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Witzbold Bolt

Guido Tognoni am Donnerstag den 1. März 2018

Fussball-Flirt: Usain Bolt bei einem Fussballspiel in Johannesburg. (Foto: Reuters/James Oatway)

«Usain Bolt meint es jetzt ernst mit dem Fussball» titelte der «Tages-Anzeiger» am Montag. Usain Bolts Flirt mit dem Fussball machte rund um die Welt Schlagzeilen. Zwei Tage später folgte die Entwarnung: «Bolt täuschte alle» lautete nun die Überschrift. Usain Bolt, schon auf der Tartanbahn immer für einen Scherz mit dem Publikum gut, dürfte seinen Spass genossen haben.

Grundsätzlich können Leichtathleten rennen, springen, werfen und Bobs anschieben, aber nicht Bälle stoppen und Fussball spielen. Fussball ist von allen Leichtathletik-Disziplinen meilenweit entfernt. Die Schweiz brachte zwar mit Kugelstosser Edi Hubacher als Anschieber 1972 in Sapporo sogar einen Olympiasieger hervor, und auch die amerikanische Sprinterin Lolo Jones wurde 2013 in St. Moritz Weltmeisterin im Viererbob. Aber selbst im American Football, wo es im Umgang mit dem Ei weitaus weniger Feingefühl braucht als im richtigen Fussball, hat es kein Leichtathlet weit gebracht.

Bisschen Fussball, viel Show

Umso bemerkenswerter ist die Tatsache, dass die Medien die Ankündigung eines 32-jährigen Sprinters, der im vergangenen Jahr bei der Weltmeisterschaft in London mit einer Muskelzerrung die Karriere als Läufer abgeschlossen hat und nun plötzlich dribbeln, schiessen und Kopfbälle anbringen sollte, überhaupt ernst genommen haben.

Spassmacher Usain Bolt musste wissen, warum er es schon gar nicht versucht hat. Erstens braucht der Jamaikaner den Fussball nicht zur Profilierung, zweitens hätte ein solches Experiment als Flop enden müssen. Nun beschränkt sich Usain Bolt im Fussball auf das erträgliche Minimum: Er kündigt an, am 10. Juni in Manchester an einem Benefizspiel zugunsten der Unicef teilzunehmen. Auf der anderen Seite soll Robbie Williams spielen. Ein bisschen Fussball, dazu viel Show – Sprinter gegen Popstar, da passt Usain Bolt hin, falls er denn auch wirklich antritt.

Guido Tognoni

Guido Tognoni

Als Ersatzspieler des FC Davos (3. Liga, untere Tabellenhälfte) erzielte er im Schneetreiben von Tavanasa vor einigen Jahrzehnten sein einziges Meisterschaftstor. Danach stieg er trainingsfrei mit dem FC Tages-Anzeiger in die höchste Firmenfussballklasse auf und hoffte meist vergeblich, dass seine Laserflanken zu Treffern führen würden. Da sein Talent auf dem Rasen nicht erkannt wurde, arbeitete er 15 Jahre an den Schreibtischen der Fifa und Uefa.

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2 Kommentare zu “Witzbold Bolt”

  1. Matthias Schärer sagt:

    Super Bowl ist wohl nicht ein wirklicher Erfolg: https://de.wikipedia.org/wiki/Renaldo_Nehemiah

  2. Benni Aschwanden sagt:

    War ja eigentlich zu erwarten. Es wäre aber dennoch interessant gewesen zu sehen, ob der schnellste Mann der Welt auch mit dem Ball am Fuss schneller über den Platz dribbeln kann als ein Ronaldo oder Mbappé.

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