Der Überdruss der Unternehmer

Exodus der griechischen Grossfirmen: Coca Cola Hellenic verlagert den Sitz in die Schweiz. (Keystone/Nikos Arvanitidis)

Coca Cola Hellenic verlagert den Hauptsitz in die Schweiz: Cola-Fabrik in Thessaloniki. (AFP/ Sakis Mitrolidis)

Neuigkeiten über die Lage in Griechenland sind rar geworden. Seit das Land mit regelmässigen Krediten unterstützt wird, scheint die wirtschaftliche Lage unter Kontrolle. Ferner hat Griechenland grosse Fortschritte bei der Sanierung der Staatsfinanzen erzielt. Von Januar bis August 2013 soll der Staat sogar einen Primärüberschuss (Budget ohne Zinszahlungen) erzielt haben.

Selbst das «Wall Street Journal», das dem Euro-Projekt skeptisch gegenübersteht, attestiert Griechenland grosse Fortschritte. Die ökonomischen Kosten der Austerität seien zwar hoch, aber die finanzpolitische Disziplin habe doch Resultate gezeigt:

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Zwischendurch erreichen uns nun aber doch wieder vereinzelte Nachrichten aus Griechenland, und die sind weniger ermutigend. Mitte September wurde bekannt, dass der Kupfer- und Aluminiumkonzern Viohalco seinen Sitz nach Brüssel verlegen wird. Als Grund wird angegeben, dass die Kreditversorgung in Griechenland nicht mehr gewährleistet sei. Steuergründe waren hingegen nicht ausschlaggebend, die Unternehmenssteuern sind in Belgien deutlich höher als in Griechenland.

Viohalco ist nicht die erste griechische Grossfirma, die ihren Sitz ins Ausland verlegt. Vor einem Jahr entschlossen sich Coca-Cola Hellenic und das Milchunternehmen Fage zu diesem Schritt, wobei die Begründung ähnlich lautete.

Die griechische Zeitung Kathimerini meldete vor zehn Tagen, dass weitere Firmen ihren Hauptsitz verschieben werden. Die meisten Unternehmen in der Nahrungsmittel-, Textil-, Stahl-, Aluminium- und Baubranche hätten kaum mehr genügend Liquidität, um die Lieferanten zu bezahlen.

Die griechischen Behörden versuchen nun, dieser Praxis ein Ende zu bereiten. Ein neues Gesetz verlangt, dass nicht mehr wie bisher zwei Drittel, sondern 95 Prozent der Aktionäre einer Fusion zustimmen müssen. Die Sitzverlegung wird nämlich als Fusion vollzogen, indem eine ausländische Tochtergesellschaft mit der Muttergesellschaft zusammengelegt wird. Dass mit einem solchen Gesetz das Problem nur verschärft wird, ist allen klar. Denn wenn die Firmen ihren Sitz nicht in ein Land verlegen können, in dem die Kreditversorgung gewährleistet ist, sind die griechischen Werke bald bedroht. Die Behörden machen alles nur noch schlimmer.

Von offizieller Seite heisst es, die Banken seien saniert. Wie Charles Wyplosz in einem neuen Beitrag schreibt, würden aber die faulen Kredite mehr als ein Viertel ausmachen, und seien keineswegs abgeschrieben. Die Banken hätten zudem seit 2010 dreissig Prozent ihrer Einlagen verloren. Klar ist auch, dass der griechische Staat nicht die Kraft hat, den Bankensektor zu sanieren. Die Staatsschuld ist inzwischen auf  175 Prozent des Bruttoinlandprodukts geklettert.

Für Wyplosz ist klar: Es braucht bald einen neuen Schuldenschnitt, bei dem auch die staatlichen Gläubiger ihre Federn lassen müssen:

Fiscally undisciplined countries have been severely punished over the last few years. The time has come for the ‚generous‘ official lenders to face the consequences of their short-sighted approach. This is the bad news that Chancellor Merkel ought to break now to her people.

Vor den deutschen Wahlen starrte ganz Europa auf Berlin. Nach den Wahlen genauso.

 

 

97 Kommentare zu «Der Überdruss der Unternehmer»

  • Roland K. Moser sagt:

    „…Seit das Land mit regelmässigen Krediten unterstützt wird, scheint die wirtschaftliche Lage unter Kontrolle…“

    Weil gar nichts unter Kontrolle ist, werden Kredite verteilt. Profitieren tun die Banken, weil die Kredite nicht mehr zurückbezahlt werden, sind langjährige Zinszahlungen die Folge.

    Kredite und Schuldenmachen sind Symptom-Unterdrückung. Wer einen Hirntumor hat, und immer mehr Schmerzmittel nehmen muss, um es auszuhalten, macht genau das Falsche.

    Alles was noch hilft, ist das vollständige Streichen aller Schulden.

  • ast sagt:

    „Von offizieller Seite heisst es, die Banken seien saniert.“

    Sehr geehrter Herr Straumann, das rote Kreuz teilte mit -in Europa können sich 43 Millionen Menschen nicht mehr mit selbst mit Lebensmitteln versorgen, sie müssen die Suppenküche beanspruchen ( dies geht aus jener IFRC-Studie hervor, die am Donnerstag in Rom und Genf publiziert wurde).

    Während die Banken „saniert“ erscheinen und man hier in der Schweiz aufzuatmen scheint, bei der „Finanzkrise“ handelt es sich in Wirklichkeit aber um die grösste humanitäre Katastrophe seit sechs Jahrzehnten in Europa. -Besonders hart in Griechenland.

    Es trifft mich sehr wie wenig die Presse in unserem nördlichen Glaspalast darüber berichtet und wie wenig die Menschen hier das wahre Ausmass nicht verstehen (können), es gar auszublenden fähig sind. Hauptsache die SNB kann den Frankenkurs halten. 120 Millionen von den etwa 300 Millionen Europäern, so heisst es in dem entsetzlichen Bericht, sind Armut gefährdet.

    In 22 Ländern Europas, zu denen auch Griechenland gehört, sind seit 2009 die Nahrungshilfen von Hilfswerken um 75% angestiegen, Tendenz weiter zunehmend. Wenn da Politiker davon sprechen dass „das Schlimmste überstanden sei“, dann wird mir übel. Wann endlich lernen Ökonomen nicht nur in monetarischen Zahlen rechnen, wann die menschliche Dimension in ihren Statistiken ausdrücken?

  • Josef Anton sagt:

    Mindestlohn, Regulierung zwecks Erreichung hoeherer Standards schaden grundsaetzlich. Warum haben wir weltweit solch hohe Arbeitslosigkeit bei den Jungen? Warum ist die Latte fuer neue Unternehmen aufgrund der Regulierung so hoch? Wer glaubt, dass dies zum Wohle der Gesellschaft ist, versteht herzlich wenig von den Zusammenhaengen.

  • Zlatko Jukic sagt:

    Die reichen Griechen sollen korrekt ihre Steuern bezahlen, dann braucht es keinen Schuldenschnitt.
    Ein Schuldenschnitt bringt sowieso nichts, denn dann sind die Griechen in 10 Jahren wieder da, wo sie heute sind.
    Besser ist eine Tilgungsstreckung mit niedrigen Zinsen. Dann kann Griechenland seine Schulden über 50 Jahre bequem zurückzahlen. Währenddessen kann die „Troika“ den übertriebenen Staatssektor zurechtstutzen. Mit einem Schuldenschnitt ginge das nicht, und das griechische Volk wäre bald wieder korrupten Bürokraten ausgeliefert.
    Das hilft auch den Unternehmen, die bis heute unter willkürlichen Behörden-Entscheiden und unsinnigen Genehmigungsverfahren leiden und vor allem deshalb nicht investieren wollen.

    • ueli der hecht sagt:

      Zlatko Jukic
      „Die reichen Griechen sollen doch korrekt ihre Steuern zahlen…“ Ah geh – wenns so einfach wäre. Die reichen Griechen würden lieber noch nach Guantanamo Bay ihren Wohnsitz verlegen als jetzt (nach dem sowieso alles gelaufen ist) ihre Steuern „korrekt“ zu zahlen. Wake up man!

      • Zlatko Jukic sagt:

        … das ist wohl so.
        Trotzdem: Laut EZB haben die Griechen im Schnitt doppelt so viel Vermögen wie die Deutschen.
        Wenn die griechischen Politiker/Beamten/Richter endlich eine Vermögenssteuer durchsetzen könnten, gäbe es kein Verschuldungsproblem mehr in Griechenland.
        Zum Durchsetzen gehört natürlich nicht nur ein Gesetz, sondern auch das wirksame Eintreiben der Steuern. Und genau da liegt in Griechenland das Problem.

        • Josef Marti sagt:

          Das wirksame Eintreiben von Steuern wird man sicher bewusst verhindern wollen, man muss ja schliesslich die Steuerbeamten entlassen wenn man schon ein Sparpaket bekommt; davon aber ausgeschlossen wie immer das Militär, das sonst ja keine deutschen Panzer mehr kaufen könnte.

      • Josef Anton sagt:

        @ Ueli

        Aus genau diesem Grunde muss man die Macht des Staates drosseln, denn wenn es wichtig wird, versagt er eh, jedoch wenn zugunsten der Reichen reguliert werden konnte, waren alle dabei.

        • Rolf Zach sagt:

          Es sind hier einfach die kulturellen Unterschiede zu Westeuropa zu beachten. Man muss wissen, dass bis 1830 Griechenland dem Osmanischen Reich angehörte, nicht gerade eine Zivilisation zur Förderung der Gemeinschaft. Nachher hat sich eine Klientelwirtschaft herausgebildet, die wie ein Krebsgeschwür ständig wucherte und noch heute Griechenland schadet. Der Dauerkonflikt Griechenland-Türkei hat das Militärbudget ständig hochgehalten und korrupten Politiker Spielraum gewährt. Man hat dem Volk eingeredet, Zypern werde gegen die Türkei verteidigt, was herauskam war keine ernsthafte Armee, dafür ein elendiglicher Sumpf der Misswirtschaft. Vielleicht wird jetzt der Geist der Aufklärung von 1789 eingeführt, hoffen wir es. Hier von Sozialdemokratie nach westeuropäischen Vorstellungen zu sprechen, ist verfehlt, sogar der Kapitalismus ist medioker, ausgenommen die Hochseeschifffahrt.

  • Benjamin Wilkomirsky sagt:

    Es verwundert nicht, dass sich Grosskonzerne aus Griechenland verabschiedet! Unter sozialistischer Führung hat sich der griechische Staat zum gegenwärtig grössten Zachpreller gemausert: Griechenland ist weder willens noch fähig – noch war es das Land je unter linker Führung! -, die Schuldzinsen zu begleichen noch das geborgte Geld je wieder zurückzuzahlen. Mit nichtfinanzierbaren Wahlversprechen wie unkündbare Staatsstellen und fette Frühpensionen ab 50 kaufte die PASOK Wählerstimmen. Ihre Minister liessen sich, wie schon lange bekannt und von den linken Medien vorsätzlich verschwiegen, bei ihrer verantwortungslosen Schuldenpolitik mit dutzenden von Millionen EUR bestechen; sie bildeten kriminelle Banden zum Nachteil des Staates (gemäss Gerichtsurteil) und veruntreuten im grossen Stil Steuergelder. Und alles zum eigenen persönlichen Vorteil! Und genau dieselben kriminellen Politiker sassen und sitzen in den Gremien der Sozialistischen Internationalen und verurteilen alle und jeden, der ernsthaft arbeitet und sich sein Leben selber verdient. Nicht die Banken, sondern die verantwortungslose Schuldenpolitik und die kriminellen Machenschaften der Linkspolitiker sind schuld an der EUR-Misere und am Unglück, an Armut und Elend von Hunderttausenden in Griechenland, Portugal und Spanien. Als Politiker erliessen sie Gesetze, die sie vor jeglicher Strafverfolgung schützt. Sie sind die heutigen mafiösen „Untouchables“!

    • Josef Marti sagt:

      Sie meinen wohl exemplarisch so einen typischen Linkspolitiker wie Berlusconi, oder? Dieser hat nämlich die bahnbrechende neoliberale, dynamische und wirtschaftsfreundliche Gesetzgebungstrategie erfunden: Kriminelles Handeln mit rückwirkender Gesetzesänderung nachträglich für ungeschehen erklären.

    • ueli der hecht sagt:

      @Benjamin W.
      Ja ja ja – die bösen „Sozialisten“ sind an allem schuld – bla bla bla. Meine Güte – es ist doch schon vorteilhaft ein einfaches Weltbild aus dem Kalten Krieg zu besitzen…wenigstens kann man dann einfach mal frei von der Leber irgendwelchen Stumpfsinn in Blogs verbreiten und weiter machen wie bisher.

      • Josef Anton sagt:

        Die Sozialisten sind nicht boese, sondern einzig normale Menschen, welche sich dementsprechend verhalten. Aber genau aus diesem Grunde ist es wichtig, dass die staatliche Macht moeglichst eingeschraenkt bleibt, ansonsten solche Entwicklungen sich anbahnen.

    • Immerhin stellt sich die berechtigte Frage, wieso ausgerechnet Sozialdemokraten das ultra-neoliberale EU-Projekt unterstützen und einen EU-Beitritt fordern. Und ich meine nicht etwa die „third-way“ Blair-Schröder Achse der Börsen, sondern die vergleichsweise eher linken Schweizer SPler. Für einen machiavellistischen Plan, durch Erhöhung des Leidensdrucks im neoliberalisierten Europa den Aufstand der Arbeiterklasse und die Überwindung des Kapitalismus zu befördern (der sich eh nur solange halten kann, wie wir die Spielschulden der 1% bezahlen), sind sie schlicht nicht verschlagen genug, und das sage ich als linksgrüner SP-Kommernischt.

      • ueli der hecht sagt:

        @Ralph Sommerer
        Mir ist eher aufgefallen, dass gerade die sogenannte Linke der Schweiz immer mehr im braunen Wasser von anderen Parteien fischt und sich immer mehr zu einem engherzigen nationalistischen „Verein für Schweizer Arbeiter“ entwickelt.
        Übrigens waren wir an dem Punkt schon vor über 100 Jahren:
        „In der Schweiz herrscht grosse Arbeitslosigkeit, schon lange, und auch jetzt noch. In St. Immer hat dieselbe vor einiger Zeit zu Krawallen geführt, und vorige Woche in Bern erst recht. Die Art, wie dieser Aufruhr entstand, ist äusserst charakteristisch für die Zurückgebliebenheit des Schweizer Proletariats. Ähnliches hat sich im vorigen Jahre in Nordfrankreich abgespielt und auch wir Deutsche können nicht behaupten, dass unser Proletariat schon so aufgeklärt und im richtigen Sinne zielbewusst wäre, dass sie ihren Angriff gegen die Ausbeuter, aber in keinem Falle gegen konkurrierende ausländische Arbeiter richten. In Bern sind viele einheimische Arbeiter arbeitslos und an öffentlichen und privaten Neubauten werden die billigen italienischen „Hände“ beschäftigt. Die Berner Arbeitslosen zogen nach einer Versammlung zu den Neubauten und griffen die Italiener an. Darob entspannen sich Zusammenstösse mit der Polizei….nach einem nutzlosen, weil energielosen Kampfe wurden 50 verhaftet und über 40 Verwundete in die Spitäler gebracht.
        Und die Schweizer Sozialdemokratie? Nun, sie trägt die Schuld an der Dunkelheit in den Köpfen der Schweizer…“
        (Zum Berner Krawall, Juli 1893)

        • ast sagt:

          @ueli der hecht

          Eine interessante Rückblende. Tatsächlich haben Sozialdemokraten immer wieder versucht Stimmen von Rechts einzufangen. Im Moment und den letzten Jahren kann man das auch (un)schön in Deutschland beobachten. In der Schweiz stammt eine der SP -Bundesräte noch aus jener Zeit wo man versuchte libertäres Gedankengut aus England und den USA in die Parteilinie einzubetten (siehe „Gurten Manifest“). Bezeichnend etwa für die Arbeitsweise im Bundesrat war das Freihandelsabkommen mit China, soviel ich weiss kam es in den Arbeitsgruppen im Bund kaum zu Protesten von linker Seite gegen ein Abkommen wo Arbeitsgesetze und soziale Globalisierung ausgeklammert wurden.

          • Rolf Zach sagt:

            Internationale Solidarität in Ehren, aber wollen wir eine Wiederholung der Schweizer Geschichte des 19. Jahrhunderts.
            Wir hatten eine starke Auswanderung der Schweizer Bergbevölkerung nach Übersee und nach Osteuropa. Anstatt die Bildung der Bergbevölkerung zu fördern, haben die Kapitalisten deutsche Handwerker und Ingenieure importiert zusammen mit billigen Italienern. Diese Entwicklung war vor 1914 und hat sich nach 1955 nahtlos fortgesetzt. Noch 1950 waren die Schulen im Berner Oberland eine fortlaufende Katastrophe. Die Kinder haben vor dieser Zeit Klassen von 40 Schülern und mehr gehabt. Die meisten von ihnen haben keine Berufslehre absolviert und landeten auf dem Arbeitsmarkt als ungelernte Hilfsarbeiter. Man muss nur die Statistiken der militärischen Aushebung untersuchen. Viele
            waren klein und konnten schlecht lesen und schreiben. Obwohl es verpönt ist zu erwähnen, „Malnutrition“ war weit verbreitet. Wir wollen doch alle, dass unsere Kinder möglichst ein bessere Ausstattung haben als Arbeitskräfte, die wir im Ausland anwerben. Es bedeutet nicht eine Absage an eine Immigration von ausländischen Arbeitnehmern, aber es ist eine Politik ist gefordert, die die Optimierung der Interessen aller Bevölkerungsgruppen berücksichtigt.

  • ast sagt:

    Im Juli 2013 sanken in Griechenland die (noch unbereinigten) realen Einzelhandelsumsätze um -14,0% zum beretis miesen Vorjahresmonat (seit 40 Monaten sinken die realen Einzelhandelsumsätze im Vergleich zum Vorjahresmonat.). Natürlich kann eine Volkswirtschaft seine Einwohner auch noch aushungern lassen, um nach Aussen in positivem Licht erscheinen zu können. Die angehäuften Schulden wird Griechenland auch nicht zurückzahlen können, auch nicht in 50 Jahren, denn wesentlich höher als die Nettoauslandsverschuldung schrumpfte das nominale BIP, in diesem Fall sank die Schuldentragfähigkeit dieser Volkswirtschaft unvermindert weiter.

    • Josef Marti sagt:

      Das passt auch in die Tatsache, dass GR 2013 erstmals in Deflation geraten ist, nachdem in den Vorjahren Inflationsraten von 3 – 5% zu verzeichnen waren.

  • H.Trickler sagt:

    Damit Griechenland (und die übrigen Problemstaaten der Eurozone) im Euro bleiben könnten, wären wirksame Reformen des Staatswesens und der Wirtschaft notwendig. Diese setzen eine kluge und handlungsfähige Regierung sowie ein entsprechendes Verständnis in der Bevölkerung voraus, was in keinem dieser Länder vorhanden ist.

    Ich schätze die südliche Lebens- und Weltauffassung sehr, aber man muss schlicht und ergreifend einsehen dass diese mit einem stabilen Euro inkompatibel ist.

    Inzwischen hat ein Mitarbeiter der polnischen Zentralbank eine Studie veröffentlicht, wie ein geordneter Austritt trotzt fehlenden Regelungen stattfinden könnte. Mama Merkel wird sich in dieser Legislatur damit befassen müssen…

  • Marcel Senn sagt:

    Noch am 5.9.2013 haben Folker Hellmeyer (Chefanalyst Bremer Landesbank) zusammen mit Frau Viviane Reding (VP europäische Kommission) in der Sendung „Der grosse Euroschwindel“ bei Maybrit Illner noch vorgeschwärmt, dass GR auf dem Weg der Besserung sei – vermutlich aufgrund der 3 vorgangegangen kleinen Primary Surpluses und wieviele Investitionen aktuell nach GR fliessen würden – alles schon wieder Makulatur.
    Frau Reding hat noch fest beschworen, dass es in GR zu keinem neuen Schuldenschnitt kommen werde.

    Tja wenn Funktionäre am träumen sind – man findet die Sendung immer noch auf der ZDF Seite

  • Kalle Praktikus sagt:

    Die neue griechische Lösung Unternehmen am Wegzug zu hintern kennt Deutschland schon seit geraumer Zeit unter dem Titel Funktionsverlagerung. Bei der deutschen Lösung werden Unternehmen bereits bei einer punktuellen Auslagerung von Geschäftsaktivitäten bestraft. Dass dies überhaupt nicht zum Freizügigkeitsgedanken der EU passt, schein die Politiker nicht sonderlich zu beindrucken.

    Im Falle der Funktionsverlagerung werden wohl die europäischen Instanzen ein Machtwort reden. Unabhängig davon sollte die Politik endlich zur Kenntnisnehmen, dass der Markt, das Verhalten der Marktteilnehmer über die vorzüge eines Standortes entscheidet und nicht die Partikularinteressen der einzelnen Parteien und Regierungen. Sicher ist, dass der Markt ohne Regeln nicht auskommt, aber dort wo es nichts zu regeln gibt, sollte man die Finger davon lassen.

  • f.a. blume sagt:

    wie die heuschrecken und spekulanten
    .
    wenn alles kal gefressen ist ziehen sie weiter
    .
    steuern bezahlen DIE wie STARBUCKS und co soweiso nicht

    • I. Bissig sagt:

      Das ist nicht die Schuld der Heuschrecken, Spekulanten und von Starbucks. Das machen unsere (korrupten?) Politiker möglich.

      • …und jene die sie wählen. Das ist einer der Gründe, weshalb ich mit der Ökonomie=Religion These hausiere, bis es niemand mehr hören mag. Die Übereinstimmungen erstrecken sich bis in die letzten Ecken.

        Es gibt offenbar Leute, denen es ein Bedürfnis ist, sich einer Autorität zu unterwerfen und dieser sklavisch zu dienen. Interessanterwese sind es eben jene sogenannt Liberalen, die einst das Joch des Erb-Adels abgeworfen und stattdessen eine Meritokratie erschaffen hatten, wo die Leistung zählt und nicht die Geburt, die nun — gegen ihre eigenen ökonomischen Interessen — einen neuen (Geld-)Adelsstand erschaffen, dem sie die Stiefel lecken können. Ich sehe keinen Unterschied zwischen dem liberalen Neofeudalismus und dem Talibanismus, wo die Gläubigen bekanntlich alles daran setzen, für sich und andere ein elendes Leben in der Steinzeit hebeizuführen. Wer wünscht sich so etwas? Nur eine Religion schafft so etwas, egal ob das Objekt der Unterwefung Allah oder Markt heisst.

        Die Krisenökonomie des jungen 21. Jahrhunderts ist kein Unfall sondern das Resultat einer gezielten Politik von Deregulierungen, Privatisierungen und Steuererleichterungen für Leute, die sie weder benötigen noch eigentlich gefordert hatten. Sie sind das Resultat eines nihilistischen Talibanismus des Marktes, in dem alles einen Preis aber nichts einen Wert hat.

        Gute Menschen tun gutes. Schlechte Menschen tun schlechtes. Damit ein guter Mensch schlechtes tut, braucht man Religion. Oder einen Freien Markt.

        • Anh Toan sagt:

          Es gibt offenbar Leute, die glauben, alle mit anderer Meinung seien Trottel wenn nicht stiefelleckende, steinzeitliche Taliban:

          Diese gibts bei den Linken genauso wie bei den Liberalen (Linus Huber alias Josef Anton)

          Alle Menschen sind sowohl gut, wie schlecht, mir unsympathisch sind diejenigen, die sich für besonders gut halten:

          Eduardo Bennato: L’isola che non c’è: „non esiste una terra dove non ci son santi né eroi“

        • Dann geben Sie mir einen besseren Grund, weshalb Liberale (FDP, …) eine Politik betreiben, die (a) den 1% nützt und dem Mittelstand schadet, (b) die Wirtschaft von Krise zu Krise treibt und (c) deren Verursacher statt sie zu bestrafen vor Regulierungen, die solche Krisen verhindern könnten, noch schützt. Im Gegensatz zu Ihrer Darstellung unterstelle ich nicht Dummheit, sondern im Gegenteil Absicht: Die Liberalen wissen nur zu genau, was sie tun.

          Strommarkt? Tarife stiegen 20% am Tag der Einführung.

          Steuergeschenke an Reiche? Schaden der Wirtschaft, da sie dem Mittelstand als Motor der Binnenwirtschaft Mittel entzieht (da diese für die Ausfälle aufkommen müssen), während die Steuergeschenke keinen positiven Nutzen haben, da die Mittel weder investiert noch via Konsum rückgeführt, sondern in die Aktienmärkte gepumpt werden, wo sie weitere Blasen erzeugen usw.

          Deregulierung/Nicht-Regulierung? Unregulierte Finanzprodukte waren die Sprengmittel in der Finanzkrise.

          Usw. usw.

          Meine Erklärung mag nicht die beste sein, aber sie deckt sich mit den Beobachtungen. Ihre?

          • Anh Toan sagt:

            Wieter oben haben Herr Lehmann und ich Ihnen erläutert, warum Wettbewerb nützlich ist, und auch, dass Privatisierungen nicht hilfreich sind, wenn damit kein Wettbewerb geschaffen werden kann (z.B. Strommarkt, Abfall etc:)

            Und jetzt benutzen sie wiederum genau diese Beispiele, um zu zeigen, dass Wettbewerb nichts bringt, dabei gibt es dort keinen Wettbewerb. Sie schreiben:

            „wenn man vom Staatsmonopol zu “Wettbewerb” schreitet, steigen die Preise (vgl Strommarkt, Wasserversorgung, Abfall usw), weil die Kosten steigen (Verwaltung, Gewinne). “

            Nein, weil es in diesen Bereichen keinen Wettbewerb gibt oder geben kann, nicht weil im Wettbewerb auch noch Gewinne erzielt werden müssen.

            Das dürfen Sie kritisieren, da erhielten Sie meine Unterstützung.

            Ueli der Knecht vertritt eine andere Meinung als ich. Er vertritt diese intelligent, konsequent und bereichert damit die Diskussion, auch wenn er in meinen Augen damit nicht zu konkreten Verbesserungen beiträgt, da seine Meinung nicht Mehrheitsfähig ist.

            Weiter oben fragen Sie auch, wenn alle bestehenden Unternehmen in einen Staatsfonds überführt werden oder so….. Nun man müsste zumindest noch verbieten, dass Private neue Unternehmen gründen, und diese verstaatlichten Unternehmen konkurrenzieren

            Sarten Sie eine Volksinititive zur Abschaffung der Eigentumsgarantie und der Gewerbefreiheit:

            Sie werden erkennen, dass Sie der Taliban sind, der seine Meinung „on a mission from God“ der grossen Mehrheit aufdrängen will.

          • Anh Toan sagt:

            Und jetzt fällt mir grad noch ein Beispiel ein:

            Die 1:12 Initiative wird von den Jusos jetzt umgedeutet, dass dies auch 1:20 sein kann, weil die Manager ja soviel mehr arbeiten, ja sogar viel mehr, als das Arbeitsgesetz erlaubt!

            Demagogen gibt auf allen Seiten.

          • Aufdrängen will ich niemandem etwas. Mir reicht schon, wenn andere Ihren Glauben an welchen Gott auch immer mehr als Privatsache betrachten würden, statt ihren Willen andern aufzuzwingen. Ich habe zum Strommarkt nein gestimmt (mit der knappen Mehrheit des Volkes). Nun haben wir ihn trotzdem (danke, FDP). Ich brauche keine Post als Schleckstengel-Krämerladen. Nun haben wir sie trotzdem (danke, FDP). Ich brauche übrigens auch keinen Wettbewerb bei der Post. Die Leute schicken kaum mehr Mist, auch wenn wider erwarten die Preise sinken sollten. Aber dafür gibt es dann 3 (oder 5 oder 7) Verteiltouren, eine pro Postanbieter. Ein ökologischer Unsinn, aber jeder Economiesuisse-Anhänger bekommt darob wohl eine E.. (reimt auf „Derek“ und „Ion“).

            Egal. Wünsche schönes Wochenende!

          • Anh Toan sagt:

            @Ralph Sommerer: Auch ich wünsche ein schönes Wochenende, erlaube noch ein paar Gedanken/Bemerkungen anzufügen:

            Ich nenne economiesuisse den Schweizerischen Kartellverband.

            Ich nerve mich, wenn ich die bei switch registrierte Domain nur verwenden kann, wenn ich noch bei switchplus ein Hostingpaket kaufe, weil mir von switch, im Unterschied zur gleichen Organisation in D,F,USA usw.) kein Zugriff auf die A Records (heisst das glaub) erlaubt wird, was nötig ist, um eine Seite von einem anderen Anbieter als switchplus hosten zu lassen.

            Ich nerve mich, von der Billag angelogen zu werden auf der Webseite, der Rückseite der Rechnung, der e-mail Korrespondenz, und erst korrekte Information zu erhalten, wenn ich eine anfechtbare Verfügung mit Rechtmittelbelehrung mit eingeschriebenem Brief verlange.

            Ich halte unser System der Krankenkasse für absoluten Mumpitz: Wenn die Leistungen so konkret im Gesetz definiert sind, und jeder kaufen muss, kann gleich eine staatliche Einheitskasse gemacht werden. Ich halte die Finanzierung über Einkommenssteuer besser, als die aktuelle Kopfsteuer, welche die Jungen, heute tendenziell ärmeren, arbeitenden, Kinder aufziehenden zwingt, die reicheren Alten zu subventionieren.

            Die SP verweigert die Anpassung des Umwandlungssatzes.

            Zum Glück haben wir das telefonieren privatisiert.

            Ich bin gegen das Verbot, Busverbindungen zu festen Zeiten anzubieten, das ist in Europa erlaubt. Die SBB darf staatlich bleiben.

          • Anh Toan sagt:

            Ich bin für Mehrwertsteuern, weil sie funktionieren und die staatliche „Bespitzelung“ auf Unternehmen reduziert, jedoch genauso für gestaffelte Steuersätze: Grundnahrungsmittel, Grundversicherung Gesundheit, Grundausbildung steuerfrei, vieles zu einem Normalsatz, manches zu einem oder zwei Luxussteuersätzen. Damit wird auch eine Progression erreicht.

            Ich bin für eine Erbschaftssteuer, für diejenigen, die viel ervben, nicht derjenige, der viel zu vererben hat: Verteilung wird steuerlich gefördert im Ergebnis, Konzentration bestraft.

            Ich bin gegen Generalisierungen, wder der Markt noch der Staat ist besser. Immer schlecht sind private Monopole und Kartelle, aber wenn mir hier jemand eine Ausnahme nennt, bin ich bereit, darüber nachzudenken, mir ist einfach noch keine eingefallen.

          • Re: switch — sind Sie sicher? Ich dachte, sie können auf nic.ch zu jedem Ihrer domain names einen externen „name server“ angeben?!? Moment. Ich habs gerade offen: „Enter the name server(s) that you have received from your Provider here. “

            Wieso off-topic?? Achsoo.. ää.. NMTM ist cool. Oder so.

          • Anh Toan sagt:

            @Ralph Sommerer: Switch

            „SInce you only have the domain name registered, you are not able to change any modifications on
            the name server basis (A-Record ecc). Only if you have one of our web service, your domain name
            is going to be registered in our zone file.
            You can order our web services online, in your switchplus account……“

            Hat mir switch / switchplus am 19.01.2011 geschrieben, kann sein, dass dies inzwischen geändert wurde, Hab gerade den swichplusvertrag gekündigt und geschrieben, ich prüfe rechtliche Schritte, falls die von mir vorgenommenen Änderungen / Einstellungen zurückgesetzt werden.

            NMTM ist cool!

          • Anh Toan sagt:

            „Durch die Löschung des Hosting Produktes MAIL werden auch die Name-Server
            gelöscht und somit auch die Records welche Sie hinterlegt haben.

            Ein A Record ist ein Bestandteil der Name-Server-Konfiguration. Um den A Record
            auf unserem Name-Server eintragen zu können, empfehlen wir Ihnen das Produkt
            LINK zu bestellen. Für CHF 29.- pro Jahr sind bis zu 10 DOMAINs verknüpfbar.
            Weitere Infos finden Sie auf unserer Webseite http://www.switchplus.ch.“

            Bekam ich heute als Antwort vom Monopolisten

            Das bedeutet für mich, die Registrierung einer Domain beim staatlich konzessionierten privaten Monopolisten switch für CHF 17.00 ist lediglich die Registrierung der Domain. Will man diese auch benutzen, muss noch ein weiteres Produkt von der 100% Tochter des Monopolisten gekauft werden.

          • Es scheint, dass den Unternehmen, die Griechenland verlassen haben, ein stabiles Umfeld wichtiger ist als tiefe Steuern. Es ist daher grundsätzlich unnötig den Unternehmen und Grossverdienern die Steuern zu senken, denn die behaupteten Vorteile haben sich nie realisiert. Im Gegenteil haben wir nun Finanzkrisen und nicht genug Mittel, um notwendige Infrastruktur zu unterhalten. Ausserdem hat sich nun eine Anspruchshaltung entwickelt und daraus die Überzeugung, Unternehmen und Grossverdiener haben ein Recht darauf, keine Steuern zahlen zu müssen.

            Eine Analogie dazu: Wenn Sie einen Domainnamen anfordern, dann benötigen Sie nicht A records („ein Bestandteil der Name-Server-Konfiguration“) sondern NS records, die denjenigen Name-Server bestimmen, der die Abbildung vornehmen kann. Diesen können Sie immer und bei jedem domain name service festlegen. Sie sind bei switch in dieselbe Falle getappt, wie derjenige, der dem Doktor eine Therapie vorschreibt (Blinddarm raus!) statt nur die Symptome zu schildern (Bauchweh!). Da ist dann halt der Blinddarm raus, auch wenn es nur Magenbrennen war.

            Wenn Sie Ihre Webseite meinmischt.ch auf ihrem Lieblings-Hostingbetreiber transferieren wollen, dann kopieren Sie alle Seiten, schlagen Sie dort dessen Name-Server-Namen nach und tragen den auf nic.ch ein. 5 Minuten max.

            Ich sehe gerade, dass die Analogie vielleicht etwas hinkt, aber you get the drift, wie der Angelsachse murmelt…

          • Anh Toan sagt:

            @Ralph Sommerer: Es wäre aber Aufgabe des Doktors, vor allem als staatlich konzessionierter Monopilisten, dem Patienten zu sagen, er müsse ihm die Symptome schildern, statt ihm eine Blinddarmoperation zu verkaufen….

          • Willkommen im Kapitalismus! Und natürlich haben Sie recht.

  • Alex Wetter sagt:

    GR ist bankrott, schon seit einiger Zeit : P, ES, I, uA, sind auch in einer sehr schiwierigen Lage. Sobald Fr Merkel wieder „im Gesschäft“ zurück ist, kommt wieder Schwung in die Euro-Zone, zudem die Nachrichten aus F nicht gut sind – Schuldenschnitt wird der Leitfaden sein

  • Anh Toan sagt:

    „Zwischendurch erreichen uns nun aber doch wieder vereinzelte Nachrichten aus Griechenland, und die sind weniger ermutigend.“

    ….und als Beleg für diese „vereinzelten“ entmutigenden Nachrichten (Adjektive leicht vertauscht) wird dann auf einen griechischen Zeitungsartikel verwiesen, die sich wiederum auf „corporate officials“, „the business world saying“ oder „One entrepreneur told ekathimerini“ beruft.

    In sehr vielen Konzernen erfolgt die Liquiditätsplanung auf Konzernebene, es gibt ein konzernweites Cash Management, die Kreditaufnahme muss bei einem Konzern wie Coca Cola nicht über die griechische Tochter erfolgen. Werden Kredite an Konzerntöchter gewährt, erfolgt dies meistens mit Garantien der Muttergesellschaft, diese könnte sonst die Tochter aushöhlen und Pleite gehen lassen.

    Und wieder ist ein „Wunder“ geschehen, trotz Sparmassnahmen hat sich der Rückgang im BIP zumindest verlangsamt, nahezu halbiert, gemäss den auf dieser Plattform mehrheitlich vertretenen Theorien, hätte er sich beschleunigen müssen.

  • Ben Zibble sagt:

    Italien als nach wie vor 5 grösste Wirtschaft hat sich seit Jahrzehnten mit Schulden rumgeschlagen.

    Passiert ist nie etwas, bis vor kurzer Zeit die internationale Investorenpest den Eindruck hatte die Kredite werden von den Italieneren auf einmal nicht mehr bedient… Hysterische Angsthasen haben die Zinsen in die Höhe gedrückt wärend der Italiensche Staat die beliebten Zwangssparmassnahmen durchsetzte… erst mit den Zwangssparmassnahmen ging es in dem Land dann wirklich runter mit der Wirtschaft…
    .
    Wer bei normalem Verstand zwingt schon ein ganzes Land zum Sparen wenn sich doch alles erholen soll. Mit den Zwangssparmassnahmen werden nur die Kreditgeber sprich Investoren bedient die in der Regel auch noch gleich Steuroptimiert nichts weiter zum ganzen beigetragen haben…
    .
    Heuschrecken, wie einst von einem deutschen Minister, der an der ganzen Systematik nicht unschuldig war, so treffend bezeichnet…

    • I. Bissig sagt:

      Die Italiener haben sich selbst in diese Lage gebracht. Ohne übergrosse Schulden keine ‚ internationale Investorenpest‘ und keine ‚hysterischen Angsthasen‘, die die Zinsen in die Höhe drücken KOENNEN. Wer bei normalem Verstand ist liefert sich schliesslich in der Arktis auf Packeis auch nicht splitterfasernackt einer Horde von hungrigen Eisbären aus. Das MUSS schiefgehen. Auch wenn die Eisbären nicht interessiert wären an einem knochigen Happen….

      • Ben Zibble sagt:

        Mag ja sein… aber nach mehr als 50 Jahren… die Italiener waren schon früh der Welt grösster Schuldner und gestört hat das niemanden weil es ja nicht ein verarmtes Land ist sondern eben eine der grössten Wirtschaftsnationen….
        .
        Ausserdem ist die Internationale Investorenpest kein Zufall sondern gewollt… die Staaten sollen gefälligst Marktgerechte Kreditkosten zahlen… so das Dogma… dafür sollten die direkten Steuereinnahmen mal wegfallen und indirekten Platz machen…
        .
        All das dient nur einem Zweck, es den Kapitalgebern so lukrativ wie nur möglich zu machen. Ich denke das damit nun endlich mal schluss ein sollte. Es wird zu Teuer, Risikoreich und auch Undemokratisch

    • sabrina schneider sagt:

      Tragisch daran ist doch, dass es der Politik gelungen ist, die katastrophalen Fehler der letzten 20 Jahre den Banken&Investoren in die Schuhe zu schieben. Finanzkrise = Schuld der Banken, Staatsbankrott = Schuld der Investoren, kaputte Wirtschaft = Schuld der „Heuschrecken“. Die Menschen haben ihren Sündenbock und wählen munter weiter genau diejenigen Politiker, die ihnen die ganze Suppe eingelöffelt haben. Ihr Kommentar bestätigt dies genau, heutzutage wird man als Kreditgeber schon angegriffen wenn man sich Sorgen um sein Geld macht und Zinsen für das Risiko will.

      • Ben Zibble sagt:

        Wenn man sich Sorgen um sein Geld macht sollen auch künfitg Millionen Menschen zu Zwangsschuldendienst verurteilt werden? Denke ich wohl eher nicht…
        .
        Ausserdem, die Frage wer nun die Hand mit dem Geld zuerst ausgestreckt hat… der Lobbyist oder der Politiker läst sich nicht wirklich beantworten. Auf der anderen Seite wird Lobbying ja bereits als gesunder Demokratieersatz akzeptiert… das also das Schieben von Geld für Politische Gefälligkeiten zu einer widerlichen Normalität geworden ist.
        .
        Es entsteht zudem der Eindnruck das die Wähler nicht mehr wirklich eine Auswahl haben da die Differenzen der politischen Fraktionen nur mehr marginal sind. Hier in der Schweiz genauso wie anderswo in Europa. Das führt zum Thema Demokratiemüdigkeit was gerade den grossen Parteien ziemlich egal ist.
        .
        Die Wähler verdienen nicht immer die Politik die sie gewählt haben und Politiker verdienen nicht die Whäler die sie gewählt haben… Die Liberalisierungen gerade des Finanzsektors führte nun mal zu paradiesischen Zuständen und hat den Kreativen dieser Branche alle Hände freigelassen um noch so quirlige Derivate zu entwickeln. damit wurde dann auch fleissig spekuliert und die Realwirtschaft, das effektiv nötige Kreditvolumen, wird damit bereits um den Faktor 100 übertroffen.
        .
        Jedes Land das sich dem mit effektiver Regulierung entgegensetzen will wird einfach ausgelassen… was am Ende nur eine kollektive und indivduelle Demorkatieverachtung dieser Spieler zeigt.

        • ueli der hecht sagt:

          @Ben Zibble
          Die Realwirtschaft, die Realwirtschaft – denkt denn hier noch irgendjemand mal noch an die Realwirtschaft…?
          Erste und letzte Lektion: Wachstum gleich Schulden – Herr Zibble.

          • Josef Anton sagt:

            @ Ueli

            Alles eine Frage des Ausmasses. Wachstum in der heutigen Form beruht sicherlich auf die Ausdehnung des Kreditvolumens, jedoch handelt es sich um ein kuenstliches Wachstum ohne jeglichen realwirtschaftlichen Bezug, und dies ganz einfach, weil alles durchtraenkt ist mit vermeintlichen als Geld funktionierende Instrumenten. Sobald das Vertrauen schwindet, bleibt nichts als Rauch und Asche uebrig.

    • Anh Toan sagt:

      @Ben Zibble: In Eritrea gibt es keine Investorenpest, die FID sind Null, es gibt keine Kreditgeber, es wird niemand zum sparen gezwungen, weil keiner etwas hat, Heuschrecken gibt es auch nicht, eigentlich gibt es nichts ausser Fliegen.

      • ueli der hecht sagt:

        @Anh Toan
        Eritrea – hört sich nach nem Ort an, an dem man noch ungestört sein Leben geniessen kann! Aber Spass beiseite – dieser ganze Bullshit mit „Heuschrecken und co.“ soll doch sowieso nur vom wesentlichen (nämlich: das ganze System ist für den Arsch!) ablenken. Ekelhalft auch, dass immer noch derselbe „Nazijargon“ mit derselben „Sündenbockphilosophie“ sich als „sozial“ und „gewissenhaft“ aufplustert. Die Herrschenden lachen sich ins Fäustchen…und danken.

  • Sacha Meier sagt:

    Griechenland ist das bloss das erste (finanziell lukrative) Opfer des westlichen Neo-Feudalismus, der im Wesentlichen auf staatschuldenfinanziertem Konsum basiert. Zypern, Irland, Portugal, Italien, Spanien und Frankreich dürften folgen – zur Freude des System-Geldadels, der via den grossen angelsächsischen und deutschen Bankhäusern die Strippen zieht und sich mittels Zinsen aus den Staatsanleihen dumm und dämlich verdient.. Der ganz grosse Gewinner ist China – als Fabrik der westlichen deindustrialisierten Welt. Alles Zufall? Wohl kaum. Auch die Architekten der WTO-Beschlüsse 1995 hatten mit Bestimmtheit keine Fensterplätze während ihrer Geschichtsstunden. Sie nutzten bloss die Gunst der Stunde (Zusammenbruch des Kommunismus) und wussten ganz genau, dass mit dem Outsourcing der innovativ-produktiven Industrie samt allen Industriearbeitsplätzen nach Asien auch der Wertschöpfunggrad im Westen zusammenbrechen musste – wie schon im alten Rom. Berauscht von den vielen asiatischen Billiggütern, haben die alle westlichen Länder diesen Aspekt einfach ausgeblendet. Jetzt kommt bloss die Rechnung für diesen Fehlentscheid – und dummerweise ist dieser unumkehrbar, weil eine Reindustrialisierung des Westens unbezahlbar ist. Bleibt also nur noch eines zu tun: Das Ende des westlichen Zivilisationszyklus mittels einer cleveren Schuldenpolitik so lange wie möglich hinauszuzögern.

    • paddy sagt:

      Ihre Analyse trifft m.E. zu 100% zu….leider. Mit diesem Fehlentscheid der 90er Jahre wurde im ganzen westlichen Wirtschaftsraum zudem Inflationsbekämpfung betrieben.

    • ast sagt:

      Frau Meier, in Kürze haben Sie das recht gut beschrieben. Nun allerdings glaube ich nicht an ein „nahendes Ende des westlichen Zivilisationszyklus“, denn die „Schuldenpolitik“ ist global, betrifft also auch die Asiaten. Sobald die US-Notenbank aufhören wird Staatsanleihen zu kaufen -und das wird sie bald tun müssen- wird eine „lustige Kette“ von Ereignissen die Welt in staunen bringen. Im Moment nämlich entzieht die FED mit ihren Kaufprogrammen der Realwirtschaft immer mehr die Möglichkeit sich Kredit beschaffen zu können. Wie das genau geschieht wird hier im Detail beschrieben: ( http://www.rottmeyer.de/collateralschaden/ )

      Der Aktienboom wird vermutlich mit einem Schlag enden, weil das Basisgeld das die FED ausgibt, dann in die Realwirtschaft umgeleitet wird. Im Moment lohnt es sich für Banken nicht Kredite an die Realwirtschaft zu vergeben, was dann aber plötzlich wieder angesagt ist. Dann wird die Inflation eben doch kommen, vermutlich schneller als vielen lieb sein wird. Das Problem das die Banken dann sicher mit Hilfe der Politmanrionetten lösen werden, ist die Vergabe von Kredit an sehr viele aber wenig solvente Kreditnehmer.

  • Josef Marti sagt:

    Solche Meldungen müssten eigentlich bald einmal zu einem Bankrun führen.

    • Marcel Senn sagt:

      Marti: Das ist doch ähnlich wie beim Krieg – man gewöhnt sich an alles – auch an die Krise – und viele werden ihre Euros vermutlich schon an einem sicheren Ort gebunkert haben ausserhalb des Finanzsystems.

  • Werner Schmid sagt:

    „Zwischendurch erreichen uns nun aber doch wieder vereinzelte Nachrichten aus Griechenland, und die sind weniger ermutigend.“ Das ist schon sehr scheinheilig so geschrieben, insbesondere wenn im nächsten Absatz auf Coca Cola Helenic hingewiesen wird, die wie viele andere griechishe Unternehmen in die Schweiz relocated wurden.
    ist dieser Blogg jetzt Standort PR? So wie Herr Straubmanns Beitrag in der Weltwoche letzte Woche zur Reorganisation des Finanzsektors?

  • Anton Schneier sagt:

    GR ist verloren ebenso wie die Guthaben der Schuldner – ohne als „Besserwisser“ gelten zu wollen, aber die Zahlen sprachen von Beginn weg Klartext bezüglich der finanziellen Möglichkeiten GR. Erstaunlich die Unfähigkeit Europas mit GR eine Lösung zu umzusetzen: zu viel innenpolitische Konflikte in den EU-Mitgliedländern D, F, ES, P, I den diese sehen in GR – vielleicht mit Nuancen – ihre eigene Zukunft. Die Verschuldung all dieser Länder hat ein unerträgliches Mass angenommen, keine Chance Neuverschuldungen zu vermeiden schon gar nicht, Schulden substantiell zu verringern. Das schafft nicht einmal D, und schon gar nicht die USA. Was wird als mit Europa, dem Euro und den Ländern geschehen. Niemand weises – GR als „unbedeutende“ Wirtschaft hätte als gutes Beispiel dienen können, ohne die Griechen dem Elend und sich selbst überlassen zu müssen. GR wäre finanzierbar gewesen – nicht aber ES, F oder vielleicht auch I, P.
    Die Politiker haben Machtpolitik gespielt und zuerst sich selbst, dann der Partei und zu aller letzt dem Land gedient.
    Die CH: Wir sind noch nicht so weit, aber auch in der CH wird die Staatsquote laufend erhöht und Politiker profilieren sich heute mit 2000W, CO2-Ausstossverringerung und Strangulierung der Wirtschaft, KITAS, Frauenquote, Gleichstellungs-Fragen etc. etc. – Wohlfahrtssichernde Themen werden ausgespart, da politisch zu riskant (Überalterung, Gesundheitskosten, Umweltzerstörung durch grenzenloses Wachstum).
    Das ist Politik – auch in der CH.

    • Josef Marti sagt:

      Die Staatsquote war in der CH in den letzten 5 Jahren praktisch unverändert; vor 10 Jahren war sie dagegen deutlich höher. Eigentlich nicht verwunderlich angesichts der laufenden Steuersenkungsorgien für Unternehmer und Unternehmen. Die Verlagerung auf Verbrauchssteuern, Gebühren und Abgaben wird sich erst in naher Zukunft in den Statistiken zeigen. Stranguliert wird eher der pendelnde Renditesklave als die Wirtschaft.

      • Anton schneider sagt:

        Die Staatsquote ist mittlerweile bei 33%! Jeder 3. CHF wird mittlerweitel vom „Staat“ konsumiert bzw. muss vom Steuerzahler erbracht werden. Die Fiskalquote ist bereits bei 28%; Jetzt berückschtigen Sie noch alle jene, die keine Heller Steuern zahlen und bei der Bundessteuer zahlt bereits die Hälfte der Einwohner nichts mehr.

        Herr Marti – in einem Punkt haben Sie Recht – immer höhere Gebühren, immer mehr Gebühren für vieles, was früher in den Steuern enthalten war. Die Staatsquote ist deshalb weit höher, als vom BFS aufgeführt. Und je mehr gespart wird, desto höher wird die Gebühr (mangelnder Abfall für die Anlagen, Preise für Stromnetz schon höher als Stromverbrauch, Abwassergebühren steigen mit Abnahme des Verbrauches.

        Der Staat wuchert aus – wo werden denn heute noch Stellen geschaffen? Beim Staat werden unsinnige Stellen geschaffen und NIIE NIIE NIE mehr aufgehoben.

        Den pendelden Renditesklaven – er hat 2 Seiten. Er benutzt die Infrastruktur der Städte, wohnt in Steuerparadiesen und zieht sogar noch die Wegkosten ab!

        • Josef Marti sagt:

          Wenn Ihre 33% stimmen dann ist das ein absoluter Spitzenwert im internationalen Vergleich. Das mit dem wuchernden Staat ist ein Märchen, vergessen Sie nicht dass die Quote in % des BIP gerechnet wird; die Zunahme in absoluten Zahlen in einzelnen Bereichen muss natürlich kritisch angeschaut werden. Bei Bevölkerungsexplosion müssen aber zwangsläufig doppelt soviele Spitäler und Gefängnisse gebaut werden, das ist nämlich auch Wirtschaftswachstum. In den USA sind die ganzen Gefängnis- und Reppressionskosten voll im BIP enthalten, daher also alles gleich Wertschöfpung.
          Die skandinavischen Länder mit Quoten >50% beweisen zum grossen Ärger von Ökonomen und Neoliberalen eindeutig, dass ein vernünftiger Sozialstaat mit hoher Steuerquote sogar noch zum Globalisierungsgewinner wird mit geringeren Arbeitslosenraten als alle anderen.
          Die Skandinavier sind die einzigen die noch an einer zivilen Gesellschaft festhalten, alle anderen haben sich vom Nationalstaat zugunsten einer neofeudalistischen Diktatur der Multis mit Massenprekariat definitiv verabschiedet. In der CH leistet man sich für die Postkartenidylle dafür wenigstens noch ein paar Direktzahlungsbezüger inkl. Folklore auf der (noch) geschützten Scholle.
          Den Pendlern die Wegkosten noch streitig zu machen passt natürlich voll in das von Ihnen propagierte Modell des zum Pendeln gezwungenen und auszubeutenden Arbeitssklaven (4 h Arbeitsweg hat der zwangsflexibilisierte Sklave gefälligst in Kauf zu nehmen).

        • Die Dumme Frage am Dienstag: Wieso ist eine hohe Staatsquote schlecht?

          Mag sein, dass die Staatsquote „früher“ höher war, aber wieso ist das ein Problem? Wenn etwa in Zürich die städtischen industriellen Betriebe den Abfall entsorgen, statt ein privatisierter Unternehmer, dann tun sie es kostengünstiger, da mit den Gebühren nicht auch noch Gewinne, Dividenden an Aktionäre, Boni fürs Kader usw. usw. usw. usw. mitbezahlt werden müssen, also Preise = Kosten sind. Dies soll ja gemäss der ökonomischen Theorie sonst nur im Perfekten Wettbewerb passieren, was aber mathematisch nicht nachweisbar und daher falsch ist.

          Also: Wieso arbeitet ein Arbeitnehmer ineffizienter, wenn der Eigentümer des Betriebes ein anonymer Bürger statt ein anonymer Aktionär ist? Wieso ist der Lohn, den ein Staatsangestellter verdient, im weiteren Wirtschaftskreislauf weniger wert als derjenige, den ein privat angestellter bezieht? Wer hohe Staatsquoten beklagt, muss einen plausiblen, technischen Grund dafür angeben können, da er sonst nur ein ideologischer Dummschwätzer ist.

          • Um den Ideologen mit der zu erwartenden 100%-Frage vorsorglich entgegenzutreten: Was würde sich ändern, wenn der Staat alle Aktien aller im Inland tätigen Firmen aufkaufen, aber niemandem davon erzählen würde? Die Staatsquote wäre dann 100%.

            Gemäss der Ideologen müsste dann das System zusammenbrechen. Wieso?

          • Josef Marti sagt:

            Wohl eher könnte zB ein Singapur Staatsfonds die Mehrheiten aller Firmen aufkaufen, dann hätten wir ja auch eine 100% Staatsquote. Nur, das mit dem nicht erzählen ist eher schwierig mit den Börsenregeln bei Übernahmen von qualifizierten Anteilen.

          • Anh Toan sagt:

            @Ralph Sommerer: Wird ein staatliches Mnopol durch ein Privates ersetzt, verbessert sich nichts. Dann gibts die gleiche Denkweise wie bei der Deutschen Bahn: Die Gewerkschaften haben Lohnerhöhungen durchgesetzt, also müssen die Billetpreise rauf.

            Der Verkaufspreis eines Produktes aus konkurriender Privatwirtschaft ist nicht Kosten + Gewinn, das ist die Denkweise im kartellisierten CH-Markt, wo der Kaffee 20 Rappen aufschlägt, weil der Wirteverband die Kalkulationstabellen erstellt: Erfolgreich sind genau die Wirte, die sich nicht daran halten, und den Kaffee viel teurer verkaufen (wie Starbucks oder so), und den Sozis ungerechtfertigt erscheinende Gewinne einstreichen. Und die duimmen Konsumenten kaufen den Kaffeee zu überhöhten Preisen, und müssen von den Sozis über ihre Dummheit belehrt werden.

            Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Kosten und Preis, nichts ist so irrelevant für den Verkaufspreis wie die Produktionskosten.

          • Anh Toan sagt:

            Bei Staatsbetrieben sind Kosten = Preise, darum steigen die Kosten und die Preise immer weiter, siehe z.B. ÖV: Wills dann niemand mehr bezahlen, muss man die Benzinsteuern erhöhen, Parkplätze abbauen und schon ist man wieder konkurrenzfähig. Die Kosten werden als eine Art höhere Gewalt betrachtet, statt die Effizienz zu verbessern.

            Die SBB traut sich nicht mehr, ihre effektiven Preise zu kommunizieren, alle Inserate werden zu Preisen mit Halbtax erstellt, letztlich ein Preis, den niemand bezahlt, ein Teil der Kosten des Halbtaxes muss auf die einzelne Fahrt umgelegt werden, jeder Kunde zahlt mehr als den beworbenen Preis, es ist nur nicht unlauterer Wettbewerb, weil es keinen Wettbewerb gibt, der ist verboten per Gesetz (z.B. Buslinie BS-ZH betreiben)

          • Anh Toan sagt:

            @Raplph Sommerer: Sie outen sich hier als „ideologischer Dummschwätzer“, nicht nur wegen des nicht existierenden Zusammenhangs zwischen Kosten und Preisen, sondern auch, wenn Sie die Dividenden welche finanziert werden müssen, zu den Gewinnen rechnen, Dividenden sind der ausbezahlte TEIL der Gewinne, Boni sind Teil von Löhnen oder Gewinnen, aber nicht zusätzlich zu Löhnen und Gewinnen.

            Ein Staatsangestellter ist weniger wert, weil wenn man ihm einen Compi gibt, er noch immer die gleiche Arbeit in einem Tag erledigt, zusätzlich auch noch in eine Woche in Schulung muss und damit dank dem Compi weniger leistet als vorher, und der Compi von einem Spezialisten gewartet werden muss. Das ist abber nicht der Fehler des Staatsangestellten, der kann da nichts für.

            Es gibt durchaus Aufgaben, bei denen die Nachteile der staatlichen Bereitstellung von Leistungen wie Unfreundlichkeit gegen den Kunden durch staatliche Anstaltsaufseher (Nina Hagen: Ein Bulle von der Bahn taucht auf), Einheitsangebot (Nina Hagen: Ich glotz von Ost nach West, kann mich gar nicht entscheiden, ist alles so schön bunt hier“) vor allem die Kosten, die Nachteile der privaten Leistungserstellung, wie undurchsichtige Qualität vor allem überwiegen. Es ist eine nüchterne Interessenabwägung vorzunehmen, frei von ideologischen Scheuklappen. Gell lieber Ralph!

          • Boah, da ist wohl jemand auf der falschen Bettseite aufgewacht, wenn schon eine einfache „dumme Frage“ derart aggressive Reaktionen provozieren kann. Ich wollte ja eigentlich nur verstehen, wieso „der Staat“ grundsätzlich ineffizient, und Private immer und ausnahmslos effizienter sind. Das widerspricht zwar meiner eigenen Beobachtung und den Darstellungen von Ökonomen wie Ha-Joon Chang, aber die verstehen vielleicht nichts von Ökonomie. Egal, so genau wollte ich es sowieso nicht wissen.

            Immerhin beginne ich zu verstehen, weshalb der Taliban dem Schulmädchen Batteriesäure ins Gesicht schüttet, um sie vom Schulbesuch abzuhalten. Es ist ja nicht so, dass sie ihm etwas wegnimmt (er selber geht ja nicht zur Schule), aber es ist die Provokation, der durch den Schulbesuch manifestierte Zweifel an der Wahrheit seines Glaubens, die dem echten Gläubigen unerträglich erscheint und ihn so zur Tat treibt.

          • Urs Lehmann sagt:

            @RS
            Ihr Beispiel mit dem Aktienkauf heisst (ungefähr) „Sozialismus“, gemeinschaftlicher Besitz aller Produktionsmittel. Wenn ich mich richtig erinnere, so ist Privateigentum (z.B. das Auto, Ihr Haus, etc) Teil des S., das ist der Unterschied zum Kommunismus.

            Ich denke, generell gesprochen müsste man sich als Erstes auf einen Massstab einigen für „Effizienz“. Beispiel Schule, heisst das möglichst hohe Durchschnittsnote, kurze Schuldauer, tiefe Kosten (für wen?), angenehmes Schulklima, usw usf etc pp.? Oder ein Industriebetrieb, möglichst hohe Stückzahlen, tiefe Ausschussquote, hohe Mitarbeiterzufriedenheit, usw usf etc pp.

            Und genau bei diesem „sich einigen auf xyz“ liegt der Hund begraben:
            a) Angenommen wir beide definieren im stillen Kämmerlein den Massstab (z.B. den Verkaufspreis, die gewünschten Produkte, etc), d.h. wir steuern den Markt, so reflektiert dieser unser beider Wertesystem. Das mag für viele andere Marktteilnehmer ebenfalls gelten, aber mit Sicherheit nicht für alle, d.h. Nachfrage bleibt unbefriedigt, es wird weniger produziert/verkauft/Geld gemacht als sinnvoll möglich. Falls wir beide eine etwas merkwürdige Anschauung haben, wird unser Massstab dazu führen, dass viele Bedürfnisse unbefriedigt bleiben.
            b) In einer wettbewerbsorientierten Marktordnung hingegen sorgt die Nachfrage dafür, dass (mehr oder weniger) das produziert wird wonach auch tatsächlich Nachfrage besteht. Unverkäufliches wird bald nicht mehr produziert, das System regelt sich selbst.

          • Anh Toan sagt:

            @Ralph Sommerer: „Egal, so genau wollte ich es sowieso nicht wissen“

            Ich kann Ihnen keine „technischen“ Gründe nennen, warum weltweit rund 100 Männer 100 Meter unter 10 Sekunden laufen können, nur einen einzigen plausiblen Grund:

            Weil es Wettbewerb gibt, wer 100m am schnellsten laufen kann.

            Habe Ihnen doch erklärt, dass Private dann effizienter sind, wenn es Konkurrenz (=Wettbewerb) gibt, also keineswegs immer:

            Das wichtigste Instrument für einen funktionierenden Markt, ist ein wirksames Kartellrecht. Heute hat die Wirtschaftskommission des Nationalrates eine Verschärfung des Kartellrechtes abgelehnt. Ein Kartell ist der Zusammenschluss der Produzenten zwecks Ausbeutung des Konsumenten. In der Schweiz ist das erlaubt, solange die Behörden die tatsächliche Ausbeutung des Konsumenten nicht nachweisen. Wie will man beweisen, dass ohne das Kartell die Preise tiefer wären, man kennt die Preise ohne das Kartell ja nicht. In der gemäss Ihnen nicht nur neoliberalen sondern sogar „ultra neoliberalen EU“ müssen immerhin die Kartelle beweisen, dass sie nützlich sind.

            Es ist nicht egal, wir sollten alle ganz genau Bescheid wissen über das Kartellrecht.

          • Urs Lehmann sagt:

            Der Unterschied liegt nun darin, dass wir beide z.B. die verlust produzierende Fabrik xy nicht schliessen und damit tausende Arbeitnehmner gegen uns aufbringen, sondern dass wir sie weiter laufen lassen, vielleicht sogar die Löhne erhöhen, und uns damit Wählerstimmen sichern damit wir wiedergewählt werden.

            In einem marktwirtschaftlich orientierten System wird der Entscheid durch anonyme Eigentümer (Newspeak: durch „den Markt“) gefällt, welche nicht gewählt werden. Als Folge der Schliessung werden (zumindest theoretisch) Ressourcen frei die anderweitig (produktiver) eingesetzt werden (können, und hoffentlich auch werden). Analog wird auch das Personal nach Effizienz geführt/belohnt/gefördert, wer besonders speditiv/effizient/effektiv arbeitet wird belohnt, die Betriebsmittel werden (theoretisch) effizienter eingesetzt als z.B. im oben erwähnten verlustbringenden Betrieb.

            D.h. durch den im Grunde egoistischen Entscheid der Schliessung profitiert die Gesellschaft als Ganzes, da die Ressourcen effizienter eingesetzt werden, und mehr/besseres/vielfältigeres/billigeres produziert wird. Daraus geht auch hervor, dass im Grunde Ihre Frage falsch gestellt ist, es steht anonymer/privater Geldgeber dem öffentlichen(!) Entscheidungsträger gegenüber.

            Die Klammer-Bemerkungen weisen auf einige Probleme hin. Dazu gleich mehr.

          • Anh Toan sagt:

            @Ralph Sommerer: Mich mit einem Säure schüttenden Taliban zu vergleichen, der nicht zur Schule ging und nur glaubt, ist in meinen Augen ein ganzes Stück aggressiver als meine Kommentare. In meiner Dummheit und Gläubigkeit verschliessen sich mir die von Ihnen bestimmt nachgereichten sachlichen Argumente, was denn falsch sei an meinen Darlegungen und so bleibt meine Interprätation Ihres Kommentars: Treffer, versenkt!

          • Das mit dem Wettbewerb ist eine Illusion. Tatsächlich lässt sich in Computersimulationen kein Unterschied zwischen Monopol und perfektem Wettbewerb nachweisen, sofern keine Kollusion stattfindet und alles Profitmaximierer sind (Preis und Menge sind dieselben unter beiden Bedingungen). Irgendwo ist da (wie üblich) in der Theorie das gewünschte Ergebnis mit eingebaut worden.

            Der Glaube an den Markt ist ein religiöser Glaube und daher rationalen Argumenten nicht zugänglich. Empirisch lässt sich ein Grossteil zT. grundlegender Behauptungen und „Theorien“ nicht nachweisen und müssen daher als falsch geelten. Andere Teile sind in sich widersprüchlich oder sind von Ökonomen mathematisch widerlegt worden und können daher nicht wahr sein. Der Glaube an die Überlegenheit des Göttlichen Freien Markts im Wettbewerb ist damit vergleichbar mit dem Glauben, die Erde sei 6000 Jahre alt. Beides lässt sich in den Schriften logisch herleiten (ökonomische Theorie bzw. Bibel), und beides ist falsch.

          • Urs Lehmann sagt:

            Allerdings, was soll geschehen wenn kein eigentlicher Markt besteht, z.B. wird eine Bahnlinie von A nach B sinnvollerweise nur ein Mal erstellt. Das bedeutet ein natürliches Monopol, wer definiert hier die Preise? Viele andere Fälle sind ähnlich gelagert, z.B.:

            Ist es sinnvoll, Militär/Schulen/Spitäler/Trinkwasser/Flugplätze/Strassen usw usf etc pp zu privatisieren? Dürfen derartige Dienste tatsäclich ausschliesslich im Sinne von „möglichst tiefe Kosten“ beurteilt werden? Was ist mit Qualität, allgemeiner Verfügbarkeit, etc? Angenommen mein Haus brennt, will ich mich zuerst zwischen Feuerwehr A bzw. B bzw. C entscheiden müssen und den Vertrag unterschreiben bevor mit dem Löschen begonnen wird?

            Darf der Staat das Gewaltmonopol aus der Hand geben und über Firmen wie Blackwater Söldner anstellen die dann (legal?) töten (morden?), zwischendurch vielleicht auch mal „richtig die Sau raus lassen“?

            Sollen profitorientierte Unternehmen z.B. Gefängnisse betreiben, oder nehmen wir besser die reduzierte Kosteneffizienz in Kauf weil andere Kriterien ebenfalls zu berücksichtigen, allenfalls sogar wichtiger, sind? Private Gefängnisbetreiber haben Interesse an möglichst hohem Gewinn, d.h. an möglichst hohem Umsatz und damit an möglichst vielen Verurteilungen, am Besten lebenslänglich. Wie ist in diesem Zusammenhang das „3 strikes law“ der USA (bei der dritten Verurteilung automatisch lebenslänglich, vgl google) zu beurteilen?

            Genug geredet, ich denke, das reicht als Gedankenfutter 🙂

          • Anh Toan sagt:

            @Ralph Sommerer:

            Jetzt sagen Sie in der Computersimulation sei alles egal, ob Monopol oder Kokurrenz, und oben sagen Sie, es werde teurer, weil Private zu den Kosten noch Gewinne erzielen müssen.

            Welche der zwei Behauptungen glauben Sie?

          • Anh Toan sagt:

            Ralph Sommerer: „Der Glaube an den Markt ist ein religiöser Glaube “

            Ich glaube auch nicht an eine Bohrmaschine zur Lösung aller Probleme, sie ist aber ziemlich geeignet, um ein Loch in eine Wand zu bohren.

            Wozu ist ein Markt nützlich, wozu nicht, was ist notwendig, damit er funktionieren kann. Freie Märkte ist ein oekonomisches Modell, daran zu glauben als Realität ist dumm, es braucht Regeln, damit ein Markt funktionieren kann, die allerwichtigste Regel ist ein wirksames Kartellrecht.

          • Wir sind an einem Punkt, mit dem ich mich einigermassen einverstanden erklären kann (Kartellrecht, Bohrmaschinen-Regel), und möchte daher das Boot nicht weiter schaukeln. Trotzdem:

            Das mit dem Wettbewerb und Konkurrenz ist ein (übrigens in Ökonomenkreisen durchaus bekannter) Widerspruch zwischen Theorie und Mathematik. Wenn Sie einen profitmaximierenden Markt in Software simulieren und dann von 1 Firma (Monopol) zu 10000 Firmen (annäherung an perfekter Wettbewerb) gehen, werden sie keine Veränderung in Preis/Menge feststellen (10000 Firmen produzieren dieselbe Menge zu demselben Preis wie der Monopolist). Dieses Resultat nennen die Ökonomen etwas unplausibel „kollusiv“, obwohl keine Kollusion stattfindet (was aber selbst wieder Bände spricht).

            Das andere hat erstmal mit der obigen Widerlegung der Hypothese des Perfekten Wettbewerbs nichts zu tun, sondern ist eine logisch herleit- und empirisch beobachtbare Tatsache: wenn man vom Staatsmonopol zu „Wettbewerb“ schreitet, steigen die Preise (vgl Strommarkt, Wasserversorgung, Abfall usw), weil die Kosten steigen (Verwaltung, Gewinne). Vergessen sie auch nicht, dass bei externer Vergabe ehemals „intern“ verrichteter Arbeiten nicht nur die erbrachten Leistungen sondern immer auch noch der „Apparat“ dahinter bezahlt werden muss. Wenn also die SBB den Gleisunterhalt, der sie 100.- gekostet hat, extern „billiger“ machen lässt (90.-) dann wird für den eigentlichen Unterhalt höchstens 60.- ausgegeben. Der Rest ist „Apparat“.

          • Anh Toan sagt:

            @Ralph Sommerer: Computermodell:

            Ich glaube Ihnen durchaus, dass es egal ist, ob ein Unternehmen oder 1’000 Unternehmen das gleiche Produkt herstellen. Bei 1’000 Unternehmen wird aber eines auf Ideen kommen, wie sich das Produkt verändern lässt, damit es sich einfacher produzieren lässt, aber noch immer die Bedürfnisse der Kunden deckt, oder diese sogar besser deckt, oder noch besser die Bedürfnisse eines Teils der Kunden genauso gut oder besser deckt: Richard Branson hat erkannt, dass das Produkt Kurzstreckenflüge für viele potentielle Kunden keine Verpflegung braucht und ohne Verpflegung das Produkt viel günstiger hergestellt werden kann, und dennoch, wie der Erfolg der Billigflieger zeigt, die Bedürfnisse vieler Kunden durchaus erfüllt. Die Gebrüder Aldi haben erkannt, dass (nicht alle) Kunden bereit sind, das Produkt auch aus der Schachtel des Lieferanten zu kaufen, wenn dafür der Preis stimmt. (Andere Kunden sind bereit, mehr zu bezahlen für ein Einkaufserlebnis). Ingvar Kamprad hat erkannt, dass die Kunden bereit und mit entsprechender Anleitung fähig sind, das Produkt in der Ausstellung zu besichtigen, dann selber im Lager zu finden, nach Hause zu bringen und zusammen zu bauen……

            Ich vermute, Ihre Computersimulation geht davon aus, dass das Produkt genau gleich bleibt, genauso wie die Produktionsmethode, etwas, dass bei 1’000 Anbietern in der Realität genauso häufig vorkommt, wie ein freier Markt.

          • ueli der hecht sagt:

            @Anh Toan
            Die Realität des „freien Marktes“ ist eine ideologische „Fiktion“, welche einerseits die Herrschaft des Kapitals legitimieren soll und andererseits vor allem für diejenigen gilt, welche kein Kapital besitzen.

          • Anh Toan sagt:

            @Ueli der Hecht: Die Herrschaft des Kapitals dauert solange, wie wir uns mit Steuerabzügen für Kinderbetreuung zu Hause, der Anschaffung von Kampfflugzeugen, Asylanten und Burkas, oder nutzlosen ideologischen Grundsatzdiskussionen über die Ungerechtigkeit des Kapitalismus, statt mit dem Kartellrecht beschäftigen.

            Seit langem warte ich auf einen fundierten Beitrag hier zum Kartellrecht, insbesondere der Besonderheit des CH-Kratellrecht gegenüber dem europäischen. Die SVP verteidigt die Kartellpfründe des Gewerbeverbandes, mit mindestens stillschweigender Duldung durch die Sozis in der Schweiz, da auch ein grosser Teil deren Klientel z.B. Anwälte, Graphiker, Physiotherapeuten, (Alterbnativ-)Mediziner ungerechtfertigte Kartellrenditen einstreicht.

            Wesentlicher Erhalter des Hochpreislandes CH ist das CH Kartellrecht.

          • Anh Toan sagt:

            Das wichtigste Kartell der Sozis sind die Gewerkschaften: Das Kartell derjenigen, die Arbeit haben, verteidigt sich gegenüüber denjenigen die keine Arbeit haben. Sie, lieber Ueli, kennen die Geschichjte der gewerkschaften besser als ich, sie wissen Bescheid über „closed job Regeln“ und so Zeugs.

            Der Feind des Gewerkschafters ist nicht der Kapitalist, der ist „Sozialpartner“, der Feind des Gewerkschafters ist der Arbeitslose, ob Schweizer oder Immigrant (Siehe ecopop).

          • @Lehman et al

            Sie haben den Punkt m.E. am besten getroffen. Die Ideologie (Theologie des Marktes) sagt, der Staat ist grundsätzlich ineffizient, und Wettbewerb ist immer besser. Daher befürwortet die Ideologie grundsätzlich „mehr Wettbewerb“ überall. In der Realität gibt es aber natürliche Monopole (meistens Infrastruktur wie Strom, Post, Wasser, Strassen, Bahn, etc.), wo es keinen Markt geben kann, es sei denn, man baut die Infrastruktur mehrfach, was sogar unter Ideologen als Unsinn angesehen wird. Und die Vergabe von Lizenzen (etwa bei der Bahn wie in UK) an Private ist ja auch kein „Markt“, weil die Lizenz nur alle 10 Jahre ausgegeben wird, also ein Monopol mit allen (ideologischen) Nachteilen (Preistreiberei) und ohne die (anti-ideologischen) Vorteile (keine Investitionen). Dies lässt sich, wie gesagt, in UK beobachten (wo sogar Wasserversorgung privatisiert ist).

            Der Wettbewerb ist also nicht automatisch und grundsätzlich effizienter als der Staat sondern manchmal (oft?) kolossal ineffizienter (und die Staatsquote daher mehr oder weniger egal). Niemand (nicht einmal die PdA) will die Migros verstaatlichen, aber bei der Schliessung des Strommarkts und der Wiederverstaatlichung von Infrastruktur wie PTT, SBB etc. und vor allem bei der Verstaatlichung des Gesundheitswesens wär ich jederzeit dafür. Ich sage nur Google „triumph VHA slate“ (Timothy Noah)

          • ueli der hecht sagt:

            @Anh Toan
            Ach ja – habe ich ganz vergessen, dass sie sich nur für die „Praxis“ (Kartellrecht der Schweiz – kann man übrigens Bücher dazu kaufen) interessieren (eine wahrhafte „männliche“ Eigenschaft – man hat keine Zeit für die „Zeit nach dem Kapital“ – immerhin gibts doch noch Rechnungen zu bezahlen). Die Frage ist nur – wieso sie ihre „wertvolle Zeit“ mit „theoretischem Gequatsche“ auf Blogs verschwenden. Es gibt heute doch noch einen Dollar zu verdienen – Herr Toan!

          • Anh Toan sagt:

            @Ueli: Ich sorge mit meinen Beiträgen für Hits auf meine Webseite: Ohne Kapitaleinsatz, dafür mit Arbeit, kommt dank der Hits durch Blogbeiträge, meine Seite ziemlich weit oben, wenn die entsprechenden Suchworte in Suchmaschinen eingeben werden. Ich hatte das Ziel, mein Unternehmen nur mit Einsatz von Arbeit, ohne Kapital (ausser kein Einkommen für eine Zeit, die Cash Flows werden reinvestiert) aufzubauen.

            Wird die Verlinkung des Namens miit einer Webseite abgestellt, werde ich bestenfalls ab und zu einen Kommentar hier verfassen. Weil es dann aus meiner Sicht nur noch weitgehend nutzloses Gelabber ist.

          • ueli der hecht sagt:

            @Anh Toan
            Fremdschämen – oder: „Der Überdruss am Unternehmertum“. –

          • Anh Toan sagt:

            @Ueli: „Schämen“ brauchen Sie sich allenfalls, für Dinge die Sie selber tun, genauso wie man nur stolz sein kann, auf Dinge, die man selber getan hat. „Fremdschämen ist Humbug, es gibt keinen Grund, dass sich ein 1960 geborener Deutscher für die NS-Zeit schämen muss, genausowenig, wie es einen Grund gibt, dass ein Schweizer stolz sein kann, wegen Tell, Guisan, Pestalozzi oder wem auch immer.

            Ich sollte zum Sozialamt gehen, 50 Jährige habens so schwer auf dem Arbeitsmarkt usw, statt mit Guerilla Marketing ein Unternehmen aufzubauen. Letzteres macht aber mehr Spass!

          • ueli der hecht sagt:

            @Anh Toan
            Klassenkampf in der Ich-AG: „Der Chef in mir ist ein Schwein!“
            Vielleicht sollten sie sich das als Motto an die Bürowand sprayen. –

          • Anh Toan sagt:

            Ideal: Schwein

            Ich habe unbändige Lust
            Fies und gemein zu sein
            Es macht mir einen Höllenspaß
            So wie ein Schwein zu sein
            Ich lüg dich an mit einem Lachen
            Das fällt dir gar nicht auf
            Ich noch ganz andere Sachen machen
            Da kommst du gar nicht drauf

            Häng ich mir an die Wand, okay?

          • Urs Lehmann sagt:

            @RS
            Danke für VHA-Hinweis. Interessant, im zweiten Post folgt meine Theorie dazu.

            Bezüglich Computersimulationen stimme ich AT zu, in der Realität wäre keiner der Haupt-Parameter (Preis, Angebotsmenge, Nachfragemenge, und das Produkt selbst) statisch. Als Folge davon müssten sich Discounter, Luxusvarianten, etc entwickeln. Das selbe sehen wir auch in der Realität bei vielen Massen(!)produkten, z.B. Auto, Uhren, etc

            Funktionierender Markt heisst, viele Anbieter und viele Käufer die sich alle preiselastisch verhalten, pekuniär(!!!) gewinnmaximierend verhalten und vollständig (bzw. hinreichend gut) informiert sind. Fehlt eine dieser Voraussetzungen, so ist es kein eigentlichter Markt im theoretischen Sinne
            – Wasserversorgung hat bloss einen Anbieter, ist ein natürliches Monopol. Bahn, Abfall, Feuerwehr analog
            – Wohnungswesen ist höchstens beschränkt ein Markt weil sowohl Angebot als auch Nachfrage nur wenig elastisch sind
            – Auftragsvergabe durch die öffentliche Hand ist kein Markt weil bloss ein Auftraggeber, und oft auch nur wenige oder gar nur ein einzelner Auftragnehmer da sind
            – Arzt/Patient ist kein Markt. Wegen dem Informationsgefälle und mangelndem Wissen kann der Patient die Qualität des Arztes höchstens bedingt beurteilen. Ihm fehlen Vergleichsmöglichkeiten
            – Verkauf landwirtschaftlicher Produkte vom Bauern an den Grosshändler ist kein Markt weil vielen Anbietern nur wenige potentielle Abnehmer gegenüberstehen (die gesetzliche Situation bitte ignorieren)

          • Urs Lehmann sagt:

            Die Theorie basiert auf dem „Homo Oeconomicus“ der seinen persönlichen Gewinn maximiert. I.d.R wird darunter pekuniärer Gewinn verstanden, und genau das ist in vielen Situationen völlig unzureichend. Der Mensch benutzt sowohl rein wirtschaftliche Kriterien als auch andere, welche z.T. weitaus höher gewichtet werden. Sonst hätte niemand mehr Kinder, es gäbe keine Rache, keine Almosen, usw. usf. Nicht zuletzt zeigen Experimente im Rahmen der Spieltheorie zweifelsfrei, dass wir u.U. effektiven Verlust in Kauf nehmen, um jemanden für begangenes Unrecht zu bestrafen. Oft spielt es keine Rolle, ob das Unrecht uns oder jemand anderem angetan wurde.

            Timothy Noah beschreibt, wie im amerikanischen Gesundheitswesen aus Kostengründen bzw. zur Gewinnmaximierung suboptimale Behandlungen durchgeführt werden (was wohl einer von vielen Gründen ist für die erschreckend tiefe Lebenserwartung in den USA). Die Spitalangestellten sind sich mit Sicherheit dessen bewusst, was alles andere als motivierend wirkt. Im VA-Spital hingegen werden andere Kriterien angewendet, man macht „the right thing“, das macht stolz und motiviert, was wiederum die Arbeitsleistung, -qualität erhöht und Leerläufe reduziert. Das ging im Artikel leider vergessen.

            Mbmn ist der Homo Oeconomicus ein Fantasiegebilde. Die Theorie zur Marktwirtschaft dürfte jedoch im Grossen und Ganzen stimmen.

            Das heisst keineswegs der Staat sei überflüssig, ganz im Gegenteil. Genausowenig wie die UNO überflüssig ist (Bush jun sagte anders

  • Elisabeth Krail sagt:

    Es wundert überhaupt nicht, dass diese negativen EU-Nachrichten nach Merkels Wahl kommen, sie, welche willige Erfüllungspolitikerin der USA ist, die wiederum die Merkelpropaganda vor deren Wahl europaweit orchestriert gesteuert haben. Dies um die Meinung zu verbreiten, Mutti Merkel habe doch bis jetzt alles gut gemacht. Sie zog Deutschland gem. Erwartung der USA in zwei Kriege (Afghanistan und Irak). Und wenn die USA in Syrien intervenieren ist Mutti Merkel auch wieder dabei. Was die Deutschen dazu meinen, ist Mutti Merkel egal.

    Das europäische Finanzdesaster hat sich in der Zwischenzeit ordentlich weiter entwickelt, und jetzt kommen nach und nach die negativen Nachrichten zur EU-Finanzwirtschaft. Voilà, das ist die Realität, die schon vor Merkels Wahl ihren Lauf genommen hatte und an der das Tandem Merkel/Schäuble ordentlich mitgebastelt hat, das dazugehörige Lügenrepertoire mit eingeschlossen. (Lesen: Deutsche Wirtschafts Nachrichten, Die grosse Schulden-Lüge: Europa mit voller Kraft auf Pleite-Kurs)

    • ueli der hecht sagt:

      @Elisabeth Krail
      Ich bin zwar auch kein Merkelianer – aber könnte es sein, dass sie diese Frau ein bischen wichtiger nehmen, als sie tatsächlich ist? Übrigens die SPD und die „friedliebenden“ Grünen – haben Deutschland nach Afghanistan geschickt („Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt bla bla bla…“). In Syrien wird nicht mehr eingegriffen (Assad hat doch gar nichts was die Amis interessieren könnte – ausser eine weitere durchgeknallte von religiösen Kräften gebrainwashte Bevölkerung) falls Sie die Nachrichten des letzten Monats verfolgt hätten – wüssten Sie das.
      Das Finanzdesaster hat sich nicht weiterentwickelt – den grossen Banken gehts wieder prächtig – freilich sind gewisse „Kollateralschäden“ zu verzeichnen – aber: Griechenland interessiert sowieso niemanden…so lange sie nicht Bankrott anmelden müssen.

      • Elisabeth Krail sagt:

        Gerhard Schröder’s Antikriegspolitik war den Amerikanern schon lange ein Dorn im Auge. Seine Zustimmung zur „Operation Enduring Freedom“ (Afghanistan-Einsatz) kam vor allem unter dem Druck von 9/11 zustande. Einen möglichen Angriff auf den Irak im 3. Golfkrieg lehnte die Regierung jedoch strikt ab. Die Amerikaner wussten, warum sie Merkels Wahl stark mit unterstützten. Und SIE weiss, warum sie den Amerikanern Erfüllungspolitikerin ist. Die Vereinigten Staaten von Europa sind schon lange in den Köpfen der amerikanischen Führungsriege. (n-tv, Schäuble blickt in die Zukunft, 2010)

        Und was die Finanzlage Europas angeht, da spielen nicht nur die Banken eine Rolle, sondern vor allem die Finanzlöcher der Staaten, die sich laufend vergrössern. (Lesen: Wirtschaftswoche, Die Euro-Krise erreicht auch die Starken / Deutsche Wirtschafts Nachrichten, Die grosse Schulden-Lüge: Europa mit voller Kraft auf Pleite-Kurs)

        • ueli der hecht sagt:

          @Elisabeth Krail
          Der Afghanistan Feldzug war eine Sprungbrett für den Irakkrieg und nebenbei konnte man auch noch paar Pipelines „unter Kontrolle bringen“. Der Banken Bail-out ab 2008 wurde weltweit durchgepaukt (dass da ein paar Finanzlöcher für diverse Staaten entstanden – scheint mir nicht allzu verwunderlich).

          • Elisabeth Krail sagt:

            „dass da ein paar Finanzlöcher für diverse Staaten entstanden“.. Sie sehen das locker, ich sehe das anders. (Wirtschaftswoche, Probleme nicht gelöst: Die Euro-Krise erreicht auch die Starken)

          • ueli der hecht sagt:

            @Elisabeth
            Es geht doch nicht darum ob ich das „locker“ sehe oder nicht – sondern darum, dass man die Kausalkette beachtet. Es ist ja geradezu grotesk, dass dieselben Wirtschaftsideologen / Politiker / Liberale – welche vor 2008 immer behaupteten, dass „der Staat“ doch überhaupt nicht „mit Geld umgehen könne“ – plötzlich überhaupt kein Problem mehr damit hatten, dass „der Staat“ als der grosse Retter für die halbe Weltwirtschaft auftrat. Nachdem man dann nicht mehr die Hilfe brauchte – sagte man sich bei den grossen Corporations: Danke schön und jetzt wollen wir Kasse machen, indem wir das gleiche Spielchen, welches wir schon mit den Entwicklungsländern gespielt haben – nun mit den anderen spielen.

          • Rolf Zach sagt:

            Sehr geehrte Frau Krail. Ich möchte darauf hinweisen, dass Deutschland sich der Libyen-Resolution der UNO zum grossen Ärger der Briten und Franzosen sich nicht angeschlossen hat. Frau Merkel hat den Bismarck-Grundsatz verinnerlicht, dass kein Knochen eines pommerischen Musketiers den Einsatz im Nahen Osten rechtfertigt, natürlich sagt sie es nicht dieser Grobheit. Das Merkel und Schäuble den nichtsnutzigen und korrupten griechischen Beamten-Apparat nicht finanzieren wollen, ist verständlich und da sind sich alle Netto-Zahler der EU mit ihnen einig, d.h. aber nicht, dass die notwendigen infrastrukturellen und industriellen Investitionen nicht getätigt werden sollten. Hätte Griechenland eine eigene Währung, sie müssten ebenfalls strukturelle Kahlschläge ertragen und auch hätten sich wohl in fremder Währung verschuldet. Auch so ein Szenario führt zu einem Schuldenschnitt und dabei wären die griechischen Spareinlagen vernichtet worden und trotzdem die Banken wahrscheinlich unter die Räder gekommen. Wie die Juden und Armenier, haben die Griechen ein kommerzielles Renommé, dass sie sicher in der Bewältigung der Krise aktivieren können.

          • Josef Anton sagt:

            @ Ueli

            Elisabeth sieht dies ganz gut.

            Natuerlich koennen Staaten nicht mit Geld umgehen, ansonsten sie es nicht in den Drachen der Banken geschuettet haetten, sondern diese Organisationen kurz verstaatlicht, die Verantworltichen hinter Gitter gesetzt und die neuen Banken schlussendlich marktwirtschaftlichen Grundsaetzen ausgesetzt haetten. Der Filz an der Spitze ist natuerlich so dicht, dass Ueli effektiv glaubt, diese Leute handeln in seinem Interesse.

          • ueli der hecht sagt:

            @Josef Anton
            „In den *D*rachen der Banken…“ – I`m sorry but I dont speak Bumpkin! Aber Drachen sind Fabelwesen –
            1. Weiss ich nicht was sie unter „marktwirtschaftlich“ verstehen – vermutlich nichts was mit Kapitalismus auch nur im entferntesten zu hat.
            2. Wenn der „Staat“ die Banken weltweit verstaatlicht hätte, alle „Verantwortlichen“ (das müssen paar Millionen gewesen sein!) eingesperrt hätte – dann wäre der Staat in ihren Augen wieder o.k.?
            Manchmal will ich überhaupt nicht wissen – was für absurde Vorstellungen die Leute in ihren Köpfen haben…

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