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Papst und Interpol wollen lieber kein Fussball-Geld

Guido Tognoni am Samstag den 13. Juni 2015
epa03961299 A handout photo released by the Vatican press office shows Pope Francis (C) receiving a gift from FIFA President Sepp Blatter (L) during their meeting at the Vatican on 22 November 2013.  EPA/OSSERVATORE ROMANO / HANDOUT RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "ANSA / OSSERVATORE ROMANO" - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Da war alles noch in Ordnung: Papst Franziskus (rechts) empfängt Sepp Blatter. Heute verzichtet der Vatikan lieber auf Zuwendungen mit Fifa-Hintergrund. (22. November 2013) Foto: Ansa/Osservatore Romano/Keystone

Die Fifa-Wirren lassen auch den Papst nicht unberührt. So hat der Vatikan die Annahme von Spenden, die aus der aktuell laufenden Südamerika-Meisterschaft versprochen wurden, sistiert. Gemäss diesem Spendenabkommen hätte der südamerikanische Kontinentalverband Conmebol dem Vatikan für jedes geschossene Tor und jeden abgewehrten Elfmeter 10’000 Dollar für ein päpstliches Hilfsprojekt geschenkt. Vertreter der Conmebol waren zuvor massgeblich dafür verantwortlich, dass die Schweizer Polizei im Rechtshilfeverfahren mit den USA mehrere Teilnehmer am Fifa-Kongress vom Nobelhotel Baur au Lac direkt in die Auslieferungshaft umquartierte.

Jener Fussballfunktionär, der bei der morgendlichen Abführaktion nicht mehr im Bett lag, sondern bereits am Frühstück sass, hat sich mittlerweile in Italien der Polizei gestellt, nachdem er von Interpol zur Fahndung ausgeschrieben worden war. Ironischerweise musste Interpol damit ausgerechnet nach Angeklagten fahnden, die mit jener Organisation in Verbindung stehen, die vor vier Jahren mit einer grossen Spende für Aufsehen gesorgt hatte. Als Fifa-Präsident Sepp Blatter 2011 Interpol für die nächsten zehn Jahre 20 Millionen Euro als Spende versprach, geschah dies vor allem in der Absicht, den Kampf gegen die Wettkampfmanipulation zu verstärken. Inzwischen muss Interpol jedoch nicht nur gegen Wettspielbetrüger, sondern auch gegen angeklagte Funktionäre vorgehen. Jetzt hat die Organisation, deren Zusammenarbeit mit der Fifa vielerorts Bedenken geweckt hat, reagiert: Nach dem Papst verzichtet auch die internationale Verbrecher-Suchbehörde auf das geschenkte Fussballgeld.

Guido Tognoni

Guido Tognoni

Als Ersatzspieler des FC Davos (3. Liga, untere Tabellenhälfte) erzielte er im Schneetreiben von Tavanasa vor einigen Jahrzehnten sein einziges Meisterschaftstor. Danach stieg er trainingsfrei mit dem FC Tages-Anzeiger in die höchste Firmenfussballklasse auf und hoffte meist vergeblich, dass seine Laserflanken zu Treffern führen würden. Da sein Talent auf dem Rasen nicht erkannt wurde, arbeitete er 15 Jahre an den Schreibtischen der Fifa und Uefa.

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5 Kommentare zu “Papst und Interpol wollen lieber kein Fussball-Geld”

  1. Marcel Senn sagt:

    Der Papst wartet vermutlich zuerst ab bis er seinen “eigenen Mann” – Marcelo Tinelli – in der FIFA hat.
    Der Showmaster, Multimillionär, Mitbesitzer und Vizepräsident (und Ex-Präsident) des “Papst Clubs” Club Atletico San Lorenzo de Almagro wird mit guten Chancen im Oktober für die Präsidentschaft der AFA (arg. Fussballverband) kandidieren und würde somit auch in die FIFA Exekutive einziehen und als Geheimtip vielleicht sogar neuer FIFA Präsident – er ist noch frisch, unverbraucht, sehr kommunikativ und finanziell unabhängig.
    Bei Franzisco standen die Chancen bei den engl. Buchmachern vor der Papstwahl bei 1:100 (obwohl er 2005 hinter Benedikt die zweitmeisten Stimmen erhielt) und er gewann.
    Und noch mehr der Wunder – kaum war Franzisco Papst – gewann San Lorenzo die arg. Meisterschaft (Apertura 2013) und 2014 sogar die Copa Libertadores (südam. Championsleague) zum ersten Mal in der Clubgeschichte und ist aktuell wieder Leader der arg. Meisterschaft — das war doch schon sehr erstaunlich, denn sie qualifizierten sich aus fast unmöglich erscheinenden Tabellensituation raus mit 3 Unentschieden in den letzten drei Runden der Meisterschaft (bei damals noch 6 möglichen Titelkandidaten) und in der Copa Libertadores im letzten Gruppenspiel erst in der 93. Minute für die KO Runden! Das waren wirklich Fussballwunder erster Güte!
    .
    Von dem her könnte ich mir gut vorstellen, dass es an der FIFA-Präsidentenwahl auch ein Wunder geben könnte und der Papst seinen Mann an die FIFA-Spitze bekäme! Nach jedem Titelgewinn von San Lorenzo gabs übrigens eine Privataudienz für die Mannschaft und Tinelli!

    • victora lombardi sagt:

      Falls Marcelo Tinelli FIFA präsident wird, wird Garantiert die Idee von Blatter mit den Kleineren Höschen für die Fussballerinnen umgesetzt.

  2. André Aenishänslin sagt:

    Der Papst will kein Fussball-Geld?!

    Keine Wunder denn der Vatikan ist ja der grösste Immobilienhändler Italiens, mit alleine über 50’000 Immobilien in Rom und Umgebung!

    Von der Bank ganz zu schweigen………

    • Claude Buhler sagt:

      Ja Herr Andre wie Recht Sie haben. Sie haben nur eines vergessen, dass die Vatikan Bank , nach der Riesenkorruption und wo sich hohe Mitarbeiter erschossen, wieder ein Schweizer die Bank zur vollen Bluete heranbringt. Was das alles heisst, weiss nur der liebe Gott. Also ob christliche Organisationen oder Banken, FIFA , alles ist ausser Rand und Band. Und jeder will “rein” sein, auch Fifa Praesident Blatter……………..

  3. Reto Decurtins sagt:

    Lieber Guido,

    wir haben mal zusammen Eishockey gespielt (ca. 1984 mit einer Plauschmannschaft in Zürich). Auch wenn Du eventuell in vielem bezüglich der FIFA Recht hast – ich würde Dir raten, nicht mit dem Mob zu “geifern”. Das wäre Klasse und würde Deine scheinbaren Schwächen gegen Tavanasa locker kompensieren

    Gruss Reto

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