Ein denkwürdiges Jubiläum

Milton Friedman und Max Iklé. (Fotos: Keystone)

Ein flexibler Wechselkurs wurde Mitte des 20. Jahrhunderts als grosses Wagnis angesehen: Ökonom Milton Friedman und Max Iklé (ehemaliges Mitglied des Direktoriums der SNB). (Fotos: Keystone)

Vor ziemlich genau vierzig Jahren kam es zu einer der folgenreichsten Entscheidungen der schweizerischen Währungsgeschichte: Am 23. Januar 1973 stellte die Schweizerische Nationalbank (SNB) im Einvernehmen mit dem Bundesrat ihre Dollarkäufe zur Stützung des Wechselkurses ein.

Obwohl der Übergang zu einem flexiblen Wechselkurs nur als vorübergehende Massnahme gedacht war, begann damit eine völlig neue Epoche für die schweizerische Wirtschaftspolitik. Seither ist der Franken nie mehr Teil eines internationalen Währungssystems gewesen. Wie radikal sich die Verhältnisse seit Beginn der 1970er Jahre geändert haben, zeigt der Dollarkurs des Schweizer Frankens seit dem späten 19. Jahrhundert:

Aus heutiger Sicht mag es selbstverständlich sein, dass ein kleines Land mit einer offenen Volkswirtschaft mit einem flexiblen Wechselkurs leben kann. Es ist ja nicht nur der Schweizer Franken, der ohne permanente Fixierung an den Dollar oder den Euro auskommt, sondern zum Beispiel auch die Währungen Australiens, Neuseelands, Norwegens oder Schwedens. Sogar die isländische Krone kommt ohne Anbindung an einen grösseren Währungsraum aus.

Damals aber gab es grosse Bedenken. So waren etwa die Banken vehement gegen eine Änderung des Währungssystems. Ein Vertreter einer Zürcher Grossbank schrieb 1971, man sei sich in Bankenkreisen vollkommen einig

in der unbedingten Ablehnung des Gedankens, die strukturbedingten Grenzen der Geldpolitik durch flexible Wechselkurse erweitern zu wollen, müsste doch ein solcher Eingriff wesentliche Grundlagen zerstören, auf denen die schweizerische Aussenwirtschaft und damit der schweizerische Volkswohlstand ruht.

Auch in der SNB lehnte man die Abkehr von fixen Wechselkursen lange Zeit ab. Aufschlussreich war etwa die Unterhaltung, die Max Iklé, von 1956 bis 1968 Mitglied des Direktoriums, mit dem Ökonomen Milton Friedman, einem vehementen Befürworter von flexiblen Wechselkursen, führte. Max Iklé fasste seine Opposition gegen flexible Wechselkurse, die er Friedman gegenüber äusserte, wie folgt zusammen:

Der Wechselkurs eines kleinen Landes könne viel leichter durch Geldströme beeinflusst werden als derjenige eines grossen oder mittelgrossen Landes. Ein kleines Land wie die Schweiz, mit einem starken Finanzzentrum, sei stärker von Geldströmen abhängig als ein Land, dessen Bankensystem weniger stark ausgebildet sei. In der Schweiz fielen die Geldströme weit stärker ins Gewicht als die Warenströme, da kurzfristige Gelder zeitweise ins Land strömten, zeitweise dieses wieder verliessen. Dazu komme das Vertrauen in den Schweizerfranken, welches dazu führe, dass die Schweiz bei gestörten Währungsverhältnissen als Zufluchtshafen diene. Die Wissenschaftler gingen davon aus, dass sich in einem System flexibler Wechselkurse der «richtige» Wechselkurs automatisch herausbilde. (Erinnerungen, publiziert 1984, S. 318 f.)

Iklé hatte zweifellos recht mit seinem Argument, dass ein flexibler Frankenkurs nicht immer schön im Gleichgewicht bleiben würde. Seit 1973 ist es immer wieder zu enormen Schwankungen des Wechselkurses gekommen. Die Grafik zeigt den realen Frankenkurs gegenüber dem US-Dollar und der DM bzw. dem „deutschen Eurokurs“. (Der Kurs 100 ist der Gleichgewichtswert : je höher der Wert desto stärker der Frankenkurs.)

Aber Iklés Argument ist insofern unvollständig, als das Problem der kurzfristigen Geldströme auch bei einem fixen Wechselkurs existiert. Es äussert sich einfach auf andere Weise: Statt Aufwertung gibt es Inflation, weil die hereinströmenden Kapitalien die Geldmenge aufblähen. 1973 gelangten SNB und Bundesrat zur Auffassung, dass die Geldströme aus dem Ausland so stark geworden seien, dass die Preisstabilität nicht mehr gewährleistet werden könne. Aus demselben Grund ist auch die aktuelle Untergrenze nicht für die Ewigkeit gedacht.

Kein Währungssystem ist perfekt, aber wenn man die letzten vierzig Jahre bilanziert, ist die Schweiz mit ihrem flexiblen Frankenkurs gut gefahren. Der Entscheid von 1973 war richtig.

42 Kommentare zu «Ein denkwürdiges Jubiläum»

  • Die Diskussion um fixe oder flexible Wechselkurse in einem Land sind immer nur eine zeitlich begrenzte Phase in der Finanzentwicklung einer Volkswirtschaft wenn man einen Horizont über Dekaden betrachtet. Das was die SNB momentan tut ist das einzig richtige für unser Land. Was mich viel mehr besorgt ist die Tatsache, dass die Politik versucht die Notenbanken weltweit zu bevormunden. Die Notenbanken haben seit ende des 2. Weltkrieges die Wirtschaft massgeblich positiv beeinflusst und ihre Rolle als Waage des Finanzsystems wahrgenommen. Sie dienen quasi als verdeckte 4. Kraft in einer funktionsfähigen Demokratie. Dies sollte vorallem unsere allwissende Volkspartei zu Herzen nehmen. Wer die Nationalbanken destabilisiert und beeinflusst, destabilisiert langfristig unser Finanzsystem und damit auch unseren Wohlstand und die Entwicklung der Volkswirtschaft.

  • Thomas ernst sagt:

    @ ast

    Ihre Analyse scheint mir korrekt, doch lösen auch fixe Wechselkurse solche Probleme nicht, da sie das System versteifen statt geschmeidig machen. Konkret wird (siehe CH) von den Importeuren zu den Exporteuren umverteilt, wenn der Kurs der eigenen Währung künstlich gesenkt wird – was eine Notenbank im Prinzip ewig tun kann. Aber es werden Folgeeffekte auftreten (Inflation etc), welche dann eine Umverteilung von den Sparern und Rentnern zu den Investoren bewirkt.

    Was viele (noch) nicht begreifen, ist, dass wir inzwischen WIRKLICH globalisiert sind. Wenn ein Währungsapparatschik in der EU einen monetären Furz lässt, können die Auswirkungen leicht einem Brasilianischen Unternehmer oder einem Appenzeller Hotelier das ganze Geschäft ruinieren.

    Es gibt keinen Safe Haven mehr – nirgends. Selbst im tibetanischen Kloster zu meditieren schützt nicht vor dem Smog aus Peking.

    Die eine Antwort auf diese Erkenntnis ist die „New World Order“, der Glaube an eine wohlmeinende und effiziente Weltregierung, der Abschaffung der Nationalstaaten, und übertragung der Macht von den Demokratien an die selbsternannten Lenker der Welt – Kissinger, Merkel, Draghi, und co. Das ist der Weg des „mehr vom selben“. Wenn es schon nicht gelungen ist, Freiheit und Marktwirtschaft in den einzelnen Ländern zu stabilisieren, versuchen wir es halt mit der ganzen Welt. Zentralisieren, Reglementieren, Kontrollieren, Sanktionieren, Bevormunden. Es gibt Leute, die glauben echt an sowas.

    Die Alternative wäre eine Neubewertung der Situation und eine mentale Änderung. Stell dir vor, es ist Wirtschaftskrieg und keiner geht hin.

    Ich habe (noch) keine griffige neue Sicht, aber das aktuelle System ist instabil und todgeweiht und auf die Segnungen der NWO kann ich gut verzichten.

    • Linus Huber sagt:

      Nicht grundlos stoeren sich die EU-Machthalter an der direkt-demokratischen Schweiz, in welchem das Volk zu einzelnen Gesetzes noch selber Stellung beziehen kann. Dieses unseres politisches System wirkt wohl ein wenig wie ein beispielmachender Dorn im Auge des zentralistischen und schlussendlich NWO Gedankengutes. Obwohl wir sicherlich mit etlichen Schwierigkeiten rechnen muessen, sollten wir den Pfad der Unabhaengigkeit und direkten Demokratie auf keinen Fall verlassen und auch bereit sein, einen Preis fuer unsere Freiheit zu bezahlen.

      Eine andere Analyse der gegenwaertigen Entwicklung kommt zum Schluss, dass wir uns weltweit Richtung Nationalsozialismus bewegen, in welcher zum „Wohle“ der Allgemeinheit, die staatliche Macht sich zulasten der individuellen Freiheit massiv ausweitet, womit wir die Bevoelkerung immer staerker den Machtgeluesten der Elite ausgeliefert ist.

      In jedem Fall sind wir in einer Periode, in welcher wohl innerhalb von ein paar Jahren die Geschichte von 50 oder mehr Jahren ablaufen duerfte. Grundsaetzlich enorm interessant, wenn man nicht nur selber davon betroffen waere.

      • Ächz… New World Order, Bilderberger usw. tönen mir etwas zu esoterisch. Ich halte es allenfalls für eine Verschwörung des Glaubens, im Speziellen des fundamentalistischen Glaubens an den Freien Markt als höchste Form sozialer Ordnung. Im Gegensatz zu den 1.Augustreden unserer bürgerlichen Politiker steht der Freie Markt im Widerspruch zur Demokratie, denn der Wille des Volkes äussert sich in Handlungen des Staates, also des erklärten Erzfeindes des Freien Marktes. Dies ist keine Wertung! Man darf getrost der Ansicht sein, freie Märkte seien „besser“ als die Demokratie, aber es ist eine Lüge, zu sagen, die beiden gehen zusammen. Sie gehen *nicht* zusammen! Entweder Freier Markt oder Demokratie.
        Dies ist auch der Grund, weshalb die EU sich an direkt-demokratischen Traditionen der Schweiz stört (oder am geplanten Referendum Griechenlands vor ein paar Monaten. Remember?), denn die EU ist ein neoliberales Projekt (vgl das Ausmass der Privatisierungen, Deregulierungen und Liberalisierungen, die sogar die der USA übertreffen. USPS is ein Staatsbetrieb!!).
        „Der Staat“ ist nicht unser Feind, denn wir alle sind der Staat (jedenfalls in der Schweiz, solange wir noch Initiativen und Referenden haben). Im Gegensatz dazu *ist* der Freie Markt unser Feind, denn „der Markt“ ist, wer ihn kontrolliert, und keiner hier glaubt wohl im Ernst, er habe auch nur den Winzigsten Einfluss auf den Markt (ausser vielleicht ein Ökonom, der tatsächlich an den Unsinn glaubt, denn er predigt).

        • Linus Huber sagt:

          „fundamentalistischen Glaubens an den Freien Markt als höchste Form sozialer Ordnung“

          Sie scheinen etwas zu verwechseln. Wir leben schon seit 100 Jahren in einem manipuliertem Markt, indem Waehrungen aufgrund geldentwertender Politik die wichtigste Grundlage (ein Mass des wirtschaftlichen Erfolges) manipuliert wird.

          Demokratie schliesst den Freien Markt nicht aus, sondern nur, wenn wir aufgrund Indoktrination nicht erkennen, was die Funktion des Staates sein soll. In erster Linie muss der Staat die Freiheit des Buergers schuetzen und ihn damit ermaechtigen seine inherenten positiven Qualitaeten ausleben zu koennen. Bestimmungen, welche die individuelle Freiheit reduzieren, implizieren, dass wir keine menschlichen Qualitaeten besitzen und uns ohne entsprechende Regeln gegenseitig schlecht behandeln. In der Folge veraendert sich langfristig unser Selbstverstaendnis (Konditionierung) und fuehrt uns zunehmend zum unverantwortungslosen, nicht nachhaltigen, mitgefuehlsfreien, Regeln ausreizenden, ehrenlosen und unehrlichen Verhalten.

          Genau, wir sind alle der Staat und muessen persoenliche Verantwortung fuer das Funktionieren im taeglichen Leben mittragen und duerfen diese Funktion nicht an den Staat delegieren ansonsten wir entmenschlicht werden. Die Regulierungsflut ist hingegen erstens nicht nachhaltig und zweitens reduziert sie die persoenliche Verantwortung, welche eine freiheitliche Gesellschaft begleitet. Ehrenhaftigkeit und Ehrlichkeit, um ein Beispiel zu nennen, waren wichtige Aspekte in der Gesellschaft, aber haben sich schrittweise ins Gegenteil gewandelt. Was heute gilt, ist einzig die Zahl unter dem Strich. Es ist wichtig, die Zusammenhaenge richtig zu analysieren um die Problematik der heutigen Zeit erkennen zu koennen.

          • Ich glaube wir schreiben hier aneinander vorbei, was aber nichts ausmacht, da ich diese Konversationen hier sehr schätze. Sie versäumen, in meiner Replik zu unterscheiden zwischen dem, was geglaubt wird, und dem was ist. Der Grund, weshalb sich die Wirtschaft nicht so entwickelt, wie die ökonomische Lehre es behauptet, ist weil die Theorie falsch ist. Das hindert den ökonomischen Mainstream (zusammen mit der Economiesuisse und unserem bürgerlichen Politkader) aber selbstverständlich nicht daran, trotzdem an die Überlegenheit des Marktes gegenüber der Demokratie zu glauben und unsere Wirtschaft dahingehend umzubauen, den illusionären Freien Markt zu verwirklichen und uns damit weiter in den Abgrund zu fahren. Dieser Glaube ist unabhängig davon, wie der tatsächliche „Markt“ aussieht, d.h. ob er (Ihrer Meinung nach) überreguliert ist oder nicht. Mich beunruhigt daher nicht so sehr, ob wir (Ihrer Meinung zufolge) in einem manipulierten Markt leben. Es ist nicht der Islam, den wir fürchten müssen, sondern den Taliban! Welcher Unsinn geglaubt wird, ist mir im Prinzip egal („die Kapazität des homo sapiens, Unsinn zu glauben, ist unbegrenzt“), aber es gibt Leute, die bereit sind, andern ihren Irrglauben aufzuzwingen, auch wenn es den Untergang bedeutet.

            Sie scheinen eher an die Nützlichkeit eines befreiten Marktes zu glauben, als ich, oder an die Notwendigkeit, den Staat einzudämmen. Sofern es den „nanny state“ mit seinen Verboten (Rauchverbot, Kinderhüteverbot für Omis, Verbot dies, Verbot das) gehe ich mit Ihnen einig. Ich bin aber (offenbar im Gegensatz zu Ihnen) der Ansicht, dass der Statt eine Rolle in der Wirtschaft spielen soll, und daher für eine Wiederverstaatlichung aller Infastruktur (SBB, PTT, Strom, Wasser, Regiebetriebe des VBS, …). Dass „der Markt“ dem „Staat“ in jedem Fall überlegen ist, ist widerlegt (Beweis? Südkorea! QED)

          • Nachtrag: Ich glaube, einen Kronzeugen dafür zu haben, was in einem befreiten Markt passiert: die Finanzkrise von 2008! Was auch immer über die angeblich zum Ersticken regulierten Finanzmärkte gesagt (gelogen?) wird: die Regulierungen sind seit dem Fall von Glass-Steagall nur so gepurzelt, und die Verbriefung von Hypotheken, CDOs, Derivative, Hedge funds, Rating Agenturen etc. waren überhaupt nie reguliert. Aus meiner Sicht ist dies ein Prototyp eines unregulierten Marktes, und was daraus geworden ist, wissen wir nun ja (Obama ist schuld!!).

    • ast sagt:

      Herr ernst, vielleicht verwenden wir einen ungeeigneten Treibstoff zum Betreiben des Marktes. Der Mensch hat Geld geschaffen, aber wer sagt denn dass diesem Mittel nicht wesentliche Eigenschaften fehlen um das Kollabieren der Märkte langfristig zu verhindern? Fiat Money in der heutigen Gestalt lässt sich viel zu leicht manipulieren, das System ist extrem bestechlich und nicht Neutral. Aus meiner Sicht diskutiert die Ökonomie am falschen Treibstoff herum, anstelle hinzugehen und ein neues Treibmittel zu schaffen, das man weder manipulieren noch bestechen noch korrumpieren kann. Und auch Eines, das man nicht ohne Strafe aufblasen kann bis jedes seiner Teile weniger Wert ist als Klopapier.

      • Linus Huber sagt:

        @ Ast

        Sie kommen der Angelegenheit naeher. Ersetzen Sie das Wort „Treibstoff“ mit „Blut“, was fuer einen lebeweseartigen Organismus besser zutrifft (im Gegensatz zu einer mechanischen Denkweise) und sie sind auf dem richtigen Weg.

        Das Problem liegt natuerlich darin, dass sich die Entscheidungstraeger des durch die Manipulation gewaehrten Gefuehls der Macht sich ungern in diese Richtung bewegen duerften.

        • Linus Huber sagt:

          as Problem liegt natuerlich darin, dass sich die Entscheidungstraeger AUFGRUND des durch die Manipulation gewaehrten Gefuehls der Macht sich ungern in diese Richtung bewegen duerften.

        • ast sagt:

          Wenn man den Treibstoff als Blut vergleicht, dann fehlen ihm wohl die weissen Blutkörperchen 🙂

      • Thomas ernst sagt:

        @ ast

        Etwas viel Machbarkeitsglauben, würde ich diagnostizieren.

        Wievstellen Sie sich denn so einen Treibstoff/Blutversorgung vor?

        PS: Linus/ast: Das ist übrigens nicht dasselbe. Blut ist ein universaltransportmittel, das auch treibstoffe enthält, Treibstoff wird aufgebraucht und ist nach energieabgabe wech…

  • ast sagt:

    Würden Sie diesen Artikel in Südafrika oder Brasilien publizieren, dann hätten Sie vermutlich innert kürzester Zeit eine grosse Menge an Leserkommentaren. Die flexiblen Wechselkurse etwa des Südafrikanischen Rand sind gegenüber dem US$ und Euro auf neue Höchststände geraten, welche die dort elementare Exportwirtschaft gefährdet. In Südafrika kam es z.B. zu heftigen Streiks in den Platin Minenwerken. Durch die gestiegenen Kosten infolge der steigenden Währung (2012 über 15%) müssen nun Förderminen geschlossen werden. Dies wiederum wird Auswirkungen auf die Kosten von Autokatalysatoren haben, da diese mit Platin und oder Palladium betrieben werden. Die freien Wechselkurse verursachen, dass wenn die USA und Europa Quantitative Easing betreiben, sich mit der Zeit Rohstoffe bei uns verteuern, da die Geldflutungen Kurstreiber der Währungen in den Emerging Markets wurden. Das Geld der Notenbanken fliesst nicht in die Realwirtschaft des Zielmarktes, sondern an die Wertpapiermärkte, was Auswirkungen auf das globale Wechselkurssystem hat. Die Gelddruckerei erhöht die Bewertung von Währungen, die besser niedriger sein sollten. Die freien Währungen engen den Spielraum nationaler Notenbanken stark ein. Länder wie Südafrika sind nicht in der Lage auf dem globalen Währungsmarkt dieseleben Einflüsse zu erreichen wie die dominierenden Währungen, sie werden zum Spielball von Spekulation und unkalkulierbaren Währungsrisiken.

  • Thomas ernst sagt:

    Hier noch eine alternstive Sicht auf das Thema “ Was ist eigentlich Geld?“

    http://www.malik-management.com/de/malik-fuer-organisationen/krise-und-grosse-transformation21/heinsohn

    Übrigens: Malik weist in seinem aktuellen Post darauf hin, dass das Entscheidende an Kopernikus‘ berühmter Wende nicht das neue heliozentrische Weltbild an sich war. Beeindruckend ist, dass Kopernikus diese Wende ohne neue Daten, Untersuchungen oder Experimente auslöste, sondern allein durch eine neue Interpretation, eine neue Betrachtung der bereits lange bekannten Tatsachen.

    Wenn ich mir die Welt heute so ansehe, so halte ich die nächste Wende für sehr überfällig!

    • Das Problem in der Astronomie zur Zeit Kopernikus‘ (aber auch in der heutigen Ökonomie) war bzw. ist, dass angeblich „lange bekannte“ Tatsachen schlicht und einfach falsch waren, weil sie auf religiösen Thesen statt auf systematischen Beobachtungen basierten: etwa die Kreisbahnen oder eben das Geozentrische Weltbild. Natürlich lassen sich unter diesen Annahmen die scheinbar rückläufigen Planetenbahnen nicht erklären, weshalb Astronomen zu immer abstruseren Annahmen greifen mussten (Kreisbahnen auf Kreisbahnen auf Kreisbahnen…). Analog dazu lassen sich in der vorherrschenden ökonomischen Theorie Finanzkrisen nicht erklären, weshalb die Schuld dem Staat bzw Obama zugeschoben oder etwa behauptet werden muss, die Arbeitslosigkeit während der Depression sei freiwilliger Arbeitsverzicht gewesen.

      Erst wenn diese „lange bekannten“ Tatsachen aufgegeben und die Daten korrekt, d.h. ausgehend von Beobachtungen statt eines Gottesbildes, interpretiert werden, ist eine Wende möglich, die echte Erkenntnis bringt, egal ob der Gott YHWH oder Markt heisst. Sie sagen aber korrekt, dass eine Wende längst überfällig ist. Nur ist es widersinnig, diese von den Priestern der bisherigen Lehre zu erwarten, denn deren Ignoranz und Sturheit hat ja gerade den Irrglauben zementiert.

      • Linus Huber sagt:

        Es wird leider oft faelschlicherweise angenommen, dass der Markt versagt hat und dabei nicht erkannt wird, dass wir gar keinen freien Markt haben. Solange Waehrungen und Zinsen in diesem Rahmen wie in die letzten vielen Jahrzehnten manipuliert werden (dauernde Entwertung aufgrund zu tiefer Zinsen), wird sich dies irgendwann raechen und der Markt wird irgendwann reagieren. Was wirklich versagte ist die erwaehnte Manipulation und nicht der Markt.

        • ast sagt:

          Die Vorstellung eines freien Marktes knüpft an Freiheitsideale an die man gerne für Menschen in Anspruch nimmt. Das übersehen Viele dabei, der Markt ist kein Individuum und setzt sich auch nicht nur aus Menschen zusammen. Der Markt ist ein Netzwerk, und der Staat gehört mit seinen Institutionen ebenfalls zum Markt, genauso wie Konzerne. Neben diesen bekannten Teilen des Marktes gibt es auch noch eher Unbekannte. Die Natur gehört zu einer jenen Unbekannten, aber gelegendlich sogar dominierenden Teil des Marktes. So wie das Wetter in den Märkten mitspielt, so nimmt die Natur auch mit ihren nicht immer gleichbleibenden Ressourcen auf die eine oder andere Weise am Marktgeschehen Teil.Marktereignisse werden nicht immer von Menschenhand ausgelöst, deshalb darf der Markt auch nicht völlig ohne Regulation bleiben. Behinderte Menschen und Arbeitslose nehmen zwar nicht direkt am Marktgeschehen Teil, wenn sie aber missachtet werden, können wir politische Zustände erleben die wir Europäer nur zu gut aus unserer Geschichte kennen, den Faschismus. Dann gibt es im Markt auch ständige Wechsel jener Menschen die Zugang zu ihm haben, alte Menschen sterben, junge Menschen folgen nach. Natürlich sollen Junge nicht benachteiligt werden, aber ohne Regulierung sind sie es.

        • Es kommen da zwei verschiedene Vorstellungen eines Marktes zum Ausdruck, die man strikt trennen muss: die Vorstellung des „Freien Marktes im Ewigen Gleichgewichte“ (Gott) und den real existierenden Markt (das was draussen tatsächlich passiert). Natürlich hat der real existierende Markt nicht „versagt“; er kann genausowenig versagen, wie die Schwerkraft. Er folgt lediglich den Strömungen und Verwerfungen, die sich aus der aktuellen Situation ergeben. Andererseits kann Gott, d.h. die Idealvorstellung eines Freien Marktes, durchaus versagen, indem Er Dinge tut, die Er eigentlich nach der Göttlichen Weisheit Seiner Ewig Gültigen Dogmen gar nicht machen dürfte, zB. Krisen erzeugen.

          Wie in allen Theologien „funktioniert“ Gott (Markt) auch in der Theologie des Marktes (Ökonomie) nur für diejenigen, die an ihn glauben. Für alle andern zeigt sich, dass die Realität und die Wissenschaft bessere Antworten liefert. Das heisst in diesem Fall den Markt als ein chaotisches, instabiles System zu sehen, das entweder streng reguliert wird und damit — in Analogie mit einem Brennstoff — „kontrolliert brennt“, oder das (à la laissez-faire) von einer Katastrophe (Krise) in die nächste strauchelt, d.h. „explodiert“.

          • Linus Huber sagt:

            Das Problem liegt weniger zwischen instabilem System oder kontrolliertem Brennen als darin, dass das von Ihnen proklamierte kontrollierte Brennen die tatsaechliche Fehlueberlegung ist. Die heutige Krise ist das Resultat, dass wir ein kontrolliertes Brennen anstreben seit 100 Jahren, indem Geld einer dauernden Entwertung unterworfen wurde. Die kurzfristigen Dellen wurde dadurch ausgemaerzt, womit wir jedoch ein umso groesseres langfristiges Problem geschaffen haben. Wie bei einem Computer, welcher nie einem reboot ausgesetzt wird, kann man auch die Wirtschaft nicht fuer ewig in Vernachlaessigung der „creative destruction“ (um Schumpeters Theorie hier anzubringen) zentralplanerisch manipulieren. Sie wissen, wie der Computer immer schwerfaelliger und langsamer arbeitet, wenn sie ihn nicht gelegentlich re-booten und schlussendlich crashed.

      • Thomas ernst sagt:

        @ Ralph

        Ich stimme Ihren Ausführungen zu: Viele Ökonomen haben ein sehr religiös-mythisch geprägtes Verhältnis zum Markt, das mit einem echten Verständnis wenig zu tun hat.

        Die Fakten sind: Ein freier Markt tendiert immer in Richtung Gleichgewicht, welches aber in der Regel nicht erreicht wird, da Veränderungen an Produkten, Herstellern und Nachfragen das (immer unbekannte) theoretische Gleichgewicht ständig rumschieben. In der Theorie heisst es, am Ende des Tages ist der Markt geräumt – nur ist die Realität keine rundenbasierte Simulation mit perfekter Information, sondern eine laufende und sehr nebulöse Dynamik. Daher sind alle Theorien, die auf Gleichgewichte abstellen, weitgehend Schrott.

        Zweitens kann ein freier Markt zwar die freie Ressourcenallokation sicherstellen, aber NICHT, dass der Markt selber frei bleibt. Wie man mit jeder Simulationssoftware leicht selber nachprüfen kann, produziert ein freier Markt unausweichlich Starke und Schwache. Wenn man 100 Leute mit je 100’000 CHF ausstattet, und sie zufallsgesteuert echte Aktien handeln lässt, hat man nach 50 Runden eine fast perfekte Paretoverteilung: Einem gehört 40% des gesamten Kapitals, zwei haben je 20%, … und der grosse Rest ist längst Bankrott. „Wer hat, dem wird gegeben“ ist ein statistisches Naturgesetz.

        Sobald in einem Markt aber die Akteure verschieden stark sind, ist der Markt nicht mehr frei, sondern Monopolistisch, und damit eigentlich tot. Dieser eingebaute Selbstzerstörungsmechanismus der freien Marktwirtschaft ist es, der nun eine übergeordnete Instanz verlangen würde, der die Ungleichgewichte kompensiert. Da wird regelmässig nach dem Staat gerufen.

        Leider ist der Staat aber kein neutraler und ehrlicher Makler, sondern eine höchst egoistische und ungesunde Ansammlung von Akteuren und dubioser Partikular-Interessen, der selber auf demselben Markt mitspielt, den er neutral zu regulieren hätte. Das kann offensichtlich nicht gut gehen – und geht ja auch nicht…

        • Thomas ernst sagt:

          /2
          Kurz:

          Die zentralen Glaubensartikel der Ökonomischen Glaubenslehre sind im Kern falsch:

          1. Der freie Markt stellt Gleichgewichte her – falsch, er eiert wild um das bewegliche Gleichgewicht herum.
          2. Der freie Markt ist stabil, wenn man ihn nur lässt – falsch, der freie Markt zerstört sich selbst.
          3. Der Staat muss den freien Markt regeln – falsch, der Staat ist Mitspieler, Partei, und als Partei kann er kein neutraler Schiedsrichter sein.

          1 und 2 sind eher neoliberale Dogmen, 3 ist der Geburtsirrtum des Sozialismus.

          • Linus Huber sagt:

            Einverstanden, wobei ein kleiner Umstand des Schumpeter’schen Prinzips der „creative destruction“ vielleicht unter 2 eine regelmaessige Pendelgegenbewegung erzeugen mag. Nur ein gedanklicher Vorschlag, welcher vielleicht die Zerstoerung des Marktes mit ebenselbiger Selbstheilung ausstatten mag, sofern die Manipulation des Staates (Punkt 3) ausbleibt.

          • Thomas ernst sagt:

            @ Linus

            Ich denke, das ist das, was in der Evolution passiert. Da haben die einen, zB Farne und Dinosaurier die Oberhand und alle andern drücken sich in eine Nische. Dann kommt der Asteroid oder Vulkan oder beides, die Dinos raffts, und dann breiten sich die Säugetiere aus etc.

            Das Problem ist, dass dies auf die Marktwirtschaft übertragen eine lange Abfolge von korrupten monopolistischen Phasen gibt, die durch kurze Episoden des Umbruchs abgelöst werden.

            Ich sehe nicht, wie da die individuelle Freiheit florieren sollte. Was nützt es, wenn das korrupte US System in 40 Jahren zusammenbricht und durch ein korruptes chinesisches System abgelöst wird?

          • Linus Huber sagt:

            @ Thomas

            Ok, ich verstehe die Idee, dass einzig die Macht wechselt und danach wieder eine aehnliche Situation einstellt.

            Dies ist der Grund, warum Macht in sich bekaempft, respektive limitiert werden muss, da Macht offensichtlich korrumpiert. Die Macht des Staates sollte hauptsaechlich zum Schutze der persoenlichen Freiheit einzusetzen sein und ist ansonsten groesstenteils zu verurteilen. Zentralbanken, vor allem unter Fuehrung des FED, muss man in Erkenntnis dieses Umstanden bekaempfen, da sie die gegenwaertige Machtstrukture massiv foerdern.

            Der Vergleich der Wirkung eines Asteroids oder Vulkans auf die Dinos ist insofern nicht ganz korrekt, da es sich hierbei um exogene Kraefte handelt, waehrend wir eine endogene Entwicklung betrachten.

  • Leopold König sagt:

    Die flexiblen Wechselkurse ohne Golddeckung sind eine Katastrophe. Die USA und fast alle Länder der Welt vergrössern die Geldmenge, um ihre Währungen abzuwerten gegenüber anderen Währungen, damit die Exporte zulegen und die Firmen höhere Gewinne machen. Dies ist jedoch eine falsche Handlung weil am Anfang der Kette steht immer der Konsument und wenn der durch Inflation geschädigt wird und verarmt kann er auch nichts mehr kaufen. Dies wird früher oder später zu einer Katastrophe führen…

    • Linus Huber sagt:

      Ja, und die Verantwortlichen werden wie immer sagen, dass diese Katastrophe nicht voraussehbar war und niemand es wissen konnte, wie gehabt.

  • Martin Holzherr sagt:

    Die Schweiz ist also gut gefahren mit einem flexiblen Wechselkurs und einer eigenen Währung, die in „normalen“ Zeiten nicht an eine andere Währung gebunden ist.
    Wären auch andere europäische Länder mit einer eigenen selbst „eingestellten“ Währung besser dran als wenn sie in der Eurozone wären? Aktuell kann man die Frage sicher mit ja beantworten. Die PIGS-Länder hätten durch Abwertungen ihre Situation verbessern können und wären dann vielleicht heute in einer ähnlichen Situation wie Grossbritannien, welches zwar kaum Wirtschaftswachstum aber auch kaum Arbeitslosigkeit hat.
    Anders sieht es aber vielleicht wieder längerfristig aus. Die PIGS-Länder haben in der Vergangenheit zu häufig Abwertungen beschlossen und sich damit auch zu einfach aus wirtschaftlichen Schwierigkeiten „herausgekauft“. Als Mitglieder der Eurzone gibt es diese einfache Lösung nicht mehr. Jetzt muss die Wirtschaft dieser Länder zuerst unten durch und früher oder später müssen diese Wirtschaften deutlich wettbewertbsfähiger werden. Bis ihnen das gelingt können aber noch einige Jahre vergehen.

  • Walter Kunz sagt:

    Eines ist ganz sicher, wer mit den eigenen Händen sein Brot verdient, der hat ewig eine 2 am Rücken.

  • erich heini sagt:

    Wie man dieses Jubiläum journalistisch bearbeiten kann, ohne Fritz Leutwiler zu erwähnen, bleibt Straumanns Geheimnis.

  • Rolf Zach sagt:

    Die Einführung der flexiblen Wechselkurse war die Einführung des Dollar-Standards. Fast so etwas ähnliches wie Keynes 1944
    mit dem BANCO vorschlug, nur nicht mit der gleichen Disziplin. Seitdem kann man sagen, solange das Geldvolumen des Dollars stärker wächst als die amerikanische Wirtschaft und das reale Gütervolumen des Welthandels (Waren+Dienstleistungen) haben wir eine Inflation. Die Gretchenfrage ist die folgende: Hat der flexible Wechselkurs, das Wirtschaftswachstum in der Schweiz
    behindert und die Inflation gedämpft. Seit 1973 haben wir 1974/75 die schwerste Rezession gehabt seit 1935. Nur weil
    die Italiener zurückkehrten, war die Arbeitslosigkeit nicht katastrophal. 1978 hatten wir die Hot-Money Krise. Leutwiler war sehr stolz
    diese erfolgreich bekämpf zu haben. In den 80er Jahren schöpfte die SNB zuviel Geld, in den 90er Jahren zu wenig. Diese
    Politik trug dazu bei, dass wir ab 1993 allein in Europa eine langjährige Rezession hatten. 1973 war die Schweiz Spitze im
    Textilmaschinenbau, diese Stellung haben wir verloren. Mit dem Schweizerfranken bekam der Finanzplatz eine Goldwährung
    in die Hand. Nur der Schweizerfranken und der Yen haben sich gegenüber dem US$ aufgewertet. Alle anderen sind gleich oder
    weniger wert. Diese Politik hat der Finanzplatz mit Riesen-Investitionen in Schrott-Objekte in New York und London verspielt, dazu
    kam noch ein aggresives Marketing für Steuerhinterziehung in Westeuropa und USA. Die Ausschaltung des Bretton-Woods-
    System war eine zwangläufige Folge für die USA um ihre Stellung zu halten. Unser Prokopf-Einkommen ist das der USA,
    für mich ein Versagen der Schweizer Wirtschaftspolitik. Warum ist unser Pro-Kopf-Einkommen nicht so hoch wie jenes
    von Luxembourg? Nach der Lehre des Annalisten Braudel sind wir im Zentrum der Weltwirtschaft zwischen Mailand und
    Rotterdam, mit Genf zwischen Turin und Paris. Diese Stellung haben wir nicht genutzt, was Schade ist und einige Sektoren der Maschinenindustrie gingen verloren.

    • Luisa Haltner sagt:

      Sie gestatten: Die Krise, bzw. Stagnation 1992 – 2001 war eine Folge des EWR-Nein! Allein d.Maschinen-Industrie hat 250’000 Arbeitsplätze ins Ausland exportiert. Da hatte die Währung NULL Einfluss!
      Die hat mir Fritz Leutwiler selber erklärt – was hier aber zu weit führen würde.

    • ast sagt:

      „Fast so etwas ähnliches wie Keynes 1944 mit dem BANCO vorschlug, nur nicht mit der gleichen Disziplin.“

      Der Bankor welcher Keynes gerne eingeführt hätte sollte mit Gold konvertierbar gehalten werden. Der US$ wurde kurz vor diesem oben erwähnten“denkwürdigen Jubiäum“ von Richard Nixon von der Goldbindung abgekoppelt, was ihn somit zum Hebelwerkzeug US-Amerikanischer Machtpolitik werden liess. Milton Friedman ist einer der Begründer der währungspoltitschen Kollonialpolitik, welche das Land zur militärischen Supermacht aufbauen half. Der IWF wurde dann der neoliberale Arm dieser Entwicklung, der Beitritt in das IWF System ist seit 2000 mit der Auflage verbunden die eigene Währung nicht an Gold zu binden. Dieses Verbot verursachte, dass die SNB 1300 Tonnen Gold in Geld umtauschte und an die Kantone ausschüttete. das Gold hätte heute einen Wert von 50 Milliarden sFr., damals lediglich 12. Die Schweizer Bürger wussten nichts von diesen Bestimmungen des IWF, die Presse hatte auch hier völlig versagt entsprechend die Abstimmung der AHV Goldinitiative währungspolitisch zu kommentieren. Den Schweizern wurde lediglich gesagt, man benötige das Gold nicht mehr in der Bilanz der SNB um Währungspolitik betreiben zu können -was für eine Lüge! In Wirklichkeit wurde es der Schweiz verboten so viel Golddeckung zu haben, da war gar nichts frei.

  • Linus Huber sagt:

    Die Analyse des flexiblen Waehrungskurses vernachlaessigt die zugrundlegende Geldpolitik der Zentralbanken mit zu beruecksichtigen. Es handelt sich um eine Betrachtungsweise, in welcher ein Gefaess betrachtet wird ohne zu dessen Inhalt eine Aussage zu machen.

  • Luisa Haltner sagt:

    Damals ging es in 1.Linie darum, die exorbitante Differenz d.Kaufkraft $ zu europ.Währungen (1:2,3!!) zu beenden. (Bretton Woods) Die Europäer stellten sich auf d.Standpunkt, sie hätten genug an d.2.Weltkrieg bezahlt. Der abgezockte Gewinn d.USA war damals auf mehr als 1:4,5 gestiegen.
    Das wurde erzwungen durch d.Nichterneuerung d.Goldverträge mit d.USA (d.CH hatte massgeblichen Anteil daran) zur $-Golddeckung. Die Verhandlungen fanden 1971 in Rom statt, wobei ein Nebeneffekt war, dass den Erdöl exportierenden Ländern das Vermögen halbiert würde. Diese wehrten sich über d.Kartell OPEC mit massiven Preiserhöhungen (Erdölkrise 1972/73!) Die USA hoben d.Golddeckung auf, d.Reichen retteten ihr $-Vermögen u.d.Kurs sank (v. 1973 – 1977 von Fr.4.30 auf Fr.2.20) – was dann zu einer Kaufkraftparität führte. Das wurde dann 1973 „Floating“ genannt.
    Volkswirtschaftlich gesehen hätte d.$ schon längst auf CHF 0,6 sinken müssen, wäre er nicht als internat.Handelswährung nachgefragt u.etabliert gewesen. Sein Konkurrent, der €, hatte zuviel Erfolg u.Nachfrage (Diversifizierung d.Nachfrager im Handel) seit 2001! Das ist auch d.Grund f.d.Attacke auf den € über über d.Derivate d.Finanzkrise u.über d.schwächste Glied Griechenland durch Goldman-Sachs.
    Im Grunde genommen wurde damals d.halbe Welt von der moralischen Oberinstanz für „Anständigkeit“, USA, um d.Hälfte d.Vermögen geprellt. Der Hass d.Araber auf d.USA u.d.Westen ist also kein Zufall, wenn man dann noch weiss, dass d.$-Vermögen d.OPEC-Länder zu grössten Teilen bis heute in d.USA blockiert sind!

    • Anh Toan sagt:

      @Luisa Haltner: Danke!

      Zu ergänzen bliebe noch, dass auch mit dem System USD als Leitwährung die USA laufend Handelsbilanzdefizite erzielen (Sie konsumieren mehr, als dass sie produzieren), welche sie durch Kapitalimporte finanzieren können. Die USA „opfern“ sich, die weltweiten Überschüsse zu konsumieren. Vielen Dank USA.

  • Nicolas Pidoula sagt:

    Der Artikel müsste eigentlich heissen: Abkehr vom Goldstandard und Riesenverluste durch Goldverkäufe. Die 70er Jahre zeigen, dass seither die Währungen nur noch wertloser, und das Gold nur noch wertvoller geworden ist. Ein Riesenvermögen ist in jenen Jahren verschleudert worden. Jetzt versucht man, die Reste nach Hause zu retten. Der Titel könnte auch heissen: die USA enteignen den Rest der Welt. Die SNB hat die vergangenen zwei Jahre urch die gewaltigen hinzugekauften Währungsreserven ein systemisches Risko auf uns gebracht. Hoffen und beten wir mal, dass das bloss gut geht. Gut, dass Gold den Wert behalten hat, sonst sähe die SNB-Bilanz desaströs aus.

    • Anh Toan sagt:

      @Nicolas Pidou: „Riesenverluste durch Goldverkäufe“

      Stellen Sie sich vor, Sie hätten in den 70ern 1’000 Häuser in der Schweiz gekauft, es wäre Ihnen aber verboten auf alle Zeiten, diese Häuser zu verkaufen: Sie hätten keinen Gewinn gemacht, da sie diesen nicht realisieren können.

      Die SNB hat keine Verluste gemacht durch die Goldverkäufe, es ist ihr allenfalls entgangen, dass Gold 2009 teurer zu verkaufen (falls man es ihr dann erlaubt hätte, was doch stark zu bezweifeln ist), sie hätte dann mehr USD erhalten für das Gold, welche sie entweder gegen CHF hätte verkaufen müssen, womit sie auch noch zur Frankenstärke beigetragen hätte, oder behalten oder sie hätte die USD in EUR, JPY GBP oder sonst was wechsekln können.

      Nur realisierbare Gewinne sind Gewinne, wird die Währung an Gold gebunden, lässt sich dieses nicht verkaufen, und es kann keine Gewinne darauf geben.

      • Linus Huber sagt:

        Natuerlich hat sich durch den Verkauf des Goldes (aufgrund der Empfehlung der SNB, welche sogar noch mehr verkaufen wollte) unser Volksvermoegen seither geschwaecht.

        Verfechter der manipulativen und geldentwertenden Politik sind leider nicht faehig, die dadurch entstandenen Schaeden (nicht nur messbar in Franken und Rappen) zu erkennen. Entwertung des Geldes entwertet die Menschlichkeit und degradiert uns zu Labor-Ratten. Wenn man jemanden lange genug wie eine Ratte behandelt (manipuliert), muss man sich nicht wundern, wenn derjenige sich nach laengerer Konditionierung auch wie eine Ratte verhaelt. Die als Nebenprodukt entstehende Unfreiheit des Einzelnen wird nicht einmal mehr registriert.

  • Heute macht man genau das Gegenteil,mat hat den SFR an den Euro gebunden,also hat man einen starren Kurs !

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