Die elf besten Songs übers Älterwerden

«Winning you was easy, the darkness was the price»: Leonard Cohen bei einem Auftritt in Spanien Ende 2011. Foto: Eloy Alonso (Reuters)

Viel wurde übers Älterwerden in diesem Blog geschrieben. Mal jammernd, mal frohlockend.

Vor einiger Zeit habe ich in der «SonntagsZeitung» über alte Abbildungen von «Lebenstreppen» geschrieben: eine Art Pyramide der Lebensdekaden, die bei 50 Jahren zuoberst ankommt und dann wieder absteigt. «Stägeli uf, Stägeli ab» – das ist zwar die normalste Sache der Welt, aber das Leben vor sich schematisch ausgebreitet zu sehen, sorgt auch für nostalgische Gefühle und schafft Gewissheiten: Gewisse Dinge sind nicht mehr möglich, andere werden erst möglich.

Wie dieser Blog, für den ich heute zum letzten Mal schreibe, immer wieder gezeigt hat, sind «Erwachsenwerden» und Altern so individuell wie unsere Lebensläufe. Trotzdem gibt es Weisheiten, die das Leben dazu bereithält. Etwa, dass just jene, die das Älterwerden verdrängen, es mit zunehmendem Alter am schwersten haben – und oft eine lächerliche Figur abgeben. Am besten sieht man das in der Musikszene, bei Madonna etwa oder Mick Jagger.

Fast so schön wie bei Shakespeare

Wen wunderts, Pop und Rock war schon immer ein byronscher Kult um Jugend und schöne Körper. Trotzdem oder wahrscheinlich gerade deshalb haben Singer-Songwriter die schönsten Beiträge zum Älterwerden und Tod gestiftet (die allerschönsten findet man in Shakespeares Sonetten). Sei es Bill Withers mit seiner Ballade an seine Grossmutter, Peter Hammills «Autumn», das die Gefühle von Eltern besingt, deren Kinder ausziehen – oder LCD Soundsystems Lamento eines Hipsters, der nicht mehr cool ist: Hier sind meine elf Lieblingssongs zum Thema.

9 Kommentare zu «Die elf besten Songs übers Älterwerden»

  • Hans Jung sagt:

    Ach ja älter werden, inichts für Feiglinge. Wenn man trotz Glatze irgendwie ungekämmt aussieht und die auf dem Kopf fehlenden Haare überall sonst nachwachsen. Da können alte Songs trösten, man muss aber beim Zuhören aufpassen, nicht allzu schwermütig zu werden. Da ziehe ich – 65 – manchmal die Kopfhörer über und tänzle zu Led Zeppelin, bis zum Tremor-Anschlag. Das Glas ist halbvoll.

  • Tom sagt:

    Kürzlich lief ich nach Jahrzehnten wieder mal mit dem Hund durchs Oerlikoner Allenmoos-Quartier wo ich (56) aufgewachsen bin und im dortigen Schulwäldli beim Sportplatz oft gespielt habe. Vor allem überraschend klein und auch sureal kam mir alles vor.
    Damals Anfang der 70er drehte die Single „Popcorn“ auf meinem Plattenspieler ihre Runden und begründete meine Faszination für elektronische Sounds.
    Eine gewisse Wehmut kenn ich auch schon, aber dem gegenüber steht immer mehr auch bereicherndes Gefühl der Fülle. Was durfte man schon alles erleben. Einige der Altersgenossen die dann in der Jugend der Sonne zu nahe kamen, haben das alles nicht gehabt. Das Leben ist ein Geschenk.

  • Hanspeter Fischer sagt:

    Ich habe da eine andere Musik, das gebe ich gerne zu.
    Doch scheint mir wir haben da einen Einklang ;
    Es ist aller unser Wunsch sehr alt zu werden
    und auch mit jugendlichem Geist zu sterben.

  • Old Guy sagt:

    Schöner Text, aber – my oh my – was für eine Bildlegende zum berührenden Song. Leonard Cohen singt natürlich: Winning you was easy. But darkness was the price.

  • 11 sagt:

    Not Dark Yet
    von Bob Dylan

  • Marie sagt:

    Werde mir gerne alle Tipps anhören, bin gespannt was so gefällt. Und…älter werden die Anderen:-)

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