Der wahre kranke Mann Europas

Französische Polizisten während einer Demonstration von Fabrikarbeitern der Reifenfabrik Goodyear in Amiens, 12 Februar 2013. (AP/Christophe Ena)

Die Eurokrise ist nicht auf Griechenland beschränkt: Französische Polizisten während einer Demonstration von Arbeitern der Reifenfabrik Goodyear in Amiens, 12 Februar 2013. (AP/Christophe Ena)

Genau drei Jahre sind vergangen, seit im Mai 2010 das erste Rettungspaket für Griechenland gezimmert wurde. Wer erinnert sich daran, dass das Land ein «Einzelfall» sei, ein Winzling, mit nur 2 Prozent der Wirtschaftsleistung der gesamten Eurozone völlig irrelevant?

Wir wissen, dass der Lauf der Geschichte ein anderer war. Und doch war er stets vorhersehbar; die Eurokrise verlief seit genau jenem Mai 2010 erstaunlich berechenbar. Nennen wir es das KASS-Muster:

  1. Krise
  2. Aktion
  3. Stabilisierung
  4. Selbstgefälligkeit/Sorglosigkeit

Und nach Punkt 4 dauerte es jeweils nicht mehr lange, bis die Krise irgendwo wieder aufflammte.

Heute stehen wir wieder in einer Phase, die von Seiten der Politiker von krasser Selbstgefälligkeit begleitet ist. Das im Spätsommer 2012 von der EZB angekündigte OMT-Programm (Outright Monetary Transactions), gekoppelt mit dem Versprechen von EZB-Chef Mario Draghi, die Zentralbank werde alles unternehmen, um den Euro zu schützen, hat die Finanzmärkte beruhigt. Mit dem Versprechen der EZB im Rücken können sich die beiden kriselnden grossen Brocken der Eurozone, Spanien und Italien, am Bondmarkt zu einigermassen erträglichen Konditionen (unter 3 Prozent für fünfjährige, unter 5 Prozent für zehnjährige Laufzeiten) finanzieren.

Doch die Ruhe trügt. Die Bondrenditen taugen als Krisenseismograph nichts mehr, weil sie von den Notenbanken zu sehr manipuliert werden. Die Kollegen Straumann und Diem Meier haben in diesem und in diesem Blogbeitrag in den vergangenen Tagen bereits gezeigt, wie die Konjunkturflaute nun auch Nordeuropa erwischt hat und die Eurokrise wieder in ihre chronische Phase getreten ist. Ich teile ihre Meinung voll und ganz.

Das Land, das meiner Meinung nach zu wenig Beachtung erhält und dessen Bondrenditen ganz besonders falsche Signale aussenden, ist Frankreich. Die zweitgrösste Volkswirtschaft der Eurozone wird das ultimative Schlachtfeld sein, auf dem sich das Schicksal der Währungsunion dereinst entscheiden wird. Ich habe keine Ahnung, wann das sein wird. Aber die folgenden 13 Grafiken veranschaulichen, dass in Frankreich derzeit so ziemlich jeder ökonomische Indikator in die falsche Richtung zeigt.

Beginnen wir mit dem Arbeitsmarkt. Die erste Grafik zeigt die offiziell ausgewiesenen Arbeitslosenraten Frankreichs (rosa Kurve) und Deutschlands (Quelle: OECD via Nomura).

Mit 10,8 Prozent liegt sie in Frankreich auf einem Rekordhoch seit der Einführung der Gemeinschaftswährung, während sie in Deutschland auf rekordniedrigem Niveau liegt. Letztmals war die Arbeitslosigkeit in Frankreich im Jahr 1998 so hoch wie heute. Die besondere Tragik des abgebildeten Charts liegt jedoch nicht in der absoluten Höhe der Arbeitslosenraten, sondern in der Bewegungsrichtung der beiden Kurven. Bis 2008 bewegten sich die Arbeitslosenraten in Frankreich und Deutschland gleichläufig; sie stiegen und sanken gleichzeitig. Seither driften sie auseinander.

Die nächste Grafik zeigt die durchschnittliche Anzahl Tage, die ein arbeitsloser Franzose benötigt, bis er/sie wieder einen Job findet (Quelle: Nomura):

Mit mehr als 550 Tagen ist es mit Abstand der höchste Wert seit der Einführung des Euro. Langzeitarbeitslosigkeit ist für eine Volkswirtschaft langfristig strukturell schädlich, weil potenzielle Arbeitnehmer Fertig- und Fähigkeiten verlieren.

Besserung am Arbeitsmarkt ist nicht in Sicht. Die folgende Grafik zeigt die (in Umfragen erhobene) rapide abnehmende Neigung privater Unternehmen, neue Stellen zu schaffen (Quelle: Nomura):

Die nächste Grafik zeigt die Anzahl ausgeschriebener Stellen (in Tausend). Es ist der niedrigste Wert seit 1997 (Quelle: Nomura):

Und hier noch die Anzahl Menschen in Frankreich, die offiziell als arbeitslos gemeldet sind (in Millionen. Quelle: Nomura):

Mit 5,3 Millionen ist das der höchste je ausgewiesene Wert.

Die nächste Grafik gibt ein Bild ab, wie es um das verarbeitende Gewerbe in Frankreich steht. Sie zeigt die Rate der Kapazitätsauslastung (in Prozent. Quelle: Nomura):

Mit Ausnahme des massiven Einbruchs während der heftigen Weltrezession im Winter 2008/09 liegt die Kapazitätsauslastung mit bloss gut 80 Prozent auf einem rekordniedrigen Stand. Nie seit 1991 war die Industrie Frankreichs so schlecht ausgelastet wie heute.

Mit ein Grund dafür ist in der schwindenden Wettbewerbsfähigkeit Frankreichs zu finden, wie die folgenden Charts zeigen. Hier zunächst eine Darstellung der Entwicklung der Lohnstückkosten seit 1999, im Vergleich mit anderen Euro-Ländern (indexiert, 100=1999. Quelle: Pictet):

In Frankreich (rosa Kurve) haben sich die Lohnstückkosten im Gleichschritt mit jenen in Spanien und Italien bewegt – und sich immer weiter von Deutschland entfernt.

Misst man den Anteil Frankreichs am globalen Waren-Exportvolumen, wird in aller Brutalität deutlich, wie das Land an relativer Wettbewerbsfähigkeit eingebüsst hat, wie die folgende Grafik zeigt (indexiert, 100=1999. Quelle: Nomura):

Frankreichs Anteil (rosa Kurve) am weltweiten Exportvolumen hat seit 1999 um 25 Prozent eingebüsst – das ist ein deutlich stärkerer Rückgang als in Italien (grau) und Spanien (grau gestrichelt).

Wenig besser sieht es im Servicesektor aus (indexiert, 100=1999. Quelle: Nomura):

Auch im Export von Dienstleistungen hat Frankreich seit 1999 verloren. Das ist im europäischen Vergleich die schlechteste Leistung neben Italien.

Eine potenzielle Zeitbombe liegt zu allem Unglück auch noch im französischen Immobiliensektor, wie die folgende Grafik zeigt (Quelle: Nomura)

Seit 1998 sind die Immobilienpreise in Frankreich (rote, perforierte Kurve) im Schnitt um das 2,5-Fache gestiegen. Wenn in Frankreich die Immobilienpreise ähnlich wie zuvor in Spanien oder den Niederlanden ins Rutschen kommen, werden die inländischen Banken unter grossen Druck geraten. (Nebenbei bemerkt: Die Grafik zeigt auch eindrücklich, wie sich die Immobilienpreise in Deutschland , rote Kurve, zwischen 1998 und 2012 nahezu nicht bewegten.)

Noch ist von einer Immobilienmarktabkühlung in Frankreich wenig zu sehen, aber einige Vorzeichen gibt es. Hier beispielsweise das monatliche Verkaufsvolumen bestehender (also nicht neu gebauter) Häuser (Quelle: Nomura):

Es nimmt rapide ab. Und hier noch die jährliche Veränderungsrate in der Anzahl Konkursanmeldungen im Immobilienbereich (rote Kurve. Quelle: Nomura):

Die Zahl der Konkursanmeldungen hat im März im Vergleich zum Vorjahr um fast 20Prozent zugenommen.

Insgesamt: Alles heftig blinkende Warnsignale rund um Frankreich. Und doch ist vor wenigen Wochen das kaum Denkbare geschehen: Die Zinsen, die der französische Staat am Bondmarkt für seine Schulden bezahlen muss, sind auf den niedrigsten Stand seit mehr als 260 Jahren gefallen. Diese Grafik von Merrill Lynch zeigt den langfristigen Verlauf des Zinsniveaus eindrücklich:

Daraus abzuleiten, Frankreich sei am Finanzmarkt ungefährdet, wäre aber töricht. Eine Erklärung, weshalb die französichen Bondrenditen so niedrig sind, liefert die folgende Grafik (Quelle: Nomura):

Die grössten Käufer französischer Staatsanleihen (die Skala ist in Milliarden Euro) waren in den vergangenen Monaten: Französische Banken und japanische Investoren. Letztere wurden von der Geldpolitik der Bank of Japan regelrecht ins Ausland getrieben, um irgendwo noch einige Basispunkte Rendite zu finden. Wie mein Redaktionskollege Clifford Padevit schon in diesem kurzen Beitrag im Momentum-Blog schrieb: Japan hat ein dickes «Merci» aus Paris verdient.

Gesund ist das alles nicht. In diesem Sinn: Affaire à suivre.

Hier noch einige Links in eigener Sache:

  • Hier ein enorm lesenswertes Interview, das mein Redaktionskollege Christoph Gisiger in New York mit Mike Mayo geführt hat, dem meiner Meinung nach besten und kompromisslosesten Banken-Analysten der Welt.
  • Hier Paul Krugman, der in der New York Review of Books über die Austeritätsdebatte schreibt. Er bespricht darin unter anderen das neue Buch von Mark Blyth, den wir in diesem Blogbeitrag bereits vorgestellt haben.
  • Hier mein Leitartikel in der FuW mit dem Titel «Herr, gib mir Keuschheit» zum Thema Austerität in einer Bilanzrezession.
  • Hier Daniel Gros, der die Austeritätsdebatte in Europa als «irrelevant» erachtet.
  • Und hier David Warsh, der im Economic Principals Blog über expansive Austerität in guten und schlechten Zeiten argumentiert.
  • Und noch etwas völlig anderes – wer sich an der aktuellen FuW-Umfrage beteiligen will: Sind die Schweizer Banken zu grosszügig in der Vergabe von Hypotheken? Hier geht’s zur Abstimmung.

300 Kommentare zu «Der wahre kranke Mann Europas»

  • Wir haben einige Kranken Männer in Europa.
    Und meistens sitzen Sie in Parlamenten

  • Als Kranker Mann am Bosporus oder Kranker Mann Europas wurde im 19. Jahrhundert das geschwächte Osmanische Reich, aus dem später die Türkei hervorgehen sollte, von vielen Medien der damaligen Zeit persifliert.

  • Heli sagt:

    Habe ganz vergessen, Mark Dittli ein Kompliment zu machen zu diesem grossartigen Artikel. Gut ausgewählte Grafiken samt Erklärungen dazu – ganz mein Geschmack.

    Herr Dittli wäre der richtige Mann, um den Brüsseler Kommissaren und Appartschicks die Sachlage schonend beizubringen. Indes, deren vorrangiges Thema zur Zeit ist das Olivenöl-Kännchen-Verbot…

  • Heli sagt:

    Wow – viel Wissenschaft und Philosophie hier. Dabei ist es doch ganz einfach. Der lateinischer Genius weiss ganz genau: Das Leben ist schön, die Lage hoffnungslos, das Zeugs wird zusammenkrachen. Indes, es sind genügend Idioten ringsum, die la grande nation ad infinitum stützen werden.

    Deutschland wird von ihren Steuerzahlern einen zehnfachen Solidaritätsbeitrag eintreiben – hat sich bewährt – und das Geld in Güterzügen nach Paris karren, der eigenen Armut tapfer in’s Auge schauend. Egalité, fraternité, pauvreté – im Euro brüderlich vereint.

    Selbst die antike Schweiz wird die alten Burbarki-Suppenküchen reaktivieren und den verlumpten Imperatoren eine warme Mahlzeit offerieren. Es lebe Europa! Wir sind dem Napoleonischen Traum näher als je zuvor, und dies ohne einen Schuss Pulver…

  • Ueli sagt:

    @Albert Baer
    Sie schreiben „Michael Sandel meint, dass wir den Markt dazu benutzt haben um ethischen/moralischen Fragen nach dem „guten Leben“ auszuweichen“.
    Mit Verlaub Herr Baer – aber der Kapitalismus ist ein Fakt und wer zum Himmel soll diesen dazu benutzt haben „ethisch/moralischen Fragen“ auszuweichen. Ich habe wohl diese Abstimmung verpennt – entschuldigen sie meinen Sarkasmus aber genau diese „Ethik-Schiene“ wird doch jetzt vom „Kapitalismus 2.0“ gefahren…Gehen Sie in einen Starbuckscoffeshop und mit dem Kauf eines Kaffees unterstützen Sie arme Kinder in Guatemala u.s.w. Das „schlechte Gewissen des Konsumenten“ ist wie weggeblasen und man kann weiter machen wie bisher…Hauptsache die „Ethik und Moral“ wird nicht über Bord geworfen. So führt man dann auch Kriege im Namen der „Ethik und Moral und Demokratie und Menschenrechte u.s.w.“

    • Albert Baer sagt:

      „Ich habe wohl diese Abstimmung verpennt…“

      Mit Abstimmen finden sie eh zu keiner Moral/Ethik, sondern erhalten nur ein Abstimmungsresultat. Für Moral/Ethik braucht es einen moralischen/ethischen Diskurs.

      “Kapitalismus 2.0″

      Genau das ist das magische Denken, dass man mit einen „ethischen/fairen“ Markt (Kostenwahrheit etc.) eine faire Welt zustande bringt. Über die moralischen/ethischen Aspekte von Märkten wird nicht reflektiert, also über die Frage, ob ein Markt in einem bestimmten Bereich überhaupt moralisch/ethisch vertretbar ist.

      Anstatt von „fairem“ Kaffee können Sie das Beispiel ja mal mit „fairen“ Organen durchspielen. Sollte es einen „fairen“ Markt für Organe geben?

      Wie gesagt:
      Für Michael Sandel sind Märkte Werkzeuge, die man -wenn geeignet – für das Ziel des „guten Lebens“ einsetzen KANN. Was aber das „gute Leben“ ist bzw. sein soll, über das müssen wir uns zuerst verständigen.

      • Linus Huber sagt:

        Das „gute Leben“ mag fuer jeden Menschen ein wenig anders aussehen, was in gewisser Beziehung wohl ein Dilemma darstellen duerfte, wenn man sich darauf zu einigen versucht und basierend darauf Regeln festlegt.

        • Nadine Binsberger sagt:

          @Huber 02:03: Sie haben vollkommen recht, Hr. Huber. Z.B. ich. Ich kann mir kein gutes Leben vorstellen, ohne mir die Welt Untertan zu machen. Wenn ich mit irgendjemandem darüber diskutieren und gemeinsame Regeln festlegen müsste, dann käme ich niemals zu meinem guten Leben. Und diese Chance sollte man mir wohl lassen, das ist mein Menschenrecht.

        • Albert Baer sagt:

          @Linus Huber

          Das ist eben genau die Illusion, dass man diesem „Dilemma“, dass es verschiedene Vorstellungen vom „guten Leben“ gibt, mit dem Markt ausweichen könnte. Dass also der Markt uns die Entscheidung abnehmen kann/soll, was gut und richtig ist. So basteln wir fleissig an einer Marktgesellschaft, die uns dank ihrer unsichtbaren Hand (=“göttlichen Hand“) ins Frieden-Freude-Eierkuchen-Paradies führen soll.
          Michael Sandel verneint, dass man moralische/ethische Fragen über den Markt beantworten kann.
          Moralische/ethische Diskurse sind schwierig, weil sie das Innerste von uns berühren. Sandel behauptet auch nicht, dass sich mit einem moralischen/ethischen Diskurs alles automatisch in Wohlgefallen auflösen würde.
          Bei Interesse an diesem Thema empfehle ich ihnen seine Harvard Vorlesung „Justice“ (12 Videos); zu finden auf youtube.

          • Linus Huber sagt:

            Nein, es ist nicht der Markt, welcher uns diese Entscheidung abnehmen soll, sondern die Regeln des Marktes, welche gesellschaftlich positives Verhalten belohnen soll und fuer den Zusammenhalt negatives sowie nicht nachhaltige Verhalten „bestrafen“ muss. Es geht darum, diese richtigen Regeln zu erkennen und sie auch durchzusetzen und sie dem Einfluss der Elite zu entziehen, was hingegen einzig durch klare kurze und damit weniger komplexe Regeln moeglich ist, welche auch den Verwaltungsaufwand in Grenzen haelt.

          • Nadine Binsberger sagt:

            @Huber 13:13: Sie wollen die „richtigen“ Regeln durchsetzen, unabhängig von den Eliten. Perfekt. Das klingt für mich nach Demokratie, und zwar Basisdemokratie, in der Wirtschaft. Da könnten wir uns einig werden.

          • Linus Huber sagt:

            @ Nadine

            Langsam erkennen Sie einen Teil meines Gedankengutes. Ich vertrete Standpunkte wie Dezentralisierung (Entscheide auf tiefst moeglicher Ebene und Vermeiden von Machtkonzentration), Rechtsstaatlichkeit im Sinne einfacher aber klarer Regeln (Reduktion der administrativen und manipulativen Verwaltungsapparates und damit auch eine Reduktion der meoglichen Einflussnahme durch die Elite), Hochhalten des Prinzipes der Nachhaltigkeit (z.B. keine dauernde Geldentwertung), Staerkung der persoenlichen Verantwortung (Schutz der individuellen Freiheit geht damit einher), oder ganz allgemein betrachtet, Regeln, welche sich positiv fuer das Funktionieren der Gesellschaft auswirken.

            Ich versuche Sammelbegriffe wie Kommunismus oder Demokratie zu vermeiden, da viele Leute darunter etwas anderes verstehen und nichts in Reinform existiert.

  • Albert Baer sagt:

    All die schönen Charts und die Diskussionen wecken den Eindruck, die Wirtschaftskrise sei lediglich eine technische, die man technokratisch lösen könnte.
    Dieser technokratische Ansatz ist aber genau das Grundproblem, wieso der „Markt“ uns keine Antworten liefert, wie wir individuell und kollektiv auf dieser Erde leben wollen/sollen.

    Historisch gesehen ist die „unsichtbare Hand“ des Marktes ganz klar ein Fortschritt gegenüber dem Feudalismus etc. der vergangenen Tage. Der Markt funktioniert auch mit „schlechten“, also völlig eigennützigen Menschen (homo oeconomicus). Die Frage ist, ob das reicht.
    Michael Sandel meint, dass wir den Markt dazu benutzt haben um ethischen/moralischen Fragen nach dem „guten Leben“ auszuweichen („Der Markt hat immer recht“) und die Illusion genährt haben, dass das Zusammenleben technokratisch bewältigt werden kann („Ende der Geschichte“).

    So werden wir zunehmend zu moralisch/ethischen aber auch zu diskursiven Analphabeten. Moral und Ethik scheint etwas für die Sonntagspredigt und die Philosophie.

    Als Philosoph meint Sandel, dass kein Weg daran vorbei führt, Moral und Ethik wieder in den alltäglichen Diskurs einzubeziehen.
    Märkte sind Werkzeuge für das „gute Leben“ aber nicht das „gute Leben“ selbst.

  • Ueli sagt:

    @Johnny Smith
    „Mit Frustration und Wut werden wir nicht viel weiter kommen“, schreiben Sie. Es ist selbstverständlich ein „Kapitalverbrechen“ nicht einverstanden zu sein mit dem status quo und deswegen ist man ja auch ein „loser“ in dieser Gesellschaft wenn man nicht „gut gelaunt seinen Job macht“.
    Die Ermahnung zur happiness, in der der wissenschaftlich lebemännische Sanatoriumsdirektor mit den nervösen Propagandachefs der Vergnügungsindustrie übereinstimmt, trägt die Züge des wütenden Vaters, der die Kinder anbrüllt, weil sie nicht jubelnd die Treppe hinunterstürzen, wenn er misslaunisch aus dem Geschäft nach Hause kommt. Es gehört zum Mechanismus der Herrschaft, die Erkenntnis des Leidens, das sie produziert, zu verbieten, und ein gerader Weg führt vom Evangelium der Lebensfreude zur Errichtung von Menschenschlachthäusern…(Adorno, Minima Moralia, Aphorismus 38).

    • Johnny Smith sagt:

      @ Ueli
      Frustriertheit, Wut und Destruktivität: qed.
      Mit Ihnen zu diskutieren/bloggen, ist (nur für mich?) nicht einfach. Aber nicht etwa, weil Sie einen mit guten Argumenten von der eigenen Position abbringen würden (das wäre nämlich, frei nach Einstein, schwierig, wenn auch spannend), sondern weil Sie so destruktiv und frustriert bleiben. Ich ziehe es vor, künftig mit anderen Kommertierern zu argumentieren und im positiven Sinne zu streiten. Wünsche Ihnen weiterhin gutes Kommentieren.

  • Mike sagt:

    Das Problem ist, dass wir keinen freien Markt haben und auch niemand einen freien Markt will. Am wenigsten wollen die Unternehmen einen freien Markt. Freier Markt bedeutet Wettbewerb. Das wiederum bedeutet viel tiefere Gewinne, als bei anderen Marktformen (z.B. Monopol). Am ehesten spielt der Wettbewerb noch bei KMU. Aber die grossen Unternehmen wollen keinen Wettbewerb. Wenn eine Pharmafirma 15 Jahre in Folge nur Rekordgewinne macht, dann ist das ein Zeichen, dass der Wettbewerb nicht spielt. Wenn Banken nicht mehr Konkurs gehen, dann ist das ein Zeichen, dass der Wettbewerb nicht spielt. Wenn Sparer plötzlich enteignet werden, dann ist das kein freier Wettbewerb.
    Die Dinge sind nicht so einfach. Wir leben in einer Zeit, wo mehr Regulierungen (gemeint sind sinnvolle Regulierungen) zu mehr und nicht weniger Wettbewerb führen würden.
    Die Theorie der unsichtbaren Hand ist nicht falsch. Das Problem ist, dass wir kein solches System haben. Und – wir brauchen – und das verstehen viele nicht – eben gerade den Staat und sinnvolle Regulierungen, damit wir mehr Wettbewerb haben. Ohne den Staat würden nur noch die grossen Konzerne alles monopolmässig bestimmen. Was diese ohnehin tun – in immer krasser werdenden Ausmassen.

    • Linus Huber sagt:

      @ Mike

      „sinnvolle Regulierungen“ Ja, dringend benoetigt. Leider werden wir einzig mit immer komplexeren Regelwerken ueberschuettet, welche meist aus der Feder jener stammt, welche reguliert werden sollten. Weniger, dafuer kurze und praegnante Regeln sind der Weg, um den Einfluss der Finanzelite zu reduzieren. Die Regulierungsflut ist oft einzig der Versuch, nicht nachhaltige Entwicklungen weiter zu unterstuetzen und den Status Quo zu verteidigen.

      „Ohne den Staat würden nur noch die grossen Konzerne alles monopolmässig bestimmen.“ Ich denke, dass die Konzerne dies hauptsaechlich mithilfe des Staates heute erreicht haben. Gesetze und Regeln sind dabei das Instrument, um sich unliebsame potentielle Wettbewerber vom Hals zu halten. Die monopolistisch anfuehlenden Gewinne der Konzerne ist ein zusaetzliches Kennzeichen der Umverteilung von der Mittelklasse an die Elite und beruht zu einem grossen Teil auf der geldentwertenden Politik der Zentralbanken.

      Aber Sie erkennen aufgrund der offerierten Beispiele bestens, dass die massive Regulierungsflut der letzten 50 Jahre anscheinend nicht erfolgreich zu sein scheint.

      Es geht weniger um Regeln oder keine Regeln, sondern um die richtigen Regeln. Wie Sie erkennen, duerfen Banken ja teilweise nicht mehr liquidiert werden. Wie kam es dazu? Wer liess diese Institute systemrelevant werden? Wer schloss die Augen als sich die Kreditmenge im System ueber Jahrzehnte massiv ueber dem Wirtschaftswachstum ausweitete?

      Wenn Sie diese Frage beantworten, stossen Sie zum Kern des Problems vor.

      • Nadine Binsberger sagt:

        @Huber 1:56: Ja, die Banken sind Systemrelevant. Aber ist dieses System relevant für die Gesellschaft? Ich meine eindeutig nein. Ein System, das die Allokation von Gütern derart scheps an unseren Bedürfnissen vorbei organisiert und dabei unseren Planeten zerstört, ist alles andere als relevant für unsere Gesellschaft.

        • mike sagt:

          Natürlich sind Banken relevant für die Gesellschaft. Ohne Banken müsste jeder, der einen Kredit will, quasi selber Geldgeber suchen. Banken bringen ganz einfach gesagt Sparer und Kreditsuchende zusammen. Was aber nicht systemrelevant ist, sind Banken, die mit Spargelder an der Börse spekulieren und sich in der Hausse hohe Boni auszahlen. (Was angemerkt auch nicht schwer ist – so ziemlich jede Hausfrau/jeder Hausmann verdient Geld in der Hausse). Und wie die Statistik zeigt, haben weder die CS noch die UBS in den letzten 10 Jahren mit Investmentbanking Geld verdient. Ausser die Banker – diese haben Geld verdient.
          Anmerkung: Die Banken wurden nach dem Crash der 30er Jahre stärker reguliert. Seit den 70er Jahren wurden bei den Banken Regulierungen ständig abgebaut. (Oder wie Linus Huber anmerkt: Regulierungen implementiert, die „nicht“ regulieren. Nach dem Motto: „Was nicht verboten ist, ist erlaubt.“

      • Linus Huber sagt:

        In diesem Zusammenhang lese ich gerade in einem Brief von John Mauldin, dass sich 2 Senatoren endlich um einfache und griffige Regeln fuer TBTF Banken bemuehen. Spezifisch:

        ●Mandates a flat 15 percent capital requirement for any institution with more than $500 billion in assets
        ●Does not rely on ratings agency grades
        ●Removes off-balance-sheet assets and liabilities as different classes —they are treated as if they are
        on the balance sheet
        ●Requires derivatives positions to be included in a bank’s consolidated assets
        ●Requires that the capital cushion a bank holds be liquid

        Vielleicht kommt doch nach ueber 4 Jahren endlich ein wenig Bewegung in die richtige Richtung. Die Regeln glaenzen an Einfachheit, Direktheit und Klarheit; so einfach ist es, wenn man nur will. Hoffen wir, dass diese Senatoren Erfolg haben werden.

        • Ueli sagt:

          @Linus Huber
          Erinnert mich irgendwie an die „Abzocker-Initiative“. Das Volk darf mal kurz seinen Zorn loswerden und das Resultat ist, dass die Grossaktionäre noch mehr Macht erhalten als sie ohne schon haben.
          Die zwei Senatoren wollen sich doch nur vor ihrer Wählerschaft einen kleinen Vorteil verschaffen, indem sie anscheinend das „böse raffende Kapital“ endlich an die Leine nehmen. Tatsächlich aber glaube ich kaum, dass die Banken ein Problem damit haben, dass sie in Zukunft nicht mehr von den Ratingagenturen bewertet werden sollen oder das sie ein bischen mehr Eigenkapital halten müssen.

          • Johnny Smith sagt:

            Ach Ueli, man merkt Ihre Gesinnung. Sie scheinen offensichtlich lieber (wohl auch in Ihren Augen) positive Aenderungen klein- und schlechtzureden, als dass Sie zugeben würden, dass ein Problem dadurch evt. reduziert und angegangen wird. Hauptsache der böse Markt und böse Grosskapitalismus bleiben „böse“ und Sie können weiter auf Ihren Lieblingsfeind einprügeln. Warum immer so negativ? Mehr Eigenkapital bei den Banken und dadurch weniger Risiko, dass irgendeine angeblich systemrelevante Bank mit Steuergeldern unterstützt werden muss, sollte doch auch in Ihr „Lebensbild“ passen, oder nicht?

          • Linus Huber sagt:

            @ Ueli

            Ich verstehe Ihre Skepsis, aber es ist keineswegs eine bedeutungslose Veraenderung (soferne sie eintreten sollte). Es gibt auch heute noch Banken, welche mit einem Hebel von 50 operieren, was bedeutet, wenn sie einen durchschnittlichen Verlust von 2% auf den Aktiven akzeptieren muessen, sind diese schon pleite (oder abhaengig von staatlicher Unterstuetzung. Bei 15% Risikokapital, sinkt der Hebel auf unter 7.

            Und natuerlich sollten Politiker bei den Waehlern punkten wollen, und nicht nur die letzten paar Monate vor den Wahlen. Sofern ich richtig liege, stehen diesen Herbst keine Wahlen in den USA an.

            Diese TBTF Banken kommen aufgrund der implizierten Staatsgarantie auf indirekte Subvention zulasten des Steuerzahlers im Rahmen von 80 Mia. pro Jahr (Studien Bloomberg, FDIC), indem sie in der Lage sind zu guenstigeren Konditionen Kredite aufnehmen koennen.

            Sollten diese Regeln tatsaechlich eingefuehrt werden, wird dies die Eigenkapitalrendite massiv schmaelern und den Boni-Pool dadurch ebenfalls. Also eine nicht zu unterschaetzende Veraenderung, welche ebenfalls viel schaerfer waeren als die Basel III Regeln. Auch die Schweizergrossbanken sind im Verhaeltnis zu diesen Regeln noch ein sehr weites Stueck entfernt.

            Der Modus operandi der Banken (extrem hoher Hebel) war mit ein Faktor, welcher die massive Kreditausweitung erlaubte und uns in die gegenwaertige Krise fuehrte. Wie schon oft erklaert, sind jedoch in meinen Augen die Zentralbanken verantwortlich, da es an ihnen lag, diese Entwicklung zu erkennen und auch entsprechend die Geldpolitik anzupassen.

          • Ueli sagt:

            @Johnny Smith
            Ach Johnny – Als wäre es mein „Hauptanliegen“ ein so super funktionierendes System wie den Kapitalismus zu kritisieren – wo kämen wir denn da hin? Aber Sie haben Recht – Der kleine Mann sollte immer kleine Brötchen backen und vielleicht fallen ja auch ein paar Brotkrumen vom Tisch der Mächtigen in seine „Suppenschüssel“ – bei so viel Demut und Treue zum System sollte dies eigentlich der Fall sein. Und jetzt lasset uns zusammen die Hände falten und dem heiligen Mammon noch ein Stossgebet senden: Vater unser im Himmel…

          • Linus Huber sagt:

            @ Ueli

            Langsam steigert sich meine Vermutung, dass es sich bei Ihnen um „Ueli den Knecht“ handelt, welcher sich vor laengerer Zeit oefter mal bemerkbar machte in diesem Blog. Liege ich richtig?

          • Ueli von und zu Knecht sagt:

            @Linus Huber
            Sie haben ins Schwarze getroffen Herr Huber. Dieser Blog wurde mal wieder von „Kommunisten“ gehighjackt. Ich will ja nicht, dass Sie immer nur Ihre eigenen Kommentare bei den anderen lesen müssen. Ein bischen Salz und Pfeffer hat dem „Einheitsbrei“ noch nie geschadet und vielleicht lernt man sogar noch was von „den Roten“. Ich meinerseits lasse mich vielleicht auch noch zum Kapitalismus bekehren – spätestens wenn ich in Rente gehe (was noch paar Jahrzehnte dauert) – da dann die anderen für mich arbeiten gehen dürfen.

          • Johnny Smith sagt:

            @ Ueli
            Skepsis fände ich verständlich, aber der Sarkasmus in Ihrem Kommentar ist nicht zu überhören. Mit Frustration und Wut werden wir nicht viel weiter kommen. Offensichtlich bleibe ich erfolglos in meinem Versuch, Sie zu einem weniger negativen einem etwas konstruktiveren Denken zu bringen. Schade 🙁

  • Rolf Zach sagt:

    @Linus
    Ihre Gedankengänge erinnern mich stark an diejenigen des US-Finanzministers und Bankier-Milliardär Andrew Mellon 1931.
    Seine Aussage frei zitiert lautete damals: Liquidiert alles, Aktien, Vorräte, Investitionen bis die Volkswirtschaft auf einer gesunden Basis sich wiederfindet. Geholfen hat es wenig und die Krise gewaltig verschlimmert.

  • @Huber 05:08: „…ansonsten wir uns wohl noch mit Pferd und Kutsche fortbewegen wuerden.“ Ja, stattdessen bewegen wir uns mit prähistorischen Pflanzen und Dinosauriern fort und fordern damit das ökologische Gleichgewicht massiv heraus. Zudem erhöhen wir schrittweise die Umgebungs-Radioaktivität und setzen damit die DNA aller Lebewesen inkl. uns selber einer erhöhten Mutationsrate aus. Ist das optimal und effizient? Generell scheint mir, dass Sie einem idealistischen, utopischen System huldigen, das seit Jahrzehnten gepredigt wird, aber noch nirgends umgesetzt wurde geschweige denn jemalsfunktioniert hat. Oder können Sie mir ein einziges positives Beispiel nennen? Ihr Papst, Alan Greenspan, hat 2002 sowie Ende 2008 verstanden was es geschlagen hat. Die Anhänger seiner Religion haben die Realitäts-Kurve aber immer noch nicht gekriegt.

    • Linus Huber sagt:

      @ Nadine

      Wenn Sie aus meinen Zeilen zu erkennen glauben, dass Alan Greenspan mein Papst sein soll, haben Sie wirklich nichts verstanden.

      • @Huber 11:59: Ok. Bitte beschreiben Sie trotzdem irgendeine real existierende Volkswirtschaft (egal ob aus der Gegenwart oder Vergangenheit), in welcher die ungestörte „Rolle des Marktes“ wirken konnte. Zeigen Sie mir, dass der „freie Markt“ keine Utopie ist.

        • Linus Huber sagt:

          Wenn ich Ihnen nach Vereinbarung des Preises einen Liter Milch abkaufe und sich dabei niemand einmischt, haben wir gerade den Freien Markt neu geschaffen, sofern der Kaufpreis in einer nicht manipulierten Waehrung festgelegt wird.

          • @Huber 12:22: Wollen Sie umgekehrt damit sagen, dass mein Mann und ich mit der Heirat den Kommunismus neu erfunden haben? Hr. Huber, wir sprechen über Wirtschaftssysteme. Wenn zwei Personen miteinander irgendetwas beliebiges vereinbaren, dann haben wir noch kein allgemeingültiges Wirtschaftssystem. Ihr Kaufbeispiel ist nur die Grundlage für eine Theorie, die behauptet, dass alle Güter optimal und effizient alloziiert werden, wenn man sie nur ungestört und unmanipuliert (=fatalistisch) der unsichtbaren Hand aussetzt. Augen zu, Hände weg, den Homo Oeconomicus in dir frei walten und machen lassen – und schon entsteht ganz von selbst das Paradies auf Erden. Esoterischer geht’s nicht mehr. Oder? Oder hat vielleicht dieses Konzept schon einmal irgendwo funktioniert? Nennen Sie mir ein Beispiel einer Volkswirtschaft, die nach diesem Muster funktioniert hat.

          • Linus Huber sagt:

            @ Nadine

            Viele spassige Antworten in Bezug auf die Funktion der Ehe kommen mir in den Sinn, aber ich will hier niemanden beleiden.

            Frau Binsberger, niemand erklaert hier, dass wir das Paradies auf Erden kreieren koennen. Jedoch ist diese Idee verwurzelt im Gedanken des Wohlfahrtsstaates, welcher jedoch die Reflexivitaet des Systems und die Verletzung der langfristigen Nachhaltigkeit nicht erfasst. Die Komplexitaet eines Wirtschaftssystem ist vergleichbar mit einem Ecosystem oder lebenden Organismus und fast jeder Eingriff produziert nicht beabsichtigte Konsequenzen. Es ist unabdingbar, dass wir sehr vorsichtig vorgehen, wenn wir diesem System Medikamente verabreichen. Und wenn wir einmal erkannt haben, dass wir auf einem Gebiet uns verrannten, also zum Abhaengigen des „Medikamentes“ wurden, sollten wir diese Tatsache wenigstens anerkennen und vielleicht eine Entwoehnungskur in Betracht ziehen.

            Ebenfalls geht es nicht, wie Sie immer wieder andeuten, um ein Ideal, welchem man nachrennt, sondern um das Mass und in welche Richtung man sich bewegt.

  • Rolf Zach sagt:

    Ich bitte sehr um Entschuldigung, Herr Linus Huber. Hat diese Aussagen nicht teilweise auch ein berühmter US-Finanzminister und Milliardär mit dem Namen Andrew Mellon 1931 gesagt? Ich meine dies nicht als Plagiat. Wahrscheinlich haben Sie sich mit diesem Mann nie beschäftigt, aber sie geben treffend seine Gedankengänge wieder.

  • Linus Huber sagt:

    Krugman in Bezug auf Austeritaet: „…if the real problem is that we overspent and lived beyond our means, we should be working harder, not throwing millions of people into unemployment.“

    Er verwendet dabei sehr allgemeine und schwammige Begriffe ohne das Problem zu spezifizieren.

    Das wirkliche Problem liegt in der Tatsache, dass das FED durch die Verfaelschung der Zinssaetze als Preisfixer funktioniert. Dies behindert Rolle des Marktes des Ausbalancierens zwischen Sparen und Investitionen.

    Kreditaufnahmen und Investitionen, welche unter normal Marktbedingungen nicht gemacht worden waeren, basieren einzig auf den durch die Zentralbanken kuenstlich tiefen Zinssaetze (dot com, Immobilien etc.). Diese Fehlinvestitionen finden in allen Bereichen der Wirtschaft statt.

    Es ist wichtig dabei, sich bewusst zu sein, dass sich die Fehlinvestitionen offenbaren, nachdem das FED die Zinsen wieder anhebt. Wenn wir die heutige Situation betrachten, weist Krugman auf die hohen Gewinne, den steigenden Aktienmarkt, ein Ansteigen der Hauspreise und andere Indikatoren hin und erklaert, dass alles bestens laeuft.

    In Tat und Wahrheit jedoch ist genau das Gegenteil der Fall. Genau jetzt wird der Schaden produziert. Wo genau dies der Fall ist, wird uns zu einem spaeteren Zeitpunkt offenbart.

    Und wenn die Fehlinvestitionen sich zeigen, sagt Krugman: „we should be working harder“ und „not throwing millions of people into unemployment“. Haerter arbeiten hat natuerlich gar nichts mit dem Problem zu tun, und der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist zu unserem Leid notwendig, um das von den Zentralbanken kreierte Problem zu beheben.

    Die Liquidation von Fehlinvestitionen ist erforderlich, ansonsten wir uns wohl noch mit Pferd und Kutsche fortbewegen wuerden. Je staerker Regierungen sich in diese Vorgang verhindernd einmischen, desto laenger dauert die Erneuerung. Eine gewisser Prozentsatz an Arbeitslosen ist Teil dieser sich dauernd wieder erneuernden Wirtschaft.

    • Ueli sagt:

      @Linus Huber
      Gibt es vielleicht noch eine dritte Lösung, z.B. dass Krugman und Huber beide alten Kaffee aufwärmen und das „Pferd vom Schwanz aufzäumen“ wollen. Beide Ansätze beschwören eine ökonomische Vergangenheit, die es so nicht mehr gibt bewz. nie gab. Krugman träumt von Vollbeschäftigung durch den simplen Akt, dass wir alle mal „kräftig in die Hände spucken“ – Voodooökonomie sozusagen. Und Herr Huber würde gerne mit der elendigen „Schuldenmacherei“ aufhören und beschwört neben der Arbeit die zweite bürgerliche Sekundärtugend: die „Sparsamkeit“. Fehlinvestiotien sollen vermieden werden, indem man dem „Markt“ das frei Feld überlässt und nicht mit undurchsichter „staatlicher“ Geldpolitik interveniert. Dass das FED eine private Organisation ist, die unter dem Label von „federal“ operiert wird ganz einfach nicht bemerkt.

      • Linus Huber sagt:

        @ Ueli

        Alles in eine Frage des Masses und der Nachhaltigkeit. Sich jedoch auf Teufel komm raus nicht nachhaltigen Modellen zu unterwerfen und das Problem immer wieder in die Zukunft zu verschieben, ist nicht nur verantwortungslos, sondern grenzt in meinen Augen an Wahnsinn.

        Wir werden uns alle eines Tages entscheiden muessen (sofern wir noch in der Lage sein werden), ob wir uns des eingeschlagenen Weges der sich zunehmend ausdehnenden Planwirtschaft fuegen mit all den damit verbundenen Einschraenkungen der persoenlichen Freiheit und der eigentlichen Versklavung (natuerlich nicht namentlich so gehandelt) an der Hand einer vermeintlich gewaehlten Elite, oder ob wir uns fuer Eigenverantwortung, Freiheit, Beschraenkung der staatlichen Macht, Schutz der individuellen Freiheit, Ehrenhaftigkeit, Nachhaltigkeit, Frieden etc. entscheiden.

        Es geht hier nicht darum, in welcher gegenwaertigen geschichtlichen Position wir uns diesbezueglich heute befinden, sondern darum, in welche Richtung wir uns zunehmend und mit immer hoeherer Geschwindigkeit bewegen. Wenn wir unsere Regeln aus Effizienzgruenden ueber Board werfen, zerstoeren wir immer staerker die Grundpfeiler der Rechtsstaatlichkeit und demokratischer Werte.

        Ebenfalls scheinen Sie nicht wirklich zu erkennen, dass Ideen, welche Krugman vertritt, uns genau in diese miesliche Lage fuehrten. Die Gefahr fuer die Gesellschaft, welche die Verfolgung nicht nachhaltiger Verhaltensmuster in sich birgt, ist nicht zu unterschaetzen, da die Entscheidungstraeger keine Opfer fuerchten, um ihren Machterhalt zu sichern.

        • @Huber 12:15: Sie glauben es nicht, aber es ist so: ich wünschte mir, Ihr „freier Markt“ würde nicht reguliert. Er würde sich dann nämlich sofort in den Abgrund taumeln, seinen Fans würden die Augen aufgehen und man könnte sich endlich gemeinsam daran machen, realistische – tatsächlich nachhaltige – Wirtschaftsformen zu entwickeln, zu evaluieren und umzusetzen. Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet diejenigen, die Verantwortung übernehmen, die Dinge so lenken, dass der vermeintliche freie Markt immer noch irgendwie hochgehalten werden kann. Und ausgerechnet die ideologischen Verteidiger des freien Marktes kritisieren die permanenten Retter des freien Marktes in der Praxis. Aber ich bin zuversichtlich. Sie werden einsehen, dass die Realität Ihre Theorie auch dann negiert, wenn man sie mit bestem Willen, Wissen und Gewissen in jeder erdenklichen Variation zu verifizieren versucht.

          • Linus Huber sagt:

            Sie verwechseln den freien Markt mit einem ungeregelten Markt.

          • Ueli sagt:

            @Linus Huber
            Der „freie Markt“ – ungeregelt oder nicht – existiert nicht einmal in der Theorie. Das wusste übrigens schon „der alte Marx“ vor 150 Jahren.
            Er schreibt bei „Lohn, Preis und Profit, 1865, MEW 16, 119“:
            Ihr wäret sehr auf dem Holzweg, falls Ihr glaubtet, dass der Wert der Arbeit oder jeder beliebigen andern Ware in letzter Instanz durch Angebot und Nachfrage festgestellt werde. Angebot und Nachfrage regeln nichts als die vorübergehenden FLUKTUATIONEN der Marktpreise. Sie werden euch erklären, warum der Marktpreis einer Ware über ihren Wert steigt oder unter ihn fällt, aber sie können nie über diesen Wert selbst Aufschluss geben. Unterstellt, dass Angebot und Nachfrage sich die Waage halten oder, wie die Ökonomen das nennen, einander decken. Nun, im selben Augenblick, wo diese entgegengesetzten Kräfte gleich werden, heben sie einander auf und wirken nicht mehr in der einen oder der anderen Richtung. In dem Augenblick, wo Angebot und Nachfrage einander die Waage halten und daher zu wirken aufhören, fällt der Marktpreis einer Ware mit ihrem wirklichen Wert, mit dem Normalpreis zusammen, um den ihre Marktpreise oszillieren. Bei Untersuchung der Natur dieses Werts haben wir daher mit den vorübergehenden Einwirkungen von Angebot und Nachfrage auf die Marktpreise nichts mehr zu schaffen. Das gleiche gilt vom Arbeitslohn wie von den Preisen aller andern Waren.
            Einen schönen Start in die „Arbeitswoche“ wünsche ich.

          • Linus Huber sagt:

            @ Ueli

            Wie genau wollen Sie bewerkstelligen, dass sich Angebot und Nachfrage fuer ein spezifisches Produkt je einmal genau die Waage halten? Vielleicht wird dies in einer Planwirtschaft versucht und mit viel Glueck erreicht, ansonsten ist dies eine illusorische Vorstellung, welche die Dynamik verschiedener Faktoren vernachlaessigt (z.B. Wettbewerb aehnlicher Produkte, Verhaltensveraenderungen etc.)

      • Martin Holzherr sagt:

        Vielleicht liegt ja das tiefere Problem darin, dass unser Wirtschafts- und Politsystem auf Wachstum angewiesen ist und bei Wachstumsverlangsamung sofort vielfältige Krisen ausbrechen. Deshalb auch die von Linus Huber richtig bemerkteTendenz von Politikern und Notenbankern, wachstumsstimulierende Signale auszusenden und die Kredit- und Schuldenmenge auszuweiten. Die dritte Lösung würde dann eben darin liegen das System weniger wachstumsabhängig zu machen. Heute erhoffen sowohl Linke wie rechte vom wirtschaftlichen Wachstum die Lösung fast aller Pro Lenes, Diskus ihrer Agenda stehen. Die Linke will den Sozialstaat ausbauen und großzügigere Leistungen an Benachteiligte oder Alte ausschütten, was nicht ohne Wachstum geht. Die wirtschaftsorientierten Kreise wiederum wollen mehr Produkte absetzen und benötigen dazu eine Marktausweitung. Diese Gesetze gelten eben auch noch in Ländern, die wirtschaftlich schon weit entwickelt sind und die ein durchschnittliches Pro-Kopf- Einkommen haben, das nicht unbedingt noch höher werden muss.

        • Nadine Binsberger sagt:

          @Holzherr 12:57: Die Linke wäre für Unabhängigkeit vom Wachstum durchaus zu gewinnen. Die Linke möchte nicht Sozialhilfe per se, sondern nur die Menschen vor Armut schützen. Sie hätte viel lieber ein System, in dem Armut gar nicht entsteht und dadurch Sozialhilfe gar nicht mehr nötig wäre. Oder auch der Schutz der Umwelt wäre nicht mehr nötig, wenn wir die Umwelt nicht mehr angreifen.

          • Martin Holzherr sagt:

            Armut ist relativ. Sie finden immer eine Gruppe, die noch einen finanziellen Zustupf braucht, z.B. AHV-Empfänger. Diese werden zudem immer älter und verbringen mehr Lebenszeit ohne Arbeit, womit die Arbeitenden mehr für die Nicht-Arbeitenden erwirtschaften müssen.
            Theoretiker der Genügsamkeit gibt es vieleicht bei der Linken, Praktiker aber nicht.

          • Linus Huber sagt:

            @ Martin

            Sie scheint zu glauben, dass der Staat eine unerschoepfliche Quelle von Geld zur Verfuegung hat, welche es einzig gilt, anzuzapfen.

  • Linus Huber sagt:

    In anderen Zeiten wuerden solche Demostrationen Schlagzeilen produzieren, heute hingegen wird dies immer oefter als normal eingestuft und dementsprechend ignoriert:

    http://www.bbc.co.uk/news/world-europe-22581759

    • Anh Toan sagt:

      Der Link sagt nicht mal, wann die Proteste stattgefunden hätten, der Titel sagt Tausende der Text sogar „about 100’000 protesters“, ohne irgendeine Quelle für die Zahl anzugeben. Sehe ich mir das Video an, komme ich zum Schluss, da waren ein paar Hundert! Google ich nach „Demostrazione Roma 2013“, finde ich nichts im Mai.

      („Siamo centomila“ dicono i dirigenti del sindacato), finde ich bei la rebubblica: Die Organisatoren sagen, sie seien zu hunderttausenden, diese sagen nicht mal, es seien Hunderttausende da.

      Joe Jackson Sunday Papers:

      Mother doesn’t go out any more
      Just sits at home and rolls her spastic eyes
      But every weekend through the door
      Come words of wisdom from the world outside

      If you want to know about the bishop and the actress
      If you want to know how to be a star
      If you want to know about the stains on the mattress
      You can read it in the sunday papers, sunday papers
      …..
      …..
      Well I got nothing against the press
      They wouldn’t print it if it wasn’t true

      • Anh Toan sagt:

        200’000 kamen in Rom auf den Petersplatz, um einem Franziskaner Mönch zuzuhören, der von sich behauptet, der Stellvertreter Gottes auf Erden zu sein, die Evolution leugnet und behauptet, Gott hätte die Frau aus einer Rippe eines Mannes gemacht, zuerst war die Erde und dann die Sonne (und es wurde Licht).

        Dieser Mönch kann sagen, wir sind mehr als eine Milliarde!

        • Linus Huber sagt:

          Anh Toan

          Waere dies vor 15 Jahren vorgefallen, koennen Sie sicher sein, dass es auf der ersten Seite des TA aufgefuehrt worden waere. Was ich hiermit eigentlich ausdruecken will, liegt in der Tatsache, dass wir uns dauernd anpassen und veraendern als Gesellschaft und uns zur Zeit immer mehr von den wirklichen Problemen distanzieren und in eine Scheinwelt zu fluechten versuchen. Ebenfalls ist der Umstand, dass die Beliebheitswerte des neuen Mannes so kurz nach seiner Wahl abstuerzen sehr interessant und zeigt die allgemeine Zunahme einer instabilen Entwicklung in Europa.

          • Anh Toan sagt:

            @Linus Huber: Wenn ein paar Gewerkschafter in einer grossen Stadt demonstrieren, ist nichts geschehen, ausser es gibt unzählige Medien, welche unbedingt eine Nachreicht brauchen, die extremsten Statements suchen und publizieren, deren Wahrheitsgehalt sich darauf beschränkt, dass dieses Statement so gemacht wurde.

            Dann erhält man nochmal die Gelegenheit, das Bild von Merkel in Nazi Uniform zu zeigen. Und zu behaupten, Lettas Rückhalt bröckle ab (wie lange ist der Amt?).

            Da war nichts, worüber zu berichten wäre, aber ihr Link berichtet ja auch nichts!

        • Thomas ernst sagt:

          @ Anh

          Wenn Sie genau hinhören, werden Sie feststellen, dass der Franziskanermönch noch NIE von sich selbst gesagt hat, er sei Gottes Stellvertreter. Das sagen bloss die übrigen Mitglieder seiner Organisation. Er bezeichnet sich selbst immer nur als Bischof von Rom. Der Kerl ist bemerkenswert präzise in den Formulierungen und im übrigen erfreulich bescheiden.

          • Anh Toan sagt:

            Er sagt es, indem er das Amt annimmt!

            Er spricht es nicht aus.

            Wir kommunizieren viel mehr, mit dem was wir nicht aussprechen!

          • Anh Toan sagt:

            Und wenn die PR Verantwortlichen der RKK Bilder von einem Füsse waschenden Franziskaner Mönch in der ganzen Welt, denke ich: Das ist gute Medienarbeit!

            Würde sich der Herr auf den Weg machen, und mal die nächsten zehn Jahre nichts Anderes machen, als Füsse zu waschen, weil das wichtigste der Dienst am Menschen sei, und für ihn, darin voranzugehen, ja, dann wäre etwas neu in der RKK, aber dann wäre sie ja nicht mehr die RKK.

    • Anh Toan sagt:

      @Linus Huber: Betreffend ausgewogener Berichterstattung von Ihrer Seite, vermisse ich Ihren Bericht von Nigel Farages Reise nach Schottland!

  • Freddy Hinz sagt:

    Frankreich hat sich einfach auf seinem Wohlstand ausgeruht. Und daran ist nicht die Politik schuld. Es sind die Bürger, die nür noch 35 h arbeiten pro Woche, 6 Wochen Ferien wollen und sich allerspätestens mit 62 pensionieren zu lassen. Fazit: Sie sind selbst schuld

    • Thomas ernst sagt:

      @ Freddy

      Ich erlaube mir, zu korrigieren: Die Franzosen werden for 35 Stunden bezahlt, effektiv arbeiten (abzüglich Pausen, Mittagessen, bezahlte Privatkommissionen etc) tun sie aber nur etwa 23 Stunden pro Woche. Manches Unternehmen wäre froh, die Arbeiter würden wenigstens 6 von den bezahlten 7 Stunden am Tag arbeiten…

      • Rolf Zach sagt:

        Thomas, ich betrachte diesen Beitrag als Ironie. Im Beitrag sind die beiden Schaubilder über den weltweiten Anteilsverlust der Euroländer am Export von Fabrikaten und Dienstleistungen dargestellt. Es ist aber zu beachten, dass trotz Krise seit 2008 die Industrialisierung der Weltwirtschaft sich fortgesetzt hat und schon aus diesem Grund dieser relative Volumenrückgang erklärbar ist. Die Zahlen für den keltischen Tiger sind bei den Fabrikaten noch schlechter und bei Dienstleistungen besser. Bei den Dienstleistungen wohl auch wegen Dumping-Löhnen (Call-Center-Wirtschaft). Erstrebenswert? Wohl kaum und die gleichen Schaubilder sind für GB noch schlimmer. Es leiht ihnen auch niemand Geld in dieser Grössenordnung in £. Frankreich hat in Autoindustrie einige katastrophale Fehler gemacht. Es hat den Markt für Luxusautos komplett unterschätzt. Hätte Peugeot Bugatti lanciert (elsässisch) wie LVMH seine Marken, wäre einiges besser gekommen. Die Produktivität der französischen Industrie hat in den letzten Jahren enorm zugenommen. Die Ingenieurleistungen der Franzosen sind Weltklasse (siehe Ärmelkanal-Tunnel). Ebenso wird die Mittelklasse in Frankreich öfters besser behandelt als in allen übrigen europäischen Ländern. Seien wir übrigens froh, dass wir nicht diese Facharbeiter-Verachtung in Kontinental-Europa haben wie in den angelsächsischen Ländern. China kopiert hier die Angelsachsen eifrig.
        Die Einwanderung der Nordafrikaner und ihre Konzentration in den Banlieux hat zusätzlich Probleme in der Jugendarbeitslosigkeit gebracht. Diese Leute wieder in den Wirtschaftskreislauf zu bringen wegen Austausch von Hilfsarbeitern durch Automaten ist eine gewaltige Aufgabe. Trotz Le Pen wird Frankreich diese Aufgabe besser lösen als andere europäische Gross-Staaten. Was sagen Sie dazu. Alstom ist die einzige Fabrik, die elektrische Lokomotiven nach Russland liefert, die Temperaturen von minus 50 bis plus 50 Grad aushalten und nicht Siemens oder die alles fressenden Chinesen.

        • Thomas ernst sagt:

          @ Rolf

          Es liegt mir fern, die Leistungen der französischen Ingenieure und die Marktkraft französischer Unternehmen generell in Frage zu stellen. Die französische Achillesferse ist die irrationale Staatsgläubigkeit, der Zentralismus und die Bürokratie. Auch die starken Gewerkschaften betreiben bloss Klientelwirtschaft, und zwar schon deutlich länger, als die deutschen.

          • Rolf Zach sagt:

            @Thomas
            Sie haben durchaus recht mit der irrationalen Staatsgläubigkeit, deshalb auch Umfragewerte für jeden Präsidenten von himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt. Nach meinem Wissen ist es nicht so sehr der Zentralismus und die Bürokratie,
            sondern eher der tiefliegende Konservatismus der Franzosen und vor allem des Bürgertums. Sie scheuen das Risiko.
            Es hat in Frankreich zu wenig mittelständische Betriebe wie im deutschsprachigen Mitteleuropa. Wohl bestehen unzählige KMU’s, aber zu wenige grössere davon, die den Export verstärken könnten umso die Beschäftigungslage stärker zu stabilisieren. Der Einfluss der französischen Gewerkschaften in der Privatwirtschaft ist nicht so stark wie angenommen wird. Natürlich gibt es die Gewerkschaft der Lokomotivführer der SNCF, aber solche Gewerkschaften sind eine Ausnahme-Erscheinung. In Frankreich werden Sie durch als Arbeitnehmer durch die Sozialgesetzgebung geschützt und nicht als Gewerkschaftsmitglied. In Deutschland und Schweden sind die Gewerkschaften stärker. Der prozentuale Anteil der Gewerkschaftsmitglieder ist deshalb auch kleiner. Bei Sozialplänen für die Arbeitnehmer bei Betriebsschliessungen bin ich lieber in Deutschland als in Frankreich.

  • Rudi Fuller sagt:

    Die „Euro-Krise“ ist schon eine Super Sache, lenkt sie doch von anderen Brandherden ab. Der kranke Mann Europas soll Frankreich sein – ja vielleicht. Mir würde sofort ein weiterer Kandidat einfallen: GB, dort tickt eine Zeitbombe. Da kommt alles zusammen: Staatsverschuldung, Privatverschuldung, niedergehende Industrie, immense Pensionslasten. Von der sog. Finanzindustrie mal ganz zu schweigen.
    Zwei weitere Minenfelder die grosszügig ausgeblendet werden: die unglaubliche Privatverschuldung einiger Staaten, und die Derivate“Wetten“ der Bankenwelt. Letztere machen derzeit fast des 10 fache des weltweiten Sozialprodukts aus.
    Es ist Feuer unter dem Kessel, aber solange man z.B. über Griechenland reden kann, kommt offenbar niemand auf die Idee über den Tellerrand zu blicken. Die EURO-Krise erfüllt ihren Zweck.

    • Thomas ernst sagt:

      @ Rudi

      Sie verstehen wie die meisten das Wesen von Derivaten nicht. Die immensen Zahlen „10faches Welt-BIP“ sind eine reine Illusion, da Derivate immer gehedged werden. Wenn eine Bank zB 100 Mrd Euro-Termingeschäfte laufen hat, sind 50 Mrd auf steigende, und 50 Mrd auf fallende Kurse. Das effektive Netto-Risiko, dh die echte Spekulation ergibt sichbaus dem Saldo der + und – Positionen. Dieser Saldo ist aber immer nahe Null.

      Wenn man einfach die absoluten Beträge aller Wetten addiert, kommt man auf aberwitzige Summen, die aber nichts mit realen Risiken oder Gewinnchancen zu tun haben.

      • Da kann doch wohl etwas nicht stimmen. Wenn man mit gleichen Beträgen auf beide Seiten einer Wette setzt, dann legt man doch drauf, bzw dann ist im besten Fall die effektive Wette genau soviel wert, wie die Differenz. Ein Spekulant mit Hirn würde dann auch nur die Differenz setzen, also nicht 101 auf rot und 100 auf schwarz, sondern 1 auf rot.

        • Thomas ernst sagt:

          @ Ralph

          Der Trick ist, das so zu verschachteln, dass am Ende mit den Gebühren und den Kursdifferenzen bei der Bank was liegen bleibt, und alle Kosten und Verluste beim Kunden landen.

          Ein vereinfachtes Beispiel. Wenn ein Kunde 2 Mio auf Termin 3 Monate EUR gegen CHF verkaufen will und ein anderer Kunde 2 Mio EUR gegen CHF auf 3 Monate kaufen will hat die Bank 4 Mio in den Büchern, aber die Nettoposition ist Null. Es wäre dumm von der Bank, die beiden Kunden in direkten Kontakt zu bringen, da sie dann nichts mehr abgreifen könnte. Daher behält sie beide Positionen in ihren Büchern.

          Die Bank verdient trotzdem Geld, und je grösser die Beträge, desto mehr. Darum die enormen Bruttozahlen. Das Problem und die Kunst ist es, dafür zu sorgen, dass das Gleichgewicht auch bei täglich (leicht) schwankenden Kursen gewahrt bleibt, und nicht die eine Seite plötzlich Übergewicht bekommt. Sonst hat man plötzlich eine einseitige Nettoposition, die natürlich auch Verluste bringen kann.

          • Achso… ich dachte, Sie meinen den Eigenhandel der Banken und Hedgefonds. Andererseits hat Herr Fuller natürlich trotzdem recht, dass alle Banken und Fonds so weit gegenseitig verschuldet und gehebelt waren, dass zwar auf dem Papier die meisten Schulden getilgt gewesen wären, wenn man sie sich gegenseitig, kreuzweise und indirekt gestrichen hätte, dass aber tatsächlich das ganze Kartenhaus von Schulden zusammenbrechen musste, sobald die erste Bank hops gegangen war. Denn nun gab es im Geflecht von gegenseitigen Schulden und Hebeln und Credit Default Swaps ein Loch, d.h. ein Berg von Verpflichtungen für die niemand mehr einstehen konnte, und sie wissen wahrscheinlich, was passiert, wenn man an einem losen Faden in einem Strickpulli zieht… 😉

          • Thomas ernst sagt:

            @ Ralph

            Eigenhandel und Kundenaufträge unterscheiden sich nicht prinzipiell.

            Und Sie liefern da eine gute Beschreibung, wie und warum es dann kracht: Eine der grundlegenden Annahmen, zB grosse Banken sind immer liquide, Darlehen an den Staat sind „risk-free“, meine Computermodelle haben die Risiken richtig abgebildet etc, erweist sich als Irrtum.

            Dann bricht natürlich das ganze Kartenhaus mit Getöse in sich zusammen.

            Trotzdem wäre es falsch, die diversen short und long Positionen einfach zu summieren, wie Rudi oben das tut.

  • Rolf Zach sagt:

    Herr Dittli hat in seinem ausgezeichneten Artikel die beiden Schaubilder bezüglich des Volumen-Anteils der Euroländer am weltweiten Export von Fabrikaten und Dienstleistungen aufgeführt. Es ist aber zu bedenken, dass der relative Rückgang des Anteils der Euroländer am weltweiten Handel von Fabrikaten und Dienstleistung auch eine natürliche Folge der weltweiten Industrialisierung ist, die sich trotz Krisenausbruch 2008 fortgesetzt hat. Es ist mir bei diesen beiden Schaubilder nicht klar, ob der interne Handel für Fabrikate und Dienstleistungen eingeschlossen ist. Wenn die Welt annimmt, der Euro sei eine Realität, interessiert sie eigentlich nur noch die Leistungsbilanz des Euro-Raums gegenüber der übrigen Welt. Intern fragt sich welche Massnahmen getroffen werden müssen, um das Lohn- und Sozialniveau anzunähern und wichtiger, dass es nicht weiter auseinanderdriftet. 1850 hat sich bei der Einführung des Schweizerfrankens auch niemand gefragt, ob die bitterarmen Walliser
    gegenüber den relativ reichen Basler einen Nachteil haben. Das Wort Finanzausgleich war unbekannt. Die Krise wird die Euroländer lernen, sich sehr selektiv bei der Aufnahme neuer Mitglieder zu verhalten. Übrigens wie sind die gleichen Schaubilder für Grossbritannien? Ist nicht Grossbritannien der wahre kranke Mann Europas. Frankreich hat noch viele Stärken, die Grossbritannien leider nicht hat. Frankreich tut sich oft schwierig, diese Stärken zu mobilisieren. Zum Beispiel hat Peugeot leider den Bugatti (Elsass) nicht eingeführt und diesen Markt den Deutschen überlassen. Bugatti wäre doch zu Dior und Louis Vuitton das entsprechende Accessoire gewesen.

  • Linus Huber sagt:

    „wenn keine weitere Massnahmen zu Lohn- und Sozialabbau ergriffen werden“

    Die massive Kreditausweitung betraf nicht einzig die Privat-Haushalte, sondern umfasst das ganze System. Versuchen Sie nicht eine offensichtlich nicht nachhaltige Entwicklung schoen zu reden. Kreditvolumenwachstum ueber dem Wirtschaftswachstum, was immer man damit verbindet, ist Konsum zulasten zukuenftiger Arbeitsleistung und produziert eine entsprechende nicht nachhaltige Situation. Das wir mit verschiedenen Theorien versuchen, diesen Zusammenhang zu ignorieren, zeigt einzig, dass die nicht nachhaltige Verhaltensweise sich so sehr verankerte, dass diese als normal empfunden wird.

    • Rolf Zach sagt:

      Also vor 2008 war die Staatsschuldenquote der späteren Kummerbuben Spanien und Irland sehr tief. Italien, Portugal und Frankreich sehr gross aber beherrschbar. Nur Griechenland erlaubte sich in diesem Zusammenhang kriminelle Machenschaften und hatte eine üble Klientel-Günstlingswirtschaft. Sie werden sehen, in Zukunft wird solches nie mehr einem Euroland gestattet sein. Immobilienkredite sind nun einmal Kredite für ein langfristiges Konsumgut. Gefährlich wird es dann,
      wenn eine „Asset-Inflation“ (hauptsächlich Erhöhung des Bodenpreises) passiert. Für die Bekämpfung der Krise sind wir
      Deng-Xiaping einig „Mich interessiert nicht, ob eine Katze schwarz oder weiss ist, Hauptsache ist, sie fängt Mäuse“. Roosevelt hat ein 1933 das Civilian Conservation Corps eingeführt. Eine Sache, die man sich in den Ländern mit hoher Jugendarbeitslosigkeit überlegen sollte. Roosevelt war kein Anhänger Keynes und sehr zögerlich im Schuldenmachen. Wäre er forscher gewesen, wäre die USA schneller aus der Krise gekommen.

      • Linus Huber sagt:

        Es geht weniger um die Schuldenquote einzelner Staaten als um das weltweite Kreditvolumen, welche einen immer hoeheren Anteil der wirtschaftlichen Leistung beansprucht zu dessen Unterhalt und um die Glaubwuerdigkeit einer Rueckzahlung aufrecht zu erhalten.

        Oh, Sie verkennen offensichtlich die Massnahmen, welche auch in den 30iger Jahren getroffen wurden. Allerdings half erst die wirklich spartanische Verhaltensveraenderung der Gesellschaft aufgrund der Kriegsaktivitaeten, diese Ungleichgewichte und Fehlentwicklungen zu beheben.

        Alles andere ist reine obstruse Theorie und hat nichts mit wirklicher Analyse der damals herrschenden Verhaeltnisse was zu tun.

    • Johnny Smith sagt:

      Zustimmung, Herr Huber.

  • Rolf Zach sagt:

    Die im Artikel gezeigten Statistiken sind nicht erfreulich. Der einzige Lichtblick ist derjenige für die Zinsen der französischen Staatsschuld. Diese Tatsachen hauptsächlich auf den Euro und den Sozialstaat zurückzuführen, greift als Erklärung zu kurz. Eigentlich ist es völlig gleichgültig, wer innerhalb des Eurogebietes ein Leistungsbilanz-Überschuss hat oder nicht, sie befinden sich alle im gleichen Boot. Sobald die EZB und die Regierungen mit Verzögerung dies klarstellten, haben sich Zinsen eingeebnet. Die Bankenunion und hoffentlich weitere Massnahmen zur Effizienz der Verwaltungsapparates werden das absichern. Ein Währungsgebiet zusammenzufügen mit einem verschieden ausgebauten Sozialstaat, ist eine Herkulesarbeit. Mit Verlaub gesagt, das chinesische Währungsgebiet ohne Sozialstaat ist eine relativ primitive Sache. Auch in der Schweiz war noch 1960 die Lohnstückkosten zwischen St. Gallen (Nachwirkung Textilkrise) und Zürich (Maschinenindustrie und Finanzbrache) verschieden. Die Italiener und Türken wurden mit billigen Löhnen von der Textilindustrie angestellt. Deutschland ist dem EURO mit einer Aufwertung der DM beigetreten, während die anderen Währungen wie FF und Lira mit einer Abwertung beigetreten sind, dass hat zur Blasenentwicklung beigetragen. Wenn sich Deutschland rühmt, die Agenda 2010 sei verantwortlich für ihren Erfolg, so ist dies meiner Meinung nach mehr ihre Differentialrente im Welthandel. Sie haben Produkte, auf die alle Länder unbedingt angewiesen sind. Die Krise kann nur überwunden werden, wenn keine weitere Massnahmen zu Lohn- und Sozialabbau ergriffen werden. Der blödeste Spruch ist, wir haben über unsere Verhältnisse gelebt, jetzt müssen wir den Gürtel enger schnallen. Mag für dies Privathaushalte stimmen, gilt aber nicht für Volkswirtschaften. Das neoklassische Modell taugt nicht zur Behebung der Krise. Hier im Blog hat Ueli dies schön erklärt und Keynes hat es in seiner „General Theory“ nachgewiesen. Der Euro als Reservewährung hilft.

    • Johnny Smith sagt:

      …nur wird leider (fast) immer nur der einfache Teil von Keynes zitiert, nämlich das antizyklische Schuldenmachen / Ankurbelung durch den Staat. Der schwierige Teil wird unterschlagen: das Schuldenabbauen in guten Zeiten. Dass auch dies nötig ist, hat Keynes gesehen…

      • Mich würde fast noch mehr interessieren, wieviele Theologen den Marktes (Ökonomen) in Forschung und Lehre Keynes‘ General Theory überhaupt im Original gelesen, geschweige denn verstanden haben. Offenbar haben sogar Grosse Ökonomen wie Solow („I have absolutely no interest in ‚what Keynes really meant‘ „), Lucas („So I’m going to think about IS-LM and Keynesian economics as being synonyms“), Becker („if it wasn’t for Hicks I would never have made any sense out of that damned book“) usw eine Ökonomie kritisiert, ohne sie je verstanden zu haben.

        Ich würde mich schämen, auf diese Weise „Wissenschaft“ zu betreiben, aber ich bin natürlich auch kein Ökonom.

    • Johnny Smith sagt:

      und zum Thema Sozialabbau:
      1. MMn ist Sozialab- oder ausbau nicht per Definition gut oder schlecht, sondern es hängt wohl vom Niveau ab.
      2. Seit Einführung der AHV wurde ein SozialAUSbau betrieben. Als Pensionierungsalter wurde bei der Einführung ein Alter genommen, welches minim über der damaligen Lebenserwartung lag. Heute haben wir das Glück, dass wir durchaus etwa 20 Jahre als Rentenempfänger zu leben erwarten dürfen. Was ich im übrigen als Person nicht schlecht finde, für das System allerdings bin ich mir nicht so sicher. Eine etwas höhere AHV Rente, welche allerdings etwas später beginnt, wäre wohl sinnvoller. Darum geht es mir bei diesem Beispiel aber hier nicht, sondern um die Ausgangslage zu klären: vielerorts (geografisch wie thematisch) hat in den letzten Jahrzehnten ein SozialAUSbau stattgefunden. Von ‚weiterem SozialABbau‘ zu sprechen, halte ich für ‚Sand in die Augen gestreut‘.

      • Thomas ernst sagt:

        @ Johnny

        Von Abbau spricht die ganze Sozialschmarotzerindustrie, all die Betreuer, Schützer, Helfer, Verwalter und Vergewaltiger, die sich wie die Geier auf jeden echten Sozialfall stürzen bereits dann, wenn der ZUWACHS an Sozialverschwendungsgelder zurückgeht. Klar: Das ist ja deren Geschäftsmodell.

        Ebenfalls klar ist: Den echten Beürftigen geht es trotz der Sozialmilliarden nicht besser. Das Geld bleibt in der Betreuungsindustrie hängen

  • Peter M. Heer sagt:

    Es ist erstaunlich, dass viele europäische Länder den Ernst der Lage Frankreich’s verstanden haben nur die Franzosen nicht. Diese glauben immer noch an Wunder und vertrauen dem blinden Optimismus von F. Hollande, der offensichtlich mangels Executiverfahrung keinen Hauch von Lösungsansätzen, Reformen und oder Strukturveränderungen gewillt zu machen ist. Da hilft auch die viel gepriesene „boîte à outil“ von F. Holland nicht mehr. Schade, dass ein so tolles Land vor die Hunde gehen muss weil verblendete sozialistische Politiker die Tragweite der anstehenden Probleme nicht bereit zu lösen sind für die zukünftige Generation.
    nicht bereit sind bis auch der

  • Fredi Stämpfli sagt:

    „In Frankreich (rosa Kurve) haben sich die Lohnstückkosten im Gleichschritt mit jenen in Spanien und Italien bewegt – und sich immer weiter von Deutschland entfernt.“
    So kann man es auch sehen! Der Sache angemessener wäre allerdings festzustellen, dass Deutschland innerhalb der EU massives Lohndumping betrieben hat, und dass einzig Frankreich sich an das Inflationsziel der EZB, 2Prozent gehalten hat. Macher mag glauben, dass je weniger Inflation desto besser und daher Deutschland den richtigeren Weg gewählt habe. Irrtum! Und als Denkanstoss: Griechenland hat zZ eine negative Inflation.

  • enrico henrici sagt:

    Alles nach den Rezepten angerichtet, wie sie Philipp Löpfe im Tagi seit Jahren propagiert.

  • Woher sollen Arbeitsplätze kommen, wenn kaum jemand konsumiert? Und wie soll konsumiert werden, wenn man keine Arbeit hat? Und ausserdem: was soll man konsumieren, wenn man bereits alles hat, was man braucht und will?

    • Martin Holzherr sagt:

      Konsumieren ist ein weiter Begriff. Auch wer zur Miete wohnt konsumiert unter diesem erweiterten Begriff. Und er muss ja auch etwas dafür bezahlen. Wenn es so wäre, dass die meisten alles haben was sie brauchen, würden sich viele mit einer kleinen Wohnung zufrieden geben. Die Tendenz geht aber immer nach oben. Schliesslich will man ein Haus und das Auto soll zur Oberklasse gehören. So war das bis jetzt immer. Es muss aber nicht so sein.
      Der Ökonom Maynard Keynes ist seinerzeit noch davon ausgegangen, dass wir in Zukunft nur noch 20 oder weniger Stunden arbeiten und den Rest mit Musse verbringen. Es kam jedoch anders. Weil die Leute sich eben genau nicht mit dem zufrieden gaben, was sie früher hatten.

      • @Holzherr 17:00: Es mag ja sein, dass das bis jetzt so war. Wenn es aber immer noch so wäre, dann würde die Wirtschaft munter weiter wachsen und wir hätten definitiv keine Wirtschaftskrise.

        • Linus Huber sagt:

          @ Nadine

          Was Sie im Grunde ansprechen wollen, begruendet sich wohl hauptsaechlich im Bereiche eines aufgrund demographischer Entwicklung sich veraendernden Konsumentenverhaltens.

          • @Huber 02:21: Falsch. Wenn es nur die Demographie wäre, dann hätten wir keine Probleme mit steigender Arbeitslosigkeit. Denn wenn es die Demographie wäre, dann würde nicht nur die Zahl der Konsumenten schrumpfen, sondern auch die Zahl der Arbeitssuchenden. Tatsache ist aber, dass pro Person immer weniger konsumiert wird. Deshalb wird pro Person auch immer weniger gearbeitet (egal ob die Bevölkerung wächst oder nicht). Komischerweise ist das aber nur ein Durchschnittswert und in der Realität arbeiten die einen deutlich mehr als sie ertragen, während die anderen deutlich weniger arbeiten, als sie ertragen.

          • @Huber 02:21 (II): Ich muss mich (Binsberger 10:52) korrigieren: es ist weniger so, dass immer weniger konsumiert wird (wie ich fälschlicherweise geschrieben haben), sondern eher hat man aufgehört, immer mehr und mehr und noch mehr zu konsumieren. Aber genau das ist für unsere auf andauerndes Wachstum ausgelegte Wirtschaft bereits eine fundamentale „Krise“. Dies, obwohl stagnierender oder weniger Konsum bei eintretender Zufriedenheit ein absolut normales und vernünftiges Verhalten ist.

          • Linus Huber sagt:

            Ich stimme Ihnen zu, dass noch andere Aspekte eine Rolle spielen. Wichtiger Faktor der Reduktion des Konsums liegt in der Tatsache, dass wir in vergangenen Jahrzehnten aufgrund der ankerlosen Geldpolitik ueberkonsumierten (zulasten der Zukunft) und zugleich zu hohe Prokutionkapazitaeten aufbauten, welche sich teilweise schrittweise als Fehlinvestitionen entpuppen. Dies muss im Kontext mit dem weltweiten Kreditboom der vergangenen Jahrzehnte betrachtet werden, welche von den Zentralbanken orchestriert wurde. Mit allen Mitteln straeuben sich heute die Zentralbanken, die notwendige Reduktion des Kreditvolumens im System gewaehren zu lassen, was jedoch das gesamte System immer instabiler machen duerfte, indem die Geldmengen in spekulative Blasen fliessen, welche irgendwann in der Zukunft ebenfalls platzen werden. Natuerlich werden diese Entscheidungstraeger nie ihre Fehler eingestehen, sondern auf Teufel komm raus, die genau gleiche Geldpolitik verfolgen, welche uns in diese Krise fuehrte.

            Interessante Zeiten stehen uns bevor.

    • Thomas ernst sagt:

      @ Nadine

      Um konsumieren zu können, braucht man Einkommen, nicht Arbeit. Die zwei Dinge sind eben nicht zwingend gekoppelt. 1EuroJobs = Arbeit ohne Einkommen. Zinsen oder Dividenden = Einkommen ohne Arbeit.

      Geben Sie den Leuten ein bedingungsloses Grundeinkommen (Bürgergeld), und lassen Sie die Leute das tun, was sie für sinnvoll und befriedigend ansehen, und vieles wird sich von selber regeln.

      • @ernst 19:41: Ich werde dem Grundeinkommen überzeugt zustimmen, keine Sorge. Trotzdem bin ich genau entgegengesetzter Meinung in Bezug auf Ihren Kommentar. Um konsumieren zu können, müssen wir die Konsumartikel (oder die Dienstleistung) erarbeiten. Was produziert wurde, kann man konsumieren. Was nicht produziert wurde, kann man nicht konsumieren. Ein Einkommen braucht es dazu überhaupt nicht. Man kann ganz ohne Einkommen sowohl produzieren als auch konsumieren. 90% der auf der Welt geleisteten wirtschaftlich relevanten Arbeit wird unbezahlt geleistet. Es ist seltsam, dass die anderen 10% diesen Umweg über das Geld machen und ihn sogar als einzige Möglichkeit betrachten. Immerhin sind es seit vor 6000 Jahren ein paar Freaks damit begonnen haben, nur 10% geworden und nicht 20% oder 50% oder gar 100%.

      • Thomas ernst sagt:

        @ Nadine

        Sie blenden in Ihrer Naivität völlig aus, dass eine arbeitsteilige, globale Wirtschaft für 7-10 Milliarden Menschen ohne eine universelle, standardisierte, generell akzeptierte Austauschgrösse (aka Geld) nicht funktionieren kann. Tauschhandel ist auf tägliche Reisedistanzen beschränkt. Eliminieren Sie Geld und damit den Welthandel, können noch etwa 80-100 Mio Menschen auf dem Planeten überleben.

        Ebenfalls haben Sie offensichtlich keine Ahnung von den Besonderheiten von Dienstleistungen, im Gegensatz zur Produktion materieller Güter. DL können nicht auf Vorrat produziert werden, daher muss der Leistungstausch (Geld gegen Service) gleichzeitig mit dem Bedarf erfolgen.

        Oekonomie verstanden als der Funktion der gesamten Weltwirtschaft ist einiges komplexer, als Sie es hier suggerieren.

  • Linus Huber sagt:

    Auch der Artikel „Herr, gib mir Keuschheit“ laesst zu wuenschen uebrig, indem die Gruende, welche zur gegenwaertigen Situation fuehrten nicht wirklich erklaert werden. Bevor wir gross Rezepte produzieren, sollten wir erst einmal den wirklichen Ursprung des heutigen Problems erkennen.

  • Linus Huber sagt:

    Wer die Referenz zu Krugman’s Artikel gelesen hat, sollte unbedingt sich mit den vergleichbaren Studien folgender Wirtschaftswissenschaftler befassen, welche zum gleichen Schluss kamen wie Reinhart and Rogoff, naemlich dass hohe Staatsschulden mit reduziertem Wirtschaftswachstum einhergehen:

    Thomas Herndon, Michael Ash and Robert Pollin, sowie Studien des BIS

    Wenn schon Krugman erwaehnen, bitte auch andere und nicht nur einzig der US-Regierung zudienende Oekonomen erwaehnen.

    • Rolf Zach sagt:

      England ist 1815 mit einer Staatsschuld, die einiges grösser war als ihr Volkseinkommen, noch stärker in die industrielle Revolution gestartet und hat alle anderen Länder bis 1870 überholt. Deutschland war intern vor 1914 ein echter Schuldenmacher gegenüber Frankreich, geschadet hat ihnen aber ihre dümmliche Aussenpolitik und nicht ihre Volkswirtschaft.

      • Johnny Smith sagt:

        Zugegeben, Ihr Beispiel England ist effektiv trotz hoher Staatsverschuldung positiv aufgegangen. Die Industrialisierung und später folgende Kolonisierung und Ausbeutung von anderen Ländern und Völkern hat so viel Schub gegeben, dass dieses Beispiel immer als Muster für das Modell „aus den Schulden herauswachsen“ genommen wird.

        Werden wir in unseren Zeiten mit unseren gigantischen Staatsschulden wieder so viel ‚glückliche‘ Umstände erfahren dürfen? Dass es nämlich enorm viel Glück bedarf zeigen unzählige andere Beispiele, wo dieser Weg bei einem mit heute vergleichbaren Schuldenstand eben statt in den Himmel in den Abgrund geführt hat. Die diversen Studien zeigen ein klares Bild: hohe Staatsschulden korrelieren tendenziell mit tiefem Wachstum. Ihr Beispiel ist (leider für unsere Ausgangslage) nur die viel zitierte Ausnahme, welche die Regel bestätigt.

        • Linus Huber sagt:

          Ja, Johnny, es ist immer verwunderlich, wie aus dem Zusammenhang gerissene Beispiele immer wieder als Begruendung aufgefuehrt werden.

        • Rolf Zach sagt:

          Wir sind uns wohl alle einig, dass der Krieg der allergrösste Schuldenmacher der Staaten ist. Auch die USA hatten Schulden am Ende 2. Weltkrieges, die ihr Volkseinkommen überstieg. Gleichzeitig war sie damals die einzige Nation für die dieser Krieg ein gigantisches Konjunktur-Programm war und auch ein Zuwachs des Pro-Kopf-Einkommens bedeutete.
          Sie haben das Verhältnis Staatschuld/BSP trotz kaltem Krieg laufend abgebaut und in den Clinton-Jahren begann es drastisch zu sinken. Hätte Bush 2003 den Irakkrieg begonnen und die Steuersenkung für die Reichen moderater gestaltet wäre die USA mit weniger Staatschulden in die Weltwirtschaftskrise No. 2 2008 gerutscht. Gestatten Sie mir eine Zwischenbemerkung, in der Schweiz war das Pro-Kopf-Einkommen 1945 erheblich geringer als 1939 bei gleichzeitig starker Zunahme der Staatschuld. Provokativ gesprochen wurde dieses Geld für eine Armee ausgegeben, die eine
          riesige Arbeitslosenkasse war und in ihre Grösse wegen der stark abnehmenden Gefahr Deutschlands nach 1941 nicht mehr so benötigt wurde. Der Rest diente der Erhöhung des Goldbestandes. Es war wenig Nachhaltiges für die Zukunft und die Leute waren ärmer als 1939.

          • Linus Huber sagt:

            @ Rolf

            Sie scheinen rein wirtschaftswissenschaftlichen Theorien auf den Leim zu kriechen.

            Die Erholung nach 1945 hat hauptsaechlich damit zu tun, dass die faulen Kredite der 20iger Boomjahre schrittweise eliminiert wurden waehrend der spartanischen Lebensweise der 30iger Jahre und waehrend der Kriegsjahre. Die USA war extem besorgt, dass nach dem Ende des Krieges sich wieder die Krise der 30iger Jahre wiederholen wuerde, dies auf der Basis oekonomischer Theorien, welche nicht wirklich die Zusammenhaenge erfasst.

            Wenn ein Volk oder die Weltbevoelkerung 10 oder 20 Jahre sich einer sehr sparsamen Verhaltensweise verschreibt, entsteht automatisch eine Reinigung nicht nachhaltiger Entwicklungen, wie z.B. Liquidation von nicht nachhaltigen Geschaeftsmodellen. Danach geht es wieder aufwaerts, dies hat jedoch eher wenig zu tun mit der angewendeten Finanz- oder Geldpolitik, sondern mehr mit dem Umstand, dass vergangene Fehlentwicklungen (Fehlinvestitionen) liquidiert wurden in der Zwischenzeit.

          • Johnny Smith sagt:

            Herr Zach, ich verstehe leider nicht ganz, worauf Sie hinaus wollen. Ist Ihre Aussage, dass ein hoher Staatsschuldenstand gut ist oder zumindest irrelevant? War somit die von Ihnen angesprochene relative Schuldenreduktion unter Clinton negativ (oder irrelevant)?

            Ich sehe das anders. Zahlreiche Beispiele zeigen, dass übermässige Staatsschulden meist in einer negativen Entwicklung enden (hohe Inflation, Kapitalschnitt, Währungsreform) und nur ausnahmsweise unter sehr glücklichen Umständen mit Wachstum aufgelöst werden können.

        • Rolf Zach sagt:

          Ich möchte betonen, es ist einfach entscheidend für was man Staatsschulden einsetzt. Bei Präsident Bush wurden Schulden aufgenommen und das Geld sinnlos verschleudert. Während des 2. Weltkrieges hat die US-Regierung Aluminiumfabriken und Kraftwerke in den Südstaaten aufgebaut, was dieser armen Gegend sehr zu gute kam. Wir in der Schweiz haben dafür nach 1941 Panzerspitzen in den Alpen erstellt. Auch eine Nachhaltigkeit. Eines der wenigen verbleibenden Investitionen war die Susten-Passstrasse (gebaut durch internierte Polen). Die grossen Kraftwerke kamen alle nach 1945.

    • @Linus Huber

      Krugman bezweifelt nicht das „Einhergehen“ hoher Staatsschulden mit reduziertem Wirtschaftswachstum. Auch nach Korrektur des oberpeinlichen Excel-Fehlers und der anderen seltsamen methodischen Besonderheiten (Zusammenwerfen untschiedlich langer Episoden hoher Staatschulden und v.a. dem schlichten Weglassen von Ländern, die den gewünschten Resultaten widersprechen) bleibt offenbar das „Einhergehen“ mehr oder weniger erhalten. Nur die behauptete 90%-Klippe verschwindet. Aber „Einhergehen“ (Korrelation) bedeutet eben nicht Kausalität, denn die kann mindestens ebenso plausibel (vorsichtig ausgedrückt) auch anders herum gehen: reduziertes Wirtschaftswachstum führt zu hohen Staatsschulden.

      Krugmann hat übrigens m.E. auch unrecht, wenn er meint, dass das Nicht-Vorhersehen der Krise keine grosse Sünde sei. Wenn man bedenkt, dass nicht-mainstream Ökonomen rechtzeitig vor der Krise gewarnt hatten (und ich meine nicht in Lumpen gekleidet, an einer Ecke stehend, mit einem Kartonschild, auf dem steht: „Bereuet, das Ende ist nah!“, sondern mit mathematischen Modellen, die basierend auf den gefütterten realen Schulden-Daten eine explosive Krise ankündigten), dann ist das Versagen der ökonomischen mainstream Lehre schlicht und einfach katastrophal, und das Weitermachen (Lehre und Politik), als ob nichts passiert wäre, schon als kriminell und gemeingefährlich zu bezeichnen.

      • Linus Huber sagt:

        @ Ralph

        So wie ich die Studien verstehe, wird nicht von Kausalitaet gesprochen, sondern eben von „Einhergehen“, wobei ich mich nicht unbedingt detailliert mit deren Auslegung in diesem Bereich befasste.

        Zum 2. Teil kann ich sehr wohl zustimmen.

      • Linus Huber sagt:

        Was in Krugman’s Artikel fehlt, ist die Tatsache, dass er selber nachgewiesenermassen in 2002/03 den Aufbau der Immobilienblase durch entsprechende Zinspolitik empfahl, um die damalige Wachstumsschwaeche zu bekaempfen.

  • Martin Holzherr sagt:

    Ich möchte auf den heute erschienen Artikel Saving France, Saving Europe von Michel Roccard, einem früheren Premier Frankreichs hinweisen. Er sieht die Lösung der Probleme Frankreichs in wirtschaftlichem Wachstums angestossen von einer Eurozonen-Wachstumsstrategie. (Zitat)„In such conditions, France urgently needs to restore and maintain economic growth, and should seek to coordinate its policies with those of other eurozone member countries.“

    Interessant, dass er im ganzen Artikel auf keinerlei internen Probleme Frankreichs eingeht. Die Lösung ist für ihn die EU:

    „Europe urgently needs an economic doctrine that, despite today’s deficits, preserves funding for the investments and research that promote growth. Here, Germany’s leaders, in particular, need convincing.
    Hollande, backed by Spain and Italy, accomplished a small step in that direction at June’s European Union summit, which finally endorsed the idea of a banking union. It is only the beginning, but Europe must start somewhere. So must France, whose great concerns can be resolved solely within the EU – and only if the EU carries out the essential political and economic changes that all of its members need.“

    Wenn Michel Roccard repräsentativ ist für das Denken der Franzosen, dann kann man nur sagen, dass die Franzosen das Problem nicht in Frankreich sehen sondern in der EU. Das erscheint mir angesichts der Schwäche der EU äusserst eigenartig. Oder meint er mit der Hilfe durch die EU die Hilfe durch Deutschland?

    • Linus Huber sagt:

      Ein typischer Politiker, welcher nie einen Fehler der poltischen Entscheidungstraeger erkennen will noch kann. Reif fuer die Guillotine, wie der Grossteil der korrupten politischen Elite. Die Idee, dass der Staat unser aller Wohl im Sinne traegt, ist auf so vielen Ebenen widerlegbar, dass wir einzig versuchen sollten, dessen krebsartiges Wachstum zu begrenzen. Jeder einzelne vom Staat angestellte Sesselfurzer hat nichts weiter im Sinne, als seine Stellung zu sichern und wenn moeglich seine Kompetenzen zu erweitern zur Sicherung seiner persoenlichen Zukunft. Eine ganz natuerliche Verhaltensweise, welche einzig durch muendige Buerger in Grenzen gehalten werden kann.

    • Martin Holzherr sagt:

      Hollande begann seine Regierungszeit mit der Ankündigung einer 75%-igen Einkommensteuer für Reiche und mit dem Rückgängigmachen von Maßnahmen Sarkozys (Rückgängigmachen der Erhöhung des Pensionsalter für gewisse Personen, Rückgängigmachung von mehr Mehrwertsteuer gegen weniger Sozialabgaben, Rückgängigmachen der Steuerbefreiung  für Überstunden). 
      Mit andern Worten: Hollande sah das Problem nicht bei höheren Lonstückkosten oder anders formuliert bei der zu teuren französchischen Arbeit, sondern bei zu hohen Einkommen der Reichen. Eine Reichensteuer kann aber auch als Frontstellung gegen die Reichen, als eine Art Klassenkampf betrachtet werden. Zumal die Reichensteuer an der finanziellen Lage des Staates wenig geändert hätte/hat. 
      Fronten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sind in Frankreich an und für sich schon wesentlich größer als z.B. in Deutschland. Dazu gehört auch das Interpretieren von ökonomischen Prozessen als Nullsummenspiel: In Frankreich ist also der Glaube weit verbreitet, was die eine Seite gewinne (z.B.die Arbeitgeberseite), das verliere die andere Seite(also die Arveitnehmerseite). 
      Hollande setzt weiterhin auf einen Wachstumspakt und gleichzeitig geben seine Parteikollegen Deutschland Schuld für Frankreichs Probleme und Hollande schweigt dazu das Schweigen dessen, der diese Meinung teilt.
      Fazit Hollande ist völlig auf der Linie seiner sozialistischen Partei und diese wiederum erkennt keine Wettbewerbsprobleme Frankreichs, mindestens keine strukturellen, denn wenn sich Deutschland anders verhalten würde und es wieder Wachstum gäbe wäre alles in Butter.
      Prognose: Hollande würde sein Gesicht und die Unterstützung seiner Partei vollkommen verlieren, wenn er tiefgreifende Reformen einleiten würde. Deshalb wird nichts geschehen.
      Bis zum Ende seiner Regierungszeit wird Hollande noch viel zu erleiden haben.

    • Martin Holzherr sagt:

      Jede Analyse von Außenstehenden kommt zum Schluss, dass Frankreich’s Wirtschaft und Ausbildungssystem strukturelle Probleme hat – und dies schon seit mehr als 20 Jahren. So übertrifft die Deindustrialisierung von Frankreich diejenige der anderen 3 Eurozonenstaaten Deutschland, Italien und Spanien deutlich und die Anzahl der Arbeitsstellen im verarbeitenden Gewerbe hat allein seit dem Jahr 2000 um 5% abgenommen und liegt jetzt noch bei 10%. Schuld daran sind nicht nur die hohen Lohnnebenkosten, sondern auch das Ausbildungssystem, welches auf die Heranbildung einer Elite abzielt, welche vor allem theoretisch gut ausgebildet ist, aber auf ein Berufsleben kaum vorbereitet ist. Dies spiegelt sich in einer Maturitätsquote von 85%, mit Maruranden von denen dann die Hälfte zur Uni geht. Manuelle Arbeit gilt in Frankreich deshalb immer als Zeichen des schulischen Versagens und wird nur von von Aschenbrödels der französchischen Gesellschaft ausgeführt. Viele Franzosen sind aber auf die hohe Akademikerquote stolz und sehen kaum ein warum es neben völlig unqualifizierter Arbeit und Arbeit mit universitären Weihen noch einen mittleren Sektor geben soll wie in Deutschland oder der Schweiz mit ihrer beruflichen Ausbildung. Diese strukturellen Probleme werden nicht einmal von der Rechten voll erkannt, dürfen aber von den Sozialisten nicht einmal angedacht werden, denn dass das auf Napoleon zurückgehende auf die Ausbildung einer Elite angelegte Erziehungssystem unreformiert nun fast allen Franzosen zugutekommt ist ihr Stolz und zähle n sie zu ihren Verdiensten.

      • Anh Toan sagt:

        Tja, das ist wie der „studierte Musikwissenschaftler“ von @George Aengenheister weiter oben: Musiker brauchts schon, kein Mensch braucht einen studierten Musikwissenschaftler!

  • Frank Wiggert sagt:

    In Frankreich müssen alle Wohnimmobilien per Gesetz innert 30 Jahren schuldenfrei sein, so dass 85% des Immobilienbestandes schuldenfrei ist. Die Franzosen sind nach den Deutschen die grössten Sparer der Eurozone (Frankreich braucht Japan nicht), die Arbeitslosigkeit wäre in der Schweiz bei 7%, wenn wir die gleichen Kriterien wie das arbeitnehmerfreundliche Frankreich anwenden würden. In Frankreich gilt als arbeitslos, wer arbeitslos ist und einen Job sucht und nicht wie bei uns, wer Anspruch auf Arbeitslosengeld hat. Anspruch hat bei uns nur, wer mehr als 12 Monate gearbeitet hat und deshalb gibt es bei uns keine Jugendarbeitslosigkeit und nach spätestens 400 Tagen sind bei uns alle für immer ausgesteuert und existieren in keiner Statistik mehr! 65% der Franzosen haben ein abbezahltes Eigenheim und alle Gesundheitskosten werden zu 100% vom Staat bezahlt (Zahnarzt und Brillen für die ganze Familie). Es lebt sich in Frankreich mit halb so viel Einkommen wesentlich besser als bei uns. Bei uns beschönigt die Statistik auch die Steuereinnahmen, die in letzter Zeit speziell bei Jungunternehmer und Selbständigerwerbende unrealistisch hoch verfügt werden und zwar mit willkürlichen Begründungen, wie versteckte Gewinnausschüttung oder unrealistische Zieleinkommen. Gegen diese Phantomeinkommen kann sich nur wehren, wer sich teure Anwälte und Treuhänder leisten kann und wer dies nicht kann oder nicht will, wandert aus oder er geht für den Rest seines Lebens zum Sozialamt und wenn es einen geschiedenen 45-jährigen mit Unterstützungspflichten trifft, dann wird es für den Staat sehr teuer. Die Steuereinnahmen werden bei uns in naher Zukunft einbrechen und dann wird es auch bei uns nicht viel besser aussehen als in Frankreich, umso mehr, dass bei uns die Privatverschuldung pro Kopf dreimal höher ist als in Frankreich und der Bankenplatz am serbeln ist. Die Ausländer ziehen ihr Geld ab und die Hypothekarschulden des Schweizer Mittelstands steigen weiter. Ein Doppelbürger!

  • carl schaub sagt:

    Eine gute Zusammenstellung die einmal nicht nur die Verschuldung ansieht. Leider ist ein Fehler in der Tabelle der Arbeitslosigkeit. Zur Zeit hat Frankreich ungefähr 3,2 Mio Arbeitslose oder wie richtig gesagt 10.8%. ( Daten von Pole emploi) .

  • Tom gasd sagt:

    Besten dank für die aufschlussreiche und unbeschönigte Analyse, verständlich und aussagekräftig. Die EU Befürworter werden sich die Augen reiben und dann erneut den Kopf in den Sand stecken. Die Währungsunion hat nur wenige Gewinner hervor gebracht – zahllose Politiker, einzelne europaische Banken und Deutschland ohne seine Bürger. Das europaische Finzsystem ist irreparabel gescheitert und hat keine Zukunft, was kommt danach?

    • Martin Holzherr sagt:

      Sie dürfen die südeuropäischen Krisenstaaten nicht mit Europa gleichsetzen. Die Eurokrise könnte in die Geschichtsbücher eingehen als Anfang der vollkommenen Deklassierung der südeurpäischen Staaten inklusive Frankreichs. Und schon in 15 Jahren könnte ihre jetzige ökonomische Höhe von osteuropäischen Staaten eingenommen werden.

  • Gedanken zu „Arbeit“: Arbeit sollte produktiv sein. Produktiv bedeutet, dass man Dinge tut, die benötigt werden und gefragt sind. Der Mensch strebt mit seinen wirtschaftlichen Tätigkeiten Wohlstand an. Aber was tun wir, wenn Wohlstand eintritt? Wie kann man produktiv sein, wenn wir bereits alles haben, was wir benötigen und wollen? Klar: essen tun wir jeden Tag. Hier kann man täglich produktiv sein. Von dieser Sorte Arbeit gibt es einige andere Bereiche. Aber es gibt Arbeit, die, wenn sie einmal getan ist, für eine geraume Zeit den entsprechenden Bedarf deckt, ohne dass ständig ein hoher Arbeitsaufwand nötig ist. Z.B. das Häuser bauen. Solange das Haus gebaut wird, gibt es viel Arbeit, aber der damit erstrebte Wohlstand (z.B. wohnen) ist noch eine Weile nicht erreicht. Sobald aber das Haus bezugsbereit ist, dann ist die Arbeit fertig und der erreichte Wohlstand kann genossen werden. Klar muss das Haus ab und zu gewartet werden. Aber dieser Aufwand ist im Vergleich zum Arbeitsaufwand beim Bauen verschwindend klein, bezogen auf dieselbe Zeitspanne. D.h. wenn der angestrebte Wohlstand eintritt, dann nimmt die Arbeit ab. Das ist nichts schlimmes. Das kennen wir alle aus der Küche: wenn das Geschirr schmutzig ist und kein sauberes mehr vorhanden ist, ist der „Wohlstand“ in der Küche gering. Wenn sich jemand an die Arbeit macht und das Geschirr abwäscht, dann ist er poduktiv: das Geschirr wird sauber, der Wohlstand mehrt sich von Minute zu Minute. Aber wenn alles Geschirr sauber, abgetrocknet und eingeräumt ist, dann gibt es keine Arbeit mehr und der Wohlstand (das jederzeit zur Verfügung stehende saubere Geschirr) ist maximal.
    Fazit: Arbeitslosigkeit ist Ausdruck davon, dass es keine Arbeit hat, also dass es nichts zu tun gibt. Wenn es etwas zu tun gäbe, dann gäbe es ja sofort Arbeit. Dass es nichts zu tun gibt, ist Ausdruck davon, dass wir alles haben, was wir benötigen und wollen. Wäe es anders, würden sofort Arbeitsplätze entstehen.

    • Werner Meier sagt:

      Es liegt haufenweise Müll herum, in den Weltern, an Seeufern, sogar in den Bergen etc.: Wie wär’s mit aufräumen? Es gibt haufenweise gestresste Leute (oder solche, die so tun): Wie wär’s bei denen mit etwas mehr Lebensqualität? Aber es darf ja nichts kosten, sonst preisen wir uns aus dem Markt hinaus – so das kapitalistische Credo.

    • Linus Huber sagt:

      @ Nadine

      Sie erzaehlen immer die gleiche Laier. Beduerfnisse sind immer da, die Frage ist jedoch, inwiefern man sich diese leisten kann. Wir haben uns ueber Jahrzehnte an Geldentwertung und der damit verbunden Verhaltensveraenderung der Gesellschaft gewoehnt, ohne zu bemerken, dass es sich um eine nicht nachhaltige Entwicklung handelt. Das Kreditvolumen (vorgezogener Konsum) kann nicht ewig schneller wachsen als die Wirtschaft, ansonsten wir schlussendlich alle in einer Schuldenfalle gefangen werden. Diese Entwicklung wurde jedoch durch die geldentwertende Politik der Zentralbanken geradezu gefoerdert.

      Warum sind wir nicht langsam ehrlich und erkennen, dass wir uns ganz einfach einer nicht nachhaltigen Entwicklung anvertrauten und nun schrittweise und ueber immer wiederkehrende Krisen diesen Umstand erfahren werden.

      Natuerlich handelt es sich um eine Dauerkrise, jedoch ist der Author (wie Paul Krugman) anscheinend nicht in der Lage, den wirklichen Grund der Krise zu erkennen.

      Eine wirtschaftliche Entwicklung ist und muss durch immer wiederkehrende Reinigung nicht nachhaltiger Entwicklungen gekennzeichnet sein um wirkliche Nachhaltigkeit zu erwerben. Die dauernden Eingriffe von Zentralbanken und Regierungen in der Form von finanzpolitischen und monetaeren Massnahmen der vergangenen vielen Jahrzehnte verhinderte jedoch die reinigende Wirkung und die damit verbundene Erneuerung der Wirtschaft, indem nicht nachhaltige Entwicklungen als solche erkannt werden konnten. Es handelt sich um das Prinzip der „Creative Destruction“, welches einfach scheinbar eliminiert wurde und nun zu einer Dauerkrise fuehrte. Um etwelche Massnahmen in dieser Situation zu treffen, muss zuerst das wirkliche Problem erkannt werden und nicht einzig der Status Quo mit allen Mitteln verteidigt werden.

      • @Huber 14:41: Sie glauben es nicht, aber ich stehe auf Ihrer Seite in Bezug auf die Meinung zu staatlichen Interventionen. Aber im Gegensatz zu Ihnen bin ich der festen Übezeugung, dass es den „freien Markt“ und den Kapitalismus schon längst nicht mehr gäbe, ohne diese Interventionen. Aber leider wurde interveniert und somit verhindert, dass wir heute ernsthaft alternative Wirtschaftformen entwickeln, evaluieren und umsetzen. Ohne Interventionen wäre der Kapitalismus kreativ zerstört worden, um etwas neuem Platz zu machen.

        • Linus Huber sagt:

          @ Nadine

          Dies ist ja der eigentliche Springpunkt. Es besteht das Spannungsfeld zwischen Freiem Markt und Zentraler Planung. Auch im Freien Markt sind Regeln, die Rechtssicherheit und Rechtsstaatlichkeit notwendig, ansonsten wir natuerlich keinen Markt mehr haben, sondern Faustrecht. Die Frage stellt sich daher, welches der beiden Konzepte wir anstreben sollten?

          Der Freie Markt besteht seit langem nicht mehr, da die wichtigste wirtschaftliche Messgroesse seit vielen Jahrzehnten manipuliert wurde (Preis fuer Geld) und zwar immer in die Richtung der inflationaere Geldentwertung, welche auf verschiedenen Ebenen ein nicht nachhaltiges Verhalten in Gang setzte, woran wir heute leiden.

          • @Huber 19:00: Es gibt nicht nur den „freien Markt“ und die „zentrale Planung“. Sie haben Recht, dass das zwei mögliche Organisationsformen sind. Aber Sie wissen ja selber ganz genau, dass es auch noch andere Organisationsformen gibt ausser Laisser Faire oder Diktatur. Wir sind gerade in der Schweiz höchst vertraut mit der Demokratie. Das ist auch eine Organisationsform. Ich vermute stark, dass sie auch in der Wirtschaft sehr viel sehr positives bewirken könnte.

          • Linus Huber sagt:

            @ Nadine

            Es gibt verschiedene politische Systeme, welche als Mechanismus zwischen Staatsmacht und Individuum dienen und damit dieses Spannungsfeld zwischen Planwirtschaft und Freier Marktwirtschaft entsprechend mit Inhalt fuellen. Auch eine Demokratie kann zur Diktatur der Mehrheit ausarten, welche planwirtschaftliche Instrumente (Ueberregulierung, Reduktion persoenlicher Freiheiten und damit natuerlich auch die Reduktion der persoenlichen Verantwortung, Ueberwachungs- und Polizeistaat, Umverteilungsstrukturen, Erhoehung der Staatsquote etc.) in Anwendung bringt. Es ist schlussendlich die Entscheidung der Gesellschaft, welches Modell in Anwendung kommt, wobei man sich oft leider nicht bewusst zu sein scheint, welche langfristigen Auswirkungen zentralplanerische Tendenzen auf das Verhalten der Bevoelkerung ausuebt und aufgrund der Reflexivitaet oft die Regeln der Nachhaltigkeit verletzen. Staatliche Programme scheinen oberflaechlich betrachtet immer sehr gesellschaftsfreundlich zu sein, jedoch sollte man sich dabei immer die Frage stellen, ob die individuelle Freiheit und Selbstverantwortung dadurch gestaerkt oder geschwaecht werden, da hauptsaechlich diese Eigenschaften langfristig eine positive Entwicklung der Gesellschaft zu garantieren vermoegen.

            Wenn Sie in der Schweiz die Volumina heutiger Gesetze und Regulationen mit jener vor 50 Jahren vergleichen, erkennen Sie sicherlich, dass man eine bedeutend hoehere Regulierungsdichte erreicht hat, was natuerlich den Wachstum des staatlichen Verwaltungsapparates foerderte. Wann wurden das letzte mal eine groessere Anzahl an Regeln eliminiert? Quasi nie. Es geht immer nur in eine Richtung.

            Dies soll nicht bedeuten, dass die Gesellschaft keine Regeln benoetigt, sondern dass wir weniger jedoch kuerzere Regeln anstreben sollten, welche dann auch einzuhalten sind, anstelle der zunehmenden sich teilweise durch rechtliche Winkelzuege gegenseitig aufhebende Regeln, welche der Rechtssicherheit eher schaden als nuetzen.

          • @Huber 02:13: Zitat: „Auch eine Demokratie kann zur Diktatur der Mehrheit ausarten“ (Übrigens: das ist ein Argument aus dem Aanrchismus). Die Gesellschaft entwickelt sich ständig. In diesem Punkt haben Sie recht. Das geschieht aber in allen Organisationsformen genau gleich. Auch eine „freie Marktwirtschaft“ kann zu Monopolen oder zu mafiösen Verhältnissen führen. Und auch wer Diktaturen befürwortet, hat einfach bereits kapituliert und macht die Not zur Tugend. Im Gegensatz zu den anderen Organisationsformen, hat die Demokratie den riesigen Vorteil, dass man in zivilisierter Form Interessen abwägt und gesellschaftliche Veränderungen systemimmanent vorgesehen sind, egal in welche Richtung sie gehen sollen. Wichtig ist dabei nur, dass man die Demokratie nicht demokratisch abschafft. Denn danach wäre das gesellschaftliche Entwicklungspotential nicht mehr IM System vorgesehen sondern nur noch AUSSERHALB. D.h. Veränderungen sind dann nicht mehr institutionalisiert herbeizuführen sondern mit grösseren gesellschaftlichen Turbulenzen und Konflikten verbunden. Fazit: die Gesellschaft verändert sich ständig. Diesem Bedürfnis wird die Demokratie am ehesten gerecht, denn sie ermöglicht es der Gesellschaft, jede Veränderung in zivilisierter Form zu evaluieren und umzusetzen. Hingegen im freien Faustrecht oder in der Diktatur sind Veränderungen nur in unziviliserter Form möglich. Das gilt nicht nur für die „Politik“ sondern für alle Bereiche, in denen Menschen miteinander zu tun haben und Schicksalsgemeinschaften bilden, also z.B. auch in der Wirtschaft.

          • Linus Huber sagt:

            Sie scheinen blind zu sein gegenueber den potentiellen Problemen, welche die Demokratie in sich birgt. Wir sind aufgrund der direkten Demokratie verhaeltnismaessig gut aufgestellt (ansonsten wir wohl heute wohl Teil der EU waeren), jedoch handelt es sich meist um indirekte Demokratien, welche dem Wahlzyklus unterliegen, worin die Wahl eines Kandidaten sehr stark durch die finanzielle Elite mitbestimmt werden kann. Ebenfalls duerfen wir uns nie zu sicher fuehlen in Bezug auf unsere direkte Demokratie, welche auf verschiedenen Ebenen ausgehebelt werden kann.

            Einzig ein freier Buerger, welcher die Mitverantwortung fuer das gute Funktionieren der Gesellschaft in seinem persoenlichen taeglichen Verhalten immer wieder beweist, kann diese individuelle Freiheit zum Wohle aller geniessen. Die Idee, moeglichst viele anscheinend unangenehme Verpflichtungen auf unterster Entscheidungsebene an z.B. eine zentrale Instanz zu delegieren, beinhaltet in sich die Gefahr, dass eine nicht nachhaltige Entwicklung in Gang gesetzt wird.

            Die heutigen massiven Eingriffe der Zentralbanken basieren zum Beispiel keinesfalls auf demokratischer Basis, da diese Institutionen sich vor langer Zeit eine Unabhaengigkeit als anscheinende Notwendigkeit auf die Fahne schrieben. Die geldentwertende Politik untergraebt viele rechtsstaatlichen und demokratischen Werte, ohne dass die Bevoelkerung dies zu erkennen scheint. Die Foerderung unnachhaltigen Verhaltens basiert in manch einem Bereich genau darauf. Wir haben damit ein sehr wichtiges Instrument an eine den Banken verpflichtete Institution abgetreten, ohne zu erkennen, welche ein Machtfuelle sich damit verbindet.

            Es mag sehr wohl sein, dass die Bevoelkerung sich fuer eine geldentwertende Politik entscheiden wuerde, jedoch stellt sich dabei sogleich die Frage, wer genau davon profitieren soll. Glauben Sie nicht jeder Erklaerung der Entscheidungstraeger in dieser Beziehung, denn hauptsaechlich die Finanzelite profitiert zulasten der Allgemeinheit.

    • Mike sagt:

      Ein Schenkelklopfer.
      Wenn ich Ihren Gedankengang spasseshalber weiterspannen darf: Die Griechen lassen uns nur glauben, ihnen ginge es schlecht. Die Zahlen sind gefälscht und die Demonstrationen arrangiert. In Tat und Wahrheit haben die Griechen alles und leben in „maximalem“ Wohlstand. Das Gleiche gilt für Spanien, Italien etc…

      • @Mike 14:42: Gut. Dann erklären Sie mir bitte, was den Griechen fehlt und weshalb der Markt zur Produktion des Fehlenden keine Arbeitsplätze schafft. Vielen Dank!

        • Thomas ernst sagt:

          @ Nadine

          Das echte Problem in Griechenland ist, dass so viele Leute echt kein Geld haben. Kinder kommen unterernährt in die Schule, zuhause wird nicht mehr geheizt, und die Leute suchen in den Wäldern nach wilden Pilzen, um etwas zu Essn zu haben.

          Der Staat hat sich in die Pleite manövriert, und die echte Kernaufgabe, die Sicherung des Überlebens, die der Staat sicherstellen müsste, nimmt er nicht mehr wahr. Wegen der Troika und den EZB-Interventionen bricht der heutige Staat aber auch nicht zusammen, sondern die Politiker halten sich krampfhaft an ihren Pöstchen fest.

          Damit kann dieser Müll nicht weggeräumt werden, es gibt keinen Neuanfang. Die Krise wurde zwar bloss von der Buchhaltung produziert, aber leiden müssen die realen Menschen!

          • Linus Huber sagt:

            Genau, wir muessen nicht das System retten, sondern die Menschen. Die Rettung des System ist einzig fuer die finanzielle Elite von Vorteil, jedoch nicht fuer 90% der Bevoelkerung (bitte nicht missverstehen, vielleicht sind 50% der Schweizer in diesen 10% der Profiteure).

          • Martin Heidegger sagt:

            @Ernst. Interessanterweise hat man noch keine Bilder von Demonstrationen in Griechenland gesehen, an denen das Ende der verfassungsmässigen Steuerbefreiung der Reeder gefordert wurde. Das ist doch der eigentliche Skandal!

          • @ernst 19:35: Also dann gibt es jede Menge zu tun für Unternehmer und ihre Angestellten (also Arbeitsplätze): Kinder ernähren, Heizungssysteme einrichten, Pilze bzw. generell Essen produzieren und zur Verfügung stellen, etc. Der Rest den Sie schreiben ist keine Antwort auf meine Frage. Wann und wie hat der Staat die Sicherung des Überlebens wahrgenommen? Was sollen die Politiker sonst machen, als an ihren Pöstchen festhalten? Ist doch wenigstens ein Bereich, in dem der Staat Überleben sichert. Oder sollen die Politiker auch im Wald Pilze sammeln? Wie würde denn ein „Neuanfang“ Ihrer Meinung nach aussehen, wenn die Politiker nicht mehr wären? Was hat „kein Geld haben“ mit Problemen zu tun? Geld kann man nicht essen. Aber Geld schafft falsche Anreize. Z.B. ist der Anreiz grösser, Nahrungsmittel für satte Leute zu produzieren die Geld haben, als für hungrige Leute zu produzieren, die kein Geld haben. Weshalb kann ich Olivenöl und Fetakäse aus Griechenland kaufen, während gleichzeitig in Griechenland selber Kinder unterernährt zur Schule gehen? Das ist doch eine unglaubliche Fehlallokation der Güter!

  • Dani Winter sagt:

    Das grösste Problem an der Eurokrise ist der Euro selber.
    Ein Sorgenpatient welcher schon seit seiner Geburt künstlich beatmet werden muss. Nun fangen an die Maschinen kaputt zu gehen und der Patient sieht seinen Tod vor Augen. Nur eine Spontanheilung oder Wunder kann ihn noch retten.
    Denn bei vielen Euromitglieder besteht die eigentliche Substanz bloss noch aus plappernden EU gleich geschalteten normierten Politikern. Denn die Menschen in den Ländern haben sich schon lange verabschiedet und müssen für sich selber schauen wie sie zurecht kommen. Portugal, Spanien, Griechenland etc. sind nur der Anfang, aber ein gefährlicher. Wenn die Jugend ohne Perspektive dasteht, wird es gefährlich und am Ende teuer. Deutschland ist der Motor des ganzen und kommt für die gesamte Stabilität auf. Wie lange noch? Jeder Motor braucht mal eine Revision…

  • Peter E. M. Schudel sagt:

    Diese Lobhuddelei in Sachen Deutschland sind einfach nur peinlich und entsprechen nicht mal annähernd der Wahrheit. Die Unternehmen sind kontinuierlich zu Sklavenhaltern verkommen und aus einst blühenden Landschaften sind marode Kommunen entstanden. Die Zahl der konkursiten Städte in Deutschland ist auf einem neuen Rekordhoch und die meisten davon stehen unter Zwangsverwaltung. In grossen Teilen Deutschlands sind die Strassen, Brücken und Wege in einem noch nie dagewesenen, miserablen Zustand (etwa auf dem Niveau von Ghana)! Heute muss eine dreiköpfige Familie mindestens drei Jobs ausfüllen, um gerade an der Armutsschwelle dahin zu fegetieren! Das soll das neue Wirtschaftswunder Deutschland sein??? Kleiner Vergleich: Nordrhein-Westfalen ist das deutsche Zentrum in Sachen Fleischverarbeitung (riesige Schlachthöfe), gegenüber liegt Belgien mit ebenfalls einer grossen Fleischverarbeitungsindustrie. Die Deutschen Firmen lassen über Subunternehmer hunderte von Ostarbeitern hinkarren, lassen diese dann zwei Monate in „Probezeit“ 10-12 Stunden pro Tag arbeiten und schicken sie dann nach Hause. Meistens werden sie dann vom Subunternehmer nicht mal bezahlt (Bericht in Frontal 21)…!!! Was passiert ennet der Grenze in Belgien? Jeder Mitarbeiter, egal ob fest- oder in Zeitarbeit, bekommt € 11.88… Noch Fragen??? Die Deutsche Wirtschaft benimmt sich unterdessen dermassen unanständig, mit gütiger Zustimmung der Bundes-Angie und deren CDU/CSU-Kumpels, dass das Land unter der Last der Sozialhilfe deutlich ächzt. Die Unternehmer kaufen derweil den 12. Ferrari und kaufen gerade in Spanien noch eine zusätzliche Villa mit 23 Zimmern (im Moment günstig zu haben)! Deutschland ist unterdessen zu einer Oligarchie nach dem Muster Russlands und Argentiniens verkommen. Waren es 1990 noch 12%, welche 80% des BIP besassen, so sind es 2010 8% die 92% besitzen… Der Mittelstand wird bewusst und mit Ansage vernichtet…! Deutschland, quo vadis…

  • Fritz Lang sagt:

    Da komt ein Monsieur “ (H)Ollande “ ans Ruder, vertreibt mit 70% Steuer alle Reichen und Investoren uns nun tut man sich wundern wenn das Land im freien Fall ist!
    So wird es auch mit der Schweiz auch gehen- Wehrmuts – Levtats und alle SP-ler sind ja fleissig am Schweiz vernichten!

  • Eric B. sagt:

    Schade, bisher habe ich gedacht, dass sich dieser Blog wohltuend vom Mainstream abhebt. Doch nun geht es hier auch noch mit dem Frankreich-Bashing los – und das noch mit gewagten Interpretationen. So haben sich die Lohnkosten in F eben nicht „im Gleichschritt“ mit IT und ESP entwickelt, sondern der Anstieg liegt deutlich darunter – er folgt ziemlich genau dem Produktivitätswachstum plus Inflation. Dass Frankreichs Industrie Probleme hat, liegt nicht an mangelnder „Wettbewerbsfähigkeit“, sondern am Wegfall der Absatzmärkte in Südeuropa und Nordafrika. Selbst die letzten Konjunkturzahlen stützen die These nicht. F ist zwar in einer leichten Rezession; die BIP-Entwicklung ist insgesamt aber weniger dramatisch als in Deutschland, wo man von einem mäßigen Wachstum steil auf minus 0,7 Prozent im 4.Q12 fiel. Dass jetzt plus 0,1 Prozent gemeldet werden, hat nur mit einer Korrektur des 4.Q zu tun… http://lostineu.eu/was-hollande-wirklich-sagte-2/

    • Peter E. M. Schudel sagt:

      Naja, Deutschland zahlt einen hohen Preis für seine Billiglöhner. Die Zahl der “Aufstocker”- Arbeiter, welche mit ihrem Lohn nicht leben können und daher zum Sozialamt gehen müssen- ist so hoch wie nie. Über 20% der arbeitenden Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze, weitere 20% schlittern gerade in die Altersarmut und über 20% der Kinder sind dirkekt von Armut betroffen. Geiles Vorbild, Deutschland… Wenn man die Kosten der Sozialhilfe vom BIP abzieht, dann landet Deutschland so ziemlich auf den hintersten Rängen! Der Tenor in Deutschlands Industrie sieht folgendermassen aus: Ich zahle Hundslöhne, € 4.80 pro Stunde, und der Steuerzahler zahlt dann den Rest drauf. Gewinn privatisiert und die Löhne sozialisiert! Ist doch ein geiles Modell. Selbst vor 500 Jahren hat ein Leibeigener mehr verdient, als der durchschnittliche deutsche Arbeiter, denn da waren Kost und Logis, plus ein kleines Taschengeld üblich. Heute hat der “Leibeigene” zuwenig für Kost und Logis und von Taschengeld kann schon gar keine Rede mehr sein… Deutschland, Deutschland über alles…!!!

  • Anh Toan sagt:

    Notenbanken manipulieren Zinssätze: ja was sollten die denn sonst tun den ganzen Tag?

    • Anh Toan sagt:

      Vielleicht sollten die Dokumentarfilme über das Verhalten der Zinssätze in der freien Natur machen?

      • Anh Toan sagt:

        Vor drei Jahren wurde hier die Anausweichlichkeit der Apokalypse angrund der Spreads auf die Zinssätze der Staatsanleihen anhand der Schuldenfallenformel dargestellt.

        Nun hat die EZB einen Parameter geändert, was im Modell Schuldenfallenformel nicht vorgesehen ist, und jetzt ist dieser Parameter nicht mehr massgeblich, weil manipuliert. Als spanischer Finanzminister wäre mir ziemlich egal, warum ich viel weniger Zins bezahlen muss, mir reicht, dass ich viel weniger Zins bezahlen muss.

        Der Franziskanermönch in Rom versteht mehr von Wirtschaft: Er erkennt, das Geld gemacht wird um den Menschen zu dienen, und nicht die Menschen dem Geld dienen sollen: Sind die Renditespreads unerträglich, ist es Aufgabe einer Notenbank, dies zu ändern, was gelungen ist. Die Zukunft steht halt nicht irgendwo in einem Buch geschrieben, sondern wir machen diese, gestalten sie, indem wir manipulieren, auch die Zinssätze von Staatsanleihen.

      • Anh Toan sagt:

        Die Rendite der Staatsoblis war das Killerargument hier für die Apokalypse. Nun soll diese irrelevant sein, weil manipuliert.

        Sehr schwache Argumentation, da diese per systemimmanent von Natonbanken manipuliert werden.

        • Mike sagt:

          „Die Rendite der Staatsoblis war das Killerargument hier für die Apokalypse. Nun soll diese irrelevant sein, weil manipuliert.“
          Ich habe den Blogeintrag anders interpretiert. Es gilt zwischen systemischen Fehlern zu unterscheiden und den daraus entstehenden Symptomen. Steigende Zinsen für Staatsanleihen interpretiere ich als Folge eines pathologischen Systems und nicht als Problemursache. Der obige Blogeintrag weist darauf hin, dass immer wieder neue Symptome entstehen, weil die fundamentalen systemischen Probleme nicht gelöst werden.

        • Anh Toan sagt:

          Mit der Schuldenfallenformel wurde uns erläutert, dass diese Renditedifferenz nicht mehr verschwinden kann. Nun ist sie verschunden, aber das zählt nicht, es war Manipulation, die Spielregeln wurden geändert (von der EZB).

          Ja, das machen wir, wir ändern die Regeln, gestalten die Zukunft, weil die Regeln den Zweck haben, uns zu dienen, und nicht einem höheren Ideal, und so ändern wir diese, wenn es notwendig ist, und gehen nicht, wie gemäss den Regeln vorgesehen, geradewegs in die Apokalypse.

          Das ist geschehen und damit ist die Eurokrise beerdigt: In den schwachen Volkswirtschaften müssen nicht mehr viel höhere Zinsen als in Deutschland gezahlt werden, und damit ist eine Erholung auch ohne eigene Währung mit tiefen Realzinsen (hohe Nominalzinsen, hohe Infaltion, schwache Währung), sondern auch mit dem Euro durchaus möglich, da dieser nun auch tiefe Realzinsen bietet.

          • Mike sagt:

            „Ja, das machen wir, wir ändern die Regeln, gestalten die Zukunft, weil die Regeln den Zweck haben, uns zu dienen, und nicht einem höheren Ideal, und so ändern wir diese, wenn es notwendig ist, und gehen nicht, wie gemäss den Regeln vorgesehen, geradewegs in die Apokalypse.“

            Ich denke das ist der Punkt. Wem dienst letztlich diese „Übung“ bzw. die Aufrechterhaltung einer gemeinsamen Währung? Wo ich aber ein ganz grosses Fragezeichen setze ist bei dem Wort „Apokalypse“. Wo steht geschrieben, dass bei fundamentalen systemischen Änderungen eine Apokalypse eintritt?

          • Anh Toan sagt:

            Und damit sei nicht gesagt, dass alle Probleme gelöst sind, die schwachen Volkswirtschaften erhalten lediglich eine zweite Chance, die tiefen Zinsen für Investitionen in eine zukunftsorientierte und weltmarktfähige Volkswirtschaft und einen effizienten Staatsapparat zu investieren. Bei der Euroeinführung haben sie die tiefen Zinsen nur genutzt, um uneffiziente und korrupte Strukturen zu subventionieren (Frankreich: Landwirtschaft, Gewerkschaften öff. Dienste!!!!!).

          • Anh Toan sagt:

            @Mike: Apokalypse wurde im Titel eines Blogeintrages hier verwendet, mit einem Bild der Reiter, darum hab ich das Wort verwendet.

        • R. Merten sagt:

          Was sind Natonbanken, Hr. Toan ??? Die linken Argumente werden immer undurchsichtiger.

    • Johnny Smith sagt:

      @ Anh Toan

      Herrlich, immer wieder, Ihre Formulierungen!

    • Johnny Smith sagt:

      Aber jetzt noch (etwas mehr) im Ernst:

      Die Zentralbanken wurden im 18. Jahrhundert eingeführt, um systemgefährdende Kollapse von illiquiden (nicht insolventen) Banken zu verhindern. Erste Aufgabe also die Systemstabilität.

      Sehr viel später kam die Aufgabe dazu, die kurzfristigen Zinsen im Währungsraum festzusetzen. In dem Sinne wird seither der Zins am kurzen Ende von den Zentralbanken ‚manipuliert‘. Dass aber Zentralbanken mittels Käufen von Staatsanleihen die ganze Zinskurve manipulieren, ist effektiv eine ganz neue Eigenart (oder soll ich sagen ‚Unart‘) der Zentralbanken. Zudem ist das Ausmass der Manipulation gigantisch, nicht nur in absoluten, sondern auch in relativen Zahlen. Etwas mehr Bescheidenheit würde da wohl guttun.

      • Anh Toan sagt:

        @Johnny Smith: Der Beitrag enthält 14 Charts, früher wurde hier geschrieben, die Zukunft des Euro lasse sich an einem einzigen Chart festmachen, der Rendite der spanischen Staatsanleihen. Nun fehlt dieser eine Chart. Und die Begründung dafür ist das M Wort.

        • Johnny Smith sagt:

          @ Anh Toan: … was aber keine inhaltliche Entgegnung zur Aussage ist, dass erstens die Zinsen effektiv mainipuliert sind (und zwar so stark wie noch nie in den Industrieländern) und zweitens, dass die Manipulation der Zinsen erst im Verlauf der Geschichte von den Zentralbanken als ihre Aufgabe immer stärker annektiert wurde 😉

          • Linus Huber sagt:

            Es gibt viele Wege, welche zur Planwirtschaft mit damit einhergehender Korruption, Willkuer und Untergrabung rechtsstaatlicher wie demokratischer Werte fuehren, aber einen haben Sie gerade geortet.

          • Anh Toan sagt:

            @Johnny Smith: Haben Notenbanken früher nicht auch Geldmengen gesteuert? Und damit alle Zinsen manimulieriert? (Preis = Zins definiert sich durch Angebot und Nachfrage, die Notenbanken bestimmen das Angebot (oder versuchen dies zumindest.) und manipulieren damit den Preis: Sie sind der Monopolanbieter und haben damit eine nahezu unbegrenzte Preismacht.

            Notenbanken manipulieren Zinsen auch, wenn sie Staatsoblis nicht kaufen, einfach in die andere Richtung.

          • Linus Huber sagt:

            @ Anh Toan

            Alles eine Frage des Masses. Wenn wir eines Tages zusammen ein Bier trinken, werden Sie auch erfahren, dass Bier schaedlich kein sein.

          • Johnny Smith sagt:

            @ Anh Toan:
            Nein (bzw nur unwesentlich wenig). Als die Notenbanken (in England) eingeführt wurden, waren sie anfänglich als Lender of last resort angedacht. Um Dominoeffekte zu verhindern oder minimieren, vergab die Notenbank Liquidität/Geld an Banken, welche kurzfristig illiquid waren zu zwei Bedingungen: erstens gegen Sicherheiten (die Empfängerbanken waren ja nicht insolvent, sondern nur iliiquid) und zweitens zu einem höheren Zins, also einem Zins, welcher von liquiden Banken nicht akzeptiert würde. Diese verzichteten auf das teurere Geld und damit wurde verhindert, dass gesunde Banken unnötigen Leverage aufbauten. Die Zinsen wurden also anfänglich nicht (oder nur reaktiv und in wesentlich geringerem Mass) beeinflusst. Interessant dazu, aber schwierig zu lesen ist dazu Walter Baghehot „Lombard Street“. Ich gebe zu, ich habe nach etwas mehr als der Hälfte aufgegeben. Das Grundkonzept habe ich aber mitgekriegt.

            Mit der Zeit gingen die Zentralbanken dazu über, immer mehr und aktiveren Einfluss auf die Zinsen zu nehmen. Dies hat mE gegenüber einer fixen, starren Goldhinterlegung auch durchaus gewisse Vorteile, sofern man obige beiden Bedingungen weiterhin strikt einhält. Unter Bedingungen halte ich deshalb begrenzte und eher reaktive Beeinflussung (oder eben Manipulation) der Zinsen durch die Zentralbanken für positiv. Leider wird aber heute weder die eine (die Standards für die Qualität der hinterlegten Sicherheiten) noch die andere (Zinsaufschlag statt mehr oder weniger Gratis-Geld, LTRO, …) Bedingung von Fed, BoJ, EZB, …eingefordert und auch die Dimension der Manipulation ist eine ganz andere geworden.

  • Anh Toan sagt:

    Ich finde auch, die Notenbanken sollten sich daruf beschränken, die Zinssätze in der freien Natur zu beaobachten, und nicht diese zu „manipulieren“. Jetzt kommt die vor drei Jahren als unmittelbar bevorstehend vorhergesagte Apokalypse nicht, bzw. muss der Termin auf unbestimmte Zeit verschoben werden, weil die Unausweichlichkeit der Schuldenfallenformel durch die Manipulationen der Notenbanken hinterhältig umgangen wurde.

    Auf nichts kann man sich mehr verlassen!

  • Anh Toan sagt:

    „Genau drei Jahre sind vergangen, seit im Mai 2010 das erste Rettungspaket für Griechenland gezimmert wurde. “

    …und hier die Unauusweichlichkeit der Apüokalypse anhand er Schuldenfallenformel erläutert wurde.

    „Die Bondrenditen taugen als Krisenseismograph nichts mehr, weil sie von den Notenbanken zu sehr manipuliert werden. “

    Ja was haben denn die Notenbanken gemacht, bevor sie Zinssätze „manipulierten“? Diese in der freien Natur nur beobachtet oder was?

  • Anh Toan sagt:

    Vor drei Jahren waren die hohen Staatsschulden und damit die untragbare Zinsbelastung unwiderrufliches Todesurteil für die entsprechenden Voökswirtschaften (Schuldenfallenformel).

    In der Zwischenzeit hat die EZB, mit wenigen Sätzen und ohne effektives Kaufen, die Spreads weitgehend zum Verschwinden gebracht, nun taugen die Bondrenditen nicht mehr zur Beurteilung, weil sie von der Notenbank „manipuliert“ sind. Tja Herr Dittli, kennen Sie einen natürlichen, unmanipulierten Zinssatz? Lässt sich dieser eher beim Spazieren in Writschaftsvierteln (Bahnhofstrasse oder Lonodoner City, Wall Street) oder doch in freier Natur, (Ozean oder Im Hamalaya beim Yeti finden) Gabs den unmanimulierten Zinssatz schon bevor es Notenbanken gab? Wann genau haben die Notenbanken angefangen Zinssätze zu „manipulieren“ und was genau haben die Notenbanken vorher gemacht? Die natürlichen Zinssätze in freier Wildbahn beobachtet?

    Auch tiefe Zinsen auf Grund von „manipulierten“ Bondrenditen entlasten die Staatsbudgets vom Zinsendienst.

  • Fred David sagt:

    Die Eco-Hysteriker sind wieder fleissig am Werk. Wenn die mal bitte nachschauen wollen, was sie vor vier, fünf Jahren über die deutsche Wirtschaft geschrieben haben, die aber sowas von total am Abgrund stehe, weil die Politiker wieder viel zu dumm seien und nicht auf die Eco-Hysteriker hören….

    • Fred David sagt:

      …und vor eineinhalb Jahren haben sie uns stündlich den sicheren Zusammenbruch von EU und Euro vorausgesagt, wg. Griechenland. Erinnert sich noch jemand daran? Die Probleme sollen nicht heruntergeredet werden, gerade bei Frankreich nicht. Dort sind es aber im Wesentlichen schwere innere strukturelle Mängel und Versäumnisse, die lange dank EU und Euro verschleiert werden konnten.

      Schuld daran sind weder EU noch Euro, und die Deutschen nur insofern , als sie vor Jahren unter sozialdemokratischer Führung das Ruder radikal herumgerissen haben, wozu eine konservative Regierung zuvor nicht in der Lage war. Jetzt klaffen die zwei Volkswirtschaften in der Tat auseinander.

      Ein Ausgleich ist nur innerhalb der EU zu schaffen. Dieses Bewusstsein hält die EU zusammen. Sie ist nicht idealistischer Selbstzweck (wie gerade in der Schweiz oft dargestellt), sondern – zur Zeit und auf lange Sicht – ein unerlässlicher Krisenregulator, bei dessen Versagen es zu bürgerkriegsähnlichen Entwicklungen kommen könnte.

      Aber sowas steht nicht in Eco-Lehrbüchern.

      • Mike sagt:

        „bei dessen Versagen es zu bürgerkriegsähnlichen Entwicklungen kommen könnte.“
        Solch „dramatische“ Szenarien in der einen oder anderen ähnlichen Form liest man immer wieder. Ich habe dazu aber noch nie eine wissenschaftlich fundierte Impact-Analyse gelesen.
        Ich weiss, dass das nachfolgende Beispiel nicht vergleichbar ist. Aber rein von der Rhetorik her hat man bei der Swissair auch argumentiert, die Schweiz würde in den volkswirtschaftlichen Abgrund gerissen. Von der Vogelperspektive aus betrachtet ist „nichts“ passiert.

        Es erscheint mir nachvollziehbar, dass ein Austritt von Ländern eine Krise auslösen kann. Eine andere Frage ist das Ausmass und die Dauer einer solchen Krise. Ev. stünde einem Austritt eine raschere Erholung gegenüber?

        Wie gesagt – ausser Rhetorik habe ich noch nirgends eine quantifizierte Analyse zu einem solchen Szenario gelesen. Vielleicht kennen Sie dazu eine Studie?

        • Fred David sagt:

          So etwas steht eben nicht in Lehrbüchern und Studien, auch nicht in Umfragen:“Würden Sie beim Bau einer Barikade mithelfen“? („Ja“/“Nein“/ „Nur wenn es nicht regnet“). Das ist die Aufgabe der Politik: Sich nicht allein auf die Wirksamkeit von Zinsmechanismen zu verlassen, sondern den Rahmen stabil zu halten. Solche Dinge lernt man nicht im Hörsaal und kann es auch nicht aus dem Internet herunterladen.

        • Fred David sagt:

          …es ist nichts passiert, weil die Lufthansa die Swiss gerettet hat.

          • Thomas ernst sagt:

            Soll das jetzt ironisch sein?

            Fakt ist, dass der Gläubiger der Swissair enteignet wurde und die Politicos die verbliebenen Filetstücke der Grufthansa verscherbelt haben. Welche Kickbacks sie dafür abgarniert haben, ist noch nicht publik geworden. Inzwischen ist die Swiss eine Melkkuh der Deutschen Führung.

            Soviel zur „Rettung“…

  • Peter Richter sagt:

    Zwischenzeitlich wieder einmal etwas wirtschaftliche Realität im TA.
    Ok. …..Der Alibi-Artikel ist abgeliefert,
    ab morgen können wieder die bequemen linken Ansichten verkündet werden.

  • Marc Reto Wirth sagt:

    Ein hervorragende publizistische Leistung; sachbezogen, komplexe Zusammenhänge auf verständliche Art aufgezeigt und mit überzeugenden Fakten und guten Graphiken ergänzt.
    Dass Frankreich bisher im „Gleichschritt“ mit Deutschland seit der Gründung der EU als volkswirtschaftlich starke EU-Nation dargestellt worden war, diente politisch nur dazu, das volkswirtschaftliche mit Abstand führende Deutschland nicht als „Alleinherrschende Nation“ darzustellen. Mit der Regierung Hollande ist diese „EU PR-Maske“ nun auch für die Allgemeinheit erkennbar. Endlich tragen auch einzelne Medienschaffende/ Medien dazu bei, das „wahre Gesicht“ der volkswirtschaftlichen Leistungen der „grossen EU-Nationen (u.a. auch Italien) und deren Auswirkungen zu zeigen.

  • lucius mayer sagt:

    Frankreich wird zurzeit vom Geldadel durch Investitionsentzug betraft, weil es mehrheitlich sozialistisch gewählt hat. Leider stellt der Bericht den Wachstumskult, die heutzutage herrschende Religion, überhaupt nicht in Frage. Sollte aber die 7,1-Mrd.-Weltpandemie Menschheit überhaupt überleben, wird sie bald erheblich schrumpfen müssen. Warum sollte das erforderliche große Schrumpfen nicht wie der bürgerliche Umsturz von 1789 in Frankreich beginnen?

  • Urs Maurer sagt:

    Und so geht es Frankreich – ich lebe hier – darum, die Schuld an der Misere den Deutschen anzuhängen. Mir unverständlich, dass die Medien diese Tendenz nicht thematisieren. Eine gefährliche Entwicklung. Noch immer schaffte es Frankreich, Deutschland als Verlierer der Geschichte hinzustellen. Und warum? Weil Deutschland ihm den gefallen tat, dumm auf Provokationen zu reagieren. Genau darauf hofft Frankreich wieder, das Deutschland die Zeche bezahlt. Man sollte Deutschland warnen – in unser aller Interesse.

  • Rolf Schumacher sagt:

    @Marti FR hat dieselben Probleme wie UK und USA auch. Es hat lange auf Kosten anderer gelebt. Der verwzeifelte Angriff Sarkozys auf Libyens Oelfelder zeugt vom immer noch vorhandenen imperialen Verhalten. Wenn im Maghreb ein Despot weggeputscht werden müsste, dann wäre es Algeriens Bouteflika. Algerien versinkt in Armut und Perspektivenlosigkeit. Aber Bouteflika überlässt seine Oelfelder UK-USA-F etc, deshalb erscheinen Algeriens Missstände (Menschenrechtsverletzungen, k. Presse- u. Meinungsfreiheit) nie auf dem westl. Radar. Schlimmer aber ist, dass UK-F-USA obwohl sie die Finanzkrise verschuldete haben, als Sieger herauskommen werden. Weshalb? Weil, IWF, BIZ, Weltbank, EZB werden ausgerechnet von den am höchsten verschuldeten, unproduktiven Riesen UK-USA-F dominiert werden. Solange JP-Morgan, Bank o. America etc die Wallstreet dominieren und die Wallstreet/London die Restwelt, kann F nicht untergehen. Denn das Vaterland der „pseudoliberalen“ Grossfinanz ist Frankreich (GOdF)! Sie predigten a) Liberté, b) Fraternité u. c) Égalité, haben uns aber in Tat und Wahrheit a) als Steuerzahler, Prämienzahler (Pensionskassen), Soldaten, Arbeiter, Vertragssklaven am Gängelband, b) verstecken ihr verantwortungslos, kriminelles völlig eigennütziges Handeln hinter Immunität,etc. Holdings, GMBH, Trusts und Logen und c) eine noch nie dagewesene materielle Ungleichheit (wenige $-Milliardäre und Milliarden die am Hungertuch nagen,oder v. geopolitischen Kriegen vertrieben werden). Frankreich ist die Mutter der „pseudoliberalen“ Revolution, welche uns das Dollardiktat beschert hat. Wer nicht zum Club (UK-USA-F) gehört wird direkt oder indirekt ( Z.B.Eurokrise herbeireden und über IWF, WB, EZB, BIZ umsetzen und so die Katastrophenwährungen (Schulden!!!)—–£/$ sanieren, oder Goldmanipulation, Libormanipulation, Insiderwissen, Kriege schüren (Syrien) die Schulden der Herrenländer begleichen müssen.
    Fazit F wird auf Kosten anderer wie ein Phoenix aus der Krise aufsteigen.

    • Josef Marti sagt:

      Das hoffe ich doch, darum können es sich die Franzosen auch leisten immer im Bett oder beim Essen zu sein. Denken Sie nur an die unvergleichliche F-Filmindustrie, die genialen alten Filme mit Belmondo, Lino Ventura, Gabin, Delon etc. dürfen einfach nicht in Vergessenheit geraten.

      • Rolf Schumacher sagt:

        @Marti Die Menschen sind überall gleich. In FR gibt es sehr viele, sehr innovative Jungunternehmer. Es gibt einen gewaltigen Generationenwechsel. Die alte Garde, welche ihre Trauben, Früchte etc noch in die Kooperativen brachte wird untergehen. Selbstvermarktung liegt immer mehr im Trend.
        Fazit. Die jungen Franzosen sind MINDESTENS so aktiv wie die CH-Jugend zudem sind sie deutlich risikofreudiger, innovativer, agiler, flexibler als dieselbe Altersgruppe bei uns. Das SMIG-(Minimaleinkommen) liegt in FR deutlich unter 1000EURO! Ein Sekundarlehrer verdient 2000-3000Euro, ein Hausarzt 3000-4000. Zudem droht die Gefahr—Auslagerung der Jobs nach Marokko SMIG i. Marokko SMIG 1Euro pro Stunde / 150 Euro/ Mt. für 200-300 Euro/Mt. arbeitet ein Kaufmann Bei so niedrigen Salären ist es nicht verwunderlich, dass oft die Motivation fehlt und oft versucht wird schwarz in einem Nebenverdient etwas dazuzugewinnen.
        Die Elite (Sarkozy-Korsikamafia, GOdF-Brüder etc) hingegen verdienen Milliarden und verstecken ihr Geld vor dem Fiskus.

        Weiteres Problem: Es gibt aber in FR keine Demokratie, keine Freiheiten, alles wird zentral gesteuert (GOdF—Grand Orient de France). Deshalb kommen die wirklich genialen Köpfe auch nie an Spitzenpositionen. Dasselbe Problem herrscht in UK und USA,I wo eine völlig unbeweigliche „inzestuöse“ Elite die wichtigen Posten über Generationen stur unter sich aufteilt. Top Innovation und Qualität kann man aus so verkrustet verwalteten Ländern nie erwarten. Nicht das Volk ist das Problem sondern die trostlosen, selbstgefälligen Snobs an deren Spitze.

  • H.Trickler sagt:

    „Der wahre kranke Mann Europas“ gibt zwar einen guten Titel her der berechtigt ist, weil Frankreich eine ungerechtfertigte Fristverlängerung geschenkt wurde, welche das Euro-Problem einmal mehr vertagt aber verschärft.

    Wenn man die interessanten Grafiken anschaut, sieht man aber sofort dass auch Italien nicht gut dasteht, und ich würde meinen dass die politische Situation dort dazu führen wird, dass die Euro-Krise zuerst in Italien und erst später in Frankreich akut wird.

    • Thomas ernst sagt:

      @ H.

      Im Gegensatz zu den Franzosen sind sich die Italiener das Überleben trotz eines dysfunktionalen Staates seit Jahren gewohnt. Die Franzosen glauben immer noch an die „Grande Nation“. Sie erwarten das Heil vom Staat. Diesen Fehler machen die Italiener seit Jahrhunderten nicht mehr. Daher werden es die irrgläubig-hochnäsigen Franzosen sein, welche das marode Eurogebilde zum Einsturz bringen, nicht die schlitzohrig-illusionslosen Italiener.

      Die meisten Ökonomen übersehen den Einfluss der Kultur und Denkmuster eines Landes auf die Wirtschaft.

      Ich empfehle, sich mal mit den Forschungen des Institutes of Commons and Economics (Basel) zu befassen.

  • Bruno Bänninger sagt:

    Politisch war die Durchsetzung des Euro im währungsstärksten Mitgliedland Deutschland nur möglich, weil für die neue Währung strenge Satbilitätsregeln (Maastrich) gelten sollten, wie zuvor für die D-Mark. Die Staatsverschuldung wurde auf 60% und die Haushaltdefizite auf 3% des nationalen BIP festgelegt. Seit 2007 ist der Euro DIE Krisenwährung, weil sich nicht einmal Deutschland an die Maastricher-Verträge hielt. Eie Eliten an der Spitze der EU, der EZB und des IWF spielen seit Jahren ein Vabanquespiel. Damit werden das demokratische Defizit und die inneren Bruchlinien der Union offengelegt in so klarer Weise, dass auch der einfache Bürger zu begreifen beginnt, dass die fahrlässige Bewirtschaftung der Schulden durch die Elite-Politiker
    nicht funktioniert und sich jeder um seine Arbeit und Lebensqualität und die Zukunft seiner Kinder berechtigte Sorgen machen muss, auch in Deutschland.

  • Louis De Gamembert sagt:

    Expertenalarm! Diesen Artikel könnte man glatt „putinieren. Immer wenn solche Leute scheinbar alternativlos und stringent, die Wirtschaftswelt erklären, kommt es falsch raus. Die französische Schwarmintelligenz, ist wohl nicht kompatibel zum angelsächsischen Neoliberalismus. Auf dem Boden eines grossen Landes, handeln die Franzosen nach ihrer Lebensart. Beispiel: Dass sie keine überdimmensinierten Autos nach Übersee verkaufen, ist zwar schlecht für’s Geschäft, aber gut für den Planeten. Wenn die Asiaten Leistungs- und/oder Gewichtsbegrenzung einführen, stürzt die D Autoindustrie jäh ab. Wenn die Elektroautamobilität Einzug hält, genauso. (Wir leider auch). Dass Franzosen ihre Menschen leben lassen wollen, ist menschlicher, als der Krieg nach innen, den die Teutonen führen (4,30 Euro/Std. garantierte Altersarmut inbegriffen. 1 Billion ungedeckte Beamtenpensionen. Marode Infrastrukturen, im hohen Mia.-Bereich. etc.). Global gesehen muss man begreiffen, dass wir alle über unsere Verhältnisse leben, seit die Rechnung der Imperialpolitik vorgelegt wurde. Die Warenströme werden (noch) durch Sklavenarbeit befeuert. Die Erde ist rund, endlich und verletzlich. Die akademisierte Wirtschaftslogik wird dann der Milchbüchleinrechnung weichen. Was z.B. auf Grund „Peak Phophor“ auch nicht restlos gesichert ist. Also ignorieren wir Dittli’s Diagrammrausch einfach bis er abgeebt, und von der Aktualität überholt ist.

    • Johnny Smith sagt:

      Sie schreiben über unterschiedliche Ansätze und Mentalitäten in F und D. Sind diese so unterschiedlich, dass es evt. weniger Probleme gäbe ohne EUR (wo dann D und F ihre unterschiedlichen Wege gehen könnten)?

      • Louis De Gamembert sagt:

        Kurzantwort: NEIN. Aber die Zugangsparameter müssen erheblich regelkonformer gehandhabt werden. Stichwort Lobbykontrolle!
        Mittellanger Kommentar:
        Schwierigerweise beherbergen alle Nationen, Menschen mit unterschiedlicher Leistungsbereitschaft. Die (noch) bestehenden deutschen Gene, bewirken eine signifikante Asymetrie bezüglich Exportstärke. Auch in Bereichen die wir nicht sehen wollen. Was insgeheim Bewunderung auslöst, nach aussen aber gescholten wird. D wäre die Königstreuste Nation, so sie denn einen haben könnten/dürften. Bedenkt man das Fehlen von Bodenschätzen, gleichzeitig das intellektuelle Potential, leuchtet die Tüchtigkeit ein. Man muss doch gar nicht frankofil sein, um D-Handelsbilanzüberschuss, als selbstzerstörerische Ausprägung, des angelsächsischen Neoliberalismus zu erkennen. In dem Club giebt es keine Selbstbeschränkung, nur mehr und höher. Abgesehen davon lebt nur das Grosskapital von Zinsen. Der Kleine Mann von Arbeit. Diese Auffassung, vertrete ich parteifern und minimal demütig.

    • Urs Fellmann sagt:

      Und wie, bitteschön, sieht denn die chwarmintelligente Lösung für eine Volkswirtschaft aus, die nach allen Indikatoren in eine nächste Krise trudelt? Wenn De Gamemberts Phrasenrausch verdunstet ist, wird wohl bloss noch die traurige Realität übrig bleiben.

  • Matthias Vogelsanger sagt:

    Wer sucht der findet. Das gilt auch für Krisensymptome in Frankreich. Wäre auch in Deutschland und der Niederlande möglich solche zu finden. Oder in der Schweiz, Stichworte schleichende Deindustrialisierung, Geldmengenüberhang, Immobilienblase, von aussen forcierter Finanzplatzumbau und drohender Konflikt mit der EU. Warum daher das Augenmerk auf Frankreich, insbesondere da der Autor selber gemerkt hat, dass die Eurozone trotz institutioneller Mängel gelernt Krisen effizient zu stabilisieren? Ich vermute, weil es gut ins Raster gängiger Vorurteile passt.

  • Guido Grandt sagt:

    Die Politikerlügen gehen weiter! Europa kann nicht so umgebaut werden, wie es sich die Damen und Herren der Regierungen wünschen. Zu unterschiedlich sind die Mentalitäten, die Anforderungen und Ansprüche, die Wirtschaftsleistungen und Interessen. Verlierer ist immer nur der „kleine Mann“. Der Euro wird crashen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche! Siehe das neue Buch „2018 – Deutschland NACH dem Crash – Was Politiker NICHT erzählen“ (bei Amazon).

  • René R. Meier sagt:

    Diese „Analyse“ schreibt am Problem vorbei. Die EURO-Krise, wie sie akut GR/SPA/ITA/PORT betraf, war/ist eine Verschuldungskrise. Eine Volkswirtschaft kann durch forcierte Staatsausgaben hohe Beschäftigung herbeiführen und sieht dabei oberflächlich gut aus (so geschehen in diesen Ländern). Fremdfinanzierte Staatsausgaben implizierten aber den Aufbau hoher Verschuldung, d.h. in der Phase, wo oberflächlich alles schön aussieht (Beamte haben schöne Autos und viel Ferien) beginnt das Verschuldungsproblem sich aufzubauen. Es ist nicht lange her, dass Spanien für das hohe Wirtschaftswachstum gelobt wurde – wachsende Verschuldung wurde nur in Nebensätzen erwähnt. Darum sind steigende Arbeitslosenzahlen momentan ein gutes Zeichen für die Krisenstaaten; sie bedeuten, dass die Inlandnachfrage stagniert und konsequenterweise Verschuldungsprojektionen sich vom Worst-Case Szenario entfernen. Wie erklären sie sonst, dass ein cleverer Investor über die vergangenen 18 Monate mit Obligationen von GR/SPA/ITA/POR sehr viel verdienen konnte ? Fazit: Die hier präsentierten „Analysen“ reflektieren oft Buchhalterdenken und „Oekonomie“ aus dem Mittelalter. Die reale Welt funktioniert anders.

    • Rene Wetter sagt:

      Spanien ist nicht unbedingt ein gutes Beispiel, das Land erfüllte wie Irland vor der Krise die Verschuldungskriterien (im Gegensatz zu Deutschland). Das Problem ist, die fehlende Diversität der Wirtschaft, ein Grossteil betraf die nun kollabierte Bauwirtschaft die auch die Banken mitriss. Daraus resultierten viele Arbeitslose und was wiederum zu Kosten für den Staat (Bankenrettung, Arbeitslosenunterstützung, Steuerausfällen) führte.
      Auch Frankreich ist nicht ausreichend diversifiziert zuviel Fokus auf Grossfirmen, die eigentlich keine Arbeitsplätze mehr schaffen. Es gibt zuwenige KMUs die nicht nur Zulieferer sind sondern selbständig auf dem Weltmarkt agieren. Man kann die schlechte Aufstellung gut bei der Automobilindustrie sehen: In gewissen Märkte inexistent in der Oberklasse auch fast nicht vorhanden, stark fokussiert auf das Sortiment des kleinen Mannes der nun kein Geld für einen Neuwagen hat.

      • René R. Meier sagt:

        Ja doch, Sie Herr Wetter; wenn von „Verschuldung“ die Rede ist, zählt v.a. die kumulierte Auslandschuld, wie sie nach einer langen Reihe von Jahren mit Ertragsbilanzdefiziten resultiert; Ihr Einwand ist insofern berechtigt, dass Verschuldung (gegenüber dem Ausland) nicht nur beim Staat, sondern auch im Privatsektor (z.Bsp. Banken) anfallen kann. Für Statistiken bezüglich Ertragsbilanzen usw.: http://www.tradingeconomics.com; (gratis und ohne Registrierung).

  • Dani S. sagt:

    Was soll mir der Artikel nun sagen? Dass Deutschland seine Preise/Löhne künstlich tief hält?

    • Anton Schneider sagt:

      Nein, aber das F in der Produktivität mit einem sehr grossen Teil nicht mehr wettbewerbsfähig ist.
      Und wenn 4 von 10 für den Staat arbeiten und die 6 für die 4 den Lohn zählen müssen, dann bleibt netto für F nichts übrig.

      • Josef Marti sagt:

        Arbeite ich auch für den Staat wenn ich als Firma einen grossen Rüstungsauftrag bekomme? Bei dieser kurzsichtigen Sichtweise arbeiten in den USA 8 von 10 für den Staat.

        • Anton Schneider sagt:

          – DIE 4 VON 10 STIMMEN – die 8 von 10 stimmen nicht!
          – ja, wenn sie nur vom Staat Aufräge erhalten, arbeiten sie auch beim Staat
          – und wenn die Industrie nur dank Subventionierung überlebt, dann arbeiten sie auch beim Staat

    • Alex Zatelli sagt:

      Er zeigt, wie typischerweise eine Handvoll Grafiken aussehen, wenn es einem Land wirtschaftlich nicht gut geht.

      Dass es F nicht gut geht, wussten wir vorher, und warum es F nicht gut geht (das ja in der massegblichen Zeit einen bürgerlich-konservativen Sparer und Steuersenker zum Präsidenten hatte) wissen wir jetzt auch nicht.

  • Johnny Smith sagt:

    Auch ich steuere mein Lob zu diesem hervorragenden ‚Frankreich-Artikel‘ bei und für einmal auch Herr Dittli: gute und recht umfassende Auflistung vieler Warnzeichen wie schlecht es in Frankreich mittlerweile wirklich steht.

    Wie steht es um die Analyse der Gründe (Vergangenheitsbetrachtung) und Lösungsvorschläge für die Zukunft? Das wird sicher ein NMTM-Artikel, der dann wieder kontroverser diskutiert wird 🙂

    • Alex Zatelli sagt:

      Frankreich hat kein gesellschaftliches Projekt. Das ist die wichtigste Voraussetzung (vgl Wirtschaftwunder, Japan, Korea, etc.)

      Deutschland hatte eines ab 2000 dank medialem Trommlefeuer: „Sparen“, „Löhne runter“, „Steuern für Gutverdiener und Vermögende senken.“ Nun geht es den Gutverdienenden und Vermögenden glänzend, und der deutsche Hungerlöhner darf sich wenigstens als besserer Euopäer fühlen, wenn er schon wenig verdient und nur billiges Zeug (ausser sein heiliges Blechle) kaufen kann. Und die Deutschen können sich in Europa als präpotente Oberlehrer aufführen (also ihre Lieblingsrolle einnnehmen).

      Das ist doch was!

      • Johnny Smith sagt:

        Wieso so negativ zu Deutschland, Herr Zatelli?

        Ich bin durchaus der Ansicht, dass auch D vieles ‚falsch‘ gemacht hat (wie auch die CH), aber im Vergleich zu Hollande / F steht D erstens blendend da und zwar nicht nur die Vermögenden. Ich wäre lieber ein Tiefverdiener in D als ein Arbeitsloser in eine französischen Slum mit hoher und steigender Gewalt…

        Und zweitens zahlt D (mit ein paar anderen Ländern) in Rettunsschirme für die EUR-Stabilisierung Milliarden ein, welche wohl kaum alle zurückkommen.

        Wenn Frankreich besser dahstehen würde ohne ‚Oberlehrer Deutschland‘ als mit, dann soll F doch auf D verzichten? Naja, so weit geht Hollande dann doch (noch) nicht. Und Sie?

        • Peter E. M. Schudel sagt:

          Naja, Deutschland zahlt einen hohen Preis für seine Billiglöhner. Die Zahl der „Aufstocker“- Arbeiter, welche mit ihrem Lohn nicht leben können und daher zum Sozialamt gehen müssen- ist so hoch wie nie. Über 20% der arbeitenden Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze, weitere 20% schlittern gerade in die Altersarmut und über 20% der Kinder sind dirkekt von Armut betroffen. Geiles Vorbild, Deutschland… Wenn man die Kosten der Sozialhilfe vom BIP abzieht, dann landet Deutschland so ziemlich auf den hintersten Rängen! Der Tenor in Deutschlands Industrie sieht folgendermassen aus: Ich zahle Hundslöhne, € 4.80 pro Stunde, und der Steuerzahler zahlt dann den Rest drauf. Gewinn privatisiert und die Löhne sozialisiert! Ist doch ein geiles Modell. Selbst vor 500 Jahren hat ein Leibeigener mehr verdient, als der durchschnittliche deutsche Arbeiter, denn da waren Kost und Logis, plus ein kleines Taschengeld üblich. Heute hat der „Leibeigene“ zuwenig für Kost und Logis und von Taschengeld kann schon gar keine Rede mehr sein… Deutschland, Deutschland über alles…!!!

        • Alex Zatelli sagt:

          Sie werden keine Normalverdiener aus Dänemark, Holland, Schweiz, Schweden, Österreich etc. finden, der nach Deutschland arbeiten will. Natürlich auch nicht nach Frankreich, Italien oder Grossbritannien. Man kann ökonomisch von den „Big Shitty Countries“ in Europa nicht viel lernen. Leider.

          Und ja, D sollte aus dem Euro raus.

          • Hermann sagt:

            @Zatelli: Bin auch dafür, dass Deutschland aus dem Euro geht. Soll der Rest den Dreck doch allein machen, nicht wahr?

          • Johnny Smith sagt:

            Fair enough, Herr Zatelli, Sie sind zumindest konsequent in Ihren Schlussfolgerungen bezüglich Verzicht auf D als Zahlmeister.

            Natürlich will kaum jemand aus der Schweiz, etc nach D arbeiten gehen. Die Frage war aber, ob ich lieber in F in einem Ghetto arbeitslos bin oder in D wenigstens eine Stelle habe, wenn auch – einvertanden – oft zu tief bezahlt.

            Meine Meinung: D hat vieles falsch gemacht, aber F unter Hollande definitiv fast alles.

  • Dave Hill sagt:

    Ein hervorragender Artikel mit beeindruckenden wie auch erschreckenden Zahlen aber eine Frage habe ich zum Titel: Wieso „Der wahre kranke MANN Europas“?? Es heisst „LA France“

  • Josef Marti sagt:

    Bei F wird immer vergessen, dass die ein grosses Kolonialreich waren und erst jetzt die Folgen dieser nicht mehr vorhandenen Ausbeutungsmöglichkeit spüren; das rent-seeking ist vorbei, es hat sich sogar ins Gegenteil gekehrt, man trägt die Hypothek einer grossen Unterschicht aus dem Maghreb und hat die Entwicklung verschlafen im Gegensatz zu GB wo Maggie die alten Strukturen zerschlagen hat (auch wenn dort der Bogen überspannt wurde). Strukturveränderungen sind bei Franzosen nicht beliebt; siehe auch Situation in Belgien zwischen Wallonen und Flamen.

  • dagobert sagt:

    Und trotzdem ist die Ursache in Deutschland zu suchen:
    Nach dem Mauerfall musste Dutschland für sehr viele Menschen Arbeit schaffen. Zu diesem Zeitpunkt war die Arbeitslosigkeit schon im Westen vergleichsweise hoch. Also wurden die Lohnstückkosten gesenkt (1-Euro Jobs, 400 Euro Jobs, Leiharbeiter, usw.). Das Ganze wurde von der EZB mit tiefen Zinsen begleitet.
    Die anderen Eurostaaten erhöhten ihre Lohnstückkosten dank den günstigen Zinsen.

    • Martin Heidegger sagt:

      Wollen Sie jetzt Deutschland anklagen, weil es die neusten Erkenntnisse der Arbeitsmarktökonomie konsequent umgesetzt hatte? Deutschland kämpfte vor 10-15 Jahren mit riesigen Problemen und hat es geschafft, alle Akteure an den Tisch zu holen und sich aus der Misere rauszuarbeiten. D kann heute erfolgreich global im Wettbewerb bestehen. Die Schuldzuweisung des Club Med sind hanebüchen, weil a) sie ihre Arbeits- und Warenmärkte völlig selbständig überreguliert haben, b) durch Stimmenkäufe ihre Staatsschulden völlig selbständig verursacht haben und c) immer noch weit davon entfernt sind, einen Konsens über das weitere Vorgehen überhaupt erst mal anzudenken.

      Was die Lohndiskussion betrifft: Ja, im Tieflohnsektor sinken die Löhne. Sie waren ja auch viel zu hoch, z.B. 6000.- für ungelernte Hilfsarbeiter. Wenn Sie das nicht ändern, dann machen Inder und Chinesen den Job. Da gibt es nur eine Antwort und die heisst Bildung. Und zwar qualitativ hochwertige Bildung (nicht wie in Griechenenland, das die höchste Akademikerrate Europas hat, aber trotzdem nur Olivenöl auf die Reihe kriegt…)

      • dagobert sagt:

        Ich hatte das wertfrei gemeint.
        Deutschland hat die Lohnstückkosten gesenkt und dadurch die Arbeitslosikeit gesenkt.
        Jetzt müssen die anderen nachziehen und ihre Lohnstückkosten auch wieder auf ein vergleichbares Niveau bringen.
        Deshalb ist es auch gefährlich, wenn die SP einen Mindestlohn von 22 Fr./h möchte, was dann mehr als doppelt so hoch wäre wie ein angestrebter Mindestlohn in Deutschland.

        • Martin Heidegger sagt:

          Einverstanden, was die SP fordert kann ein regelrechter Jobkiller sein. Zum vorherigen Thema: Vielleicht liegt die Ursache noch weiter weg, Europa steht auch mit Ländern wir Indien und China im Wettbewerb. Sich für ein protektionistisches Europa stark zu machen, das war nie Deutschlands Thema…

        • K.A. Barett sagt:

          Wir alle müssen uns einfach mit dem Gedanken vertraut machen, dass die gemütlichen Zeiten längst vorbei sind. Deutschland wird von den wenig Leistungswilligen und/oder Leistungsfähigen einfach in Bauch und Bogen als „knallharter Profiteur“ verunglimpft. Knallhart sind sie, die Deutschen. Aber ist das falsch? Wohl kaum. Im Ergebnis ist die deutsche Volkswirtschaft überdurchschnittlich kompetitiv, deren Indsutrieprodukte weltweit begehrt. Nur eine so gelagerte Strategie führt zum Erfolg. In übrigen Europa hängt man noch immer sozialen Träumen nach, vom Staat garantiert. Die Illusion wird seit Jahren mit dem nicht nachhaltigen instrument der Verschuldung aufrecht erhalten. Das Erwachen wird unangenehm sein. Man kann diese Dinge nicht gesundbeten. Es geht um die Erstellung von konkurrenzfähigen Marktleistungen. Alles andere interessiert keine Sau. Auch wir selbst interessieren uns dann, wenn wir das eigene Geld aus dem eigenen Portemonnaie für ein Produkt ausgeben müssen, nur für den Gegenwert, den wir für unser Geld bekommen. Wir müssen einfach zu akzeptieren lernen, dass dieses Prinzip auch bei den Löhnen und Gehältern nicht ausgehebelt werden kann. Wenn ich nicht viel kann und weiss, ist niemand bereit, mir für dieses Nichtkönnen und Nichtwissen viel zu bezahlen. Nichtwisser und Nichtkönner sind zu viele auf dem Markt. Ihr Marktpreis wird weiter sinken. Das ist die bittere Wahrheit. irgend einmal müssen auch die Franzzosen lernen, dass von nichts nichts kommt.

          • Nadine Binsberger sagt:

            @Barett 17:33: „…lernen, dass von Nichts Nichts kommt…“ Das täte den Schweizern aber auch mal gut. Wir produzieren ja praktisch nichts mehr ausser heisse Luft (aus den Computern und anderen Elektronischen Geräten).

        • @dagobert 15:14: Das ist aber nicht sehr konsequent. Irgendwann sind wir bei 0.- Lohn. Ich bin dafür, dass wir auf dieses langwierige Runterschaukeln der Lohnkosten verzichten und gleich sofort von Anfang an alle gratis arbeiten. Das treibt unsere Wettbewerbsfähigkeit radikal in die Höhe und unsere Konkurrenz kann nur gleichziehen, uns aber nicht überholen. Ausser sie zahlt den Konsumenten noch was fürs Konsumieren. Aber soweit, wirds wohl nicht gehen. Damit wir selber auch ohne Einkommen konsumieren können, produzieren wir einfach ein bisschen mehr, sodass es nicht nur für die Kunden reicht sondern auch für uns selber. So können wir uns auch ohne Lohn mit den Gütern des täglichen Bedarfs versorgen. Die Konkurrenz wird gezwungen, ebenfalls keine Löhne mehr zu zahlen. Damit werden alle Produkte nichts mehr kosten (denn alle Kosten sind Löhne, ohne Ausnahme). Auf diese Weise wird sich der Wohlstand radikal verbreiten, denn plötzlich können sich alle alles leisten, da es kein Geld mehr für nichts braucht. Geld gäbe es nur noch im Museum.

          • Ueli sagt:

            Wie nicht anders zu erwarten – kommen heute die besten Lösungen von Frauen. Dem männlichen „Held der Arbeit“ fehlt dazu die Gehirnkapazität.

      • Ueli sagt:

        @Martin Heidegger
        Schon Ihr Benutzername spricht Bände Herr Heidegger! Ihr grosser Namensvetter wäre stolz auf Sie.
        Auf „Bildzeitungsniveau“ wird hier eine allzu billige Polemik mit rassistischem Unterton betrieben. Der grösste Sozialkahlschlag in der Geschichte der Bundesrepublik wird von Ihnen also als Meisterleistung der damaligen Rot/Grünen-Regierung bejubelt. Im Deutschen Bundestag mussten unsere „Pseudosozialisten“ natürlich keinen Widerstand befürchten, da die Agenda von der CDU wie der FDP unterstützt wurde. Mit der Agenda 2010 leitete dies ganz grosse Koalition die bislang grösste und erfolgreichste Offensive gegen die kümmerlichen zivilisatorischen Mindeststandards ein, die dem bundesrepublikanischen Kapitalismus in den Nachkriegsjahrzehnten mühsam abgetrotzt werden konnten. Ausgebrütet hinter verschlossenen Türen von Kapitallobbygruppen wie der Bertelsmannstiftung und Unternehmensberatern wie McKinsey, die im öffentlichen Diskurs beständig als „unabhängige Experten“ firmierten, zielten die Reformen letztendlich auf die Unterwerfung aller Lebensbereiche unter eine betriebswirtschaftliche Logik. Die Wirtschaft ging daran, die Gesellschaft bewusst nach ihrem Ebenbild umzuformen. Die Bundesrepublik sollte wie ein Unternehmen geführt, zur „Deutschland-AG“ zugerichtet werden. Alle Gesellschaftssphären – von der Bildung, über die Krankenversorgung, das Rentensystem, den Sozialstaat bis zur Familienpolitik – wurden einem gnadenlosen Kosten-Nutzen-Kalkül unterworfen. Ein totalitäter Ökonomismus strebte die Eliminierung aller als Kostenfaktoren identifizierten Bereiche und Strukturen an, die die fetischisierte Wettbewerbsfähigkeit des „Wirtschaftstandortes Deutschland“ zu unterminieren schienen. In einer flankierenden jahrenlangen Pressekampagne überbot sich die Presse in der Identifizierung „verkrusteter Strukturen“ und uneinsichtiger „Besitzstandswahrer“. Mit der Agenda 2010 wurde insbesondere die zügellose Hetze gegen Arbeitslose in den Massenmedien forciert.

        • Martin Heidegger sagt:

          Lieber Ueli. MIt Interesse habe ich ihr – durch’s Band weg polemischen – Beiträge gelesen. Ausser Schlagworten ist da nicht viel Substanz dran. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie Begriffe wie Preismechanismus und Gleichgewichtslohn nicht verstehen, bzw. auch die dazugehörigen Funktion nicht darstellen können. Dies ist ein Wirtschaftsblog, keine Blog für Verschwörungstheoretiker und Sozialismusromantiker. Übrigens: Sowas wie Neoliberalismus gibt es in der Ökonomie nicht. Man spricht hier von neo-klassischen Ansätzen.
          Ob es Ihnen passt oder nicht: Für überrissene Transfersysteme ist halt kein Platz mehr. Schon gar nicht für Rent-Seeker-Träume wie „Bedingungsloses Grundeinkommen“. Die Chinesen lachen sich tot….

          • Ueli sagt:

            Lieber Herr Heidegger. Übrigens würde ich im Jahre 2013 nicht mehr allzu sehr mit Begriffen wie „Preismechanismus“ und „Gleichgewichtslohn“ angeben. Es sind nämlich schon ein paar Menschen dahinter gekommen, dass die Terminologie der offiziellen Linie der „Ökonomie“ mehr Ideologie und heisse Luft enthält als die kommunistische Zeitung „Prawda“ in ihren besten Tagen.

          • Ueli sagt:

            Lieber Herr Heidegger. Ich würde Ihnen jetzt noch gerne eine kleine Lektion hinsichtlich der neoklassischen Standardtheorie erteilen – falls Sie gestatten.
            Wenn Sie die Arbeits-Angebotsfunktion betrachten können Sie leicht feststellen, dass die neoklassische Idealkurve einige sehr restriktive Annahmen enthält. So wird im Prinzip unterstellt, dass die Arbeiter-Haushalte Arbeit nicht anbieten, weil sie notwendig darauf angewiesen sind, sondern weil sie Arbeit ab einem bestimmten Lohnniveau einfach der Freizeit vorziehen. Ein Arbeitnehmer im unteren Lohnbereich wird aber sein Arbeitsangebot ausweiten statt einschränken ab einem bestimmten Punkt, denn sonst gerät er in offene Existenznot. „Freizeit“ ist für „working poor“ eben ein delikates Gut, denn wer sehr wenig Geld für seine Arbeit bekommt, muss mehr Freizeit opfern um nicht in existentielle Nöte zu kommen. Umgekehrt kann ab einem bestimmten Lohn im obersten Bereich die Lust, noch mehr Freizeit für noch mehr Geld zu opfern, rapide abnehmen.
            Die Arbeits-Nachfragefunktion der Neoklassik ist ganz besonders zu kritisieren. Entsprechend der neoklassischen Modell-Annahme muss eigentlich der Preis der Arbeit fallen, damit neue Anreize für Unternehmen bestehen, Arbeitsplätze zu schaffen (also den Produktionsfaktor „Kapital“ durch „Arbeit“ zu ersetzen). Deshalb gerät ja das allgemeine Lohnniveau beständig unter Druck und es werden niedrigere Löhne gefordert. Um eine solche Aussage treffen zu können, müssen Neoklassiker eine „aggregierte Produktionsfunktion“ konstruieren, denn die Arbeits-Nachfragefunktion muss mit der Kapital-Nachfragefunktion ins Verhältnis gesetzt werden. Hierzu muss man wissen, dass „Produktionsfunktionen“ normalerweise technische (also nicht preisförmige!) Beziehungen mikroökonomischer Natur darstellen, nämlich den Einsatz von Input-Gütern („Produktionsmitteln“) zur stofflich möglichst effizienten Produktion des Output.

          • Ueli sagt:

            Die Input-Güter werden hierbei nicht monetär bewertet, es handelt sich um rein technisch-gebrauchswertförmige Relationen, z.B. Einsatz von Mehl, Salz, Wasser und Hefe zur Produktion von Brot. Zur Behandlung makroökonomischer Fragen konstruiert die Neoklassik nun eine aggregierte Produktionsfunktion, welche das Nettoinlandsprodukt aus der Kombination der Inputfaktoren Kapital und Arbeit ausdrückt. Sie formuliert somit das Einsatzverhältnis von Kapital und Arbeit der gesamten Wirtschaft, das Produktionsvolumen sowie die Verteilung (zwischen Kapital und Arbeit). Sie funktioniert vollkommen analog zu mikroökonomischen Produktionsfunktionen, obwohl sie nun vor der Schwierigkeit steht, die heterogenen Güter auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen (sonst müssten Mehl, Werkbänke, Rohöl etc. addiert werden zu einem physisch homogenen „Brei“) Dieser naive Schluss von der mikroökonomischen (produktionstechnischen, disaggregierten) Ebene auf die makroökonomische (preisförmig-aggregierte) erweist sich als fatal.

          • Linus Huber sagt:

            @ Ueli

            Mit Interesse habe ich Ihre Analyse zur Arbeitsangebotsfunktion gelesen. Ich will hier nicht darauf eingehen, sondern einen Aspekt ansprechen, welcher den Ersatz von Arbeit durch Kapital foerdert und was von den Kuenstlern der Manipulation wohl nicht wirklich erkannt wird.

            Wenn eine absichtliche Tiefzinspolitik betrieben wird, lohnt es sich zunehmens, Arbeit durch Kapital zu ersetzen. Diese laeuft in vielen Produktionsprozessen aber wohl auch schrittweise im Dienstleistungsbereich verstaerkt ab. Ich will hiermit einfach darauf aufmerksam machen, dass die laengerfristigen Auswirkungen tiefer Zinsen (und damit inflationaerer Geldpolitik) aufgrund der marktverzerrenden Wirkung nicht annaehernd in seiner Gesamtheit erkannt wird von den Zentralbanken, welche sich dafuer verantwortlich zeichnen.

          • Ueli sagt:

            @Martin Heidegger
            „Ein bischen aus Wikipedia fialisiert“ – ist Ihre Antwort und Sie werfen mir vor, dass ich ein „Verschwörungstheoretiker und Sozialismusromantiker“ sei, der weder die ökonomische Terminologie kennt, noch an einem wissenschaftlichen Disput interessiert ist.
            1. Gibt es das Wort „fialisiert“ im Deutschen nicht. 2. Ich habe Ihnen eine präzise Analyse geliefert, welche die Schwachstellen der neoklassischen Theorie aufzeigt, welche nicht aus der Wikipedia stammt. Und selbst wenn dies der Fall wäre – hätte ich kein Problem damit.
            Sie sind offenbar einer Diskussion auf diesem Level schlicht nicht gewachsen.

          • Ueli sagt:

            @Linus Huber
            Der springende Punkt wieso die neoklassische Kapitaltheorie schiffbruch erleidet wurde interessanterweise von den „Neoklassikern“ (Straffa, Robinson, Wicksell, Samuelson, Levhari) bei ihren verzweifelten Rettungsversuchen selber aufgezeigt.
            Der simple neoklassische Determinismus (Löhne runter, Beschäftigung rauf und umgekehrt) erweist sich als absolut abstruser Sonderfall, der nur in einer geldlosen Ein-Gut-Welt der Regelfall ist.
            Das Problem ist folgendes:
            Um die Profitrate bezw. Kapitalverzinsung zu bestimmen müssen die heterogenen Güter, die den „Produktionsfaktor Kapital“ in seiner Gänze bilden aggregiert werden, denn sonst ist ein EINHEITLICHER MASSSTAB zur Bewertung der Kapitalgüter nicht konstruierbar. Das Kapital muss also preisförmig bewertet werden und dies UNABHÄNGIG VOM ZINS, da das preisförmig bewertete Kapital ja die GRUNDLAGE zur Bestimmung des Zinses liefern soll.
            Hier nun beisst sich die Katze in den Schwanz und das Problem wird unlösbar, denn der Wert des Kapitalstocks hängt von der Höhe des Zinssatzes ab und umgekehrt.
            Die technische Grenzproduktivität kann also in der Welt der Preise keine Aussagen mehr treffen, denn hier treten Wechselwirkungen auf, die der Natur der Preisform (die hier in Anspruch genommen werden muss) selbst entspringen. Zins und Kapitalstock sind aber bei preisförmiger Bewertung keine kausal aufeinander beziehbare Grössen wie in der Weizenwelt, sondern sich wechselseitig bedingende und voraussetzende Grössen.
            Rein praktisch bedeutet dies, dass z.B. eine Veränderung des Lohnniveaus nicht mehr der simplen, neoklassischen Kurvenform folgen muss, sondern ganz andere Effekte eintreten können. Da die unterschiedlichen Branchen nämlich unterschiedlich kapitalintensiv arbeiten, hat ein veränderter Lohn unterschiedliche Auswirkungen auf die unterschiedlichen Produktionsbereiche. Arbeitsintensive Bereiche sind anders betroffen als kapitalintensive. Es bildet sich bei der Lohnänderung also ein neues, relatives Preissystem heraus und somit ein neues Gleichgewicht. Dieses neue Gleichgewicht impliziert dann auch eine neue Bewertung der Kapitalgüter, eine neue Technikwahl und ein neues Beschäftigungsniveau. Diese neue Situation bedingt aber im Fortgang des Produktionsprozesses eine erneute Veränderung des Preissystems, die ein neues Gleichgewicht mit neuen Preisen, neuem Beschäftigungsvolumen, neuer Technikwahl impliziert.
            Letztlich lief auch Samulsons Rettungsversuch der neoklassischen Kapitaltheorie ins Leere:
            Er konstruierte eine „Surrogat-Produktionsfunktion“ mit einheitlicher Kapitalintensität in allen Branchen. Unter dieser Voraussetzung gilt natürlich die neoklassische Kapitaltheorie, denn dann sind gerad die Effekte, welche eine Verflechtung unterschiedlich kapitalintensiver Branchen nach sich zieht, per definitionem ausgeschlossen.
            Das Desaster der Neoklassiker wurde noch grösser, als Samuelsons Schüler Lehari versuchte, die Effekte der Technikwahl im Sinne der Neoklassik zu „entschärfen“, denn hier erwuchs ein weiteres Problem für den neoklassischen Lohn-Zins-Zusammenhang. Levharis „Beweis“ erwies sich als komplett falsch und wurde dann von diesem frustriert zurückgezogen.
            Zusammengefasst: Werden Kapitalgüter und Endprodukte in Preisen berechnet, kann die beschäftigungsintensive Zielrichtung einer Lohnveränderung in einer Welt mit beliebig vielen Kapitalgütern, unterschiedlicher Kapitalintensität der Branchen und intersektoreller Verflechtung nicht angegeben werden.

          • Linus Huber sagt:

            @ Ueli

            Danke fuer die ausfuehrliche Antwort.

            Mein ueber Jahre erarbeitetes gedankliches Geruest der Zusammenhaenge monetaerer Manipulation beruht auf rein deduktiver Basis und versucht die Verhaltensveraenderung der Akteure im System als wichtigsten Faktor zu beruecksichtigen.

            Es ist durchwegs angemessen die Ansicht zu vertreten, dass die von Ihnen erwaehnte technische Grenzproduktivitaet durch Zinspolitik beeinflusst werden kann, jedoch handelt es sich um eine langfristig betrachtet nicht nachhaltige Entwicklung, wenn die Manipulation immer in die gleiche Richtung ablaeuft (dauernde Geldentwertung). Oder in anderen Worten ausgedrueckt, natuerlich kann die Arbeitslosenquote durch inflationaere Geldpolitik reduziert werden, jedoch veraendern sich verschiedene wirtschaftliche Faktoren in einer Art und Weise, dass diese Manipulation laengerfristig betrachtet sich als eine Sackgasse entpuppt, da die Reflexivitaet nicht wirklich erkannt, geschweige denn genuegend beruecksichtigt, werden kann.

            Praktisch betrachtet kann man Arbeitslosigkeit mit der Tiefzinsgeldpolitik normalerweise kurzfristig bekaempfen (bis man am Ende der Sackgasse angekommen ist), wobei sich dies langfristig betrachtet jedoch negativ auf die Arbeitslosenquote auswirken duerfte, da dem System die Funktion des Kreises (Nachhaltigkeit) entzogen wird bei Dauermanipulation einzig in eine Richtung, naemlich Richtung Geldentwertung.

        • George Aengenheister sagt:

          @Ueli und Heidegger: War gestern kurz in DE/Mannheim. Rückweg mit Autostopper: 30 Jahre alt, Studierter Musik-Wissenschafter, fünf Jahre als Dachdecker gejobbt für tausend Euro Lohn, fünf Euro in der Tasche, athletisch gebaut, bestaussehend, agil im Geist und gebildet mit tiptoppem Charakter. Fünftausend Euro Bafög Schulden. Ersparnisse null, Potential zum Sparen null. Eigentlich ein Traumschwiegersohn aber ohne Zukunftsperspektiven und mit 30 ist der Zug für Erfolg schon abgefahren. Wie soll das mit Frau und Kind werden? Wohl besser gar nicht. Geburtenrate DE 1.2, aussterbend. Arbeiter aus Polen warten schon und decken die Dächer auch für 500 Euro, Baubaracken-Siechtum.
          Soll das ein Vorbild sein für eine gerechte soziale Gesellschaft? Nein, es ist einfach falsch und ungerecht und führt gesellschaftlich direkt in den Untergang. Der Arbeitsmarkt funktioniert gleich wie das Spiel mit der Musik und den fehlenden Sitzplätzen: Für den Nachwuchs sind keine Stühle frei und die Alten kleben frustriert an ihren Sesseln. So sieht die Moderne aus. Schöne neue Welt, brav überwacht. Freigeister werden im Klo entsorgt, ausser sie entstammen familiärem Reichtum. Dann werden sie Sammler abstrakter Kunst, Preis egal, teuer. Seien wir doch ehrlich: Der normale junge Mensch ohne eine Vorteilsposition leidet und leidet und geht Aldi-shoppen, gezwungenermassen. Aus der Tierschlachtfabrik in Dänemark: 25’ooo Schweine verarbeitet pro Tag, Hormon-Wachstum gepumpt und Mensch geht nach Verzehr (geschmacklos) auf wie ein Ofenküchlein. Wo soll das denn noch enden? In Wachstum und Effizienzsteigerung? Die Rechte fühlt sich schuldlos und die Linke füllt sich heimlich ihre Taschen und lenkt mit Palaver ab.

          • @Aengenheister 9:39: Ihrer Analyse stimme ich zu. Die Situation ist alles andere als nachhaltig und die Politik ist unfähig, die Probleme richtig anzupacken. Aber: ich vermisse Ihre Lösungsvorschläge. Meine Vorschläge zielen Richtung Überwindung von Markt und Kapitalismus und Einführung von bedarfsorientierter Wirtschaftsdemokratie. Jetzt möchte ich hier aber keinen Werbespot platzieren, sondern ernsthaft erfahren, wie es Ihrer Ansicht nach anders laufen sollte.

          • Linus Huber sagt:

            Abschaffung von Markt?

            Wir selber sind der Markt. Wir kaufen und verkaufen Gueter und Dienstleistungen. Das ist der natuerlichste Vorgang im Leben eines Menschen. Fast niemand kann 100%ige Unabhaengigkeit von seinen Mitmenschen erlangen und dies ist auch nicht erwuenscht.

            Sie erkennen nicht den Kern des Problems. Das Problem ist zwar heute akut, jedoch hat es sich ueber Jahrzehnte aufgebaut, womit wirkliche Loesungen schrittweise ausgeschaltet werden, da sie schmerzen. Die vergangenen fehlerhaften Entscheide mussten zu dieser Systemkrise fuehren, da man glaubte, man koenne die Wirtschaft zentralplanerisch steuern. Die Entscheidungstraeger wollen diese Tatsache natuerlich nicht zugeben und reden dauernd um den heissen Brei herum.

            Die gegenwaertig groesste Gefahr liegt darin, dass die gegenwaertige Elite selbst einen Weltkrieg in Kauf nehmen mag, um ihre Macht zu erhalten. Die enormen Anstrengungen den Status Quo zu verteidigen, deuten auf die Bereitschaft dieser machtgeilen, unreifen Persoenlichkeiten selbst solche Ueberlegungen zu pflegen.

            Ebenfalls besteht eine Gefahr fuer die demokratischen Werte, da sich Notstandsituationen entwickeln duerften, in welchen nur 2 miserable Loesungen zur Verfuegung stehen werden.

            Es bestehen gewisse menschliche Prinzipien, welche uns vom Tier unterscheiden. Diese beruhen auf einer gut funktionierenden Rechtsstaatlichkeit und trotz Krise und trotz moeglichen negativen Auswirkungen muss man diese Prinzipien hochhalten. Jedoch wird gerade diese Grundhaltung immer staerker hinterfragt und die Verletzung von Rechtsstaatlichkeit aus Effizienzgruenden verhandelbar gemacht. Damit faellt ein weiterer Pfeiler der Werte, welche unsere Gesellschaft erfolgreich machte und welche unabdingbar sind in einer echten Demokratie.

          • @Huber 11:39: Die Gattung Homo gibt es nach unseren Erkenntnissen seit 200’000 Jahren. Marktwirtschaft existiert seit frühestens 6000 Jahren, und auch damals noch ganz lange nicht als generelles Prinzip menschlichen Verhaltens. Sie ist also alles andere als natürlich, sondern kulturell bedingt. Die Überwindung der Marktwirtschaft bedeutet übrigens nicht ein Rückfall in Zeiten von vor 6000 Jahren. Der Mensch hat sein Wissen und seinen Fortschritt aus Neugier und Experimentierfreudigkeit entwickelt, nicht aus Gier nach Geld. Die Marktwirtschaft hat unsere Entwicklung nicht gefördert sondern im Gegenteil gebremst! Konkurrenz und Patente sind ein destruktive, spaltende und vereinsamende Prinzipien. Kreativ sind sie lediglich bei der Entwicklung von Profit treibenden Betrügereien und Gemeinheiten. Während Kooperation und Open-Source hingegen dazu führen, dass die aktuellsten Erkenntnisse sofort allen Entwicklern zur Verfügung stehen und für die Weiterentwicklung frei verwendet werden können. Ohne die Marktwirtschaft hätten wir uns exponentiell viel schneller, weiter und besser entwickelt. Aber mit dem Bremsklotz Marktwirtschaft sind wir nicht nur langsamer, sondern auch noch in einer Sackgasse gelandet (z.B. fossile und nukleare Energien als Grundlagen, aber auch Abhängigkeit von stetigem Wachstum).

          • Linus Huber sagt:

            @ Nadine

            Ich sende Ihnen gerne einen kleinen Aufsatz, welchen Sie evtl. editieren moegen, um meine Darstellung der Dinge Ihnen naeher zu bringen, da dieser Blog den Rahmen einer vertieften Analyse sprengen wuerde. Meine email: linushuber@hotmail.com

          • Ueli sagt:

            @George Aengenheister

            Wie freilich die Beherrschten die Moral, die ihnen von den Herrschenden kam, stets ernster nahmen als diese selbst, verfallen heute die betrogenen Massen mehr noch als die Erfolgreichen dem Mythos des Erfolgs. Sie haben ihre Wünsche. Unbeirrbar bestehen sie auf der Ideologie, durch die man sie versklavt.

          • George Aengenheister sagt:

            @Nadine: Leider gibt es keine Lösung. Das Marktgeschehen findet in unseren Köpfen jetzt statt und unsere Analyse der Thematik ist zu stark auf die Gegenwart ausgerichtet. Aber der Markt besteht aus Verträgen die lange zurück, teils Jahrhunderte, mittels garantiertem Eigentumsrecht zementiert worden sind. Als Beispiel: Wieso ist der längst amortisierte Wohnblock von Anfang 1960 nicht fast gratis? Richtig, letztes Jahr zum dreizehnten Mal verkauft und Herr und Frau Mittellos rumpeln einen Drittel ihres Einkommens für die alte Fünfzentimetergipswändlialtwohnung. Der Markt ist ausser Rand und Band weil er aus zu vielen miesen Verträgen aufgebaut ist, die uns noch lange in die Zukunft belasten werden, dem garantierten Eigentumsrecht sei Dank. Das anfangs 1980 eingeführte Pensionskassen-Obligatorium hat der Ungerechtigkeit den Triumpf ermöglicht: Lebenslanger Reichtum und Arbeitssicherheit für öffentliches Personal auf Kosten der kommenden Generationen, die der Effizienz geopfert werden, es sei denn, sie sind so schlau, um durch Gymi und Uni an die fetten Fresstöpfe zu kommen. Die Preisfindung im liberalen Markt bedingt jedoch gleich lange Spiesse, damit jede Partei einen miesen Deal ablehnen kann. Mit fünf Euro in der Tasche lassen sich keine guten Deals aushandeln ausser Hotel Mama ist wiedermal zur Stelle. Seit dreissig Jahren, bei meinem Autostopper. Tut mir leid, Nadine, ich sehe schwarz, ausser wir ändern das Erbrecht vollständig zu Gunsten eines gemeinschaftlichen Eigentumsrecht. Da sehe ich auch schwarz trink ein Bier.

          • Anh Toan sagt:

            @George Aengenheister: „studierte Musikwissenschaftler“ würde ich für gar nichts anstellen, nicht mal zum Musik machen.

          • @Anh Toan sagt:

            Lieber Anh Toan, Du stänkerst ungerechtfertigerweise. Der Kerl hatte echt Grips und Muckis. Und deckt lieber Dächer als sinnlos zu musizieren. Aber er tat mir leid, weil er sich echt anstrengt für fast keinen Erfolg. Sowas ist echt schlecht fürs Gemüt, wenn es jahrelang so läuft. Und nicht fair. Ich werde mich um einen Job für ihn in der Schweiz bemühen.

          • George Aengenheister sagt:

            @Ueli: Schön in der Schreibe und 100 Prozent akkurat.

          • Linus Huber sagt:

            @ Ueli

            Durch all die Irrlehren und Ablenkungsmanoever ist die Bevoelkerung verwirrt und erstarrt beim Gedanken, dass die intuitiv gefuehlte Verletzung der Nachhaltigkeit sich auf ihr Wohlbefinden auswirken koennte. Jeder noch so dubiose Vorschlag einer offensichtlich ohne erfolgspotential ausgeruesteten Manipulation wird in verzweifelter Hoffnung als eine Loesung gefeiert.

          • Linus Huber sagt:

            Junge, Du musst Dich entscheiden, entweder ein Kind oder einen Porsche in der Garage.

            Solche Worte sind ein gutes Beispiel nicht durchdachter Systeme, welche der durch die Reflexivitaet langsam veraenderten Verhaltensweise der langfristigen Nachhaltigkeit entbeeren.

          • Hugo Kortschak sagt:

            Vor einigen Jahren hatte ich auch einen Autostopper, ca. 30 kommt ebenfalls hin. Hat was mit Politik studiert, schwärmte vom Handel mit Klimaverschmutzungszertifikaten. Warum er nicht den Zug für die Reise nach Mailand nähme, wenn er sich so fürs Klima einsetze? fragte ich ihn. Aber nein, mit dem Zug, das kommt überhaupt nicht in Frage. Danach tiefes Schweigen meinerseits und ein Aussteigen seinerseits an der nächsten Autobahnraststätte – irgendwo zwischen Walensee und Chur.

      • Ueli sagt:

        @Martin Heidegger
        Die Agenda 2010 mitsamt den Hartz-Arbeitsgesetzen zielte auf die Absenkung des Preises der Ware Arbeitskraft, die Verschärfung des Arbeitsregimes, die umfassende Prekarisierung des Arbeitslebens sowie die Entrechtung und Entmachtung der Lohnabhängigen in Deutschland. Es ist kein Zufall, dass der damals in der Bundesrepublik umgesetzte Demokratie- und Sozialabbau dem heutzutage in Südeuropa durchgepeitschten Sparterror zum Verwechseln ähnelt. Die Enteignung und Entrechtung der Lohnabhängigen vollzog sich unter anderem durch die Senkung der öffentlich als „Lohnnebenkosten“ bezeichneten Einkommensteile, durch massive Leistungskürzungen in der Krankenversicherung, die Aushöhlung des Rentensystems oder die berüchtigten „Lockerungen“ des Kündigungsschutzes, die den massiven Ausbau von Leiharbeit in einem Niedriglohnsektor beförderten. 24 Prozent aller Lohnabhängigen in Deutschland arbeiten für einen Hungerlohn, im EU-Durchschnitt sind es „nur“ 17 Prozent. Flankiert wurden diese Massnahmen durch eine Steuerpolitik die enorme Steuererleichterung für Konzerne und Reiche mit einer drastischen Erhöhung der Konsumsteuern kombinierte. Den repressiven Kern der Agenda 2010 bilden aber die Hartz-Arbeitsgesetze, die konsequenterweise von dem VW-Kapitalfunktionär Peter Hartz in Kooperation mit der Unternehmensberatung McKinsey ausgebrütet worden sind. Vermittelst der Verschäftung der Zumutbarkeitsregeln und der Drohung mit Leistungsentzug konnten die Arbeitsagenturen dem extrem aubeuterischen Niedriglohnsektor genügend Menschenmaterial zuführen, dass dort bis zur totalen Erschöpfung verheizt wird. Und selbstverständlich schlugen sich diese Massnahmen auch in einem gigantischen Lohnkahlschlag in der Bundesrepublik nieder. Somit lag trotz kurzer Aufschwungphasen in der angeblich boomenden Deuschland-AG der Durchschnittslohn im dritten Quartal 2011 um 5.5% unter dem Wert vom ersten Quartal 1991.

        • Linus Huber sagt:

          Genau, dies zeigt die vergangene Instandsetzung nicht nachhaltiger Programme perfekt auf.

          Sie glauben die Firmen (allen voran die Grossfirmen) haetten dabei profitiert und sie liegen damit richtig. Jedoch haengt ein Grossteil ihrer Pension mit diesem System der Bereicherung durch diese Firmen in einem Zusammenhang. Werden diese Firmen nun schrittweise durch entsprechende Massnahmen enteignet, werden Sie dies persoenlich in den reduzierten Leistungen ihrer Pension spueren.

          Verstehen Sie mich nicht falsch hier, ich befuerworte keinesfalls die Regeln, welche diese Grossfirmen die Moeglichkeiten bieten, sich unsozial zu verhalten, im Gegenteil, die Ueberregulation bevorteilt genau diese Firmen und kreiert oft eine Art Monopol. Dies basiert jedoch hauptsaechlich auf der Tatsache, dass wir glauben, jeden Scheisskuebel und jede Gurke regulieren zu muessen, was diese Firmen eben wie gesagt zu ihrem Vorteil ausnuetzen, da sie durch ihre finanziellen Mittel die Regulierung zu ihren Gunsten beeinflussen koennen. Es braucht weniger und dafuer viel griffigere Regeln, was die Verwaltungsarbeit und legalistischen Kosten reduziert und keine speziellen Schlupfloecher und wettbewerbsverzerrenden Moeglichkeiten offerieren.

        • Martin Heidegger sagt:

          Lieber Ueli. Angenommen Sie würden die Schwerkraft als „ungerecht“ empfinden, so gäbe es doch keine MIttel dagegen (wenigstens vorläufig nicht). Ich möchte nicht lehrerhaft wirken, ABER: Versuchen Sie doch bitte erst zu verstehen WIE solche Mechanismen funktionieren. Beispiel: Wissen Sie, weshalb im Kt. Schaffhausen die Abstimmungsbeteiligung jeweils deutlich höher ist als in sämtlichen anderen Kantonen (in der Regel >80%!!!)? Weil dort Stimmzwang herrscht und Sie eine 5.- Busse erhalten, falls Sie nicht abstimmen. Sie sehen also: Sogar ein Anreiz von lumpigen 5.- funktioniert. Ebenso funktionieren Gleichgewichtslohn und Preismechanismus, dafür gibt es wohl Millionen von überprüfbaren Beispielen. Ich diskutiere mit Ihnen gerne faktenbasiert, Phrasendrescherei und Worthülsen bin ich aber nicht zugänglich.

  • Lord Henry sagt:

    Nun ja, der Sozialismus kann einen eine gewisse Zeit belügen, der sogenannte Kapitalismus oder der Markt sagt Ihnen immer die
    Wahrheit. Aber die Leute lassen sich lieber von einer angenehmen Lüge überzeugen als von einer unangenehmen Wahrheit.
    Der Hütchenspieler Draghi macht seine Sache anscheinend so unglaublich gut, daß alle noch an die Lüge glauben möchten…….Ich hätte 2008 niemals gedacht, daß sich das System trotz aller Vertragsbrüche noch so lange hält.

  • Mike sagt:

    Herzlichen Dank für die immer sehr spannenden Blog-Einträge und Referenzierungen.
    Freundliche Grüsse, Mike

  • Remo Spaini sagt:

    Ich war letztes Jahr mit dem Auto in Frankreich in den Ferien. Das Fahrzeug hatte nach ein paar Tagen ein Problem. Ich fuhr von Garage zu Garage. Niemand wollte das Auto reparieren: Keine Zeit, erst nächste Woche, ich bin alleine,Ende Monat, mit dem Auto ist alles in Ordnung, der Autoelektriker ist nicht da…..
    Erst nach dem x-ten Versuch wurde der Schaden behoben. Ich war erstaunt, dass man in einem Land mit damals gegen 10% Arbeitslosen erst nach über einer Woche jemanden findet, der ein Auto repariert.
    Wahrscheinlich sind die Bedingungen für Arbeitgeber und/oder Arbeitnehmer in Frankreich derart unattraktiv, dass niemand jemanden anstellen oder angestellt werden will.
    Wenn ich mit Franzosen über die wirtschaftliche Situation sprach, empfanden diese die Situation ihres Landes als positiv. Ich hatte das Gefühl, dass Frankreich vor dem Abgrund steht.
    Der spannende Artikel von Mark Dittli zeigt, dass Frankreich tatsächlich riesige Probleme hat.
    Remo Spaini

    • R. Merten sagt:

      so ist es genau, Hr. Spaini. Mich wunderts nicht, dass Frankreich am Abgrund steht. Nur die Sozialisten finden das noch toll!!

      • Ueli sagt:

        So ein einfaches Weltbild mit einem klar definierten Feind ist doch schon was feines.
        „Denken“ wird zu einem Kinderspiel – denn die Antwort auf fast alle Probleme dieser Welt – hat man sofort bei der Hand.
        „Der Feind“ ist übermächtig und sitzt im Parlament, in den Zeitungsredaktionen, bei der Polizei, bei den Beamten, bei den „Sozialschmarotzern“, bei den „Scheinflüchtlingen“, bei den „Scheininvaliden“, bei den „Islamofaschisten“, bei den „Gutmenschen“, bei den „zu laschen Bürgerlichen“, bei den „Arbeitsscheuen“ – kurz und gut: Bei den „Sozialisten“!

        • Rolf Zach sagt:

          Also wenn ich Total, LVMH, L’Oréal oder SANOFI 2000 gekauft hätte, hätte ich mein Geld besser investiert als mit manchem Schweizer Blue Chip. Es mir natürlich klar, es gibt auch Peugeot, Renault und Alstom.

        • R. Merten sagt:

          Sie haben Recht, Ueli, Sozialschmarotzer gibt es zuhauf. Und die linken Gutmenschen unternehmen nichts dagegen. Lieber machen sie die hohle Hand statt zu arbeiten. Die Parole der Sozis heisst : den Erfolgreichen das Geld wegnehmen bis alle in der Armut sind !!!

          • Ueli sagt:

            Bitte geben Sie uns noch ein paar Kostproben Ihrer auswendiggelernten Rechtsparolen, sodass Sie sich vor aller Augen selber demontieren und dem Spott preisgeben.

          • Giovanni Milevoj sagt:

            Bei allem Respekt für die sozial eingestellten Schreiber… Wie kann es sein dass jemand glatt 70 Jahre Sozialismus und Kommunismus a) entweder komplett verpennt hat oder b) ein selektives Realitätsverständnis hat und nach wie vor ‚gutes‘ in diesen menschenverachtenden Systemen sieht. Erschreckend! 20mio Tote unter Stalin, Mao 60mio, PolPot knapp 2mio etc. etc. etc. all diese sozialistischen und kommunistischen Vorzeigebeispiele sind verantwortlich für den Tot von zig Millionen von Menschen. Wer bis 25 nicht Sozialist war hat kein Herz – wer es ab 25 noch immer ist, hat keinen Verstand. Der Freie Markt würde grundsätzlich die Probleme von selbst lösen.

          • Ueli sagt:

            @Giovanni Milevoj
            Meine Kritik an rechter Ideologie macht mich noch lang nicht zum Stalinisten. Übrigens Stalin selber wurde mal gefragt wie er sich den idealen Bollschewiken vorstellt. Seine Antwort wird sie überraschen, denn als erste Eigenschaft wünschte er sich den „Pragmatismus eines Amerikaners“. Der amerikanische Präsident Roosevelt seinerseits war wiederum ein grosser Bewunderer von „Uncle Joe“ – er war besonders angetan von der sowjetischen Superbestie, deren Massenmorde er natürlich kannte. Gegenüber seinem Sohn Elliot nannte er Stalin nach der ersten privaten Begegnung Ende November 1943 in der Teheraner Sowjetbotschaft, wo Roosevelt wohnte, „sehr, sehr selbstbewusst, sicher seiner selbst – im ganzen recht eindrucksvoll“. Als Elliot fragte: „Er gefällt dir?“, nickte der Präsident „nachdrücklich mit dem Kopf“ Und nach der ersten Vollkonferenz bekannte er dem Sohn: „Ich bin sicher, dass Stalin und ich einander sehr gut verstehen werden.“
            Sie sehen – die Geschichte ist nicht so schwarz-weiss wie Sie es gerne hätten.

        • Linus Huber sagt:

          Und beim Ueli dem Knecht.

  • Roland Berra sagt:

    Ich wohne in Nizza im Winter und kann direkt beobachten wie sich die Situation entwickelt : die Stadt ist technisch bankrott baut aber laufend riesige Prestigebauten (Sportstadium, Théâtre National, Gartenanlagen, usw) dessen Unterhalt ewig finanziert werden muss (nicht selbst tragend). Dafür schließen mehr und mehr Betriebe weil sie zu stark belastet sind. Kleine Unternehmer lehnen eher Aufträge ab als Personal einzustellen. Dafür werden laufend zusätzliche Beamten eingestellt.

    • Ali Ferkous sagt:

      hm, ich kenne viele Luzerner, die in Nizza eine Ferienwohnung haben. Ob deren Stadtoberen vom selben Virus infiziert sind? „die Stadt ist technisch bankrott baut aber laufend riesige Prestigebauten (Sportstadium, Théâtre National, Gartenanlagen, usw) dessen Unterhalt ewig finanziert werden muss (nicht selbst tragend).“ Bankrott ist Luzern noch nicht – aber die finanziell gesunderen Vorortgemeinden (in Kt. ZH „Städte“) haben eine Fusion mit der Luzerner Kantonskapitale abgelehnt. An der „französischen Krankheit“ sind nicht wenige unserer Politiker erkrankt, nicht nur Luzerner.

  • Anton Schneider sagt:

    Guter Artikel – ein Eyeopener? Leider wahrscheinlich nicht – denn diese Fakten will niemand kennen, der Brisanz erkennen. Schon gar nicht dieTagespresse, de nicht müde wird immer wieder neue Bereiche zu finden, wo der Staat „Verantwortung“ übernehmen soll. Eigentlich meint die Presse damit, dass der Staat Subventionen sprechen soll. Viele Journalisten gehen davon aus, dass der Staat die „Geldhoheit“ haben muss und nicht etwa die „bösen“ Märkte oder der „Neoliberalismus“. Und was der Staat nicht selber druckt, soll er sich gefälligst von den Reichen nehmen. Der Tagi ist ein gute Beispiel. Ist es Ignoranz, dass die Probleme Frankreichs über Monate „totgeschwiegen“ werden, stattdessen aber D immer wieder als Sparschwein verunglimpft wird? Hat es System, dass fast täglich niedrige Inflation gemeldet wird, netto (Zinsen-Inflation) aber Vermögen einfach „verschwindet“.? Blindheit, dass die weltweite Überflutung mit Geld und deren Wirkung bzw. Nichtwirkung kritisch hinterfragt wird?
    Frankreichs wirtschaftliche Situation ist vortrefflich beschrieben worden. Was aber kann es tun? Noch schwieriger ist die Frage nach dem WIE? Wie kann Frankreich wieder Leistungen erbringen, für die Leute bereit sind einen Preis zu zahlen? Und das im Wettbewerb mit der ganzen Welt!!! Ganz Europas wird sich genau dieser Frage stellen müssen, denn es gibt Milliarden von Menschen denen es nicht annähernd so gut wie uns geht, die aber um jeden Preis -sprich viel Arbeit – Wohlstand haben wollen. Der Wohlstand dieser Welten wird sich angleichen und beide Welten werden sich bewegen – wir werden verlieren und andere werden gewinnen. Schlussendlich endet alles im Wettbewerb, der Staat kann NICHTS regulieren, fördern etc. Wir – jeder Einzelne – wird alles geben müssen. Und Frankreich? Raus aus dem Euro; denn im Euro hat Frankreich nicht die geringste Chance im globalen Wettbewerb – dann kann Hollande subventionieren was immer er will. Sagt den Wählern endlich die Wahrheit!

    • Lars Benvenido sagt:

      Sehr guter Kommentar. Ich bin auch der Meinung, dass an jedem einzelnen Bürger liegt inwieweit wir unseren Wohlstand sichern wollen. Wir sind im Vergleich zu Asien fett und träge geworden. Auch in der Schweiz. Übrigens, ich glaube eher nicht, dass der Author vom Tagi Artikel meint der Staat soll alles richten. Er spricht ja sogar von der krassen Selbstgefälligkeit der Politiker. Allerdings beschreibt er eher den Status quo und bietet selber keine möglichen Lösungen an. Da hätte mich eigentlich seine Meinung auch interessiert.

    • Christian Affolter sagt:

      Zur Frage nach dem Wie: Die Flexibilisierung des Arbeitsmarkts spielt eine absolute Schlüsselrolle. Die aktuelle Situation in Frankreich gleicht einer Totalblockade. Da die Arbeitnehmer sowohl durch die Gesetze wie die Gewerkschaften stark geschützt werden (vor allem diejenigen mit unbefristeten Verträgen – befristete Verträge und Temporärarbeit haben in den letzten Jahren logischerweise zugenommen), ist es wohl kaum möglich, schon nur den Anstieg der Lohnstückkosten zu dämpfen. Und den Unternehmern ist es nicht zu verübeln, wenn sie sich in einer Situation, die weltweit immer mehr Flexibilität erfordert, nicht mehr so stark binden lassen wollen. Auch die Arbeitnehmer könnten bei einer Flexibilisierung schlussendlich gewinnen – es gäbe höchstwahrscheinlich wieder mehr Jobs. Geringere relative Kosten würden Frankreich wieder konkurrenzfähiger machen, was zu einer Verbesserung der Kapazitätsauslastung beitragen könnte. Aber dieses Bewusstsein ist in Frankreich zurzeit leider praktisch nirgends vorhanden.

    • C.H.Wolf sagt:

      Guten Morgen Herr Wolf, guten Morgen @ Rest der Welt
      Ich möchte noch hinzufügen dass sich Europa nicht nur in einer katastrophalen Lage befindet, und nein, das ist keine Schwarzmalerei, sondern die Realität; nein nicht nur das, sondern Europa wähnt sich moralisch im Recht, gegenüber den USA (den „Heuschreckenkapitalisten“), gegenüber Asien und überhaupt. Der Grund an der Misere ist nicht der Kapitalismus, sondern die Politiker, die Staaten Europas, die in einer veranwortunglosen Art die tatsächlich eine unglaubliche Dimension erreicht hat um die Wählerstimmen des unteren Teils der Gesellschaftspyramide buhlen indem alles versprochen wird und die Einlösung der Versprechen auf kommende Generationen verschoben wird. Nicht ein Madoff, nicht die Banken sind schuld, höchstens sind das mitlaufende, mitprofitierende Kriminelle. Die Verantwortlichen sitzen im Bundestag zu Berlin, im Elysée, im Parlament in Madrid, in Athen und nicht zuletzt in Brüssel, dem wenig bringenden Multimilliardengrab voll mit selbstherrlichen und inkompetenten Politikern. Und ja, auch die Stimmbürger tragen eine Mitschuld. Die einzige, und wirklich einzige Ironie hier – die Sozialstaaten Europas werden ob ihrer Inkompetenz kollabieren und sich selbst abschaffen.

      • will williamson sagt:

        Sprechen Sie mit „Brüssel“ das Sammelbecken für die in den Mitgliedsländern nicht mehr „verwendbaren“ und daher ausrangierten Politiker an?

      • Rene Wetter sagt:

        Dann ist ja alles gut. Als Politiker wollen Sie wiedergewählt werden. Sparen Sie oder gehen Sie unangenehme Reformen an, werden Sie unverzüglich abgewählt. Setzen Sie die Steuern hoch ereilt Sie das gleiche Schicksal. Wo solls nun langgehen? Politiker sind letztendlich auch vom Volk abgeordnete Entscheidungsträger.
        Bedenklich finde ich dass Sie die Banken von der Schuld freisprechen. Wollen Sie tatsächlich behaupten, dass es nicht Aufgabe der Banken ist die Bonität der Schuldner zu prüfen und keine Kredite zu vergeben wo der Schuldner die Zinsen nicht bedienen kann und damit die Bank selber in Gefahr gebracht wird.
        Die ganze industrialisierte Welt ist in der Krise, nicht nur Europa. Es begann damit dass Anfangs 90er beschlossen wurde dass alle Gewinne den oberen 10% gehören und der Normalbürger nichts mehr erhält. Seit damals sollten wir eigentlich kein Wachstum mehr haben denn die Lebenshaltungskosten sind insgesamt trotz billigeren Importen nicht gesunken. Verschuldung und Aufzerrung der Reserven haben das alles bis 2008 übertüncht, dann kam der Knall.

    • Peter Colberg sagt:

      Zitat: „denn es gibt Milliarden von Menschen denen es nicht annähernd so gut wie uns geht, die aber um jeden Preis -sprich viel Arbeit – Wohlstand haben wollen. Der Wohlstand dieser Welten wird sich angleichen und beide Welten werden sich bewegen – wir werden verlieren und andere werden gewinnen.“

      Das ist wahrhaftig der springende Punkt in der gegenwärtigen Wirtschaftslage, die leider zu oft immer noch von der kleinen Europäischen Perspektive einer ehemaligen industriellen Hegemonie betrachtet wird. Die Zeiten wo wir gewissermassen billige Rohstoffe aus den jetzt schnell steigenden ehemaligen „dritte Welt“ Ländern importieren konnten, um danach teure wertgesteigerte Konsumartikel zu gewünschten Preisen zu verkaufen, sind endgültig vorbei. Andere können dies auch sehr effizient machen, und zu wesentlich geringeren Arbeitskosten als das was in Europa und Amerika Standard war, und zum Teil noch ist. Nur Deutschland hat sich auf dieser Ebene der globalen Realität angepasst, was aber für den durchscnittlichen Arbeitnehmer dort eher extrem Nachteilhafte Auswirkungen gehabt hat, und jetzt auch für Frankreich zu einer extremen Belastung geworden ist.

      Die Talfahrt in Richtung tiefere Arbeitskosten wird so lange weitergehen bis eine Art Ausgleich zwischen der Gehaltspolitik der verschiedenen Wirtschafts Regionen der Welt stattgefunden hat. Davon sind wir anscheinend noch sehr weit entfernt, und Europa (aber auch die Schweiz) kommen daher in Namen der Globalisation sehr schwierige Jahre entgegen.

      Das der lengst ausgediente Sozialismus à la Hollande Frankreich in die totale Sackgasse treiben wird, ist völlig klar. Kurze Arbeitszeiten die der für die Konkurenzfähigkeit absolut notwendigen Produktivität schaden, und die 75% Besteuerung der Einnahmen von Unternehmen, ist ja wohl wirtschaftlicher Suizid. Es gibt klare Gründe warum zur Zeit etwa 1,500 Franzosen jeden Tag Ihren Job verlieren. Herr Hollande („je suis le Président“) hat dies immer noch nicht kapiert. Beunruhigend.

    • Markus Bachmann sagt:

      @Schneider
      Ihre Behauptung der Staat könne nichts regulieren und fördern und Firmen und Institutionen im eigenen Land keinen Vorteil verschaffen finde ich falsch. Beispiele: Schulen, Bildung, Forschung an Hochschulen, Schutz der Agrarwirtschaft und Arbeitsplätzen vor dumping Löhnen. Gerade Staaten und ihre Nationalbanken waren es auch welche die viel zu wenig regulierte Finanzwelt nach 2008 mit vielen Billiionen billigem Geld unterstützt und ihre Ramschpapiere aufgekauft haben. Ich möchte nicht wissen wie es ohne diese starken staatlichen Eingriffe heute aussehen würde.

      • Anton Schneider sagt:

        @Bachmann: Keine Frage Schulen, Bildung – eine wichtige Aufgabe des Staates! Aber Zweitstudium, ewige Studenten? Ein Heer von Philosophen ode Ingenieuren? Die Wirtschaft bestimmt den Bedarf und ermöglicht, dass Steuern erhoben werden können. Nun – die Behauptung, dass der Staat Firmen fördern kann/soll ist nicht immer falsch aber meistens. Jeder Eingriff /Subvention führt zu Verzerrungen), die schliesslich in schmerzhaften Bereinigungen enden. Wenn ein Land subventioniert, tut es doch das andere einfach auch? Boeing / Airbus (EADS), Solarindustrie (alles bankrott, Milliarden an Steuergeldern vernichtet), 2000W Gesellschaft in Zürich, eine Lachnummer wenn zu Ende gedacht und analyisiert. Ausstieg aus Kernenergie – die Folgen werden katastrophal Enden, einseitige Bankenregulierung – die CH hat den Ast abgesägt – freiwillig – auf dem die grössten und fettesten Schreier sitzen. Handelsbeschränkungen, Zölle, Protektiionsimus ganzer Industriezweige, Finanzierungd der Altersvorsorge auf Kosten anderer, etc. etc. etc.
        HERR BACHMANN – GLAUBEN SIE, DIE POLITIKER SIND FÄHIGER ALS DIE LEUTE, WELCHE TÄGLICH ARBEIT LEISTEN, FÜR DIE ANDERE BEREIT EINEN PREIS ZU ZAHLEN? GLAUBEN SIE AN DIE REGLER IN BRÜSSEL? WAS GLAUBEN SIE DENN, LEGITIMIERT DIESE APPARATSCHIKS? WOHER STAMMT IHRE STAATSGLÄUBIGKEIT?

        • Josef Marti sagt:

          Nicht vergessen, dass diese Apparatschiks nichts anderes sind als Lobbyisten der Multis, welche es so dank Globalisierung schaffen praktisch keine Steuern zu zahlen; die KMUS und Werktätigen haben definitiv die Arschkarte gezogen, die Zerschlagung der Zivilgesellschaften ist damit besiegelt, nur noch die Bauern sind (noch) wegen dem Bäuerlichen Bodenrecht geschützt. Was meinen Sie was auf uns zukommt mit den so erzwungenen Steuersenkungen der kommenden UStR III für Jur.Personen: Massive Umverteilung via MWST- Verbrauchs- und Energiesteuern auf den Konsumenten.

        • peter wiesendanger sagt:

          nur einen satz herr schneider aus ihrem beitrag. ausstieg aus der kernenergie -die folgen werden katastropahl enden.

          ich denke ein reaktorunglück übertrifft jede katastrophe auf tausende von jahren. für mich der eizige gangbare weg! weniger verbrauchen,denn die rechnung mit dem immer mehr wachstum geht auf die dauer nicht auf. um dies zu merken braucht es kein wirschaftsstudium. es ist eine gesetzmäsigkeit, es kann nur soviel verbraucht werden wie vorhanden ist. alles was mehr verbraucht wird ist pump auf zeit, dies sehen wir deutlich seit 2008.

        • Rolf Zach sagt:

          Treiben wir doch diese Politiker und diese Apparatschiks über den Jordan. Die tun nichts und wenn sie etwas tun, so ist es für die Katz. Ich möchte nur hinweisen, dass diese Idioten alle Aktionäre der meisten privaten Banken gerettet haben. Wir müssten heute eine Menge von Aktien, vor allem aus der Finanzbranche als Tapeten-Vorlage benützen, wären diese Idioten nicht gewesen. Sicher sind die japanischen Banken nicht gut beraten, französische EURO-Anleihen zu kaufen,
          sie hätten besser £-Anleihen des waschechten Neoliberalen Cameron kaufen sollen. Hätten diese Brüsseler Idioten und
          mit den ihnen verbundenen Euro-Länder nicht 2008 gehandelt, wäre der Mittelstand in Europa in der gleichen Lage wie der 1933 in den USA und Deutschland, nämlich bankrott. Die hier benützte Ironie ist hier Beleidung aufzufassen, sondern
          nur die drastische Darstellung der Sachlage.
          und

          • Rolf Zach sagt:

            Es sollte heissen: Die hier benütze Ironie ist nicht als Beleidigung gedacht, sondern nur als ein Mittel die Sachlage drastisch darzustellen.

        • Markus Bachmann sagt:

          Immer ruhig bleiben Herr Schneider, ich habe ja nur auf Fehler in Ihrem neolieberalen Dogmatismus hingeweisen. Und bitte nicht gleich jezt mit allen Feindbildern links ihrer Vorstellungen um sich schmeissen. Kernenergie ist übrigens ein schlechtes Beispiel in Ihrem Sinn weil von A-Z vom Statt gefördert und unterstützt, Planwirtschaft in Reinkultur.

      • Martin Heidegger sagt:

        @Bachmann: Von all dem, was Sie hier aufzählen, ist wohl der Schutz der Agrarwirtschaft die dümmste Form staatlicher Eingriffe. In der CH verliert eine 4-köpfige Familie pro Jahr sicher 6000-8000.- an disposable Income, das ansonsten in den Konsum oder in Sparanlagen (post-ex also in Investionen) gehen könnte. Daneben beschäftigen wir in einem höchtgradig unproduktiven Umfeld Leute, die bei entsprechender Ausbildung in Zukunftsbereichen gebraucht werden könnten. Last but not least schränkt der Agrarprotektionismus den aussen-/handelspolitischen Verhandlungsspielraum in unakzeptabler Weise ein. In der Schweiz halten die Bauern das ganze Land in Geiselhaft. Das dürfte schon kurzfristig nicht mehr zu verkraften sein. Positive Besipiele für eine erfolgreiche Landwirtschaft gibt es: Neuseeland hat die Subventionen abgeschafft, auch Österreich hat vom verstärkten Agrarwettbewerb seit dem EU-Beitritt stark profitiert.

    • Ueli sagt:

      @Anton Scheider
      Ihr Kommentar ist die unterste Schublade neoliberaler Propaganda. In Ihrer paranoiden Phantasievorstellung befinden wir uns schon in einer Situation, in dem die „Tagespresse“ „immer neue Bereiche findet wo der Staat Subventionen sprechen soll“. Die Probleme Frankreichs werden vom Tagi Ihrer Ansicht nach „todgeschwiegen“ – beweisen müssen Sie dies freilich nicht.
      „Und was der Staat nicht selber druckt, dass soll er sich von den Reichen nehmen“ – ja Herr Scheider: Wir befinden uns in Europa quasi im Kommunismus! Hilfe – überall wollen sie die „armen“ Reichen schröpfen und die können sich auch überhaupt nicht wehren.
      Nachdem wir jetzt wissen, dass „wir“ in einer tödlichen Gefahr schweben – muss die „Einigkeit der Nation“ und die „Arbeitsbereitschaft zu jedem Preis“ beschworen werden! Es gibt schliesslich Milliarden Menschen auf dieser Welt, die für ein Butterbrot 10 Stunden schuften gehen. – Diesen Verhältnissen müssen „wir“ uns anpassen! Ab jetzt gibts nur noch Butterbrote als Lohn – sodass das heilige Kapital gesunden kann. Ah – nur blöd das man noch all die Waren verkaufen muss. Aber das steht auf einem anderen Blatt und muss unseren neoliberalen Kritiker nicht aus der Ruhe bringen.

      • R. Merten sagt:

        die linke Neidgesellschaft ist überflüssig, Ueli. Wenn Sie härter arbeiten und Wille zeigen, etwas zu leisten, dass bringen Sie es auch endlich auf einen grünen Zweig. Aber das braucht Anstrengungen! Aber das ist in linken Kreisen nicht sehr gewünscht.

        • Josef Marti sagt:

          Merten: Selten so einen Unsinn gehört; Grosse Einkünfte und Erträge entstehen durch Lobbying, Monopolstellungen, rent-seeking, Vetternwirtschaft, politisch ergatterte Subventionen zulasten Allgemeinheit, privatisierung von Gewinnen und Sozialisierung von Verlusten und natürlch Erbschaften; Sie glauben wirklich an den Storch. Mit Ihren Anstrengungen konnten Sie vielleicht wohlhabend werden, aber die KMUS haben wegen der Globalisierung insbes. in der Steuerpolitik gegenüber den Multis definitiv verloren.

        • Ueli sagt:

          Wer hätte es für möglich gehalten – Herr Merten ist ein Fan des „Arbeitsmärchens“ vom „Tellerwäscher zum Millionär“.

    • K.A. Barett sagt:

      @Anton Schneider: Was Sie schreiben, hat in der Tat Hand und Fuss! Viele gutmeinende, aber naive und meistens aucvh nach links oritnierte Zeitgenossen, fordern das Primat der Politik. Für diese Leute ist das Primat des Marktes schlimmer als der Leibhaftige. Die gleichen Kreise fordern auch seit vielen Jahren eine Wiedergutmachung für die aus deren sicht früher unterjochten Kolonien. Genau das macht eigenlich die Globalisierung, es fliesset Wohlstand aus den klassischen Wohhlstandsländern in die ärmeren Länder ab. Durch den bei unseren Zeitgenossen so ungeliebten Wettbewerb. Das ist deshalb schmerzahft, weil man sich hierzulande an die sozialen Besitzstände gewöhnt hat. Teilen sollen die anderen, vor allem die Reichen und die Superreichen. Das Problem ist, dass der ökonomische Sachverstand in der Bevölkering nicht vorhanden ist. Der Wunsch ist der Vater sämtlicher Gedanken. Das ist nicht hilfreich. Im Interesse der Bevölkerung und des Landes wäre zu fordern, dass ökonomisches Grundwissen, jeweils dem Alter angepasst und didaktisch gut aufbereitet, allen Kindern ab Mittelstufe zu vermitteln sei. Aber der Geist der 68er-Bewegung wirkt auch im heutigen Lehrkörper nach. Dieser ist in der Wolle gefärbt wirtschaftsfeindlich. Den Leuten ist nicht zu helfen. Sie helfen mit, den Säbel zu führen, mit welchem unter Umständen ganze Volkswirtschaften kollektiv Harikiri begehen, ohne es (frühzeitig) zu merken.

      • Markus Bachmann sagt:

        @K.A. Barett
        „.. Wiedergutmachung für die aus deren sicht früher unterjochten Kolonien Genau das macht eigenlich die Globalisierung, es fliesset Wohlstand aus den klassischen Wohhlstandsländern in die ärmeren Länder ab.“

        Sie meinen das ernst oder? In Wirklichkeit wird meist dort produziert wo die Löhne und Umweltstandarts am tiefsten sind, das hat nichts mit nächsten Liebe und Wiedergutmachen zu tun. Wiedergutmachung höchstens als Vorwand für ein schlechtes Gewissen.

        • K.A. Barett sagt:

          @Markus Bacmann: Sie verstehen mich falsch. Es ist mir schon klar, dass dort frabriziert wird, wo die Löhne und umweltstandards am tiefsten sind. Und, dass das alles nichts mit Nächstenliebe und Wiedergutmachung in ihrer reinsten Form zu tun hat. Ein schlechtes gewissen haben so oder so nur wenige. Es ist einfach so, dass der Wohlstand in einer, nach alten Vorstellungen, aus den Fugen geratenen Welt, durch die Verlagerung der Produktion in ärmere Länder automatisch in einem gewissen Ausmass ebenfalls verlagert wird.

      • Hugo Kortschak sagt:

        @Barett: Guter Kommentar! Nur eine Frage betreffend der Bildung bleibt offen: Welches Wirtschaftsmodell soll den Kindern in den Schulen beigebracht werden? Wie ist die politische Orientierung der Lehrer heutzutage?

  • Alex Zatelli sagt:

    Schade, dass immer nur das exportverrückte Deutschland den Krisenländern gegenübergestellt wird. Und nicht auch ein paar von jenen, wo’s gut läuft. Das wäre viel aussagekräftiger, nein?

    • will williamson sagt:

      Wieso hat Deutschland so tiefe Lohnstückkosten, wenn nicht wegen der weit herum gängigen Dumpinglöhne?

      • Martin Holzherr sagt:

        In der Industrie sind die Arbeitskosten pro Arbeitsstunde (Löhne) in Deutschland höher als in Frankreich, der Output pro Arbeitsstunde ist in Deutschland aber höher. Das heisst Deutschland hat einen höhere Produktivität.
        Im Dienstleistungssektor sind die Arbeitskosten dagegen in Deutschland geringer. Siehe dazu hier

      • Martin Heidegger sagt:

        Streng genommen gibt es keine „Dumpinglöhne“, sondern Marktlöhne. Ein Vertrag kommt ja nur zustande, wenn beide Seiten am Vertragsabschluss interessiert sind. Das Wort „Dumpinglöhne“ hört man in der Regel von Politikern und Gewerkschaftern oft im Verbund mit Forderungen nach verstärkter Regulierung der Arbeitsmärkte, also genau nach den Massnahmen, welche in Südeuropa zu extremer Jugendarbeitslosigkeit geführt haben.
        Marktlöhne, die diesen Namen verdienen, sucht man andererseits in F vergeblich, da das Durchsetzungsvermögen der Gewerkschaften für Löhne, welche komplett von der Produktivität abgekoppelt sind, hoch ist (die Mindestlohndebatte bei uns lässt grüssen). F leidet unter tiefer Produktivität; 35 Wochenarbeitsstunden, Pensionsalter 60 etc treiben die Produktivität nach unten und die Lohnstückkosten nach oben. In Italien ist die Lage eigentlich noch um einiges dramatischer, aber dort beschäftigt man sich wenigstens mit den wirklich wichtigen Themen, wie Balotelli und Ruby…

        In beiden Ländern ist der wirtschaftliche Sachverstand in der Bevölkerung eher tief, bzw. nicht vorhanden, während der Stimmenkauf (Pensionsalter in F, Immobilienssteuer in I) die Regel, nicht die Ausnahme, ist.

        • K.A. Barett sagt:

          Leider, leider ist das so. Der Begriff „Dumpinglohn“ emotionalisiert natürlich gewaltig und kann deshalb kommod instrumentalisiert werden. Der Begriff „Markt“ wird zunehmend unbeliebt, weil er zwangsläufig die Begriffe „Leistung“ und Wettberb“ als Kernfaktoren enthält. Wenn also tiefe Löhne bezahlt werden, heisst das, dass auf dem Arbeitsmarkt, in einem bestimmten Segment, ein Überangebot besteht. Also sinken die Preise, (Löhne). Wenn zu viel Geld auf den Finanzmärkten nach Anlagemöglichkeiten sucht, sinken die Zinsen. In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg haben sich die Menschen nicht nur an eine kontinuierliche Verbesserung ihrer sozialen Situation gewöhnt, sondern teilweise an eine geradezu progressive. Wahrscheinlich muss sich der Durchschnittsbürger gedanklich mit dem Ende dieser Entwicklung auseinandersetzen.

    • Andreas Spring sagt:

      Und welche Länder sollten das sein? Österreich vielleicht? Oder Holland? Denen läuft es in der Tat etwas besser aber die sind von der Bedeutung innerhalb der Eurozone grössenbezogen nicht von Relevanz.

    • Manfred Grieshaber sagt:

      Ich lebe seit 14 Jahren in CH kehre aber beruflich hin wieder nach D zurück um dort in einem IT-Projekt zu arbeiten. Zuletzt arbeitete ich mit ein paar spanischen Kollegen zusammen. Die beklagten sich das ihr Arbeitsumfeld kaum zu ertragen sei, sie wären von lauter workaholics umgeben. Ein Körnchen Wahrheit ist in deren Aussagen enthalten. Ich beobachte das seit etwa 8 Jahren. Da hat sich die Arbeitswelt in D sehr verändert. Was früher von 2 – 3 MA in einer Stunde erwirtschaftet wurde macht jetzt nur noch 1 MA. Teilweise werden MA von ihren eigenen Kollegen gemassregelt wenn sie eine kurze Pause zwischendurch machen ohne das die Arbeit darunter leiden würden. Diese neue Arbeitswelt hat deshalb auch den Nachteil das viele nach 20 – 30 Berufsjahren völlig ausgebrannt sind. Das höre ich auch von verschiedenen Headhuntern die für Firmen aus D Spezialisten im Ausland suchen. Sie erhalten oft Absagen weil die Kandidaten der Meinung sind sie wollten sich nicht in kurzer Zeit verheizen lassen. Wer aber eine entsprechende Kondition und eine mentale Stärke hat der kann in den Boom-Branchen Kariere machen. Hier trennt sich eben die Spreu vom Weizen.

  • hans huber sagt:

    Hut ab, sauber recherchiert und so geschrieben, dass es auch jeder Mann/Frau verstehen sollte. Gratuliere zu diesem Bericht, auch wenn’s erschreckend ist…

    • Frank Wiggert sagt:

      In Frankreich müssen alle Wohnimmobilien per Gesetz innert 30 Jahren schuldenfrei sein, so dass 85% des Immobilienbestandes schuldenfrei ist. Die Franzosen sind nach den Deutschen die grössten Sparer der Eurozone (Frankreich braucht Japan nicht), die Arbeitslosigkeit wäre in der Schweiz bei 7%, wenn wir die gleichen Kriterien wie das arbeitnehmerfreundliche Frankreich anwenden würden. In Frankreich gilt als arbeitslos, wer arbeitslos ist und einen Job sucht und nicht wie bei uns, wer Anspruch auf Arbeitslosengeld hat. Anspruch hat nur wer mehr als 12 Monate gearbeitet hat und deshalb hat es bei uns keine Jugendarbeitslosigkeit und nach spätestens 400 Tagen sind bei uns alle für immer ausgesteuert und existieren in keiner Statistik mehr! 65% der Franzosen haben ein abbezahltes Eigenheim und alle Gesundheitskosten werden zu 100% vom Staat bezahlt (Zahnarzt, Brillen. Es lebt sich in Frankreich mit halb so viel Einkommen wesentlich besser als bei uns. Bei uns beschönigt die Statistik auch die Steuereinnahmen, die in letzter Zeit speziell bei Jungunternehmer und Selbständigerwerbende unrealistisch hoch verfügt werden mit willkürlichen Begründungen wie versteckte Gewinnausschüttung oder realistisches Zieleinkommen. Gegen diese Phantomeinkommen kann sich nur wehren, wer sich teure Anwälte und Treuhänder leisten kann und wird dies nicht kann oder will wandert aus oder er geht zum Sozialamt für den Rest seines Lebens und wenn es einen geschiedenen 45-jährigen mit Unterstützungspflichten trifft, dann wird es für den Staat sehr teuer. Die Steuereinnahmen werden bei uns in naher Zukunft einbrechen und dann wird es auch bei uns nicht viel besser aussehen als in Frankreich, umso mehr, dass bei uns die Privatverschuldung pro Kopf dreimal höher sind als in Frankreich und der Bankenplatz am serbeln ist. Die Ausländer ziehen alle ihr Geld ab und die Hypothekarschulden für den Schweizer Mittelstand steigt immer mehr!

    • niklaus moser sagt:

      dem schliesse ich mich ohne wen und aber an.

    • R. Merten sagt:

      Ich teile die Meinung von H. Huber- überall sieht man, dass die sozialistischen Länder am Abgrund stehen. Die sozialen Unruhen nehmen dramatisch zu. Es ist doch seit langem sonnenklar, dass mit einer 35-Std-Woche, 6 Wochen Ferien, Pesionierungen zwischen 50 und 60, Kündigungsbeschränkungen etc etc. die Wirtschaft nicht konkurrenzfähig ist. Der Sozialismus mit den grosszügen sozialen Hängematte, verbunden mit der eingehenden Verschuldung, zeigt sein hässliches Gesicht. Die verantwortlichen linken Grossmäuler, die mit ihren Versprechungen verantwortlich sind, sind wahrscheinlich verschwunden oder untergetaucht!! Und unsere CH-Sozis gehen in die gleiche Richtung und sind unbelehrbar !!!

      • Peter Schneider sagt:

        Lieber Herr Merten
        Leider war die vorgänger Regierung in Frankreich mit Sarkozy komustisch!!??

        • R. Merten sagt:

          nein, aber Sarzozy hat nur einige Jahre regiert. Die grosse Misere hat unter Mitterrand begonnen und der Sozialismus hat sich während vieler Jahren so festgefressen, dass Sarkozy trotz bestem Willen nicht viel ändern konnte. Da viele Bürger in Frankreich sich an angenehme, auf Verschuldung basierende, Lebensweise gewöhnt haben und sich natürlich den Realitäten nicht anpassen wollen, rebellieren sie. Was kommt den Sozialisten jetzt in den Sinn? Sie melken und erpressen die wenigen Länder die gespart haben und erfolgreichen Unternehmern nehmen sie mit horrenden Steuersätzen das Geld weg. So siehts aus, Hr. Schneider!!

          • K.A. Barett sagt:

            Völlig richtig! Die Entwicklung ist tragisch, weil erst dann umkehrbar, wenn es bereits geknallt hat. Die Linken wollen jetzt alles Sarko in die Schuhe mit den hohen Absätzen schieben. Mitterand war eigentlich bereits Ende der Achtziger am Ende, weil er am Anfang seiner Regierungszeit eine sortenreine sozialistische Politik implantierte. Die anstehende deutsche Wiedervereinigung kam ihm 1989/90 insofern zupass, weil er Kanzler Kohl unter Druck setzen konnte, die Einführung des EURO zügig anzustreben. Hauptzweck für Mitterand: Die Rettung Frankreichs, bzw. des sozialistischen Modells.

      • Rolf Bryner sagt:

        Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen. Der übertriebene und unbezahlbare Sozialismus ist wie ein Krebsgeschür und muss operativ beseitigt werden (demokratische Wahlen). Auch die CH-Sozis sind ein Krebsgeschwür.

        • Ueli sagt:

          @Rolf Bryner
          Sie befinden sich in guter Gesellschaft, da auch Adolf Hitler den Sozialismus als „Krebsgeschwür“ bezeichnet hat.
          Gratulation!

          • WIlli Steffen sagt:

            Oops, Godwin-Level erreicht…

          • Marcel Senn sagt:

            Ueli: Hitler bezeichnete Sozialismus als Verantwortung der Volksgemeinschaft für das Individuum und Nationalismus nannte er die Hingabe des Individuums für seine Volksgemeinschaft!
            .
            Allerdings die Vergesellschaftung der Produktionsmittel, die ein Hauptziel originärer Sozialisten war und ist, lehnte Hitler entschieden ab. Der Historiker Hans-Ulrich Wehler urteilt daher, dass der Sozialismus im Nationalsozialismus „allenfalls in verballhornter Form“ fortlebte, nämlich in der Volksgemeinschaftsideologie.

        • Markus Bachmann sagt:

          @Rolf Bryner
          Gratulation dass Ihr Artikel überhaupt freigeschaltet wurde. Aber sind Sie sicher das eine Forumsdiskussion das richtige für Sie ist? Eventuell wären Sie besser am nächsten NS Parteitag aufgehoben.

      • Ueli sagt:

        @R. Merten
        Wer hat in Frankreich jahrelang regiert – die Konservativen unter Nicolas Sarkozy und nicht die Sozialisten!
        Immer schön bei der Wahrheit bleiben…

        • R. Merten sagt:

          nein Ueli- Mitterand hat viele Jahre regiert und dem Sozialismus zur Blüte verholfen. Beim bürgerlichen Giscard d`’Estaing, der vorher regiert hat, war die Welt noch in Ordnung. Bei der kurzen Amtszeit von Sarkozy konnte fast keine Aenderungen mehr durchgesetzt werden, weil alles so festgefahren war. Bildung tut not, Ueli!!

          • F. Rüd sagt:

            Zwischen Miterrand und Sarkozy war noch 12 Jahre der rechte Chirac Präsident. 17 Jahre sollten ja eigentlich genug Zeit sein für die Rechten alles wieder ins Lot zu bringen.

          • Rolf Zach sagt:

            Herr Merten. Ich erinnere mich gut an diese Zeit. Mitterand hat kurz nach seiner Wahl eine grosszügige Politik gehabt, aber nicht für lange. Die grossen Industrieunternehmen hat er nur wegen den Kommunisten verstaatlicht und schon zu seiner Zeit wurden sie reprivatisiert mit grossem Gewinn für die Staatskasse. Er hat mit einer undurchschaubaren Strategie die Kommunisten erledigt und später eine Politik ähnlich wie Giscard betrieben. Arbeiten sie mal solange wie unsere Vorfahren vor 1939. Es hat wahrscheinlich damals keine Arbeitslosigkeit gegeben.

          • Levin sagt:

            Liebe Herr/Frau Merten, und was ist mit Chirac von 1995 bis 2007? Der war nicht wirklich als Sozi bekannt (Austande in den Banlieue) und von UMP. Oder reichten den Konservativen die 17 Jahre auch nicht aus? Tja das ewige Leid mit der Bildung….

          • Ueli sagt:

            Vielen Dank an die Herren Rüd und Zach für die kleine Geschichtslektion. Herr Merten – bevor Sie einen „Bildungsmangel“ bei anderen ausmachen, sollten Sie vielleicht Ihren eigenen überprüfen.

          • Josef Marti sagt:

            Tja Herr Merten z.Zeiten von Giscard war zwangsläufig alles in Ordnung, da musste man rein gar nichts dafür tun, weil damals noch der gute alte kalte Krieg für Ordnung sorgte.

          • Michael Herger sagt:

            Meiner Ansicht nach kann die Wirtschaftspolitik eines Landes links sein auch wenn das Staatsoberhaupt rechts ist.
            Weil:

            1. Hohe Staatsquote, eingeräumte Arbeitnehmerrechte, Bürokratie sind vielfach nur schwierig rückgängig zu machen. Man vergegenwärtige sich nur die vielen Streiks in Frankreich, wenn St
            ellenabbau im öffentlichen Sektor droht oder Arbeitnehmerrechte beschnitten werden.

            2. Eine rechte Regierung wäre in einem anderen Land vielleicht links angesiedelt. Zum Beispiel denke ich, dass die Demokraten in den USA eine „rechtere“ oder besser eine liberalere Wirtschaftspolitik vertreten als Chirac oder Sarkozy das taten.

            Meiner Meinung nach weist die französische Wirtschaftspolitik alle Anzeichen einer stark sozialistisch geprägten Marktwirtschaft auf. Einfach gesagt: Bei einem rechten Staatsoberhaupt ist die Wirtschaftspolitik Frankreichs ein bisschen weniger links aber vergleichsweise immer noch links.

    • Hans Züllig sagt:

      dem schliesse ich mich ebenfalls an

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