10 Jahre, 3 Einsichten

Verlorene Lesezeit: Bücher werden allzu oft vom omnipräsenten Smartphone verdrängt. (Foto: iStock)

Das immer geniale Internet hat sich etwas Neues einfallen lassen. Es heisst 10-Year-Challenge. Celebrities, Models, Influencer, Schlimmfluencer und bald wohl die halbe Welt posten zu besagtem Hashtag Bilderkombos mit einem aktuellen Bild und einem, das vor zehn Jahren aufgenommen wurde. Visuell ist das eine reizvolle Idee, nur dass die meisten natürlich nur Bilder auswählen, zwischen denen eher zehn Sekunden verstrichen scheinen als zehn Jahre. Das ist leider etwas langweilig und täuscht auch darüber hinweg, dass zehn Jahre eine lange Zeit sind.

Ergiebiger scheint es mir deshalb, mich der Challenge gedanklich zu widmen. Manchmal frage ich meine Kinder, welche drei Dinge sie heute gelernt haben. Hier drei Dinge, die ich in den letzten zehn Jahren begriffen habe.

1. Soziale Medien sind Gift

Vor ca. 10 Jahren bin ich Facebook beigetreten, wenig später Twitter, schliesslich kam Instagram hinzu. Eine Weile begeisterten mich die sozialen Medien nachhaltig, ich postete fleissig. Nach zehn Jahren hat sich die Euphorie gelegt. Soziale Medien sind Gift. Was nicht grundsätzlich dagegen spricht. Vielmehr dafür, sie mit Vorsicht zu geniessen und sich ihres destruktiven Charakters bewusst zu sein. Denn letztlich sind sie so gut oder schlecht, wie sie genutzt werden. Leider aber wird ein Grossteil dieser Nutzungen von niederen menschlichen Instinkten angetrieben. Die sozialen Medien beflügeln Dynamiken, die Gesellschaften negativ beeinflussen: Verkürzung, Verzerrung, Polarisierung werden belohnt, Missverständnis und blanke Wut sind die Folgen.

2. Bücher sind eine gefährdete Spezies

Ich habe lange nicht daran geglaubt. Vielleicht deshalb, weil ich immer, immer, immer ein Buch las und mir nicht vorstellen konnte, dass Menschen ohne Bücher leben können. Doch dann kam das Smartphone, und mein Bücherkonsum brach dramatisch ein. Es gibt einfach zu viel Netflix, Smartphone, Menschen, Musik und Nachrichten überall. Und wer will denn noch lesen, wenn er sich berieseln lassen kann? Das Smartphone ist perfekt, um Zeit zu töten; man kann sich dabei sogar vorgaukeln, zu arbeiten, man ist nie allein, man kann Selbstgespräche führen, und niemand wundert sich darüber. So gesehen hat das Buch gegen das Smartphone keine Chance. Aber wäre es nicht sinnvoller, diese totgeschlagene Zeit zu füllen? Nichts bereichert so nachhaltig wie ein gutes Buch. Und ich bin nie so glücklich, wie wenn ich im Buchtempel Orell Füssli herumstreife. Bücher sind Freunde fürs Leben.

3. Man sollte seinen eigenen Überzeugungen misstrauen

Klingt widersprüchlich, stimmt aber. Es ist nicht falsch, sogar notwendig, Überzeugungen zu haben und auch nach ihnen zu leben. Wenn ich aber auf die letzten zehn Jahre zurückschaue, dann hatten viele der grösseren Fehler, die ich gemacht habe, mit Überzeugungen zu tun. Meist waren sie mir damals sehr wichtig. Manche davon haben überdauert, andere nicht. Die Lehre daraus: Man kann von einer Sache noch so überzeugt sein – es ist gut möglich, dass sich die Überzeugung ins Gegenteil verkehrt. Deshalb sollte man sie stets aufs Neue prüfen.

33 Kommentare zu «10 Jahre, 3 Einsichten»

  • Markus Reichmuth sagt:

    Teile diese Einsichten und wäre interessiert, von der Autorin mehr zum komplexen dritten Punkt zu lesen..

    • Ralf Schrader sagt:

      Es ist immer ratsam, sich in jeder Frage auf die scheinbar alternativen Positionen zu setzen und beide urteilsoffen konsequent zu Ende zu denken. Auch wenn scheinbar alles klar ist.

      Z.B. ich bin für die Gleichberechtigung der Frau, die Demokratie im Allgemeinen oder den Atomausstieg, aber welche Argumente sprechen dagegen? Macht man das wirklich vorurteilsfrei und konsequent, stellt man bei nahezu allen halbwegs komplexen Fragen fest, dass beide Antwortseiten ungefähr gleich schwer wiegen. Wenn eine Fragestellung nur eine Antwort zulässt, ist sie trivial.

      Immanuel Kant nennt diese Methode transzendentale Dialektik und analysiert in der ‚Kritik der reinen Vernunft‘ damit die gängigen Gottesbeweise, um festzustellen, dass man Gott weder beweisen, noch widerlegen kann.

      • Hannes H. Müller sagt:

        Ja, der Punkt 3!

        Mich hat eine Diskussion auf Internet davon überzeugt, dass Kernkraft eine gute Sache ist. Ich wollte meine Ablehnung begründen und kam als Kernkraftfreund raus. Das war 2006. Nach 2011 wurde ich dann bestätigt: Null Strahlentote, null Krebsfolgen in Fukushima, und die Strahlung tiefer als in der Schweiz (WHO report Fukushima five years on). Verflixtes Internet 🙂

  • Patrick Lang sagt:

    Vielen Dank für ein wertvolles Stück Selbstkritik. Die Aushöhlung der Lesekultur sehe ich als substanziellen Aspekt der „grossen Verschwörung“ zur Vernichtung des klassischen Kulturbegriffs überhaupt: Wer sich zurückzieht, um sich Eigenzeit zu gönnen, konsumiert nicht („downloaden Sie jetzt in einer Minute 100’000 Bücher!!!“). Der Konsumdruck manifestiert sich rundherum erfahrbar im Unvermögen des Menschen, NICHT teilzunehmen. In Zukunft werden wohl auch solche Angebote auf den Markt kommen: „Sehen Sie von nun an die 50 wichtigsten TV-Serien dank unseres Brain-Kompressors parallel und gleichzeitig!!!“

  • maettu sagt:

    Danke Frau Binswanger, ein durch und durch kluger Artikel, dem ich so nur zustimmen kann.

  • Jan Holler sagt:

    Schöner Beitrag. Eine Einsicht drängt sich aber noch auf, hat aber nichts mit dem Text zu tun, sondern mit dem Bild (das von der Redaktion ausgesucht wird):
    Bilder von iStock oder Shutterstock oder dergleichen sind eigentlich immer grauenhaft. Man sieht auf den ersten Blick, dass darauf allermeistens US-Amerikaner/innen mit ihrem so schrecklichen Gehabe (wie hier) sind. Diese immer offenen Münder, diese PR-getunten Blicke und Gesichter, die Brillen. Es ist alles so glattgebügelt, so perfekt. Es ist kaum zum Aushalten, es stösst richtig gehend ab. Da hat man einen schönen Text vor sich und muss auf solche Bilder starren.
    Bitte wählen Sie andere Bilder aus oder einfach gar keines. Statt viel Geld für teure Agenturen zu zahlen, stellen Sie wieder Pressefotografen an.

    • Claudia sagt:

      Adobestock Bilder sind nicht teuer, so ein Bild kostet 11 Franken, wenn man ein Abo hat. Also ich persönlich finde sie gar nicht schlecht zum etwas illustrieren…

    • Doris sagt:

      Bin ganz einig mit Herrn Holler. Auch in den websites stets diese glattgebügelten Fotos à la iStock: künstlich,langweilig, von der Stange.
      Bin ganz einig mit Frau Binswanger: Bücher begleiten einen ein Leben lang, geben viel, sind keine Zeittöter, sondern Inspiration und interessante Begleiter. Es lebe das papierne Buch, mit Eselsohren, Randnotizen, Buchzeichen und allem drum und dran.

  • Toni Petz sagt:

    Guter Artikel. Ich stimme jedem einzelnen Punkt zu. Es wäre ein mega interessanter Artikel geworden, wenn sie uns noch kurz verraten hätten, welche Überzeugungen der letzten 10 Jahre sie über Bord geworfen haben.

  • Othmar Riesen sagt:

    Überzeugender Artikel, vielen Dank! Ich kann hinzufügen: ich lese ebenfalls sehr gerne. Diese meine Leidenschaft hat einen Quantensprung gemacht, seitdem ich ein Kindle habe (Chindli, wie ich es nenne). Ein unglaubliches Glücksgefühl, mit 250 höchstpersönlich ausgesuchten Büchern darin herumzureisen.
    Beste Grüsse
    O.R.

    • Carolina sagt:

      Ah, ein Artgenosse! Geht mir genauso! Ich bin viel unterwegs und die Möglichkeit, je nach Stimmung und Lust und Laune alles immer bei mir haben zu können, ist für mich ein echtes Geschenk!
      Obwohl immer eine gierige Leserin, haben mir merkwürdigerweise Bücherläden und der Besitz von Büchern nie viel bedeutet. Der Kindle ist für mich perfekt, aber es ist erstaunlich, wie oft ich dafür kritisiere werde (hat natürlich vor allem etwas mit dem bösen, bösen a…..on zu tun;-)

      • tina sagt:

        mein e reader ist eben nicht mit a-zon gekoppelt, das war mir tatsächlich ein argument.
        naja, er hängt an weltbild, warum ist mir nicht klar, aber manchmal bin ich froh drum, direkt mit dem reader ein buch kaufen zu können. ansonsten hole ich mir gern bibli bücher aber am meisten lade ich bücher von einem kleine bücher läden fressenden monster und das passt mir schon gar nicht

  • Carolina sagt:

    Ich war Zeit meines Lebens eine verrückte Leserin, alles und überall. Unsere Eltern haben keinerlei Zensur geübt, wie durften alles, was wir fanden, lesen. Aber irgendwann fingen sie an zu fragen, ob ich nicht mittlerweile in einer Parallelwelt leben würde – das war die Zeit, als ich ‚Herr der Ringe‘ und alle Tolkiens immer und immer wieder verschlungen habe und wirklich ‚abtauchte‘. Meine Grossmutter fand es besorgniserregnend, wieviel ich las.
    Ich lese auch heute noch alles und jedes und überall, allerdings vieles auf einem Kindle, muss mir auch jetzt wieder anhören, dass das ja eigentlich kein ‚richtiges‘ Lesen sei. Mein Fazit: Für mich stimmt es so und ich liebe es heute noch, mich in fremde Welten einzuarbeiten, dafür brauche ich kein Buch in der Hand.

    • Othmar Riesen sagt:

      @Carolina: man kann nie zuviel lesen! Wer das sagt, liest nicht. Lesen ist ein unglaublich intellektueller Vorgang (aus blossen Schwarzweiss Zeichen werden ganze Welten hervorgezaubert), der einen in jeder Hinsicht fördert (und natürlich auch fordert, wenn man nur wenig liest).
      Beste Grüsse
      O.R.

    • tina sagt:

      ich finde schon, dass das abtauchen in bücherwelten auch heikel ist, wie das abtauchen mit anderen methoden in andere welten. was ist am lesen besser? ich weiss auch nicht, wieso lesen besser sein soll als serien schauen. warum denn? man knipst das gehirn ja beim schauen von geschichten auch nicht komplett aus. für mich macht ein gutes buch aus, dass es einen film im kopf gibt. also tv schauen 🙂

      • Colisa sagt:

        sehe ich genau so. Eine Flucht aus dem eigenen Leben, ob lesen oder TV gucken ist egal. Kann man machen, es soll jedoch nicht überhand nehmen!

      • Carolina sagt:

        Na, genau das sage ich ja. Für mich ist das Beste am Lesen das Abtauchen, die Parallelwelten, in denen ich gerne eine Weile verschwinde. Bei mir geht das über Bücher (ja, auch mit dem Kindle), aber bei anderen Menschen läuft das über Fernsehen, Kino, Games. Jedes meiner drei Kinder ist anders, aber bei jedem von ihnen habe ich schon früh gesehen, dass sie, jedes auf ihre Weise, diese Welten besuchen und kreieren: die eine durch Lesen, eine durch Filme und der andere mit Mischformen. Es scheint ein Grundbedürfnis zu sein, dieses Abtauchen.
        Als heikel würde ich es dann empfinden, wenn der Alltag leidet, wenn die reale Welt immer mehr einer Traumwelt weicht. Aber für mich sind die Kontraste, die Abwechslung zwischen real life und dream world das Wunderbare…..

    • tina sagt:

      seit 3-4 jahren habe ich auch einen e-reader. die marke ist wurscht, er ist sehr gut und war günstig. ich legte ihn mir zu, weil ich sonst jährlich etwa 2meter bücher anstaple, meine wohnung ist zu klein dafür und all die gelesenen bücher sind nur noch dekoratives altpapier. am e reader stört mich allerdings: ich liebe bücher mit landkarten und glossaren. aber auf dem e reader blättert man nicht ständig an den anfang und schluss, es ist irgendwie doof. mir fehlt es, beim lesen in der hand zu fühlen, wieviel ich schon gelesen habe und wieviel noch kommt. es fehlt damit irgendwie das gefühl wie gross die geschichte ist und wo ich darin stecke. weil ich nicht jedes mal den umschlag sehe, vergesse ich oft, wie das buch heisst, das ich gerade lese.

    • tina sagt:

      leider wird GRAUENHAFT getrennt in e books. man holt sich ein verknackstes gehirn davon.
      fazit: e-lesen ist schon nur der halbe spass

      • Carolina sagt:

        Nicht für mich. Meine Gier nach Gelesenem wird perfekt bedient. Mir fehlt weder der haptische Genuss (Maike unten) noch das Stöbern in Buchläden. Aber natürlich gibt es Ausnahmen: Bücher mit vielen Referenzen, mit Stammbäumen, Landkarten etc lese ich nach wie vor auf die übliche Art und Weise.
        Ich bilde mir übrigens auch beim Lesen von Zeitungen und Zeitschriften und ‚richtigen‘ Büchern ein, dass das Editieren immer mehr zu wünschen übrig lässt……. Aber wahrscheinlich ist das mein zunehmendes Alter – und wenn mich etwas richtig gepackt hat, merke ich das gar nicht;-)

        • tina sagt:

          falsch getrennte wörter sehe ich allerdings in gedruckten texten fast nie. es ist wie wenn die platte einen kratzer hätte und drüber springt. man zuckt zusammen. manche wörter muss ich dann auch erstmal noch 3mal lesen, ehe ich das wort verstehe. mich stört das massiv. wie eine ohrfeige mitten im lesefluss

          • k. miller sagt:

            «Ohrfeige im Lesefluss» – das gefällt mir. Ich betreue eine Webseite (nur inhaltlich) und wurde auch schon auf solche seltsamen und nervigen Trennungen angesprochen. Die Bildschirmgrösse passt sich auf das Endgerät an – Smartphone, Tablett oder PC-Monitor. Und je nachdem gibt’s da unterschiedliche Sprünge. So was kann man programmieren. Wurde bei uns gemacht, seither kommen die Texte wieder anständig daher. In gedruckten Texten habe ich das übrigens auch schon öfter gesehen, nicht in Büchern, sondern in Zeitschriften mit offenkundig schlechtem Lektorat… Schade, wenn es eigentlich gute Inhalte sind, aber es macht dann absolut kein Spass mehr zu lesen.

  • Christoph Fischer sagt:

    Mit einiger Skepsis bin ich ans Lesen dieses Artikels gegangen,
    fand ich die Beiträge von Frau Binswanger zuweilen doch ziemlich polemisch.
    Gerade wenn es um die #meetoo Debatte ging, stimmte sie meiner Meinung nach viel zu oft fröhlich in den Chor mit ein, dass Menschen, welche sich auf diesem Gebiet etwas zu Schulden kommen liessen, immer (auch noch nach Jahren) an den Pranger gestellt gehören. Aber vielleicht haben ja eben gerade diese Menschen ihre Fehler längst erkannt, bereut und nicht wiederholt?
    Fehlbare Mitmenschen zu denunzieren und diese wie Schweine (#BalanceTonPorc) zu behandlen gehört vielleicht zu den (weitverbreiteten) Überzeugungen, welche allenfalls auch zu revidieren wären…

  • Anh Toan sagt:

    Bücher werden überbewertet: Der grösste Teil davon ist genauso Schund wie was auf neueren Kanälen verbreitet wird.

    Weil es ein Buch ist, ist es gut!

    • Ralf Schrader sagt:

      Im deutschen Sprachraum erscheinen jährlich 90’000 Auflagen. Im nächsten Jahr stehen keine 100 davon noch in den Buchläden. Es ist nicht anders als im TV, >99% aller Produktionen sind Ressourcenverschwendung. Schade um die Bäume und die verstromte Wasserkraft.

      Bessere Raten erreiche nur Nischenmedien wie Kleinbühnen oder Themenkinos. Alles was auf Massenpublikum produziert ist, auch wenn es dann einen Oskar oder den Schweizer Buchpreis bekommt, ist unteres Mittelmass. Die Hochkultur erkennt man daran, dass die nicht erkannt wird.

      Andererseits erscheinen dennoch mehr lesenswerte Bücher/ Jahr, als man die mit einem mittleren Tempo von 200 Seiten/ Tag je lesen kann.

    • Maike sagt:

      Nun, ob ein Buch Schund oder nicht ist, liegt im auge des Lesers und nirgend wo anders. Der eine frisst sich durch Heine, der andere verschlingt Karl May und für den dritte ist Maos Bibel eine Bibel des wahren Wortes. Und der vierte hat alles Ausgaben von Perry Rohdan. So what ? ist doch völlig egal – solange man noch selber bestimmen kann was man liest. Leben und leben lassen !

  • maike sagt:

    1 und 2 – ja genau !! Ein Leben ohne die SM funktioniert prächtig, und kein Internetmedium ersetzt das haptische gefühl eines Buches. Aber Punkt 3 eher nicht. Das eine Entscheidung, die man vor 10 Jahren getroffen hat, ein Fehler war, kann man doch heute nur deswegen als Fehler einstufen, weil man im Laufe der Zeit mehr Infos gesammelt hat, um diese Situation neu zu beurteilen.
    Aber vor 10 Jahren, als man nur die Infos von vor 10 Jahren hatte, hatte alles gepasst !
    Bestes Beispiel – die Mode ! Vor 2 mal 10 Jahren waren weisse Tennissocken absolut angesagt. Blickt man zurück sagt man jetzt doch meistens – geht garnicht ! Aber das ist falsch. Vro 2 mal 10 Jahren war das topmodisch !

    • k. miller sagt:

      Ich denke nicht, dass die Autorin mit Fehlern die eher banalen modischen Irrtümer gemeint hat. Wohl eher gröbere Missgriffe. Um ein Beispiel zu nennen: Vor rund 30 Jahren hätte ich eine Beziehung haben können, und mich wegen anderer Religion, anderer Kultur nicht darauf eingelassen, weil ich der Überzeugung war, dass dies eh nicht gut geht. Diese Überzeugung habe ich längst über Bord geworfen. Aber ich wäre schon auch neugierig, welche persönlichen Erfahrungen die Autorin da gemacht hat 😉

      • Maike sagt:

        Ich sage mir immer, mein jetziger Zustand ist die Summe aller guten und aller schlechten Entscheidungen, die ich jemals im Leben getroffen habe. Und da ich mich so wie ich jetzt situiert bin – mit einem guten Mann, netten Kindern und einem auch sonstig angenehmen Umfeld – sehr wohl in meiner Haut fühle, fällt die Summe positiv aus.
        Und – keine der Entscheidungen, die man in der Vergangenheit getroffen hat kann man jemals wieder rückgängig machen. Es ist wie es ist. Für diese Einstellung habe ich allerdings etwas gebraucht, zugegeben.

  • k. miller sagt:

    Zum letzten Satz in Abschnitt 1: Hier hilft nur Gegensteuern, gegensteuern, gegensteuern. Ist extrem mühsam, und nicht immer von Erfolg gekrönt. Ich muss manchmal tief durchschnaufen, um bei diversen Diskussionen sachlich bleiben zu können. Aber ich habe es schon einige Male geschafft, dass ein «polemischer Hater» sich auf eine konstruktive Diskussion einliess. Nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Aber wenn wir uns komplett aus Social Media zurückziehen, dann haben die «lauten Schreier», die eigentlich nur eine Minderheit in der Bevölkerung sind, gewonnen.

  • andy sagt:

    Aus Schaden wird man klug.
    Einsicht: Alter schützt vor Torheit nicht.
    Den Maulwürfen vergeht der Sinn zu graben ja auch nie.

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