Vier Tipps für Fitness mit 40

Bei ihr driften Alter und Körpergefühl heute irgendwie auseinander: Ballerina Yen Han, vorne, bei einer Probe 2004 am Zürcher Opernhaus. Foto: Eddy Risch (Keystone)

Vor ein paar Wochen las ich in der «annabelle» eine Kolumne zur Frage: Wie ist es eigentlich, mit 45 noch als Primaballerina aufzutreten? Auskunft gibt dazu die Zürcher Tänzerin Yen Han, Amerikanerin und Mutter zweier Söhne: «Viele Ballerinas tun sich schwer mit dem Älterwerden. Bei mir ist das nicht so. Manchmal frage ich mich, wie sich eine 45-jährige Frau eigentlich anfühlen sollte. Bei mir driften Alter und Körpergefühl irgendwie auseinander.»

Welche Leichtigkeit dieser Satz hat! Und wie wahr er doch ist, zumindest für mich. Han hat seit ihrer Kindheit Sport getrieben, Ballett, Pilates und Yoga – ihr Körper, sagt sie, erinnere sich an unzählige Trainingsstunden, das lasse sie sich stark fühlen. Beschwerden habe sie keine.

Im Körpergedächtnis eingebrannt

Mir geht es wie Yen Han: Wie sich ein 45-jähriger Körper anfühlen soll, weiss ich nicht, aber ich bin dankbar, dass meiner so brav mitmacht. Sicherlich auch deshalb, weil ich ihn seit der Pubertät mit sportlichen Leistungen diszipliniert habe: Biken, Klettern, Yoga, Rennen, Krafttraining oder einfach bloss Wandern. Die Stunden und Stunden, in denen ich an Felswänden hing oder über Feldwege trabte, in denen ich Gewichte stemmte, scheinen im Körpergedächtnis eingebrannt. Deshalb begehrt er auch kaum noch auf, wenn ich ihm eine Leistung auferlege.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Geht es dem Körper gut, dann geht es auch der Seele gut. Und geht es der Seele schlecht, dann hilft oft ein Training. Und wenn das nicht hilft, gibt das regelmässige Training zumindest Struktur und Halt, bis die Seele sich dazu bequemt, wieder aus dem Keller hochzusteigen. Heute strebt die wohlstandsoptimierte Gesellschaft nach möglichst guter Fitness, doch die meisten bringen nicht die nötige Disziplin auf.

Deshalb hier vier Tipps, wie es klappen kann:

  1. Suche dir Vorbilder. Es war noch nie so einfach wie heute, sich zu motivieren. Ob Yoga, Poledance, Parkour oder Krafttraining: keine Sportart, für die man auf Youtube keinen Trainer finden würde, der einen in die Geheimnisse seiner Kunst einweiht. Man muss sich bloss durch den Schrott hindurch kämpfen und jene Menschen finden, mit denen man gern trainieren würde.
  2. Motiviere dich. Wenn der innere Schweinehund allzu vehement verlangt, es doch bitte heute mal gemütlich nehmen zu dürfen, hilft es meistens, sich ein paar Trainingsfilmchen anzuschauen. Der Appetit kommt mit dem Essen, die Motivation mit der Auseinandersetzung – und ehe man sichs versieht, steht man selbst auf der Matte und macht Liegestützen.
  3. Bereite dich vor. Um regelmässig zu trainieren, muss man sich an seinen Plan halten. Das fällt einfacher, wenn man sich am Vorabend schon geistig aufs Training am kommenden Tag einstellt. So wie es auch hilft, sich nach getaner Anstrengung noch einmal mit dem Training zu beschäftigen. Dies hilft insbesondere bei motorisch anspruchsvolleren Sportarten wie Klettern oder Tennis.
  4. Bleibe bei deinem Plan. Ziehe ihn durch, und zwar ganz egal, was dazwischenkommen sollte. Verkürze im Zweifelsfall das Training, aber verzichte niemals ganz darauf. Je regelmässiger du trainierst, desto einfacher wird es.

Weshalb nicht mal etwas Yoga mit Adriene? Über vier Millionen Youtube-Abonnenten schwören auf ihre Programme.

55 Kommentare zu «Vier Tipps für Fitness mit 40»

  • Simone sagt:

    So eine Qual-
    Wo bleibt die Freude?
    Freude und Selbsliebe ist das Wichtigste für einen gesunden Körper.
    Lieber den inneren Richter abstellen als sich kasteien.

    • Natalie sagt:

      Sport ist Freude. Nicht immer, aber oft. Zumindest das Gefühl nach dem Sport ist wirklich immer pure Freude und Zufriedenheit.

      • R.E. Michel sagt:

        @ Natalie: vielleicht trifft das bei Ihnen zu. Es gibt aber ganz viele Menschen, denen Sport keine Freude bereitet, sondern sie Sport absolvieren, weil man ihnen über Jahre eingebläut hat, wie gesund Sport sei.
        Ich persönlich kann ganz gut auf Sport verzichten. Das schönste daran ist für mich sowieso das Ende des Sports und die Dusche danach. Bei mir stellt sich leider das vielbeschriebene Glück und die Euphorie nie ein…..

        • Katharina Anna sagt:

          R.E. Michel Sie schreiben mir aus der Seele! Jahrelang habe ich mich in Disziplin geübt bin geschwommen gejoggt und habe Konditionstraining gemacht, nie hatte ich wirklich Lust dazu. Gewandert bin ich immer gerne, doch leider braucht das dann Zeit, sonst kommt man nirgends hin… Bis ich mit ü50 das Reiten wieder entdeckt habe. Leider braucht auch das viel Zeit, da geht man nicht schnell ein halbes Stündchen. So bin ich mehrheitlich unsportlich geblieben. Mein Fazit man muss seinen Sport finden, alles andere ist extrem unlustig und macht die Seele auch nicht froh.

    • Anna Moos sagt:

      Die Qual ist nur wenn man untrainiert ist oder nach einer längeren Pause. Die Freude, dass der eigene Körper was kann, dass man den spürt, die Energie die man durch die Bewegung bekommt, der freie Kopf, genug Gründe?
      Mein innerer Schweinehund ist auch stark, aber wir Menschen sind dafür gebaut, uns zu bewegen.

      • maia sagt:

        @Anna Moos: Sport ist für mich immer Qual – ich kann R.E. Michel nur zustimmen: bei mir trifft nichts von dem, was Sie da schreiben zu – und das obwohl ich mich schon über viele Jahre zu regelmässigem Training zwinge.

        • Rudolf Wildberger sagt:

          @maia: Wenn für sie Sport nur Qual ist, dann suchen sie etwas mit Seele: z.B. Wandern in einer schönen Landschaft, tanzen oder was weiss ich. Sich bewegen nur der Gesundheit wegen ist wie anstatt ein gutes Essen zu geniessen nur Omega-3 Fettsäuren, Kalorien und Vitamine dem Körper zuführen. Kurz total freudlos.

        • Dan sagt:

          Naja, wenn ich z.B. mit Tennis nichts anfangen kann, ist Tennis mit guten Spielern die reinste Qual. Stellt sich die Frage warum ich mir das antun soll – um zu beweisen dass Sport keinen Spass macht?
          Sucht euch den passenden Sport, Velo oder Mountainbike ist meistens vorne dabei. Macht zwei Tage davor etwas Vortraining. Wärmt auf, dehnt, fahrt IMMER in Eurem Tempo, sucht eine wunderschöne Strecke. Passender Sattel, richtige Sattelhöhe, korrekter Luftdruck, Bikehosen und taugliche Sitzposition sind selbstverständlich zu ergoogeln oder im Veloladen zu erfragen. Der Körper ist gebaut für Bewegung nicht zum Fernsehen, also wirklich…

        • maia sagt:

          @Rolf Wildberger: Ja, so ist es – total freudlos. Wandern, Tanzen, Fahrradfahren, Schwimmen, Leichtatletik, Basketball, Volleyball, Kraft, Trampolin, Tennis etc. – es ist für mich alles ein MUSS und macht mir schlicht und einfach KEINE Freude. Ich mache Sport (Kraft, Ausdauer, Schwimmen, Fahrradfahren), weil ich hoffe, dass es sich irgendwie auf die Gesundheit und auf das Gewicht (bisher leider ohne Erfolg) auswirkt. Aber sonst gibt es tausende von Dingen, für die ich lieber Zeit aufwende.

  • Sophie Blanc sagt:

    Das braucht es alles nicht ! Gerade gestern habe ich gelesen Fitness und Jogging seien nicht gut, weil übertrieben. Hingegen 1 bis 2 Stunden Tennis in der Woche seien ideal. Ein Arzt hat dies gesagt. Man übertreibt einfach anstatt sich eine Freude machen raus zu gehen in die Natur und einfach ein wenig laufen.

    • Anna Moos sagt:

      So ein Quatsch. Gerade ab 40, wo man alters- und hormonbedingt anfängt, Muskel- und Knochenmasse abzubauen, sollte man auch Kraftsport machen und regelmässige, schweisstreibende Bewegung an der frischen Luft.

      • Ralf Schrader sagt:

        Warum sollte man das tun? Warum will eine bestimmte Sorte Menschen, aber längst nicht alle, lang leben und lang ihren Mitmenschen zur Last fallen? Kann es ein Ziel sein, mit 80-90 Jahren noch drahtig herum zu laufen und den Jungen die Luft zum Atmen weg nehmen?

        Jeder Mensch fängt irgend wann an, nur noch lästig zu werden und das sollte man möglichst vermeiden, z.B. indem man seinem Körper nicht zu viel Aufmerksamkeit schenkt und doch lieber etwas früher als später ablebt.

        • Anna Moos sagt:

          @Schrader: ich zumindest habe auf Osteoporose, Hüftbruch und jahrelang im Rollstuhl sitzen keine Lust. Wenn Sie schon mit 50-60 total gebrechlich sein wollen, machen Sie weiter so. Auch gegen Alzheimer & co. hilft Bewegung. Ausserdem macht es Spass, gerade im Land der Berge und Seen.

        • Christoph Bögli sagt:

          @Schrader: Die Logik ist gerade deswegen falsch, weil der körperliche Zustand und das „zur Last“ fallen nur bedingt mit dem Alter zu tun hat. Genau so relevant sind Krankheit und fehlende Fitness. Sprich ein 50-jähriger, der so fettleibig ist, dass er nicht mehr selber gehen kann, oder schweren Raucherhusten hat, ist eine wesentlich grössere Belastung für sich und die Gesellschaft, als ein vitaler 70-jähriger, der noch locker jeden Berg hoch kommt.

          Oder anders gesagt: Nur weil einer mit 60 stirbt und ein anderer mit 90, heisst das nicht, dass die Siechtums- und Krankheitsphase von ersterem kürzer ist. Oft trifft gerade das Gegenteil zu.

      • Vreni Heimer sagt:

        nein, eben nicht !

    • Maike sagt:

      Ja klar – Tennis ist ideal für einen Tennislehrer. Aber z.B. bleibt der Nichtschlagarm untrainiert. Und betreibt man es auch nur ein bisschen mehr als nur Ball über die Leine, kommen die Knie- und Fussgelenke ins Spiel. Dieses schnelle Abstoppen und drehen sind äusserst Kontraproduktiv für die se Gelenke.
      Yoga ist ein ganzheitlicher Ansatz, der, auch schon minimal ausgeübt, seine Wirkung zeigen kann. Auch Schwimmen gehört dazu. Im fast schwerelosen Zustand, unabhängig vom eigenen Körpergewicht, kann man fast alle seine Muskeln trainieren. man muss da aber anständig schwimmen und nicht einfach rumplantschen.

    • Sportpapi sagt:

      Entweder Sie haben einfach nur gehört, was Sie hören wollten. Oder der Arzt hat wirklich keine Ahnung.

  • Ralf Schrader sagt:

    Meine Seele und ich haben, wie haben den lästigen Körper längst vergessen. Die Idee der Transhumanisten, körperlos nur noch als Geist zu leben, ist das Verlockendste, was ich je gehört habe. Natürlich erst nachdem man seine Wunschkinder gezeugt hat. Danach ist der Körper nur noch nutzlose Biomasse und als solche zu ressourcenvernichtend. Gerade was die Ressource Zeit angeht. Jede Minute, die man an den Körper verschwendet, ist verlorene Zeit.

    • Simone sagt:

      Was man und frau alles muss..
      Ich bin froh, habe ich mit 44 den Mut und die Musse nicht mehr zu müssen.
      Ich bin überzeugt, dass diese Haltung gesund ist.

    • Paolo Martinoni sagt:

      Auch ich erlebe manche Bedürfnisse des Körpers als lästig, ich wäre froh, er bräuchte weniger, um sich gut zu schlagen im Leben. Essen etwa: In guter Gesellschaft kann es schon ein Vergnügen sein, zu Tisch zu sitzen, trotzdem würde ich es begrüssen, er könnte ohne Nahrung auskommen. Der Körper kann andererseits Lustempfindungen schenken, die alles in den Schatten stellen in Sachen Glückseligkeit – auch die Freuden des Geistes. Daher bin ich trotzdem sehr gerne „körperlich“, bewege mich sehr gerne und sorge dafür, dass es ihm gut geht …

    • Marusca sagt:

      RS: Könnte es womöglich sein, dass bei Ihnen eine Schraube gehörig wieder angezogen werden müsste? Nein, es KÖNNTE nicht nur sein, sondern es IST so.

  • Röschu sagt:

    Die hier vertretene These „trainiere von Kindheit an viel und regelmässig, dann wird dein Körper auch im Alter immer tolle Leistungen erbringen“ halte ich für falsch und gefährlich. Es gibt sehr viele Beispiele von ehemaligen Spitzensportlern, deren Körper mit 45 zerstört war.

    • Anna Moos sagt:

      Ja, Spitzensport ist was anderes. Ein Tänzer, der mit 45 noch volle Leistung bringt ist die absolute Ausnahme. Insofern war das Beispiel eher unpassend.

    • Niklas Meier sagt:

      Ich habe viele Leiden (und bin noch keine 40..) von alten Sportverletzungen. Ja, man hat vielleicht hi und da etwas. Man kennt aber auch seinen Körper, seine Grenzen und weiss wie man trainieren soll, resp. wann man eine Pause einlegen sollte.
      Wer sich nicht wirklich viel bewegt, der baut ab.
      Gehen Sie in ein Altersheim und schauen Sie sich die Leute an.

  • Zufferey Marcel sagt:

    Für mich ist Biken ein Ausdruck von Lebensfreude. Sobald ich auf dem Rennvelo sitze, bewege ich mich in einer anderen Welt, die nur noch aus Bewegung, Rhythmus und Geschwindigkeit besteht. Dazu noch die absolute Stille und ständig wechselnde Landschaften- perfekt: Das hat einen schon fast meditativen Charakter. Der Leistungsaspekt spielt natürlich auch eine Rolle, aber nur einen vergleichsweise geringen. Warum ich Sport treibe? Nicht weil ich jemandem noch etwas beweisen will, sondern weil ich im Alter möglichst lange mobil und selbstständig bleiben will: Das ist meine Motivation! Mir hat mal eine Altenpflegerin gesagt, man spüre sofort, ob jemand in seinem Leben etwas gemacht habe oder nicht. Das ist mir geblieben.

  • Carolina sagt:

    Mir ist, ehrlich gesagt, auch ein Stöhnen entfahren, als ich die Empfehlungen gelesen habe! Ist es nicht langsam an der Zeit, wieder dahin zu kommen, dass man es jedem Menschen selber überlässt, wie er sich und seinen Körper pflegt? Mittlerweile wissen wir doch, dass es soviele für uns nicht messbare Parameter gibt, die für Gesundheit und Fitness zuständig sind, dass wir doch langsam auf diese generalisierten Empfehlungen verzichten könnten, oder?
    Für mich bedeutet Wohlgefühl, dass ich regelmässig mit den Hunden rausgehe, in einem sehr grossen Garten arbeite und im Sommer schwimmen und im Winter ab und zu ins Fitness gehe. Für jemand anderen bedeutet es, Marathon zu laufen. Das, was ich nicht mehr brauche, ist ja gerade, auf diese Lifestyle-Empfehlungen zu hören !

    • Paolo Martinoni sagt:

      Ich fände es auch gut, man würde es jedem überlassen, für sich zu entscheiden, was für ihn gut sei und was nicht. Mir persönlich haben all die Studien, die im Laufe der Jahre veröffentlicht worden sind im Tagi und in anderen Medien, dennoch viel gebracht ihrer Widersprüchlichkeit zum Trotz: Denn manches erweist sich wohl für fast alle Menschen gesund bzw. ungesund und so oder so interessiert es mich schon zu erfahren, was Mediziner und Wissenschaftler beobachten und wie sie das Beobachtete interpretieren. Wie dem auch sei: Seit über dreissig Jahren gehe ich regelmässig ins Fitness (einmal pro Woche) und seit sieben Jahren ins Yoga (einmal pro Woche): Es kostet mich jedesmal Überwindung, bereut habe ich es aber nie …

    • Felice sagt:

      Liebe Carolina
      Einerseits gebe ich Ihnen absolut recht, dass dieser Lifestyle-Quatsch nutzlos ist. „Suche dir Vorbilder, motiviere dich“… blabla.
      Die Autorin, Frau Binswanger hat definitiv schon besseres geschrieben.

      Auf der anderen Seite ist es korrekt, dass wir uns täglich genügend bewegen sollten. Leider gibt es noch viele Leute, die sich nicht überwinden können, weil sie keine Freude an Bewegung haben. Da hilft aber auch ein solcher Zeitungsartikel nichts dagegen. Wie fast überall – leider – nützt als Motivator nur Geld… Wenn man bei der Krankenkasse 100.- pro Monat weniger bezahlen muss, wenn man genügend Bewegung nachweisen kann, da würden sich plötzlich viele Leute auf dem Sofa erheben, oder nicht?

      • Carolina sagt:

        Ich bin für einmal ganz bei Schrader! Wir alle kennen wohl Menschen, die ihr Leben lang keinen Sport getrieben haben, ein Fitnesstudio nie von innen gesehen haben. Können Sie allen Ernstes sagen, die seien alle früher gestorben/hätten Hüft- und Knie-OPs benötigt/keine Osteoporose bekommen? Es ist wohl ein Zeichen der Zeit, dass wir uns tatsächlich einreden lassen, dass wir, wenn wir nur 10.000 Schritte am Tag laufen/Krafttraining machen/uns vegetarisch ernähren etc etc, nicht oder ‚gesünder‘ sterben. Schrader als Medizinstatistiker wird ihnen wahrscheinlich sagen können, dass das natürlich Unsinn ist – es gibt, allerdings zugegeben jenseits der Statistik, starke Hinweise darauf, dass genussvoll lebende Menschen, die alles massvoll geniessen, genauso ‚gesund‘ alt werden wie andere.

        • Sportpapi sagt:

          @Caro: Das nennt sich wohl „Augen zu und durch“, oder?
          Mal ganz abgesehen davon, dass all diese Bewegungsempfehlungen durchaus empirische Grundlagen haben, und es unzählige Studien über die gesundheitsfördernde Wirkung von angemessenem Sport und Bewegung gibt, ist die Frage eigentlich nur, ob die zusätzliche Lebensqualität/Lebensdauer mehr wert ist als die widerwillig eingesetzte Lebenszeit für Bewegung und Sport.
          Dass die heutigen Senioren früher kaum Sport getrieben haben mag stimmen (teilweise), aber sie sind sicherlich auch nicht so bewegungsarm aufgewachsen wie wir heute. Und eine Diät und Empfehlungen zu ausgewogenem Essen hatten die meisten Menschen auch nicht nötig.
          Ich nehme an, die Übergewichtsepidemie ist auch irgendwie nur ein Fantasieprodukt?

    • Vreni Heimer sagt:

      ja, immer das übertreiben ist mir auch zuwieder. Bewegung tut gut, aber nicht übergetrieben.

    • Ralf Schrader sagt:

      Wohlfühlen ist etwas Individuelles, aber Fitness ist ein florierender Wirtschaftszweig. Man hat sich fit zu halten, nicht um sich wohl zu fühlen, sondern damit die Fitnessindustrie brummt. Selbstoptimieren ist selbst gewählte Unfreiheit im Dienste des BIP.

      Nur Pech, dass man damit die AHV und die Pensionskassen schröpft. Gerecht wäre es, die Vorsorgebeiträge nach Fitness zu staffeln. Je mehr einer sich trimmt und die Lebenserwartung hoch schraubt, umso höher müssen die AHV- Beiträge ausfallen.

      • Carolina sagt:

        Na ja, ML, damit geben Sie ja zu, dass Fitness die Lebenserwartung hochschraubt…….. Dabei müssten Sie doch wissen, dass die Jury da durchaus noch aussteht!?

        Und an Felice: Ich finde diese Forderung nach Schrittmessern für alle unsäglich! Wollen wir dann auch Blutdruck zentral messen lassen? Alkohol? Rauchen? Erbkrankheiten vor/bei der Geburt eruieren? McDonalds-Besuche protokollieren? Dann hoffe ich nur für Sie, dass weder Sie noch einer Ihrer Liebsten an einer chronischen Krankheit erkrankt, wenn die Solidargemeinschaft mal aufgekündigt ist – das trifft nämlich den Marathonläufer und 10.000-Schritt-Läufer genauso wie jeden anderen!

      • Ray Hugentobler sagt:

        DAS sehe ich ganz anders. Sie können Fitness machen ganz ohne die Fitnessindustrie zu unterstützen. Das einzige was man dazu braucht ist ein wenig Zeit und Motivation. Geht alles mit ein paar Turnschuhen und dem eigenen Körper. Und: ich glaube an eine Wechselwirkung zwischen Körper und Geist. Beides muss gesund sein, damit man sich wohlfühlt.

    • Susanne sagt:

      Carolina spricht mir aus der Seele. Mir ist sportliche Bewegung auch sehr wichtig, aber das muss nicht für alle gelten. Wenn 45-jährige Leute so selbstbegeistert auf ihre Fitness hinweisen, riecht das für mich immer ganz stark nach Midlife Crisis. Leben und leben lassen.

  • Grossi sagt:

    Wenn man etwas mit Freude macht, dann bewegt man sich ohnehin. Sei es geistig oder körperlich und dabei nimmt man noch die Bewegung kaum noch wahr. Ich persönlich habe sehr gerne lockere Bewegungen Wandern Velofahren oder Aktivitäten die mich beinahe tragen. Auch basteln mit Holz oder was auch immer, das alles gehört zur Bewegung. Aber das war eigentlich nicht das Thema hier. Eher die Freude am bewegen oder an Bewegung im fortgeschrittenem Alter? Und Disziplin und Routine und routiniertem Ablauf. Routine sehe ich als sicherung, den festen Boden unter den Füseen zu haben. Unabdingbar für die Gesundheit und Wohlbefindem, wenn schon auch im Alter die Bewegung immer langsamer und etwas steifer wird. Man kann ja nicht springen mit achtzig wie ein junges Reh oder eine Gazelle. Meistens.

  • r. meier sagt:

    Eigentlich müsste ich schon längst tot sein, weil ich nämlich von all den vielen Gesundheitsratschlägen keine befolge. Ich bewege mich zwar täglich – einmal mehr, dann wieder etwas weniger -, arbeite im Frühling und Sommer etwas im Garten, jedoch nicht übermässig. Aber ich bin nicht tot, sondern eigentlich ganz gesund. Habe keine Gelenkschmerzn und keinen Pfnüsel und hatte noch nie Grippe – obwohl nicht geimpft. Und dick oder feiss bin ich auch nicht.
    Darum werde ich weiter so leben wie bis anhin und das Leben geniessen und mich nicht fragen, warum ich die 40 schon mindestens 25 Jahre überlebt habe, auch ohne Gesundheitsprogramm.

  • adam gretener sagt:

    Seit ich erwachsen bin fällt mir Sport schwer, ist mir zu mühsam. Mal spazieren oder Frissbee spielen, ok. Aber stundenlang im Wald rumrennen ist nicht so mein Ding.

    Aber wo ich Frau Binswanger recht gehen muss, ist das Gedächtnis des Körpers. Bis 20 habe ich extrensiv Karate und Eishockey betrieben. Bis heute profitiert mein Körper davon und wäre in einem Monat wieder ziemlich ziemlich fitt. Ich trainierte öfters als es Wochentage gibt und das kommt mir heute mit 42 zugute.

    • Aquila Chrysaetos sagt:

      Ob Sie in einem Monat wieder fit wären können Sie nicht wissen, ohne es auszuprobieren.

      • adam gretener sagt:

        Doch, doch, das weiss ich, sonst hätte ich es nicht gesagt. Mein Arzt beschreibt meine Figur als athletisch. Fragen Sie mal meine Kollege von der Eishockey-Mannschaft nach dem nicht existenten Sommertraining.

  • Winston Heiniger sagt:

    Titelkorrigendum:
    Geht es der Seele gut, folgt ihr der Körper.

  • Claude Fontana sagt:

    Warum soll ich lange leben, wenn ich es mir wegen der trainingszeit die ich aufgewendet habe nicht mehr leisten kann? 50% job gibt 50% rente? achja, eben nicht.

  • Claude Fontana sagt:

    Bestimmte vergleiche, vor allem mit Berufssportlern , führen zu gar nichts ausser enttäuschung. Und eine Ballerina, ist eine Berufssportlerin, frau Binswanger. Dafür steht sie 8h am tag auf der Matte/an der Stange/vor dem Spiegel /auf der Bühne. und geht jeden tag das Risiko von schwerwiegenden verletzungen ein, Die Ihre Karriere von Heute auf morgen beenden können. und noch was, wenn die jemals aufhören zu trainieren werden sie A) Fett, weil der Metabolismus immer noch das kalorienmanagement angelernt hat, das er nun nicht mehr braucht.(Gewohnheitsfressen ohne zu verbrennen) und B) Wird mit nachlassen der Muskulären elastizität die stabilität der Gelenke viel stärker gefährdet. Man wird im Alter mehr oder weniger zum Wackeldackel. Früher oder später KANN man nicht mehr. #Hedonist issues

  • Peter Aletsch sagt:

    Ein bisher unbemerkter Aspekt der Autorin. Wer jahrelang sich geziemend bewegt, dem wandeln sich Organe, Zellen, Organellen und die eigentlichen Kraftwerke Mitochondrien so nachhaltig um, dass jede begrenzte Anstrengung leicht vonstatten geht und sogar zum täglichen Bedürfnis wird. Auch bei einigen Monaten Zwangspause bleibt diese Anpassung weitgehend erhalten, so dass nach initialem Wiederaufbau vor allem der Muskeln, die am schnellsten zu schwinden pflegen, die alte Stärke bald wieder erreicht wird. Diese Anpassbarkeit ist individuell recht verschiedenen, so dass einige nie in den hohen Bereich positiver physiologischer Rückkopplung gelangen.

    • Aquila Chrysaetos sagt:

      Ich möchte eigentlich nicht, dass sich meine Mitochondrien in irgendwas umwandeln. Die sollen schön bleiben was sie sind. Und das tun sie auch – die Anpassung an einen erhöhten Energiebedarf einer Zelle erfolgt durch die Erhöhung der Mitochondrienzahl.

  • Peter Aletsch sagt:

    „… Klettern, Yoga,…“ Zwei der extremsten, teils ungeeignetsten ‚Sportarten‘. Habe ich im ganzen Leben nur je 1 Stunde betrieben. Im Vergleich zu fast täglichen 1 bis typisch 3 bis maximal 10 Stunden zu Fuss oder Velo. Beim Yoga fehlt die kardiovaskulaere Belastung, die Bewegung und Abwechslung in der Natur, das Ausgesetztsein an Wind und Wetter, die leichte Erschöpfung durch Hunger, Durst, Hitze, Kälte. Das sind die leichten Stressoren, die gemäss neuerer Forschung gesund und jung erhalten. Yoga passt als Trockenuebung in feuchtheisse Gebieten, wo jede echte Anstrengung zu Bächen von Schweiss führt. Klettern schliesslich braucht ein hohes Kraft – Gewicht – Verhältnis, das jenseits der 50 nicht mehr so gegeben ist.

  • Maja Weber sagt:

    Michèle Binswanger ist eine von mir hochgeschätzte Autorin. Dass sie als Bewegungsmensch (dizipliniert ihren Körper seit der Pupertät!!) uns bequemeren Menschen Tipps geben will kommt nun aber schon sehr gönnerhaft daher. Bitte kommen Sie wieder von Ihrem hohen Ross runter und schreiben Sie über die vielen Dinge von denen Sie wirklich etwas verstehen. Ich freue mich darauf:-)

  • Eric sagt:

    Als baldiger Pensionär walke ich fast täglich nach dem Nachtessen so 45-60 Minuten über das Feld, durch den Wald, 5-6 km / Stunde. Es ist erfrischend, befriedigend und hält meinen Körper in Form. Der Blutdruck ist seit dem ich das mache immer optimal und ich habe nie Probleme zum einschlafen. Wenig Aufwand-viel Gewinn

  • Florian sagt:

    Sehr interessante Tipps,
    ich probiere derzeit ein Pilates Programm aus und bin davon sehr begeistert. Sie sind von der Intensität angenehm und der Dauer von 10 – 60 Minuten pro Workout sehr flexibel. Fitnessstudio ist auch nicht von Nöten jeder der einen strammen Termin Kalender und möglichst kurze und effektive Trainingseinheiten sucht kann ich dieses nur Sehr empfehlen. Schaut einfach mal rein: https://bit.ly/2JerONs

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