Heiteres Rechnen in den Bankbilanzen

PANORAMA ZUSAMMENGESETZT AUS ACHT EINZELFOTOS UND DIGITAL BEARBEITET ---  Blick auf den Paradeplatz mit dem Hauptsitz der Credit Suisse, Mitte, und der UBS, am Donnerstag, 8. Juli 2010 in Zuerich. National und international wird nach Loesungen des Too Big To Fail-Problems gesucht. Eine Studie der Universitaet Zuerich im Auftrag der SP kommt zum Schluss, dass Wandelschulden das beste Mittel gegen die faktische Staatsgarantie für Grossbanken sind. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Die Risikogewichtung in den Bankbilanzen ist massiv gesunken: Paradeplatz in Zürich mit den Grossbanken UBS und CS. (Keystone/Alessandro Della Bella)

Endlich. In knapp zwei Monaten jährt sich der Zusammenbruch von Lehman Brothers und die darauf folgende Beinahe-Kernschmelze im globalen Finanzsystem zum fünften Mal. Und nun, endlich, tut sich Entscheidendes in der Regulierung systemrelevanter Grossbanken.

In den USA haben sich zu Beginn der Woche die wichtigen Aufsichtsbehörden – die Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) und die Notenbank – dafür ausgesprochen, von den acht grössten amerikanischen Bankgiganten künftig eine Eigenkapitalquote von 5 bis 6 Prozent zu verlangen (nebenbei: die FDIC will sogar noch weitergehen als die Notenbank; ein Zwist, den der frühere IWF-Chefökonom Simon Johnson in diesem Kommentar treffend beschreibt).

Wieso ist das wichtig? Die 5 bis 6 Prozent wurden als so genannte Leverage Ratio definiert, und es soll den Banken dabei nicht erlaubt werden, ihre Bilanz-Anlagen nach Risiken zu gewichten. Das ist eine entscheidende Abkehr von der bisherigen Praxis der Regelwerke des Basler Ausschusses: Sowohl im Basel-II- wie auch im Basel-III-Regelwerk, welches gegenwärtig global in unterschiedlichem Tempo eingeführt wird, dürfen die Banken ihre Anlagen nach Risiken gewichten (Basel-III empfiehlt wenigstens eine ungewichtete Leverage Ratio von 3 Prozent).

Nun mögen 5 bis 6 Prozent Eigenkapitalquote nicht nach viel klingen. In der Tat fordern beispielsweise die Ökonomen Martin Hellwig und Anat Admati mit sehr stechenden Argumenten deutlich höhere Eigenkapitalpuffer – wer sich dafür interessiert, findet hier ein zeitloses Interview, das mein Kollege Christoph Gisiger mit den beiden in Washington geführt hat.

Trotzdem muss der jüngste Vorstoss der US-Behörden als Meilenstein gewürdigt werden. Erstens, weil leider festgestellt werden muss, dass die meisten Grossbanken auch fünf Jahre nach Lehman noch meilenweit davon entfernt sind, eine Leverage Ratio von 5 Prozent aufgebaut zu haben. Die folgende Grafik von Morgan Stanley zeigt, wie etwa UBS, Credit Suisse oder Deutsche Bank noch immer unter 3 Prozent liegen (in diesem Blogbeitrag hat mein Kollege Markus Diem Meier schon eingehender darüber geschrieben):

Achtung: Die waagrechte Linie in der Grafik markiert die von Basel-III empfohlene Leverage Ratio von 3 Prozent. Auch die amerikanischen Finanzkolosse (in der Grafik dunkelgelb eingefärbt) haben also noch einiges an Aufbauarbeit zu leisten, um auf 5 bis 6 Prozent zu kommen.

Besonders desolat ist die Kapitalisierung weiterhin im europäischen Bankensektor, wie es der Ökonom Daniel Gros vom Brüsseler Think Tank CEPS in diesem Kommentar mit dem Titel Europas Zombie-Banken auf den Punkt bringt.

Noch wichtiger ist jedoch der ein anderer Punkt: Endlich verabschieden sich die Regulatoren (zumindest in den USA) von der Idee, den Grossbanken die Risikogewichtung nach ihren eigenen internen Modellen zu überlassen.

Die Idee dahinter, erstmals aufgestellt im Basel-I-Werk von 1988 und danach verfeinert 1996 und 2004, war eigentlich durchaus sinnvoll: Angenommen, Grossbank A halte auf der Aktiv-Seite ihrer Bilanz ausschliesslich Staatsanleihen der Schweizerischen Eidgenossenschaft im Gesamtwert von 1000, während die Anlagen der Grossbank B aus Krediten an kleine und mittelgrosse Unternehmen im Wert von 1000 bestehen: Niemand würde bestreiten, dass die Anlagen der Grossbank A weniger riskant sind als jene der Grossbank B.

Die Basel-Regelwerke erlaubten es daher den Grossbanken, ihre Anlagen nach Risikogewichten zu gruppieren: sichere Anlagen wie Staatsanleihen erhielten ein Risikogewicht von null, mussten für die Berechnung der Eigenkapitaldeckung daher überhaupt nicht einbezogen werden.

Nun ist seit der Einführung und Verfeinerung der Basel-Werke etwas Sonderbares geschehen, wie folgende Grafik zeigt (Quelle: Bank of England):

Die Grafik stammt von Andrew Haldane, Exekutivdirektor im Führungsgremium der Bank of England (wir haben ihn in diesem Beitrag schon eingehend vorgestellt). Sie zeigt die durchschnittliche Risikogewichtung der Anlagen in den Bilanzen von 17 global tätigen, systemisch relevanten Grossbanken wie UBS, Deutsche Bank und Citigroup.

Demnach lag das aggregierte durchschnittliche Risikogewicht, mit dem diese 17 Banken im Jahr 1994 ihre Anlagen bewertet hatten, auf etwa  70 Prozent. Bis kurz vor Ausbruch der Finanzkrise 2007/08 war es auf 35 Prozent gesunken. Heute liegt es knapp unter 40 Prozent.

Es gibt nur drei mögliche Erklärungen für diese über die letzten zwanzig Jahre massiv gesunkene Risikogewichtung in den Bankbilanzen:

  • Erstens: Die Anlagen in den Bankbilanzen sind heute halb so riskant wie vor zwanzig Jahren.
  • Zweitens: Die Banken sind heute doppelt so geschickt im Management ihrer Bilanzrisiken wie 1994.
  • Drittens: Die Banken haben gelernt, die Gewichtungsregeln für ihre Zwecke auszunutzen («gaming the system») und mit allerlei Tricks ihre internen Modelle so anzupassen, dass unter dem Strich ein möglichst geringes Risikogewicht herauskommt – was ihre Bilanz schlanker aussehen lässt, als sie ist.

Glaubt jemand ernsthaft, Varianten eins oder zwei träfen zu?

Hier noch zwei, drei Links zu Themen in eigener Sache:

  • Letzte Woche haben wir in diesem Blogbeitrag die Frage aufgeworfen, ob China soeben seinen «Minsky-Moment» erlebt hat. Hier ein aktuelles Interview zur wirtschaftlichen Lage in China mit dem in Peking lehrenden Ökonomen Michael Pettis, das mein Kollege Ernst Herb geführt hat. «In China ist nur ein Wirtschaftswachstum von 3 bis 4 Prozent nachhaltig», warnt er.
  • Hier eine spannende Grafik, die die horrend hohen Investitionsraten in China mit jenen in Japan und Korea in den Siebziger- und Achtzigerjahren vergleicht.
  • An den Weltfinanzmärkten spielt sich derzeit eine spannende und allmählich bedrohliche Entwicklung ab: Einige Emerging Markets, die bis vor kurzem massive Kapitalzuflüsse von ausländischen Investoren verzeichnet hatten, kämpfen verzweifelt gegen eine Kapitalflucht. Bestes Beispiel dafür ist die Türkei, wie mein Kollege Alexander Trentin in diesem Beitrag beschreibt.
  • Mehr zu dieser «Sudden Stop»-Thematik in einigen Schwellenländern, die exakt dem Muster der Asienkrise von 1997/98 folgt, in diesem Beitrag meines Kollegen Peter Rohner.
  • Ein Dauerthema an den Börsen ist es seit einigen Wochen, dass die US-Notenbank im Herbst beginnen könnte, ihre unkonventionelle Geldpolitik («Quantitative Easing») zurückzufahren. Was heisst es eigentlich genau für die Finanzmärkte, wenn der Geldhahn langsam zugedreht wird? Hier ein Erklärungsversuch von Alexander Trentin.

137 Kommentare zu «Heiteres Rechnen in den Bankbilanzen»

  • Wo gibts denn heutzutage keinen Lug und Betrug mehr?

  • Bob Baumeister sagt:

    …Heiteres frisieren der Bankbilanzen à la Pippi Langstrumpf („ICH mache mir die Welt – wie sie MIR gefällt“)… – im FuW – Archiv: Unter *Off-Balance-Vehikel* gibt’s dann noch wahre Trouvaillen wie zum Beispiel Nr. 93, 22. November 2008, : Citigroup verwaltete per Jahresultimo 2007 sage und schreibe 1300 Milliarden Dollar *ausserhalb* der Bilanz (im Keller? In der Cloud?)… Warum lese ich – auch hier – immer *in* der Bilanz*?!? Gibt’s irgendwo auch noch irgendwelche Schwarze Löcher? – Wurmlöcher im Keller der systemrelevanten 22 Primary Dealer direkt in die digitale Bit&Byte-Cloud der Zentralbanken? – Worauf bezieht sich jetzt die EK-Quote von 6 Prozent? Fragen über Fragen – denn ich traue keiner Bilanz, die ich nicht selber gefälscht habe 😉

    • Linus Huber sagt:

      Yup, Lug und Betrug sind heute normal.

      • Rolf Zach sagt:

        Also diese Sachen sind so alt wie der Kapitalismus. Jedermann sollte das „The Great Crash“ von Galbraith lesen, heute
        noch empfehlenswert. Goldman Sachs Trading Corporation von 1929 lässt grüssen. Auch die honorige Kantonalbank von Bern hat die BLS 1939 zu CHF 500 Nennwert bilanziert, Börsenwert CHF 5.–. 1965 war er wieder auf CHF 500.–. Niemand hat das gestört und niemand hat dadurch verloren. Dank der von vielen Blog-Teilnehmern schwer kritisierten FED haben
        sich die von der SNB übernommen Sub-Prime Papiere der UBS erholt und es bleibt für die SNB ein kleiner Gewinn übrig.
        Den die FED hat grosszügig diesen Schrott aufgekauft und damit stabilisiert. Es gab dadurch erneut einen Markt. Hätte
        die UBS dafür Anlagen in Zypern oder dem irischen Schattenbanksystem angelegt, wären diese wahrscheinlich weniger Wert als der US-Schrott. Man sieht die EZB ist einiges weniger forsch als die FED. Etwas was sehr faul, kann sich zum guten wenden und etwas weniger faules geht endgültig unter. Wo ist es für ein Geiger profitabler sich niederzulassen, bei den
        riesigen deutschen Schiffsfinanzierungen oder beim Zusammenbruch des Imperiums von Batista. Warren Buffet ist ja
        ein Spezialist für solche Sachen.

        • Linus Huber sagt:

          @ Rolf

          „Also diese Sachen sind so alt wie der Kapitalismus.“

          Ja sicher sind Lug und Betrug so alt wie selbst die Menschheit, es geht aber nicht darum, sondern darum, ob wir eine Geldpolitik betreiben, welche fuer das gesellschaftliche Zusammenleben negative Werte (wie eben z.B. Lug und Betrug) foerdert und belohnt. Dies ist der springende Punkt und nicht das menschliche Verhalten selber, welches meist einen persoenlichen Vorteil sucht. Ich kann dies in einem Satz zusammenfassen: Ehrliches (nicht dauernder Entwertung unterworfenes) Geld foerdert eine durch positive Werte (z.B. Ehrlichkeit) bestimmte Gesellschaft.

    • Bob Baumeister sagt:

      Upps – Mein Fehler! – Diese *Special*-Vehikel -SPV- wurden bereits angesprochen und laufen lapidar als „Gaming the System“..

      Nichtsdestotrotz: Wenn solche Ungeheuerlichkeiten – Bilanztricks in Höhe der Marktkapitalisierung eines SMI oder Dax alleine einer einzigen(!) Bank – zum „Spiel“ gehören und anscheinend zur Erhaltung des Systems unabdingbar sind…Nein, jetzt will ich gar nicht mehr wissen wie diese Schatten-Bilanzen der anderen Banken aussehen! – Der alte Kostolany hatte also doch recht:

      “Das allgemeine Wohl verlangt Lügen und Verrat. Mit etwas Zynismus würde auch ich behaupten, dass das ganze kapitalistische System eine Illusion, ein Schwindel ist – aber eben ein gut gemachter. Gott soll geben, dass er noch lange besteht…!”

      • Linus Huber sagt:

        @ Bob

        Lug und Betrug sind Teil der langfristigen Auswirkungen inflationaerer (geldentwertender) Geldpolitik. Die meisten Menschen sind nicht in der Lage, den Ursprung des Problems zu erkennen.

        • Bob Baumeister sagt:

          @ Linus Huber – „Der Ursprung des Problems“ – meiner Meinung nach liegt er da:

          [Mein Kommentar, 10.02.2013, NMTM-Goldene Zeiten]

          Unser monetäres Geldschöpfungssystem – Fiat Money – wird letztendlich durch ein “Monster” beherrscht!

          –> In jedem ZINSESZINSSYSTEM wachsen mit mathematischer Präzision die immer fiktiveren GUTHABEN und auf der Gegenseite die SCHULDEN!

          –>Weil aber die REALWIRTSCHAFT – in unserer endlichen Welt(!) – in immer geringerem Masse fähig ist diese exponentiell(!) wachsenden „Zwillinge“ Schulden/ Guthaben zu bedienen müssen die „Verrechnungseinheiten“ nun einfach „gedruckt“ werden – oder wir bekommen unser deflationäres Game Over, und zwar „bereits morgen früh“….

          Paul C. Martin hat vor bald 30 Jahren folgendes geschrieben:
          „Alle Staaten werden für alle Staaten, alle Notenbanken für alle Notenbanken haften, einschliesslich Währungsfonds und Weltbank und vielen anderen internationalen Institutionen. Und alle Staaten werden für alle Banken geradestehen, aber auch alle Notenbanken für alle Staaten und alle Staaten für alle Notenbanken. Alle, alle, alle werden für alle, alle, alle da sein. Und alle wissen, dass keinem von allen etwas passieren darf, weil dann allen etwas zustösst.“

          …ich habe mir jetzt einmal notiert, mit welch klugen Ideen dieses „Monster“ ausgeschaltet werden soll wenn die Stunde Null naht:
          1)Inflationieren à la Dr. G. Gono
          2)Zins bei O% bis zum St. Nimmerleinstag
          3)Reset! – Biblisches Jubeljahr (Lev 25,9 ein Signalhorn ertönt und alle sind schuldfrei…cool!)
          4)Platin-Münze 1000 Billionen..(Nobelpreisträger Krugman)
          5)Das *temporarily* Fiat Money–System wird beendet [15.08.1973: $42.22]
          6)Aufkauf aller Schulden durch die Notenbanken (NZZ 09.11.2012; BoE)
          7)Island/ Argentinien à la: „Sorry, Staatsbankrott“ resp. „Sorry, Banks too big to save“
          8)Zoellicks Warenkorb (Öl, Rohstoffe, 5% Gold, Reis..) ->Mein Favorit!
          …also für jeden etwas dabei 🙂 ]

          • Linus Huber sagt:

            Gute Auflistung von Varianten.

            1. Hyperinflation waere die Folge
            2. Zinsen sind abhaengig vom Vertrauen in die Rueckzahlung in etwa gleichem Wert der Waehrung
            3. Die Frage liegt, ob wir einen kontrollierbaren Reset erwaegen, oder einfach weitermachen bis ein unkontrollierbarer Reset erzwungen wird, was wahrscheinlicher erscheint.
            4. Krugman der verblendete und politisch motivierte Inflationist
            5. Siehe Punkt 3
            6. Auch dies eine Frage des Ausmasses, indem mit der Gefahr der Hyperinflation gespielt wird.
            7. Ein wahrscheinliches Szenario, welches ich angemessen betrachte
            8. Eine schwierige Situation in jedem Fall, denn Regierungen sind immer staerker auf unser Geld aus, da sie nicht faehig sind mit den gegebenen Mitteln auszukommen.

          • G. Nardone sagt:

            @Bob Baumeister: Die Zins-Geld-System-Kritiker sind für die These, dass die Zins-Exponential-Funktion verantwortlich sei für das tendentiell exponentielle Wachstum der Vermögen & Schulden & letztlich zum Kollaps der Wirtschaft führe, immer noch einen faktischen Beweis schuldig, zwar sollte ich fairerhalber hier einräumen, dass es vielleicht auch keine geeignete Instrumente gibt um es objektiv beweisen zu können & in diesem Zusammenhang es mehr als nur erstaunt, dass man in der wirtsch. Praxis bis heute offenbar noch nie etwas von der Erfindung des Internets gehört hat, denn damit liesse sich die Buchhaltung aller Teilnehmer über eine netz-basierte Datenbank-Anwendung vernetzen & würde Wirtschafts-Wissenschaftler damit soviel relevante & natürlich dem fast schon heiligen Datenschutz zu Liebe nicht vergessend auch anonyme Infos von der dynamischen Natur der Wirtschaft in Echt-Zeit auf die Bildschirme pixeln, womit sie allerlei aufregende Spielchen treiben & mit grosser Wahrscheinlichkeit könnten wohl einige vernünftige & womöglich bahnbrechende sowie zuletzt hoffentlich endlich mal realistische Modelle dabei rausspringen, & somit verbleibt diese These weiterhin fragwürdig, sowie auch die allermeisten Ökonomen der beiden Wissenschafts-Richtungen überhaupt nicht zu beunruhigen & wiederum genauso weiterhin dabei in der von Ohne-Wirklich-Eine-Alternative-In-Der-Hand-Habend besetzten Alternativ-Szene ihre beruhigend-machenden Runden zu drehen, dabei gebe ich zu, dass sogar meine Wenigkeit sich allzulange dieser These in die Arme geworfen hatte, bis ich aber eines Tages wahrscheinlich aber zufällig im Zeitalter der irrigen Vernunft erwachte und dabei nicht ganz unähnlich wie nach einem Kater erkennen musste, dass diese mathematische (Zins-)Exponential-Funktion nur in meinem Kopf, oder von dort halt dann den Weg auf’s Papier sowie auch auf die Wandtafel fand, existierte & zwischen ihr und der wirtsch. Realität doch noch grosse, weite und unbekannte Welten vegetierten.

          • G. Nardone sagt:

            @Bob Baumeister: Die Zins-Geld-System-Kritiker sind für die These, dass die Zins-Exponential-Funktion verantwortlich sei für das tendentiell exponentielle Wachstum der Vermögen & Schulden & letztlich zum Kollaps der Wirtschaft führe, immer noch einen faktischen Beweis schuldig, zwar sollte ich fairerhalber hier einräumen, dass es vielleicht auch keine geeignete Instrumente gibt um es objektiv beweisen zu können & in diesem Zusammenhang es mehr als nur erstaunt, dass man in der wirtsch. Praxis bis heute offenbar noch nie etwas von der Erfindung des Internets gehört hat, denn damit liesse sich die Buchhaltung aller Teilnehmer über eine netz-basierte Datenbank-Anwendung vernetzen & würde Wirtschafts-Wissenschaftler damit soviel relevante & natürlich dem fast schon heiligen Datenschutz zu Liebe nicht vergessend auch anonyme Infos von der dynamischen Natur der Wirtschaft in Echt-Zeit auf die Bildschirme pixeln, womit sie allerlei aufregende Spielchen treiben & dabei mit grosser Wahrscheinlichkeit wohl auch einige vernünftige & womöglich bahnbrechende sowie zuletzt hoffentlich endlich mal realistische Modelle dabei rausspringen könnten, & somit verbleibt diese These weiterhin fragwürdig, sowie die allermeisten Ökonomen der beiden Wissenschafts-Richtungen überhaupt nicht zu beunruhigen & wiederum genauso auch dabei in der von Ohne-Wirklich-Eine-Alternative-In-Der-Hand-Habend besetzten Alternativ-Szene ihre beruhigend-machenden Runden zu drehen, dabei gebe ich zu, dass sogar meine Wenigkeit sich allzulange dieser These in die Arme geworfen hatte, bis ich aber eines Tages wahrscheinlich aber zufällig im Zeitalter der irrigen Vernunft erwachte und dabei nicht ganz unähnlich wie nach einem Kater erkennen musste, dass diese mathematische (Zins-)Exponential-Funktion nur in meinem Kopf, oder von dort halt dann den Weg auf’s Papier sowie auch auf die Wandtafel fand, existierte & zwischen ihr und der wirtsch. Realität doch noch grosse, weite und unbekannte Welten vegetierten.

          • G. Nardone sagt:

            Die Zins-Geld-System-Kritiker sind für die These, dass die Zins-Exponential-Funktion verantwortlich sei für das tendentiell exponentielle Wachstum der Vermögen & Schulden & letztlich zum Kollaps der Wirtschaft führe, immer noch einen faktischen Beweis schuldig, zwar sollte ich fairerhalber hier einräumen, dass es vielleicht auch keine geeignete Instrumente gibt um es objektiv beweisen zu können & in diesem Zusammenhang es mehr als nur erstaunt, dass man in der wirtsch. Praxis bis heute offenbar noch nie etwas von der Erfindung des Internets gehört hat, denn damit liesse sich die Buchhaltung aller Teilnehmer über eine netz-basierte Datenbank-Anwendung vernetzen & würde Wirtschafts-Wissenschaftler damit soviel relevante & natürlich dem fast schon heiligen Datenschutz zu Liebe nicht vergessend auch anonyme Infos von der dynamischen Natur der Wirtschaft in Echt-Zeit auf die Bildschirme pixeln, womit sie allerlei aufregende Spielchen treiben & dabei mit grosser Wahrscheinlichkeit wohl auch einige vernünftige & womöglich bahnbrechende sowie zuletzt hoffentlich endlich mal realistische Modelle dabei rausspringen könnten, & somit verbleibt diese These weiterhin fragwürdig, sowie die allermeisten Ökonomen der beiden Wissenschafts-Richtungen überhaupt nicht zu beunruhigen & wiederum genauso auch dabei in der von Ohne-Wirklich-Eine-Alternative-In-Der-Hand-Habend besetzten Alternativ-Szene ihre beruhigend-machenden Runden zu drehen, dabei gebe ich zu, dass sogar meine Wenigkeit sich allzulange dieser These in die Arme geworfen hatte, bis ich aber eines Tages wahrscheinlich aber zufällig im Zeitalter der irrigen Vernunft erwachte und dabei nicht ganz unähnlich wie nach einem Kater erkennen musste, dass diese mathematische (Zins-)Exponential-Funktion nur in meinem Kopf, oder von dort halt dann den Weg auf’s Papier sowie auch auf die Wandtafel fand, existierte & zwischen ihr und der wirtsch. Realität doch noch grosse, weite und unbekannte Welten vegetierten.

          • Bob Baumeister sagt:

            9) 1-8 sind passé!…Voilà: *Bail-in* (FINMA 07.08.2013; >100.000.- )

            Gerade noch rechtzeitig (*fortuna*) und zum Wohle aller wird uns künftig nach dem neuerlichen grandiosen Testlauf auf der „Insel der Götter“ diese neue virtuose (*virtú*) Wunderwaffe mit ihren sauberen, klaren Regeln und Rechtssicherheit (*ordini*) in Zukunft vor jedem drohenden System-Crash schützen! – Die letzte Schmach des modernen, künftigen Finanzfaschismus auf der „Insel der Elfen und Trolle“ ist somit bald…vergessen. 😉

        • G. Nardone sagt:

          @Baumeister: Die Zins-Geld-System-Kritiker sind für die These, dass die Zins-Exponential-Funktion verantwortlich sei für das tendentiell exponentielle Wachstum der Vermögen & Schulden & letztlich zum Kollaps der Wirtschaft führe, immer noch einen faktischen Beweis schuldig, zwar sollte ich fairerhalber hier einräumen, dass es vielleicht auch keine geeignete Instrumente gibt um es objektiv beweisen zu können & in diesem Zusammenhang es mehr als nur erstaunt, dass man in der wirtsch. Praxis bis heute offenbar noch nie etwas von der Erfindung des Internets gehört hat, denn damit liesse sich die Buchhaltung aller Teilnehmer über eine netz-basierte Datenbank-Anwendung vernetzen & würde Wirtschafts-Wissenschaftler damit soviel relevante & natürlich dem fast schon heiligen Datenschutz zu Liebe nicht vergessend auch anonyme Infos von der dynamischen Natur der Wirtschaft in Echt-Zeit auf die Bildschirme pixeln, womit sie allerlei aufregende Spielchen treiben & dabei mit grosser Wahrscheinlichkeit wohl auch einige vernünftige & womöglich bahnbrechende sowie zuletzt hoffentlich endlich mal realistische Modelle dabei rausspringen könnten, & somit verbleibt diese These weiterhin fragwürdig, sowie die allermeisten Ökonomen der beiden Wissenschafts-Richtungen überhaupt nicht zu beunruhigen & wiederum genauso auch dabei in der von Ohne-Wirklich-Eine-Alternative-In-Der-Hand-Habend besetzten Alternativ-Szene ihre beruhigend-machenden Runden zu drehen, dabei gebe ich zu, dass sogar meine Wenigkeit sich allzulange dieser These in die Arme geworfen hatte, bis ich aber eines Tages wahrscheinlich aber zufällig im Zeitalter der irrigen Vernunft erwachte und dabei nicht ganz unähnlich wie nach einem Kater erkennen musste, dass diese mathematische (Zins-)Exponential-Funktion nur in meinem Kopf, oder von dort halt dann den Weg auf’s Papier sowie auch auf die Wandtafel fand, existierte & zwischen ihr und der wirtsch. Realität doch noch grosse, weite und unbekannte Welten vegetierten.

          • Bob Baumeister sagt:

            @G. Nardone
            Bravo! – Es sind zweifelsohne immer viele verschiedene Kräfte mit unterschiedlichen Wirkungen zu unterschiedlichen Zeiten am Werk! – Alle diese bekannten und unbekannten(!) Kräfte:
            -Zinseszins (*The Most IMPORTANT Video You’ll Ever See*/ Wo soll der Zins eigentlich herkommen?)
            -Konjunkturzyklus (Kondratieff…) Staatsverschuldung, Arbeitslosenzahlen….
            -Manipulationen der Notenbanken (Claraplatz 2, 18. Stock, Sonntags um Sieben Room E)
            -Naturgewalten, Kriege
            -Paradigmen-Wechsel, QE *unlimited*, Technologische Innovationen, Übernahmen…
            -Regel-Änderungen (adios „Pacta sunt servanda“…), TINA-Faschismus, Block-Parteien,…
            u.s.w.
            sind eine „Black-Box“ und zeigen uns immer nur….ein bisschen Realität – aber niemals die ganze Wahrheit!

            „Die Wahrheit ist ein so kostbares Gut, dass sie hinter einem riesigen Berg von Lügen versteckt werden muss!“

            „Verstünden die „Proles“ unser Geldsystem…morgen früh wäre Revolution!“

            Also schauen wir mal – mit noch verschwommenen Augen wie Platons Höhlenmensch – hinter diesen Berg von Bankenkrisen, Staatsschuldenkrisen, Immobilienkrisen, Eurokrisen:

            Ein paar Familien beherrschen letztendlich direkt (ETH: 147 Konzerne!) und indirekt (Politik, Medien, Militärs, Geheimdienste, Notenbanken etc.) ALLES! – Familien-Clans regieren die Welt! DIE haben die absolute Macht…aber bald auch ein unlösbares Problem!

            Wenn das berühmte 1% der Bevölkerung 90% der Guthaben besitzt und die Staaten überschuldet sind genügt eigentlich simple Mathematik, dass ohne Gelddrucken eigentlich…(Tabelle 1-9)

            „Jedes Ende ist ein Anfang – wir fangen immer wieder von vorne an!“

  • Rolf Zach sagt:

    Die beiden wichtigsten Säulen für das Überleben einer Bank sind Liquidität und Cash Flow. Wenn der Zahlungsstrom einer Bank wegen nicht abgestimmten Fristen und nicht hereingekommen Erträgen ins Stocken gerät und diese auch durch Liquidierung von Aktiven ihre Kosten nicht mehr decken kann, ist sie sehr schnell bankrott. Für Vermeidung solcher Zusammenbrüche wurden auch die Zentralbanken gegründet, nebst ihrer anderen Aufgabe, dem Staat Kredit zu gewähren. Die Gretchenfrage stellt sich nun, wo gibt es ein vorübergehendes Liquiditätsproblem und wo muss eine solche Bank, so gross sie auch sei, wegen ihrem bis die Fingerspitzen faulen Portfolio verschwinden. Immobilienfinanzierung kann sich als sehr volatil erweisen. Sie hängt stark von der Konsumentenstimmung ab und wir sich deren Einkommen entwickelt. Es kann durchaus sehr gewinnträchtig sein, eine solche Bank zu übernehmen, z.B. Wells Fargo bei Century Bank und Wachovia. Der Bankensektor eines Landes ist direkt abhängig
    von der Grösse der Binnenwirtschaft und aus welchen Währungen sie sich zusammensetzt. Sie braucht natürlich immer auch das Vertrauen ihrer Anleger, aber noch wichtiger als das Vertrauen der Anleger ist die Tatsache, haben diese Anleger die Möglichkeit
    ihre Gelder rechtzeitig zurückzuziehen. Lehman Brothers ist ein Paradebeispiel einer Bank, die sich mehr im Interbankmarkt verschuldete als anlegte. Eine solche Bank ist bei Vertrauensverlust ziemlich schnell am Ende der Fahnenstange. Auch wenn
    Lehman Brothers nicht 3 % sondern sogar 6 % Eigenmittel gehabt hätte, wäre sie bankrott gegangen, wenn diese Eigenmittel auch in Sub-Prime AAA-Papieren angelegt worden wären. Anderes Beispiel. Wo wollen die chinesischen Kunden der chinesischen Bank bei deren Schwierigkeiten abhauen. Sie sind schlussendlich dort angekettet. Daraus ergibt sich zwingend die Frage nach der Qualität des angelegten Eigenkapitals, ein Puffer von 10 % kann schnell verdampfen, wenn das Kreditportfolio verfault ist.

  • G. Nardone sagt:

    Herr Dittli, was die gesunkene Risikogewichtung in den Banken betrifft könnte es möglicherweise noch eine 4. Möglichkeit geben: Auslagerung der Risiken in Schattenbanken?

    • Mark Dittli sagt:

      Herr Nardone, es wurden gewiss im grossen Stil Risiken in Ausserbilanzvehikel (Special Purpose Vehicle, SPV) ausgelagert. Ich sehe das aber als Teil der Variante 3: Gaming the System.

  • Ich empfehle allen am Thema interessierten wärmstens das Buch „Whoops! Why everyone owes everyone and no one can pay“ von John Lanchester (gibt es auch auf doitsch. Hab es jedenfalls im Barth im ZH HB gesehen). Der Autor ist kein Ökonom (Vorteil!!) und beschreibt die Ursachen der Finanz- und Schuldenkrise. Ein wichtiges Thema im Buch sind exakt die im Artikel erwähnten Risikomodelle, mit denen Banken ihre Bilanzen geschönt oder jene Regeln umgangen haben, die zu ihrem eigenen Schutz aufgestellt wurden.

    Banken haben quasi den Geschwindigkeits-Beschränkungs-Chip aus ihren BMWs ausgebaut, um schneller fahren zu können, und präsentierten uns hinterher die Rechnung, nachdem sie aus der Kurve geflogen sind und Totalschaden gemacht haben. Und wenn man sie fragt, wieso sie sich auf zT abstruse Risikomodelle verlassen hatten, die sie ohnehin nie verstanden haben und auch jetzt nicht verstehen, geben sie zur Antwort: Sie haben doch immer bestens funktioniert und nur jetzt in der Krise versagt. Kann man sich grössere Ignoranten vorstellen? Ein Risikomodell ist wie ein Airbag, und der muss nicht „immer“ funktionieren, sondern nur ein einziges Mal, und zwar exakt in der „Krise“.

    Dieses und andere Themen werden im Buch erörtert. Ich habe keinen Vorteil davon, ob ihr es lest oder nicht, aber mich ödet es etwas an, wenn ich hier und anderswo immer irgendwie dieselben ausgelatschten Argumente wieder und wieder lesen muss.

    • Linus Huber sagt:

      @ Ralph

      Ein gute Darstellung des Verhaltens der Banken, wobei der Ausbau des Geschwindigkeits-Beschränkungs-Chips grundsaetzlich auf dem Verstaendnis beruhte, dass die Allgemeinheit die Kosten des Risikos uebernimmt und diese Idee der implizierten Staatsgarantie keineswegs aus der Luft gegriffen war, sondern durch die Handlungen der Zentralbanken und anderen Kontrollorgane gefoerdert wurde.

  • Walter Kuhn sagt:

    Die erste Grafik im Artikel ist der archetypische Anwendungsfall für Churchills Diktum: eine Fälschung von der grafischen Aufbereitung her. Wenn man Hebel mit grafischen Mitteln miteinander vergleichen will, dann muss muss der kürzere Hebelarm, der in der Grafik als „Leverage Ratio“ benannt ist, jeweils gleich lang sein, und den unteren Teil der Säule bilden. Auf den jeweils geleich langen (bzw. kurzen!) Hebeln wird der längere aufgebaut, welcher hier die Ergänzung auf Hundert wäre. Je länger der Hebel in der richtigen Darstellung wäre, desto grösser ist die wirkliche Leverage bzw. Hebelwirkung.

    Anders ausgedrückt: Je grösser die Aktiva (oder Ausleihungen etc.) im Verhältnis zum Eigenkapital sind, desto grösser ist das Risiko. Richtig dargestellt wäre also jeweils das Eigenkapital als gleich lange bzw. kurze Säulen, und die risikobeweteten Aktiven würden darauf aufgetürmt. Das wäre dann vergleichbar mit dem Hebel aus der Physik. Vergleichsweise lange Säulen zeigen dann grössere Gefahr an.

    In der Grafik im Artikel bedeuten jedoch kurze Säulen grosses Risiko, was völlig gegen die Intuition und gegen unsere natürliche Vorstellung von einer Hebellänge geht. Solange die Bankenaufsicht mit solchen täuschenden Darstellungen operiert, wird sie die Banken nie in den Griff bekommen, bzw. die Banken werden die in ihren Augen tumben Politiker immer täuschen können.

    Sehen wur uns das einmal in der Praxis an: In der oberen Grafik im Artikel kommt viel zu wenig zum Ausdruck, dass das Risiko von Nationwide (2 Längeneinheiten) doppelt so gross ist, als das Risiko von BoA (4 Längeneinheiten), im Gegenteil, Nationwide wirkt mit seinem kurzen Säulchen harmlos im Vergleich mit den anderen.

    • Linus Huber sagt:

      @ Walter

      Ich verstehe Ihren Kommentar. Die Darstellung des Hebels waere vielleicht besser, indem man obig aufgefuehrten Prozentsatz des Eigenkapitals verwendet um das Verhaeltnis zwischen Bilanzsumme und Eigenkapital in einer klar den Hebel ausweisweisenden Zahl ausdrueckt. In solch einer Darstellung waere der Hebel von z.B. Nationwide 50 oder CS 40.

  • Johnny Smith sagt:

    Gratulation zu diesem Artikel, MD. Ich kann den Hauptaussagen absolut zustimmen:

    1. Leverage: ist immer noch zu hoch, Eigenkapitalanteil sollte endlich wieder höher sein
    2. Risikogewichtung: Der Teufel liegt in den Details. Und wenn die Banken diese Details weitgehend selber bestimmen, erstaunen Grafiken wie die von Haldane ja nicht wirklich. Deshalb Risikogewichtung für die groben Leitplanken weglassen. Für interne Managementsysteme mag das anders sein…

    Ich möchte einen Punkt zusätzich betonen (wurde aber auch im Artikel erwähnt): obige Aussagen gelten für TBTF Banken. Banken, welche (wie andere normale Marktteilnehmer) auch untergehen dürfen, sollten weniger strikte Eigenkapitalvorschriften haben. Wie dann Systemrelevanz definiert wird, ist dann das nächste Problem…

    • Anh Toan sagt:

      @Johnny Smith: “ Leverage: ist immer noch zu hoch, Eigenkapitalanteil sollte endlich wieder höher sein“

      Wie hoch muss es sein?

      Und falls Sie mir dies nicht sagen können, was ich vermuute, woher wissen Sie dann, dass es überhaupt höher sein soll?

      • Walter Kuhn sagt:

        Lever heisst Hebel. Mit einem langen Hebel, d.h. viele potenzielle Risiken gegenüber wenig Eigenkapital, wird die Wahrscheinlichkeit grösser, dass sich materialisierende Risiken das Eigenkapital auslöschen, und Konkurs oder Staatsrettung die Folge werden.

        Die Risiken werden grösser, nicht kleiner, wenn eine Bank gleichzeitig Kreditbank, Vermögensverwalterin und Investment Bank ist. Kein Mensch auf dieser Erde beherrscht alle diese Gebiete gleichzeitig, es wird nur behauptet, dass man danach eine Ausrede hat, man könne halt nicht überall hinschauen. Da gibt es nur eines: Grossbanken zerschlagen und Trennbankensytem einführen, wie es vorher in den USA war.

      • Johnny Smith sagt:

        Wie so oft fordern Sie logisch korrekt und mit bewundernswertem Nachdruck eine klare Definition ein 😉

        Ich kann Ihnen nicht sagen, wie hoch die ‚richtige‘ Leverage-Zielquote sein soll. Tröstlich ist aber immerhin, dass in dieser Frage es auch den ‚Experten‘ so geht. Das bedeutet aber nicht, dass man keine Aussage zur aktuellen Situation machen kann bzw. in welche Richtung es gehen soll. Nehmen wir als Beispiel die Wassertemperatur in einem Hallenbad: wenn es 5°C sind, ist es mir zu kalt, 40°C sind mir zu heiss. Wo liegt jetzt die ‚richtige‘ Temperatur?

        Zurück bei den Banken: Bleiben wir in der lokalen Nähe und nehmen als Beispiel die UBS. Die war offensichtlich 2008ff nicht in der Lage, ihr Risikoportfeuille alleine durch die Finanzkrise zu tragen. Das Leverage war zu hoch. Andere Beispiele: Lehman, Fortis, RBS, HRE, Caixa, …

        Oder sind Sie anderer Ansicht?

        • Anh Toan sagt:

          Ich teile Ihre Meinung grundsätzlich. Ich sehe den Hauptlösungsansatz jedoch nicht bei wie hohen und wie auch immer berechneten Eigenkapitalquoten, sondern im TBTF: Je grösser die Bank, desto mehr Eigenkapital muss sie haben, die Verschärfung wird solange erhöht, bis sich die grossen Banken freiwillig aufspalten zum Beispiel. Wieviel „genug“ Eigenkapital ist, werden wir nie wissen, also müssen wir dafür sorgen, dass wir mit den Konsequenzen leben können, wenn es nicht genug ist.

          • Johnny Smith sagt:

            „Je grösser die Bank, desto mehr Eigenkapital muss sie haben“

            Da sind wir gleicher Meinung, deshalb in meinem ersten Kommentar der Hinweis auf TBTF. Eine ‚kleine‘ bzw. im Krisenfall nicht zu stützende Bank braucht weniger hohe Eigenmittelvorschriften mMn als umgekehrt TBTF Banken.

            Aber auch bei der TBTF/Systemrelevanz Diskussion liegt der Teufel in den Details. Grösse ist sicher ein wichtiger Faktor. Hat zB auch Staatsgarantie damit zu tun? Nachschusspflicht der Eigentümer?…

      • Linus Huber sagt:

        Der Guru sagt 20%.

      • G. Nardone sagt:

        @Anh Toan – @Johnny Smith – @Linus Huber:
        Ich möchte hier ein Vorschlag über die Höhe der Leverage-Quote in die Diskussion reinwerfen.
        Zusätzlich zu einer fixen Quote, die für alle Banken gilt, noch eine dynamisch ermittelbare Zahl, kontext-bezogene, also Risiko-gewichtet & die im Verhältnis von Menge der jeweiligen Anlage/Risiko zu Total-Aktiven steht & die dann völlig individuell für Banken ist.
        Und als Risiko-Gewichtung nehmen wir einfach die Rendite der jeweiligen Risiken. Denn es heisst so schön, je höher das Risiko desto höher die Rendite, zumindest in der Theorie, ob das aber in der Realität auch wirklich immer oder hauptsächlich der Fall wäre kann ich nicht beurteilen.
        Unten seht ihr eine Tabelle die ich weiter unten erkläre. Die Tabelle und Zahlen sind extrem einfach gehalten und die Zahlen nicht realistisch, aber geht ums Prinzip & Verständnis:

        Aktiven: — Rendite: — Leverage-Risiko-Gewichtung:
        50 staatsanleihen — 4 % — 1%
        50 unternehmen — 6 % — 1.5%
        60 hypotheken — 3 % — 1%
        40 Hochriskantes — 10 % — 2%
        totale:
        200 aktiven — 5.5%
        EK-Leverage% Puffer fix — 4.5%
        EK-Leverage% Total — 10%
        20 EK-Leverage% erforderlich

        In der ersten Spalte sind die versch. Anlagen und in der zweiten Spalte die Rendite die sie jeweils abwerfen.
        In der dritten Spalte ist die Risiko-Gewichtung. Berechnet wird sie einfach folgendermassen in diesem Bsp. für 1. Zeile:
        Betrag 50 der Staatsanleihen sind ja ein Viertel der Total-Aktiven von 200, somit wird die Rendite von 4% der Staats-Anleihen durch 4 geteilt und wir haben eine Risiko-Gewichtung von 1% usw.
        Man nehme die Summer dieser Risiko-Gewichte = 5.5%.
        Dazu nehme man eine statische EK-Quote, die dann für jede Bank gilt, ich nenne diese Zahl hier ein Puffer, von 4.5%.
        Total EK-Leverage-Quote ist somit 10%, erforderliches EigenKapital = 20.

        Was haltet ihr davon?

        • G. Nardone sagt:

          Habe in der Tabelle einen Rechenfehler drin, berichtigt: 60 hypotheken — 3 % — 0.9% und nicht 1%

        • Linus Huber sagt:

          @ Nardone

          Was immer dazu beisteuert, das Risiko und dessen Kosten beim Risikotraeger zu belassen, erhaelt meine uneingeschraenkte Unterstuetzung. Wann kann man Sie zum Chef der SNB waehlen?

          • G. Nardone sagt:

            @Linus Huber: … zum Chef der SNB … Niemals befürchte ich, aber zumindet könnte ich Sie als Referenz angeben, könnte meine Chancen möglicherweise beträchtlich erhöhen, wenn auch Ihre Referenz bisher die Einzige wäre …

        • Anh Toan sagt:

          @G Nardone

          Ich fühle mich nicht ausreichend qualifiziert, Prozentsätze zu berechnen, jedoch meine ich, dass grundsätzlich nichts daran vorbeiführt, die Mindestkapitalvorschriften auf zwei Wegen zu berechnen, einmal ohne Risikogewichtung und einmal mit Risikogewichtigung, wobei das höhere Ergebnis anzuwenden ist. Zusätzlich , müssten diese Vorschriftenh mit einer Progression entsprechend der Grösse der Banken versehen werden, je grösser die Bank umso grösser das notwendige Eigenkapital. Mittel Verschärfung dieser Progression liesse sich die Grösse der Banken mit einem marktwirtschaftlichen Instrument steuern.

          • G. Nardone sagt:

            @Anh Toan: Die fixe Quote von 4.5% in meinem Vorschlag habe ich rein willkürlich gewählt bzw. ich habe einfach eine Zahl genommen damit ich dann in der Summe eine „schöne“ & „einfache“ Zahl wie 10% erhalte.
            Die Höhe dieser fixen Quote müsste immer noch von kompetenten Gremien definiert werden, weil ich darüber auch nicht die geringste Ahnung habe.
            In meinem Vorschlag geht es vor allem um eine zusätzliche Quote, die dynamisch, risiko-gewichtet und individuell ist, die dann gleichzeitig & zusammen mit einer fixen Quote anzuwenden wäre, um eben auch der inherenten, dynamischen Natur wirtschaftlichen Treibens Rechnung zu tragen.
            Und möglicherweise würde diese Lösung auch weniger Bürokratie wegen Aufsicht & Kontrolle erfordern. Aber da könnte ich mich auch irren.

  • Walter Graf sagt:

    Danke für mich ist der Fall klar. Ich werde mir einen Tresor mit Einbruchtest bei Dianit in Bubikon kaufen und bin dann endlich von den Banken unabhängig.

    Meine Eltern haben bei der Pleite der Sparkasse Thun in den 90-er Jahren genug Geld verloren…

  • Daniel Munkerl sagt:

    Es wäre besser, wenn man gleich alle wegschauen würden – da die Revisionsfirmen dies ja schon seit Jahrzehnten machen. Das Augezudrücken dieser Firmen ist die Lücke der Katastrophe, welche es gegeben hat und weiter geben wird. Das Interesse an Ehrlichkeit ist nicht vorhanden und die namhaften Gesellschaften PwC, KMPG usw. sind die Nutten dieser Firmen – brutal ausgedrückt, aber die Wahrheit – sie hätten sonst nie soviele Aufträge, wenn ….naja …

    Die Politik ist zwar der Hauptschuldige, aber was machen, wenn die Leute dort alle aus dem gleichen Holz geschnitzt sind ? Auch Afrika hat sich seit Jahren nicht verbessert – nur Ausbeutung vom Feinsten – danach Villen im Westen – ist das Leben (lassen) ???

    • Linus Huber sagt:

      Alle Leute sind aus aehnlichem Holz geschnitzt. Wichtig ist, dass wir diese Eigenschaften in den Regeln beruecksichtigen und uns bewusst sind, dass Regeln nur so gut sind, wie die Menschen, welche sie anwenden. Es ist daher wichtig, dass Regeln moeglichst kurz und klar sind, um deren Korruption (Umgehung, Unterlaufen, neu Interpretieren) wenig Chancen zu bieten.

    • will williamson sagt:

      „…und die namhaften Gesellschaften PwC, KMPG usw. sind die Nutten dieser Firmen – brutal ausgedrückt, aber die Wahrheit – sie hätten sonst nie soviele Aufträge, wenn ….naja …“

      Wes Brot ich ess, des Lied ich sing!

  • Walter Kuhn sagt:

    Bankbilanzen sind heute purer Schwindel, und darum gibt es kein „Heiteres Rechnen in Bankbilanzen“ mehr. Beispiel UBS:

    Adoboli hat in London bekanntlich 2 Mrd. CHF vernichtet. Dieses führte zu einem Downrating der UBS. Die UBS hat darauf eigenen Verpflichtungen aus Obligantionenschulden um CHF 2 Mrd. abgewertet. Die glauben im Ernst selbst nicht mehr daran, ihren eigenen Verpflichtungen nachkommen zu können oder zu müssen! (Eine Ausrede ist, dass sie ihre selbst ausgegebenen Obligationen bei abgesenktem Rating an der Börse selbst billiger zurückkaufen könnten – aber war tun sie es denn nicht?)

    Die Finma gibt auf Frage nach dem vollständigen Buchungssatz dieser Verschönerung der Passivseite an: Handelsgewinne an Obligationenverpflichtungen. Der Verlust, den Adoboli mit dem Eigenhandel gemacht hat, wurde so elegant in einen Handelsgewinn umgewandelt. Solchen Schwindel am Aktionär dürfen wahrscheinlich auf Versicherungen begehen. Was tut wohl die Swiss Life, wenn sie die von Maschmeyer übernommene AWD von 2 Mrd. auf nahezu 0 CHF abschreibt, was die einzig richtige Bewertung für eine vormalige Kloppertruppe in den Händen eines Lebensversichers ist? Das Modell UBS wird wahrscheinlich im Massstab 1:1 übernommen, denn es ist heute dieselbe Finma, die auch die Versicherungen „beaufsichtigt“. (Vor ein paar Jahren konnte sich die Swiss Life nur durch eine von Grossbanker Matter abgegebene Behauptung vor der Liquidation retten, er hätte eine Käufer für die Gotthardbank, welche die Swisslife gesetzwidrig in den Sicherungfonds der Versichertungsnehmer eingelegt hatte.)

    • Walter Kuhn sagt:

      (Der Buchungssatz im ersten Satz des dritten Absatzes muss natürlich lauten: Obligationenverpflichtungen an Handelsgewinne, sorry)

    • Anh Toan sagt:

      @Walter Kun: Die Bewertung der Passiven nach Marktwerkt ist nicht „Schwindel am Kunden“, denn diese Buchungen sind so vorgeschrieben.

      Ich bin keineswegs überzeugt, dass die Bewertung von Passiven zum Marktwert (und nicht zum Nominalwert, falls dieser höher ist), sinnvoll ist, dennoch ist festzuhaqlten, dass die Abwertung der Schulden wegen Downgradings bei jeder Bank zu Aufwertungsgewinnen führt.

      Das Wichtigste an Buchführungsregeln ist nicht, dass sie vernünftig sind, was selbstverständlich hilfreich wäre beim Verständnis, sondern dass Interessierte (Anleger, Politik, Öffentlichkeit, Aufsichtsbehören) nachvollziehen können, wie die Zahlen zustande kamen. Was vernünftigerweise aus den Zahlen gelesen werden kann, ist wiederum Aufgabe der Interessierten.

      Sie stellen es so dar, als hätte die UBS anders buchen können, das wäre illegal.

      • Linus Huber sagt:

        Solange unser System mit Marktwirtschaft etwas am Hut haben soll, muessten saemtliche Bilanzwerte grundsaetzlich nach Markt bewertet werden. Wo kein Markt besteht, muss er eben geschaffen werden, und wenn nicht moeglich, es sicherlich am sinnvollsten erscheint, den Nominalwert zu verwenden. Bewertungen nach Modell eroeffnen Tuer und Tor zu Lug und Betrug.

        • Linus Huber sagt:

          Sorry, diese Regel sollte auf der Passivseite nicht in Anwendung kommen, da eine durch den Markt erhoehte Risikopraemie eines Unternehmens definitiv nicht als Gewinn eingestuft werden darf. Wenn das Unternehmen solch eine Diskrepanz jedoch ausnuetzen will, resp. kann, soll es dies tun, allerdings bezweifle ich, dass solch ein Unternehmen tatsaechlich in der Lage ist, sich durch den Rueckkauf der entsprechenden Anleihen einen Gewinn zu sichern, denn die Konditionen einer neu aufgelegten Anleihe duerften diese Risikopraemie ebenfalls beinhalten.

  • Martin sagt:

    Man darf nicht gang vergessen, dass Banken im Wesentlichen fremdes Geld verwalten also nicht mit anderen Unternhmen vergleichbar sind. Ein wichtiger Punkt den Herr Dittli vergessen hat: Heute gelten strengere Regeln darüber, was in der Bilanz überhaupt zu erfassen ist. Vor 10 Jahren durften noch mehr Positionen gar nicht in der Bilanz erschienen sein. Trotz alldem wäre eine Eigenkapitalquote von 10% durchaus angemessen für so riesige Unternehmen.

    • Doris sagt:

      Doch, bilanziell sind sie eben wie andere Unternehmen. Sie haben auf den Passivseite die Kundeneinlagen, aber die Aktiven können genau so schnell an Wert verlieren wie bei einem Industrieunternehmen (rsp hat 2008 gezeigt, dass dies sogar noch schneller sein kann wenn es keine Käufer mehr gibt). Von daher sehe ich nicht, wieso eine Bank weniger Eigenkapital braucht als ein Industrieunternehmen?
      Ein normales Unternehmen bekommt keinen Kredit, wenn sie 5% EK zeigen. Komischerweise geben wir als Bankkontoinhaber den Banken genau aber auch Kredit, obwohl sie absolut keine Sicherheiten vorweisen können…

      • Josef Marti sagt:

        Richtig erkannt Frau Doris. Der Kleinverdiener vertraut auf die offizielle Einlagenversicherung von 100’000, der Vermögende muss schauen dass er sich keine Klumpenrisiken zulegt. Da die Zentralbanken den Geschäftsbanken einen Mindestreservesatz vorschreiben und zudem diese Einlagensicherung besteht ist der Anreiz für Risikogeschäfte sogar noch erhöht.

        • Linus Huber sagt:

          Die Einlageversicherung wirkt marktverzerrend und sollte abgeschafft werden, wodurch sich der Anleger ueberlegt, bei welche Bank er ein Konto haelt.

          • Mit anderen Worten: Vollgeld! Was viele gar nicht wissen (ich bis vor Kurzem auch nicht), dass mein Geld auf einem Konto gar kein Geld ist, sondern nur ein Versprechen, den Betrag in Form von (Nationalbank-)Geld auszuzahlen, wenn ich es wünsche. Natürlich kann die Bank das Versprechen nicht einhalten, wenn sie denselben Franken an mehrere Leute ausleiht. Das ist letzlich der Grund für die Existenz der Einlageversicherung.

            Durch Vollgeld lassen sich viele der genannten Probleme beseitigen, nämlich…
            1. …dass Banken Geld aus dünner Luft erfinden und verleihen dürfen (und verlangen dürfen, dass der Steuerzahler das nicht-existente geld zurückerstattet, wenn die Bank sich verspekuliert).
            2. alle negativen Effekte masslosen Gelddruckens, über die Herr Linus Huber viel eloquenter Auskunft geben kann, sind beseitigt. Restlos.
            3. …dass „marktverzerrende“ Dinge wie Einlagenversicherungen notwendig sind. Da das Geld auf dem Konto Vollgeld ist, kann es nicht verloren gehen. Es gibt quasi für jeden Betrag ein Nötli, das irgendwo herumliegt.
            4. usw.

            Natürlich zahlen Banken auf Vollgeld keine Zinsen, da es ihnen nicht gehört. Man kann es aber auf einem Sparkonto „anlegen“, wie wenn man eine Kassenobligation kauft. Dann erhält man ZInsen, dafür gehört das Geld während der Laufzeit nicht mehr mir. Also genauso wie es sein sollte.

            Die Vollgeld-Initiative wird übrigens angeblich 2014 lanciert.

          • Josef Marti sagt:

            Apropo Mindestreservesatz (im Gegensatz zur Einlageversicherung): Wenn ich das richtig auf die Reihe gekriegt habe, diente diese ursprünglich vorrangig dazu die Zahlungsfähigkeit bei überdurchschnittlichem Auszahlungsbedarf zu gewährleisten. Jetzt ist es aber va. Mittel der Geldpolitik indem zB der Reservesatz gesenkt wird, kann mehr Liquidität auf den Geldmarkt geworfen werden und die Zinsen gesenkt oder im umgekehrten Fall angehoben werden. Die Einlagenversicherung wurde soviel ich weiss erstmals in den USA nach den damaligen Erfahrungen mit den ersten Bankruns etabliert. Jedenfalls alles Gründe für „Vollgeld“ und „keine Geldschöpfung aus dem Nichts“.

          • Linus Huber sagt:

            @ Ralph

            Es muss nicht automatisch zu einer vollstaendigen Vollgeld-Version fuehren, sondern setzt die Banken dem Druck nach hoeherem Risikokapital aus, was mit ein Faktor des Wettbewerbs sein muss.

            Das grundsaetzliche Problem liegt darin, dass bei der Bank deponiertes Geld von diesen nicht mit der gleichen Laufzeit ausgeleiht wird, wie der Sparer es der Bank zur Verfuegung stellt. Somit haben 2 Parteien gleichzeitig Anspruch auf dieses selbe Geld, was natuerlich nicht moeglich ist. Nur deshalb sind Bank-Runs ueberhaupt moeglich. Es handelt sich um ein legalisiertes aber trotzdem verbrecherisches Verhalten, da im Notfall man ein Versprechen brechen muss.

            Es ist vergleichbar mit der Idee, dass man 10 Autos an 14 Personen vermietet, wobei jeder dieser Personen das Anrecht erhaelt, ein Auto jederzeit benuetzen zu koennen. Die Bank nimmt sozusagen an, dass nie alle zur gleichen Zeit das Auto beanspruchen wollen. Ein offensichtlich betruegerisches Modell, nicht wahr.

        • will williamson sagt:

          @Linus Huber
          “ Die Bank nimmt sozusagen an, dass nie alle zur gleichen Zeit das Auto beanspruchen wollen. Ein offensichtlich betruegerisches Modell, nicht wahr.“
          Bei der Bank ist es tatsächlich so, dass nie alle zur gleichen Zeit das Auto beanspruchen, wenn das Bargeld das Auto ist. In vielen Fällen braucht man das Auto auch nicht, weil man ja auch mit Giro bezahlen kann. Trotzdem scheint mir ein Mindestreservesatz von 1%, wie aktuell in der EU gehandhabt, vom Standpunkt der Sicherheir aus völlig ungenügend. Aber die Banken lieben die Barauszahlungen und hohe Reservesätze nicht, weil sie das mögliche Kreditvolumen reduzieren.

  • Wenn man so will, dann besteht generell ein heiteres Rechnen in den verschiedensten Bilanzen: Zahlungsbilanzen, Bankbilanzen, Unternehmensbilanzen, Privatbilanzen, Umweltbilanzen usw. Eigentlich will man mit den verschiedenen Bilanzen ja etwas Festhalten, Messen und Aussagen können und eigentlich immer dasselbe: Leistung und deren Veränderung. Aber hier beginnt schon das heitere Rechnen wie vor 200 Jahren mit den verschiedensten Masseinheiten: Ellen, Füsse, Meter usw. Es muss damals ja ein Kraftakt gewesen sein, die Masseinheiten zu harmonisieren, aber es war notwendig, das Chaos wurde zu gross. Ich bin überzeugt, dass wir die verschiedenen Bilanzierungsmethoden auch harmonisieren müssen. Die Bilanzierungsmethode irgendwelcher Einheiten wie Personen, Unternehmen, Länder, Organisationen ist immer gleich und bezieht sich immer auf die gleiche Leistungs- bzw. Energiemasseinheit. Bringen wir das fertig? Im Moment ist es wohl noch viel zu anstrengen, aber es würde viele Probleme lösen, viele Streitigkeiten wegen unterschiedlicher Interpretation würden wegfallen, Banken erhielten keine Extrawürste mehr und man könnte sich auf das Wesentliche konzentrieren. Denn man will ja hauptsächlich nur eines wissen: Was leistet und hat jemand im Vergleich zu anderen. Ob dieser jemand nun eine Person, ein Unternehmen oder ein Land ist, spielt keine Rolle.

    • Linus Huber sagt:

      Ein grundsaetzliches Problem liegt darin, dass der verwendete Massstab (Waehrung) sich in seinem Wert ebenfalls dauernd veraendert aufgrund zentralistischer Planungswut.

  • Kalle Praktikus sagt:

    Banken gingen in der Vergangenheit genau so pleite wie andere Geschäftsmodelle auch. Der Wahnsinn an der ganzen Sache ist, dass man glaubt, die Banken seien so speziell, dass diese ohne angemessenes Risikokapital (Eigenkapital) bestehen können. Die Angemessenheit hat sich an den eingegangenen Risiken zu orientieren, was unbestrittenermassen nicht immer einfach ist. Die Gewichtung der Risiken – das sogenannte Riskassessment – bleibt bei aller Professionalität immer einwenig Wahrsagerei. Die Praxis zeigt, dass die Banken dank flotter Unterstützung der Politik keinen Moment zögern, die Dossiers zu ihren Gunsten zu frisieren. Beispiel: AMA. Es gibt keinen vernünftigen Grund Grossbanken zu erlauben einen von diesen individuell entwickelten Bewertungsmassstab zu verwenden, wenn letztere keinen wesentlichen EInfluss auf das Verhalten der Gegenpartei nehmen können. Das Argument, dass Otto-Normal-Verbraucher-Banken mit dem SMA gut bedient sind, weil diese beispielsweise vornehmlich in Staatsanleihen investiert sind, ist gelinde gesagt genauso Humbug. Staaten machen regelmässig Pleite. Daher kann eine Staatsanleihe per se nicht einfach so als solide gelten. Dies trifft um so mehr zu, wenn der ausgebende Staat die Anleihe zur Deckung von Haushaltsdefiziten einsetzt.

    Das Basler Regelwerk kann meines Erachtes im besten Fall als gelungener Versuch gewertet werden, etwas Ordnung im Finanzsektor zu schaffen. Mehr nicht. Was fehlt, ist ein konsequetes Verbot Eigenhandel zu betreiben sofern Kundengelder entgegen genommen werden. Beim Vorliegen von Kundengeldern müsste der Handelsbestand mit 100% Eigenkapital unterlegt werden. Ferner sollte es den sogenannten Geschäftsbanken untersagt sein, staatliche und quasi staatliche Organisationen zu finanzieren. Es muss eine Interessen-Entflechtung statt finden. Politik und Banken unter einem Dach schalten und walten zu lassen hat bis anhin immer ins Verderben geführt.

    • Linus Huber sagt:

      @ Kalle

      „Das Basler Regelwerk kann meines Erachtes im besten Fall als gelungener Versuch gewertet werden, etwas Ordnung im Finanzsektor zu schaffen.“

      Bis zu diesem Satz gehe ich mit Ihnen einig. Jedoch handelt es sich bei den Basler Regeln eher, zumindest in der Vergangenheit, um ein durch die Zentralbanken zur Verfuegung gestelltes Feigenblatt fuer die dauernde Erhoehung des Hebels, mit welchem die Banken arbeiteten. Einzig jetzt scheint sich die Richtung zu aendern. Ebenfalls laedt die Komplexitaet dieser Regeln geradezu dazu ein, sie zu unterlaufen, zu umgehen oder neu zu interpretieren.

  • Jakob vonGunten sagt:

    Interessant! Seitenland und monatelang wird über die Banken und deren Risiken spekuliert, gelästert und vor allem: dummgeschrieben. Dabei wird vorsätzlich ausgegrenzt und totgeschwiegen, wer am ganzen Desaster schuld ist. Es sind Regierungen und Politiker, die eigenmächtig in die Märkte eingreifen, kurzfristig die Regeln zu ihren Gunsten biegen und dann verwundert tun, wenn ganze Finanz-Systeme deswegen zusammenkrachen. Jimmy Carter und Bill Clinton nötigten die beiden grössten US Hypobanken dazu, ungesicherte Kredite mit über 100% Belastung zu verteilen und boten dafür Staatsgarantie. Als diese ausblieb, krachte das System zusammen und verursachte eine weltweite Finanz- und Bankenkrise. Griechenland log sich in die EU mit getürkten zahlen und alle wussten das; die folgende jahrelange verantwortungslose Staatsverschuldung ohne Absicht und Fähigkeit, Zinsen und Kaptial je zurückzuzahlen, endete im Staatsbankrott und einer EU-Krise. Portugal und weitere Länder operieren gleich. Und wozu die Verschuldung? Nicht, um das Land wirtschaftlich aufzubauen, nein: um die eigene Wahl-Klientele mit unkündbaren Staats-Jobs, hundertprozentigen Frührenten und Kürzestarbeitszeiten zu bedienen.
    Das Banken-Bashing soll nur flächendeckend von der politischen Verwantwortungslosigkeit und den korrupten politischen Systemen ablenken. Mir kommt es vor wie die Story um den armen Snowden: Keiner redet vom umfassenden Skandal aller involvierten Regierungten, die systematisch und flächendeckend seit Jahren die Rechte ihrer Bürger missachtet und sie ausspioniert; nein, die Medien richten ihren Focus auf Spekulationen und nichtiges Gerede über die Transitzone des Moskauer Flughafens.
    Politik und Medien heute: es ist immer noch dasselbe Prinzip von „Brot und Spiele“; dafür opfert man leicht Demokratie, Moral und Zukunft. Es geht ums Geschäft, um Geld und um persönliche Bereicherung; vor allem in Politik und Medien. Nur darum. Widerlich!

    • Josef Marti sagt:

      Wie immer ist das Gegenteil wovon Sie schreiben zutreffend. Politiker und Regierungen haben gar nichts zu sagen und zu bestimmen, und schon gar nicht haben sie die Macht, in irgendwelche Märkte einzugreifen. Darüber bestimmen einzig und allein die Notenbanken, die Grossbanken und die Finanzmarktaufsichtsbehören (bei uns heissen die Finma, früher EBK). Diese Gremien sind das offizielle Politbüro und haben spätestens seit 1980 die alleinige Macht über Wirtschaft und Gesellschaft und schieben ihre Marionetten (genannt Politiker) vor wenn es gegenüber der Öffentlichkeit etwas zu berichten gibt, mehr nicht. Die Finanzwirtschaft hat das Primat über die Realwirtschaft und dieser gewisse Regelen auferlegt; für sich selber hat sie alle Regeln abgeschafft. Wer das immer noch nicht begriffen hat, dem ist definitiv nicht zu helfen.

      • will williamson sagt:

        Der Günter Öttinger, seines Zeichens EU-Kommissar für Glühlampenverbote, hat doch gerade gesagt, man dürfe die EU-Kommission nicht verkleinern und der Euro müsse bleiben, weil die internationalen Investoren das so wollen. Das zeigt doch, wer regiert. Auch Seehofer hat vor einiger Zeit in der Sendung von Pelzig gesagt, die Gewählten hätten ncihts zu sagen und die, die etwas zu sagen haben, seien nicht gewählt. Deutlicher geht’s nicht mehr.

    • Rene Wetter sagt:

      Ich finde es eher bedenklich wie Sie die Banken reinwaschen zu versuchen. Dann die Behauptung die demokratischen Präsidenten hätten die Banken „genötigt“ 100% Belehung zu akzeptieren (wenn dem wirklich so war, was ich bezweifle, haben die republikanischen Präsidenten Reagan Bush und Bush jun Gegensteuer gegeben oder erwähnen Sie die nur idologischen Gründen nicht?) Es ist die ureigene Aufgabe der Banken Risiken zu beurteilen und Bonitäten zu prüfen, die können die Verantwortung nicht an Gesetzgeber oder Politik abschieben, umsomehr dass sie die Gesetze selber mit ihren Lobbyisten beeinflussten.
      Zur Politik: Der Politiker hat Interessen wiedergewählt zu werden. Spart er oder erhöht er die Steuern wird er abgewählt. Ein Grund für die Verschuldung. Jedes Land ist individuell ins Verderben gelaufen GR und IT wegen Korruption und Steuerhinterziehung SP und IRL wegen Immocrash und Bankenrettung. Die Geldgeber delegierten die Bonitätprüfung an Ratingagenturen die wiederum mit diesen verbandelt sind. Für mich handelt jede Bank verantwortungslos die selbst keine Risikobeurteilung mach und das Gleiche gilt für das Klumpenrisiko. Man darf keine Kredite rausgeben die bei einem Ausfall das Unternehmen in Gefahr bringen. Man muss die Finanzindustrie wieder auf ein normales Mass zurückstutzen und das gilt auch auf deren Gewinne, Boni und Löhne. Wenn man das nicht endlich begreift, wird es bald wieder krachen und viele werden ihre Existenz verlieren, nicht aber die Verantwortlichen

      • Jakob vonGunten sagt:

        @Marti, Wetter&Co: Informieren Sie sich, bevor Sie schreiben! FannyMae und FredyMac sind die grössten und staatlich kontrollierten Hypo-Banken der USA; die entsprechenden Verordnungen sind öffentlich einsehbar, allerdings nur auf englisch. Es ist heute unbestritten, dass die staatlich verordnete Kreditvergabe OHNE Bonitätsprüfung und bis über 100% des Marktwertes auf einen präsidialen Akt zurückgehen, egal, ob das in Ihr Weltbild passt oder nicht. Hypotheken sind Schuldbriefe, die frei handelbar sind und jederzeit weiterverkauft werden können. Diese Schuldbriefe wurden genau dann toxisch,als der Staat seine Garantie zurückzog; zu dem Zeitpunkt waren die Schuldbriefe schon im ganzen weltweiten Finanzsystem verstreut, und die Käufer zählten auf die US-staatliche Garantie. Die präsidial verordnete Kreditvergabe entgegen aller Marktregeln (Bonität und Kollateral) war sozialistisch-ideologisch bedingt; der Weiterverkauf im Finanzsystem entsprach den geltenden Regeln und Gesetzen. Die Ratings der Schuldverschreibungen basierten auf der gegebenen Staatsgarantie; erst der Wortbruch der Regierung löste die Katastrophe aus. Dasselbe gilt heute für Griechenland und Portugal: Ideologisch bedingte Markteingriffe opportunistischer Linkspolitiker, die ihre Einmalerfolge mit nachhaltiger Misere erkaufen. Das kommt mir vor wie die Fische in der Karibik, die mit Dynamit kurzfristig ihre Ertäge steigerten mit dem Resultat, dass die Karibi leergefischt und die Korallenbänke zerstört sind. Die Verantwortung der Politik und deren verantwortungslose Verschuldungspolitik wird als „solidarisch“ und „gerecht“ definierte, und man blendet die katastrophalen Folgen einfach aus, weil nicht sein kann was nicht sein darf.

        • Josef Marti sagt:

          Ein präsidialer Akt vom sozialistischen Präsident Bush? Gut zu wissen, dann haben wir ja den Schuldigen.

        • Linus Huber sagt:

          @ Jakob

          Wohneigtumsfoerderung, wie die meisten anderen staatlichen Programme, fuehren langfristig betrachtet, meistens in ein Disaster. Es ist daher sinnvoll, die staatliche Macht klar zu begrenzen, ansonsten sich die Politik getragen vom Selbstinteresse der Verwaltung und der Kurzsichtigkeit der Politiker fast immer eine nicht nachhaltige Entwicklung in Gang setzt.

          • Rolf Zach sagt:

            Wenn eine Regierung einseitig das Einkommen und Vermögen der oberen 10000 fördert, muss die Regierung für die
            Aufrechterhaltung des Gedeihen der gesamten Volkwirtschaft den Kredit des Mittelstandes extrem erleichtern und
            die kaufmännische Vorsicht zurückstellen. Diese Quadratur des Kreises war ab 2008 unmöglich durchzusetzten.
            Seitdem versuchen die Eliten mit Unterstützung ihrer Propagandisten aus Wissenschaft und Journalistik und der Hilfe
            der Zentralbanken, dieses goldenen Zeiten wieder herbeizuführen. Um Gottes Willen keine Steuern oder nur solche die
            den Mittelstand und die Unterschicht belasten! Man redet dann von absolut notwendigen Reformen. Es gibt aber auch
            Kolumnisten, die durchaus für eine vorübergehende Geldexpansion sind, wie z.B. Krugman. Diese Kolumnisten gehörigen nicht zu den vorerwähnten Schlaumeiern.

      • will williamson sagt:

        Ihnen könnte das Buch „Die Kreatur von Jekyll Island“ von Edward Griffin ein paar interessante Informationen zur FED und den amerikanischen Banken liefern.

  • Alex Zatelli sagt:

    Risikogewichtung = Konkursverschleppung. Jedes normale Unternehmen, das seine Bilanz so manipuliert, bekäme es mit der Staatsanwaltschaft zu tun.

    • Linus Huber sagt:

      Grundsaetzlich Ja.

      Wenn Banken heute saemtliche Aktiven nach Markt bewerten wuerden, waeren die meisten Bankrott.

  • Anh Toan sagt:

    Die Risiken insbesondere in einer Bankbilanz finden sich nur auf der Aktivseite:

    Nimmt eine CH-Bank 100 USD entgegen und legt diese bei der SNB in CHF an, liegt das Risiko nicht in der Abwertung des CHF auf der Aktivseite der Bilanz sondern in der Aufwertung des USD auf der Passivseite. Da die Aktiv- und die Passivseite gleich hoch sind, kann bei einer nicht risikogewichteten Eigenkapitalvorschrift auch anhand der Aktivseite berechnet werden, logisch ist es jedoch falsch, die Risiken nur auf der Aktivseite (Anlagen) zu suchen.

    Mir erscheint es unmöglich, Risiken und das zur Deckung derselben notwendige Eigenkapital generell abstrakt zu definieren. Legt die Bank die USD in meinem Beispiel statt bei der SNB in USD Cash in den Keller, ist ihr Risiko, betrachtet man lediglich die Aktivseite deutlich grösser, betrachtet man aber die gesamte Bilanz, ist das Risiko kleiner, ja sogar Null. Eine nicht risikobasierte Eigenkapitalvorschrift kann meines Erachtens nur ein Minimalkriterium sein, das mit einem zeiten, risikogewichteten Kriterium zu kombinieren ist (x Prozent auf Risikowichtete Anlagen, mindestens aber x Prozent auf die gesamte Bilanzsumme).

    Nützlicher, zur Vermeidung grosser Verwerfungen erscheint mir aber, erstens dafür zu sorgen, dass es keine Banken mehr gibt, die für sich alleine bereits so gross sind, dass deren Pleite das gesamte Finannzsystem einbrechen lässt, und die Abtrennung des Investmentbankings.

    • Anh Toan sagt:

      …finden sich NICHT nur auf der Aktivseite, sollte der erste Satz heissen..

      • Josef Marti sagt:

        Ob Aktiv- oder Passivposten spielt keine Rolle, da sowieso handelsrechtlich erfolgswirksame Bewertungskorrekturen nach unten und somit EK-mindernd vorgeschrieben sind wenn die Werteinbussen auf der Hand liegen. Nimmt man aber eine Bilanzsumme welche das Bruttoprinzip nicht verletzt und somit grössenmässig korrekt ist (sie sollte auch nicht aufgebläht sein) als Bezugsgrösse dann hat man mit einem EK Puffer von X% ein enstprechendes Verlustabdeckungspotential. Ist dieses aufgebraucht verliert in der Martktwirtschaft normalerweise der Aktionär; da man aber Grossbanken lieber rettet verliert der Kunde und/oder Steuerzahler und man schont den Aktionär. Das ist der Unterschied zwischen Finanzwirtschaft und Realwirtschaft.

        • Anh Toan sagt:

          @Joseg Marti: „Werteinbussen“ auf Passivposten verursachen Bewertunskorrekturen nach unten im Fremdkapital, die Gegenbuchung ist ein Ertrag in der Erfolgsrechnung, welcher wiederum den Gewinn und damit das Eigenkapital in der Bilanz erhöht. Umgekehrt verursachen „Wertsteigerungen“ auf Passiven Verluste.

          Sie haben nicht verstanden, was ich geschrieben habe. Die Passiven sind genauso relevant wie die Aktiven, der Beitrag redet aber nur von Anlagen, also Aktiven.

          Bruttoprinzip vs. „nicht aufblähen“:

          Als bankbuchhalterischer Laie erscheint mir äussert komplex, welche Positionen in einer bankbilanz zu verrechnen sind und welche nicht: Eine Bank hält Aktien einer Gesellschaft, gleichzeitig hat sie Calls auf diese Aktien verkauft: Das Nettorisko ist deutlich kleiner als wenn sie die Long Position (Anlageseite der Bilanz) nackt halten würde, also ohne die verkauften Calls auf der Passivseite der Bilanz. Buchhalterisch ist aber eine Verrechnung der beiden Positionen falsch.

          Sie erklären mir den Unterschied zwischen Finanz- und Realwirtschaft, erkennen jedoch nicht einmal im Ansatz, wie das Risiko in einer Bankbilanz zu quantifizieren ist.

          • Josef Marti sagt:

            Sie vermischen Bilanzgeschäfte und Ausserbilanzgeschäfte, letztere erscheinen definitionsgemäss nicht in der Bilanz. Dafür will man ja einen EK Puffer, wenn mal wieder so ein Adoboli wegen ausserbilanziellen Zockereien ein Loch verursacht. So gesehen könnte man sogar anstatt die Jahresrechnung bzw. Bilanz auch einen Prozentsatz der ausstehenden Kontraktvolumen (so denn diese überhaupt bei diesen Zockeranstalten ermittelbar sind) als Puffer einfordern, da hätten die Banken sicher Freude.

          • Anh Toan sagt:

            Ich glaube nicht, dass der Verkauf eines Calls nicht in einer Bankbilanz auf der Passivseite erfasst wird („ausserbilanzielle Geschäfte“ die ich gemäss Ihnen vermische)

          • Linus Huber sagt:

            Es sollte nicht Aufgabe der Bank sein, Calls und Puts auf eigene Rechnung auszustellen, sondern einzig darin, einen Markt dafuer zu schaffen.

  • Rolf Rothacher sagt:

    Die Rechnung ist schnell gemacht:
    Da Banken bei ihren Kreditvergaben recht hohe Risiken eingehen, wollen die Aktionäre von Banken auch mindestens 10% bis 12% Rendite (Reingewinn) erzielen, was 15% Gewinn vor Steuern bedeutet.
    Bei 20% Eigenkapitalquote müssten somit 3% Gewinn vor Steuern erzielt werden. Hinzu kommen 2% zur Deckung der Kosten (Löhne usw.). Bei 20% Eigenkapital müsste also die Zinsmarge zwischen Spargeld/Obligationen und Darlehen/Kredite rund 5% betragen.
    Basel III verlangt dagegen bloss 3% Eigenkapital, was 0,5% Reingewinn vor Steuern bedeutet, zusammen mit den 2% zur Deckung der Kosten also eine Zinsmarge von 2,5% verlangt.
    20% Eigenkapital würde die Kreditnehmer also 2,5% mehr Zins kosten, als 3% Eigenkapital. In der Schweiz entsprechen diese 2,5% mindestens 25 Milliarden Franken pro Jahr oder 3’000 Franken pro Einwohner. Um diesen Betrag müssen pro Kopf der Bevölkerung die Mieten und Hypothekarzinsen pro Jahr steigen, damit die Banken 20% Eigenkapital ohne Risikogewichtung halten können. Andernfalls erzielen die Banken zuwenig Marge, um überhaupt von Aktionären mehr Eigenkapital zu erhalten. Denn kein Anleger risikiert sein Geld ohne angemessene Rendite.

    Zusammenfassung und Überblick:
    Basel III will 3% Eigenkapital = Zinsmarge von 2,5% (etwa der heutige Zustand)
    Die USA wollen 5 bis 6% Eigenkapital = Zinsmarge von 3% (in den USA bereits der Normalwert)
    20% Eigenkapital würde eine Zinsmarge von 5% bedeuten, was Kredite stark verteuert und Wirtschaftswachstum und Konsum deftig bremsen würde.

    Wir können es uns also aussuchen, was uns „sicherere“ Banken kosten sollen. „Sicherere“ steht hier in Hochkommas, weil die Banken mit hohen Eigenkapitalquoten ohne Risikogewichtung selblstverständlich vermehrt die hohen Risiken mit den grösseren Ertragsaussichten suchen werden, was das Finanzssystem bestimmt nicht sicherer macht, im Gegenteil.

    • Josef Marti sagt:

      Sie bestätigen nur, dass für Banken keine marktwirtschaftlichen Regeln gelten, denn Sie gehen von einer gegebenen Rendite aus und diktieren dem Markt bzw. Kunden die Kosten mit einer Rückrechnung indem Sie den Wettbewerb komplett ausblenden, das ist aber nur möglich wenn es in der Finanzwirtschaft tatsächlich keinen Wettbewerb geben sollte.

      • Ueli der Hecht sagt:

        @Josef Marti
        Im Kapitalismus gehen die Anleger immer von einer „gegebenen Rendite“ (Gewinnerwartung!) aus und die Unternehmen „diktieren“ dem Kunden immer die „Kosten mit einer Rückrechnung“ (Preis des Produkts!). Was denn sonst? Der „Wettbewerb“, den Sie so hoch schätzen, findet auch in der „bösen“ Finanzbranche statt – oder glauben Sie, dass die Banken sich gegenseitig nur Geschenke machen. Dieses ewige Gelaber von „Marktgläubigen“, die unbedingt einen Sündenbock brauchen, der die Fehler des Systems wenigstens in ihrer Phantasie korrigiert – geht mir langsam auf den Keks.
        Kritik, die in die falsche Richtung weist, war noch nie hilfreich und bietet im besten Fall eine Abreaktion von Aggressionen – aber ganz bestimmt keinen Erkenntnisgewinn.

        • Josef Marti sagt:

          Im Kapitalismus wissen die Anleger aber auch dass sie mit NULL Rendite rechnen müssen weil sie pleite gehen können weil das Kostendiktat nicht durchgesetzt werden kann. Das gilt aber nicht für TBTF Banken, daher gilt dort Kommunismus (einfach zu Ihrer Abreaktion Ihrer Aggression).

          • Ueli der Hecht sagt:

            @Josef Marti
            Es sind in den letzten Jahren ziemlich viele Banken pleite gegangen und die Anleger haben z.B. die UBS nicht wirklich honoriert – Riesige Institute, welche ganze Volkswirtschaften mit Liquidität versorgen sind nun mal nicht der Tanteemmaladen von nebenan, den man mal so mir nichts dir nichts pleite gehen lassen kann – . Übrigens: Nicht alles was ihrer Ideologie nicht in den Kram passt ist „Kommunismus“ – vielleicht sollten Sie mal ein Buch von Karl Marx lesen anstatt nur vom „Hören-Sagen“ sich eine Meinung zu diesem „Phanomen“ zu bilden. Ein „Weltwoche“-Leseverbot wäre auch hilfreich um ein bischen Ideologie aus dem Kopf zu entfernen.

          • Linus Huber sagt:

            @ Ueli

            Es ist auch nicht alles Kapitalismus, was Sie als solchen klassifizieren. Bei jeder Fehlentwicklung handelt es sich um ein Versagen des Kapitalismus und Freien Marktes in Ihren Augen, wobei es gerade die Verletzung dieser Prinzipien ist, welches uns das heutige Problem beschehrte.

          • G. Nardone sagt:

            @Ueli der Hecht: Ich applaudiere zu Ihren obigen Aussagen.

        • will williamson sagt:

          Die Preisgestaltung auf Kostenbasis war das Duttweiler Prinzip. Kosten plus kleiner Gewinn = Preis. Andere Grosskonzerne holen den Preis, den der Markt hergibt, egal wo die Kosten liegen. Ich hatte mich vor Jahren mal als Finanzchef bei einer Lackfabrik beworben. Der Direktor sagte mir im Bewerbungsgespräch, er habe diverse Artikel, an denen er 90% verdiene. Dafür schäme er sich fast. Den Preis hat er aber trotzdem nicht reduziert.

    • U. Lehmann sagt:

      @Rothacher
      Sie gehen davon aus, dass sämtliche Einnahmen durch das Zinsdifferenzgeschäft erzielt werden. Diese Annahme ist schlichtweg falsch.

      Ausserdem ist Ihre Rechnung statisch und greift deshalb zu kurz:
      Höheres Eigenkapital heisst geringeres Risiko und damit geringere geforderte Rendite. Durch die geringere Rendite sinkt die Rechtfertigung für die exorbitanten Banker-Löhne/Boni und dadurch die Lohnkosten. In welchem Ausmass dies geschehen wird muss natürlich abgewartet werden, aber die benötigte Zinsmarge wird mit mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit massiv tiefer ausfallen.

      Die Lösung zur Elimination der enormen volkswirtschaftlichen Risiken, welche unsere Grossbanken darstellen, ist im Grunde simpel:
      Jede Bank darf nur so gross sein, dass man sie untergehen lassen kann. D.h. die heutigen Grossbanken müssten aufgeteilt werden, sei dies nun in zwei oder zehn oder 50 kleine Banken (vgl. die „Babybells“ in den USA). Dadurch würde sich auch die Problematik der exorbitanten Löhne/Boni weitgehend von selbst lösen da bei einer kleinen Bank die Basis zur Finanzierung der exorbitanten Löhne ganz einfach nicht vorhanden ist.

      Dass wir unsere Ambitionen von einem Global Player auf dem internationalen Finanzparkett vergessen müssten, wäre die logische Konsequenz daraus.

      • Rolf Rothacher sagt:

        Nein, ich hab das Zinsdifferenzgeschäft gewählt, weil es volkswirtschaftlich die grössten Auswirkungen haben wird. Oder sollen etwa andere Geschäftszweige das Zinsgeschäft quersubventionieren? Nach dem Motto: der Hypothekarschuldner spekuliert auch noch mit Wertschriften, weshalb wir ihm eine geringere Zinsdifferenz berechnen können? Oder sollen die aktiven Anleger mit zu hohen Börsengebühren etwa die Mieten/Hypotheken anderer subventionieren? Oder leichtgläubige Bank-Aktionäre die Zeche für das Kreditrisiko mit zu geringen Renditen tragen?
        Wenn keine CH-Bank mehr international genügend gross für alle Geschäfte ist, werden die CH-Unternehmen von ausländischen Banken abhängig, die ebenso Pleite gehen und volkswirtschaftlichen Schaden verursachen können. Nicht zu vergessen all die KMU-Betriebe, die heute weltweit kaufen/verkaufen können inkl. all den Absicherungen, die dafür notwendig sind (z.B. Akkreditive). Haben Sie schon mal ein Akkreditiv über eine Kantonalbank abgewickelt? Oder gar über eine Raiffeisenbank? Das ist meistens ein Trauerspiel und der Kunde bekommt kaum Beratung, da die Erfahrung und Routine in diesen Banken fehlt.
        Banken untergehen lassen ist meistens ebenso falsch. Bei der Spar-/Leihkasse Thun fehlten am Ende 80 Millionen CHF. Doch ihre Liquidation hat ebenfalls 80 Millionen CHF gekostet. Hätte der Staat die Bank damals übernommen, kein einziger Sparer hätte Geld verloren. Bei der UBS haben auch nur die Aktionäre 50 Milliarden CHF abschreiben müssen, während Bund und SNB zwischen fünf und acht Milliarden CHF Gewinn einstreichen konnten. Stattdessen wollen Sie aber in Zukunft möglichst alle Banken pleite gehen lassen, zum grossen Schaden all ihrer Kunden.
        Den Stab über eine ganze Branche zu brechen, nur weil das eingehen von Risiken zu ihrem Geschäft gehört, ist kurzsichtig, vor allem, wenn man die volkswirtschaftlichen Folgekosten ausblendet.

        • Josef Marti sagt:

          Dann bin ich mit Ihnen einverstanden Herr Rothacher, wir können alle Banken verstaatlichen und zusammenfassen zu einer einzigen Staatsbank. Für die Realwirtschaft hätte das keine nachteiligen Auswirkungen, sie könnte hervorragend kapitalistisch funktionieren (natürlich ohne Subventionen, Transfers etc.). Das Zocken und Abschliessen von Wetten und Spekulieren sollen andere machen, wobei gewisse Spekulationen (Nahrungsmittel) auch problemlos verboten werden könnten.

          • Ueli der Hecht sagt:

            @Josef Marti
            Die Schweiz und alle Banken verstaatlichen? Vorher zügelt Mc Donald`s seine Headquarters nach Havanna. Sind Sie sicher, dass Sie in derselben Schweiz wie ich lebe – oder schreibt Herr Marti aus einem Paralleluniversum?
            Das Buch mit dem Titel „Tatort Zürich“ sei Ihnen wärmstens empfhohlen, sodass gewisse Wissenslücken gefüllt werden können.

          • Josef Marti sagt:

            Tja Herr Hecht, ich habe nur gesagt dass das hervorragend funktionieren würde, nämlich genau gleich wie es defacto teilweise jetzt schon funktioniert. Sie sind ja offensichtlich der gleichen Meinung wenn Sie befürworten dass eine Grossbank gerettet werden muss, was ist das anderes als Verstaatlichung?? Dabei ist das von mir schon unten genannte Politbüro va. die Notenbank die bestimmende Instanz, die Direktoren der Geschäftsbanken bilden das Zentralkommitee („der KPdSU“), die FINMA ist die Parteiführung und KGB, wieso macht man das nicht offiziell so? Man macht halt lieber in Verschleierung und Irreführung des Bürgers.

          • Ueli der Hecht sagt:

            @Josef Marti
            Es besteht ein kleiner aber feiner Unterschied darin, ob eine Bank kurzfristig vom Bund für ein paar Monate Geld „geliehen“ bekommt, – und der Verstaatlichung sämtlicher Bankinstitute einer Volkswirtschaft.
            Übrigens hätte ich persönlich nichts gegen eine Verstaatlichung der gesammten Industrie (inklusive Banken und Versicherungen) – da dies wohl die Tür zum Kommunismus (nicht zu verwechseln mit Leninismus, Maoismus, Stalinismus oder sonstigen Auslaufmodellen der Vergangenheit) weit aufstossen würde – nur ist die Schweiz wohl vollkommen ungeeignet für solche Aktionen, da Helvetias Herz für den Kapitalismus schlägt und vice versa.

          • Josef Marti sagt:

            Richtig, es besteht ein kleiner aber feiner Unterschied ob eine Bank kurzfristig vom Bund Kredit bekommt und der Tatsache, dass faule illiquide Wertpapiere in Milliardenhöhe in die Notenbank ausgelagert werden um den Konkurs einer privaten Firma zu verhindern. Die Notenbank macht dann nichts anderes als den Betrieb eines Nachlassverfahrens mit Vermögensabtretung in Eigenregie; bei der alten Swissair ging das hingegen sozusagen noch auf dem legalen Dienstweg, während die Aktion mit der Auslagerung eigentlich Rechtsbeugung war, da nicht mit dem SNB-Spezialgesetz vereinbar. Offiziell ist die Notenbank ja unabhängig, und hat falls Sie das noch nicht gemerkt haben mit dem Bundesbudget nichts zu tun.

        • U. Lehmann sagt:

          Geäss Finanz und Wirtschaft beträgt die Marge der Bank bei einer LIBOR-Hypothek z.Z. 95-135bp (googeln Sie „zinssprung für lange hypotheken“). Über markant andere Werte in anderen vernünftig grossen Geschäftsbereichen lasse ich mich gerne informieren.

          Ihe Wissenslücken bez. stabfund sind erschreckend. Die UBS hat Aktiven im Umfang von etwa 40Mrd$ in das neu geschaffene Vehikel übertragen und dafür von der SNB erhalten – dies war ursprünglich auf 54Mrd CHF gedeckelt, wurde aber scheinbar nur teilweise in Anspruch genommen. Das EK des Fond stammte von der UBS und wurde per Gründung vollständig abgeschrieben, gleichzeitig zeichnete die SNB eine Pflichwandelanleihe von 6Mrd um das EK zu stärken. Die erste Milliarde eines allfällige Überschusses geht an die SNB, ein allfälliger weiterer Überschuss wird hälftig geteilt, die UBS erhält also ihr ursprünglich abgeschriebenes EK wohl wieder zurück. Mit dem Erlös aus den Verkäufen der von der UBS überniommenen Aktiven wird sukzessive der Kredit zurückgezahlt.

          Zu behaupten, 15% Gesamtrendite über eine mittlere Laufzeit von etwa 4 Jahren (knapp 4% p.a.) seien ein gutes Geschäft, wie dies in der Presse herumgereicht wurde, zeugt von grosser Ignoranz, schliesslich konnte vor 5 Jahren selbst mit Obligationen höchster Güte (z.B. Bundesobligationen) problemlos über 5 Jahre eine Jahresrendite von 4% erzielt werden.

          Nun sind wir etwas vom Thema abgekomemn, aber die Qualität Ihrer Argumentation dürfte genügend klar aufzeigen, was von Ihren Kernaussagen zu halten ist.

        • Linus Huber sagt:

          @ Rolf Rothbacher

          „Hätte der Staat die Bank damals übernommen, kein einziger Sparer hätte Geld verloren.“

          Sie lieben wohl das Prinzip der Sozialisierung der Kosten des Risikos, worauf das gegenwaertige Geschaeftsmodell der Banken basiert.

          „Bei der UBS haben auch nur die Aktionäre 50 Milliarden CHF abschreiben müssen, während Bund und SNB zwischen fünf und acht Milliarden CHF Gewinn einstreichen konnten.“

          Auch dies ist eine sehr oberflaechliche Analyse der Situation. Was glauben Sie wohl, was passiert waere, wenn die SNB es unterlassen haette, mit entsprechenden geldpolitischen Massnahmen die Situation zu retten. Solche Eingriffe, ob Sie dies nun verstehen koennen oder nicht, sind ebenfalls einzig das Verlagern der Kosten des Risikos von der Finanzindustrie auf die Allgemeinheit.

          Ich rate den Bankern sich langsam aus dem pubertaeren Alter zu verabschieden und Erwachsen zu werden. Die Gesellschaft besteht nicht zum Wohle der Finanzindustrie sondern die Situation muss sich diametral veraendern.

      • Ueli der Hecht sagt:

        @U. Lehmann
        Glauben Sie im Ernst, dass das schweizer Parlament die UBS oder die CS einfach mal so in „Babybells“ zerlegen kann / will?
        Die Rechnung von Herr Rothacher mag nicht 100% stimmen – trotzdem ist es offensichtlich wieso sich die Banken so vehement gegen eine massive Aufstockung des Eigenkapitals wehren und Herr Rothacher zeigt die möglichen Konsequenzen verschiedener Szenarien – welche nicht abwegig erscheinen. Diese Analyse macht jedenfalls mehr Sinn als irgendein Bankenbashing, welches dann mit Phantasielösungen auftrumpft. Die Tendenz zur Monopolbildung ist systemimmanent. Der Kapitalismus macht bei den Banken keine „Ausnahme“ – nennen Sie mir bitte eine Branche, welche keine Tendenz zur Monopolbildung kennt.

        • U. Lehmann sagt:

          Können ja, wollen Nein. Allein Christoph Blocher als ehemaliger UBS-Verwaltungsrat wird dafür sorgen, dass so etwas nie geschehen wird.

          Sie werden mir wohl zustimmen in der Basis-Aussage, dass höheres Risiko eine höhere geforderte Rendite nach sich zieht. Im Umkehrschluss heisst das, dass tieferes Risiko eine tiefere geforderte Rendite zur Folge hat, und genau deshalb greift die Rechnugn von Rothacher zu kurz weil sie diesen Mechanismus ausser acht lässt. Deshalb ist seine Rechnung derart unvollständig dass sie nur als falsch bezeichnet werden kann.

  • Elisabeth Krail sagt:

    Danke für diesen Artikel, er ist aufschlussreich. Gleichzeitig verursacht er Enttäuschung. Durch die Presse wurde bisher immer die Behauptung wiederholt, die UBS sei die bestkapitalisierte Bank der Welt. Jetzt ist das gar nicht so. So ein Frust! Auf nichts mehr ist Verlass.

    • Marius Lohri sagt:

      Ich verlasse mich auf Mark Dittli und seine Kolleginnen und Kollegen. Solange es relativ frei agierende Medien gibt, sehe ich keinen Grund zur Verzweiflung.

      „Gaming the system“ finde ich nicht verwerflich an sich. Denen, die es betreiben, nehmen wir jetzt einfach die Spielsachen weg, mit denen sie nicht verantwortungsvoll umgehen können.

    • Walter Kuhn sagt:

      @E. Krail: Sehen Sie in meinem Kommentar von heute 9:33 Uhr, wie die diesen Eindruck hinkriegen. Je schlechter das Rating, desto besser wird die Bilanz. Wir leben in einer verkehrten Welt, in welcher der Aktionär und der Gläubiger nur noch verkehrte Schlüsse ziehen können.

    • Hans Ernst sagt:

      Dennoch sollte nicht vergessen werden, dass auch das risikogewichtete Eigenkapital etwas über die Stärke einer Bank aussagt. Denn völlig aus der Luft gegriffen ist die Risikogewichtung nun auch nicht. Das Problem der Risikogewichtung ist mehr, dass sie in Extremsituationen gerne versagt, z.B. wenn Staaten reihenweise Bankrott gingen. Dann potenziert sie die Probleme noch.

      Zu schliessen, dass die Banken in der Grafik mit hohem Eigenkapital nur wegen diesem nun wirklich sicherer sind als die mit tiefem wäre ausserdem auch voreilig. Es ist schon noch entscheidend, wem sie ihr Geld geliehen haben, welche Risiken sie da eingehen.
      Damit eine Bank wirklich solide ist, braucht es eben beides: ein hohes ungewichtetet Eigenkapital, wie auch ein noch höheres Risikogewichtetes.

    • Rolf Zach sagt:

      Die UBS verstand sich als eine Kombination von Schweizer Kreditbank, internationaler Vermögensverwalter und US-Investmentbank. Sie versuchte das Portfolio von Goldman Sachs zu kopieren, aber diese Versuche waren hilflos und stümperhaft, deshalb für Rendite und Bonus ihrer wundervollen Amerikaner, volle Investition in Sub-Prime Anlagen mit
      diesen angeblich guten Ratings. Sie stopften ihre Bilanz derart mit solchen Papieren, dass sie ihm Interbankmarkt Geld
      aufnehmen mussten. Nicht mal das langte, deshalb Anstellung von Weil und Birkenfeld, die gegen das QI-Abkommen
      US-Steuerhinterzieher anschleppten. Es gibt Schätzungen, dass 2/3 des Volumens dieser Gelder durch die UBS liefen, alle
      andern CH-Banken kamen abgeschlagen hinterher, inkl. CS, die gierigen Privatbanken und die dusseligen Kantonalbanken,
      die meinten alle Paragraphen des QI-Abkommen seien rechtens von ihnen eingehalten. Z.B. US/CH Doppelbürger, die mit Geld bei einer Zürcher Kantonalbank-Filiale auftauchten oder der Fall Clearing-Dienstleistungen für die NZB-Bank, die vor dem US-Donnerwetter liquidiert wurden. Die wütenden Amerikaner fühlen sich in diesem Fall um ihre Bussen betrogen, obwohl sie selbst das QI-Abkommen auch nicht mehr beachten. Es gibt in den Bilanzen beider Grossbanken schöne Restposten von Goodwill, wie die FINMA das anschaut wissen die Götter. Obwohl ich kein Eigenkapital-Fetischist bin, müssen unsere Banken
      wegen ihrer Währungs-Vielfalt, global verbreitetes Kreditportfolio, kleine Binnenwirtschaft der Schweiz, ihr Eigenkapital auf
      die Höhe der HSBC schrauben.

    • will williamson sagt:

      Die bestkapitalisierte Bank. Das behauptet die UBS selber. Die Medien verbreiten es nur.

  • Hans Müller sagt:

    Ich frage mich nur eines: Wann hört dieses Theater auf? Banken haben sich ihrer Hauptaufgabe schon längstens entfremdet. Es sind nur noch Bonispucker für frustrierte Manager. Würde man nur die Boni von CS im 2012 zusammennehmen, dann wäre die CS bereits gut gerüstet. Gilt für andere ebenso! Stattdessen fressen die nutzlosen Manager dieses Geld auf mit dem Segen der FINMA.

    Und noch eines: Diese Pseudowissenschaften um Risikogewichtung ist reinste Schönfärberei. Tatsache ist, dass UBS uns CS für 100 CHF, die man auf ein Sparbuch hat, nur effektiv 2 CHF hinblättern könnten. Dies im Falle eines Falles, der hoffentlich nie eintritt.

    Es gibt nur eine Lösung: Was eine Kunde auf der Bank hat, soll ihm gehören. Die Bank darf damit keine Geschäfte tätigen. Der Kunde und Eigentümer des Geldes ist der alleinige Besitzer und nicht die Banken! Wenn eine Bank pleite geht, warum soll der Kunde verlieren? Mir nicht bewusst, dass ich jemals einem Manager erlaubt hätte, mit meinem Geld zu zocken.

    Nun werden sich sicher einige Klugscheisser melden und behaupten, dass die Sache so einfach gar nicht sei. Kommt nicht mit solchem Schwachsinn, denn die Sache ist wirklich so einfach. Nur diese Bänker, die sich selber mit dem Nimbus der Unfehlbarkeit umgeben, behaupten anderes!

    • Cristian sagt:

      Kurze Frage zur Klärung: wenn Sie nicht wollen, dass eine Bank mit Ihrem Geld zockt, warum bringen Sie es denn zur Bank? Warum nicht im Garten vergraben (oder bei der Bank ein Schliessach mieten und in Bar einlagern)?

      • Franz Mueller sagt:

        @Cristian: Die Abneigung gegen alles muslimische ist in der CH ziemlich gut spürbar. Auch meine Wenigkeit hält rein gar nichts vom Kopftuch oder 5 x beten am Tag. Streng gläubige Muslime üben das das Zinsverbot für Banken aus, Chapeau!
        Das dürfte manch hiesigen Zeitgenossen ziemlich erstaunen, ist aber so, Sportsfreunde ! ! Die grenzenlose Gier nach immer mehr Zinsen und Renditen der Anleger ist für den allgegenwärtigen Bankenschlamassel schuld. Die Banken müssen das machen, was er Kunde will. Das heisst im Klartext: auch das Heimatland bescheissen, Steuern hinterziehen, wo immer nur möglich. Wir befinden uns im totalewn Würgegriff der Hochfinanz, die keine Grenzen kennt und alles unternimmt um Gewinne zu maximieren. Auch vor kriminellen Machenschaften schrecken Bänker nicht zurück, solange alle Beteilligten kräftig Rahm abschöpfen können. Nur das zählt, genau so sagte das auch Marc Rich, er verstorbene Mischler mit seiner Glencore.

        • G. Nardone sagt:

          @Franz Müller: Wenn das Islam Banking ja so moralisch & ethisch nobel ist, klären Sie mir doch diese Frage: Warum haben dann auch westliche Banken schon vor Jahren, wie auch die UBS & CS glaub ich, in islamischen Ländern ihre Filialen eröffnet, die dann den Prinzipien & Gesetzen des Islamic Banking ja unterworfen sind?
          Nun, heute ziehen sich westliche Banken aus dem Islamic Banking zwar eher wieder zurück.
          Nichtsdestotrotz, klären Sie mir nun die 2. Frage: Wenn auch Islamic Banking keine Zinsen anbietet, warum aber bieten sie dann Rendite-Ausschüttungen aus Beteiligungen? Keine Zinsen, aber Rendite bieten diese dennoch an, wie geht das?
          Und dann ganz nebenbei, scheint das islamische Publikum heute selbst, die Dienstleistungen des Islamic Banking nicht besonders zu mögen. Nach einer anfänglichen Euphorie vor einigen Jahren, sind die Kapitalien in Islamic Banking heute eher am Schrumpfen.

        • G. Nardone sagt:

          @Franz Müller: Es scheint mir, dass Sie sich hier widersprechen. Denn Sie sagen einerseits:“Die Banken müssen das machen, was der Kunde will“ – genau, denn die Banken müssen ihr Angebot der Nachfrage gemäss ausrichten. Andererseits, und hier kommt Ihr möglicher Widerspruch, seien wir „im totalen Würgegriff der Hochfinanz“.
          Aber eigentlich müssten Sie folgern, dass wir „im totalen Würgegriff der Bunk-Kunden“ seien! Oder nicht? Wer sind nun die Schuldigen? Die Kunden oder die Financiers? Oder vielleicht gar; Alle zusammen? Aber wenn alle schuldig sind, ist logischerweise keiner mehr schuldig?! Go figure …

          • Linus Huber sagt:

            Die Schuld liegt bei der Vernachlaessigung der grundsaetzlichen Funktion zur Stabilitaet des Finanzsystems durch die Zentralbanken ueber die vergangenen vielen Jahrzehnte, welche dadurch ein solches Mass an Ungleichgewichten zumindest mit verursachten. Der Fokus auf die Inflationsrate des Konsumentenpreisindexes ist fehlerhaft, da dies einzig einen beschraenkten Bereich wirtschaftlicher Aktivitaeten wiedergibt. Ebenfalls wurde Preisstabilitaet mit dauerhafter leichter Inflation ausgetauscht, wodurch das System eine nicht nachhaltige lineare Entwicklung erfuhr.

          • G. Nardone sagt:

            @Huber: Und ich dachte mir die ganze Zeit Sie scheuen Zentralplanung wie der Teufel das Weihwasser, womit Sie ganz nach der glorreichen Tradition des Widersprüchlichen nun die Zentralbänker bezichtigen, sie hätten z.B. während ihrer Arbeitszeit anstelle ihren verantwortungsvollen, wichtigen & zentralplanerischen Job zu machen, womöglich, tja wer weiss schon, vielleicht sogar Strip-Poker gespielt & sich währendessen noch Zigarren & Rum gegönnt haben, die sie als Firmengeschenke von Fidel aus Cuba zu Weihnachten jeweils zugesandt bekamen, & damit für die etwas, denn ich bin auch immer mehr der Überzeugung, dass diese Finanz-Situation vielleicht eher halb so wild ist & eine Lösung die vernünftig, weniger dramatisch & damit weit weg von einem knappen Weltuntergang entfernt ist, durchaus eine realistische Option sei, kritische Situation im Finanz-System verantwortlich seien, die & das muss ich hier vehement einfügen, relativ und nicht wirklich absolut ist, aber eben vermute ich ja schon längstens, dass Sie wohl aus einem Vor-Einstein-Zeitalter herstammen & den Unterschied zwischen absolut & relativ nicht nachvollziehen können oder überhaupt für die Existenz des Relativen einfach blind zu sein & halt logischerweise nur das Absolute ja fast zu verkörpern scheinen, da sich diese Vermutung doch je stärker erhärtet desto länger man sich mit Ihnen unterhaltet & notgedrungen auch auseinandersetzt, womit sich dann eben Einer mit einem etwas, & nicht etwa übertriebenen oder übersinnlichen & so ähnlichen Quatsch, feinen Gespür auf die Idee kommen könnte, dass Ihr „absolutes“ Selbstbild, sowie aber auch Ihr Weltbild vielleicht ein wenig in Frage zu stellen, denn schliesslich liegt es auf der Hand & überhaupt in dem Wort ja selbst, dass ein Weltbild ja nur ein Bild der Welt & offensichtlich, soweit meine bescheidene Erfahrung da die richtigen Schlüsse zieht, nicht die Welt selbst ist, doch stark einer weltbekannten „absoluten“ Persönlichkeit ähnle, die man gemeinhin Gott nennt.

          • Linus Huber sagt:

            @ Nardone

            Es ginge auch ohne Zentralbanken, dies waere wohl die beste Situation. Jedoch ist dies im Moment noch nicht vorstellbar, womit ich fuer die 2. beste Variante plaediere, welche bedeutet, dass Zentralbanken sich nicht einmischen in die wirtschaftliche Entwicklung, sondern sich einzig darauf fokusieren, den Wert einer Waehrung stabil zu halten um eine Verzerrung wirtschaftlicher Faktoren zu vermeiden.

            Es ist ein laecherlicher Versuch mir unterstellen zu wollen, dass ich mich widerspruechlich aeussere. Sie sehen in der gegenwaertigen gesellschaftlichen Situation des Finanzsystem sowas wie eine Weiterentwicklung im positiven Sinne. Ich muss sagen, dass ich Ihre diesbezuegliche Ansicht fuer mich ausgesprochen schwierig ist zu verstehen, dann es handelt sich um eine gradlinige Fahrt in Richtung Zentralplanung bis ins kleinste Detail einhergehend mit immer hoeherer Einschraenkung persoenlicher Freiheit. Die Abgabe unserer Selbstverantwortung an staatliche Institutionen ist wohl sowas wie das Schaffen des Himmels auf Erden fuer Sie. Sie scheinen nicht im Ansatz zu erkennen, wie solch eine Entwicklung wohl enden duerfte, sondern glauben an das Gute dieser Institutionen, welche von, oh, haben Sie es noch nicht gemerkt, von Menschen dirigiert werden, die einzig den Zuwachs ihrer persoenlichen Macht als Richtlinie verwenden.

    • Anh Toan sagt:

      Bringen Sie Ihr Geld doch zur Gepäckaufbewahrung, da gibts, was Sie suchen.

    • Rolf Rothacher sagt:

      Die Banken setzen ja bloss um, was der Gesetzgeber, d.h. die Staaten und ihre Bankenaufsicht beschliessen. Im Artikel steht zum Beispiel:
      Die Basel-Regelwerke erlaubten es daher den Grossbanken, ihre Anlagen nach Risikogewichten zu gruppieren: sichere Anlagen wie Staatsanleihen erhielten ein Risikogewicht von null, mussten für die Berechnung der Eigenkapitaldeckung daher überhaupt nicht einbezogen werden.
      Dass Staatsanleihen mit grossen Risiken behaftet sind, ist uns allen nun seit dem Abschreiber in Griechenland klar. Doch es ist doch nicht der Fehler der Banken, wenn Staaten die Finanzmärkte (zu ihren Gunsten) mit solchen Vorschriften manipulieren?
      Immer werden die Fehler bloss bei den Bankmanagern gesucht. Dabei liegt das wirkliche Übel in den Gesetzen und Verordnungen, welche die Staaten erlassen haben.
      Ein Autohersteller schaut im Übrigen auch auf die Kosten und den Verkaufspreis, wird also ein Auto nie sichererer machen, als unbedingt notwendig bzw. entsprechend seinem Marketing-Konzept. Sonst gäb’s ja keine kleinen Fiats mehr und auch keine Smarts, die bei einem Unfall mit einem SUV gnadenlos zerdrückt werden.
      Alles regt sich über die Banken auf, die Geld verschleudern würden, während gleichzeitig das Verschleudern von Menschenleben im Strassenverkehr die Leute mehrheitlich kalt lässt. Das eigene Geld ist halt immer noch wichtiger als das Leben anderer.

      • U. Lehmann sagt:

        Die „Basel“ Regeln erlauben Staatsanleihen mit Null Eigenkapital zu unterlegen. Sie schreiben das nicht vor.

        Ihr Versuch, den Schwarzen Peter den Aufsichtsbehörden zuzuschieben, läuft in etwa auf das selbe hinaus wie der dämliche Ansatz der amerikanischen Justiz:
        Der Verkäufer des Mikrowellenherdes hat nicht erwähnt, dass ein frisch gebadeter Welpe nicht im Mikro getrocknet werden darf, also ist er schuld und damit schadenersatzpflichtig wenn Sie das versuchen und der Welpe dabei stirbt.

      • Linus Huber sagt:

        @ Hans

        Sie haben insofern recht, dass Banken das ihnen anvertraute Geld nicht mit der gleichen Laufzeit ausleihen, wie sie es zur Verfuegung stellen. Es handelt sich grundsaetzlich um ein betruegerisches, wenn auch legalisiertes, Modell, welches einen moeglichen Bankrun erst ermoeglicht.

        • G. Nardone sagt:

          @Linus Huber: Nein; die Laufzeiten haben nichts mit Bankrun zu tun. Und das Modell ist bestimmt nicht betrügerisch: Weil ja dieses Modell, mehr oder weniger, aber zumindest, wenn wir die historischen Quellen miteinbeziehen, sicher mehr als weniger, seit mehreren Jahrhunderten praktiziert wird. Solch eine durchaus transparente Verschwörung, kann man fast sagen, & solch betrügerisches Unterfangen, kann sich meines Erachtens, aber meine Wenigkeit könnte sich auch irren, und wenn wir wirklich, auch einfach als Abwechslung einmal, realistisch bleiben, nicht über Jahrhunderte aufrecht erhalten werden und sich dermassen ausgebreitet haben, ohne dass zumindest ein paar Leute, innerhalb dieser sehr langen Zeit, nicht etwas gegen dieses doch verdächtige Treiben unternommen hätte, ganz zu schweigen, auch ohne dass nicht ein einziges Mitglied dieser verschwörerischen Bruderschaft die Bewegung verraten und vielleicht sogar die Behörden benachrichtigt hätte.
          Aber von mir aus, ich toleriere durchaus jedermanns Verschwörungs-Theorien als Wunschdenken. Ich finde man sollte den Menschen ihre wilde Vorstellungskraft, sowie ihr Potenzial zur persönlichen Rechtfertigung für die eigenen wahrscheinlich sogar miserablen Lebensumstände wirklich frei gewähren lassen, weil es offensichtlich nebst einer persönlichen auch eine für die Gesellschaft unterhaltende Bereicherung sein kann.
          Das Bank-Run-Problem hat sehr viel was mit den Mindest-Reserven zu tun. Und dazu finde ich, dass wir endlich dieses mittelalterliche Überbleibsel der Mindest-Reserve-Vorschriften einfach abschaffen sollten, denn dann könnten sich Banken dieser ständigen Angst eines potenziellen Bank-Runs für alle Zeiten entledigen, und die Gesellschaft hätte dabei auch etwas mehr Ruhe. Ich sehe wirklich keinen Sinn mehr, diese Mindest-Reserve-Vorschriften noch weiter beizubehalten, und mit ihrer Entledigung könnten wir das System noch ein wenig weiter modernisieren.

          • Linus Huber sagt:

            @ Nardone

            Das darin versteckte Prinzip ist zweifelsfrei verbrecherischer Art, weil man damit bewusst das Risiko eingeht, ein Versprechen oder eine Vereinbarung BRECHEN zu muessen. Natuerlich wurde dieses Verhalten schon immer von der Politik entkriminalisiert, was den Fakt in sich natuerlich nicht veraendert.

            Ja, es wurde seit vielen Jahrhunderten angewandt und fuehrte immer wieder zu Krisen. Aber gerade mit der Gruendung des FED vor 100 Jahren, wollte man solche nicht nachhaltigen Entwicklungen grundsaetzlich frueh erkennen und gar nicht gewaehren lassen. Allerdings wurde dies nach sehr kurzer Zeit gleich wieder vergessen, womit eine inflationaere Geldpolitik uns schlussendlich mit der Krise der 30iger Jahre beglueckte.

            Ich kann natuerlich nicht beurteilen, ob es sich jeweils um eine geplante Entwicklung handelt oder ob aufgrund des wohl intoxizierenden Elixirs „Macht“, welches diesen Entscheidungstraegern den Bezug zur Realitaet wohl schwaecht, sich diese immer wieder geschichtlicher Lehren verschliessen.

            Mit Modernisieren meinen Sie vermutlich eine noch staerker ausgebaute Planwirtschaft. Die geschichtlichen Beispiele in dieser HInsicht lassen einiges „Erhoffen“.

          • G. Nardone sagt:

            @Linus Huber: Ich weiss was Sie meinen, es hat etwas mit den Mindest-Reserven zu tun. Sie glauben, dass Banken das gleiche Geld mehrmals verleihen und deshalb können sie die Versprechen nicht alle gleichzeitig einhalten. Aber Sie müssen den Blick erweitern, den historischen Zusammenhang berücksichtigen & die Beschränkungen und internationalen Gefahren die EdelMetall-Geld nach sich ziehen. Und Sie werden sehen, weil man es als Betrug interpretieren kann bzw. technisch nach einem Betrug aussehen mag, war es in der Praxis nicht wirklich eins. Ausserdem war es ein für die Gesellschaft nötiger & hilfreicher „Betrug“, der ja, vom Staat oder von Königen bewilligt wurde. Ich weiss das hört sich nun verrückt an, aber, wer wurde wirklich beschädigt oder besser gesagt, wie konnte man beschädigt werden?
            Giral-Geld ist ein Verprechen ZentralBank-Geld auszuzahlen. Dabei meinen Sie, dass dasselbe Giral-Geld mehrmals verliehen wurde. Aber das ZB-Geld ist auch ein Versprechen, ist ja nur ein Stück Papier mit Zahlen, hat doch kein Wert, ist somit überhaupt nicht viel besser als Giral-Geld, nur die Rechtslage zwischen diesen ist „ein wenig“ anders um nicht zu sagen irritierend oder in der Schwebe. Aber das tut nichts zur Sache, denn in der Praxis funktioniert es, solange ein allg. Vertrauen der Menschen gegenüber dem Finanz-System vorhanden ist, was zwar gerade bei Krisen auf die Probe gestellt wird.
            Und heute wird niemand faktisch betrogen, denn das ZB-Geld ist ja auch nur ein Verprechen etwas Wertiges auszuzahlen, und was zahlen ZB aus? Nichts. Früher waren Banknoten Versprechen Gold auszuzahlen, heute zahlt man weltweit kein Gold aus.
            Heute ist Geld ein Versprechen der ganzen Wirtschaft Ihnen pers. für Geld eine Leistung (das sind Werte) darzubringen. Und das ist endlich MODERN, vernünftig, rational, effizient, …(sollten Sie noch schicke Attribute haben, bitte fügen Sie diese hier ein). Und die Wirtschaftsteilnehmer lösen gern ihr Versprechen ein, denn damit verdienen sie Geld.

      • G. Nardone sagt:

        @Rolf Rothacher: „Staatsanleihen mit grossen Risiken behaftet“ – Diese Aussage ist eher falsch. Und deshalb haben kompetente Organe & Administratoren es den Banken auch erlaubt – wie U. Lehmann im obigen Post sagt – Staatsanleihen mit 0 Eigenkapital zu unterlegen. Ich glaube ernsthaft nicht, dass die Leute von der BIZ, den Zentralbanken & den Finanz-Aufsichtsorganen so viel unklüger wären als Sie, Herr Rothacher. Denn wie viel blöder müssten diese sein, wenn sie den Banken Null EK gewähren, und damit Staats-Anleihen als relativ risikolos einstufen?
        Ganz einfach weil sie relativ risikolos sind! Fall Griechenland wird man einwenden? Aber man musste nicht zwangsläufig abschreiben in Griechenland, deshalb bereuen es auch die Verantwortlichen heute.
        Warum sind diese relativ sehr risikolos? Ja, wem anders sollen Banken Geld geben, wenn angenommen alle Staaten bankrott wären? Den Unternehmen? Aber den Unternehmen hätten sie ja längst Geld leihen können. Also, wem sollten in diesem Fall Banken denn Geld geben? Den venusianischen oder marsianischen Staaten?
        Und solange ein Staat existiert, besser gesagt, Menschen innerhalb dieser Nation existieren – ein Staat existiert ja nicht wirklich, ist nur eine „juristische“ Person – und diese Menschen arbeiten können, das Land zusätzliche Ressourcen besitzt, dann wo ist das Risiko, längerfristig?
        Sollten aber alle Menschen sterben in diesem Staat, dann hätte man allerdings ein Problem. Gut, auch allfällige Diktatoren können allerlei Probleme machen, da gebe ich zu, da bestehen Rest-Risiken die es zu prüfen gäbe.
        Aber letztendlich sind die Sicherheiten von Anleihen alle Pfandgüter innerhalb des Staates & überhaupt alle Ressourcen & damit Arbeitskraft, Ideen & Rohstoffe eines Staates.
        Also müsste unwahrscheinlich extrem viel schieflaufen um ein Total-Default zu erwarten. Und wenn auch in der Geschichte teilweise abgeschrieben wurde, dann weil man in der Hitze des Gefechts & im Dauerstress vielleicht zu überhastet gehandelt hatte?

        • Linus Huber sagt:

          @ Nardone

          Staatsbankrotte sind keineswegs eine Ausnahme, sondern eher das Gegenteil dazu. Untersuchen Sie einmal, wieviele Staatsbankrotte es ueber die letzten 150 Jahre gegeben hat und vielleicht werden Sie Ihre Meinung aendern. Auch eine massive Abwertung der Waehrung ist einem Staatsbankrott gleichzustellen, da die Glaeubiger ebenfalls einen Kapitalschnitt erfahren.

          Auch ein demokratischer Staat kann einen Staatsbankrott problemlos erklaeren und dies duerfte auch in Erwaegung gezogen werden, sobald weniger Geld in als aus einem dieser maroden Staaten fliessen wird.

          • G. Nardone sagt:

            @Linus Huber: Stellen Sie sich vor, wie viel dümmer als Sie Hr. Huber, doch die Finanz-Industrie als Ganzes sein muss, dass sie diesen bankrotten Staaten stets aufs Neue wieder Geld nachgeschoschen haben, und das sogar dem gleichen Staat mehrmals! Schliesslich sind Länder z.B. wie Spanien & ich glaube auch Frankreich mehrmals bankrott gegangen, und sie existieren doch noch? Und wenn mich nicht alles täuscht, kriegen diese weiterhin ziemlich viel Geld! Das ist doch äusserst unverantwortlich von der Finanz, sind die noch bei Sinnen? Und wir lassen das auch noch zu? Ist da eine Riesen-Verschwörung im Spiel? Wie verrückt & von wievielen Teufeln müssen die Finanz-Leute denn besessen sein, wenn sie heute weiterhin den in der Vergangenheit bankrott erklärten Staaten, und einige davon jeweils sogar mehrmals hintereinander, finanzieren, obwohl diese eindeutig bewiesen haben, dass sie nicht erfolgreich wirtschaften können?
            Normalerweise verschwindet doch ein privates Unternehmen wenn es den Bankrott erklärte ja von der Bildfläche. Aber die „Unternehmen“ Spanien & Frankreich sind ja, & ich hoffe wahrlichst, dass Sie Hr. Huber dieses, sagen wir vielsagende Indiz, nun nicht bezweifeln werden, ansonsten ich mir um Sie ziemlich Sorgen machen müsste, & um mir selbst auch, nicht von der Landkarte verschwunden. Diese Länder sind immer noch da, sowie die Menschen darin, die Franzosen & Spanier wissen ja auch noch zu leben, & haben sich sogar mittlerweile vermehrt, und die meisten von ihnen arbeiten auch noch weiterhin fleissig, oder zumindest, um die Meinungen anderer Leute über die Arbeitslust der Franz. & Spanier miteinzubeziehen, mehr oder weniger fleissig. Auch gibt’s in diesen Länder noch reichlich Immobilien, Infrastruktur, Fabriken, klein- & mittelständische gewerbliche Unternehmen, Patente, kulturelle Güter, und diese haben sich vermehrt. Und Sie haben sicher auch schon mitbekommen, dass in Paris die „Mona Lisa“ hängt und reichlich Touristen der Stadt beschert.
            Wie geht das?

          • G. Nardone sagt:

            @Linus Huber: Fortsetzung:
            FRAGE: In diesem Zusammenhang, wie potenziell bankrott ist oder kann z.B. eine Nation wie Frankreich noch werden, die ein berühmtes und offenbar von vielen Kunst-Experten als unbezahlbares Objekt bewertetes Gemälde als ihr Eigentum besitzt? Wie viel würde denn schätzungsweise bei einer Liquidation von der „Gioconda“ bzw. „Mona Lisa“ bei Sotheby’s herausspringen? Führt Frankreich eigentlich dieses Kapital in ihrer Buchhaltung und mit welcher Bewertung? Und selbst wenn nicht, für Paris, das ganze Land und überhaupt nach kapitalistischen Massstäben ist es schliesslich ein Kapital, denn sie zehren, zumindest muss ich nachträglich gleich einfügen, rein bildlich gesprochen versteht sich, an Millionen von Touristen jährlich.
            Und das war nur, wenn auch zugegebenermassen dieses „nur“ es ziemlich in sich hat und fast schon weit mehr als nur ein „nur“ zu verkörpern scheint, ein kultureller Schatz, ein Kunst-Gegenstand, ein rendite-trächtiges Kapital-Objekt. Frankreich hat bestimmt noch mehr tolle wertige Sachen, darauf würde ich wetten …
            Also, wie bankrott ist Frankreich heute bzw. wie bankrott wird es in Zukunft noch werden?
            Sind wir doch wenigstens und wieso nicht eigentlich einfach einmal nur aus Spass, ein wenig realistisch, und es kann niemals schaden dazu auch noch ein wenig ehrlich, aber ich meine nur ehrlich sich selbst gegenüber zu sein, und ja nicht bei Gottes willen andersherum, denn das könnte allerdings, da wer weiss schon was die Menschen alles so treiben in ihrer Freizeit, für uns höchst unerwünschte Konsequenzen nach sich ziehen, und fragen uns, nachdem wir einen guten Rundum-Blick aus der Vogel-Perspektive über Frankreich geniessen und je nach Lust & Laune, die vielen Dinge mal ein wenig näher untersuchen die dieses durchaus grosse Land zu bieten hat, warum man heute im allgemeinen den Eindruck hat, dass man Frankreich fast schon bankrott erklärt hat und was man wohl als Gläubiger davon wirklich & ernsthaft halten sollte?

        • Anh Toan sagt:

          Ergänzend zum Risiko von Staatsanleihen (in der staatseigenen Währung):

          In einer Staatsanleihe verspricht der Staat, in (z.B.) zehn Jahren 1’000 Staatskreuzer zu liefern, und während dieser Zeit Zinsen in Staatskreuzern zu zahlen. Nach dem Ablauf dieser zehn Jahre nimmt der Staat ein Papier und schreibt da drauf, dies sind 1’000 Staatskreuzer. (Das gleiche kann er auch machen, um die Zinsen zu bezahlen.)

          Wo ist das Risiko, dass der Staat nicht die versprochenen Staatskreuzer liefern kann? Das Risiko ist einzig, dass er dies nicht will, aber wer kann dieses Risiko quantifizieren? Sollen die staatlichen Aufsichtsbehörden den Banken sagen, mit X% Wahrscheinlichkeit, hätte der eigene Staat die Absicht, seine Versprechungen nicht zu erfüllen, obwohl er dies könnte?

    • Michael Saxer sagt:

      Sorry, Herr Müller, ich bin kein Banker, halte ihren Vorschlag aber trotzdem für schlecht, bzw. nicht durchdacht.
      Wenn die Bank mit dem Geld nichts machen darf, sondern nur Zins darauf zahlen darf, warum soll sie es denn überhaupt annehmen? Ist dann ja nur ein Verlustgeschäft.
      Wie soll sie Gewinn machen? Darf sie dann nur soviel Geld für Kredite ausgeben, wie sie Eigenkapital hat (wobei ja auch das Eigenkapital eine Schuld gegenüber den Inhabern ist)? Denn jede Kreditvergabe der Bank, wird mit dem Geld ihrer Kunden getätigt und ist „zocken“. Wenn man das nicht mehr darf, woher kommt dann das Geld für ihre Hypothek, wenn nicht von andern Anlegern?
      Und was kommt als nächstes? Darf eine Versicherung nur noch soviel für ihre Krankheit ausgeben, wie sie eingezahlt haben? Was, wenn ihre Behandlung mehr kostet? Das haben sie nicht bezahlt, also wird Geld von anderen für sie ausgegeben. Das wäre dann ja auch inkonsequent.
      Und was machen wir bei der AHV, die ja bekanntlich sogar nach dem Schneeballprinzip aufgebaut ist? Kriegt man nur, was man selbst einbezahlt hat? Sagen sie das mal den jetzigen Rentnern, die werden begeistert sein.

      Wenn sie das Risiko nicht tragen wollen, dann behalten sie das Geld unter dem Kopfkissen. Oder noch besser, kaufen sie doch eine Bank, dann können sie sie so aufbauen. Mal schauen, ob sie jemals einen Gewinn erzielen werden…(und das ist, aus Sicht der Inhaber, der Sinn und Zweck davon, „alles andere ist Beilage“)

      • Pascal Meister sagt:

        Im Prinzip haben Sie Recht. Allerdings sind die Banken Geldschöpfer. Sie gewähren einem Kleinunternehmen z.B. eine Krediterhöhung auf die Immobilie, indem gleichzeitig der Kredit um 100’000 Franken erhöht wird und derselbe Unternehmer erstmal 100’000 Franken mehr auf dem Kontokorrent hat. Bis hierher ist gar kein Spargeld notwendig, nur eine Luftbuchung. Die Gesamtheit der Guthaben und Kredite muss also durch irgend ein System wie Basel 3 begrenzt werden.

    • G. Nardone sagt:

      @Hans Müller: Ich bin nun dieser mutige „Klugscheisser“ und melde mich mit diesem Einwand an:
      1. Diese Sache, die Sie so einfach darstellen, ist nämlich „einfach“ falsch.
      2. Da Schweizer Präzision sehr wertschätzen, darf ich Ihnen präzisionshalber auch sagen, dass die ganze Angelegenheit tatsächlich nicht so einfach ist. Ist nun mal komplex, zusammenhängend, kontext-bezogen. Die Wirtschaft & damit auch das Finanz-System beruhen auf der Arbeitsteilung; ein geschlossener und einfacher Kreislauf wurde geteilt und über einem grösseren und komplexeren Zusammenhang wieder zusammengeführt. Das ist das Fundament.
      Zu Punkt 1: „Einfach“ falsch bzw. nicht präzis genug zu glauben ist; dass Banken unser persönliches Geld, „nachdem“ wir es den Banken ausgeliehen haben, ausleihen bzw. verspielen. Es ist deshalb „einfach“ falsch, weil klären Sie mir diese Frage: Wie ist es dann möglich, dass Sie ständig Ihr Geld, das ja offenbar von der Bank ausgeliehen bzw. verzockt wurde, abheben können, darüber Zugriff haben, Zahlungen über Karten, Überweisungs-Aufträge und Internet-Banking ausführen können. Wenn ich perönlich jemanden Geld ausleihe, dann ist es weg, hab keinen Zugriff mehr, kann keine Zahlung ausführen, kann nur warten bis es der Schuldner hoffentlich am vereinbarten Termin wieder zurückzahlt?
      Zu Punkt 2: Und jetzt wird’s komplexer: Das Giral-Geld auf Ihrem Bank-Konto wurde schon längstens ausgeliehen bzw. verzockt, bevor Sie das Geld überhaupt jemals selbst gekriegt bzw. verdient haben!
      Wenn das für Sie keinen Sinn macht, dann deshalb, weil Sie zu ungebildet sind, nicht wissen was Geld in unserem System und damit vielleicht auch nicht was Buchhaltung ist & folgernd auch nicht genau wissen was Banken fundamental machen. Und ich sage Sie seien „ungebildet“ in dieser Materie, ich sage nicht Sie seien unklug. Das sind 2 Paar Schuhe. Bitte missverstehen Sie mich nicht.
      Und ich muss gleich vorwegnehmen, dass das Ganze überhaupt NICHTS mit Verschwörungs-Theorie zu tun hat.

    • Linus Huber sagt:

      @ Hans

      Sie liegen genau richtig! Wer einer Bank Geld fuer einen Tag oder ein Jahr zur Verfuegung stellt, muss darauf vertrauen koennen, dass diese dieses Geld ebenfalls nur fuer einen Tag oder ein Jahr ausleiht, wonach die Rueckwicklung der Transaktion zu erfolgen hat. Das Geschaeftsmodell der Banken basiert auf einem verbrecherischen Prinzip, da sie ihre Versprechen brechen muss, wenn zwei Parteien gleichzeitig auf das gleiche Geld Anspruch erheben koennen.

      • G. Nardone sagt:

        @Linus Huber: In Sachen Aufklärung Bankwesen: Sie als Person stellen der Bank kein Geld zur Verfügung, sondern die Bank stellt Ihnen Geld zur Verfügung! Kein Individuum ist ermächtigt Geld herzustellen um es dann einer Bank zur Verfügung zu stellen. Banken & Zentral-Banken sind dazu ermächtigt Geld herzustellen um es Ihnen dann zur Verfügung zu stellen.
        Aber selbst wenn wir bei Ihrem Glauben bleiben wie das Banken-System funktioniert, wäre es der Bank sehr wohl möglich ihr Versprechen gegenüber Ihnen einzuhalten. Denn Sie sind nicht der einzige Kunde der Bank und die Bank hat ständig Transaktionen von anderen Kunden und kann aus diesen die Rückwicklung Ihres Vertrages in diesem Sinne indirekt einhalten.
        Aber wie gesagt, in der Realität hat die Bank Ihr Giral-Geld gar nicht „direkt“ ausgeliehen! Sie können die Realität auch einfach überprüfen Herr Huber: Gehen Sie morgen zur Bank und heben was von Ihrem Giral-Geld-Konto an Bares ab oder übermitteln Sie einen Überweisungs-Auftrag. Hätte die Bank tatsächlich jemanden anders Ihr Geld ausgeliehen, dann würde morgen der Automat Ihnen kein Bares ausspucken. Und Falls doch was Bares rauskommt, dann ist damit sowieso Ihre These, dass die Bank ihr Versprechen gegenüber Ihnen nicht einhalten kann, allzureif für die Entsorgung.
        Also, Sie haben 2 interessante Optionen: Prüfen Sie die Realität oder prüfen Sie …
        2. Ist es nicht unendlich verwunderlich, dass bisher niemand nach Jahrhunderten die jeweilige Bank für ihr verbrecherisches Handeln angezeigt hat? Oder sind Sie möglicherweise unter allen Menschen einer der Wenigen Erleuchteten die auf dieser Erde wandeln? Sind Sie der Messias? Ganz abgesehen davon, haben Sie Herr Huber jemals Ihre Bank oder überhaupt die Banken angezeigt? Haben Sie schon mal was von Sammelklagen gehört? Wäre ein guter Tip, erhöht Ihre Erfolgsaussichten, schliesslich ist jeder Bankkunde ein potenzieller Kläger. Wow, das wird ja die Klage des Jahrtausends werden. Wir sind sehr gespannt darauf.

        • Linus Huber sagt:

          @ Nardone

          Die Bank muss in der Lage sein, ihr Versprechen gegenueber saemtlichen Partnern jederzeit und vollumfaenglich erfuellen zu koennen, ansonsten sie ein Risiko eingeht, diesen Verpflichtungen nicht nachkommen zu koennen. Was glauben Sie wird ablaufen, wenn sagen wir 30% der Bevoelkerung von heute auf morgen beschliessen sollte, ihren Spargroschen von den Banken abzuziehen? Oh, es gibt natuerlich wieder ein zentralplanerischer Eingriff, indem der taegliche oder monatliche Bezug beschraenkt wird durch den von Ihnen so geliebten Staat. In Ihren Augen nennt man dies wohl Freiheit und Wohlfahrt.

          • G. Nardone sagt:

            @Linus Huber: Diese hypotetische Frage, was passieren würde wenn genügend Leute ihren Spagroschen von heute auf morgen von den Banken abziehen würden, bleibt für immer hypotetisch und muss deshalb nicht zwingend beantwortet werden, obwohl ich weiss worauf Sie wieder einmal abzielen, nämlich den Bank-Run, womit Sie die Leute aufscheuchen & ihre Aufmerksamkeit erregen wollen um ihnen die Wahrheit hinter dem Vorhang des Scheins aufzeigen zu können.
            Es bleibt deshalb für immer hypotetisch, weil die Menschen das eigentlich mehr oder weniger wissen was passieren würde & damit logischerweise aus der eigenen täglichen Erfahrung die Schlüsse ziehen, dass es vielleicht besser wäre, man liesse den „Spargroschen“ bei der Bank!
            Ansonsten könnte man ja tatsächlich riskieren, dass die Banken Einem den Zugang dazu verwehren, denn in Anbetracht der täglichen Erfahrung, haben die Menschen ja ständig Zugung zu ihrem Geld, wenn auch hauptsächlich auf elektronische Weise heutzutage. Also man verliert überhaupt nichts, wenn eben nicht genügend Leute die Banken überrennen.
            Und apropos SparGroschen; was kriegt man von der Bank? Banknoten, das ja, wenn man die Realität wieder einmal näher überprüfen würde, was für unsere Zwecke hier keiner hoch-technischen Einrichtung dafür bedarf, sondern die körpereigenen würden vorerst mehr als ausreichen, offensichtlich aus farbigem Papier besteht auf dem Zahlen draufstehen, wobei der inherente Material-Wert-Unterschied zwischen einer Note auf der 100 oder 1000 steht in Wirklichkeit einige Rappen beträgt, und somit ich Sie frage Hr. Huber; wo ist der Unterschied zwischen meinem SparGroschen Banknotenbündel und den Zahlen auf gedruckten Konto-Ausügen oder auch die Zahlen am Bildschirm die mein Internet-Banking-Zugang hinspeist?
            Genau Sie haben’s erfasst, und deshalb gibt’s in der Regel kein Bank-Run, weil nicht nur unnötig für die tägliche Praxis, sondern offensichtlich, der SparGroschen AN SICH genauso wertlos ist wie das Giro-Geld auf der Bank.

          • G. Nardone sagt:

            @Linus Huber: „… Versprechen gegenueber allen jederzeit & vollumfaenglich erfuellen können.“
            Und das kann die Bank auch ohne Probleme, gut, zumindest theoretisch, da in der Praxis sie vielleich nicht gerade alle Kunden-Transaktions-Wünsche zur gleichen Sekunde bedienen kann, da das doch stark von der Bandbreite sowie der Rechenpower der benutzten Hardware der jeweiligen Bank abhängt, wobei andererseits, & da muss ich Ihnen, aber nur zur Hälfte, nicht zu früh gefreut, recht geben, denn tatsächlich kann die Bank nicht alle Verpflichtungen in Form von, & da käme der vielzitierte „springende Punkt“ gerade richtig, BarGeld einlösen, aber wiederum liegen Sie Hr. Huber unbequemerweise mit der anderen Hälfte auf dem Holzweg, denn, wie auch bereits oben erwähnt, in der sog. Wirklichkeit der scheinbaren Dinge kann die Bank trotz all Ihrer Sorgen allen Verpflichtungen nachkommen & zwar, & da springt der springende Punkt, & nicht ganz zufällig, genau an der richtigen Kontext-Stelle wieder hinein, in Form von Giral-Geld bzw. Buch-Geld oder halt den heutigen modernen Zeiten entsprechend, nennen wir es halt Informatik-Geld bzw. Informations-Geld, denn das scheint es aber nun wirklich immer mehr zu sein je näher & genauer ich das untersuche, was ich im Übrigen Ihnen Hr. Huber schon einige Male wärmstens empfohlen habe, denn ein Realitäts-Check kann genau so vorbeugend sein, wenn auch für die Gesundheit seines eigenen Geistes, wobei nach aktuellen Stand der Quantenphysik diese, ja fast altmodische kann man jetzt ohne weiteres sagen, Sitte der bezeichnenden Zergliederung von Körper & Geist aufgehoben wurde & man es somit als eine unbezeichnende Einheit betrachtet, was im Übrigen, falls es Sie interessieren würde, wieder so eine wissensch. & gesellsch. Revolution entfachen könnte, wie eben ein Gesundheits-Check beim Arzt, im Sinne, dass auf elektronischen Wege all Ihre voreiligen Befürchtungen wirklich vergeudet wären & Sie damit diese für schlechte Zeiten noch aufheben könnten.

          • Linus Huber sagt:

            @ Nardone

            Es bleibt nur hypothetisch, solange das Vertrauen besteht. Zypern war ein erstes Beispiel, wie ein solches Problem angegangen werden duerfte. Es wurden ebenfalls neue Richtlinien in der EU erarbeitet, womit es klar sein duerfte, dass dieser Vorgang in den naechsten Jahren keine Ausnahme mehr sein duerfte.

            Der Unterschied zwischen einer Banknote und einem Sparkontobestand liegt darin, dass die Banknote einzig durch die Manipulation der Zentralbank in ihrem Werte beeinflusst wird, waehrend ein Sparkonto den weiteren Schritt des Bargeldbezuges beinhaltet, welcher von politischen Entscheiden oder der entsprechenden Faehigkeit des Vollzuges einer Bank abhaengig ist. Es besteht also eine Moeglichkeit, dies zu verhindern oder zu kontrollieren durch irgendwelche Entscheidungstraeger, welche selbstverstaendlich zu unserem „Wohle“ handeln.

            Wenn Sie sagen, dass es in der Regel keine Bankrun gibt, verlassen Sie sich auf die Erfahrung der letzten vielleicht 50 Jahre ohne Beruecksichtigung einer moeglichen Phase-Transition. Dies ist eine schlechte Art zu prognostizieren.

            Mit Unterstuetzung der Zentralbank kann im allgemeinen solch ein Szenario natuerlich verhindert werden, dies ist jedoch keineswegs total ausgeschlossen.

            Wir muessen zwischen 2 grundsaetzlichen Problemen in diesem Zusammenhang unterscheiden. Das eine ist ein Liquiditaetsproblem, welches dadurch entsteht, dass Banken das ihnen anvertraute Geld nicht mit der gleichen Laufzeit verleihen, welches ihnen vom Depositeuren zur Verfuegung gestellt wurde.

            Das 2. Problem liegt in der Solvenz, welches sehr wohl beeintraechtigt sein mag in einer systemweiten Liquiditaetsproblematik, da die nicht mehr nach Marktwert bewerteten Aktiven einer Liquidierung zugefuehrt werden muessen. Der schwindende Werte des Kollaterals ist heute ein damit verbundenes Problem, welches via Staatsdefizite zugunsten von Unternehmensgewinnen und der Schaffung neuen Kollaterals (hoehere Aktienpreisen) bekaempft wird.

          • G. Nardone sagt:

            @Linus Huber: „bleibt nur hypothetisch, solange das Vertrauen besteht“ – Ja genau, & man könnte heute überhaupt diese Hypothese komplett dorthin entsorgen wo es auch seit einiger Zeit längst hingehört, nämlich in die Geschichtsbücher, wenn man einzig & allein die Mindest-Reserven-Vorschriften abschaffen & diese mit einer neuen Regelung besetzten würde, & zwar die, dass es für jeden Franken Buch-/Giral-Geld bzw. elektronisches Geld auch tatsächlich eine Alternative zur Benützung eines anderen Mediums wie Papier-Geld für jeden existiert & zu gewährleisten, also eine Art 100% Mindest-Reserve, wobei ich nicht genau dasselbe meine, im Sinne, dass BarGeld oder Giral-Geld einfach nur 2 jederzeit austauschbare Formen des Mediums des Geldes sind, & das wäre alles ein Kinderspiel, & ich mich deswegen auch frage, warum man das nicht schon längst seit der Abschaffung der Anbindung an das Gold getan hatte oder ob mir vielleicht doch irgendetwas entgeht oder eben unserer Verwaltung.
            Und wenn wir in diesem Zusammenhang die heutige Situation betrachten, dann werden Ihre Befürchtungen langsam zerbröseln & vom allfälligen Winde verweht, denn auch heute schon, wenn auch theoretisch wie gesagt oder genauso hypothetisch im Übrigen, könnten die Banken & ZB all das Giral-Geld, was Sie als mehrfache Versprechungen auf dasselbe ZB-Geld bezeichnen, was im Übrigen heute & seit der Abschaffung des Gold-Standards technisch bzw. faktisch eben nicht mehr ist, sondern damit nur noch ein mittelalterliches Überbleibsel, eine alte Tradition von der man aus weiss ich welchen Gründen oder Gefühlen sich nicht loslösen kann auch wenn sie kein Zweck mehr erfüllt, einfach drucken, würde nicht viel kosten, eine Banknote drucken zu lassen kostet ungefähr 20 – 40 Rappen, wobei in der Praxis das auch nicht wirklich nötig wäre, & es würde damit genauso wie jetzt ungefähr nur 2% oder so an BarGeld in den Bank-Kassen liegen, dennoch könnten 100% gedruckt & nachgeliefert werden wenn es sein müsste.

          • Linus Huber sagt:

            @ Nardone

            Technisch betrachtet besteht natuerlich die Moeglichkeit, saemtliche Geldansprueche in eigentlichen Noten zu „drucken“.

            Jetzt kommen wir aber zum springenden Punkt. Zu einem gewissen Teil wird dies indirekt schon praktiziert mit den QE Programmen, was heisst, dass Wertpapiere einfach auf der Bilanz der Zentralbank landen. Das Wachstum an Notengeld wird z.B. hier gut analysiert:

            http://www.washingtonpost.com/blogs/wonkblog/wp/2013/07/15/paul-krugman-thinks-low-interest-rates-are-behind-the-boom-in-paper-currency-not-so-fast/

            Sie tendieren auch in diesen Ueberlegungen eine lineare Entwicklung zu erkennen, welche unendlich so weiter gehen kann, ohne dass sich etwelche Probleme melden. Wenn Sie jedoch die vergangen Wochen verfolgt haben, wie sich z.B. Bernanke’s tapering talk zu hoeheren Zinsen fuehrte (was fuer ihn Verwunderung ausloeste), kann man klar erkennen, dass sich die Zentralbanken dadurch in eine Ecke hineinmanoevrieren, in welcher es immer schwieriger wird, sich daraus wieder zu entfernen. Man reduziert immer weitere Optionen in diesem Spiel der Manipulation, wobei schlussendlich einzig die extremen Formen uebrig bleiben werden: Starke Deflation oder Hyperinflation, beide Varianten in immer zerstoererischer Form, je laenger man den Freien Markt unterdrueckt. Es ist genau jetzt und durch die genau jetzt gewaehlten Manipulationen des Marktes, welche Grund der naechsten Krise sein werden. Wie, in welcher Form und wann sich diese melden wird und was genau der Ausloeser sein wird, kann man erst danach erkennen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass die heutige Geldpolitik zu neuen Verwerfungen fuehren wird, ist nicht nur sehr gross, sondern geradezu eine Gewissheit fuer mich. Anscheinend sind Sie da anderer Meinung.

          • G. Nardone sagt:

            @Linus Huber: Ich versuche immer nur, so weit als möglich einen erweiternden Blick auf die Dinge zu gewinnen. Sie hingegen betrachten nur die Zentralbank, völlig isoliert von der wirtsch. Realität, & ausserdem, wollen Sie hingegen offenbar nicht verstehen, dass sog. marktverzerrende „Manipulationen“ von überall kommen können, auch vom privaten Bereich, denn gerade dort ist heute ja das Problem.
            Und was glauben Sie warum die FED jede Menge Aktien kaufte in den letzten Jahren? Na dann verrate ich es Ihnen: Wegen den Derivaten u.a., den Wetten auf bestimmte Ereignisse. Banken haben mit ihren privaten sowie aber auch öffentlichen Kunden Wetten auf allerlei & bestimmte Ereignisse abgeschlossen, z.B. um nur Eine zu nennen; auf ein Kursabstieg des Dow. Sollte also der Dow eine gewisse Marke unterschreiten, dann muss jem. zahlen, ich vermute die Banken, & diese Liquidität wird er höchstwahrscheinlich nicht haben. Also die Fed ist immer noch dran unter anderem, das Finanz-System von sich selbst zu retten.
            Und ganz allgemein heisst das alles nicht, dass ich alle Massnahmen von der FED begrüsse, aber ich hab volles Verständnis für was sie tut: Sie versucht wie ein Arzt, den kranken Patienten so weit wie möglich zu stabilisieren, zu viel mehr ist sie nicht in der Lage, die FED kann das Finanz-System oder Wirtschaft nicht heilen! Aber zumindest kann sie es etwas stabilisieren, die Heilung braucht längere Zeit, sowie Massnahmen im ganzen Spektrum wirtsch. Handelns.
            Und in diesem Sinne & ganz allgemein ist es äusserst kurzsichtig, beschränkt, Massnahmen von dieser Zentrale „isoliert“ & lösgelöst von der ganzen wirtsch. Realität zu betrachten. Genauso ist Inflation eine Massnahme um den Patienten Wirtschaft zu stabilisieren, nicht das Geld, aber nur über das Geld sind ja die ZB ermächtigt Massnahmen zu ergreifen. Aber ich vermute das wird Ihr fest zementiertes Weltbild kaum berühren, & steht für mich fest, dass Sie das Fundament von Wirtschaft; die Arbeitsteilung nicht verstehen!

        • George Aengenheister sagt:

          @G. Nardone: Einleuchtend und mit dem Giralgeld kann ich gut leben und ein plus vor den Zahlen beruhigt sowieso. Der Wert eines Geldscheines (virtuell oder real) liegt doch darin, dass irgend jemand bereit ist, eine den Nullen entsprechende Leistung zu erbringen. Ob das Huhn nun das Ei gelegt hat, ist irrelevant, da wir uns in unserer Vorstellung immer auf reale Sachwerte beziehen und diese bestehen aus einer Ansammlung von nutzbaren Investitionen teils über Jahrhunderte hinweg. Entscheidend ist allein die Bereitschaft, dass jemand eine Leistung erbringt. Die Geldschöpfung auf Kreditbasis funktioniert auch wunderbar, solange die Verbindlichkeiten beglichen werden, ob mit Hilfe von Inflation und Co., aber die Tilgung ist für uns alle im Kopf matchentscheidend, sonst verweigert unser Gerechtigkeitssinn eine weitere Arbeitsleistung. Nur zu diesem Zweck erstellen wir Bilanzen und führen genau Buch über das Zahlengeschäft. Soweit so gut, aber die massive Geldmengenausweitung virtueller Art beinhaltet eben auch, dass potenziell jemand für den potenziellen Schein etwas leisten müsste. Hier orte ich den Betrug, genau wie Linus auch, den Betrug an unseren Nachkommen, von denen wir verlangen, erst eine Leistung zu erbringen und dann gibts Geld, während die sich selbst Privilegierenden munter die locker gedruckten Nötli aus ihren vielen Taschen ziehen und dem Habenichts ist die Möglichkeit verwehrt, beim bösen Spiel nein zu sagen. In dem Moment, wo die Zukunft entscheidet, auf unsere Nullen zu scheissen, anstatt zu leisten, ist die Sache mit dem Papiergeld gelaufen.
          Und wo liegt der Sinn darin, unser teures Oel während dem Transport 10 x zu handeln, stets zum Nachteil des Endverbrauchers? Und all die Derivat-Geschäfte mit Summen, die uns schwindlig machen? Wie können wir denn das Gezocke abstellen, ohne die ganze Wirtschaft abzuwürgen, weil doch mittlerweile soviele in dem Schwachsinn ihr sehr gutes Auskommen haben und in teuren Villen wohnen?

          • G. Nardone sagt:

            @George Aengenheister: Ich bin mir nicht sicher auf was Ihr Post genau hinausläuft, da ich dabei 2 Aspekte sehe.
            1. Geht es Ihnen dabei um die Fragwürdigkeit des heutigen Kredit-Systems als Ganzes & wünschen sich somit eine Lösung wie den Gold-Standard?
            2. Geht es Ihnen um die Missbräuche im Finanz-System die man ja im Investment-Banking Bereich bzw. Finanz-Casino hauptsächlich festmachen kann?
            Aber ganz allg. finde ich das heutige System eigentlich äusserst vernünftig weil Geld eben nur noch reine Buchhaltung ist & deswegen auch sehr modern, wenn auch nicht perfekt, & es ist schlussendlich ein Instrument, Werkzeug & wie jedes andere hat es nebst einen Nutzen ein Missbrauchs-Potenzial, somit bleibt die Frage, wie erhöhen wir den Nutzen & vermindern den Missbrauch & die einfache Antwort; dass man halt lernt damit umzugehen, & das schliesst in einer auf Arbeitsteilung basierten Wirtschaft mit dieser heutigen hohen Komplexität vielleicht eben auch alle Wirtschafts-Teilnehmer mit ein & nicht nur einseitig die Verantwortung dessen einzig der Finanz-Branche abzuschieben, wobei Missbräuche nie vollständig auszuschliessen sind, weil alles ja seinen Preis hat, genau so die Freiheit & ihr Nutzen.
            Allerdings was das Casino betrifft es keinen Zweifel geben sollte, dass es geschlossen gehört. Und es gibt einige Ökonomen, die leider zwar eine Minderheit innerhalb ihrer Zunft darstellen, die heute sich für ein Trennbank-System & überhaupt für die Wieder-Ein-Regelung der Ent-Regelungen der letzten Jahrzehnte sich stark machen.
            Oder auch die schweiz. Volksinitiave die ein VollGeld oder 100%-Geld fordert, das einem Trennbank-System gleichkommt, wobei ich zuweilen noch andere Bedenken pflege was diese Initiative betrifft.
            Und dann gibt es noch Mr. Obama der für die USA sowie International ein Trennbank-System einführen wollte, doch er ist ja kein Diktator, gewisse Parteien sowie Länder darunter Deutschland & sicherlich auch England hatten ziemlich was dagegen. Aber es tut sich was …

    • will williamson sagt:

      Sie sind auf der Bewegung der Vollgeldbewegung. Nächstes Jahr (?) soll eine Volksinitiative gestartet werden. Unter
      (vollgeld.ch) finden Sie weitere Infos.

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