber vielleicht in Kombination mit der Buchhaltung und weiterem. Also, wie ich schon sagte, es waren viele Dinge letztlich. Auch die Inder schrieben ihre Geschäfte auf, die Sumerer. Wie der Zins in der Antike gehandhabt wurde weiss ich aber nicht detailliert. Die Juden kannten ihn ja auch. Aufstieg und Fall, es ist nie immer genau gleich verlaufen. Aber Gemeinsamkeiten lassen sich schnell finden. Jede Zeit ihren Mix. Wäre noch interessant in der Zukunft auf heute zurück schauen und den Untergang zu sehen und wer uns ablöst.

  • Leo Klaus sagt:

    Ja ja, schon wieder so eine einfache Theorie die alles erklaeren mag. Wer meint, dass die Kriege keinen Kapitalschaden verursachten glaubt auch sicher, dass die Armeen einfach Lebensmittel von den Bauern kauften, anstatt sie zu pluendern. Einige Koenige fueherte so viele Kriege, dass es auf dem Land fast keine junge Maenner mehr gab welche Landwirtschaft betreiben konnten. Und wie war’s mit Belagerungen und Massenmoerde nach fast jedem Sieg?

    Naja, wieder so eine Theorie!

  • MARCO sagt:

    Was oft vergessen wird, ist die Entdeckung von Amerika. Das eröffnete Europe neue Möglichkeiten: Es war für Europäische Mächte ein leichtes Spiel Indianer zu massakrieren + versklaven und über den gesamten Rohstoffreichtum der neuen Welt zur verfügen. Gigantische Mengen von Gold, Silber, Kupfer usw… Wenn man ehrlich ist, muss man leider auch zugeben, dass für den plötzlichen Reichtum von Europa viele Einwohner der neuen Welt massakriert + unterdrückt wurden

  • Gautier Irgendwo sagt:

    Etwas komisch ist dabei, dass die USA genau deswegen, immer ärmer und ärmer werden.

    • Elisabeth Krail sagt:

      Gautier Irgendwo:
      Das ist eine interessante Feststellung zum Thema. Für den Staat mag das stimmen, auch für die Unterschichten und Teile der Mittelschicht, die immer mehr in die Armut abgleiten. Aber für die Oberschichten in den USA stimmt die Aussage nicht. Sie verdienen an den Kriegen über die Rüstungsindustrie, die Ölindustrie, die IT-Kommunikationsindustrie usw. grosse Geldsummen. Flankierend dazu läuft die einfallsreiche Spekulation an den Börsen, die wiederum Finanz-Emporkömmlinge produziert, während andere in die Pleite absacken. Es gibt bei jeder Kriegführung Gewinner und Verlierer, die Gewinner sind stets eine kleine Gruppe, während die Verlierer (grosse Bevölkerungsteile) anzahlmässig zunehmen.

  • leonardi massimo sagt:

    Ein wesentlichr Faktor ist,das Krieg,so brutal es auch ist,zu vielen Innovationen führt.Man überlegt sich genau wie und mit was man den Gegner in Schach halten kann(siehe USA)ab den 50er Jahren.Mit diesem Technologischen Vorsprung war es kein Problem für Europa,die anderen Kontinente zu unterjochen.

  • Ueli sagt:

    „Die gestiegenen Pro-Kopf-Einkommen nach der Pestwelle…“
    Tatsächlich führte der schwarze Tod zu einem massiven Preisverfall von landwirtschaflichen Gütern. Für bäuerliche Wirtschaften mit geringer Marktquote, die ohne Lohnarbeit auskamen und auch nichtlandwirtschaftliche Güter im eigenen Haushalt erzeugten, war dieser Preisverfall weniger schlimm. Vor allem für die Grundherren (Adel, Kirche) bedeutete die Preisschere für Agrarprodukte, dass sie die Feudalquote erhöhen mussten, um zumindest auf gleichem Einkommensstandard zu verharren. (Pieper, Preisrevolution, 1985, S. 65f. u. 91).

  • Ueli sagt:

    ————————————————————————————————————————————————–

  • Hannes Müller sagt:

    Mit der gleichen Logik kann man aufzeigen, dass der Konsum von Eiskrem zu Sonnenbrand führt. – Dass Europa in dieser Zeit das wissenschaftliche Denken systematisierte, über den Stand von China hinaus, scheint den Autoren unbekannt zu sein.

  • Peter sagt:

    der lineare trend in fig. B ist natuerlich humbug. Der Anstieg ist einzig den zwei outliers (NL, EN) zu verdanken. Wenn man die nicht betrachtet hat man eine trendlinie mit einem anstieg von ca. 0. Vor allem auch laender mit mehr kriegen pro jahr haben keinen hoeheren anstieg an per capita GDP gehabt (e.g. AT) was dafuer spricht, dass es sich hier um outlier handelt (sprich: was nahe legt, dass nicht die anzahl der kriege fuer das vermehren des GDP ursaechlich ist). Hier eine lineare trendline (linear im log) einfach so reinzulegen ist statistisch grober Unfug.

    Das einzige was man aus der graphik (bzw. aus den zahlen) rauslesen kann ist, dass es NL und EN geschafft haben ihren reichtum zu vermehren. Und dort wohl auch nur eine kleine gruppe von leuten. Moeglicherweise waren EN und NL einfach besser im kolonialisieren als zb. AT.

    Fazit aus der graphik:
    krieg macht tot, .. nicht reich.
    Fazit 2: historiker haben keine ahnung von statistik (zumindest diese hier).

  • Roland K. Moser sagt:

    Die USA haben es ähnlich gemacht: Die Teilnahme am 1. und 2. Weltkrieg waren für die USA gigantische Konjunkturprogramme. Der Ausgang des 2. Weltkriegs war von den USA so vorgesehen, da sie mit weiteren Konflikten mit der sozialistischen Sowjetunion gerechnet haben. Was dann auch passiert ist: Der kalte Krieg. Der war wieder ein gigantisches Konjunkturprogramm.
    Da alle 3 Kriege auf Pump finanziert und die Schulden nie zurückbezahlt sondern die Zinsen teilweise direkt oder indirekt (Um die Zinsen zu bezahlen, wurden neue Schulden gemacht) kapitalisiert wurden, fehlt den 3 Konjunkturprogrammen die Nachhaltigkeit. Deshalb muss das Gebilde auch über kurz oder lang zusammenbrechen.

  • Harm Voordenhout sagt:

    Wie schon einige andere Kommentatoren halte ich diese These auch für fragwürdig oder vielleicht sogar lächerlich. Ich verstehe auch nicht wieso Herr Dittli selber nicht etwas kritischer ist.
    Schauen wir nur auf diese Grafik die angeblich „eine positive Korrelation zwischen der Häufigkeit von Kriegen und dem Pro-Kopf-Einkommen in einzelnen Ländern Europas“ zeigen soll. Eigentlich sollte es direkt klar sein dass nur wegen die Niederlände und England eine positive korrelation fest zu stellen ist. Und wenn wir uns dann realisieren dass die genau die Länder sind wo der Kapitalismus und die Industriellisierung angefangen haben, dann bleibt die Korrelation noch immer da, aber die Kausalität ist dann sehr fragil geworden.

    • Ronnie König sagt:

      Oder lags an der Religion? Zwei protestantische Länder! In der gleichen Zeit, da waren die Muslime auch sehr reich. Aber auch die Hindus. Oder Buddhisten. China stagnierte zwar, aber noch nicht die Khmer(abges. v. der Fremdherrschaft), Thais. Die Hindus in Indonesien gingen zwar gerade unter im 17Jh. Nein, das ist irgendwie auch nicht schlüssig im grösseren Kontext, aber wir haben schon wieder Theorien die sich untermauern lassen, wenn wir viel weg lassen und Nur Europa und China übrig bleibt. Auch die Inkas hatten Hochblüte damals, aber nicht sehr viel Krieg und Krankheit, das kam erst. Und der Reichtum ging. Für immer.

  • Jordi Thomas sagt:

    2 Anmerkunge:
    1. Die Grafik mit der Trendlinie ist ein Witz. Nur dank den 2 Ausreissern kann man eine Trendlinie einzeichnen, das ist doch nicht robust? Komisches Detail ist, dass gerade 2 klassische Handelsnationen (NL, UK) die Ausreisser sind.. man überlege selber.
    2. Ist die These trotzdem richtig, da Krieg ein Innovationstreiber ist. Knappheit verursacht Innovation. Notgedrungen. Ausserdem sollte man sich überlegen, dass durch die Kriege auch alte Seilschaften zumindest teilweise vernichtet werden. Das ermöglicht es Neuerungen, alte Hemmnisse zu überwinden.

  • Sepp Wanner sagt:

    Die Idee ist in der Tat komplett unsinnig. Wie schon Frank Baum schreibt: Wo Menschen fehlen wird weniger gearbeitet, daraus folgt weniger Ertrag. Die Frage die man stellen muss ist die der Herkunft und Verlässlichkeit der Zahlen. Es wurden also in Kriegszeiten mehr Steuereinnahmen gemacht? Was sind das nun genau für Zahlen? Ich schätze mal dass als Steuern ganz einfach auch alles deklariert wurde was das Heer im Krieg beschlagnahmt und dem Königshaus übergeben hat. Dann stimmt die Rechnung wieder denn so kommt im Kriegszustand natürlich mehr rein und das ist die einzige logische Erklärung.

  • Elisabeth Krail sagt:

    Wie es Thesen so an sich haben, sind sie doch in der Regel zu simpel und völlig unzureichend für die Erklärung eines Phänomens, das auf dem Boden vielseitiger Einflüsse entstanden ist.

    *Die gestiegenen Pro-Kopf-Einkommen nach der Pestwelle führten zum Effekt, dass die Einkommen der verbliebenen Bevölkerung markant über dem Subsistenzminimum lagen.“ Diese Aussage ist so „unwahr“ wie die heutige durch die Medien verbreitete: „Die Schweiz durchbrach in diesem Jahr erstmals seit 2011 die Schwelle von 500’000 Dollar Vermögen pro Erwachsenen.“ Das sind ökonomische „Unwahrheiten“, die in die Irre führen und absichtlich zu falschen Interpretationen verleiten. Die realen Verhältnisse werden dabei verwischt. Solche Aussagen lassen höchstens erahnen, in welchem Ausmass sich die Oberschichten bereichern, während sich die Mittelschichten verkleinern und in den unteren Schichten sich zunehmend Verarmung breit macht.

    Kriege in Europa waren für den Adel immer auch Raubzüge, da sich dieser mit seinem Luxusleben stets wieder massiv verschuldete. Die Bevölkerungen litten unter den Kriegen und verarmten meistens. Ein anderes Mittel des Adels, seine Schulden los zu werden, war die gezielte Heirat, wodurch Kriege nicht selten vermieden wurden.

    Ferner sind zum Thema auch die grundsätzlich unterschiedlichen Denkweisen – geprägt durch Religion und Philosophie – in China und Europa ausschlaggebend für das ökonomische Verhalten und das innovative Denken. Dem wird in diesem Artikel überhaupt keine Rechnung getragen.

    Ein weiteres Element ist die unterschiedliche Entwicklung des Geldes und der Banken in Europa und China. Es gibt sicher noch andere wichtige Faktoren, die zur ökonomischen Entwicklung von Europa und China beigetragen haben.

    Mit einem niedrigen oder ansteigenden Pro-Kopf-Einkommen vor oder nach den europäischen Kriegen den Reichtum Europas zu begründen, finde ich ziemlich einfältig. Da täuschen auch nicht die präsentierten Tabellen darüber hinweg.

    • Ronnie König sagt:

      Die nackte Statistik lässt im obigen Fall diesen Schluss zu. Die Geschichtsbücher und Notizen aus den jeweilige Epochen zeigen ein anderes Bild. Nun, wie sie richtig bemerken, stellt sich die Frage, ob Historiker einfach ein Problem mit mathematischen Fragen haben. Eine Statistik richtig zu lesen ist das eine, das richtige Modell zu verwenden das andere und die entsprechenden Daten richtig zusammentragen dann der letzte Teil.

      • Elisabeth Krail sagt:

        Monokausale Begründung für ein historisches Phänomen ist die schlechteste aller Beweisführungen.

        • Rolf Zach sagt:

          Der katastrophale Bevölkerungs-Rückgang im 14. Jahrhundert hat in Westeuropa die Leibeigenschaft als Überbleibsel
          der römischen Sklaven-Wirtschaft weggefegt. Man vergisst, dass um 1200 noch viel Spätantike in Westeuropa anzutreffen war. Durch das 14. Jahrhundert wurde das Bauern-Adel-Verhältnis von persönlicher Leistung (Frondienst etc.) auf Geld umgestellt (Zehnten, Pachten etc.). In Osteuropa war es umgekehrt, wo auch der Bevölkerungsrückgang nicht so stark war. Dieser Zunahme der Bedeutung des Geldes in der Wirtschaft stärkte die Fürsten und schwächte die Grossgrundbesitzer, zusätzlich verstärkte sich dieser Effekt durch Silber-Inflation aus Amerika. Der Adel wurde zur Beamten- und Offizierskaste der Fürsten. Überblickt man die europäischen Kriege dieser Zeit, wird man feststellen, dass sie selten in einen totalen Krieg zur vollständigen Vernichtung des Feindes ausarteten. Der einzige Hasardeur, der auf Sein und Nicht-Sein bestand, war Friederich der Grosse, den nur unwahrscheinliches Glück rettete. Dieses Denken als Vorbild für die Deutschen war ja nicht gerade nützlich für die deutschen Machteliten der 1. und 2. Weltkriegs. Jede Elite ist borniert und China hatte sicher im 17. und 18. Jahrhundert die bornierteste und schlussendlich eine der korruptesten Eliten auf der Welt. Es stimmt, ihr jämmerliches Versagen gegenüber den europäischen Mächten im 19. Jahrhundert hat sie ruiniert. Die Wirtschaft haben sie bereits vorher stranguliert, auch mit Hilfe einer verkrusteten Agrarverfassung im Gegensatz zu der von Westeuropa. Nicht der Krieg beeinflusst den Kapitalstock, sondern seine Konsequenzen für das Gesellschaftssystem und dies wiederum beeinflusst den Kapitalstock und das Pro-Kopf-Einkommen. Niederlagen können heilsam sein, müssen aber nicht. Ein negatives Beispiel sind die arabischen Niederlagen gegenüber Israel. Ein Suchen nach einem Islam, der das Denken verkrustet und das Gesellschaftssystem weiterhin schwächt. Man sucht krampfhaft die Schuldigen immer im Westen, aber nie zuhause.

  • tststs sagt:

    Die Wirtschaftslaien hat wieder einmal ein paar Fragen/Feststellungen:
    1) Ich vermute stark, die Tod/Wirtschaftswachstum-Korrelation wird dann aufgebrochen, wenn die Verteilung des Reichtums und der Pest-, resp. Kriegstoten in den verschiedenen Schichten genauer angeschaut wird. Namentlich: Das Kapital lag bei den „Reichen“, auf dem Feld gestorben sind die „Armen“…
    2) Natürlich ist Krieg Wirtschaftsförderung, auch in der heutigen Zeit. Selbstverständlich führt Krieg zur Zerstörung von Infrastruktur, jedoch nur im angegriffenen Land. Man nehme als Beispiel die USA: die eigne Rüstungsindustrie treibt die eigene Wirtschaft an, Schäden an der eigenen Infrastruktur gibt es kaum.
    Dies wird auch wohl so bleiben, da die Rüstungsindustrie die einzige (?) Industrie ist, die sich nicht um Überproduktion kümmern muss. (Wie viele Atombomben braucht es um die Welt zu zerstören?)

  • Felix Gauch sagt:

    Herr Dittli, haben Sie sich mal überlegt, warum Pest und Cholera verbreitet waren, warum Krieg geführt wurde, wie es um die Lebensqualität der Mehrheit, den Bauern, bestellt war, die immer Stiefkind und Manipulationsmasse der Mächtigen waren? Zuerst aber schauen Sie mal die Klimakurve, sagen wir ab dem Jahr 1250 an; Sie werden staunen, welchen Knick es gegen Ende des
    13. Jh gab. und dann ist immer noch der Run nach Christopher Columbus, die Welt bezüglich Rohstoffe und Nahrungsmittel für sich zu gewinnen: Es entstanden Hansestaaten, Bordeaux war im 17. Jahrhundert eine Stadt in Blüte, ein Bürgertum (ohne Adel) rappelte sich hoch durch Handel und Kommerz, nicht zuletzt durch Produkte aus Uebersee.
    Und, um Himmels willen, schauen Sie sich mal die Rolle der Schweiz nach der Schlacht von Marigniano (1515) an: Wie viele Kriege führten die Helvetier noch? Und vergleichen Sie bitte dies mit den Aufzeichnungen eines Romans namens „Simplizissimus“, geschrieben im 17. Jahrhundert, und lesen Sie sich durch bis zu den Aufzeichnungen eines Jeremias Gotthelf: Sie werden sehen: Im Durchschnitt ging es den Schweizern besser als dem vom Krieg gebeutelten Ausland!

  • Gino Ramsch sagt:

    Das ganze wiederholt sich Heute mit der niedrigen geburtenrate, hier mein Beispiel:

    Ich bin einzelkind und meine Eltern haben ein Haus, meine Frau ist auch Einzelkind und ihre Eltern und Grosseltern haben ein Haus. Im Alter wenn unsere Eltern nicht mehr da sind werden wir also 3 Häuser besitzen. Sollten wir ein Kind haben dass sich einestages auch mit einem Einzelkind aus einer solchen Situation liiert sieht man schon wie sich das ganze entwickelt!

    • Ronnie König sagt:

      Stimmt aber nur, wenn sich die Masse der Menschen konzentriert! In Russland führte dies vor 150 Jahren zu Armut, weil die Kinder als wie zahlreicher wurden, ähnlich nach den Kriegen in Europa, wo aber das Geld der Reichtum zunahm.

  • Jakob vonGunten sagt:

    Wenn Historiker oekonomische Theorien zur Erklärung ihres Weltbildes aufstellen, so resultiert das meistens in Unsinn und Abstrusitäten! Auch hier werden einzelne Fakten ohne ganzheitliche Betrachtungsweise oder nur schon einem ansatzweisen Verständnis dafür in eine populärhistorische Theorie verwurstes und mit willkürlich ausgewählten Statistiken verwurstet, die alles und das Gegenteil beweisen sollen. Über die letzten zweieinhalb Jahrtausende zeigt sich eine empirische Grösse: nämlich dass wirtschaftlicher Aufschwung und allgemeiner Wohlstand in direkter Relation stehen zu Demokratie und Recht auf und Schutz von privatem Eigentum. pacta sunt servanda – dieser Rechtsgrundsatz ermöglichte Europa einen wirtschaftlichen und technologischen Vorsprung vor allen andern Kontinenten. Und dort in Europa, wo er nicht eingehalten wurde oder wird, kollabieren die Systeme: Ostblock, Sowjetunuion, Griechenland, Spanien, Kuba, Nordkorea usw.
    Seit China das private Recht auf Eigentum schützt, boomt das Land; der Kollektivismus und Gleichmacherwahn unter Mao zeitigte den Tod von über 100 Mio. Menschen. Nach der abstrusen Historiker-Theorie hätte gerade dieser Massentod China ins Paradies führen müssen. Trotz Massenbevölkerung (über 1 Milliarde!) wächst in China seit der freien Marktwirschtaft der Wohlstand; nicht nur für ein paar wenige, sondern für die Mehrheit des Volkes.

    • Ronnie König sagt:

      Einverstanden, das gilt für die Neuzeit viel mehr als Krieg und Pestilenz. Aber die doch sehr reichen Kelten und Chinesen vor dem Euroboom sagen wiederum, dass das auch nicht alleine dazu beitrug! Vielleicht sollte man einfach nicht versuchen einen einzelnen Faktor zu suchen. Der eine ist glücklich weil er einen vollen Magen hat, der andere wegen viel Geld, der Dritte mit seiner Erfindung. Glück für jeden, aber verschiedene Gründe. Mit dem Reichtum, dem Fortschritt wird es wohl gleich sein. Regen entsteht auch nicht schon deshalb, weil es Wasser gibt. Da brauchts noch mehr.

  • Ronnie König sagt:

    Diese Theorie stimmt nur in Ansätzen, war es doch bei den Steuern so, dass in Naturalien meist bezahlt wurde! Die meisten lebten als Bauern. Da wo das Kapital zu nahm, da entstanden auch die Zünfte, der Fernhandel nahm zu, neue Ideen kamen von Ost nach West. Kolonien wurden gegründet, viel Gold und Silber kam. Der Aufstieg einzelner Stadtstaaten, dann die Stabilisierung der wandernden Völker. Zwischen dem 5Jh. und 11.Jh war zu viel Bewegung! Aber die Steuern, man nehme ein Sack Gerste und der Aufwand zur Erzeugung widerspricht dieser abstrusen Idee der beiden V+Vs ganz klar. Was aber statt fand damals, ist, dass zeitgleich neue Züchtungen entstanden, im Agrarsektor das Pferd den Ochsen ablöste. Diese Wechsel erhöhten die Produktion um Faktor 2-5 unter Berücksichtigung der Klimaschwankungen! In China waren zeitgleich Schwankungen des Monsun zu verzeichnen. Wenige Innovationen. Abnahme des Fernhandels, bis zum völligen Stillstand da die Flotte vernichtet wurde. Porzellan und Seide gabs dann auch noch in Europa. Die sehr ungleiche Verteilung der Mittel trug auch dazu bei. Hier wie dort. Das wurde auch nachgewiesen. Also waren Kriege und Krankheiten nicht die Hauptgründe, aber spielten eine Rolle.

  • Hans Müller sagt:

    Leute, geht grössere Schuhe kaufen! Denn je grösser die Schuhnummer, desto höher das Einkommen. Schliesslich lässt sich das mit einer hochsignifikanten Korrelation „bewiesen“.

    • Gerhard Engler sagt:

      Meine Version davon: Studien haben gezeigt, dass Leute mit teuren Lederportemonnaies weniger finanzielle Probleme haben, als Leute, die ihr Geld im Hosensack mit sich rumtragen. Die Sozialämter werden nun aufgefordert, allen Mittellosen ein teures Lederportemonnaie zur Verfügung zu stellen.

  • Anh Toan sagt:

    Unter der Prämisse „als das Wachstum der Wirtschaft auf dem Produktionsfaktor Boden beruhte und das erzielte Pro-Kopf-Einkommen eine Funktion aus dem Verhältnis des verfügbaren (Agrar-)Landes und der darauf lebenden Bevölkerung war,..“, erscheinen die Schlüsse durchaus logisch. Wie immer frage ich mich, ob die Prämisse (das Modell) richtig ist:

    In Europa wurden im Mittelalter viele Produktionsmethoden verbessert (3 Felder Wirtschaft, Windmühlen, Wassermühlen, Trittwebstuhl, Schubkarre, Spinnrad, Buchdruck, während in China die Meinung herrschte, die perfekte Gesellschaft gefunden zu haben, an welcher nichts mehr verbessert werden könnte. (Bin so wenig China Kenner wie Historiker, bitte präzisieren oder falsifizieren, konnte keine Nachweise auf Anhieb finden, ob ich diese chinesische Denkweise (war sie japanisch, ich meine auch? zeitlich richtiig einordne). Eine derartige Denkweise wäre innovationsfeindlich, genauso wie der asiatische Ahnenkult: Mit jeder Innovation offenbart man die vorherige Lösung als relativ dumm, die hätten das doch auch schon merken können, wenn es nützlich ist, und damit als Kritik an den Ahnen.

    Trotz der Logik Ihres Beitrages, meinen Glauben (ich weiss es nicht), dass in Europa Produktivitätswachstum auf Basis von Innovation zur Steigerung des pro Kopf Einkommens führte, trotz Kriegen und Seuchen, während China infolge Innovationsfeindlichkeit stagnierte, nehmen Sie mir nicht so leicht.

    • Da die Ökonomie keine Wissenschaft ist, sondern eine Theologie, fragen Sie sich zu Recht, ob die Prämissen und die Modelle korrekt sind. Ich habe mir aufgrund meiner Beobachtungen der ökonomischen Lehre zur Gewohnheit gemacht, hinter den Zweck ökonomischer Modelle zu kommen. Vorweg: der Zweck ökonomischer Analyse ist nicht, wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen. Wäre es so, dann würden Modelle verworfen, wenn sie intern inkonsistent sind oder der Realität widersprechen (Überraschung: da draussen existiert eine beobachtbare Wirtschaft!). Tatsächlich werden Inkonsistenzen durch abstruse Annahmen „wahr“-gelogen oder schlicht ignoriert. Der wahre Zweck der Ökonomie ist, eine spezielle autoritäre und ungerechte Form sozialer Ordnung zu propagieren und zu rationalisieren.

      Daher wundert es nicht, dass sich plausiblere Erklärungen für die unterschiedliche Einkommens-Entwicklung finden lassen. Ich würde aber nicht so sehr Innovations-„Feindlichkeit“ anführen, oder jedenfalls nicht in dem Sinne, dass Innovation kulturwidrig (Ahnenverehrung), sondern allenfalls autoritätsfeindlich ist. So ist m.E. das zeitliche Zusammentreffen industrieller Entwicklung mit den (klassisch-)liberalen republikanischen (d.h. anti-aristokratischen) Bewegungen nicht zufällig. Innovation kann nicht „von oben“ verordnet werden, sondern muss aus der Masse „von unten“ kommen können.

      Da die vorherrschende ökonomische Ideologie autoritär ist und vor allem den reichen Eliten zudient, ist es nützlich, wenn man „beweisen“ kann, dass nicht unbedingt anti-autoritäre Strukturen für ein innovationsfreundliches Klima notwendig sind. Es muss dann aber ein anderer Grund gefunden werden, mit dem sich die unterschiedliche Entwicklung im autoritären China im Gegensatz zum nominell liberaleren Europa erklären lassen. Wieso also nicht der Krieg? Dass sich dabei die grundsätzlich menschenfendliche Wertehierarchie der Ökonomie offenbart (Zerstörung von Menschen schadet der Entwicklung nicht, jene des Kapitals aber schon) nimmt man dabei gerne in Kauf.

      • Ahn Toan sagt:

        @Ralph Sommerer:

        Da die Ökonomie keine Wissenschaft ist, sondern eine Theologie,

        Nein, die Oekonomie ist wie die Theologie, die Jurisprudenz, die Historik eine Wissenschaft, die häufig zur Rechtfertigung, Zementierung und Ausnutzung von Macht missbraucht wird.

      • Ahn Toan sagt:

        @Ralph Sommerer:

        Und trotz meiner Kritik, und obwohl mir noch viel mehr Innovation im Sinne verbreiteter Anwendung im europäischen Mittelalter einfällt (Pferde wurden als Arbeitskräfte auch in der Landwirtschaft erschwinglich, und in der zweiten Hälfte der betrachteten Periode der Handel, die Ausbeutung der Kolonien), können die Kriege und Seuchen dennoch aus pro Kopf Einkommen Sicht nützlich oder sogar viel wichtiger oder zumindest nicht sehr schädlich gewesen sein. Denn die Innovation ging langsam in dieser Zeit, zwei neue Generationen mit Geburtenraten von 5 pro Frau oder noch mehr, gab es in der Zeit, in welcher es heute in Europa kaum mehr als eine neue Generation gibt. Ob da die Innovation mitgekommen wäre? Hätte sich dann die Geburtenrate reduziert? Oder die Sterblichkeit immer weiter erhöht wegen mangelnder Nahrung, mangelnder Wohnraum fördert Seuchen usw usw.

        • Ronnie König sagt:

          Die Kelten hatten viele Pferde und waren reich. Die Frauen hatten mehr Rechte. Waren die Kelten nun reich, weil sie viel Fernhandel betrieben, oder technisch sehr versiert waren, Ahnenkult betrieben? Kriege führten sie zur Genüge, ja Rauflust war alltäglich beim Trinken. Darum ist mir die Theorie der V+Vs nicht ganz schlüssig. Wir denken darüber nach und haben schnell viele andere Faktoren ausgemacht. Aber die Frage die sich die beiden Autoren auch stellten: Welches Ereignis ist wie stark zu gewichten?

    • Ronnie König sagt:

      @Anh Toan: Der Ahnenkult! Da scheint etwas daran zu sein. Zumindest teilweise. Die Frage ist dann in welcher Epoche war er besonders ausgeprägt. Schauen wir wichtige Erfindungen der Chinesen an, die es zur gleichen Zeit in Europa nicht oder nicht mehr gab, wie zB Schwarzpulver oder Papier etc. dann könnte dies hinhauen. Ich weiss da aber diesbezüglich auch zu wenig.

      • Ahn Toan sagt:

        Ich bin nicht der Meinung, Ahnenkult verhindert Erfindungen, er verlangsamt die Innovation:

        Ich bin Schumacher, weil mein Vater war der beste Schumacher der Welt, und meine grösste Pflicht im Leben ist, eines Tages ein fast so guter Schumacher wie er zu sein, weil besser geht nicht, wäre respektlos gegenüber seiner Grösse, Darum werde ich Schuhe nie anders machen als er. Und die perfekte Kür wäre, einen Sohn zu haben, der genauso denkt wie ich.

  • Frank Baum sagt:

    Die Theorie ist ziemlich lächerlich. Im Grunde genommen wird lediglich das pro-Kopf-GNP betrachtet. Wenn weniger Menschen da sind, um den gleichen Boden zu bewirtschaften, dann sei das pro-Kopf Einkommen per Definition höher. Das ist selbst im betrachteten Zeitraum falsch, als die Landwirtschaft vielleicht 2/3 der gesamten Volkswirtschaft ausmacht. Der Kapitalstock in der Landwirtschaft wird auch nicht durch Farmland ausgemacht sondern durch bebautes und bebaubares Farmland. Entvölkerte Landstriche stellen keinen Kapitalstock dar, nur tatsächlich bebaute Flächen tun dies.

    Die Autoren haben Recht, wenn sie die Pest als dämpfenden Faktor für das Bevölkerungswachstum in Europa aufführen. Kriege haben aber bei allen Schrecken kaum einen Einfluss auf das Bevölkerungswachstum, auch wenn die Chancen, einen gewaltsamen Tod zu finden, in Europa grösser gewesen sein könnten als in China (was sich aber nicht aus der Anzahl kriegen oder Schlachten ableiten lässt. Sonstige Gewalttaten, wie Todesurteile, Vendetten oder Morde haben in Summe viel mehr Menschen dahingerafft als Kriege).

    Ausserdem ist die Überraschung ja nicht, dass Europa China in pro-Kopf-GDP überflügelte sondern, dass das GDP Europa’s China insgesamt überflügelte. Dies gelang durch die Industrielle Revolution und diese wiederum ist auf die Aufklärung zurück zu führen.

    Die Frage ist nach wie vor, wieso gelang dieser grosse Wurf der Geistesgeschichte in Europa und nicht in China? Ich denke, die besten Erklärungen liegen in der mangelnden Offenheit in Fern Ost (ob China, Japan oder Korea). Die Europäischen Länder haben sich daran gemacht, die Welt zu entdecken und waren für neue Impulse offen. Die Chinesesn, Japaner und Koreaner haben sich hingegen abgeschottet.

    • Adrian Pult sagt:

      Sehr geehrter Herr Baum
      Ich neige dazu, Ihnen insofern Recht zu geben, als dass nach Beginn der ind. Revolution diese sicher den grössten Einfluss auf Europas GDP-Wachstum hatte.
      Wie jedoch die Tabelle 3 zeigt, haben sich in den Jahren 1509 bis 1659 jeweils innert 2 Generationen die Steuereinnahmen mehr als verdoppelt (resp. innert 150 Jahren mehr als verzehnfacht). Und das in der Zeit der meisten Kriege und schlimmsten Seuchen. Zumindest dies stützt diese (interessante) Theorie.

      • Frank sagt:

        Der Startzeitraum liegt recht genau mit dem Beginn der Kolonisation zusammen. Nicht nur hat diese den Europäern mehr Boden pro Kopf gebracht, sondern sie hat auch Horizonte erweitert (wenn auch nicht von allen). Und eine Menge neue Einnahmequellen. Geld beschleunigt den Wirtschaftmotor. Können wir heute ja ganz gut beobachten (wenn es auch nicht wirklich echtes ist).

        • Ronnie König sagt:

          Nein, das begann etwas später. Aber der Anfang korreliert mit der Rückkehr Marco Polos. Oder der Stockung der muslimischen Expansion in Europa. Wahrscheinlich ist es die Summe vieler Ereignisse. Und linear verläufts auch nicht für alle Gegenden in Europa. Kommt noch dazu. So schlecht Krieg für die meisten Einzelindividuen ist, so gut kann er für grosse Kollektive sein, denn es geht immer wieder technische Innovation damit einher.

          • Rolf Zach sagt:

            Die steigenden Steuereinnahmen der europäischen Staaten war nicht nur ein Zeichen des zunehmenden Kapitalstocks, sondern auch der damaligen Inflation bedingt durch die kolossale Ausweitung der Silberproduktion von Spanisch-Amerika. Ein Geldzufluss zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert aus Amerika, dessen Bedeutung enorm ist. China hatte bis 1820 immer ein Handelsüberschuss mit Europa. Europa konnte nur mit Silber bezahlen und China thesaurierte es, anstatt einen Multiplikator-Effet für ihre Volkswirtschaft zu erzeugen. Die zahllosen Kriege in dieser Zeit waren sicher
            für die Entwicklung der Technik sehr bedeutsam, aber die Entwicklung der Agrarverfassung in Westeuropa war entscheidender. Vergessen wir nicht das in Westeuropa durch die Pest die Bauernbefreiung begann, die viel stärker
            als in jeder anderen Gegend der Welt unzählige autonome Einheiten hervorbrachte, die die Entwicklung einer kapitalistischen Marktwirtschaft förderten und dadurch die Staaten Westeuropas, allen voran Grossbritannien, zu schlagkräftigen und agressiven Einheiten zusammenschlossen. Das Osmanischen Reich war mit Habsburg und Frankreich die europäische Grossmacht zwischen 1450 und 1700, es nahm aktiv an den hiesigen Kriegen teil, wenn auch am Rande, aber das tut der Bedeutung keinen Abbruch. Trotzdem war es am Schluss ein armseliger Verlierer, weil es kein System der kapitalistischen Entwicklung hatte, trotzdem seine Artillerie so gut war wie jede europäische (bis 1800). China dagegen blieb in einer Agrarverfassung verhaftet, dass die kapitalistische Entwicklung hemmte und schlussendlich auch das Pro-Kopf-Einkommen negativ beeinflusste. Die kulturellen Eigenschaften und Kritik-Öffnung der Elite beeinflussen das Gesellschaftssystem, dass wiederum sorgt für das wirtschaftliche Wachstum und die wahre Stärke eines Staates. Fördert der Krieg oder der Friede solche Herausforderungen? Wenn wir die Schweiz betrachten, war es der Friede und die Moral und kulturelle Vielfalt und Offenheit unserer Elite. Haben die Kriege im Nahen Osten zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung dieser Länder beigetragen. Nein, diese Eliten wurden nur verbohrter und suchen ihr Heil in einer imaginären Welt und das System stagniert.

      • Hans Müller sagt:

        Dies stützt die Theorie überhaupt nicht, denn es wird kein Beweis für eine Ursache geliefert. Vielleicht wären ohne Seuchen und Kriege die Steuereinnahmen noch viel stärker gestiegen, wir wissen es schlicht und einfach nicht. Ich finde die ganze Theorie sehr abenteuerlich. Man kann nicht einfach einen Teil der Menschheit wegraffen und der Wohlstand steigt, schliesslich werden so auch Konsumenten und Arbeitskräfte weggerafft. Schauen wir doch die heutige Situation an: Wenn die Theorie stimmen würde, dann müsste man ja sofort die Grenzen schliessen. So würde die Bevölkerungszahl bei „gleichbleibendem Kapitalstock“ sinken und der Wohlstand würde steigen. Soweit die Theorie. Warum erzählt uns Economiesuisse und Co. wohl trotzdem das Gegenteil?

        • Ahn Toan sagt:

          @Hans Müller

          “als das Wachstum der Wirtschaft auf dem Produktionsfaktor Boden beruhte und das erzielte Pro-Kopf-Einkommen eine Funktion aus dem Verhältnis des verfügbaren (Agrar-)Landes und der darauf lebenden Bevölkerung war,..”,

          Gilt dies heute in der Schweiz?

      • Ronnie König sagt:

        In dieser Zeit nahm nicht nur Kriege zu! Die Manufakturen begannen effizienter und strukturierter zu arbeiten. In dieser Zeit stiegen NL und GB als Mächte auf. Vieles ordnete sich, zB die Hanse entstand, der Schiffsbau wurde deutlich besser und schneller im Norden. Siehe auch Kanonenproduktion in England. Es entstand eine grössere Geldwirtschaft in diesem Zeitraum, Börsen etc., was dazu führte mehr Cash bei den Steuern zu generieren. Dieser liess sich effizienter in neue Geschäfte investieren als Salz oder Getreide. Kriege führen also im besten Fall indirekt dazu (siehe Kanonenprod.)bei. In dieser Zeit war auch das Klime in Europa günstig. Davor der hundertjährige Krieg. Was damals zu einem Anstieg führte könnte tatsächlich mit der Kriegswirtschaft zusammenhängen, da Russland in dieser Zeit nicht gerade reich war, das Klima eher ungünstig. Nebst Pest gabs auch viel Hunger, das Klima kühl.

      • Gerhard Engler sagt:

        Ich bin ja nicht der grosse Fachmann, aber ich möchte anmerken: Die Steuereinnahmen bemassen sich damals nicht an Steuergesetzen und demokratisch-rechtsstaatlichen Entscheiden. Vielmehr erhob ein Fürst Steuern nach Bedarf. Wenn also ein Krieg geführt werden sollte, dann wurden entsprechend Steuern erhoben. der Krieg war also durchaus der Anlass für höhere Steuereinnahmen, aber aus anderen Gründen als die Autoren dieser These vermuten.

        • Rolf Zach sagt:

          Frankreich hatte als grösste Macht zwischen 1500 und 1789 grösste Schwierigkeiten sein Kriege zu finanzieren. Auch bei Habsburg-Spanien war es nicht besser. Es gibt ein Bonmot von Ludwig XIV „Wenn ich Postmeister im Königreich wäre, würde ich den Postdienst verbessern“. Das war die Macht des mächtigsten Fürsten Europas. Frankreich war eisern im Griff seiner Steuerpächter, die seine Macht durch ihr System entscheidend schwächten. Man hat dann auch während der Revolution fast allen diesen General-Pächter den Kopf abgeschlagen, eingeschlossen Lavoisier, dem Chemie-Genie.
          Es war das Steuersystem, dass die Niederlage Frankreichs gegen England im 18. Jahrhundert verursachte.

    • Otto sagt:

      „Kriege haben aber bei allen Schrecken kaum einen Einfluss auf das Bevölkerungswachstum“: Wie die Autoren richtig sagen, „starben die meisten Menschen nicht auf dem Schlachtfeld, sondern wurden von Krankheitserregern ausgelöscht, die von den umherziehenden Heeren in ganz Europa verbreitet wurden“. Desshalb hatten Kriege eben doch Einfluss aufs Bevölkerungswachstum.

      • Ahn Toan sagt:

        @Otto

        Auch Soldaten starben im Mittelalter mehrheitlich nicht auf dem Schlachtfeld, sie starben Monate oder Jahre später z.B an Infektionen als Folge heute harmloser Verletzungen.

        Heute sterben mehr Soldaten durch Selbstmord nach der Schlacht oder der Rückkehr aus dem Krieg, als in der Schlacht. Wie dies im Mittelalter war?

    • Hans Kägi sagt:

      Die vielen Kolonien machten Europa reicher, nicht europäische Kriege!

      • Ronnie König sagt:

        Die Kolonien anfangs nicht wirklich, aber was es an neuem gab. Und der Handel der damit einher ging. Als es begann mit den Kolonien, da waren ja meist nur Handelsposten. Aber man war vor Ort! Es gab aber schon die Theorie, dass die Entdeckung Amerikas der Hauptimpuls gewesen sei. Nur warum begann dann alles schon 150 Jahre vorher?

    • Johann Baumann sagt:

      Man müsste das GDP per capita noch um die Inflation adjustieren!
      Mit Kriegen steigt immer auch die Inflation, wie nach dem 1. Weltkrieg, besonders in DE.

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