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Alle haben die Hosen voll

Guido Tognoni am Dienstag den 14. April 2015


Es war einmal mehr eine Bankrotterklärung des Systems: Feuerwerkskörper im Stadion, vernebelte Ränge, Spielunterbruch, gefolgt von Chaos mit Notbremsungen im Zugverkehr – was während und nach dem Fussballspiel Basel – Zürich abging, zeigt, dass die mittlerweile mehrere Jahrzehnte dauernde Diskussion um die Eindämmung der Hooligans in der Schweiz nichts gebracht hat. All die Psychologen, Soziologen und Chaotenversteher, all die Sonderbeauftragten an den runden und eckigen Tischen und die langfädigen landesweiten Diskussionen um das Hooligan-Konkordat samt den kostspieligen Abstimmungen, die zahllosen «Dialoge» und die unendliche Verständniskultur, all die gescheiten Vorschriften, Abhandlungen und superklugen Ratschläge für den Umgang mit den Stadionrabauken führten letztlich zu gar nichts. Wir stehen an der Wand der Sackgasse. Der Rechtsstaat kommt mit dem Problem nicht zurecht.

Will er damit überhaupt zurechtkommen? Diese Frage drängt sich auf. Es soll keiner sagen, man könnte die Urheber der chaotischen Umtriebe nicht identifizieren. Und kein normaler Bürger nimmt der Polizei ab, es sei nicht möglich, jene Individuen ausfindig zu machen, die auf offener Strecke einen Eisenbahnzug zum Stehen bringen. Niemand kann den Clubs glauben, wenn sie beteuern, dass sie nicht wissen, wer die Drahtzieher und wer die Täter hinter den Ausschreitungen sind. Und falls vielleicht endlich einmal die Täter halbwegs eingekreist sind, kommen reflexartig die Datenschützer um die Ecke gesprungen und melden ihre üblichen Bremsmanöver an. Was es bei solchen Vorkommnissen zu schützen gibt, ist für den Steuerzahler, der sowohl für den Datenschützer als auch für die Schäden aufkommen muss, in der Regel nicht nachvollziehbar.

Wenn heute Rechtsbrüche durch eine ausreichend grosse Anzahl Leute begangen werden, kommen die Täter ungeschoren davon. Wer in einem Vorortszug mit einem falschen Billett erwischt wird, bekommt die volle Härte des Rechtsstaats zu spüren und wird durch die Bürolistenjustiz unerbittlich bestraft. Wer hingegen den Zugverkehr zum Erliegen bringt, kommt ungestraft davon, und Verwüstungen des Wagenmaterials werden von den SBB längst in Kauf genommen. Muss ein Gewerbetreibender in einer verbotenen Zone schwere Lasten abladen, braust die Polizei samt Bussenzettel mit Lichtgeschwindigkeit heran. Wenn aber einige Dutzend Chaoten Tausende von Zuschauern am Genuss eines Fussballspiels hindern, sind die Ordnungskräfte bestenfalls aufmerksame Augenzeugen, obwohl die Zwischenfälle voraussehbar sind.

Das System ist krank. Allein schon die Tatsache, dass eigens für Fussballspiele über Jahre hinweg Sondergesetze diskutiert und verabschiedet werden, anstatt die grundsätzlich bereits ausreichenden Vorschriften des Strafgesetzbuches anzuwenden, ist schwer zu erklären. In Nordamerika gibt es keine Hooligans, weil Unruhestifter beim geringsten Anlass in Handschellen abgeführt werden. Wenn aber in der Schweiz ein genervter, mit Steinen beworfener Polizist einem provozierenden Chaoten nur schon eine Ohrfeige gibt, muss er um den Verbleib im Berufsstand bangen. Richterlichen Schutz darf er, im Gegensatz zum Steinewerfer, nicht erwarten.

Verband, Liga, Clubs, Polizei, Gerichte und Politiker – es sieht danach aus, dass alle vor gewissen Rechtsbrechern seit Jahren in die Hosen machen. Ein Phänomen übrigens, das nicht nur im Sport besteht.


Quelle: Youtube

Guido Tognoni

Guido Tognoni

Als Ersatzspieler des FC Davos (3. Liga, untere Tabellenhälfte) erzielte er im Schneetreiben von Tavanasa vor einigen Jahrzehnten sein einziges Meisterschaftstor. Danach stieg er trainingsfrei mit dem FC Tages-Anzeiger in die höchste Firmenfussballklasse auf und hoffte meist vergeblich, dass seine Laserflanken zu Treffern führen würden. Da sein Talent auf dem Rasen nicht erkannt wurde, arbeitete er 15 Jahre an den Schreibtischen der Fifa und Uefa.

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28 Kommentare zu “Alle haben die Hosen voll”

  1. Diego sagt:

    Jetzt hat man uns (Wut)bürgern doch versprochen, mit dem Hooligankonkordat werde alles besser…?
    Gebracht hat es natürlich nichts, ausser dass man die 95% anständigen Matchbesucher in Geiselhaft nimmt und ebenfalls drangsaliert.

  2. Helbling Karl sagt:

    herziger Text Herr Tognoni. Wirklich. Der Stammtisch-Polteri und gemeine Wutbürger wird Ihnen Recht geben und sie hochleben lassen.

  3. Roland Hofer sagt:

    Fantastische Satire, Herr Tognoni. Vorzüglich wie Sie das Bild des Schweizer Bünzlis zeichnen, der sich ohne Logik oder Verstand über Dinge echauffiert. Meine Gratulation.

  4. max müller sagt:

    was im Stadion passiert ist unschön, und wenn jemand zu Schaden gekommen wäre durch die Petarden kriminell. Aber die restlichen Pyros schaden nur den Fans selber die dort stehen. Die grosse Schweinerei ist nach dem match passiert, hunderte konnten nicht heimreisen wie sie wollten und in Pratteln gab es Sachschäden. Wieso kann dies die Polizei nicht verhindern ???? Nach dem letzten match geschah schon das gleiche. Im Normalfall machen ja immer Leute Polemik die gar nie an den Fussballmatches anzutreffen sind.

  5. Kurt sagt:

    Sie schreiben: “Wer in einem Vorortszug mit einem falschen Billett erwischt wird, bekommt die volle Härte des Rechtsstaats zu spüren”. So ist es… nur: “Wer erwischt wird”! Wer im Vorortszug schwarz fährt und nicht erwischt wird (und das tun sehr Viele) fährt auf Kosten des Staates. Braucht Platz, Infrastruktur, Reinigung etc, bezahlt nichts und hat genau null Probleme mit dem Rechtsstaat. Gut, das Beispiel ist sowieso falsch, weil einmal Schwarzfahren mit dem Rechtsstaat noch nichts zu tun hat, da der Betreiber des Vorortszuges Sie büsst und nicht der Staat. Aber hier geht es ja um Emotionen und nicht um Fakten.

    Nun, was glauben Sie, was passiert, wenn jemand beim Pyrozünden erwischt wird? Wir haben in Zürich ja darüber abgestimmt, was passiert. Das kann man mittlerweile genau nachlesen. Glauben Sie, die Richter greifen dann nicht zur volle Härte des Rechtsstaats? Wenn Sie das glauben, auf was genau stützt sich diese Aussage? Kennen Sie auch nur einen Fall, von jemanden der Pyro gezündet hat, erwischt wurde und dann ohne Strafe davongekommen ist? Nein, natürlich kennen Sie keinen einzigen Fall. Da es diesen nicht gibt.

    Sie haben offenbar das Gefühl, dass wenn irgendwo Unrecht geschieht, man dies mit (schärferem) Recht oder (mehr) Polizei lösen kann. Wenn ich als Fussballfan an ein Spiel gehe (welches zu 99% friedlich abläuft), erlebe ich jedes mal “die volle Härte des Rechtsstaats”. Hundertschaften von Polizei, Anzeigen wegen kleinsten Vergehen, Personendatenbanken, Stadionverbote, Rayonverbote, Meldeauflagen, Wasserwerfer, Gummischrot, Tränengas, Konkordate, Superhochaufelöste Kameras, Zivilpolizisten, Helikopterüberwachung, Private Eingreiftruppen, Schnellrichter und von all dem alles noch und nöcher.

    Und wenn diese zuschlagen, haben Sie das Gefühl, dass Polizei und Richter dann Verständnis für die Täter hat? Und wendet die überaus harten Gesetze (Konkordat etc) nicht an, die der Polizei beinahe Freipässe für Verhaftungen, den Klubs für Stadionverbote und dem Richter für Strafen gibt? Sie glauben, dann lässt man diese einfach so laufen? Nein, das glauben Sie natürlich auch wieder nicht. Wäre ja komisch.

    Aber wie Sie schreiben; Täter müssen explizit erwischt werden. So, wie bei jedem Verbrechen, Wie das erfolgreicher gehen soll… das sollen andere ausmachen.

    • Marc-Reto Wirth sagt:

      Eines muss man Ihre Argumentation lassen; sie ist derart widersprüchlich, dass man sie gar nicht ernst nehmen kann – es sei denn man möchte in einem Staat/lLand leben bei dem Justiz und Polizei vollkommen korrupt, wirkungslos und inexistent ist und ein Bürger wie Sie, tun und machen kann was er will. Sie als Kommentarschreiber “Kurt” stehen nicht einmal dazu auch ihren vollen Nachnamen als Absender zu nennen. Das gibt mir zu denken.

      • jenny sagt:

        Sie mir auch

      • Paulo Mino sagt:

        Während dem Kurt zumindest (auch wenn vllt. überhaupt nicht zutrifft) argumentiert hat, haben sie Herr Wirth noch nicht einmal versucht, zu argumentieren, zu diskutieren.
        Ihre Absicht war einzig und alleine, dem Kurt einen auf den Deckel zu geben, ein sehr minderer Beweggrund, hier zu schreiben.
        Und dann wollen sie noch, seinen ganzen Namen….möchten sie nicht auch gleich noch seine ganze Adresse, damit sie ihn auch gleich noch persönlich anschreiben können.
        Übrigens, man kann auch Marc-Reto Wirth schreiben, was dahinter steckt, ist dann vllt. was ganz anderes.
        Meinen „Nickname“ werden sie auch nirgend finden.
        Wie blöd wäre man da wohl, wenn man sich bei all den schrägen Figuren, welche sich im Internet tummeln, auch noch beim richtigen Namen benennen würde.
        Sie dürfen das ruhig, aber erwarten oder gar verlangen sie das von anderen nicht, nicht jeder muss naiv sein !

      • Kurt sagt:

        Nun, ich stelle mich eigentlich gerne mit meinem Vornamen vor. Zusammen mit meinem Nachnamen bin ich aber genau gleich anonym wie ohne. Aber ok. Wie geschrieben; Emotionen und so.

        Wie man nach meinem Geschreibsel auf korrupte Polizisten kommen kann, ist mir etwas schleierhaft. Und schlussendich geht es hier ja genau darum, wieso die Polizei (als einziges Organ, welche allfällige Täter verhaften und zu einem Richter bringen kann) in diesen Fällen rund um den Fussball beinahe wirkungslos ist, obschon sie überaus existent ist. Und wieso dann gewisse Bürger tun machen können, was sie wollen. Trotz der vielen Polizei und allen rechtlichen Massnahmen mit denen man Fussballfans bestrafen kann. Das sollte mehr zu denken geben, als mein unspannender Vorname.

  6. Patrick Althaus sagt:

    Das Problem ist die Justiz, die im Rahmen des StGB zuwenig harte Urteile fällt. Ich empfehle allen, das anlässlich des letztjährigen Cupfinals mit Reto Nause geführte Gespräch anzuhören: http://www.srf.ch/sendungen/samstagsrundschau/reto-nause-sicherheitsdirektor-der-stadt-bern . Ab Minute 09:45 kommt das Gespräch auf das Thema, wo der Hund begraben liegt. Solange die Chaoten nichts zu befürchten haben, werden sie weiter randalieren. Derzeit haben die nämlich das Rundum-sorglos-Paket gebucht. Extrazug, den man nach belieben stoppen kann, die SBB stellt den Betrieb ein, damit die Randalierer uneingeschränkt wüten können, der Extrazug wartet unterdessen brav, lässt alle einsteigen und bringt sie auch noch zuverlässig wieder heim. Dazu eben noch die Kuscheljustiz. Deshalb führen die Chaoten ein Herrenleben.

    • Kurt sagt:

      Gleich nach dem letzjährigen Cupfinal wurden doch immerhin 41 Personen angezeigt. Bern ist kurz vor dem Cupfinal auch dem Hooligan-Konkordat beigetreten, bei dem die Justiz noch schärfere Strafen anwenden kann, als zuvor. Was sie auch tut. Die Gesetze wurden also kurz vor dem Cupfinal noch einmal verschärtft – und zwar exakt im Sinne von Konkordat-Wortführer und -Initiant Reto Nause.

      Es sind also seine Gesetze. Und wie angetönt; dass die Richter diese Gesetze ausgerechnet bei Hooligans nicht umsetzen, ist nichts als Polemik und Unwissen. Jene, die bis vor den Richter gelangen, werden mehr als hart bestraft. Nur; Wie erwischt man die anderen? Wie bringt man diese vor Gericht, wie kann man den Verdächtigen etwas konkretes nachweisen. DAS ist die Frage. Und für mich das Hauptproblem. Aber klar; “Kuscheljustiz” kann tönt überall noch gut als Rezept. Bringt aber leider in keiner Richtung etwas.

  7. Studer Adalbert sagt:

    Was die Zürcher einfach endlich mal lernen müssen, ist das der FCBasel der Chef der LIga ist und sie sich entsprechend zu benehmen haben.D.h. Fans sowie Spieler und Sonstige Clubzugehörige haben sich im St.Jakobspark sowie an Heimspielen gegen den Ligakrösus entsprechend anständig zu verhalten. Auf dem Platz sind weder Tätlichkeiten oder Fouls zu tolerieren, noch dürfen die Spieler irgendwie aufmüpfig werden gegen einen FCB-Spieler. Die Fans haben sich auf den Rängen ruhig zu verhalten, völlig egal was auf dem Platz geschieht.

  8. Remo Hausmann sagt:

    Es wäre an der Zeit, die Fussballvereine und insbesondere deren Fan-Clubs in die Verantwortung zu nehmen. Denn, wie es Herr Tognoni richtig formuliert, man soll endlich aufhören so zu tun, als ob man die Täter nicht (er)kennen würde. Der Wille scheint ja nicht vorhanden zu sein, es zu unterbinden, dafür ertappt man sich selber dabei, wie die Wut aufkommt, wenn Klubpräsis medial mal wieder Hilflosigkeit verbreiten.
    Als FCZ- Fan schreibe ich quasi gegen meinen Klub, aber die ausufernden Fanaktionen ‘meines’ Vereins sind der Hauptgrund, warum ich den Letzigrund seit Jahren links liegen lasse. Die Rivalitäten mit Basel und den Grasshoppers gabs schon immer, aber irgendwann hört der ‘Spass’ auf.

  9. Marc-Reto Wirth sagt:

    Guido Tognoni’s Analyse ist eine der Besten wenn nicht die Beste, die ich zu diesem Thema gelesen habe.
    Trotzdem bin ich nicht mit all seinen Argumenten ganz einverstanden; er spielt den Ball geschickt auf die Justiz und Polizeiorgane zu, dabei sind es in erster die Clubs, die sich bis anhin gegen griffige Massnahmen gewehrt haben. Einige Beispiele; Die Clubs weigern sich, die Kosten für den Vandalismus durch “Fussball-Fans” in den SBB-Zügen zu übernehmen und haben das Angebot der SBB abgelehnt eigene Züge in der Verantwortung der Clubs inkl. Kostenenfolge für Vandalismus etc. zu chartern. Der Präsident des FC Basel, Dr. iur. Heusler, hat sich bis anhin geweigert dem Hooligan-Konkordat beizutreten, das u.a. einen Polizeieinsatz in den Stadien mit Kostenfolge für die Clubs.
    Das diesbezüglich Verhalten der Clubs kann nur wirksam geändert werden, wenn die Millionen-Grosssponsoren den Geldhahn zudrehen, weil Ihr sorgsam aufgebautes Firmen/Konzern-Image im Engagement für den CH-Profi-Fussball durch die Gewaltexzesse und den Rechtsfreien Raum im und ausserhalb der Stadien nachhaltig geschädigt wird. Beim FCB heisst der Grosssponsor NOVARTIS – ein Unternehmen der Pharmabranche, das auf ein gutes Image angewiesen ist.
    Was mich jedoch überzeugt, sind die Argumente, die Herr Tognoni in Bezug auf das mangelnde Durchsetzten der Rechtsstaatlichen Möglichkeiten gegen die Fussball-Hooligans in der Schweiz betrifft. Da wird wirklich mit gegenüber anderer Vergehen mit zwei Ellen gemessen. Das häufig gehörte Argument (u.a. von Dr. Heusler), das Ganze sei ein Gesellschaftliche Problem lasse ich nicht gelte, denn in anderen publikumswirksamen Sport-/ und Eventveranstaltungen wie z.B. Nati A – Eishockey, Schwing- und Turnfesten, Open-Air Konzerten Großveranstaltungen mit eilweise noch mehr Besuchern haben die Veranstalter und die Zuschauer/Teilnehmer das Problem im Griff – ganz im Gegensatz zur Football League und den Nati A-Clubs (wenige Ausnahmen bestätigen die Regel).

  10. Paul Müller sagt:

    Und wieder wird alles in denselben Topf geworfen, ganz schwacher Artikel. Dass über 95 Prozent aller Fussballspiele in der Schweiz inkl. vernünftigem Pyro-Einsatz der Fans absolut friedlich verlaufen, die Zuschauerzahlen in den letzten zehn Jahren massiv angestiegen sind und sich die Stadionbesucher bei den Besuchen sehr sicher fühlen, erwähnt Herr Tognoni natürlich nicht, passt nicht in das Weltbild rein.

    Wohl dem Land, dass keine anderen Probleme hat. Mag auf die vielen Fehler im Artikel gar nicht eingehen, zu ermüdend ist die Diskussion.

    • Eggenberger sagt:

      Sehr geehrter Herr Müller, ich gehe nun schon seit x Jahren zu verschiedenen Spielen des FCB’s und ich muss sagen ich habe die Nase wirklich voll. Es stimmt nicht was Sie sagen, dass sich die Zuschauer sicher fühlen, ansonsten wären nach Beginn der Krawalle nicht tausende aus dem Stadion gegangen, inkl. mir und meinem Sohn. Ich finde es absolut unverständlich, dass Leute sich einfach über Verbote hinweg setzen. Pyros sind nun mal verboten, ob dies verständlich ist oder nicht, ändert nichts an der Tatsache, dass es verboten ist und dazu noch gefährlich! Leute die dies nicht akzeptieren wollen stellen sich über Regeln und Gesetze und dies ist am Ende nicht duldbar, ansonsten können wir uns auch alle anderen Gesetze an den Hut schmieren und jeder verhält sich so wie er gerade Lust dazu hat! – Eine schöne Welt wäre das!! Fazit – Übeltäter identifizieren, rausholen und mindestens bis Montag spät Abends in die Kiste und den Arbeitgeber informieren. Glauben Sie mir das würde bald aufhören.

      • jenny sagt:

        doch im stadion ist es sicher Herr Eggenberger
        und aus dem stadion wegen unsicherheit, so ein blödsinn, viele sind gegangen, weil es NUR 1 ausgang gab, den über den sektor C richtung birs
        wir “wanderten” auch vom B richtung birs und was mich dabei mehr schokierte, waren die vielen leute, welche im C standen (familien mit Kindern, ältere Leute, welche applaudierten und joolten als die sicherheitsleute einschritten

        das was am sonntag im gästesektor abging war peinlich und saublöd, aber die “fundierten” meinungen und vorschläge übertreffen den begriff peinlich und saublöd

      • Andy sagt:

        Lieber Herr eggenberger
        Ich kann ihren Frust durchaus verstehen und muss zugegeben dass ich mich als regelmäßiger südkurvenbesucher auch schon aus gefährlichen lagen befreien musste. Jedoch ist ihr Vorschlag in diesem Bezug wirkungslos wenn nicht gar kontraproduktiv, denn dann haben wir Arbeitslose vorbestrafte Hooligans welche sich selbst von einem stadionverbot kaum davon abhalten lassen Ärger zu machen.

  11. Christoph Meyer sagt:

    Lieber Herr Tognoni,
    ich gebe Ihnen voll und ganz Recht. Ehrlich gesagt denke ich, dass das Problem gar niemand anpacken will. Willkommen im Jahre 2015! Zu Chris Chelios: Es gibt im höchsten US und kanadischen Profisport mehr als 120 Mannschaft, welcher in gut 100 verschiedenen Städten gespielt wird. Innerhalb der Stadien gibt es und als Synonym Chris Chelios (ehemaliger Captain der Blackhawks) sollten sie das wissen, keinerlei Ausschreitungen. Die von ihnen genannten Beispiele sind kanadische Städte wo die Justiz sehr viel lascher ist, als in den USA. Dass es in Vancouver ab und zu zu Ausschreitungen kommt nach einem Ausscheiden ist nicht zu bestreiten. Aber in Basel und Zürich kommt es jedesmal zu Ausschreitungen und das meist mehr als vier Mal in der Saison. Im Gegensatz zu hier, kann man in Nordamerika als Familenvater immer noch sehr sicher an ein Hockeyspiel, ansonsten man wie Herr Tognoni richtig schilderte, sofort aus dem Verkehr gezogen wird!

  12. Dominik Jenny sagt:

    Lieber Herr Tognoni,
    Sie plädieren also für einen Überwachungsstaat a la 1984? Ich würde mich da nicht wohlfühlen und verabscheue, was in den, in Ihren Augen so vorbildlichen, USA geschieht. Da werden Leute von der Polizei einfach und aus niedrigsten Gründen niedergeschossen. Wollen Sie das wirkilcih auch bei uns?
    Wir müssen uns vielmehr darauf einstellen, dass Gewalt und Gewaltausbrüche, Raub und Überfälle zu unserer Gesellschaft gehören. Klar können und müssen wir wahrscheinlich auch, Strafnormen verschärfen, aber wie wollen Sie verhindern, dass jemand in einem Fanzug die Notbremse zieht? Wie wollen sie verhindern, dass jemand grundlos in einem Zug oder Tram jemanden anderes anpöbelt oder gar schlägt? Es ist immer sehr einfach, Massnahmen zu fordern, die andere durchführen müssten.
    Eine wirkliche Wende zum Besseren würde nur über eine fundamentalen Wandel unserer Gesellschaftsordnung möglich und ein solcher ist schon alleine deshalb illusorisch, weil er den Interessen der Wirtschaft entgegenläuft. So lange wir bildungsfernen Teilen unserer Bevölkerung keine erstrebenswerten Perspektiven mehr bieten können, werden einige daraus ihre Ohnmacht eben auf brutale Art und ohne Rücksicht zeigen.
    Ich bin kein Weltverbesserer und kenne auch keine Lösungen. Was ich weiss und was ich persönlich tun kann, ist dass ich mich darauf einstelle. Sehr zu Leidwesen meiner Frau, bin ich auch kein Duckmäuser, Ich weiss aber, wenn ich spät am Abend in einen Zug steige, dass ich u.U. einem Konflickt ausweichen muss. Ebenso weiss ich, dass ich am 1. Mai nicht nach Zürich fahren muss oder dass ich an einem Derby FCB-FCZ oder GC oder umgekehrt eventuell einen Umweg laufen muss um den Chaoten und Schlägern auszuweichen. Gleichwohl werde ich auch ans nächste Spiel fahren.

    • Michi sagt:

      … So lange wir bildungsfernen Teilen unserer Bevölkerung keine erstrebenswerten Perspektiven mehr bieten können, werden einige daraus ihre Ohnmacht …
      Das mag generell stimmen. Viele Gewaltbereite im Umkreis des Fussballs sind aber keineswegs bildungsfern, sondern wohlstandsverwahrlost. Das Klische vom tumben Fussballprolet zählt längst nicht mehr.

  13. ruedi elsener sagt:

    Die bestehenden Gesetze reichen vollkommen aus – sie müssen bloss angewendet werden.
    Rechtlich gesehen, ist es der Veranstalter, der für das Verhalten der Zuschauer verantwortlich ist. Er bestimmt auch, wer rein darf und wer nicht.
    Wenn der FCZ als Veranstalter aber, wie Canepa sagt, diesen “Bodensatz an Leuten in der Kurve” nicht mehr erreicht, dann muss sich die Politik (die Stadt) überlegen, ob man dem Veranstalter (FCZ) überhaupt noch eine Bewilligung für die Veranstaltung (Fussballspiel mit Zuschauer) aussprechen darf.
    In letzter Konsequenz hiesse das, dass die Spiele ohne Zuschauer stattfinden müssten, da keine Bewilligung vorhanden. Und zwar so lange bis es funktioniert (oder der Club Pleite ist).
    Es wäre wohl bloss eine Frage der Zeit, bis der Rest der Kurve die viel gepriesene “Selbstregulierung” endlich umsetzt – in Form von Repression und Denunziantentum. Wenns um alles geht, ist Schluss mit der Solidarität (für was genau??!!). Ganz einfach, oder?

  14. Cris Chelios sagt:

    So so In Nordamerika gibt’s also keine Hooligans. Wie nennt man denn das wenn z.B. in Vancouver oder Montreal das örtliche NHL Team aus den Playoffs ausscheidet und Krawalle in ganz anderen Dimensionen ausbrechen.

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