Die halbierte Erinnerung der Deutschen

Wenn Geldbündel zum Kinderspielzeug werden: Hyperinflation in Deutschland.

Wenn Geldbündel zum Kinderspielzeug werden: Hyperinflation in Deutschland.

Die neusten Zahlen zur Inflation in der Eurozone haben die Währungshüter in Frankfurt aufgeschreckt. Jean-Claude Trichet, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), hat angedeutet, dass er noch dieses Jahr erhöhen möchte. Die Reaktion der meisten Kommentatoren ist sehr kritisch ausgefallen. Seither wird eifrig debattiert (siehe hier und hier).

Auffällig ist, dass bei solchen Debatten über die europäische Inflation immer wieder das Trauma der deutschen Hyperinflation nach dem Ersten Weltkrieg beschworen wird. Die Deutschen, so wird argumentiert, seien wegen der historischen Erfahrung besonders sensibel. Dieser Angst müsse man Rechnung tragen.

Das mag sein, aber ist aus wirtschaftshistorischer Sicht nicht wirklich überzeugend. Denn Deutschland hat auch besonders schlimme Erfahrungen mit der Deflation gemacht. Hitler wäre im Januar 1933 nie zum Reichskanzler ernannt worden, wenn die deutsche Wirtschaft nicht jahrelang in einer Deflationsfalle gefangen gewesen wäre. Vor dem Ausbruch der Wirtschaftskrise war die NSDAP eine unbedeutende Kleinpartei gewesen. In der Reichstagswahl vom September 1930 stieg ihr Anteil von weniger als 5 Prozent auf knapp 20 Prozent, in der Wahl vom Juli 1932 auf 37 Prozent.

Ich will damit nicht behaupten, dass die Deflation die ganze deutsche Geschichte von 1929 bis 1933 erklärt. Aber sie hatte einen entscheidenden Einfluss auf die politische Entwicklung. Ohne Deflation kann man den Aufstieg Hitlers nicht verstehen.

Warum hat die Deflationserfahrung keine Spuren in der historischen Erinnerung der Deutschen hinterlassen? Wahrscheinlich lässt es sich damit erklären, dass die Hyperinflation sofort im Alltag sichtbar wurde, während die Deflation nur langsam wirkte. Wie auch immer: Wenn ich wählen müsste zwischen fünf Prozent Inflation und fünf Prozent Deflation in den nächsten paar Jahren, würde ich mich ohne Zögern für die erste Variante entscheiden – deutsche Hyperinflation hin oder her.

109 Kommentare zu «Die halbierte Erinnerung der Deutschen»

  • Martin Hark sagt:

    Ein wirklich sehr interessanter Artikel. Ich habe mich jüngst mit demselben Thema beschäftig. Es stellte sich mir die Frage ob eine hohe Inflation (Hyperinflation) oder eine Deflation schlimmer ist. Betrachtet man die Inflation, so wird man schnell feststellen, dass ein gewisses Maß für die Wirtschaft gesund ist. Steigt diese jedoch über eine gewisse Höhe (Hyperinflation) so ist sie immens bedrohlich. In einer gesunden Wirtschaft wird es immer Konjunkturzyklen geben. Je nach Zyklus herrscht entweder eine Inflation oder Deflation vor. Erst der Eingriff seitens der Staaten / Zentralbanken mithilfe der Geldpolitik führt zum ausufern beider Seiten. Die Ursache für eine hohe Inflation (Hyperinflation) wird immer in der Geldpolitik gelegt. Eine normale und gesunde Deflationsphase (Wirtschaftsabschwung) wird in der Regel nicht zugelassen. Die Zentralbanken versuchen diese Phase mit der Geldpolitik zu umgehen. Die daraus resultierende expansive Geldpolitik stellt die Grundlage für eine Hyperinflation dar. Einer sehr hohen Inflationsphase geht somit meist eine Deflationsphase voraus, auch wenn diese durch die expansive Geldpolitik oftmals nicht zu sehen ist. Ob eine jetzt Deflationsphase oder eine hohe Inflationsphase schlimmer ist, kann meiner Meinung nicht eindeutig beantwortet werden. Bei einer Hyperinflation kann ein Neustart (in der Regel ein Währungsneustart) schneller vonstattengehen. Die Auswirkungen finden hierbei in einem sehr kurzen Zeitfenster statt. Das Endergebnis einer Deflation ist meist nichts anderes … jedoch wird der Crash in der Regel nach hinten verschoben …

    • gabi sagt:

      Ich frage mich als Laie immer, in wiefern die Lösung im alten Rom, mit dem Streichen aller Schulden und Verbindlichkeiten (was ja auch einem enormen Beschneiden jedes Reichtums, der nicht auf Produktionsmitteln beruht, gleich kommt) mit dem Start der D-Mark verbunden ist: 40 Mark für alle. – Die das Wirtschaftswunder erst ermöglichten!

  • Andreas Dombek sagt:

    Als deutscher und dauernder Leser dieses Blattes bin ich über die Einstellungen von den Herren Tobias Strautmann und Markus Diem Meier doch immer wieder leicht bis schwer erstaunt. Das vorhandene Geschichtsbild der beiden Herren wird scheinbar aus einer immergleichen Froschperspektive gespeist, ausschließlich aus der der Finanzwelt.
    Es scheint fast alles auf die Thematik der monetären, fiskalischen und wirtschaftlichen Ursachen, Entwicklungen und Handlungen reduziert zu sein.

    Denn bei der beschriebenen Entwicklung der damaligen deutschen Hyperinflation könnte man auch hier herauslesen, diese Inflation und die später folgende Deflation seien irgend wie gewünschte, gewollte oder fast schon gesteuert gewesen. Als sei dieser Vorgang durch die dt. Reichsregierung fast schon herbeigebetet worden.
    Fast schon eine Absurdität, die etwas später stattfindende Deflation als eine fast vorsätzliche Handlung als unterstellten Kontrastellung der vorhergegangenen Hyperinflation in den Diskussionsraum zu stellen. Diese damalige politisch-finanzielle Situation war nur eine pure passive Nothandlung. In Deutschland herrschte man überwiegend mit den besagten Notverordnungen.
    Die folgende Aussage darf bitte nicht als eine allgemeine Exkulpation Deutschlands angesehen werden, aber die rigide Verweigerung der Siegermächte von Moratorien bei den Raparationensleistungen war sicherlich die größtmögliche Ursache dieser unglücklichen Entwicklung. Das Ding hat viele Väter aus der unerbittlichen und unnachgiebigen Forderung der Zahlungen laut der Versailler Vertrages bis zum letzten Groschen.
    Wegen der Nichtbezahlbarkeit dieser Leistungen wurden Tausende Einheiten von Schiffen verschiedener Art, Fahrzeuge, Lokomotiven, Bagger, Baugeräte, mehrere Zehntausende Eisenbahnwagons, alle Flugzeuge und Zeppeline uam. requiriert und außer Landes geschafft. Eine Ausplünderung ohne Vorbild. Über die mehrere Hunderttausende Tonnen von Kohle und Stahl braucht man nicht noch etwas zu schreiben. Es wurde das Prinzip der absoluten Ausquetschung einer Zitrone angewendet, welches zur absoluten öffentlichen, gewerblichen und privaten Armut führte. Diese requirierten Produkte fehlten im Innland und mussten wieder beschafft werden, aber die liquiden Mittel waren nun mal nicht vorhanden. Ob man hier die elementare Ursache dieser gigantischen Inflation sehen kann? Ich denke ja!
    Aus dieser Entwicklung haben die damaligen „linken“ Reichsregierungen sicherlich notwendig eine andere Gesellschaftsordnung anstreben wollen als das bisherige merkantil orientiertes System der Kaiserzeit und des Weltkrieges, welches zuvor grandios versagt hatte.

    Die Hyperinflation scheint den Charakter einer Hybris besessen zu haben. Denn solche finanziellen Verpflichtungen konnte Deutschland nur durch ausländische Kredite realisieren. Kredite vom gleichzeitigen Schuldner, z. B. dem amerikanischen Sieger. Als einige Jahre nach der Inflation die folgende die Deflation das vorherrschende Regierungsproblem war, entwickelte sich daraus nur noch der letzte Sargnagel für das demokratische Deutschland.
    Da die Schweiz in den letzten Fünfhundert Jahren keine Revolution hatte, ist wohl hier nicht bekannt, dass echte Revolutionäre oder machtgierige Putschisten für die Revolution / den Putsch zunächst nur den Machtwillen benötigen, das Leben der Mitläufer bedenkenlos einsetzten oder opfern sowie zur ausschließlichen Unterstützung ihrer Pläne dann notwendigerweise auch noch eventuell die finanziellen Hilfen von entsprechenden Geldgebern / Investoren benötigen.
    Um solche absolut gefährlichen Fehlentwicklungen zu vermeiden, haben die amerikanischen Sieger solch ein sinnlos-gefährliches Spiel nach 1945 effektiv verhindert.
    Meines Erachtens entstehen diktatorische Entwicklungen primär niemals aus finanziellen Vorgaben. Das entspricht dem noch umherwanderndem Ammenmärchen vom jüdisch-amerikanisch Komplott über die „Weisen“ vom Berge oder sonstigen „Männerbünden“.

    Fazit:
    Revolutionen entstehen unabhängig von Inflation oder Deflation, noch von sog. Geldgebern und Bänkstern ausgelöst, jedoch können solcherart bereitgestellte Finanzmittel sicherlich ein geeignetes Schmiermittel sein, welches die „revolutionäre“ Entwicklung etwas scheinbar leichter laufen lässt.
    So stellt sich mindestens dies das berühmte Lieschen Müller vor.

    Hitler als Finanzknecht, seinen Steigbügelhalter von Papen und die dt. Großfinanz mit ihren Finanzmittel hier in der Schreibe auch noch darzustellen ist dann doch etwas zu langwierig.

    • Freiherr sagt:

      @ Herr Dombek:

      Die Schweiz hatte 1919 eine Fastrevolution. Wegen der (auch) damals offenen Grenzen stroemten nicht nur entlassene Soldaten der Kriegsteilnehmermaechte in die Schweiz (zum Teil zurueck), sondern es entstand schon damals eine Lohndoemperschwemme, welche den Reallohn keulte. Abgesehen vom heutigen selektiven Kommunismus der Umlage des Arbeitserwerbs von den In Ausbildung und Beruf Fleissigen auf Bildungs- oder ganz Faule war die Situation aehnlich wie heute. Insbesondere Handlanger bis hin zu denen der Baenkster mussten wegen der massiven, nicht ausgeglichenen Teuerung hungern.

      Die noch nicht zu Globalkommunisten verkommenen Sozialdemokraten organisierten einen Generalstreik, der sowohl politisch wie militaerisch gekeult wurde. Zuender waren Subversion und Finanzierung durch die Bolschewiki. Der Sprengstoff aber war die noch fehlende selektiv kommunistische Umverteilung von den Fleissigen zu den Faulen. In der Folge wurden dann die Grenzen fuer Lohndoemper (ausgenommen im Bereich der privaten Betreuung) geschlossen und damit das Lohndoemping gekeult. Die Blutauffrischung erfolgte ausschliesslich durch den noch nicht mit Geheimapartheid gekeulten Nachzug von Angehoerigen von Schweizern. Mit komfortablen Bauernsubventionen und sowohl gegen Lohndoemping ohne Familienbande zu Schweizern (mit nur fuer die gemeinsame Wohlfahrt nuetzlichen Ausnahmen) als auch Invasion mit Billigwaren mit angemessenen Zollmauern gefestigten Grenzen entstand eine autonome (wenn auch nicht ganz autarke) Binnenwirtschaft, die nach einigen Stratschweirigkeiten dem Land einen gemeinsamen – auch fuer viele der Lohnsklaven ertraegichen – Wohlstand bescherte.

      Nach dem zweiten Weltkrieg war die Verschuldung der Schweiz wegen der militaerischen Anstrengungen zum Neutralitaetsschutz und der bis zur Uebeforderung der Lebensmittelversorgung auch fuer nach internationalem Recht nichtberechtigte Fluechtlinge zu lange zu weit offenen Grenzen enorm und betrug weit ueber 100 Prozent des Bruttosozialproduktes. Diese Verschuldung wurde noch ohne, bzw. mit Lohndeompern nur in Anbau, Bau, Betreuung und Reinigung bis fast 0 abgetragen. Zumal die maennlichen Fluechtlinge noch nicht von Arbeit fuer den Staat befreit in Lagern gehalten wurden (die sie allerdings – mit Ausnahme internierter Soldaten, die gar zur Ausbeutung an private Haushalte abgegeben wurden – zwecks Ausreise schon waehrend des Krieges jederzeit haetten verlassen duerfen) die Schweiz nach Kriegsende fast restlos wieder verliessen und ihre in Hotels und Pansionen sinekurierten Frauen mitnahmen.

      • Andreas Dombek sagt:

        @Frau / Herr Freiherr

        Fast getroffen ist auch nur danebengeschossen.

        Die von Ihnen dargestellte Sache nach 1918/19 hat seine Richtigkeit, aber diese Thematik mit Lohndumping zu verbinden verschließt sich meinen Gedanken.

        Die für etliche Deutsche nicht nachvollziehbare Frage taucht auch hier auf, warum die Dumpingproblematik mit so vielen Punkten der schweizerisch-deutschen Nachbarschaft so negativ verknüpft wird. Wenn man jetzt die Situation in der CH betrachtet, sind weniger als 1 % der dt. arbeitenden Bevölkerung in der CH tätig. Davon sind dann noch die Freiberufler, Lehrkörper, vorübergehend Tätige uam. abzuziehen. Es bleiben wohl ca. 0,7 bis 0,8 % übrig.
        Wenn man die Situation in der Zeit Ende des 19. Jahrhundert anschaut, kann man erstaunt feststellen, dass damals bis zu 8 %, sogar wohl 10 %, der schweizerischen Erwerbstätigen im Deutschen Reich berufs- und erwerbstätig waren. Als Landwirtschaftsgehilfen, Hüter, Melker, Käser, Wächter, sogar einige zehntausend eigenständige Landwirte uam. Eine vergleichbare Negativdiskussion habe ich noch nicht gefunden.

        Jedoch eine so überwältigend negative Schreibe wie zur Zeit in vielen schweizerischen Gazetten, leider auch immer mehr in diesem TA, geht einem nicht in den Sinn.

        PS: Ihre Aussage bezügl. der sinekurierten Frauen, welche dann auch die CH verlassen haben, kann ich leider sinninhaltlich nicht erfassen. Erbitte um kurze Erklärung.

        • Urs Brock sagt:

          Die Differenzen bei den Einwohnerzahlen und der damals auch noch viel grössere politische Einflussbereich Deutschlands könnte/sollte berücksichtigt werden… So in dem SInne das 1% werden können. Dies ohne hier weiter zu in’s Detail zu gehen…

          Alledings, die EInwanderung wird von der Wirtschaft d.h.Gewerbeverbänden und Unternehmensverbänden intensiv begrüsst und entsprechend wird auch Politik gemacht. Hinter vorgehaltener Hand… Die Rethorik stimmt auch da einmal mehr nicht mit der Realität überein.

          Wärend die Linken Schutzmassnahmen implementieren wollen, dies aber nur halbherzig gemacht wird…
          tun die rechten so wie wenn Ausländer unerwünscht sind, stimmen dann aber den Gesetzen zur Einwanderung zu und verhindern gleichzeitg die Schutzmassnahmen für die noch arbeitende hiesige Bevölkerung.

          Das drückt die Löhne und expandiert die Auswhal erheblich… und die die noch arbeiten stehen gleich auch noch an der Wand… ein dreckiges Spiel.

          Die bürgerliche Mehrheiten in der Schweiz sind das Resultat dieser äh naja Zweigesichtigen Politik. Eigentlich genau das gleiche wie in Deutschland wo die Einwanderung gefördert wird, die heimischen Arbeiter als Kanonenfutter gehandhabt werden und die Einwanderer nach belieben von der Politik und den Arbeitgebern missbraucht werden. Je nach dem…

          Man lässt also die Einwanderer hier über die Grenze und verteilt fleissig Arbeitsstellen wärend hier die ca. 200’000 Arbeitslosen um ca. 19’000 Offene Stellen kämpfen…

          • Freiherr sagt:

            @ Herr Brock:

            Flankierende Massnahmen greifen nur in einer Planwirtschaft. Da muessten die zu Globalkommunisten verkommenen Sozialdemokraten endlich Farbe bekennen, ob sie diese wollen.

            Solange die Lohnsklavenhalter aus der massiv gedoempten Lohnsklavenschwemme nach Belieben heuern und feuern koennen (bei uebelstem Missbrauch mit hoechstens 6 Monatsloehnli Entschaedigung) sind die flankierenden Massnahmen praktisch wirkungslos. Entweder futieren sich die Lohnsklavenhalter direkt darum, riskieren sie doch nur Minibuesslein statt spuerbare Freiheitsstrafen. Oder sie werden formell eingehalten, aber inoffiziell Gratisueberstunden aller Art oder gar krassester Unart erpresst.

            Dieselbe Not im insbesondere mit dem Nachzug ohne Familienbande zu Schweizern aller Art und Unart aus dem Gleichgewicht gekippten Wohnungsmarkt. Frauen, die ihre Miete lieber mit „Naturalien“ als in Bar bezahlt haben, gabs schon eh und je. Heute muessen sie aber voll Bar zahlen und die „Naturalien“ nur dafuer einsetzen, dass sie eine Wohnung bekommen und behalten duerfen. Bald werden die Mieten, wie die Alimente, aber nicht die privaten Renten und Loehne, auch noch automatisch dem Teuerungsausgleich unterworfen.

            Rechts haben sie Recht. Insbesondere die S“V“P propagiert die Keulung der offenen Lohndoemperschleusen. Hinten herum wird aber an deren weiteren Oeffnung gebastelt, waehrend der Nachzug von farbigen Kernfamilien von Nurschweizern bald mehr unheimlich als nur heimlich mit buerokratisch verbraemter Apartheid ala Nazis und Buren sabotiert wird.

        • Freiherr sagt:

          @ Herr Dombek:

          Man(n) sollte insbesondere das schwarze Zentrum der Scheibe genau beschauen, bevor man einen 0er abwinkt!

          Der Arbeitskraeftemarkt spielt in jeder Marktwirtschaft wie jeder andere Markt. Die Flutung nach den ersten Weltkrieg bis zur Schliessung der Schleusen verhinderte zumindest den Ausgleich der massiven Teuerung.

          Wie sie richtig bemerken, war der Arbeitsmarkt vor dem ersten Weltkrieg frei. Wobei damals auch Schweizer zu aktzeptablen Konditionen auch im Ausland arbeiten konnten, zumal sie wegen ihrer damals schon harten, wenn auch noch nicht brutalen Arbeitsdisziplin geschaetzt waren. Ein Teil der Auslaender – vor allem Italiener – waren aber schon damals als Streikbrecher ein Problem (und koennten bald auch wieder ein solches werden). Die Urgrossvaeter der heute zu Globalkommunisten verkommenen Sozialdemokraten walkten diese oft noch vaterlaendisch durch (obwohl natuerlich Gewalt grundsaetzlich abzulehnen ist).

          Viele Schweizer – insbesondere Deutschschweizer – sind alles Andere als germanofob. Insbesondere weil sie das Organisationstalent der Deutschen in vielen Bereichen bewundern. Wie sie selber schreiben, war die gegenseitige Arbeitskraeftewanderung auf Augenhoehe sehr beliebt. Aber praktisch fast nur einseitige Invasionen sind nicht nur mit Panzern sehr unbeliebt. Solange die deutschen Arbeitskraefte – nach dem zweiten Weltkrieg – nur bei Bedarf (der sehr grosszuegig gehandhabt wurde) und nicht unkontrolliert einwandern konnten, waren sie in der Regel auch bei Kollegen und gar Untergebenen sehr beliebt, da sie zwar als hart, aber korrekt gelten.

          Maennliche Fluechtlinge wurden im zweiten Weltkrieg in geschlossenen Arbeitslagern untergebracht, deren Arbeitsbedingungen und insbesondere Arbeitszeiten, insbesondere im Vergleich mit dem brutalen Umgang mit den eigenen Soldaten rund um die Uhr eusserst milde waren. Nur maessige Tagesarbeit und Wochenendruhe waren die Regel.

          Davon ausgenommen waren einerseits internierte Soldaten, die Landwirtinnen als private Sklaven – die oft nicht nur den Acker besamen mussten – abgegeben wurden, andererseits Frauen und in der Schweiz gelandete Besatzungen abgeschossener amerikanischer Flugzeuge, die ohne produktive Arbeitspflicht in Hotels und Pansionen wohnen durften, wobei fuer die amerikanischen Flieger die Amerikaner die Hotelrechnungen laufend bezahlten.

          Frei HERR

  • Michael Schwarz sagt:

    Ich komme die CH Wirtschaft zu sprechen. Die CH Wirtschaft kann viel besser gehen, wenn die Löhne gesenkt wird. Die höchste Gefühl der CH-Wirtschaft ist 3,5% BIP Wachstum, und 2% Inflation. Die Wirtschaft bewegt sich nicht vom Fleck. Ich glaube, es ist die Zeit, die Preise in CH mit EU angleichen, somit die Löhne nach unten anpassen müssen.

    Das wird die CH-Wirtschaft einen Schub geben, wo wieder ein Wachstum zwischen 5%-6% im Jahr mit einer Inflation von 1,5% erreichen könnte. Die Schweiz wird noch Wettbewerbsfähiger, vor allem gegen China. Seit Jahren befinde sich die CH-Wirtschaft im Schlaf. Das Potenzial in CH ist riesig, wenn man richtig damit umgehen kann.

    • Urs Brock sagt:

      Die Löhne senken? Aber das wird ja in viele Bereichen bereits getan? Schauen Sie mal auf die aktuelle Debatte über das Bewertungssystem der UBS. Denken Sie in anderen Unternehmen wird das nicht praktiziert?

      Wenn nicht grad ausgesprochene Lohnsenkungen, obwohl auch das häufig in form von Kündigungen/Aenderungsverträgen vorkommt. Dann die unzähligen die ohne Sozialversicherungsbeiträge arbeiten und bequem immr schän unter dieser Schwelle beschäftigt werden… Eliminierung der Beiträge an Sport- und Freizeitclubs…

      usw….

      Die Kreativität der HR Abteilungen kennt in dieser Beziehung fast keine Grenzen (mehr)… je nach branche und Unternemen.

  • Rolf Meierhans sagt:

    Ich hab mich auf diesem Forum schon einige Male zum Thema Inflation ausgelassen. Mir ist es einfach ein Rätsel wieso man Inflationsgeil sein kann?! Was ist Toll an Inflation? Wie sollen die Zinsen auf dieses viele neue Geld bezahlt werden? Ach ja dank Wirtschaftswachstum bzw noch mehr Schulden. Bill Gross von Pimco bezeichnet die FED-Politik als das dreistete Schneeballsystem ever. Und ja die Kreditallokation funktioniert auch wunderbar wenn alle Vermögenswerte explodieren! Jeder Kreditnehmer bekommt Kredit auch Subprime! Alle werden reich ohne zu arbeiten. Toll. Boom XXL à la Germany!
    Irland, Spanien, Griechenland, USA alles so tolle Beispiele wo dank Inflation ein Wirtschaftswunder nach dem Anderen stattgefunden hat. Gerade das Beispiel Irland hat ein Hotelier aus dem Wallis als Paradebeispiel aufgeführt. Es ist ein Naturgesetz, dass was hoch steigt tief fällt. Aber das scheint niemand begreifen zu wollen.
    Und wieso geht es Japan so toll? Wieso ist Japan so reich? Dort herrscht seit 20 Jahren Deflation und wo ist das Problem? Der Nikkei fällt seit 20 Jahren, sprich keiner wird reich mit Aktien ohne zu Arbeiten. Tiefe Preise, jedes Jahr eine reale Lohnerhöhung, Qualitätsprodukte, ach ja und wegen der Verschuldung, Japan ist bei sich selbst bzw der Bevölkerung verschuldet.
    Gegenbeispiel USA, immer höhere Preise, jeder 7. Amerikaner lebt von Lebensmittelmarken. 140 Mrd Bonus für Bänker obwohl es der Wirtschaft sehr schlecht geht aber dank den inflationierten Vermögenswerten (Aktien/Anleihen/Rohstoffe) halt „gerechtfertigt“. Reale Arbeitslosigkeit von 15%, keine Qualitätsprodukte etc etc.
    Also wenn ich mich entscheiden müsste, Deflation.

    • Anh Toan sagt:

      Inflation zwingt Kapitalbesitzer, dieses zu investieren, da ohne Ertraege die Kaufkraft des Kapitals wegschmilz. Bei Deflation gibt es risikolose Gewinne fuer Geld halten, investieren waere dumm. Den Japanern gefaellts, weil alte und reiche Menschen wollen ohnehin nicht investieren, sie wollen kein Risiko. Sie wollen absichern. Was nicht heisst, dass wie Michael Schwarz wiederholt schreibt, Deflation nicht notwendig fuer eine gesunde Korrektur sein kann. Und, wenn wirklich, wie der Club of Rome sagt (Herr Schumacher, dies ist fuer mich eine gar nicht Wall Street nahestehende Organisation), „die Grenzen des Wachstums“ erreicht sind, waere es vermutlich unsinnig, mittels Inflation investition zu foerdern.

      • Rolf Meierhans sagt:

        Stimmt nicht ganz, denn auch Geld halten ist mit Risiko verbunden. Aber Sie haben schon recht, deshalb investiert der Japanische Staat und indirekt für seine Bürger. Solange Japan mehr exportiert als importiert geht dieses Spiel auch auf. Auch bin ich der Überzeugung das eine Deflation den USA sehr gut tun würde (Korrektur). Erstens würden bürokratische unrentable Konstrukte wie GM endlich Konkurs gehen und die gesamte korrupte Zombie-Wallstreet ebenfalls. Wenn diese quer-subventionierten Gauner-Unternehmen endlich weg wären, könnten sich amerikanische Qualitäts-Unternehmen endlich fair finanzieren, da die Kreditallokation nicht mehr verzehrt wäre. Auch könnte Bernanke die Zinsen anheben ohne das die Banken die Kreditvergabe gleich einfrieren.

        • Michael Schwarz sagt:

          @Rolf Meierhans: Ich habe mehrere Mals die geldpolitische Entscheidung Berankes schärfst kritisiert, sowie die QE Prog. eine fatale Fehlerentscheidung ist.

          Bernanke sollte die überschüssige Liquidität durch den Verkauf von Anleihen reduzieren, womit die Umlaufgeschwindigkeit des Kapitals erhöhet wird. Dies führt zwar kurzfristig zum steigenden Zinsen, aber diese Effekt halte nur kurzfristig, weil ROI noch nicht attraktiv für die Investition. Somit passt der Fed dem Markt an, anstatt der Markt in einer anderen Richtung zu erzwingen. Dies führt zur Korrektur der Schwachstellen im System, gleichzeitig reduziert die Inflationsgefahr der Wirtschaft. Das macht die Investition in den USA attraktiver, der Dollar wird gleichzeitig gestützt.

          Fazit: die Investition wäre längste angesprungen, die Wirtschaft hätte sich schneller erholt, die Arbeitsloszahlen wäre frühe zurückgegangen.

          • Rolf Meierhans sagt:

            @Michael Schwarz: Bin absolut Ihrer Meinung. Es wäre kurz- bis mittelfristig schon mit hoher Arbeitslosigkeit zu rechnen. Aber will die US-Wirtschaft zurück auf den Erfolgspfad müsste sie diesen steinigen Weg begehen. Strukturelle Anpassungen um von der Konsum bzw Dienstleistungsgesellschaft wegzukommen sind unabdingbar.
            Was denn ROI bzw Investitionen in Schwellenländer anbelangt. Klar ist das Risiko höher, aber Carry-Trades kann ich in Sekunden auflösen und solange ich mich bei dummen Wallstreet-Banken und zB AIG günstig hedgen kann, weil diese das Risiko völlig falsch einschätzen und ich weiss, dass am Schluss der amerikanische Steuerzahler für mein Investitionsrisiko grade stehen muss, ziehe ich die Schwellenländer dem amerikanischen Markt vor.

          • Michael Schwarz sagt:

            @Rolf Meierhans: der Verkauf der Anleihen muss in Anfang 2009 stattgefunden haben, das Risiko der steigenden Zinsen ist vor einem Jahr geringer. Der Fed hat die Chance nicht genutzt, die Liquidität aus dem Markt zu nehmen. Jetzt ist natürlich zu spät für solche Massnahme.

            Die Ami verstehen Sozial-demokratische Marktwirtschaft nicht. Als Obama versucht das Land in der Richtung der Sozial-demokratische Marktwirtschaft zu reformieren, hat er Ohrfeigen bekommen – Plakate mit Obama mit Schnurrbart. Wenn man das sah, bekommt man einen Einblick in dem amerikanischen Verständnis der Demokratie und Wirtschaft. Solche konservative Haltung habe ich von Amis nicht erwartet. Das sieht man deutlich, dass USA vom Grund aus reformiert werden muss, weil diese Gesellschaft und dessen Kultur sich nach WW2 nicht weiter entwickelt haben. Wenn ich ein Amis wäre, werde ich für dieses Land schämen.

    • Freiherr sagt:

      Japan ist nicht bei seiner „Bevoelkerung“ sondern bei der duennen Oberschicht seiner Finanzbonzen verschuldet. Mit einer Lohnsklavenschicht, deren Ausbeutung von einer beispiellosen Brutalitaet mit einer extrem hohen Selbstmordratte ist, die nun immer mehr auch in germanofonen Laendern abgekupfert wird.

      In einer globalisierten Welt explodieren die Preise global auf japanisches Nivo und die Loehne implodieren auf chinesisches. Die Differenz wird je laenger je weniger besteuert vom globalen Kapitalschmarotz abgereumt. Bis zur Keulung der Globalisierung und Wiederherstellung der nationalen Schutzzollmauern und Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfaehigkeit ohne massive Diskriminierung des Arbeitserwerbs. Oder der naechsten franzoesischen Revolution. Der Zuender fuer die Revolutionen der jetzt erst arabischen Lohnsklaven ist zwar die Subversion der bigottgynokratischen USA und ihrer Lila Pudel in Londen, Bruessel, Berlin und Bern. Der Sprengstoff aber die geschichtlich einmalig miese Beteiligung der Erschaffer und Sicherer des Bruttosozialproduktes an diesem. Im Mittelalter war der Tarif klar: Stieg die Abzocke ueber 10 Prozent, brannten die Burgen und rollten die Schmarotzerkoepfe. Heute muss der Erschaffer des BSP bald froh sein, wenn ihm fuer seine persoenlichen Beduerfnisse noch 10 Prozent bleiben und „nur“ 90 Prozent vom unheilig allierten Kapital- und ebenfalls arbeitsscheuen Sozialschmarotz weggeklaut werden…..

      • Rolf Meierhans sagt:

        @Freiherr: Wer genau Gläubiger von Japan ist, weiss ich nicht. Aber in den USA besitzen auch 3% der Bevölkerung etwa 90% aller Vermögen. Inflation ändert also auch nichts am Status des Lohnsklaven. Vielmehr wird er in die Verschuldung getrieben (Kapitalschutz), und bei der nachkommenden Deflation schaut er in die Röhre (US-Hausbesitzer). Die Rohstoffpreise sind für Japan wie auch die Schweiz unbedenklich da der Yen wie der CHF uns Inflationsschutz gewähren. In China wie auch Nordafrika und Südamerika (bald auch USA) steigen die Lebensmittelpreise um 30%. Bei uns und Japan nicht!

        • Rolf Meierhans sagt:

          @Freiherr: Und noch etwas. Sie können schon sagen, dass dank hoher Rohstoffpreise, der indische Reisbauer endlich einen fairen Preis für seine Ware erhält. Das Problem ist, dass das Saatgut auch teuer geworden ist. Der Bauer muss sich also verschulden um genügend Saatgut zu erhalten. Kein Problem, die Zinsen sind tief die Aussicht auf Gewinn gross. Bloss wenn dann die Blase platzt, sitzt der Bauer auf nem riesigen Berg Reis, Baumwolle, Weizen was weiss ich und hat nen riesigen Kredit zu bedienen. Er muss folglich Land und Ware zu nem Spottpreis an einen (amerikansichen) Konzern abtreten und darf Lohnsklave spielen. Für den Bauer hier im Westen kein Problem. Der bekommt im Gegensatz zum indischen Reisbauer ne nette Agrarsubvention.
          Auch dem amerikanischen Häuslebauer wurde die gleiche Geschickte schmackhaft gemacht anno dazumal 2003-2007. Auch dessen Lohn wird jetzt gepfändet um die Hypothek abzuzahlen. Es ist immer das gleiche Spielchen das die Wallstreet-Banken spielen und ohne die Inflationierung der entsprechenden Vermögenswerte wäre dies nicht möglich.
          Auch die Finanzierung Hitlers war nichts anderes als eine Inflationierung der deutschen Wirtschaft. Die Wallstreet-Banken haben kräftig Kredite gesprochen und Hitler den deutschen ein Wirtschaftswunder beschert. Den Rest der Geschichte kennen wir und die Deutschen haben bis jetzt für diese Kredite bzw Reparationszahlungen gestrampelt. Aber Herr Schumacher könnte uns darüber wohl besser berichten als ich.

          • Rolf Schumacher sagt:

            @anh toan: Sehr wohl könnte man für alle eine gute und bezahlbare medizinische Grundversorgung anbieten. Teuer sind die extrem hohen Medikamentenkosten (onkologische Medikamente und unnütze Imfpungen wie Gardasil etc). Die wirklich sinnvollen Therapien sollten für alle zugänglich sein.
            Wer Kaviarmedizin will (Berlusconihaare, Mubarak Lifting) etc soll dies extrem teuer bezahlen. Wenn die öffentlichen Spitäler solche Eingriffe auch anbieten könnten und ein Teil davon in die Grundversorgung einfliessen würde, müsste man sogar dankbar für die Jet-Set Medizin sein.
            Aber wenn Didier Burkhalter Akupunktur, Homöopathie und wiess der Geier was für esoterische Wellnessmethoden auch noch in die Grundversicherung nimmt, dann bezahlen wir mit unseren Prämien ganz klar LUXUSMEDIZIN:
            Es braucht eine Einheitskasse und einen schmalen aber soliden Grundversicherungskatalog. Der Staat muss seine Kontrollpflicht übernehmen. Das geschieht aber leider mit den FDP- (Krankenkassen) Bundesräten (auch Couchepin) sicher nicht. Somaruga wäre der bessere Burkhalter, da bin ich mir ganz sicher.

          • Anh Toan sagt:

            @Rolf Schumacher: Weitgehend was ich sage: Eine gute und bezahlbare GRUNDVERSORGUNG!

            Sie finden Homoeopathie ist Luxus, fuer andere ist gerade dies das allein Seligmachende: Diese muessen also fuer etwas bezahlen, was sie nicht wollen, bekommen aber das, was sie haben wollen, nicht verguetet. Wirklich sehr gerecht!

  • Urs Brock sagt:

    Das CDU und das SPD Parteiprogram aus den 40′ Jahren des letzten Jahrhunderts… nur so als Erinnerung und Vergleich wie weit sich viele von einstigen Zivilgesellschaftlichen Massstäben entfernt haben…

    Da wären wir heute also in etwa bei folgender Feststellung: Es entstehen also alternativen zu früheren Feudalsystemen bei denen die Rechte und der erwirtschaftete Wohlstand der Bürger mehr und mehr eingeschränkt werden. Ich bin mir auch nicht sicher ob das nun als Fortschritt bezeichnet werden soll oder einfach als Entwicklung… Ich tendiere zum letzteren., aller technologischer Fortschritt dürfte da darüber hinwegtäuschen.

    Ja ich weiss, es sind 70 Jahre vergangen…

    Die Auszüge aus den Parteiprogrammen habe ich von hier…. http://www.jjahnke.net/rundbr80.html#2292

    „Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. Nach dem furchtbaren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch als Folge einer verbrecherischen Machtpolitik kann nur eine Neuordnung von Grund aus erfolgen. Inhalt und Ziel dieser sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr als das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein.“

    „Unternehmungen monopolartigen Charakters, Unternehmungen, die einen bestimmte Größe überschreiten müssen, verleihen eine wirtschaftliche und damit eine politische Macht, die die Freiheit im Staate gefährden kann. Dieser Gefahr muss dadurch vorgebeugt werden, dass entsprechende Kartellgesetze erlassen werden. Darüber hinaus soll bei diesen Unternehmungen das machtverteilende Prinzip eingeführt werden, damit jede mit dem Gemeinwohl unverträgliche Beherrschung wesentlicher Wirtschaftszweige durch den Staat, Privatpersonen oder Gruppen ausgeschlossen wird. Zu diesem Zweck sollen öffentliche Körperschaften wie Staat, Land, Gemeinde, Gemeindeverbände, ferner Genossenschaften und die im Betrieb tätigen Arbeitnehmer an diesen Unternehmungen beteiligt werden; der dringend notwendigen Unternehmerinitiative ist der erforderliche Spielraum zu belassen. Weiter soll bei solchen Unternehmungen der private Aktienbesitz, der in einer Hand dem Eigentum oder dem Stimmrecht nach vereinigt ist, in der Höhe gesetzlich begrenzt werden. In den Betrieben, in denen wegen ihrer Größe das Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Unternehmer nicht mehr auf einer persönlichen Grundlage beruht, ist ein Mitbestimmungsrecht der Arbeitnehmer an den grundlegenden Fragen der wirtschaftlichen Planung und sozialen Gestaltung sicherzustellen.“

    Dann hier das gleiche von der damaligen SPD, auch aus den 40′ Jahren des letzten Jahrhunderts.

    „.. haben die Rechtsparteien die unsozialste Epoche der deutschen Wirtschaftspolitik entwickelt. Der Profit ist wieder obsterstes Gesetz geworden. … Die Frankfurter Wirtschaftsverwaltung (Anm.: die Wirtschaftsverwaltung für Westdeutschland) hat nur als Instrument des Klassenkampfes von oben funktioniert, sie hat die Armen ärmer und die Reichen reicher gemacht.

    Auch die reichsten Länder können es sich nicht leisten, auf Planung in der Kapitalversorgung, der Produktion und Ein- und Ausfuhr zu verzichten. Weil sich die wirtschaftlichen Beherrscher Deutschlands desen Luxus leisten wollen, den sie hinter dem sinnlosen Wort von der sozialen Marktwirtschaft verstecken, herrscht Not gegenüber einem Überfluß der Oberschicht, den sogar die meisten Siegerländer nicht kennen. Planung ist notwendig. Sie ist das Gegenteil der Zwangswirtschaft des Dritten Reiches.

    Sozialisierung der großen Industrien, Kredit- und Geldinstitute und des Versicherungswesens bedeutet Eigentum des deutschen Volkes an diesen Mitteln der Wirtschaft und ihre Demokratisierung. Sozialisierung ist nicht Antasten des privaten persönlichen Eigentums oder des mittleren und kleineren Eigentums an Produktionsmitteln. Die Sozialisierung ist der beste Schutz des Friedens und der Demokratie. Sie schützt das deutsche Nationaleigentum gege das Bündnis der alten politisch schuldigen Eigentümtyer mit den Kapitalisten anderer Länder.

    • Rolf Schumacher sagt:

      Guter Rückblick. Ich sehe das genauso die Sozialisierung von Versicherungen, Krankenkassen, Banken, Pensionskassen. Das bedeutet dort wo das Allgemeinvermögen gesammelt und verwaltet wird, braucht es klare staatliche Aufsicht. Es braucht weniger Speukulation dafür solide und ehrliche Verwaltung.
      Nur lieber Urs, hast Du das Egoistische, krankhaft gierige Moment im Menschen vergessen. Wenn nur ein paar wenige sich bedeutend mehr Luxus leisten können, zb Schöne Frauen, Yachten, Schlösser, dann ist es aus mit dem sozialistischen Traum. Denn ein Berlusconi, mit seinen dummen Fernsehshows reicht aus, um jede vernünftige nationale und sozialistische Gesellschaft zu zerstören. Und genau das setzt der Herrenclub an. Er spielt mit niedersten Gelüsten der Menschen, ganz bewusst. Er setzt Korruption, Auftragsmord, Insiderwissen, Ausbeutung, Massenterror, Lügenkonstrukte ein. Und wirft den Massen billige Spiele (Fussball, Hockey, Superball, Sumoringen, Pferderennen) und noch dümmere Fernsehsendungen zur Beruhigung vor. Der Club der Herren ist meisterhaft im Verschleiern und doch kommt immer mehr ans Tageslicht. Dieser Herrenclub gibt sich ganz klar dem absolt Zerstörerischen hin. Dieser Herrenclub zelebriert Krieg, wo Frieden herrschen könnte. Denn Friede ist Stagnation und das rentiert nicht. Die Herren wollen verbrannte Erde, die sie besetzen können. Die Herren wollen abhängige Lohnsklaven. Die Herren wollen willige Wirtschaftsexperten, welche ihre Lügen unters zivilisierte Volk bringen und sie wollen grausame Tyrannen, welche die nicht zivilisierte Gesellschaften ganz brutal unterdrücken können.
      Solange es diesen Kristallisationskeim des ultimativ Dekadenten und Wüsten gibt (im Moment hockt er vor allem an der Wallstreet aber auch in Königshäusern, im Club of Rome, an der Fifa etc) ist eine gerechte Gesellschaft eine absolute Utopie.
      Ich bin der Ueberzeugung, dass es die einzige Aufgabe sein muss, jedes einzelnen Menschen, kein Schwein zu werden, obwohl die Versuchung extrem gross ist. Je mehr Macht einem zufliegt (Militärkarriere, Heirat oder Geburt in reiche Wirtschaftsfamilie, Studiuem der Juristerei, Politik oder Medizin), umso grösser sind die Versuchungen.
      Es gibt einen einzigen Trost, am Ende jeden Lebens müssen alle durch dasselbe unbekannte Tor (Tod) genannt. Und ich habe schon manchen grauenhaft sterben sehen. Man kann nur tröstend und angstnehmend daneben stehen, man kennt weder das Leben noch die Horrovisionen bestimmter Menschen, welche in der Agonie sind ja nicht. Und ich habe schon sehr viele (in dern Augen der Wirtscahftyuppies) einfache, (Bünzlis) ganz friedlich einschlafen sehen.
      Vielleicht ist das der einzige Trost, den wir haben. Aber Gerechtigkeit, das werden wir, was die Wirtschaft und das Geld betrifft nie haben auf dieser Welt, NIE. Das ist unmöglich, denn der Herrenclub schläft nie und findet immer wieder willige Helfer.
      Und all jene, die sich nerven, weil hier dauernd über Deutschland geschrieben wird muss ich entgegenhalten, die deutsche Geschichte ist auch schweizer Geschichte. Und Deutschland und die Schweiz haben sehr viel, gerade wegen den zwei Weltkriegen, über sich selber gelernt und es ist wichtig, dass man auch Generationen später darüber nachdenkt. Es geht nicht um Autoflagellation sondern um eine möglichst ehrliche Aufarbeitung der Geschichte.
      Eine ganze Generation von Deutschen und Schweizern musste ihre jüngste Geschichte von den Siegermächten schreiben lassen. Es ist nun die Pflicht der Nachkriegsgeneration aus einem völlig unbelasteten Blickwinkel die Geschichte unserer Väter neu aufzuarbeiten.
      Allen eine schöne Woche

      • Anh Toan sagt:

        @ Rolf Schumacher: Wer definiert Gerechtigkeit auf der Welt?

        • Urs Brock sagt:

          Wie wäre es zum Beispiel mit den Gerichten und Richtern?

          Die müssen die ganze Zeit, na fast die ganze Zeit, abwägen zwischen den Texten die geschrieben sind, deren aktuellen Interpretationen und moralischen Ansprüchen entscheiden, abwägen und festlegen.

        • Rolf Schumacher sagt:

          Primär jeder für sich. Das ist der Preis des freien Willens. Rechtes Handeln und rechtes Tun ist das was jeder von uns stets tun sollte, nach dem eigenen inneren ethischen Prinzip (gemäss Kant dem kategorischen Imperativ). Einfach formuliert. Tue keinem etwas an, was DU nicht willst, dass man es Dir auch antue. (Gilt auch für Umgang mit Tieren, Pflanzen, etc.)
          Im römischen Recht sprach man von der Natur (kat. Imperativ) im Menschen.
          Lex est ratio summa, insita in natura, quae jubet ea, quae facienda sunt, prohibetque contraria. Eadem ratio, cum est in hominis mente confirmata et confecta, lex est.
          Das Gesetz ist die höchste Stufe der Vernunft, welche in der Natur besteht. Aus ihr wird alles angeordnet was zu tun ist und was zu unterlassen sei.

          Ohne Gesetz würde die Willkür herrschen. Das Gesetz regelt also die Auswüchse des freien Willens (der Mensch ist frei auch unethisches und amoralisches zu tun) der Individuen, so dass ein Leben miteinander in einer möglichst freien, friedlichen Gemeinschaft möglich ist.

          Die Gesetzgebung wird im röm. Recht aufgeteilt in
          ius civile: Bürgerrecht
          ius gentium: Völkerrecht
          ius naturale: Naturrecht

          hier sehe ich in der heutigen Zeit eines der grössten Probleme. Die Staatszussammenschlüsste (EU) führen dazu, dass das ius civile immer mehr ausgehebelt wird. Durch ein übergeordnetes überstaatliches Gesetz. Die SVP haut immer wieder in diese Bresche indem sie sagt, dass EU-Recht und sogar Völkerrecht das Bürgerrecht nicht schneiden dürfen. Das ist eine bewusste Hatz und Verzerrung der Realität. Das Völkerrecht ist ein für alle souveränen Nationalstaaten verbindliches Recht und das ist gut so. Es ist hingegen richtig, dass sich eine Nation wehrt, dass ein Gebilde wie die EU keinen Einfluss auf die nationale Rechtssrepchung hat. Ein Spagat den wir in einer zunehmend globalisierten Welt immer stärker ausgesetzt sind.

          Sorry ich bin von der Frage abgekommen. Gerechtigkeit ist ein subjektives Empfinden. Und doch gibt es viele Kernsätze die für die meisten Menschen dieselben sind. Und doch braucht es ein verbindliches rechtliches Regelwerk. Nach welchen Grundsätzen dieses Regelwerk aufgebaut werden sollte, habe ich in der oben beschrieben.
          Von der Rechtssprechung verlange ich.
          1. Die saubere Gewaltentrennung ist ein weiteres absolutes sine qua non.
          (in vielen Staaten ist die Gewaltentrennung unsauber umgesetzt) und in eingen Staaten können sich Diplomaten und Politiker zu sehr unter der Immunität verstecken, das wir schamlos ausgenutzt (Berlusconi, Bush etc).
          2: Dass jeder Mensch Anspruch auf einen fairen Prozess hat (der Chauschescu Prozess war eine Farce) und der Nachfolger Ilescu ein ebenso unglaubwürdiger und miserabler Nachfolger (weil selber im Chauschescusystem in oberster Instanz tätig) wie es Suleiman (ehemaliger Geheimdienstchef unter Mubarak) auf Mubarak ebenfalls ein Witz ist. (Manchmal ist auch ein Königsopfer nur ein Bauernopfer) Wer sich mit der Aufarbeitung der Stalinverbrechen von Chrustchew auseinandersetzt sieht die dreckige Verlogenheit der Showpolitik durch und durch, das hat gar nichts mit Gerechtigkeit zu tun. Chrustschew war für Hunderttausende von Toten verantwortlich.
          3: Dass jeder Fall als primär als Einzelfall angesehen wird.
          4: Unvoreingenommene Richter

          Wenn man will, kann man selber immer richtig handeln. Ueber andere hingegen kann man immer nur annähernd gerecht urteilen.

        • Anh Toan sagt:

          @Urs Brock: Gerichte wenden Gesetze an. Es ist nicht Aufgabe der Gerichte, darueber zu entscheiden, ob Gesetze gerecht sind. Sie wuerden sich ueber das Gesetz stellen, wenn sie dies tun. Und welches Gericht soll ueberpruefen ob die Bauernsubventionen in Europa gerecht sind gegenueber den mangels Marktzutritt nur potentiellen Lebensmittelproduzenten in der developping world?

          @Rolf Schumacher: Hier gebe ich Ihnen recht: Gerechtigkeit ist ein subjektives Empfinden, und wenn ich ergaenzen darf, beruhend auf aus Erziehung/Kultur und Erfahrung/Reflektion entstandenen Werten. Ansonsten schreiben Sie mir hier viel zu viel ueber Gesetz. Gesetze haben aber nicht direkt etwas mit absoluter Gerechtigkeit zu tun, es sind Regeln (auch Rassendiskriminierungsgesetze simnd Gesetze, welche in einem grundsaetzlich rechtsstaatlichen, demokratischen Gemeinwesen zustandekamen. Man muesste eigentlich alle Gesetze, die vor der Einfuehrung des Frauenstimmrechtes in der Schweiz erlassen wurden, aufheben.

          Absolute Gerechtigkeit gibts allenfalls im Himmel, wenn jemand auf Erden Gerechtigkeit definiert/fordert, ist dies totalitaer! Denken Sie darueber nach Herr Brock und Frau Binswanger und andere, Sie moechten ihr eigenes Gerechtigkeitsempfinden der ganzen Welt aufzwingen. Sie moechten, nicht als Ziel, sondern als Eventualvorsatz (billigend in Kauf nehmend) eine totalitaeres Regime errichten, welches Gerechtigkeit und das Wohl aller definiert. Das ist dann wie bei den Moslems, die ihre Frauen einsperren, um sie zu schuetzen! Mir ist Anarchie mit allen Risiken lieber als Schutzhaft, tut mir leid.

          • Urs Brock sagt:

            Anh Toan sagt: 7. Februar 2011 um 10:16

            Ja aber, Gesetze werden die ganze Zeit interpretiert. Es gibt in den Paragraphendschungeln eigentlich keine absoluten Massstäbe, daher auch die vielen Einsprüche vom Einzelrichter bis zum Bundesgericht die bereits beschlossenen komplett über Bord schmeissen.

            Gerichtssprechung berücksichtig die akuelle „moralische Gerichtsbarkeit“ und muss es auch tun weil das gesamte System sonst nicht praktiabel, also nicht anwendbar wäre.

            So manches Gerichtsurteil geht mit der Zeit ohne das wir es merken…

            Die Subventionen für die Lebensmittelproduktion geht eigentlich in die Richtung ob man für die Lebensmittel direkt etwas tun möchte im eigenen Land oder sich den Weltmärkten aussetzen will. Mir ist kein Land bekannt das sich völlig auf die liberaliserten Handelsmärkte verlässt.Immerhin gilt es ja, die eigene Bevölkerung zu ernähren…

            Sympatisch ist mir, das wir unsere Lebensmittelproduktion selber kontrollieren könne und eigene Standards festlegen. Allerding ist auch in diesem Bereich ein gehöriges Defizit beim Mitspracherecht zu erkennen… die Bauern- und Lebensmittelproduzentenlobby also zuviel Eigenennutz durchsetzen kann.

      • Urs Brock sagt:

        Rolf Schumacher sagt: 6. Februar 2011 um 11:16

        Ich sehe das auch so. Wie eigentlich immer in der Gesellschaftlichen Entwicklung sind „grosse“ und Nachhaltige Anederungen stets von oben gekommen und soweit ich weiss nie von Revolutionen von unten. Von unten kann aber sehr wohl Druck generiert werden…

        Einzelnen Gierschlünden zum trotz hat man ja auch das Prinzip der Wirtschafltichen Leistungsfähigkeit akzeptiert, eingeführt und verwendet, dies bis heute in den meisten Staaten…

        Progressive Steuersysteme sind da ein Beispiel .

        Die KK Kopfprämien hingegen sind eine gewünschte Aushebelung dieses Prinzips. Die allgegenwärtige Existenz von Steuerschlupflöchern und deren schon fast moralisch legitimierte Anwendung gehört auch in diese Kategorie und das sowohl bei den Profiteuren als auch bei den Bürgern die davon allerdings eher nicht’s haben. Das Verständis das der der mehr hat auch mehr bezahlt, wurde in den vergangenen +20 Jahren beinahe völlig eliminiert. Die stabilen und erfreulichen Zivilgesellschafltichen Fortschritte für „alle“ die wir heute selbstverständlich angenommen haben konnten nur mit einem solchen gemeinschafltichen Verstandnis auf- und ausgebaut und erhalten werden…

        Wir sind auf einem ziemlich schnellen Weg grosse Teile davon abzureissen…

        In meiner Gemeinde kommt die Müllabfuhr seit der Privatisierung nur noch 1x die Woche, vorher war das 2x. Der SBB Bahnhof wurde geschlossen weil die Gemeinde ihren Kostenanteil nicht mehr bezahlen wollte. Die Zuschüsse an die Krankenversorgung in der Region wurden gestrichen was für mich eine Prämienerhöhung von 45.- zur Folge hatte… usw. Alles kleine Teile welche kummuliert aber ordentlich sind und zur Folge haben das immer mehr Schweizer zu wenig Geld zur Verfügung haben…

        Der englische The Economist hat mal ausgerechnet was 100% privatisierte Bildung/Ausbildung pro Kopf kosten würde (primär, sekundär, tertiär) und ist auf 250’000£ gekommen.

        Ein kleines aber deutliches Beispiel wie die schwächung der Gemeinden, Städte und Kantone funktioniert ist etwa das Gesetz über Werbung auf Oeffentlichen Grund und Boden (Kt. ZH). Da war vor ein paar Jahren die Schlagzeile das Werbung auf Oeffentlichem Grund veschwinden würde. Dieser Anteil vom gesammten Werbekuchen lag bei ca. 5%. Beschlossen war das schnell und so wurden die 5% Werbeflächen von Gemeindeeigenem Boden verboten. Dieser Anteil am gesamten Werbebudget ist nun aber nicht einfach verschwunden sondern in private Hände geflossen… In welche?

        Soll sich da noch einer Wundern warum soviele Gemeinden rote Zahlen haben oder die Steuern einfach nicht runter kriegen.

        • Anh Toan sagt:

          @Urs Brock: Wenn Sie mit einem sechsstelligen Jahreseinkommen Beitraege an die Krankenkassenpraemien bekommen haben, erscheint mir was grundlegend falsch zu laufen: Der Staat kann nicht den Mittelstand subventionieren, die Mitte muss den Staat tragen (weil Reiche hats zu wenig, und die Armen koennen nicht.)

          • Urs Brock sagt:

            KK Beiträge für mich? Wann war das?

            KK Prämien die sich an der wirtschafltichen Leistungsfähigkeit orientieren? Ja!
            Einheitskasse? Ja?

            KK Prämien im beinahe vollständig privatisierten System der USvA liegen bei ca. 440$/Monat in NY. Diese können allerdings mit Kollektivverträgen erheblich gesenkt werden und liegen dann bei ca. 35$. Dies allerdingsnur für Angestellte von grösserenUnternehmen. Wird man arbeitslos fällt dieser Kollektivschutz weg…

            Wahrlich, eine Vorbildliche Entwicklung… so glauben einige.

            😉

            Alledings, die Reichen sind in der Minderheit, sehr sogar. Was diese aber keinesfalls daran hindert immer grössere Anteile des erwirtschafteten Wohlstands an sich zu reissen… Mit anderen Worten, die Mitte wird seit Jahren über den Tisch gezogen (dagegen wehre ich mich)… wärend es bei den Armen in der Tat nicht genug zu holen gibt…

            Noch so eine Fehlentwicklung…

          • Anh Toan sagt:

            @Urs Brock: Sie haben geschrieben: „Die Zuschüsse an die Krankenversorgung in der Region wurden gestrichen was für mich eine Prämienerhöhung von 45.- zur Folge hatte“, daraus meine ich schliessen zu duerfen, Sie haetten Beitraege erhalten. Zweifellos wurden Sie, wenn es so ist wie Sie schreiben, subventioniert (in diesem Punkt, ich sage nicht netto). Ich finde es schlicht widersinnig, wenn der Staat den Mittelstand subventioniert: So wird unnoetig staatliche Macht generiert. Der Hoehepunkt war die Abwrackpraemie: Subvention von Luxus fuer den Mittelstand, und nicht ueberraschenderweise, war diese, bezogen aufs Gemeinwohl schwachsinnige, Veranstaltung ziemlich beliebt in der Bevoelkerung!

          • Anh Toan sagt:

            @Urs Brock: KK Praemien bzw. alle finanziellen Probleme des Gesundheitswesens beruhen imKern darauf, dass wir alle, fuer unendlich viel Geld, zweihundert Jahre leben (oder an Maschinen haengend vegtieren) koennten. Sie koennen nicht, was die Linken nicht einsehen wollen, alle Medizin allen zur Verfuegung stellen, genauso wie nicht alle Rolls Royce fahren oder Kaviar essen koennen. Viele moegen diese Ansicht als unmenschlich oder unethisch oder was auch immer betrachten, ich finde sie schlicht realistisch. Arme Menschen sterben, reiche jammern ueber hohe Gesundheitskosten!

          • Urs Brock sagt:

            Anh Toan sagt: 7. Februar 2011 um 12:11

            Schaue ich mir die Entwicklung der krankheitsindustrie in den USvA an und nehme diesen als Referenz (wie das ja beliebig gemacht wird) für die weitere Entwicklung muss ich sagen, Danke Nein, ganz sicher nicht… Nicht im allgemeinen und auch nicht im speziellen.

            Zudem, auch hier in der Schweiz gilt bei Krankheit, zuerst Geld oder Sterben und ist somit bereits ein 2′ Klassen system installiert… Ohne Versicherungsnachweis keine Behandlung oder Vorkasse.

            Weiter bin ich auch hier der Ansicht das eine weiterführende/totale privatisierung lediglich dazu führt das primär die Investoren/Aktionäre bedient werden und sekundär die Kranken. Auch in diesem Bereich verzichte ich gerne auf eine Rendite/Profitmaximierung zu Gunsten einiger weniger.

            Dann, warum sollen Aerzte nicht wie Lehrer als Angestellte dienen die von allen gemeinsam bezahlt werden und genauso einen fixen Lohn /Ferien etc. beziehen? Das alles mit einer Standardpraxisausstattung a la HMO, also mehrere Aerzte zusammen.

            Nicht subventionierte KK Prämien könnte der grösste Teil der hier lebenden nicht mehr bezahlen und würde, genau wie in den USA, aussen vor bleiben. Zudem, nicht die kranken sind in der Schweiz die grössten Kostentreiber sondern alle anderen Partizipanten an diesem lukrativen „Markt“

            Die reinen Krankheitskosten in der Schwez sind in etwa mit der normalen Preissteigerung vergleichbar… Es will einfach keiner der anderen Teilnehmer etwas hergegeben vom Kuchen und die Patienten haben keine Lobby (auch nicht die KK wie viele meinen)

          • Anh Toan sagt:

            Kein Unternehmen, dass primaer die Interessen der Investoren im Blick hat, kann ueberleben. Jedes Unternehmen muss die Beduerfnisse des Kunden ins Zentrum stellen, es sei denn, es werde durch ein Kartell geschuetzt oder es geniesst weitgehend unbegrenzt Subventionen: Wuerden die Honorare der Aerzte fallen, gaebe es von alleine mehr Sammelpraxen. Die Apotheker schuetzen ihr Kartell gegen Discountketten. Das Pharmakartell kaempft gegen Graumarkt. Die Kantonsspitaeler bieten ein Ueberangebot an Spitzenmedizin, fuer die der CH-Markt schlicht zu klein ist, und „verkaufen“ diese an die Krankenkassen. Diese sind auch in einem Kartell organisiert, dass sich ein zu grosses Stueck vom Kuchen abschneidet. Man kann vieles verbessern im Gesundheitswesen, kein Zweifel, sie wollen Verstaatlichung, ich will endlich die Kartelle zerschlagen und ein vernuenftiges soziales staatliches Netz unter den Kapitalismus bauen. Ich finde es nicht legitim, basierend auf einem demokratischen Mehrheitsentscheid einem 20 Jaehrigen zu sagen, er muesse auf einen Herzschrittmacher sparen und koenne sich kein Moped kaufen oder kein eigenes Geschaeft aufmachen.

  • „Ich will damit nicht behaupten, dass die Deflation die ganze deutsche Geschichte von 1929 bis 1933 erklärt. Aber sie hatte einen entscheidenden Einfluss auf die politische Entwicklung. Ohne Deflation kann man den Aufstieg Hitlers nicht verstehen.“

    Der ungarische Ökonom Karl Polanyi tut das auch. Zu Recht, wie mir scheint.

    • Freiherr sagt:

      Von den Deflationsprofiteuren wird gerne uebersehen, dass sogar schon vor Hitler die Wucherzinsen gedeckelt und waehrend des Krieges (bis zum End“sieg“) gar ganz gekeult wurden (Kanonen statt Zinsen, nicht nur statt Butter). Ansonst das ganze System verschuett gegangen waere….

  • Alfred Neumann sagt:

    Heisst der nun Trichet oder Tricher???

  • Hampi sagt:

    In letzter Instanz schaut jeder vor allem für sich selber. Und Menschen, wenn sie als Masse agieren, sind kurzsichtig (z.B. Mob). Deshalb auch die vergleichsweise grössere Angst vor Inflation:

    Beim Brotkauf heute morgen: hätte ich bemerkt, der Preis wäre gestiegen (Inflation), hätte ich mich geärgert. Wäre der Preis aber gesunken, hätte ich mich gefreut (Deflation). Und umso schlimmer bei mir (und den Deutschen), da ich die nordischen Gene des Hortens (Sparen) besitze.

    • Michael Schwarz sagt:

      Der Zunahme der Geldmenge führt nicht automatisch zur Inflation. Sowie null Wirtschaftswachstum nicht automatisch zu Deflation führt. Bsp. Chinas Wirtschaft. Seit Jahren wächst die chinesische Wirtschaft mit relativer niedrigen Inflation. Ein höheres Wirtschaftswachstum steigt lediglich die Wahrscheinlichkeit der Inflation, einen direkten Korrelation zwischen Wachstum und Inflation besteht nicht. Das ist Irrtum zu glauben, wenn die Wirtschaft stark wächst, muss die Inflation entstehen, sowie wenn das Wirtschaftswachstum negativ ist, dass die Wirtschaft in einer Deflation sich befindet.

      • Hampi sagt:

        Ja, ich stimme ihnen zu. Aber die zukünftige Erwartung der Inflation entsteht vor allem so brachial, wie bei meinem Brotkauf.

        • Hampi sagt:

          sorry, wollte sagen …die Erwartung der zukünftigen Inflation.

          • Urs Brock sagt:

            zukünftige Erwartung der Inflation – Erwartung der zukünftigen Inflation

            je länger man über den Unterschied Nachdenkt desto surrealer wird das ganze…

            🙂

          • Michael Schwarz sagt:

            @Hampi, Urs Brock: Wenn die Inflation in der Preisbildung niederschlägt, dann hat die Inflation seine letztes Stadium erreicht. Die falsche Inflationserwartung beeinflusst die Preise geringfügig, weil die Preise kurzfristig statisch sind. Die Preise steigen erst stark an, wenn die Zahlen die Inflationserwartung bestätigt haben.

    • Rolf Schumacher sagt:

      Genau wegen dem einseitigen Horten des Geldes, gehen die jungen Menschen in Südeuropa und Nordafrika massenweise auf die Strasse. Es braucht ein gesundes Gleichgewicht. Denn keine Karre ist eine gute Karre, wenn sie nur mit druchgedrücktem Gaspedal oder voll gezogener Handbremse gefahren wird. Jedes extrem ist ganz einfach von aussen zu stören. Wer in der gesunden Mitte bleibt, hat mehr Puffer Fehler zu korrigieren.
      Deshalb macht Dollar Frau Holle alias Bernanke der USA und der Welt keine Freude. Denn der extreme Geldsegen wird mit einem krassen Gegenmanöver (Deflation) korrigiert werden und das kann bekanntlich ins Auge gehen.

      • Hampi sagt:

        „….. der extreme Geldsegen wird mit einem krassen Gegenmanöver (Deflation) korrigiert werden“

        Hier bin ich nicht einverstanden mit ihnen. Aber natürlich schliesse ich auch ihre Ansicht (Deflation) nicht aus. Denn das Ganze ist wie ein Pokerspiel. Sie können es auch einen „Bluff“ nennen. Aber die Frage, wie lange sich die USA noch verschulden können, ist mehr als eine ökonomische, eine philosophische Angelegenheit. Und die Welt kann zurzeit (noch) nicht auf die USA verzichten.

        • Michael Schwarz sagt:

          Wenn nach der extremen Geldsegen die Konjunktur mit einer Gegenbewegung (Deflation) korrigiert, muss ich die Existenzberechtigung der Zentralbank und die Korrektheit des ökonomischen Modell vom Grund aus in Fragen stellen. Ich muss nochmals betonen, das ökonomische Standardmodell hat seine Existenzberechtigung, das Problem liegt lediglich in der unvollständigen Berücksichtigung der unbekannten Variablen. Das führt zum Versagen des Standardmodells, nicht das Standardmodell falsch wäre.

      • Freiherr sagt:

        @ Herr Schumacher:

        Solange die vornapoleonische Masche des Basler Daiggs „Me gitt nytt“ und „man darf nie von den Zinsen sondern nur den Zinseszinsen leben“ auf dem Puckel der Bauernfamilien der (noch nicht selbstaendigen) Landschaft, die mit Kind, Kegel und Kuckucken fast rund um die Uhr neben einer Vollzeitlandwirtschaft auch noch Baender weben mussten, um die Wucherzinsen abdruecken zu koennen, wieder funktioniert, wird das Horten solange weiter explodieren, bis fiskalisch abgereumt oder wenn die korrupte Politik die Kraft dazu wiedermal nicht mehr aufbringt, vom Volk mit dem „Rasoir de la Nation“ auch Koepfe „abgereumt“ werden….

      • Michael Schwarz sagt:

        @Rolf Schumacher: die zügellose expansive Geldpolitik der Fed verstärkt das Ungleichgewicht des Welthandel, durch der Manipulation des Wechselkurses und Reduktion der Staatsverschuldung auf Kosten der Privatinvestition, man kann QE2 nicht anderes begründen. Obwohl der Aufkauf der Staatsanleihen keine Wirkung auf den Rückgang des Satzsatzes mehr zeigt, wollte Fed mit QE2 fortfahren. Es ist nicht überraschend nach zwei Jahren die Arbeitslose sich in den USA sich nicht normalisiert hat.

        Der Zunahme der Geldmenge allein ist kein Indikator für die Inflation. Genau so wie die Verschuldung nicht automatisch zur Abwertung der Währung führt, sondern der Angst vor Inflation oder Staatspleite führt zur Abwertung einer Währung. Ob die Inflation wirklich auftreten werde, das ist eine andere Frage. Bernanke spiele mit dem Angst des Menschen, womit der USD abgewertet wird. Es gibt keine objektive Gründe warum der Dollar so stark unterbewertet ist.

        • Rolf Schumacher sagt:

          Es gab nie objektive Gründe, weshalb der Dollar jahrelang derart überbewertet war. Das Land hat vom 2 WK profitiert, es war nie die extreme Wirtschaftsnation. Abgesehen vom Silicon valley und der unsäglichen dot.com bubble.
          Die USA haben sich selber gefeiert, in Film, Musik und mit Wolkenkrazern. Die Substanz darunter war aber sehr dürftig, es ist müssig darüber zu schreiben. Sie haben alles vermarktet auch den stinkensten Mülll. Sie haben extrem über ihre Verhältnisse gelebt und sich wie ein todbringender Vampier auf billigste und primitivste Art und Weise über die Rohstoffe der Erde hergemacht. Sie sind dem Gigantismus verfallen, den Herrenclub hats gefreut. Wenn man handsome und charming ist wie ein richtiger US-Gay, kann man auch die übelste Dummheit kaschieren. Und falls die Welt etwas nicht hat schlucken wollen, hat man sie einfach zum Schlucken gezwungen.
          Sicher war die USA auch eine Industrienation, aber nie eine derart solid überzeugende, dass der Dollar als Weltwährung deswegen hätte akzeptiert werden müssen. Die Leadwährung Dollar hat nie etwas mit Objektivität zu tun gehabt, es war ein Konstrukt der Wallstreetbarone des frühen 20 Jahrhunderts. Ein Konstrukt eines „geheimen“ verschworenen Herrenclubs. Man hat diesem Konstrukt weltweit blind Vertrauen geschenkt, völlig und absolut blind.
          Staat um Staat wurde Wallstreet gleichgeschaltet, immer schneller immer besser vernetzt. Momentan reibt scheint sich die verdatterte Wirtschaftswelt verdutzt die Augen von Moskau über Dubai-Johannisburg-Rio-Carracas-Sand Diego bis nach Bern, man ist erstaunt wem man vertraut hat. Man kommt nicht umhin was in dicken Marko- Mikroökonomiebüchern als deutlich bedeutungsloser als die Grimmmärchen (denn die haben es ganz schön dick in sich) einzustufen. Professores Jäger, Krugmans, CEOS wie Ospel, Ackermann, Nationalbank?-chefs wie Bernanke entpuppen sich als das was sie sind, egoistische Kinder, welche zivilisiert lügen und betrügen. Es ist beschämend, die noch vor einigen Jahren fast vergötterten Figuren als das zu sehen was sie sind, verantwortungslose Schnorrer der übelsten Art. Mir ist da der billige Jakob bedeutend lieber, denn seinen Verantstaltungen kann ich immer ausweichen. Auch der billigste billige Jakob verzockt meine Pensionskasse nicht, auch der hinterhältigste billige Jakob zwingt mich nicht dazu fünf Jahre später in Pension zu gehen, damit er selber nach fünf Jahren Schnorrerei sich bereits in den vorfrühzeitigen Ruhestand gehen kann.
          Es geht nicht darum die USA fertig zu machen, ich habe es eher auf den Herrenclub abgesehen. Denn hätte sich der Herrenclub in Moskau niedergelassen, dann wäre halt der Rubel die Weltwährung, egal wie solide die russische Wirtschaft wirklich gewesen wäre.

  • Rolf Schumacher sagt:

    In den 20er Jahren wurde massiv biliges Geld gestreut. Die Menschen waren im Kaufrausch und die Banken vergaben leichtsinnig Kredite (fast so wie bei der aktuellen Krise). Einige Banken in Deutschland wurden aliquid. Die Politik musste die Notbremse ziehen. Brüning hatte keine Wahl, er musste nach der Hyperinflation eine eherne Sparpolitik einleiten. Denn der Verfall der Papiermark verunmöglichte es den Youngplan (die Reparationszahlungen) einzuhalten. Insbesondere der Deutsche Mittelstand wurde also doppelt bestraft. Einerseits verlor er in der Hpyerinfaltion alles Vermögen und nun verdiente er in der Deflation auch noch weniger (denn die Löhne wurden gekürzt). Es grassierte eine extreme Geldknappheit und die Banken geizten extrem mit Krediten. Die Deutschen waren wirtschaftlich geknebelt (wie sonst hätte man die Reichsmark solide halten können, um die Reparationen zu zahlen?). Gleichzeitig startete Roosevelt den New Deal I und II. Es wurde massiv Geld vom Staat ausgegeben (der FED druckte Dollars auf Teufel komm raus). Es wurden Strassen gebaut, öffentliche Bauten, man verbot den Gold und Silberbestizt und kam vom Goldstandard weg. Freie Bahn für halsbrecherische Spekulationen. In Deutschland kam man das mit und machte damit gegen Bürning Propaganda. Hjalmar Schaft nutzte die Deflation von Brüning kaltblütig aus und hetzte das Volk gegen (die vernünftige Sparpolitik) Brünings auf. Die NSDAP (welche bestens mit Roosevelt über Schacht) verbunden war, macht erdrutschartig Terrain wett. Und gewann die Oberhand. Hitler versprach den Deutschen nichts anderes als die Umsetzung des new Deals. Wie er die Reparationenn zahlen wollte? Das war kein Problem, denn Hitler hatte vorerst vollste Rückendeckung aus den USA und GBR.
    Die Deflation war das Todesurteil der Weimarerrepublik.
    W.z.b.w
    Gruss

  • Pascal Meister sagt:

    Deflation ist zwar schlimm und mit „normalen“ Mitteln kaum in den Griff zu bekommen – aber entscheidender ist doch, dass die Deutschen im 20. Jahrhundert dreimal eine komplette Währungsreform erlebt haben, wo das bisherige Geld jeweils schlicht für ungültig erklärt wurde! DAS ist doch der schlimmste anzunehmende Fall – der Super-GAU für alle, die etwas gespart haben. Und die Umstellung zum „Teuro“ erleben die Deutschen auch so, dass sie zwar formell ihr Geld umtauschen konnten, aber sehr viele Güter heute in Euro gleich viel kosten wie vor 12 Jahren in Mark – gespürte Inflation somit 6% pro Jahr (die gemessene Inflation ist ja nur die halbe Wahrheit).

  • Michael Schwarz sagt:

    Wenn wir auf die Wirtschaftsgeschichte zurückblicken, können wir gut nachvoll ziehen, warum wir vor Deflation soviel Angst entwickelt haben. Aus diesem Grund entstand das Modell 2%ige Inflation p.a. gut für das wirtschaftliche Wachstum sei, am Ende lassen wir überhaupt keine Deflation mehr zu. Ohne Deflation kann die Schwachstelle in der Wirtschaft nicht korrigiert werden. Erst durch die Deflation erwachten die Menschen aus deren Rausch der Illusion – der Mensch lernt durch den Schmerz und Leiden. Was der Mensch nicht lernt, ist aus eigenen Erfolg.

  • anh toan sagt:

    Deutschland ist der Wirtschaftsmotor der EU: Ueberhitz dieser, hat die EZB ein riesiges Problem, gegenueber welchem die aktuellen Probleme mit der Peripherie wie Kindergeburtstag erscheinen. Der EZB bleibt keine andere Wahl, als ihre Politik in erster Linie auf Deutschland auszurichten und die Interessen der Peripherie zurueckzustellen.

    Wieviele Deutsche errinnern sich an die Hyperinflation und Deflation der 20er und fruehen 30er? Ich glaube nicht, das dies von Relevanz ist.

    • Urs Brock sagt:

      Deutschland ist der Wirtschaftsmotor der EU!?

      Ahaa. so?

      Die böse Zunge würde sagen… die Importnationen Deutscher Güter und Dienstleistungen sind der Wirtschaftsmotor der EU. Die Deutschen haben einen brachliegenden Binnenmarkt und tragen nicht’s dazu bei… die konsumieren und importieren viel zu wenig…

      Dafür haben Sie Kapital bis zum geht nicht mehr, doch das kann man leider nicht essen…

      • Anh Toan sagt:

        Ja ja, Wirtschaftsfoerderung ueber Konsumfoerderung. Sagt ja auch Obama den Chinesen und Deutschen: „ihr investiert ja nur und konsumiert nicht!“. Konsum ist negativ, verbraucht, nimmt weg, vernichtet. Investition generiert zukuenftige Ertraege, also Wachstum. Selbstverstaendlich ist der Antrieb der Konsumwunsch/-bedarf (die Nachfrage), jemanden aber dazu aufzufordern, erscheint mir komplett widersinnig.

  • Michael Schwarz sagt:

    Die Deflation ist eine Phase der Korrektur, aber wenn das ökonomische Standardmodell überhaupt keine Deflation zulässt, werden wir eine ewige Inflation erleben, obwohl in kleinen Schritten stattfand. Wir haben soviel Angst vor Deflation, wenn die entsteht, auch wenn die Grösse der Deflation unbedenklich wäre, eilen wir sofort um die Gegenmassnahmen. Wir müssen die Korrektur der Wirtschaft zu lassen, womit der Last nicht in der zukünftigen Entwicklung der Wirtschaft mitgeschleppt werden muss.

    Wenn ich zwischen Inflation und Deflation wählen muss, wähle ich die Inflation, weil die nicht schmerzhaft erscheint als Deflation, aber die Wirkung ist gleich, mit Inflation verschleiert man die Schwachstelle in der Wirtschaft, somit wird die Problematik in die Zukunft verschoben. Die Lösung ist schmerzhaft, aber notwendig, nämlich die Deflation – Korrektur.

    Nehmen wir ein Bsp. USA. Die amerikanische Ökonomen sind fest davon überzeugt, wenn ein Deflationstendenz vermutet wird, muss man dies bekämpfen. Die Probleme summieren sich jahrzehntelang, durch die Geldpolitik der Fed versucht die Problematik zu verschleiert, in die Zukunft zu verschieben. Am Ende haben wir gesehen, der Zusammenbruch des Finanz- und Sozialsystems. Wenn alle glauben, dass der Zusammenbruch des Systems in den USA ein Zufall war, oder das Immobiliengeschäft verantwortlich war, liegen Sie falsch. Die Immobilienkrise ist nur der Auslöser, die Schwachstelle im Finanz- und Sozialsystem existieren bereits Jahrzehnt, bis vom Ausbruch der Krise haben die Politiker und Fed hat es geschafft, die Schwachstelle gut zu kaschieren. Die Schwachstelle liegen tief in der amerikanischen Gesellschaft, in der politische und finanzielle Struktur. Deshalb ist ein grundlegender Reform in der politische Struktur, das Finanzsystem und ökonomische Modelle, die der Fed danach richten.

    • Freiherr sagt:

      Auch die vermoegenslosen Franzosen lebten vor der Eurospinnerei wie Gott. Weil sie eine laufende milde Inflation zuliessen und alle paar Jahrzehnte ein paar Nullen auf den Baenksternoten strichen. Dass die Zinsschmarotzer lieber von einer Deflation treumen, am liebsten auch noch mit einer heiligen und ewigen Eigentums- und Wucherzinsgarantie ist verstaendlich, aber die gemeinsame statt nur selektive Wohlfarht keulend. In Rechtsstaaten wird jede Schuld zuletzt zinsfrei. Wenn sie dann auch nie verjaehrt sondern nur mit juristischen Personen sofort haftungsfrei untergeht, schmilzt sie einfachen Buerger wuergend zumindest nach einer Generation aufs Ertraegliche und faellt – wenn die Erben nicht zu thumb sind die Erbschaft auszuschlagen – auch aus der selektiv superkommunistischen (Ex)familiensippenhaftung!

      Es bleibt zu hoffen, dass auch die Deutschen den Unterschied zwischen Hyperinflation und gesunder, die gemeinsame statt nur die selektive Wohlfahrt erhaltende Langzeitgeldentwertung lernen, bevor sie im Hartz IV ohne Befriedigung aller Grundbeduerfnisse verelenden oder trotz des andressierten Kadavergehorsams endlich [….Selbstzensur….], statt statt in Kundus als Amihiwis das zu verbrechen, wofuer ihre Grossvaeter – zum Teil mit von der selektiven Siegerjuxtiz erst nachtraeglich gebastelten Straftatbestaenden – selektiv gehaengt wurden….

      Die Zinswirtschaft bleibt nur mit einer milden Inflation und ohne Privilegierung des Kapitalschmarotz bei der Besteuerung von Einkommen und Kapitalgewinn auch fuer ohne goldenen Loeffel im unersaettlichen Maul Geborene ertraeglich….

    • Tobias Straumann sagt:

      Der Vergleich mit den US-Geldpolitik ist sehr interessant. Während in Europa die Angst vor der Inflation vorherrscht, sehen die US-Politiker immer Deflationsgefahren. Für sie sind die 1930er Jahre die prägende Erfahrung, für Europa die Zeit nach dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg.

      • Michael Schwarz sagt:

        @Tobias Straumann: Ihre Analyse der Geschichte des Aufstieges Hilters ist scharfsinnig, deshalb haben wir vielen Angst die Geschichte wiederholen würde. Die empirische Erfahrung der 1930er veranlasst den Fed die Deflation so bekämpfen wie den Teufel. Die Frage ist es, ob die Wirklichkeit der empirischen Erfahrung aus 1930er längste überholt hat. Der Anzeigen deutet darauf hin, dass die geldpolitische Massnahme der Fed nicht so funktioniert wie sein sollte.

        Die Tatsache ist aber, die Deflation einer notwendigen Übel wie die Inflation. es wäre eine makellose Konstellation, wenn die Wirtschaft stark wächst und gleichzeitig keine Inflation oder Deflation verursacht. Ich sehen die Inflation und Deflation als eine Art Standardabweichung, oder können Sie als Störung in einem dynamischen System ansehen.

      • Michael Schwarz sagt:

        @Tobias Straumann: könnten Sie mir wissenschaftlich aufklären, warum in den USA die Investition seit zwei Jahren nicht im Fahrt kommt, obwohl Null-Zins herrscht. Der Rückgang der ausländischen Kapitalimporte, des Handelsdefizits ist leicht verständlich, es kommt den Rückkauf der Staatsanleihe hinzu. Das reduziert die Verschuldung zusätzlich.

        Das Standard Modell hat es nicht richtig funktioniert, das Problem liegt nicht in der Liquidität, weil viel Kapital im Aktienmarkt geflossen ist. Der Angst vor Inflation, der durch QE Prog. ausgelöst hat, sollte die Investition im Inland zusätzlich beschleunigen, aber es geschieht nicht. Was mich interessiert, ist es, wie Sie als Wirtschaftswissenschaftler diese Diskrepanz wissenschaftlich erklären würden. Man argumentiert mit dem Begriff wie „Vertrauen“, das ist keine wissenschaftliche Erklärung.

        • Rolf Meierhans sagt:

          M.E. ist das einfach erklärt. Solange der Ausblick des ROI (Return of Investment) für die US-Wirtschaft negativ bzw tief ist, fliessen die Null-Zins Dollar-Kredite in Sachwerte und in die Schwellenländer wo der ROI höher liegt. Der AUDUSD Long-Trade war 2009/10 der ultimative Carry-Trade schlechthin und wird wohl auch dieses Jahr besser performen als der S&P 500. Da wird kein Dollar investiert in den USA und ohne Investitionen keine Arbeitsplätze und ohne neue Arbeitsplätze kein höheres Wachstum. Bernanke hofft wohl, dass wenn die Rohstoff- und BRIC-Blase platzt, das Geld mangels alternative in die US-Wirtschaft investiert wird. Nur so ne These…

          • Michael Schwarz sagt:

            @Rolf Meierhans: Die Theorie des ROI kurzfristig betrachtet, scheint eine Erklärung zu sein. Aber die Investition in Emerg. Market ist mit grösseren Risiken verbunden, als in Industrieländern. Wenn ROI minus Emerg. Market Risk, dann ist die Net. ROI nicht so hoch wie man es annimmt. Aber Ihr Ansatz bietet einen brauchbaren Anhaltspunkt.

            Wenn ich aus ROI Perspektiv die Problematik der Investition analysiere, würde ich das Problem folgend beschreiben:

            1. Das QE Prog. hat die Privatinvestoren im Inland und Ausland verdrängt: Ausländische Investoren wegen Währungsrisiko und Inflation. Inländische Investoren wegen tieferes ROI, somit hat Bernanke das Kapitalexport aus den USA gefördert.

            2. Die Liquidität, die der Fed geschaffen hat, fliesst nicht in der Realwirtschaft, weil der Leitzins fast bei Null ist. Die Banken investiert in Anleihen, die höhe Zinsen abwerft, anstatt als Kredit weiter zu vergeben.

            Bemerkung:: die Bekämpfung der Deflation ist keine passende Methode, die die Investition fördert. D.h. die Löhne muss zurückgehen, womit ROI zunehmen kann. der Leitzins ist zu lange und zu tief gehalten, dies führt nicht zur mehr Kreditvergabe.

            Fazit: Warum die Investition in den USA nicht anspringt, weil Bernanke die Investition durch seine QE Prog. verhindert, sowie die Privatinvestition verdrängt hat.

          • Hampi sagt:

            mein Fazit: Der Pessimismus der Investoren hat zu einem Investitionsvakuum geführt. Mit QE2 hat Bernanke dieses Vakuum (Loch) gefüllt. Damit hat Bernanke das geschafft, was die ökonomische Wissenschaft nie und nimmer in ihrer Ganzheit wird erfassen können: einen Stimmungsumschwung (Change of perception).

          • Hampi sagt:

            das ist vielleicht etwas voreilig, aber ich stehe dazu!

          • Rolf Meierhans sagt:

            @Hampi: Was Dollar-Kredite anbelangt haben Sie absolut recht. Dank dem Bernanke-Put hat man mit Dollar-Krediten in allen Anlage-Klassen kräftig verdient (erhöht Vertrauen). Nun hofft Bernanke das der Funken überspringt auf die „Real-Wirtschaft“. Fair enough. Ist einfach eine Frechheit, dass die Banken die Kreditvergabe erst wieder erweitern, wenn die Märkte schon vollgepumpt sind mit Billig-Geld und für Unternehmen Investitionen wieder teuer sind.

        • Tobias Straumann sagt:

          Das ist ein heiss umstrittenes Thema. Die Keynesianer sind der Meinung, dass der langjährige Abschwung des US-Häusermarktes eine Nachfragelücke zur Folge hat (weil die Kaufkraft der Haushalte wegen der sinkenden Häuserpreise stark abnimmt). Die Angebotsökonomen betonen die Unsicherheit, die durch die Wirtschaftspolitik der Obama-Administration verursacht wird. Dadurch wird die Investitionstätigkeit gehemmt. Mir leuchtet aus historischer Sicht die erste Sicht besser ein. Immobilienkrisen in Verbindung mit Bankenkrisen haben immer eine langjährige Nachfragestagnation verursacht. Der IWF und das Buch von Reinhart/Rogoff haben dazu gute Argumente gesammelt.

          • Michael Schwarz sagt:

            @Tobias Straumann: weder von Seiten der Keynesianer noch von Seiten der Angebotstheorie überzeugt mich richtig:

            1. Durch der Abschwung des Immobilienmarktes entstand eine Nachfragelücke. Das ist die Aufgabe des Staates in diesem Nachfragelücke einzuspringen, ein Gegengewicht im Markt darzustellen – das ist die Theorie Keynes. D.h. die Nachfragelücke sollte durch die Wirtschaftspolitik Obamas abgeschlossen sein. Das ist eigentlich der Grund für Obamas Wirtschaftspolitik – die staatliche Nachfrage, die von Privatsektoren ausgefallen sind, zu ersetzen. Deshalb ist die Nachfragelücke keine Erklärung für die mangelnde Investition, weil der Zunahme der G führt zu progressiver Entwicklung der Privatinvestition.

            2. Von Seiten der Angebotsökonomen kann Obamas Wirtschaftspolitik keine Erklärung liefern – sehen Sie 1. Die Erklärung liegt in tieferen Zinsen, wodurch für die Investoren die Investition nicht mehr rechnete – die Schmerzgrenze der Investoren überschritten wurde. Dies führt zur vermehrten Kapitalexport, wo ROI höhe liegt als in den USA. Das Geld wird nicht wie Bernanke es vorstellt, verschenkt. D.h. die Bernankes expansive Geldpolitik hat die Investitionsklima geschadet als gefördert. Bitte lesen Sie meinen gestrigen Kommentare.

          • Hampi sagt:

            @Michael Schwarz
            Nicht dass ich sage, tiefere Zinsen hätten überhaupt keine Rolle gespielt, bei der Schmerzgrenze, aber das erhöhte Risiko durch die Verschlechterung der US-Finanzen und die divergierenden Wachstumserwartungen zwischen USA und BRIC-Staaten (z.B.) waren viel wichtiger als der nominale oder reale Zins.

  • Beat S. Eberle sagt:

    Guter Artikel
    Was mir noch fehlt sind die Zusammenhänge mit Kriegschulden, Reparationen, Devisen (-Kontrolle, -Reserven), Abwertung, etc.
    Kann dazu ein Buch von Adam Tooze empfehlen, Ökonomie der Zerstörung. Die Einleitung gibt zum Thema eine gute Grundlage.

  • Hampi sagt:

    Dass in einem Wirtschaftsblog (mit engl. Titel) oft von Deutschland die Rede ist und weniger von der Schweiz, ist für mich eigentlich völlig logisch. Und vor allem zurzeit. Das hat nichts mit Deutschland an und für sich zu tun, sondern mit der Tatsache, dass mehr denn je die Entscheidungen betreffend des EU-Raumes in Berlin getroffen werden. In der EU wohnen über 500 Millionen Menschen (CH 7 Mio., USA 308 Mio.). Während also das ökonomische Befinden der Deutschen aus diesem Grund von allgemeinem Interesse für die ganze Welt ist, interessiert die Meinung der Schweizer Bevölkerung praktisch niemanden. Was die Deutschen meinen ist auf unserem Kontinent momentan die “Benchmark”. Als Schweizer empfinde ich deshalb für die Deutschen nur Bewunderung.

    Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass die Gefahr besteht, dass die EZB (wegen dem grossen Einfluss der Deutschen), die Zinsen zu früh erhöht. Damit würde sie das Loch, worin sich die EU befindet, noch tiefer graben. Es würde nämlich die Zentrifugalkräfte in der Peripherie (Sp, I, Gr, P, Ir) unnötig erhöhen. Diese allgemeine Befürchtung (vor höheren Zinsen zu früh) könnte sogar als Begründung für die aktuelle kleine Euro-Stärke herangezogen werden. Aber die wahre Konsequenz wäre vor allem: höhere zukünftige Transferzahlungen!
    Und das ist möglicherweise das Allereinzige, was den Deutschen noch mehr Angst macht als Inflation

    • Hampi sagt:

      Aber natürlich wäre auch das Thema „warum kriege ich in Spanien nur französischen Emmentaler“ auch interessant 🙂

      • Jeannette Lutz sagt:

        Wahrscheinlich weil der Schweizerkäse zu teuer ist und nicht gekauft würde. Bei Carrefour und Al Campo gibt es aber CH-Emmentaler, Appenzeller, Gruyer, Fertig-Fondue von Emmi etc. nur halt eben einiges teurer als französischer oder holländischer Käse. Die Spanier kaufen aber mehrheitlich nur ihre eigenen Produkte.

    • Markus Schneider sagt:

      Das ist doch prima, wenn wir Schweizer Deutschlands Bewunderer noch vermehren, umso besser wenn die Schweiz benchmarkmässig unsichtbar wird, denn etwas anderes würde doch nur Neid und Eifersucht schüren. Solange Europa das gelobte Deutschland als Vorbild nimmt, können wir bestens nach unseren eigenen Regeln leben – und diese sind ganz offensichtlich besser als die deutschen, das zeigen doch alle Indikatoren. Es gibt überhaupt keinen Grund, dem Rest der Welt unsere Geschäftsgeheimnisse oder unser Vermögen zu verschenken.

      • Rudolph Möller sagt:

        Erstens ist die Schweiz kein Maßstab für Deutschland, da man die beiden Länder nicht ständig miteinander vergleichen sollte, und zweitens blickt niemand -so viel ich weiß- mit Neid und Eifersucht auf die Eidgenossenschaft. Warum auch? Deutschland ist zehnmal größer und hat in allen Bereichen eine größere Bandbreite als die Schweiz. Will heißen, es gibt auf der einen Seite viel Schlechteres und auf der anderen Seite auch sehr viel Besseres. Wenn Ihre Indikatoren Ihnen etwas anderes anzeigen, ist das doch schön für Sie. Lassen Sie sich bloß nicht eines Besseren belehren.

  • Klaus Piesters sagt:

    Egal ob Deflation oder Hyperinflation, die eigentlich sehr vorbildlich demokratische Weimarer Republik wurde in einer globalen Geldwirtschaftskrise hineingeboren. Der Vertrag von Versaillle hat das auch nicht verbessert. Die politischen Flügel kämpften auch physisch um die Vorherrschaft, es kam zu Strassen- und Saalschlachten (Heutzutage würde man längst von einem Bürgerkrieg sprechen und die UNO würde Truppen entsenden).

    Man könnte an dieser Stelle auch wirklich behaupten, dass die Extremen, die wir heute wie damals als „Links“ oder als „Rechts“ bezeichnen, wirklich gegeneinander austauschbar sind. Da möchte ich mal die deutsch Sichtweise schildern und schaue mal kurz in meinem „Geschichtlichen Atlas“: Die bürgerlichen Regionen, die damals Zentrum gewählt haben tendieren immer noch zur CDU/SCU. In den anderen Gebieten, Hauptsächlich Großstädte oder Norddeutschland wurde Rot gewählt , später die NSDAP und nach dem Krieg wieder brav die SPD.

    Eine Gleichsetzung der Hintergründe der einzelnen Hintergründe möchte ich sicherlich nicht anstreben.t. Ich finde es nur sehr interessant wie sich die Regionen in Deutschland entwickelt haben.

  • Markus Schneider sagt:

    Erstens kann Herr Straumann nicht wählen (zwischen Inflation und Deflation) und zweitens ist die Rechnung Deflation=Rechtsruck genauso dumm wie die Rechnung Inflation=Linksruck. Interessant ist aber dennoch, dass sich vor allem die vermögenlosen Linken ständig für eine Vermehrung von Schulden und Geldmenge stark machen, während sich die Rechten eher für Sparen und Vermögensbildung einsetzen. Natürlich wollen die Faulen lieben Geld ausgeben, anstatt zu arbeiten. Dumm ist nur, dass ein Fauler nichts hat, was sich zum Sparen eignet.

    • Urs Brock sagt:

      …vermögenlosen Linken ständig für eine Vermehrung von Schulden und Geldmenge stark machen, während sich die Rechten eher für Sparen und Vermögensbildung einsetzen…

      Das liegt daran das die Rethorik nicht mit dem übereinstimmt was tatsächlich gemacht wird…

      Man nehme nur schon die zahllosen Subventionen und Staatlichen Aufträge die zum grössten Teil bei den bürgerlich angehauchten landen… oder das prinzipiell eine gewisse Umverteilung im Sinne der Wirtschafltichen Leistungsfähigkeit angestrebt werden sollte, so wie das die linken gerne tun.

      So wie wir heute hier noch leben ist wohl beides nötig…

      ,-)

      • Thomas Ernst sagt:

        Auch wenn es Ihnen nicht passt, Herr Brock, die Linken sind die grössten Profiteure des Staates: Schulsystem, Gesundheitswesen, Sozial- und Asylantenindustrie sind voll in Linker Hand und werden ganz oder überwiegend von Steuern finanziert. Würden alle beim Staat und bei parastaatlichen Organisationen (AHV, Spitäler, Schulen, …) Angestellten von den Wahlen ausgeschlossen, würde Links-Grün bei etwa 3% rumdümpeln…

        • Michael Schneider sagt:

          „…würden alle beim Staat und bei subeventionierten Organisationen (Bauern, Gewerbler, Tieflohnbereich…) Angestellten von den Wahlen ausgeschlossen, würde die SVP+holzartige Farbe bei etwa 3% rumdümpeln…“ Aha. sind sehr hilfreich für die CH solche Denkmuster…

        • Urs Brock sagt:

          Dank diesem Schulsystem habe ich und eigentlich alle anderen hier lebenden eine gute Bildung erhalten… Merci das auch Sie ihren Beitrag dazu geleistet haben…

          Das Gesundheitssystem, das Sozialwesen und die Asylantenfrage wird wohl kaum von den Linken kontrolliert. Schauen Sie sich doch mal die Entscheidunsgwege in der Schweizer Bundes und Kantonalpolitik genauer an bevor Sie hier sowas schreiben…

          Ihr Weltbild finde ich ansonsten etwas erheiternd… ich hoffe nur es werden nicht noch mehr.

          Aber dann, das gleiche werden Sie über solche Leute wie mich denken…

          So… 😉

          Achja noch eine Frage: Glauben Sie das die Schweiz überlebensfähig währe wenn es irgendwann einmal 100% SVP Wähler geben würde?

  • Martin Kreidel sagt:

    Herr Straumann müßte sich dann doch bald einmal entscheiden, ob er hier Denkanstöße für eine Diskussion über wirtschaftliche Themen geben will oder sein Tenor doch immer wieder nur in Richtung überhebliche Hätte-Wäre-Würde-Besserwisserei aus der vermeintlichen Insel der Glückseligen, der Schweiz, tendieren soll. Für beide Fälle reicht seine Argumentation für eine höhere Inflation im Euro-Raum nicht aus. Bei der Machtergreifung der Nazis spielte noch viel mehr eine Rolle, daß die Deutschen genug hatten von den in heilloser Zerstrittenheit und Stillstand endenden Demokratieversuchen der Weimarer Republik, von der nicht in den Griff zu bekommenden exorbitanten Arbeitslosigkeit, von der nach wie vor als Schmach empfundenen Niederlage im 1. Weltkrieg und und und – zu weit führend für einen Wirtschaftsblog. Inflation oder Deflation ist nichts, was man für „ein paar Jahre“ wünschen oder nicht wünschen würde, denn sie ist von zu vielen Faktoren gesteuert, wovon die Leitzinssteuerung der EZB nur einer ist. Und da es sich eben um die EZB handelt und nicht um die ehemalige Bundesbank, „mag“ es nicht nur so sein, daß man dort der deutschen Abneigung gegen höhere Inflation Rechnung tragen muß, sondern es i s t so. Daß der Leitzins bei 1% belassen wurde, zeigt eher, daß man so aufgeschreckt in Frankfurt dann auch wieder nicht war. Vielmehr war zu hören und zu lesen, daß Nahrungsmittel- u. Treibstoffpreise die steigende Teuerung verursachen, also nur zwei von -zig Faktoren und definitiv andere und unbedeutendere Gründe als in den 20er Jahren und ganz sicher kein Grund, sofort an der Zinsschraube zu drehen. Die Wirkung verstärkter Inflation auf die schwachen europäischen Schuldensünder wäre nicht zwingend positiv, auf die Geberländer hätte sie aber auf jeden Fall negative Auswirkungen, sie würden diese schwächen, davon bin ich überzeugt, und das kann nicht die Lösung sein.

    Wirtschaft hin oder her, aber etwas mehr Reflektion über tatsächliche Verhältnisse und Befindlichkeiten in Deutschland täte der Schweiz gut – speziell angesichts der Anfeindungen, denen der Präsident der SNB auf Grund seiner Währungspolitik ausgesetzt war, er habe nutzlos zu schnell und zu früh Maßnahmen gegen den teuren CHF ergriffen – auch hier im Blog. Zentralbanken, zumal die europäische, müssen mehr berücksichtigen als diese oder jene Wünsche bestimmter Bevölkerungsgruppen, Wirtschaftsverbände bzw. Länder. Und wenn Deutschland schon die Melkkuh der EU sein soll, ist es nicht mehr als recht und billig, wenn auch psychologische Aspekte in die Geldpolitik eingebaut werden – ganz so getrennt und einfach kann diese nicht beurteilt werden.

    • CrisisMaven sagt:

      Genau – die Geschichte der Machtergreifung Hitlers ist viel zu kompliziert, aber immer gut genug, irgendeinen Aspekt herauszugreifen und damit irgendeine Politik zu begruenden.
      Historisch ist es eher so, dass nach 5% Inflation dann 20, dann 200 und dann Hyperinflation lauern. Das ist ein Ritt auf einer Kanonenkugel. Aber zum Theoretisieren und Spaltenfuellen taugt das allemal.
      Hitler kam bereits geschwaecht zur Macht, der Stern der NSDAP war bereits seit 1932 wieder am sinken, er musste eine Koalition eingehen und haette ihm nicht die angeblich liberale Partei, die heutige FDP und der spaetere Bundespraesident (!!!) Theodor Heuss per Ermaechtigungsgesetz zu dauerhafter diktatorischer Vollmacht verholfen, so waere Hitlers Diktatur vermutlich ein Strohfeuer geblieben.
      Aber wenn Hitler nun zur Angstmache vor Deflation dienlich sein kann, dann zeigt es uns hoechstens, dass er auch heute noch die Geschichte beeinflussen kann. Gerade die Schweiz braucht sich an Hitler kein Vorbild zu nehmen, oder?

  • teddy sagt:

    „Wahrscheinlich lässt es sich damit erklären, dass die Hyperinflation sofort im Alltag sichtbar wurde, während die Deflation nur langsam wirkte.“ Das sicher. Weiter könnte man doch argumentieren, dass der obere und oberste Mittelstand von einer Hyperinflation ganz besonders betroffen ist, da die Privilegien damit dahinschmelzen, während der untere Mittelstand und die Armen sowieso kaum Erspartes haben, das „weginflationiert“ wird. Daher ist das kollektive Trauma der Hyperinflation v.a. das Trauma der Oberschicht, welche zum allgemeinen Trauma erhoben wird. Würde Sinn machen, schliesslich ist bekannt, dass die Sieger die Geschichte schreiben. Das ist natürlich jetzt ein wenig tendenziös, aber hat doch ein wenig was, nicht?

  • Patrick Ryf sagt:

    Am Anfang der Hyperinflation in Deutschland standen die Goldenen Zwanziger Jahre, ein auf der Aufblähung (Inflation) der Geldmenge beruhender falscher, nicht nachhaltiger Boom. Das Fatale an einem auf Inflation beruhenden Boom ist, dass es am Anfang fast alle toll finden und dass je mehr aufbläht wurde desto mehr wird auch wieder entweichen müssen. Die Deflation der Dreissiger ist ganz eindeutig der vorhergehenden Inflation der Zwanziger zuzuschreiben. Nicht die nachgehende Deflation hat den deutschen Mittelstand zerstört, sondern die Hyperinfaltion der Zwanziger Jahre. Ohne die Hyperinflation, die am November 1923 ihren Höhepnkt erreicht hat, wäre der Hitler mit grösster wahrscheinlichkeit nicht an die Macht gekommen. Herr Straumann verdreht hier leider die Tatsachen, auch wenn man sich natürlich immer fragen kann, ob zuerst das Huhn oder das Ei da gewesen ist. Genauso ist es Heute, je mehr aufgebläht (Inflation) wird, desto mehr wird wiesder abgebaut (Deflation) werden müssen. Eine Überschuldung kann in einem Geldsystem wo die Schulden das gleiche wie Geld sind, nur durch Deflation abgebaut werden. Daher ist es völlig absurd, eine angebliche Deflation mit der Erhöhung der Geldmenge verhindern zu wollen, weil eben dabei auch die Schulden zunehmen und irgendwann die Zinsdienste nicht mehr zu erbringen sind. Die Rezept der Inflationisten ist ein Rezept für den totalen Zusammenbruch. Und wie schon früher wird der enteignete Mittelstand oreintierungslos nach einer starken Hand greifen wollen. Infation ist viel viel zerstörerischer als die angeblich so gefährliche Deflation.

    • Freiherr sagt:

      @ Herr Ryf:

      In einem System, das den Beamten ohne verlorenen Krieg die Realrenten politsch klaut, obwohl ihnen waehrend des aktiven Dienstes die Anpassung der Besoldung an die Explosion des BSP und der damit steigenden Loehne in der Privatwirtschaft mit der Begruendung verweigert wurde, sie haetten eine „sichere“ Rente, muessen ja auch die Zinsendienste keine unantastbaren heiligen Kuehe bleiben. Oder?

      Insbesondere wenn die zweite Seule rechtzeitig vor der naechsten Inflation liquidiert und den Berechtigten ausbezahlt wird, und die Berentung der Waisen, Arbeitslosen, Invaliden, (echten!) Witwen und Alten wieder auf das bewaehrte und inflationssichere Umlageverfahren umgestellt wird….

      • Urs Brock sagt:

        Was die 2te Säule wird liquidiert ? Endlich…. Ich dachte schon das wir nie mehr kommen. Dieses soziale und finanztechnische Pulverfass gehört nun tatsächlich eliminiert…

        Als bewärten, risikolosen, billigen und flexiblen Ersatz bauen wir uns eine schön starke AHV… wie herrlich so ein Umlageverfahren doch im vergleich zum Kapitalbasierten ist… Schon beinahe ein Ruhekissen. Nicht so schweisstreibend wie die wenig Nachhaltigen PK’s die den Schweizer Rentern jährlich Mrd. an Kommissionen abzwacken und die Verluste an den Kapitalmärkten ganz ungezwungen weitergegeben, die Ueberschüsse aber gerne selber behalten.

        Wann ist es soweit, wer ist dafür?

        • Thomas Ernst sagt:

          @Brock und Freiherr: Das Umlageverfahren (AHV) ist nichts anderes als ein Schneeballsystem. Es setzt zwingend voraus, dass ständig neue Menschen gefunden werden, welche die Beiträge bezahlen. Damit die AHV auf dem heutigen Niveau behalten werden kann braucht es etwa 3.1 Junge auf 1 Alten. Die Jungen werden aber weniger und die AHV ist gefährdet. Wer das verschweigt, lügt und betrügt die Leute.

          Was wird denn aus Ihren Renten, wenn Ihre Kinder beschliessen sollten, es sei jetzt genug Heu drunten und man würde die AHV-Abzocke nicht weiter finanzieren? Das Kapitaldeckungsverfahren (BVG) ist keinesfalls ideal, doch verglichen mit dem Diebstahl den die AHV am Mittelstand begeht sind die Abzockereien durch die BVG-Gesellschaften völlig harmlos. Übrigens: wenn Sie den Mut hätten, könnten Sie für ihre eigene Firma ihre eigene BVG-Gesellschaft gründen und ihre Anlagen selber tätigen. Dann sähen Sie mal konkret, was da alles zu tun ist und wären sicher vor fremden Kommissionshaien.

          • Urs Brock sagt:

            Die AHV ist ein Umlageverfahren… Schneballsysteme sehen anders aus weil dort ein beliebiger Anteile der Einnahmen von „unten“ nach oben transferiert wird… Bei der AHV wird nicht’s von unten nach oben transferiert.

            Umlagesysteme sind nicht hirarchisch, Schneeballsysteme könnten ohne Hirarchie nicht entstehen. Zudem stellt sich mir die Frage, warum muss dort oben einer sein?

            Was allgemein die staatlichen Rentensystem anbelangt so finden sich immer wieder aus der Luft gegriffene Verdrehungen um an das Geld der Einzahler zu kommen. Die damit zuverwaltenden Gelder sind gigantisch und erzeugen Kommissionen auf welche sich dann die Aktionäre der Kapitalverwalter stürzen…

            Mehrere Mrd. Sfr. p/A die dann den Rentern fehlen.

            a
            Ausserdem, wer wirklich verlässt sich auf ein System bei dem über 45 Jahre Kapital angespaart werden muss? Ich, wenn ich wählen könnte lieber nicht.

            Ganz vergessen geht zudem beim Thema Renten, das die Produktivitätsgewinne überhaupt nicht in die Rentensysteme fliessen. Einer der Hauptgründe das diese in die roten zu kippen drohen… Die bei den AHV Feinden prognostizierte Demographische Entwicklung basiert zudem auf Modellen die 20 und mehr Jahre in die Zukunft blicken. Dabei hat die Demographie schon Mühe dies für 3-4 jahre zu leisten…

            Die Demographie ist genauso wie die Oekonomie oder der Wetterbericht keine berechenbare Wissenschaft… ziemlich unzuverlässig das ganze.

          • Freiherr sagt:

            @ Herr Ernst:

            Vor allem bei den zu erwartenden Renten ist das B“V“G wahrlich sehr „harmlos“. Das weiss jeder Lebensversicherungskunde, der bei der Heirat mit 25 einen Jahreslohn versicherte, und dem nach Vergaeiming durch die Finanzmisswirtschaft und den Inflationsabschmelz mit 65 noch ein aktueller Monatslohn ausgeworfen wurde.

            Das Umlageverfahren hat in Deutschland weit ueber 100 Jahre funktioniert, und nur nach verlorenen Kriegen oder Hyperinflationen waehrend ein paar Monaten kurz gestottert. Aber – bei (wieder) solidem statt gekeultem BSP – immer anstaendige Renten gesichert.

            Die Grundsicherung ist eine Aufgabe des Kaptialschmarotz (schon im eigenen Interesse an der Sicherheit). Die mit dem Umlageverfahren „gesparten“ Sozialalmosen sind selbstverstaendlich – in Ergaenzung zu den Beitraegen der Lohnsklaven – selbstverstaendlich als Steuern geschuldet. So ist jedes Umlageverfahren nicht nur solid ausfinanziert, sondern sichert auch ueber verlorene Kriege und Inflationen hinweg „bomen“sichere Realrenten!

        • Hampi sagt:

          @Brock/Ernst

          „Das Schneeballsystem bezeichnet ein unseriöses Geschäftsmodell, bei dem die Ausschüttungen an die Anleger nicht durch Erträge der Anlage, sondern durch die Neugewinnung von Kunden und deren Einzahlungen erfolgt.“

          Wenn man mit Neugewinnung von Kunden Ausländer oder immer weniger Neugeborene in der Schweiz meint, dann trifft das auf die AHV ziemlich genau zu. Von unten nach oben heisst dann einfach von jung nach alt.

          Eigentlich finde ich es ein ethisches Problem, den kommenden Generationen zuzumuten, dass immer weniger für immer mehr finanziell aufkommen müssen. Aber in der Praxis ist es so, wie Herr Ernst sagt:
          Es wird vom Gefallen und der Zahlungsfähigkeit unserer KInder abhängen. Und da gibt es, wie bei der Schuldenfrage, eine Schmerzgrenze!

          Herr Brock, ich teile zwar ihre Kritik über die 2te Säule (Kommissionen etc.), aber deswegen in der AHV das Heil zu suchen, wäre ein Schritt zurück.

          • Freiherr sagt:

            @ Herr Hampi:

            Unsere Generation hatte problemlos die Umlage nicht nur fuer die Renten, sondern auch fuer die Pflege der alten mitfinanziert, waren doch auch die Krankenkassenbeitraege nur nach dem Beitrittsalter abgetuft, dann aber lebenslang fest.

            Wenn der jetzigen Generation aber bis zu einem Drittel des Einkommens fuer die eigene AltersverUNsicherung durch Finanzaktobaten abgezockt wird, bleibt fuer die Umlage natuerlich nix mehr uebrig….

            Wird der B“V“G-Spuk aber endlich liquidiert, wird nicht nur der noch nicht vergaeimte oder inflationsabgeschmolzene Teil als Kapital ausgeworfen, sondern der Wegfall der Abzocke fuer die eigene Scheinsicherung macht die Umlageabgaben wieder locker finanzierbar….

          • Urs Brock sagt:

            Die Umlageverfahren sind klar mein Favorit, eben genau weil dies Umlageverfahren sind… diese sind extrem flexibel und können so man will mit unmittelbarer Wirkung an sich ändernde Situationen angepasst werden und das beste daran, man ist unabhängig von den Finanzmärkten und Immobilien.

            Die Kapitalverfahren haben ja nur schon Probleme wenn die Finanzmärkte nicht mehr steigen… Es basiert dort alles auf einem undefinierten aber erhofften Wachstumsprinzip und genau dort haben die Industrienationen ihre grösste Schwäche. An diesem verbissenen Festhalten von etwas das bereits am Boden liegt…

            Das schlechtreden der Staatlichen Rentensysteme bei gleichzeitiger Deklararation von totaler Ueberlegenheit der privaten ist nur einer von vielen anderen Raubzügen privater Entitäten die sich in vielen anderen Systemen (Privatisierungsdogmen) eingeschlichen haben.

            Salopp ausgedrückt, schwächung/eliminierung der staatlich/gemeinschaftlichen Systeme bei gleichzeitiger „Abzocke“ der Bürger. Ausahmslos ein Transfer zu den Aktionären hin wärend alle anderen auf der Strecke bleiben.

            Schon mal was schlechtes von den privaten Rentensystemen gehört? Ich meine Grundsatzfragen? Keine, eine nicht existierende Debatte weil daran vielzuviel verdient wird. Risikolos. Die schleichen scheinheilig um den Umwandlungssatz herum und Rauben die Einzahler mit diesem Hebel locker aus wann’s grad passt.

            Zudem, ich sehe absolut nicht ein das ich für die Verluste gerade stehen muss wärend gleichzeitig die Ueberschüsse bei den PK Verwaltern bleiben. Unverfrorener geht es wohl kaum noch…

            Das einbezahlte Kapital gehört mir, warum soll ich damit noch Renditen für PK Verwalter und deren Aktionäre erwirtschaften?

            Man sollte die AHV so in die Gesellschaft integrieren das man sich an monatliche oder von mir aus jährliche Anpassungen der Abzüge gewöhnt, je nach Situation der AHV. Das ist für die Einzahler vorteilhafter als mit dem Umwandlungsatz herumspielen…

            Oh ja, und was wäre wenn die akkumulierten PK Gelder plötzlich zur freien Verfügung stehen? Ein nie zuvor dagewesener Boom/Wachstumschub oder was auch immer wäre sehr wahrscheinlich die Folge… auch nicht schlecht, oder?

          • Hampi sagt:

            @Urs Brock/Herr Freiherr

            “Oh ja, und was wäre, wenn die akkumulierten PK Gelder plötzlich zur freien Verfügung stehen?”

            Dann wäre die AHV nicht nur Umlagesystem, sondern zusätzlich auch noch Nachzahlsystem.

            Ich bin zwar mit vielen Punkten ihrer Kritik über die 2te Säule einverstanden. Was mir weniger einleuchtet ist, warum das automatisch zur obligatorischen Schlussfolgerung führen sollte, dass die AHV die Heilslösung sein soll.

            Erstens nehme ich an, dass das Schweizer Volk nicht so dämlich war, die 2te Säule obligatorisch einzuführen, hätte es keine Gründe dafür gegeben.

            Zweitens besteht die Welt nicht aus schwarz und weiss und fertig.

            Meine Gründe, wieso ich ein Umlagesystem nicht gut finde, sind die gleichen, wieso ich es auch moralisch ablehne, dass sich Staaten für Projekte mit kurzfristigem Nutzen langfristig versuchulden dürfen. Der Effekt in der Praxis ist nämlich genau derselbe: Selbstverschuldete Probleme auf dem Buckel der zukünftigen Generationen lösen!
            Nur indem sie das todschweigen oder wegideologisieren, löst sich dieses legitime Argument nicht in Luft auf.

          • Urs Brock sagt:

            Hampi sagt: 6. Februar 2011 um 12:29

            In den vergangenen weis ich was, so +20 Jahren und mehr, wurde soviel was einst in einem gemeinschaftlichen Sinn verstanden wurde zugunsten privater Profitinteressen eliminiert…

            Schade, weil diese insgesammt und trotz der angeblich ineffizienten Beamten und Staatsgebilde durchwegs billiger im Unterhalt waren. Zumindest hier in den Europäischen Ländern und auch der Schweiz.

            Das PK System ist für mich abgehakt und sobald es eine Möglichkeit gibt werde ich das verlassen… zu Gunsten einer AHV welche als sogenannter Generationenvertrag verstanden wird. Dieses Verständis wäre nicht’s neues da Politik bis in die 80′ Jahre des letzten Jahrhunderts generell so gemacht wurde… Es sollte also ein Verständis dafür gebildet werden das die AHV Abzüge steigen können, aber genauso selbstverständlich werden diese auch wieder gekürzt…

            Elementar dafür wäre natürlich, das die AHV nicht mehr schlecht geredet wird sondern eben positiv dargestellt wird…

            Da im Umlageverfahren kein Kapital akkumuliert wird sind die plötzlich befreiten PK Gelder komplett unabgängig von der AHV. Die könnte man einfach auszahlen. Gleichzeitig werden die AHV Abgaben angehoben und die PK Abgaben entsprechend und ersatzlos eliminiert… von einem Monat auf den anderen und das ohne Rentenkürzungen…

            Das Schweizer Volk wurde von Anfang an mit der PK über mehrere Tische gezogen. Die grössten Raubzüge wurden bis vor ein paar Jahren beim Stellenwechsel vollzogen wo der Arbeitgeberanteil einbehalten wurde… Dies obwohl das im Abstimmungstext nie so gestanden hat…

            Die bürgerlichen (ja tatsächlich) wehren sich bis heute die Frage der überschüssigen Renditen zu klären. Viel lieber lässt man diese von den PK Verwalten absahnen wärend die Verluste klar geregelt sind… zu ungunsten der Einzahler/Rentner.

            Die 3te Säule ist übrigens genauso ein Raubzug da die Gebühren und Kosten ungefähr so hoch sind wie die Steuerabzüge und versprochene Verzinsung die man damit erhält. Am Ende bleibt nicht viel mehr als der einbezahlte Betrag übrig…

            Die AHV existiert nicht auf dem Buckel künftiger Generationen…

          • Hampi sagt:

            Urs Brock sagt 6. Februar 2011 um 17:58

            Stünde ich also ein Jahr vor der Pension und ihre Wunschvorstellung würde in Erfüllung gehen, dann würde ich also den vollen Betrag aus meiner PK ausbezahlt bekommen. Und im nächsten Jahr käme ich in den Genuss der „Super-AHV“.

            Das würde dem Begriff „Abzockerei“ eine neue Dimension geben!

          • Thomi Horath sagt:

            Hampi, bezüglich Schmerzgrenze, was die Kinder ihren Eltern als AHV noch zahlen wollen, so ist diese wohl am Sinken, wenn all die Mamis ihre Sprösslinge kurz nach Geburt schon in die Krippe bringen…. :/ Besser man schaut noch ein bisschen selber, wie man überlebt….

          • Urs Brock sagt:

            Hampi sagt: 6. Februar 2011 um 19:47

            Ahhh sie listiger, eine Lücke in meinen überlegungen. Aber macht nicht’s. die PK Gelder gehören ja ihnen was man dann mit den Rentenberechtigungen aus der AHV macht… Nunja, da könnte man dann drüber streiten ob das die Megaabzocke ist oder nicht…

            Nun, entweder man privatisiert die versorgung der Renter und Alten macht’s alleine oder dan halt gemeinsam.

            Aber vom Prinzip her finde ich meine Idee irgendwie doch nicht die dümmste…

          • Hampi sagt:

            @Urs Brock sagt: 7. Februar 2011 um 10:09

            Ihre Ideen würde ich nie als dumm bezeichnen. Ich finde ja die Entwicklung mit den Pensionskassen auch bedenklich. Es ist mir auch bekannt, dass die Büros der Pensionskassen in Sachen Pomp und Luxus jenen der Banken in nichts nachstehen. Die Banken können dabei wenigstens anführen, sie müssten physische Kunden bedienen.

            Und da Symbolik auf zwei Seiten wirkt, besagt dieser Zustand eigentlich schon viel.

            Aber der negativste Effekt ist, dass mit den Pensionskassen der Kapitalismus dem Volk entfremdet wird. Der Bürger gibt nicht nur sein Geld in die Pensionskassen, sondern auch (zum Beispiel) die Aktienstimmrechte (Macht). Das hat dann immer mehr zur Folge, dass Aktiengesellschaften von der Philosophie anderer Institutionen bestimmt werden und nicht vom gesunden Menschenverstand (nur im Durchschnitt natürlich). Und wenn im Extremfall nur noch die politischen/ökonomischen/sozialen Ansichten von den Pensionskassen-Managern die Geschicke (Kontrolle, Lohnpolitik, etc.) einer Aktiengesellschaft leiten, dann kommt es nicht gut raus.

            Und beim Volk entsteht obendrein der Eindruck, dass es einfach sei, sein Kapital/Ersparnis zu erhalten, geschweige denn zu vermehren. Es gibt gescheite Leute, die sagen, dass dies fast unmöglich ist. Wenn man sieht, dass diese Pensionskassen-Typen wie Könige leben, ist dieser Eindruck aber schon fast verständlich. Im Endeffekt denkt der Bürger auf der Strasse, er sei praktisch nicht abhängig, von dem, was auf der Welt geschieht, sondern vielmehr von den Banken/Pensionskassen etc. (you name it).

            Das Resulatat ist die erwähnte Entfremdung des Kapitalismus beim Volk.

            Damit Kapitalismus funktioniert muss der Bürger irgendwie in die Entscheidung, wie und wo sein Geld angelegt wird, einbezogen werden. Dann ist er nämlich auch für das Ergebnis mitverantwortlich.

  • Hermann Hoffmann sagt:

    Stimmt nicht. Mit der Einführung der Rentenmark 1923 war die Hyperinflation schon längst zu Ende. Ich würde mal sagen der Artikel wurde mies recherchiert.

    Hitler ist hauptsächlich eine Folge des Versailler Vertrags, der extrem harten Bedingungen der franz. Besatzung im Rheinland und der Gleichgültigkeit der liberalen u. konservativen Parteien. Diese Bedingungen und auch die Weltwirtschaftskrise (Aktiencrash) von 1929 hatten zur Folge daß es bis 1933 über 6 Mio Arbeitslose gab die nach einigen Monaten, nicht so wie heute, keine Hilfen mehr erhielten.

  • Rolf Schumacher sagt:

    Stimmt. Ohne zermürbende Deflation wäre die Weimarerrepublik nicht derart geschwächt worden. Die Krise nahm das Vertrauen in die neue Republik und spülte das frustrierte Volk den Rechtspoupulisten und Kommunisten in die Hände. Der parteilosen Hindenburg und die Monarchisten, welche hinter ihm standen, schlossen sich (absolut widerwillig) den braunen (aber wenigstens noch bürgerlichen) Kräften an. Die Deflation war der Motor der die Masse Richtung Hitler bewegte aus Angst vor einem kommunistischen Staat. Die Wallstreetganoven (J.P. Morgan, Harimann, Schiff etc etc etc) haben selbstverständliche beide Kräfte (Hitler und den Kommunismus) voll finanziert. Der grosse Krieg war der Weg aus der Weltwirtschaftskrise und spülte die Weltherrschaft definitiv der Wallstreet in die Hände.

  • Ben Nadini sagt:

    Schreiben Sie doch endlich einmal etwas positives über die Schweiz, statt immer nur schlechtes über Deutschland!

    • Leo's Schale sagt:

      RICHTIG und Danke @Ben Nadini, Merci für Ihr klares Statement ! Aber es ist ja schon lange so, dass die meisten CH’s sich, bzw. die CH einfältigerweise immer mit ihrem Lieblingsfeind, von dem sie übrigens sehr wenig Ahnung haben, messen wollen. Das ist kindisch, bzw. Äpfel mit Birnen verglichen, naiv und zeigt das ewige Neidgefühl gegenüber dem für Europa sehr wichtigen, grossen und im Grossen und Ganzen auch äusserst erfolgreichen, starken Nachbarn. Die Verantwortung und Leaderposition von DE kann natürlich ein Ländchen wie die CH niemals wahrnehmen, aber ewig keifen, motzen und krankhaft Negatives bei DE suchen ist wie: „Was kratzt das die mächtige Eiche wenn ihr ein kleiner Kläffer an den Stamm pinkelt“ ;-))

      • Manuel Plüss sagt:

        @ Ben Nadini: Ich kann im Text von Hr. Straumann beim besten Willen nichts schlechtes über Deutschland entdecken. Der Autor kommt einzig zum Schluss, dass entgegen der kollektiven Erinnerung die Deflation ebenso schlimm war für die deutsche Gesellschaft wie die Hyperinflation. Das ist eine wertungsfreie Aussage, die man teilen kann oder nicht.

        BTW: Was sind „CH’s“?

      • Michael Schneider sagt:

        @Leo und Ben: Sehe ich überhaupt nicht so. Vielmehr nehme ich das als kritische Auseinandersetzung unter Nachbarn war. Auf die Schweiz gemünzt: Jeder ausserhalb Zürich läster motz und keift über Zürich. Und jetzt? Es geht nicht mit -aber eben auch nicht ohne. Lieber Kritisch als peinlicher Ja-sager.

      • Thomi Horath sagt:

        Die grosse Eiche und die kleine Eibe nebendran werden bald ins Feuer der Hyperinflation geworfen! Und nach dem Feuer wird die Eiche schneller wieder Fuss fassen und wachsen als die Eibe. Eiben wachsen langsam und sind deshalb selten. (Bin gerade am Verarbeiten eines Traumas hier im Botanischen Garten Zürich, sorry… )

    • Daniel Signer sagt:

      @Leo’s Schale: Wo wird im Artikel krankhaft Negatives gesucht, gekeift oder gemotzt? Und dazu in Ihrem achso tollen Vergleich die Schweizer gleich als kleine Kläffer die an die Eiche pinkeln darzustellen. Gratulation, Sie haben es geschafft, das Klischee vom Grossmaul aus dem grossen Kanton wieder aufzuwärmen. Ihre Landsleute werden sich für Sie schämen!

    • norbert nussbaum sagt:

      Die NZZ machts vor: „RAUBÜBERFALL DER BERNER SCHÜLER IN BERLIN BESCHÄFTIGEN SCHULE“

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