Gegenseitiges Schulterklopfen ist fehl am Platz

Passende Geste: Philipp Laimbacher gewinnt gegen Franz Foehn am Schwingfest auf der Rigi. (Keystone/Alessandro Della Bella)

Passende Geste: Im Gegensatz zu Philipp Laimbacher, der gegen Franz Foehn am Schwingfest gewann, gibts hinsichtlich der schweizerischen Volkswirtschaft noch keinen Grund, sich gegenseitig zu gratulieren. (Keystone/Alessandro Della Bella)

Der neuste Index zum Immobilienmarkt zeigt es deutlich: Die schweizerische Volkswirtschaft ist keineswegs in der beneidenswerten Form, die ihr in der Öffentlichkeit immer wieder nachgesagt wird. Das positive Wachstum wird hauptsächlich von der boomenden Bauwirtschaft getrieben, nicht vom Produktivitätsfortschritt.

Natürlich ist es erfreulich, dass die Schweiz trotz der Krise in Südeuropa immer noch wächst. Aber wenn der Motor des Wachstums nicht nachhaltig ist, dann ist es falsch, sich gegenseitig auf die Schultern zu klopfen. Geplatzte Immobilienblasen verursachen enorme Kosten.

Auch die neusten Zahlen zum Aussenhandel haben gezeigt, wie einseitig das Wachstum verteilt ist. Im ersten Quartal 2013 gingen die Exporte der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) um mehr als 7 Prozent zurück (im Vergleich zum ersten Quartal 2012). Die Uhrenindustrie und die Pharmaindustrie konnten ihre Exporte kaum noch erhöhen.

Dass der Ernst der Lage unterschätzt wird, hängt mit dem engen Fokus auf das BIP zusammen. Es ist fast unmöglich, die Leute davon zu überzeugen, dass sich ein Land in einer ungemütlichen Situation befindet, solange das BIP real noch wächst. Entweder wird man als Miesepeter oder als «Jammeri» bezeichnet, womöglich sogar als Wachstumskiller. Dabei sollte doch die jüngste Finanzkrise genügend Anschauungsmaterial dafür geliefert haben, dass sich hinter einem positiven BIP-Wachstum verheerende Ungleichgewichte aufbauen können. Wenn es gut geht, sollte man deshalb besonders aufmerksam und kritisch sein.

Die öffentliche Selbstzufriedenheit mag aber auch damit zusammenhängen, dass die heutige Situation seit längerer Zeit nicht mehr vorgekommen ist. In den späten 1980er Jahren, als der letzte grosse Immobilienboom stattfand, wuchsen Konsum, Bauinvestitionen und Exporte mehr oder weniger im Gleichtakt (siehe Grafik). Alle Indikatoren zeigten aufwärts, es herrschte überall Optimismus. Einzelne Ereignisse wie die Fusion der BBC mit der Asea (1987) erinnerten die Öffentlichkeit daran, dass nicht alles in bester Ordnung war. Aber es gab nicht diese grossen Wahrnehmungsunterschiede wie heute.

Man muss bis in die 1930er Jahren zurückgehen, um eine vergleichbare Situation vorzufinden. Damals brachen die Exporte 1930-32 ein, während die Binnenwirtschaft dank der Bautätigkeit immer noch relativ gut lief. Als Folge davon unterschätzte man die Wirkungen der Weltwirtschaftskrise lange Zeit. Erst 1932, als auch die Binnenwirtschaft zu lahmen begann, realisierte man, dass der Aufschwung noch lange nicht kommen würde.

Aufgrund von mangelhaften Daten ist es schwierig, die 1930er Jahre mit derselben Präzision zu beschreiben wie die 1980er Jahre. Aber wenn man nur schon Importe und Exporte vergleicht, sieht man auf einen Blick, wie unterschiedlich die Aussen- und die Binnennachfrage reagierten. Von 1929 bis 1931 gingen die Exporte um 36 Prozent zurück, die Importe „nur“ um 18 Prozent. 1932 brachen auch die Importe ein, und nun begann sich das Krisenbewusstsein grundlegend zu ändern.

Die heutige Situation ist selbstverständlich nicht direkt mit dem Einbruch von 1929 bis 1932 vergleichbar. Aber das historische Beispiel zeigt eindrücklich, wie irreführend es ist, wenn man sich nur auf die vermeintliche Stabilität der Binnenwirtschaft konzentriert und die Probleme des Exportsektors verharmlost. Wir sind nahe daran, denselben Fehler zu wiederholen.

77 Kommentare zu «Gegenseitiges Schulterklopfen ist fehl am Platz»

  • B. Folda sagt:

    Wieder einmal macht ein publizitätsabhängiger „Spezialist“ auf Panik, ruft die ewig gestrigen fremdenfeindlichen Reflexe derer hervor, die immer genau wissen, wer an allem Übel der Welt schuld ist: die Ausländer und die PFZ… Besonders bedenklich ist dabei auch die verquere Vorstellung, dass eine Volkswirtschaft nur gesund ist, wenn sie andauernd wächst, die knappen Ressourcen noch extensiver verschleudert werden und eine Binnenwirtschaft keinerlei nachhaltige Zukunft hat. So lange solche Leute anderen vorbeten, was falsch und was richtig ist, werden wir von Krise zu Krise schlittern, da sie Scheuklappen tragen und wohl auch zu dumm sind, sich ernsthafte Gedanken über eine nachhaltige und mit Sicherheit nach anderen als den geltenden Parametern funktionierende Volkswirtschaft zu machen. Das ist erbärmlich!

  • Linus Huber sagt:

    Auch in EU-Parlament finden sich immer wieder Stimmen, welche den Kern des Problems ansprechen:

    https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=4RF3Lr4XI4w

  • Anh Toan sagt:

    Miete ist Spekulation!

    Wer sein Heim mietet, ist eigentlich Short Wohnraum (er besitzt weniger davon, als er heute und morgen braucht).

    Vielleicht gefährlicher als eine Währung zu shorten, in welcher man Einkommen generiert!

    Eine Short Wohnraumposition macht nur Sinn, wenn das Einkommen in Wohnraum wäre, man damit rechnen könnte, morgen zuviel davon zu haben, allenfalls bei Arbeit mit Kost und Logis.

    Da macht es doch mehr Sinn, die Währung zu shorten, in welcher man sein Gehalt bezieht, und sein Heim zu kaufen, sofern man Zugang zu Kredit hat.

    • Marcel Senn sagt:

      Anh: Sie hätten sicher einen guten Sub-Prime Hypotheken Verkäufer abgegeben damals während der Bonanza vor 10 Jahren – nur sind die meisten Sub-Prime Hauskäufer nach der Zwangsräumung vermutlich schon wieder Short-Wohnraum. Ueberhaupt solange man ein Haus auf Kredit kauft ist man halt immer irgendwie short gegenüber der Bank!

      • Anh Toan sagt:

        @Marcel Senn: Die Problematik liegt bei sehr vielen Trades die sauer werden darin, dass der Hebel erhöht wird, wenn von der Short Wohnungsposition in eine Short Währungsposition gewechselt wird: Das Eigenheim soll besser sein als das Mietheim, man will sich verbessern, langfristig orientieren und ist ohnehin überzeugt, ein guten Trade zu machen, als macht man ihn gleich grösser.

        Als Hypothekenverkäufer müsste ich den Kunden genau in dieser Denkweise bestärken, ich aber würde ihm widersprechen und sagen, erkönne sich kaum auf Dauer kaum ein Eigenheim leisten, dass er sich als Mietobjekt nicht leisten könne.

    • Linus Huber sagt:

      @ Anh Toan

      Ich verstehe diese Auslegung gut.

      Jedoch sind wir im Allgemeinen heute short Geld (Waehrung) und long Sachwerte, da wir wissen, dass sich Geld entwertet. Die diesbezuegliche jahrzehntelange Konditionierung der Gesellschaft produziert immer wieder neue Blasen, welche erst im Nachhinein wohl als solche erkannt werden. Wir leben heute schon wieder in einer so wohlig anfuehlenden Blase und niemand scheint sie zu erkennen.

  • Rolf Zach sagt:

    Das gefährlichste bei der Immobilien-Finanzierung ist ausser überrissenen Immobilien-Preisen, wenn die Aufnahme von Hypotheken benützt wird, den Lebensunterhalt zu finanzieren. Derartiges hat den Immobilien-Crash in den USA und Spanien verschlimmert.

    • Marcel Senn sagt:

      Zach: Immerhin wird die Hypothekenvergabe – resp. die Aufstockung von Hypos nicht ganz so fahrlässig gehandhabt wie damals in Spanien und USA – ist auch zwingend notwenig einen „Stress-Test“ bei den Hausbesitzern zu machen!

  • Mike sagt:

    Na ja – ich weiss nicht. In der Praxis könnte man auch argumentieren, dass man den Betrag, den man an Hypotheken spart, dem Hausverkäufer und/oder Handwerker gibt. Ich spare 200’000 an Hypothekenzinsen und zahle dafür das Haus 200’000 mehr. Unter dem Strich kommt das aufs Gleiche raus.

    • Thomas ernst sagt:

      @ Mike

      Das ist eine Illusion. Zum einen bleibt der Kaufpreis für alle ImmoBesitzer ja unverändert, d.h. alle, die schon ein Haus haben, profitieren von den tiefen Zinsen.

      Zum anderen muss ein neuer Käufer – und nur für solche spielt der Preis ja eine Rolle – vor allem langfristig kalkulieren. Hier gilt die Faustregel: Hypothek zu 5% gerechnet darf nicht mehr als 1/3 des Nettoeinkommens ausmachen.

      Die Blase entsteht durch a) Spekulation, dh. Kauf eines Hauses in der Hoffnung, es rasch zu einem höheren Preis verkaufen zu können –> siehe dazu die „greater fool theory“

      oder b) dadurch, dass sich Leute Häuser kaufen, die sie sich zu “ normalen“ Zinsen niemals leisten könnten –> siehe dazu den US-Immocrash.

      Jedenfalls steigen die Immopreise nicht einfach reziprok zum Zinsniveau, sondern abhängig vom Nachfragedruck. Dieser allerdings hängt auch vom (erwarteten) Zinsniveau ab. Wie immer, ist die Sache komplexer, als auf den 1.Blick zu sehen.

  • Peter Wigant sagt:

    Liebe FuW,

    Tobias Straumann beschreibt ein komplexes Thema einfach und äusserst treffend. Leider sind die warnenden Stimmen mehrheitlich ungehört verhallt. Wer halt mitten im Fest die Gläser einsammelt macht sich meist unbeliebt.
    PW

  • Beat Zugger sagt:

    Wir CH sind stolz auf unsere Heimat, auf unsere Tradtionen und vor allem auf unsere Produkte. Wir CH sehen unser Land als Marke. Dies kann man sehr gut an der SWISSNESS-Initiative sehen.
    Die meisten Arbeitnehmer sind in der CH in den Brachen des Maschinenbaus, der Chemie bzw Pharamzie und in der Hotelerie beschäftigt. Während es der Chemie- + Pharmaziebranche noch relativ gut geht sind die Auftragszahlen im Maschinenbau & im Tourismus allgemein seit Mitte 2012 regelrecht eingebrochen. Diese Branche melden sich seit langem zu Wort, finden aber aufgrund des noch immer hohen BIP´s kein Gehör im eigenen Land.

    Der wichtigste Kunden der CH Industrie ist mit Abstand D. Dann folgt die restliche EU als Staatenverbund. Hat D den Schnupfen, liegt die CH mit Grippe auf der Intensivstation.
    Seit Anfang der 70-ziger Jahre wurden in der CH zuwenig Ingenieure ausgebildet. Aufgrund sprachlicher Ähnlichkeiten wurde seit dieser Zeit der benötigte Manpower stets im nördlichen Nachbarland rekrutiert. Hiermit verbunden war ein enormer Know-How-Gewinn, der die CH weltweit, seit Jahren zum innovativstem Land macht. Für die Ausbildung der Fachkräfte musste die CH keinen Rappen bezahlen. Man bekam sie kostenlos.
    Gleichfalls hatte die CH bisher gewisse Privilegien, welche noch aus den Zeiten des 2. Weltkrieges stammen. Diese Privilegien sind im „Kalten Krieg“ erhalten geblieben. Die neutrale CH war der ideale Ort zum Verhandeln. Aus diesem Grund war das kleine Land selbst in den USA und den UdSSR gut bekannt & fand dort auch entsprechend Gehör.

    Mit dem Zusammenbrechen der sozialistisch geprägten Ostblockstaaten hat die Globalisierung begonnen. Fast zeitgleich hat sich das Internet weltweit durchgesetzt.

    Mit der Globalisierung haben sich Gewichte verschoben. China, Indien und Brasilien sind die neuen Märkte. Die CH ist dort fast völlig unbekannt. Man hat schlicht und einfach vergessen neu Märkte zu bearbeiten. Gleichzeitig führt man gegen seine wichtigsten Kunden D einen Wirtschaftskrieg.

  • Martin Holzherr sagt:

    Die wirtschaftliche Situation in der Schweiz mit dem Wirtschaftswachstum vor allem im Immobilienbereich und tendenziell sinkenden Exporten ist nicht das Resultat einer bewussten Entscheidung der Schweizer Politik oder Wirtschaft sondern das Ergebnis des aktuellen Umfelds, das durch die Eurokrise, tiefe Zinsen, einen starken Franken und die hohe Einwanderung bestimmt wird. Dazu kommt noch die beginnende Rezession in der Eurozone. Kurzfristig kann ich mir keine Interventionen vorstellen, die die Situation deutlich verbessert. Allenfalls könnte man den Immobilienboom durch ein ganzes Massnahmenpaket etwas dämpfen – wozu auch eine Beschränkung der Einwanderung gehören könnte.
    Langfristig gesehen sollte sich die Schweiz noch stärker global orientieren. Die Zukunft für Länder wie Deutschland und die Schweiz liegt nämlich nicht in Europa, sondern in der Welt.

    • Linus Huber sagt:

      „nicht das Resultat einer bewussten Entscheidung der Schweizer Politik oder Wirtschaft“

      Natuerlich nicht, da die langfristigen Konsequenzen legislativer Eingriffe gar nicht erkannt werden.

      „Immobilienboom durch ein ganzes Massnahmenpaket etwas dämpfen“

      Wir sollten nicht NEUE Massnahmen treffen sondern die vergangenen schlechten Gesetze eliminieren. Abschaffung jeglicher wohnbesitzfoerdernden Regel, Abschaffung der Regeln, welche Schuldenmachen (Hypotheken) bevorteilt.

      Desweiteren muessen wir eine Geldpolitik betreiben, welche die Flucht aus dem Geld in Sachwerte nicht noch weiter anstachelt, wobei dies natuerlich im heutigen Umfeld, wie Sie erwaehnen, schwierig ist. Dr. Jordan hat seine Moeglichkeit anscheinend leider verpasst, die FED und das EZB endlich oeffentlich zu kritisieren, was ihn zweifelsfrei in die Rolle eines Helden manoevriert haette (a la Weidman gegenueber der EZB).

      Nun eine kleine Frage an die oekonomisch gebildeten Blogger. Fuer einen Schuldner braucht es auf der Gegenseite einen Sparer, dies die allgemeine Regel. Wenn ich nun auf mein Haus eine hoehere Hypothek lege, und damit mein Haus hoeher verschulde, wer genau hat in diesem Zusammenhang gespart? Wird der vermeintliche Mehrwert des Hauses dem aktiven Sparen gleichgesetzt? Wird der Grund des Mehrwertes wirklich beruecksichtigt? Mag der Mehrwert mit der massiven Ausweitung des Kreditvolumens auf diesem Bereiche in einem Zusammenhang stehen? Ist eine solche Entwicklung nachhaltig oder duerfte sie an eine Grenze stossen, z.B. aufgrund der notwendigerweise zu erwirtschaftenden Zinsen auf diese Hypotheken?

      • Mike sagt:

        Einfaches Schulbeispiel: Was hast „du“ lieber? 100.– jetzt oder in 10 Jahren? Wenn wir von einem Zins von 5% ausgehen, wie viel sind dann 100.– in 10 Jahren heute wert? Antwort: 61.–. Und wenn wir nun von einem Zins von 0% ausgehen? Wie viel sind dann 100.– in 10 Jahren heute wert? Antwort: 100.–. Was Sie erwähnen ist genau der Punkt – es ist kein Mehrwert vorhanden. Ein Haus, das vor 5 Jahren 600’000 kostete, kostet heute 700’000-800’000.
        Mir ist allerdings nicht ganz klar, was Sie alles für Punkte ansprechen. Das tiefe Zinsumfeld hat ja insbesondere in den Südländern keinen inflationären Effekt, weil sich diese Länder in einer Bilanzrezession befinden. Und weil die Schweiz wirtschaftlich stark verflochten ist, sind auch bei uns keine inflationären Tendenzen vorhanden. (Wir könnten jetzt eine Diskussion starten, was alles in der Realität teurer wird und welche Leistungen kürzer ausfallen)… Die Zinsen tief zu halten ist doch sinnvoll? Sicherlich sind diese tiefen Zinsen nicht freiwillig gewählt. Aber im Hinblick auf den Export und die Realität wohl die beste Alternative. Und nun steigen halt die Sachwerte. Punktuelle Massnahmen wären sicher interessant zu überlegen. Man kann die Frage auch umdrehen. Ist es sinnvoll, mit einem so gewichtigen Instrument wie dem Leitzins den Immobilienmarkt zu steuern?
        Persönliche Meinung zur Verschuldung der Haushalte: Otto Normalverbraucher baut ein Haus oder kauft ne Wohnung wenn es in die Familienplanung passt. Das Problem liegt nicht darin, dass sich Herr und Frau Schweizer nur noch Villen mit Swimmingpools leisten wollen. Und Firmen, welche in Immobilien investieren, suchen halt nach sinnvollen Alternativen. Was soll man sonst machen? Einen Bauernhof kaufen und Ackerbau betreiben?

      • Rolf Zach sagt:

        Haussemärkte haben einfach die Tendenz fast alle glücklich zu machen. Beim Immobilienmarkt sind die einzigen, die nicht sehr froh darüber sind, die Mieter. Vielleicht ist bei uns der relativ geringe Eigentümer-Anteil am Gesamt-Wohnungsmarkt der Grund, dass sich keine Blase der Richtung USA, Grossbritannien und Spanien entwickelt. Bedeutender als die Hypothekar-Verschuldung in der Relation zur Höhe des Volkseinkommens, sind die Zinsenkosten dieser Verschuldung prozentual in ihrer Höhe am Volkseinkommen. Wichtiger als die Höhe der Verschuldung, sind immer die dafür aufgewendeten Kosten. Ist natürlich eine Zinssteigerung angesagt, ist bei hoher Verschuldung die Krise vorprogrammiert. Da die CHF-Zinsen in naher Zukunft nicht steigen, hat die Blase eine längere Lebenszeit. Wann die Wende ist, weiss niemand, aber sicher ist jetzt Vorsicht angesagt.

      • Peter Burkhard sagt:

        Die Antwort auf Ihre Frage ist relativ einfach: Es stimmt leider ganz einfach nicht, dass es auf der Gegenseite einen Sparer braucht. Die Banken können viel mehr Geld ausleihen als sie selber real besitzen. Das ist genau das Problem der Bankenkrise.

        • Rolf Zach sagt:

          Im Samuelson hat man gelernt im Kreditsystem ist die Geldschöpfung ohne Mindestreserven 1 : 5. Wie viel ist sie heute
          in der Schweiz. Kann mir das jemand beantworten?

        • Anh Toan sagt:

          @Peter Burkhard: Ich hätte auch gerne eine Hypo ohne einen Gläubiger!

          • Anh Toan sagt:

            @Linus Huber und Peter Burkhardt: Braucht es vor der Vergabe der Hypo Ersparnisse oder kreiert erst die Hypo die Ersparnisse? Peter Burkhardt spricht an, dass die Kreditvergabe die Erparnisse kreiert (Geldschöpfung der Banken), das ändert nichts daran, dass das Eine nicht ohne das Andere existieren kann.

          • Linus Huber sagt:

            @ Anh Toan

            Die Tatsache verbleibt, dass keine eigentliche Sparleistung besteht (Verzicht auf Konsum), sondern es sich einzig um eine Bilanzerweiterung der Bank handelt. Wie gehabt, liegt das grundsaetzlich nicht in der buchhalterischen Gleichung, sondern im Volumen, ausgedrueckt in einer hoeheren Bilanz oder in anderen Worten im uebermaessigen Kreditvolumenwachstum.

            Der springende Punkt in all dem liegt darin, dass die Zentralbanken diese Kreditvolumensteigerung foerderte, jedoch wenn sich eine Kontraktion der Kreditvolumina andeutet, dies nicht akzeptiert werden will, sondern alles unternommen wird, um das Kreditvolumen weiter wachsen zu lassen. Dadurch haben sich die Bilanzen der Zentralbanken massiv aufgeblaeht.

            Die Nachhaltigkeit dieser Massnahmen ist offensichtlich nicht gegeben, da zwei Probleme sich irgendwann stellen. Ersten darf das Kolateral nicht an Wert verlieren, ansonsten viele Kredite fragwuerdig werden. Da jedoch der Preis von vielen Sicherheiten unverhaeltnismaessig stark anstieg, stossen wir hier an eine Grenze, indem sich ein immer kleinerer Kreis von Menschen sich diese Investition leisten koennen. Zweitens stoesst ebenfalls die wirtschaftliche Leistungsfaehigkeit der wirtschaftlichen Akteure immer naeher an seine Grenzen in Bezug auf Zinsdienst und Aufrechterhaltung der Glaubwuerdigkeit der Kredite.

            Damit haben sich die Zentralbanken auf den Thron der Zentralplanung gehievt, von welchem sie trotz entgegengesetzter Beteuerung einer Exit-Strategie nicht mehr in der Lage sein werden, herunterzusteigen. Diese Machtkonzentration entscheidet heute ueber die Gewinner und Verlierer im System, in welchem saemtliche Regeln der Marktwirtschaft, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie schrittweise zum Opfer fallen.

            Zweifelsfrei eine anstrebsame Situation fuer die Kuenstler und Liebhaber von Machtkonzentration, Moral Hazard und Manipulation.

          • Rolf Zach sagt:

            Herr Huber. Ist es nicht gerade die Politik der Konservativen mit der Politik der Zentralbanken eine Volkswirtschaft zu steuern. Friedmann machte es sich einfach. Eine Zentralbank steuert das Wachstum der Geldmenge für eine Volkswirtschaft. Je nach Konjunkturlage vergrössert oder verkleinert sie die Geldmenge. Das übrige richtet der Markt.
            Wie sie, bin ich nicht dafür, die Wirtschaftspolitik eines fast vollständig einer Zentralbank zu überlassen. Die Verteilung von Einkommen und Vermögen sind eine Angelegenheit der Politik. Eine Zentralbank ist eine dienende Angelegenheit.
            Ohne eine gute Politik, keine guten Massnahmen der Zentralbank, deshalb schätze ich die Kommentare von Krugman.
            Je grösser eine Volkswirtschaft, desto mehr kann eine Zentralbank wirksam sein. Die FED hat ihre Aufgabe gut gelöst, aber es kann nicht nachhaltig sein, wenn die Republikaner im US-Kongress die notwendige Politik zur Ankurbelung der Wirtschaft verhindern. Die Fed hat 1931-32 auch die Zinsen gesenkt und die Geldmenge versucht zu vergrössern. Nur gingen zu viele Banken pleite und Hoover und Mellon taten nichts für die Arbeitslosen und Armen. Bei der Euro-Krise ist es eine Frage der Philosophie wie man einen Staat aufbaut und der angeblichen Inflationsgefahr. Die deutschen Professoren sind alle von Hayek und Friedmann verseucht und wissen mit Keynes nichts anzufangen. Vergessen wir nicht, dass Bush das Insolvenzrecht zugunsten der Gläubiger verändert hat. Bei uns ist es noch schlimmer, wir haben Schuldbriefe anstatt Gülten, wie die Amerikaner. Zurückkommend auf den Artikel von Straumann war das Portfolio unserer Exportindustrie viel schlechter als heute. Wir hatten eine sterbende Textilindustrie, wo Japan (grösste Baumwollindustrie der Welt) und auch bereits China uns in enorme Schwierigkeiten brachten. Ein Beispiel ist der Schwarzenbach-Konzern, der sich von einem Löwen zu einer Maus verwandelte. Wir haben immer noch einen Handelsbilanzüberschuss. Ein Traum für die Dreissigerjahre.

  • MIke sagt:

    In dem Blogeintrag geht es um die Schweizer Immobilienblase. (Die natürlich nur theoretisch im Entstehen begriffen ist und sowieso – so genau kann man das nicht sagen)… Wie auch immer – im Zusammenhang mit den vorderen Blogeinträgen finde ich den Vergleich mit Spanien interessant. Spanien hatte 2002 – 2007 zu tiefe Zinsen. Ist es falsch zu sagen, dass die Schweiz auch zu tiefe Zinsen hat? Steigen die Häuserpreise, weil die Schweizer über ihre Verhältnisse leben? Oder hat es etwas damit zu tun, dass „Assets“ bzw. Aktiven generell steigen, wenn die Zinsen tief sind?

    Man stelle sich vor, die Schweiz würde sich bei aktuellem Zinsniveau Mitten in den Boomjahren 2002-2007 befinden.

  • Martin sagt:

    Die Schweizer Politiker (genauer die Links der Mitte) tun ja alles, um die eigene Wirtschaft zu schwächen. Die Minder-Initiative ist ja harmlos im Vergleich zur 1:12 Initiative oder Mindest-Lohn Initiative. Dann kommt die unsinnige sogenannte Energiewende dazu und nicht zu vergessen, die 2. Wohnungsinitiative und Landschaftschutz Initiative in Zürich. Und beim Thema Gen-Morotorium ist auch Ideologie massgebend statt Wisssenschaftliche Erkenntnisse. Bei all dem braucht man sich nicht zu wundern, wenn viele Unternehmen überlegen, lieber im Ausland zu investieren als in der Schweiz. Leider sind unsere Politiker noch kurzsichtiger als die Manager die sie so gerne kritisieren.

    • Hansli sagt:

      Dazu gesellen sich die Rechten mit Masseneinwanderungsinitiative, Ecopop und die Verhinderung jeglichen Freihandels, sobald die Landwirtschaft betroffen ist. Links bis Rechts im vereinten Kampf gegen die Wirtschaft.

  • Sacha Meier sagt:

    So pessimistisch, wie das Herr Straumann darlegt, würde ich die Lage nicht einschätzen. Wir haben nun einmal das EWR-Nein, das unsere Kartelle, Generalimporteure und Oligopole vor Zerschlagung durch die fremden EU-Richter schützt. Das hat uns unumkehrbar und dauerhaft zu einer Hochpreisinsel gemacht und unsere ehemals innovativ-produzierende in eine Dienstleistungs-, Finanz-, Gesundheits- Asyl- und Staatswirtschaft verwandelt. Dann haben wir die PFZ. Die hohen Löhne einer Hochpreisinsel ziehen Zuwanderer an, wie Licht die Motten. Diese Ausgangslage ist ideal, dass wir uns zum Stadtstaat nach dem Vorbild Singapurs mit 50…80 Mio Einwohnern (oder mehr) entwickeln. Eine andere Option haben wir gar nicht: Wo immer an einer Schraube gedreht würde – wir würden uns unser eigenes Grab schaufeln: Würde z.B. die PFZ gekündigt, bräche der Konsum und die Bauwirtschaft ein – und wir würden wie Spanien enden. Würde die Bautätigkeit eingeschränkt, explodierten wie Mieten. Würden rotbesockte Initiativen, wie 1:12 oder ECOPOP umgesetzt (ich sage beswusst nicht angenommen!) würde das Grosskapital – ein Pfeiler unserer Wirtschaft – aus dem Land gejagt. Fazit: Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Zuwanderung und Bautätigkeit. Das Erstere geschieht quasi automatisch, weil wir seit dem alten Rom wissen, dass in einer reinen Dienstleistungswirtschaft jeder Dienstleistende mehr Dienstleistung konsumiert, als er selber produziert. Also braucht es noch mehr Zuwanderer, usw.. Im Prinzip ein Schneeballsystem, das aber durchaus ein paar Jahrhunderte funktionieren kann. Überdies gilt «size matters». Bei einer Einwohnerzahl von DE bekommen wir internat. Gewicht.

    Natürlich ist mir bewusst, dass ich mir mit dieser Perspektive in der Bevölkerung keine Freunde schaffe. Wenn man sich aber die Mühe nimmt, mit unserer führenden Elite zu sprechen, wird rasch klar, dass diese Vision schon seit über zehn Jahren besteht. Fakt ist, wir haben den Neo-Feudalismus – und das für die nächsten Jahrhunderte.

  • H.Trickler sagt:

    Schulterklopfen wäre angesichts der bekannten Risiken der Finanzmärkte sicher nicht angezeigt, und eine Immobilienblase könnte sich tatsächlich hier aufblasen.

    Es wäre allerdings interessant noch zu erfahren, welche konkreten Gegenmassnahmen der Autor vorschlägt??

  • Lidija Jametti sagt:

    Zu dieser Grafik eine andere Berichterstattung lesen, bitte: NZZ am Sonntag, wonach ich mich besser beraten fülle.
    Was da vom Autor so hervorgebracht wird spricht von einem Unwissen. Um die grosse Zusammenhänge verstehen zu können muss man etwas mehr studieren und etwas mehr Erfahrung auf dem Puckel haben als Herr Straumann es an den Tag legt.
    Ecopop gilt zu bekämpfen. PFZ würde ich ab sofort stoppen, weil immer noch mehr Arbeitslose zu produzieren bringts nichts. Deutschaland braucht 6 Miillionen Gastarbeiter. Wer in der Schweiz sich nicht wohl füllt könne ab sofort über die Grenze marschieren.
    Ich unterstütze keine Revolutionen in der Schweiz. Die Schweiz ist bestens organisiert. Herr Wermuth tut gut daran nach Italien zu gehen, sich ins Römer Parlament wählen lassen und seine linke Politik dort in der korrupten Italien ausleben.
    Ich lese da in einer italienischen Zeitschrift, dass die liebe Besitzer der Villa Feltrinelli am Gardasee Euro 1300.- bis Euro 5000.– per Tag kassieren!!!!
    Schweizer wohnen dort nicht. Am Lago di Como im Hotel Villa d,Esta auch in Norditalien verlange man vorerst die Angaben zu Person und erst danach wird dem Interessierten mitgeteilt was das Zimmer in diesem Hotel koste!!!! Kann auch bis 10000.–Euro per Tag sein. In allen diesen Hotels verlangt der Staat Kurortabgabe von Euro 3.– per Tag. Meine grosse Idee ist, dass die Herren Wermuth und Rot nach Italien gehen und dort für Ordnung sorgen. In der Schweiz haben wir schon beinahe Kommunismus, was erschreckend ist. Forte del Marmi und in einigen Hotels der Italienischen Küste verlangt man ebenso bis und über Euro 5000.– per Tag.
    Ich kann solche Gelder für ein Zimmer nicht zahlen. Hats aber Deutsche und Amerikaner, Scheichs und Italiener, die sich das leisten können. Darum ab in die Ferien Herr Wermuth! Es ist langweilig Ihnen zu zuhören in der Schweiz zumindest..

    • Rene Wetter sagt:

      Schon lange nicht mehr soviel Blödsinn auf so engem Raum gelesen. Kommunismus hier? Wissen Sie überhaupt was Kommunismus ist?
      Dann immer das Zeugs wegen der PFZ, warum kommen Sie auf die Idee dass eine Kündigung der PFZ was ändern würde? Wir bremsen ja nicht mal die Einwanderung aus den Nicht PFZ Ländern. Aber da wird einfach dahergeplappert. Wir hatten schon vor der PFZ eine starke Einwanderung ich erinnere mich noch an die Überfremdungsinitiativen der NA in den 70er heute kommt halt das Zeugs von der SVP der Partei deren Mitglieder besonders viele Ausländer rekrutieren. Das dumme Volk durchschaut das nicht.

  • lucius mayer sagt:

    Außer was die Beherrschung des Hochdeutschen betrifft, leiden viele Deutschschweizer oft an einem Mehrwertigkeitskomplex. Alles ist selbstverständlich besser als im Ausland. Bei näherem Hinsehen entpuppt sich diese Einstellung als Wunschdenken. Die fundamentalistischen Wachstumsgläubigen weigern sich, eine Binsenwahrheit wahrzunehmen: jedes Wachstum und erst recht jedes Wuchern kippen unweigerlich ins Gegenteil. Bei der hiesigen Liegenschaftenblase wird es nicht anders sein. Besser wäre es, die Blase bewusst anzustechen, das Schrumpfen selbst einzuleiten.

  • Es ist nett, wie man sich Gedanken um absurde Details macht und sie für so wichtig hält. Aber diese Energie und das Engagement würden wir gescheiter dafür verwenden, den kläglich scheiternden Kapitalismus zu ersetzen durch alternative Wirtschaftsformen. Wir sollten sie jetzt entwickeln, evaluieren und umsetzen.

    • Sacha Meier sagt:

      Frau Binsberger, wann immer ich von Ihnen einen Post sehe kommt mit der Regelmässigkeit einer ungeliebten Jahreszeit der Stereotypismus von der «Entwicklung alternativer Wirtschaftsformen». Tatsache ist, der Mensch ist nach wie vor ein Raubtier. Man frisst zwar einander nicht mehr – aber die Gier ist geblieben. So strebt das menschliche Dasein stets nach Macht, Unterwerfung – und Reichtum. Viele Alternativen gibt es nicht: Monarchien, Diktaturen und der Feudalismus sind, historisch gesehen, die erfolgreichsten Wirtschaftsmodelle. Die soziale Marktwirtschaft war eine absolute Ausnahme und hat gerade einmal 45 Jahre gehalten (1945-1989). Heute haben wir wieder den (Neo)Feudalismus. «Modernere» Alternativen, wie z.B. der marxistische Kommunismus, waren wegen der menschlichen Gier nie umsetzbar und mündeten immer in (stalinistischen) Diktaturen. Wenn es bloss um die Optimierung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit geht, ist der «Dritte Weg» des Deng Xiao-Ping (heutiges chinesisches Wirtschaftssystem) durchaus prüfenswert. Der Preis dafür ist die Aufgabe der menschlichen Induvidualität, Verzicht auf demokratische Mitsprache und die Fähigkeit, sich den Interessen der Allgemeinheit bdingungslos unterzuordnen. Wohl nicht das, was dem Westbürger genetisch in die Wiege gelegt wurde.

      • Marcel Senn sagt:

        Meier: Die gute alte soziale Marktwirtschaft in die ich mal 1960 reingeboren wurde – diese 29 Jahre meines Lebens waren waren die glücklichsten meines Lebens – bis zum 27. Oktober 1986 eine Hexe aus Anglia die soziale Marktwirtschaft verwünscht hat und eine totalitäre Marktwirtschaft daraus wurde – und ab dem 9.11.1989 (nochmals ein nine/eleven fällt mir so nebenbei auf:-)) begann ihr Fluch zu wirken…und seither blubbert es immer wieder mal – seien es Hedge Fund Bubbles wie der LTCM, die Dot.Com Bubble, die Sub-Prime-Bubble, die Schulden-Bubbles, die Zentralbanken-Bubbles, die aktuelle globale multiple Aktien-Bond-Immo-Derivate-ZB-Superbubble mit einer totalen Sprengkraft von 30-40 Billionen $ Assets, die vernichtet werden könnten (Bonds 5-10, Immo 5, Derivate 5-10,Aktien 10-15Bio $) – befeuernde Dominoeffekte sind zu berücksichtigen.
        Bei den globalen Netto-Vermögen (fin. und nonfin. Assets) von rund 220 Bio $ wäre so ein 30-40Bio Schaden doch signifikant spürbar und würde vermutlich eine Massenarmut a la 30er Jahre hinterlassen!

        Die Menschen waren doch irgendwie besser drauf damals in der sozialen Marktwirtschaft als heute! Ludwig Erhard war noch ein grosser Politiker mit einer Vision – die fehlen heute!!!

    • Nadine Binsberger sagt:

      @Meier 13:10: Sie sprechen viele gesellschaftliche Organisationsformen an, sogar die Demokratie. Dabei ist es gerade die demokratische Wirtschaftsform, die meiner Ansicht nach eine Alternative zu aktuellen und bisherigen Wirtschaftsformen darstellen könnte. Denn demokratisch ist unsere Wirtschaft heute nicht, obwohl sie sich gerne als das bezeichnet. Die Unternehmen sind kleine Monarchien oder Oligarchien und gegenseitig praktizieren sie Faustrecht (Konkurrenz). Die Arbeitenden übrigens ebenso. Für mich sähe eine wirklich demokratische Wirtschaft eher aus wie unsere politische Organisation: genossenschaftlich.

  • Urs sagt:

    Aus einerm Interview mit einem unserer Bundesräte;

    „…Welche Massnahmen meinen Sie?…“
    „…Markteingriffe können nicht das Rezept sein….“

    Die Demokratie hat sich unterzuordnen. Eine irgendwie unakzeptable Antwort… für alle die nicht Kapitaleigentümer im Sinne von globalisierten Investoren noch Grossaktionäre sind.
    .
    Der aufmerksame Wähler, links wie rechts, sollte ab hier Fragen stellen zu unserem Gesellschaftssystem das sich von der Oekonomie und einer Fehlgeleiteten Ideologie und einer Handvoll Akteure unterjochen lässt…
    .
    Ich frage mich an was noch man uns gewöhnen will… gem. den Vertragsinhalten aus dem Multilateralen Investitions Abkommen MAI ist die Fahnenstange bei Massnahmen gegen die Zivilgesellschaft noch lange nicht erreicht….
    .
    Demokratie ist nur gerade eines der Opfer…

    PS; ev. ein Doppelposting

  • Josef Marti sagt:

    Schon Übervater CB hatte vor kurzem schon festgestellt, dass wir uns in einer totalen Überhitzung befinden und der Kollaps unausweichlich ist. Die Sozialsysteme werden unter dem Heer von ausländischen Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern, welche alle hier bleiben werden, zusammenbrechen. Als vorausschauende nachhaltige Massnahme drängt sich deshalb ein solider und flächendeckender Ausbau von Suppenküchen auf. Dazu müsste von den Unternehmen eine entsprechende Abgabe erhoben werden.

    • Luisa Haltner sagt:

      Uebervater CB hat d.Schweiz in diese Schieflage gebracht. Oder haben Sie schon vergessen, wer gegen den EWR war?
      Der EWR hätte uns den Start nach d.80-Jahren ermöglicht. Statt dessen hatten wir rund 10 Jahre praktisch Stagnation bis die Bilateralen endlich griffen.
      Blocher ist der Feind Nr.1 der Schweiz. Er ist Hauptverursacher dieser Misere, warum kapieren das so wenige? Es ist ja schön und lustig, seinem Inneren-Schweinehund am Stammtisch mal Auslauf zu geben u.auf die in Bern zu lästern, bloss hilft das niemandem weiter. Es schafft keine produktiven, wertschöpfenden Arbeitsplätze! CH-Exporteure schlagen sich noch immer mit EU-Bürokratie herum, die wir im EWR nicht hätten. Das verschlingt Unsummen! Oder warum glauben Sie, Hr.Marti, hat jede CH-Firma noch einen Produktions-(!)Ableger in der EU? Eben, wegen der schwierigeren Situation f.den Export, die wir mit EWR nicht hätten…

      • Thomas ernst sagt:

        @ Luisa

        Schönes Feindbild, das Sie sich da zurechtgebastelt haben. Da ist echtes Dnken gar nicht mehr nötig, weil der Schuldige ja bereits feststeht. Logisches Denken würde da sicher bloss stören. Viel Spass damit!

        PS. Nach meiner Erinnerung hat das Schweizervolk über den EWR abgestimmt, nicht bloss Ihr Lieblingsfeind. Dessen Stimme zählte sicher nicht mehr als eins, so wie Ihre und meine. Vorausgesetzt Sie waren tatsächlich abstimmen, sonst zählte Ihre Stimme nämlich garnicht.

        • Rolf Zach sagt:

          Es ist eindeutig und die Krise der 90er Jahre haben es bestätigt, das EWR-Nein hat der Schweizer Industrie enorm geschadet. Wenn die Industrie nicht bedeutende Innovationen vorher entwickelt hätte, wäre der Einbruch noch viel grösser gewesen. Bekannte Beispiele sind Swatch und Glivec (Krebsmedikament entwickelt von Ciba-Geigy). Blocher hat die EWR abgelehnt, weil das Establishment in 1987 als Bundesrat nicht wollte und er nur eine Chance sah, praktisch auf eigenen Füssen in den BR einzuziehen. Die EWR Abstimmung wäre aber trotz Blocher angenommen worden, aber den Todesstoss für EWR verursacht haben die Thatcher-Ideologen der NZZ und ihr Anhang. Sie waren gegen die EU-Sozialcharta. Dazu verhalfen von die Grünen mit ihrer völlig falschen Analyse wegen Umweltschutz in der EU. Heute ist der Umweltschutz der EU nicht unbedingt schlechter als derjenige der Schweiz. Die PFZ braucht unbedingt zupackende flankierende Massnahmen zum Schutz der Schweizer gegen Lohndumping. Ich bin gegen die Konkurrenzierung der Schweizer im unteren und mittleren Lohnbereich. Im oberen Bereich dürfen wir durchaus eine Konkurrenz haben, aber bitte nicht Leute aus dem Ausland anstellen wegen Vetternwirtschaft, Absolventen schlechter Universitäten, Inhaber halbseidener Diplome und Manager im Bankwesen, wo Goldmann Sachs froh ist sie loszuwerden und der UBS weiterzureichen. Es geht natürlich nicht das Grossbanken Leute aus dem Ausland anstellen nur wegen ihren verwandtschaftlichen Beziehungen zu reichen Familien in ihrem Herkunftsgebiet. Sie haben ihrem Herkunftsgebiet nicht reüssiert und die meisten waren auch hier nicht erfolgreich. Entscheidend aber ist, ob die Emigration ausländischer Arbeitskräfte die inländische Produktivität und Innovationskraft erhöht. Es sind hier Zweifel angesagt. Viele ausländische IT-Manager haben in gewissen Betrieben noch den Durcheinander verstärkt, der bereits vorhanden war. Der Kurs EU/CHF muss auf l.25 erhöht werden und wir müssen der EU beitreten.

      • Josef Marti sagt:

        Der Export wird je länger je mehr nach Asien ausgerichtet, die EU bzw. „alte Welt“ hat schon lange ausgedient ist nur noch ein Freilichtmuseum, die Zukunft findet in Asien statt. In der CH haben wir ja immer noch den Vorteil einer hohen Selbstversorgung; sollte know how Abfluss und brain drain einmal tatsächlich stattfinden, so könnten wir uns problemlos wieder zurück zum Agrarstaat reduzieren und alle hiergebliebenen bekommen Direktzahlungen; das hätte auch den Vorteil einer Bevölkerungsabnahme und mehr Platz.

        • Martin Heidegger sagt:

          Danke, Luisa Haltner. Wie Recht Sie doch haben, Sie sprechen mir aus der Seele. Und ja: CB ist und bleibt das Schlimmste, was der Schweiz passiert ist. Beim EWR-Nein hat der Rattenfänger von Herrliberg gesiegt, mit den von Ihnen erwähnten dramatischen Kosequenzen und der Absicht, die CH-Wirtschaft nur noch zu einer Schwarzgeld-Industrie umzufunktionieren. Glücklicherweise unterlag Blocher bei anderen Abstimmungen, sonst gäbe es immer noch kein Frauenstimmrecht und Vergewaltigung in der Ehe wäre noch legal.

  • Hugo Weiler sagt:

    Der ruf des CHer im ausland ist, dass er geldgierig und neidvoll ist. Hat man all die auslaender und firmen aus altruistischen gruenden kommen lassen? Kommt der hohe lebensstandard weil man so viel intelligenter ist oder weil man sich finanzplatzrosinen gepickt hat? Ist das abkommen mit der eu nur zum zweck u vorteil der eu? Spenden all die liegenschaftsinhaber die ueberteuerten einnahmen u mieten fuer hehere zwecke?
    Also, aufhoeren das opfer zu spielen-kein kuchen ohne eier zu zerschlagen!

  • Anton Keller sagt:

    Die Personenfreizügigkiet ist wie ein Brandbeschleuniger. Es brennt alles schneller ab, dann ist es aber abgebrannt.
    Die Liegenschaftsbesitzer und Firmen profitieren kurzfristig von der Bevölkerungsexplosion.

    • Thomas ernst sagt:

      @ Anton

      Es ist eine optische Täuschung, dass der ImmobilienBESITZER vom Bauboom profitiere. Wer profitiert sind die Baufirmen, die Banken und der Staat. Der Nutzwert eines Hauses wird nicht grösser, wenn der Marktwert steigt, aber die Steuern steigen.

      Als Immo-VERKÄUFER könnte man von den gestiegenen Preisen profitieren, doch dann zahlt man schon wieder höhere Steuern. Ausserdem: Niemand, der nicht ganz verzweifelt Geld benötigt verkauft heute eine Liegenschaft. Was wollen Sie denn mit dem Bargeld anfangen? Warten bis es die Nationalbank weginflationiert hat, oder ihre Bank damit dubiose Geschäfte gemacht hat und Sie dann leider, leider nichts mehr bekommen? Sicher nicht!

      • Josef Marti sagt:

        Aber Herr Ernst, wieso so einfaltslos? Man könnte das Geld doch in einen Ferrari oder andere Oldtimer investieren, eine sichere Wertanlage. Oder noch besser, auf eine lange Weltreise gehen, so bringen Sie das Geld sicher durch, jedenfalls besser als den ganzen Tag Golf spielen.

        • Anton Keller sagt:

          Die optische Täuschung liegt bei Ihnen, Herr Ernst. Solange sie eine Anlage verkaufen könnten, sollte sie zu Marktwerten bewertet werden. In anderen Länder wie in Italien, Spanien oder Griechenland lassen sich Immobilien jahrelang nicht verkaufen. Da mögen ihre Argumente stimmen. In der Schweiz sind wir aber noch nicht soweit.

          • Anh Toan sagt:

            @Anton Keller: „solange sie eine Anlage verkaufen könnten….“

            Ja, wo sollte man nach dem Verkauf der Anlage dann wohnen? Wer „nur“ ein Eigenheim besitzt, kann es nicht wirklich verkaufen.

          • Thomas ernst sagt:

            @ Anton

            Die Bewertung zum Marktwert ist nur dann sinnvoll, wenn Sie Händler sind – oder das Steueramt. Für Eigenheimbesitzer ist es völlig witzlos, da die Wohnqualität sich durch die Aufwertung ja nicht verbessert. Selbst bei vermieteten Renditeobjekten ist es uninteressant, da Sie keine Mietzinserhöhung mit dem höheren Marktwert begründen können. Ihre Mieteinnahmen bleiben also gleich, nur der Papierwert steigt.

            Leider denken viele unbedarfte Zeitgenossen in ökonomischen Fragen ebenso kurzsichtig wie Sie. Bei komplexen Zusammenhängen kann man davon ausgehen, dass das Offensichtliche nie die ganze Wahrheit, meist sogar eher das Gegenteil der tatsächlichen Wirkungen darstellt. Das ist aber zu schwierig für die Medien, die Politiker und die meisten Leute. Diese kolportieren lieber eine einfache Darstellung, egal ob sie falsch ist.

      • Die Behauptung (Lüge?), dass auch der Immo-Besitzer von gestiegenen Immo-Preisen profitiere, war eine der Mit-Ursachen für die Finanz- und Schuldenkrise von 2008. Damals wurden Leute „überschnorret“, ihr praktisch schuldenfreies Haus wieder und/oder höher zu belehnen, um den „Reichtum“ zu verflüssigen, der in der Immobilie angeblich eingefroren war. Viele in den USA haben ihre $200K Hütte zum „Marktwert“ einer halben Million belehnt, und den „Chlütter“ für teure Autos und schöne Ferien verpulvert. Als dann die Blase platzte, mussten sie für ein Haus, das oft nicht mal mehr die ursprünglichen $200K wert war, die Zinsen einer $500K-Hypothek bezahlen.

        Ein Thomas Ernst-Zitat zum Auswendiglernen: „Der Nutzwert eines Hauses wird nicht grösser, wenn der Marktwert steigt“

        • Josef Marti sagt:

          Sie haben es ja gerade selber widerlegt, der Nutzen mit Ferien und Autos konnte ja konsumiert werden.

        • Marcel Senn sagt:

          @Sommerer: Als Selbstbewohner stimmt dieses Thomas Ernst Zitat 100% – anders sieht es aus, wenn ich das Haus vermiete, da werden die Mieterträge mit steigendem Marktwert ansteigen und vice versa!

          @Marti: Der Nutzen waren ja nicht die Ferien und Autos, sondern nur ein temporär höherer Belehnungswert – der sich dann Ex-Post als Seifenblase entpuppte, vor allem wenn die Bank die Hypothek dann infolge fallender Marktpreise wieder nach unten anpassen wollte…

  • Urs sagt:

    Ja nun, was soll ich sagen… wir messen bzw. beschäftigen uns ja die ganze Zeit nur mit den für das Kapital und einem Investor wichtigen Parametern.
    .
    Wachstum ist die einfachste Methode aus einer Investition wieder einen Profit rauszuschlagen. Steigen dann noch die Preise gibt es noch fette Renditen dazu… Ohne jetzt gleich in tiefere theorien abzutauchen, so ungefähr geht es ja.
    .
    Das gleiche wird uns mit den Tickern und „wichtigen“ Nachrichten zu den Finanzmärkten suggeriert. Aber am ende sidn auchd as nur Kennzahlen die für Investoren wichtig sind. Für den Alltag der Gesellschaft hat auch das keine Relevanz…
    .
    So geht das durch usner ganzes Leben… wir wachsen mit Informationen auf die uns das ganze Leben als lementar für unser wohlbefinden unter die Nase gerieben werden…
    .
    Kein Wunder haben wir bis heute nicht gelernt mit sich verlagsamenden oder gar verkleinernden Situationen umzugehen ohne nach dem Prinzip „Profite privatisieren, Verluste sozialsieren“ zu verfahren.
    .
    Es geht aber nun mal nicht, in guten Zeiten den gesamten erwirtschafteten Wohlstand, Profite, Renditen nach oben zu transferieren (streng Steueroptimeirt oder sogar Steuerbefreit) und in schlechten Zeiten wieder nach unten zu greifen um sich zu sanieren… Austherity…
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    Es geht auch nicht, Millionen von Menschen einfach als Faul, Südländisch und über ihre Verhältnisse gelebt zu bezeichen. Das haben Sie nicht… nicht mehr als es eine gewisse vorhandene Euphorie sowieso anzeigte.

  • Marcel Senn sagt:

    Jetzt fehlt eigentlich nur noch 2014 oder 2015 die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative oder der Ecopop-Initiative, und in Folge darauf die Auflösung des PFZ und der bilateralen Verträge – die Immobiliennachfrage würde einbrechen, die Exportwirtschaft hätte es wesentlich schwieriger – und die Schweiz käme in die schwerste Krise seit den 30er Jahren.
    .
    Es bleibt zu hoffen, dass über die Konsequenzen eines allfälligen europäischen Alleinganges noch genügend berichtet wird und dass das Stimmvolk nicht aus kurzfristigen, populistischen und egoistischen Ueberlegungen in der Konsequenz die Immobilienblase und die Exportwirtschaft „platzen“ lässt. So gut aufgestellt wären wir dann ganz alleine mitten in Europa nicht mehr wie manche speziell aus einer Partei vermutlich meinen. Wir bewegen uns zunehmend auf dünnem Eis!
    .

    • Andreas Keller sagt:

      @Marcel Senn: Die ECOPOP-Initiative wird wohl erst 2017 zur Abstimmung kommen, ich gehe davon aus, dass das Bundesparlament hier wieder (wie bei der Abzocker-Initiative) die Behandlung so lange wie möglich dauern lassen wird.

      Das wird allerdings den Reiz der ECOPOP-Initiative kaum schmälern. Denn eigentlich spüren je länger je mehr SchweizerInnen, dass der Zustrom der EinwanderInnen so nicht weiter gehen kann. Die neuen Arbeitskräfte haben die Besitzenden, die Aktionäre, die Vermieter etc reicher werden lassen. „Unten“ ist davon wenig angekommen, die Einkommens- und Vermögensschere öffnet sich, der Stress bei der Arbeit steigt, der Dichtestress in Bus und Bahn nimmt zu, vom Stress bei der Wohnungssuche gar nicht zu sprechen…

      Beim Immobilienboom gilt übrigens ganz allgemein: Je höher der Boom, umso tiefer der Fall. Wenn die ECOPOP-Initiative oder wer oder was auch immer die Immobiliennachfrage abkühlt, kann man davon ausgehen dass das die Abwendung von Schlimmerem ist.

    • Robert Stettler sagt:

      Genau, denn es ist viel sinnvoller eine stabile Wirtschaft zu erzeugen indem man ein Schneeballsystem ala Madoff erzeugt und alles nur dank zunehmender Bevölkerung bekommt: wachsendes BIP, wachsende Unzufriedenheit, wachsender Populismus etc.
      Was machen Sie Herr Senn wenn alles verbaut ist? einfach weiter in die Höhe bauen bis wir den Mond erreichen?

      • Peti Don Kleti sagt:

        Genau, denn die Erde ist ja eine unendliche Scheibe mit unendlichen realen Wachstumsmögilchkeiten.
        Deshalb hat die Zuwanderung ja auch keinerlei Folgen für Gesellschaft, Ressourcen und Natur.
        Also, baut die CH zu, in die Höhe, Breite und Länge. Schöpft alle verfügbaren Ressourcen ab, wenn nötig halt mit neuen Technologien.

        Und ja, ich bin König Artus, Efinder des Hustenbonbons am Stiel.

        • Erika sagt:

          an M. Senn: Wenn ich nicht irre, leben Sie gemäss Ihren Kommentaren in Südamerika. Deshalb können Sie sich gar nicht vorstellen, was die PFZ hier alles Negatives bewirkt. War lange im Ausland und bin schockiert über die Zustände in CH. Also, warum sind Sie ausgewandert? Wenn es hier so toll ist, wie Sie schreiben ist dies für mich widersprüchlich.

          • Marcel Senn sagt:

            Erika: Ich befasse mich viel mit makroökonomischen Daten u.a. der CH und es ist mir klar, dass der PFZ mit Zuwanderung und Verbauung auch seine negativen Seiten hat. Der Bauboom der letzten Jahre hat die CH vor dem allgemeinen europäischen Abwärtsstrudel ziemlich bewahrt, dies auch trotz der Frankenstärke. Nur ist die Hypothekenbelastung der privaten mittlerweile auf rund 105% des BIP angewachsen, die Immobilienpreise kommen langsam in ungesunde Preisregionen und z.B. ein Schock wie die Auflösung der bilateralen Verträge durch eine der Initiativen wird vermutlich zu einem Nachfrageeinbruch führen, der für die CH ungeahnte Dimensionen enden kann und vermutlich wird.
            .
            Es müssen Wege gefunden werden, die Einwanderung auf eine sanftere Art und Weise herunterzufahren. Zum Beispiel vor allem Kurzaufenthalterbewilligungen zu erteilen, Steuern für all die Holdinggesellschaften zu erhöhen, dass die Schweiz weniger attraktiv wird, eine Annahme der 1:12 würde die Attraktivität auch bremsen (wobei ich allerdings eher davon ausgehe, dass diese schlussendlich abgelehnt wird), fertig mit der Kuschelimmigration und steuerlichen Vorteilen für ExPats, usw usw.

            Ich habe die 91-Immokrise hautnah in nahen Umfeld erlebt und weiss wie durch eine solche Existenzen zerstört werden können, darum appeliere ich an einen intelligenten Umgang mit der Situation und nicht versuchen, diese mit dem Zweihänder zu lösen, das könnte sich fatal auswirken.

            Hier wo ich wohne hat es tatsächlich noch viel Platz – aber vielleicht werde ich in einigen Jahren auch wieder in die Schweiz zurückkehren, darum ist es mir ein Anliegen, dass es dieser auch in 10 oder 15 Jahren noch gut gehen wird.
            PS: Hier in der Nähe hat es auch eine Colonia Suiza namens Nueva Helvecia wo die Schweiz jeweils den ganzen August gefeiert wird mit Trachten, Jodeln bis zum abwinken:-) Die Schweiz ist hier omnipräsent und ist ein Vorbild – auch darum soll es soc bleiben

    • Max Bader sagt:

      Die PFZ ist gerade die Ursache dieser sehr delikaten Lage. Das Wachstum ist auf Luftblasen aufgebaut, ähnlich wie in Spanien, als man vor der Krise Millionen von Menschen ins Land lies, die auch den Immoblienboom förderten, nicht aber die Produktivität. Spanien leidet noch immer darunter, dass es diese Arbeitslosen nicht mehr „exportieren“ kann. Die Schweiz macht genau die gleichen Fehler. Wir verlassen uns viel zu sehr auf quantitatives Wachstum, welches uns rein gar nichts bringt. Die Kündigung der PFZ ist die wichtigste Vorbereitung auf die kommende Wirtschaftskrise. Die wird so oder so kommen.

      • Marcel Senn sagt:

        Bader: Die PFZ hat mit all seinen Spezialisten einerseits Wachstum z.B. in Hochtechnologien gebracht (die ja immer noch ein Exportschlager sind) – auf der anderen Seite eben auch die negativen Folgen wie Verbauung, Mietsteigerungen und Menschenmassen, Umweltproblematiken usw usw. Nur die aktuelle Realität ist nun mal das die PFZ mitsamt den anderen bilateralen Verträgen.
        Und die CH mit einer der höchsten Privatverschuldungen der Welt (v.a. Hypotheken), allerdings auch bei einem der höchsten Bruttovermögen befindet sich mittlerweile auf dünnem Eis – da sollte man die Problematiken intelligent und kreativ lösen und nicht mit dem populistischen Zweihänder – die Gefahr ist zu gross, dass das Eis dadurch einbricht!

      • MIke sagt:

        „Wir verlassen uns viel zu sehr auf quantitatives Wachstum, welches uns rein gar nichts bringt.“ Meine persönliche Erfahrung mit Immigranten ist, dass diese oftmals sehr, sehr tüchtig sind. Sie wollen sich integrieren und auch etwas erreichen. Sie wollen so leben wie die Schweizer, die seit mehreren Generationen da sind. Sie wollen politisch etwas zu sagen haben. Und geben, um das zu erreichen, „Vollgas“.
        Amerika ist im Übrigen auch ein Einwandererland. (Basierend auf der Illusion der Möglichkeit, vom Tellerwäscher zum Millionär aufsteigen zu können. Dabei ist das Gegenteil der Fall. „Wer hat schon 80’000$ für ein Studium?)
        Hingegen kann man durchaus in der Schweiz vom Tellerwäscher zum Millionär aufsteigen. Nur wird das nicht so verkauft.
        Aber nun ja – wir müssen ja nicht alle gleicher Meinung sein. Ich bin davon überzeugt, dass uns die „Ausländer“ sehr viel Positives bringen.
        By the way: Wir diskutieren komplett am Thema vorbei.

        • Marcel Senn sagt:

          Mike: Gehe mit Ihren Aussagen einig – nur nicht, dass wir am Thema vorbeidiskutieren – hängt doch alles zusammen – die CH ist ein rohstoffarmes Land, das quasi zu Fleiss und Spitzentechnologie prädestiniert ist – und das benötigt halt auch ausländische Fachkräfte (da wir selber nicht genug davon haben), das wiederum (gekoppelt mit der fast 0 Zins-Politik der SNB) führt zu einem Bauboom und halt eben auch Uebertreibungen auf dem Immomarkt, welcher für die CH auf dem aktuellen Niveau wieder eine ernsthafte Gefährdung darstellen könnte. Es führt halt auch zu der oft beklagten Ueberbevölkerung und Zubetonierung!

          Und gerade darum muss man die Problematiken analytisch und in ihren Kausalzusammenhängen anschauen und dann smarte wirtschafts- und sozialverträgliche Lösungen finden!
          Wenn z.B. eine SVP wirklich mal eine durchdachte smarte Initiative lancieren würde, hätte ich keine Scheu als Linkswähler für diese zu stimmen – nur leider kommen bislang nur so unbrauchbare populistische Holterti-Polterti Initiativen – lässt immerhin Raum für die anderen Parteien, sich was schlaues auszudenken und umzusetzen.

    • Andreas Keller sagt:

      @Senn: Die Besitzenden, die Aktionäre, die Vermieter etc profitieren vom Zustrom immer frischer Arbeitskräfte. „Unten“ ist von diesem Wirtschaftsboom kaum etwas angekommen, ausser dem erhöhten Stress am Arbeitsplatz, dem Dichtestress in Bus und Bahn, vom Stress bei der Wohungssuche ganz zu schweigen…

      Über die ECOPOP-Initative wird wohl erst 2017 abgestimmt, ich gehe davon aus dass das Parlament der Behandlung der ECOPOP-Initative möglichst in die Länge zieht (wie bei der Abzocker-Initiative). Falls der Immobilienboom nicht schon vorher einbricht, wird es 2017 allerhöchste Zeit sein…

    • Marcel Zufferey sagt:

      Genau, Herr Senn: Wenn wir jetzt das Kind mit dem Bade ausschütten, dann gehen wir alle baden!

    • Luisa Haltner sagt:

      Es ist schon lange mein Verdacht, dass gewisse Kreise davon träumen, diesem Arbeiterpack endlich d.Knöpfe einzutun, damit mann wieder Boss ist u.d.Löhne diktieren kann.
      1.Das begann mit d.EWR-Nein: Es ging darum, d.Autoimporteuren die Kartellprämie von 1Milliarde/Jahr zu retten! Gleichzeitig wurden alle Kartelle gerettet u.so haben wir heute noch 1’000 davon.
      Was kaum jemand begreift: Wir haben nicht hohe Löhne, weil wir gut sind, sondern weil wir d.Kartellisten füttern müssen, die d.Preise um rd.30% in d.Höhe treiben.
      2.Die Produktivität d.CH ist gut, aber eben nicht gut genug, um nach d.Bauboom den Knick aufzufangen. Sollten wir d.Fehler machen, uns noch mehr von d.EU abzukoppeln, werden wir auf die Anfang-60er-Jahre zurückfallen, allerdings dann mit über 15 % Arbeitslosen. (Dann wären wir wenigstens in dem Punkt EU-kompatibel. ;-()
      3.Noch etwas wird übersehen im populistischen Anti-Ausländer-Geschrei: Jeder Ausländer, der hier arbeitet, WIRD GEBRAUCHT, und der verdient für UNS Geld!!! Das sollten sich vor allem AHV-Bezüger hinter d.Ohren schreiben, weil ohne diese Beiträge d.AHV nur noch für wenige Jahre gesichert ist.
      4.Wir sind ein Export-Land. Unser einziger Rohstoff ist Wissen u.Können. Wenn die Kantone – die vor ein paar Jahren noch grossmäulig auch Steueroase werden wollten – den Schulen das Geld kürzen, müssen wir mit noch grösseren Einbrüchen rechnen. (Beispiel: Kanton St. Gallen: bei den Berufsschulen wurden Schulen f.1 Woche geschlossen, um zu sparen..!)
      Schweizer sollten wieder einmal ihr Gehirn im Kopf in Gang setzen. Herumbrüllen füllt keine Kochtöpfe – und jene, die am lautesten schreien, werden dann CH-Arbeiter zu den miesesten Bedingungen beschäftigen, aber sicher niemandem helfen als sich selbst!!

      • Dani Meier sagt:

        Frau Haltner, das ist einfach nicht richtig, was Sie bei Punkt 3 anmerken: Nicht jeder Ausländer, der in die Schweiz kommt, „wird gebraucht“. Zahllose kommen nur, weil man hier fürs Nichtstun sehr viel Geld kassieren kann, wenn man nur schon einen Tag gearbeitet hat. Und diese Leute, die es braucht für die Arbeit und die einbezahlen in die AHV, werden irgendwann auch mal etwas zurückerhalten. Was nichts als recht ist, aber da die AHV immer mehr Renten ausbezahlt, wird es darum auch immer schlimmer mit dem Minus. Denn um dieses auszugleichen, müssen immer mehr einbezahlen, was wiederum mehr Zuwanderung… Und so weiter und so weiter. Aber hauptsache, die SP kann Forderungen aufstellen, dass wir unser wie weltweit anerkannt allerbestens bewährtes 3-Säulen-Prinzip zugunsten der AHV aufgeben sollen. Linke Träumereien, wie immer absolut unbrauchbar.
        Punkt 1, 2 und 4 stimmen in der Analyse, allerdings ist die Schlussfolgerung wo vorhanden katastrophal falsch, analog Marx! Wir bräuchten dringendst gute Ingenieure, aber nein, wir bilden Jahr für Jahr hunderte Sozialwissenschaftler, Juristen und Historiker aus, die niemand brauchen kann, weil es schon viel zu viele gibt im Arbeitsprozess. Also werden sie vom Staat angestellt, wo sie nur kosten und nichts produktives leisten (Verwaltungswasserkopf).

        • Ali Ferkous sagt:

          Treffende Analyse – die Verwaltung wächst und wächst und wächst, vor lauter Beamten produziert sie Fehler um Fehler, s. Gesetze, welche sie für die Parlamente vorbereitet: Obwohl Hunderte von JuristINNen und eine immense Zahl von „Fachstellen“ im Rahmen von Ämterkonsultationen in ihrem Fachbereich Schwachstellen der Gesetzesvorlagen erkennen sollten, stellt man in der Praxis fest, dass dies ungenügend erledigt wurde. Die Antwort der Exekutiv-Politiker und des Verwaltungsapparates beschränkt sich darauf, dass mit mehr BeamtINNen die Verwaltung noch unübersichtlicher gestltet werden soll. Mit einer wachsenden Staatsquote soll die Ineffizienz des Staatsapparates gefördert werden…

          • Josef Marti sagt:

            Gesetze werden nicht von der Verwaltung gemacht, und deren Vorbereitung beschränkt sich idR nur auf eine Auslegeordnung; die effektive Beratung und Ausformulierung wird in den parlamentarischen Kommissionen bis zum geht nicht mehr hin und her geschoben, schliesslich gelangt die Vorlage erst dann in die beiden Räte, die dann nochmals gegenseitiges Ping Pong betreiben. Wir haben also immer noch Gewaltenteilung. Was die Staatsquote anbelangt, so können Sie diese wohl kaum eindämmen, wenn die Bevölkerung sich in absehbarer Zeit verdoppelt, dann verdoppeln sich nämlich zwangsläufig auch die Krankenhäuser, Spitäler, Gefängnisse, Justizwesen- und Vollzug etc. etc., auf der anderen Seite kann die Erhöhung des BIP nicht mithalten, da es wie gesehen pro Kopf sogar sinkt. Fazit: Mit den bürgerlichen Rezepten im Sinne die PFZ „ist eine Erfolgsstory“ wird der MIttelstand definitiv zerrieben werden. Willkommen im neuen Feudalzeitalter.

          • Hansli sagt:

            @Marti
            Das BIP pro Kopf steigt. Können Sie googeln.

      • Martin Fischer sagt:

        Die Buchhalterrechnung ‚wir brauchen X neue Arbeitskräfte‘ ist genauso gut wie die der Manager ‚in Rumänien kostet mich das ein Zehntel‘. In der Realität sehen wir dann, dass die meisten Arbeitskräfte aus Hinterbergistan nicht die Leistung bringen und die Stückkosten in Rumänien die Qualität der Ware widerspiegeln. In der Realität sieht man dann auch, dass der Sozialstaat, wie wir ihn uns für alle und jeden, der es über die Grenze schafft, leisten wollen, auch mit höchsten Steuern und 1:12 Löhnen nicht finanzierbar ist und auch keine weitere Gerechtigkeit bringt, ausser eine Nivellierung nach unten.

      • Andy Dreyer sagt:

        @Haltner: Etwas übertrieben formuliert, aber im Grunde bin ich ähnlicher Meinung wie sie

    • Brunner sagt:

      Die Bauwirtschaft wird auch noch einbrechen, alleine schon, weil BR Schneider-Amman in Zukunft nicht mehr will, dass sich Leute mit Hilfe der Zweiten Säule ein Haus oder eine Eigentumswohnung finanzieren.

    • Walter Bossert sagt:

      Herr Senn, Ihre Einschätzung für die Zukunft zeigt vor allem eines, wir sind ganz gehörig auf dem Holzweg! Wenn wir nicht anderw Möglichkeiten finden zu wirtschaften, dann ist ein Krieg und dazu gehörige Katastrophen nicht mehr auf zu halten. Der Mensch das intelligenteste Wesen? Von wegen!

      • Marcel Senn sagt:

        Bossert: Da bin ich völlig Ihrer Meinung – die intellektuellen und kreativen Fähigkeiten hätten gewisse Menschen sicher, um was besseres hinzukriegen – nur leider hat es auch noch viele mächtige Kräfte, die sich dagegen mit aller Vehemenz wehren v.a. aus kurzfristigem Eigennutz…bin ja auch gespannt, wie das noch alles enden wird…

      • Linus Huber sagt:

        Krieg wird dann von Entscheidungstraegern gewaehlt, wenn ihr korruptes Verhalten immer offensichtlicher wird und sie dadurch der Gefahr des Machtverlustes ausgesetzt werden. Tatsaechlich sind wir auf gutem Wege dahin.

      • Linus Huber sagt:

        Wir scheinen auch hier die Bedeutung der Bankenlastigkeit der Schweiz zu unterschaetzen. Wir haben aufgrund der massiven manipulativen Eingriffe der Zentralbanken (welche schrittweise zum weltweiten Zentrum der Zentralplanung erhoben wird) unverhaeltnismaessig stark davon profitiert. Wenn die dadurch entstandenen neuen und verstaerkten Ungleichgewichte sich wieder als Problem erkannt werden, sind wir desto staerker von den negative Auswirkungen betroffen. Z.B. ist es geradezu laecherlich, wenn die SNB x-Milliarden Gewinn ausweist, nachdem die Bilanzsumme in solch einem Ausmasse ausgeweitet wurde. Wie wird es aussehen, wenn die SNB ihre Bilanz eines Tages reduzieren muss? Oh, dies konnte nicht vorausgesehen werden, hoere ich schon heute, wenn die Verluste sich anhaeufen.

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