Was ich alles nicht tun werde

Geld gegen Sex: Szene aus dem Film «Jeune & Jolie» von François Ozon.

Es gibt Dinge, von denen ich dachte, sie unbedingt erlebt haben zu müssen, aber eigentlich genauso gut ohne sie leben kann. Zumal die YOLO!-Sachen, denn es sind nicht sie, die einem bleiben, sondern die unerwarteten Momente wie der erste Kuss oder der Augenblick, wenn man morgens aus einem Club an die Sonne tritt und sich wie der König der Welt vorkommt. Auch die wiederholte Beschäftigung mit etwas lohnt sich mehr, ein Hobby, eine Leidenschaft wie Pilze sammeln oder Winterschwimmen.

Hier deshalb eine Aufzählung mit 15 Dingen, die ich in meinem Leben nicht machen werde – meine persönliche Anti-Bucket-List:

  1. Einen Marathon rennen
    Der Klassiker im mittleren Alter. Nochmals eine Grenzerfahrung machen. Zeigen, dass man noch nicht zum alten Eisen gehört. Geht auch weniger anstrengend, mit einer Ayahuasca-Zeremonie etwa.
  2. Burning Man Festival besuchen
    Hm, schon reizvoll. Aber zu viel Selbstausdruck an einem Ort, dünkt es mich. Und da sind ja inzwischen auch die Silicon-Valley-Manager. Lieber an ein anderes Festival, an dem es rund geht.

    Teilnehmer am Burning Man Festival 2014 in der Wüste von Nevada. Foto: Andy Barron (Keystone)

  3. Vegetarisch leben
    Dafür wäre es nie zu spät, zumindest moralisch gesehen. Aber mein Fleisch ist zu schwach.
  4. Schnecken essen
    Ja, ich weiss, sie schmecken wie Austern (die ich sehr mag), aber ich werde sie trotzdem nie probieren.
  5. Den «Zauberberg» lesen
    Fünfmal angefangen, fünfmal nicht über die ersten 100 Seiten gekommen. Das Leben ist zu kurz für Bücher, durch die man sich kämpfen muss. Dasselbe gilt für die Bibel. Die Geschichten mit Bildern zum ausmalen aus dem Religionsunterricht müssen reichen.
  6. «The Wire» zu Ende gucken
    Ja, die Serie ist sehr realistisch. Aber die einzelnen Folgen und Figuren unterscheiden sich kaum. Das Leben ist zu kurz für …

    Manche Kritiker bezeichneten «The Wire» (2002-2008) als die beste Fernsehserie aller Zeiten. Foto: HBO

  7. Detoxing
    Das habe ich ehrlich gesagt schon mal gemacht (drei Wochen keinen Alkohol getrunken). Es waren die langweiligsten drei Wochen in meinem Leben. Dauerhaft weniger trinken ist sinnvoll, aber punktueller, kompletter Verzicht unnötige Selbstkasteiung.
  8. Nach Australien reisen
    Wer kann schon alle Länder bereisen? Will man die einzelnen Orte zumindest etwas vertieft erleben, muss priorisiert werden. Sorry Australien, aber da fällst du weg. Zu westlich geprägt für die lange Reise dahin. Lieber Indien, da war ich auch noch nie.
  9. Eine weitere Fremdsprache lernen
    Ich spreche Deutsch, Englisch, Französisch und etwas Spanisch. Da sind praktisch alle Weltsprachen darunter. Sofern ich nicht in einem exotischen Land in Gefangenschaft gerate und zu einem weiteren Spracherwerb genötigt werde, bleibts dabei.
  10. Gitarre spielen
    Zugegeben, ein schönes Hobby. Aber ich bin als Kind daran gescheitert und als 40-Jähriger nochmals. In diesem Leben wirds nichts mehr mit mir und der Klampfe.

    Rockstar Slash präsentiert seine Signature-Gitarre in Las Vegas, Januar 2018. Foto: Larry W. Smith (Keystone)

  11. Bungee-Jumping oder Fallschirmspringen
    Bungee-Jumping ist irgendwie vulgär. Nie mit einem Fallschirm aus einem Flugzeug gesprungen zu sein, bedaure ich allerdings ein bisschen. Aber seit der Geburt meines Kindes bin ich seltsamerweise nicht mehr schwindelfrei.
  12. Viel Geld verdienen
    Wollte ich das wirklich mal? Wahrscheinlich. Aber auch wenn es kitschig klingt: Zeit für mich, die Familie und Freunde sind mir deutlich wichtiger.
  13. Ein (neues) Auto kaufen
    Ich bin jetzt Mitte vierzig und habe nie ein Auto gekauft, weil ich als Stadtbewohner schlicht keines brauche. Und falls es einmal nötig sein wird, ist es ganz sicher kein neues. Da reut mich das Geld.

    Werbung für den Fiat 500 an einer Fassade in Genf, Oktober 2008. Foto: Martial Trezzini (Keystone)

  14. Alleine verreisen
    Menschen, die für ein Jahr oder länger alleine um die Welt touren, habe ich stets bewundert und wollte es ihnen eines Tages gleichtun. Heute habe ich akzeptiert: Das ist nichts für mich, ich bin nicht besonders kontaktfreudig aber gleichzeitig schnell gelangweilt, wenn ich alleine bin.
  15. Zu einer Prostituierten gehen
    Man soll den Tag ja nie vor dem Abend loben – aber bisher hatte ich das nicht nötig.

Eine solche Liste ist natürlich hochgradig individuell. Wie sieht Ihre Anti-Bucket-List aus?

72 Kommentare zu «Was ich alles nicht tun werde»

  • Ralf Schrader sagt:

    Wenn man nicht zu früh stirbt, erschliesst sich einem Jeden der erste Grad der höheren Philosophie in dem Wissen, dass man durch Erleben überhaupt nichts erfahren kann. Nichts ist überflüssiger als Erleben.

    Nicht nur die genannten 15 Punkte, abzüglich ‚Zauberberg‘ lesen, gar nichts muss man erleben. Ausser Essen, Trinken, Schlafen muss man nur Lesen, Lesen, Lesen, darüber Nachdenken und über das Lesen und das darüber Nachdenken schreiben.

    • Anh Toàn sagt:

      Ja gell, so wie Rousseau seine Kinder ins Waisenhaus stecken und ein Buch über Kindererziehung schreiben:

      Das würde ich nie tun.

      • Esther Villa sagt:

        Achtung : es war in jener zeit üblich Kinder ins Waisenhaus zu bringen, die eltern hatten schon für sich selbst nichst zu essen. Dies war auch für Rousseau den Fall. Später hat er es natürlich schwer bereut aber sie konnten nicht mehr gefunden werden, viele Kinder in diesen Waisenhausen starben in den Wochen danach, es kümmerte sich niemand um sie, man hatte keine Ahnung, dass Säuglinge und Kleinkinder mehr brauchen als milch und brot.

        • Anh Toàn sagt:

          Ich könnte meine Kinder zur Oma nach Vietnam bringen, die ist ganz lieb und bereut vermutlich auch, ihre Kinder nicht beim Aufwachsen erlebt zu haben. Sie musste Geld verdienen. Und dann hätte ich viel mehr Zeit zum Nachdenken. Aber das Aufwachsen der Kinder zu erleben ist mir wichtiger, und ein wenig Zeit zum Nachdenken und Lesen und Schreiben bleibt dennoch.

      • Reto Stadelman sagt:

        Es sind eben nicht alle dem Empirismus zugeneigt. Und das ist auch nicht nötig. Die Epistemologie bietet genügend andere Modelle an. Auch wenn ich das von Ralf Schrader genannte eigentlich für nicht wirklich praktikabel halte…

  • Meier Pirmin sagt:

    Die Aussage „Ich hatte das nicht nötig“ ist immer noch typisch Macho; klar, erobert er die Frauen auch ohne dass er noch bezahlen muss, was zwar langfristig täuschen kann. Trump hätte das vielleicht auch gesagt. Eher beeindruckte mich der Schriftsteller Robert Walser, der über einen Besuch bei einer Prostituierten (bei der er tatsächlich war) dann notierte: „Entschuldigen Sie, Fräulein, ich habe mich selber zu wenig gekannt“, und dann ging er, offenbar unverrichteter Dinge. Nicht ausgeschlossen ist freilich, dass Robert Walser ein möglicherweise uneingestandener Homosexueller war.

    • Anh Toàn sagt:

      „Ich hatte es nie nötig“ kann man auch über Heirat sagen.

    • Ralf Schrader sagt:

      Man muss nur die Geschichte betrachten um zu verstehen, dass Prostitution im Rang eines Grundbedürfnisses steht. Historisch beginnt Prostitution zeitgleich mit Sesshaftigkeit, Handel und den anderen primitiven Formen der Wirtschaft.

      Es ist eher wahrscheinlich, die aktuelle Mode des Zusammenfallens von Liebe, Ehe und Sexualität als Artefakt der Kultur zu betrachten. Das war vor 1870 nirgends in der Welt üblich und hat auch keinen einsehbaren Vorteil gegenüber wechselnden Paarungen einschliesslich Prostitution.

      • Hans Minder sagt:

        @Schrader. Soweit mir bekannt ist hatten Geschlechtskrankheiten vor der Einführung der Klassischen Medizin verheerenden Einfluss auf die Menschheit. Erst mit der Entdeckung von Penicillin im Jahre 1928 wurde diese Furcht einer Infektion mit einer Geschlechtskrankheit abgeschwächt. Geschlechtskrankheiten vor 1870 hatten den Stellenwerd vergleichbar mit der „Angst vor AIDS“ in den 90-ziger Jahren. Somit war eine monogame Beziehung durchaus vorteilhaft und die Ehe auch, da sie verpflichtete, die nicht auswärts mit Geschlechtskrankheiten zu infizieren, die dann nach Hause in die Ehe gebracht wurden und tödlich enden konnten.

      • Zufferey Marcel sagt:

        @R. Schrader: „Es ist eher wahrscheinlich, die aktuelle Mode des Zusammenfallens von Liebe, Ehe und Sexualität als Artefakt der Kultur zu betrachten. Das war vor 1870 nirgends in der Welt üblich“

        Darauf kann man nicht genug verweisen. Eine Reduktion der Gefühlslagen wäre nicht das Dümmste: Immerhin hat die Menschheit schon vor der klassischen (deutschen und französischen) Romantik gut 80’000 Jahre existiert! Man kann den Werther mögen oder nicht- aber historisch betrachtet, ist er ein Unikum und nicht viel mehr als eine Metapher für einen Zustand, der zwar absolut seine Berechtigung hat, aber ganz sicher nicht in der z. T. schon fast pathologisch anmutenden Ausprägung unserer Zeit.

      • Ralf Schrader sagt:

        @Hans Minder

        Die Angst vor Geschlechtskrankheiten war der wesentliche Grund, nur Jungfern als heiratsfähig zu betrachten. Nur schloss ja das männliche Risiken nicht aus. Das Risiko wurde nur um 50% reduziert.

        Es gibt keinen ansonsten plausiblen Grund, Sexualität auf Liebe oder Partnerschaft zu beschränken. Man kann sich das einbilden, aber mehr ist da nicht. Sexualität braucht keine Liebe und Liebe keine Sexualität. Das sind konstruierte Zusammenhänge.

        Monogamie hat nur einen Vorteil, wenn man möglichst spannungsfrei Kinder gross ziehen will. Deshalb ist es das sozial bevorzugte Modell. Aber Liebe mit Sexualität zu koppeln, ist Religion, nicht Wirklichkeit.

        Weibliche Prostitution trifft ein männliches Grundbedürfnis, deshalb ist das ewig.

    • Meier Pirmin sagt:

      @Anh Toan. Die Sache mit Rousseau war weit komplexer, es hängt mit seiner Schwiegermutter zusammen und gesehen hat er die Kinder auch nicht. Später sogar nach ihnen gesucht. Der Widerspruch in seinem Leben bleibt. In einem Roman von Rousseau aus dem Jahr 1757 kommt eine Prinzessin vor, die gesagt hat, dass das Volk, wenn es kein Brot habe, doch Kuchen essen solle. Das war auch nicht Marie-Antoinette, die damals zwei Jahre alt war, man hat es ihr aber später angehängt, um sich ein gutes Gewissen für ihre ungerechte Hinrichtung zu machen. Was in den Schulbüchern steht, ist oft falsch, besonders, wenn es mit Geschichte zu tun hat. Alles Gute Ihrer Mutter in Vietnam, ist sicher eine gute Frau. Ehe sollte man doch nicht mit Prostitution verwechseln, ausser dass sie für die Frau Arbeit gibt.

    • philippe zweifel sagt:

      Genau: Deshalb heissts im Text ja auch „man soll den Tag nicht vor dem Abend loben“. Und vielleicht bin ich ja auch monogam glücklich?

  • Hunz Tagé sagt:

    Und wie geht es eigentlich dem Hund?

    • Lori Ott sagt:

      Über den darf, zum Schutz dessen Privatsphäre, nicht mehr öffentlich ohne dessen schriftliches Einverständnis geschrieben werden.

  • Anh Toàn sagt:

    Ich habe eine Menge gemacht, von dem ich zuvor dachte, ich würde es nie machen: Warum eine Liste schreiben, was man nie machen werde? Um es nicht zu vergessen, es sich dies dauerhaft zu verbieten, zu entsagen, also um sich eigene moralische Überlegenheit zu bestätigen?

    • Ruth sagt:

      Mir gefällt die Idee, zu überlegen, was nixht (mehr) wichtig ist und es vielleicht doch einmal war. Marathon laufen gehört bei mir zu diesen Dingen. Ayahuasca allerdings auch. Bei anderem ist es umgekehrt, da übetrascht mich dass es plötzlich wichtig wird…..

  • Roger Göttschi sagt:

    Das soll Kultur sein, Herr Kulturleiter?
    Und dann noch diecAnregung zumDrogen und Alk!

  • Karl-Heinz sagt:

    1. gemacht
    4. gemacht
    9. gemacht
    10. gemacht
    13. gemacht
    Es waren schöne Erinnerungen. Die anderen Dinge sehe ich ähnlich wie der Autor.

    • Bernhard Piller sagt:

      Und 15? Sehen Sie auch wie der Autor? Oder hat im Gegenteil die Frau bezahlt, was ja noch eine deutliche Steigerung über die Antwort „15 nein“ darstellen würde?

      • Karl-Heinz sagt:

        Bezahlen kommt nicht in Frage. Es gibt zu viele Alternativen. Und schönere, ohne Minutentakt.

      • Carl sagt:

        Klar bezahle ich dafür. Warum auch nicht.
        Für die Putzfrau zahle ich ja auch.
        Putzfrau und Nutte verkaufen mir beide ihre Arbeitskraft und ich zahle dafür. Wo ist das Problem?
        Mit dem einzigen Unterschied, dass meine Frau nicht putzen muss, das macht sie nicht gern.

        • Denker sagt:

          Dann macht Sie warscheinlich auch das nicht gern wofür sie eine Prostituierte bezahlen. Die Frage ist dann nur an wem es wohl liegt?

  • Paolo Martinoni sagt:

    Auch ich werde im Sterbebett behaupten können, nie bei einer Prostituierten gewesen zu sein. Nicht, weil ich es nicht nötig gehabt hätte, sondern weil ich für den Sex, der mich erfüllt, eine Partnerin brauche, die Lust auf mich hat. Und ich werde auch nie mehr Alkohol trinken, denn

  • Hans Jung sagt:

    Also den Bungee Jump würde ich Ihnen schon empfehlen, am besten mit einem gehörigen Kater. Man fühlt sich danach… schwer zu beschreiben, unglaublich gut, die Endorphine halt. Und danach Schnecken essen, passt.

  • Roxy sagt:

    Auch wenn hier wieder ein paar motzen, guter Blog. Mit zunehmender Reife weiss man, was man will. Die „Liste“ muss man nicht so ernst nehmen, es geht nur ums Prinzip (das zu verstehen, wäre auch ein Zeichen von Reife)

    • Marc sagt:

      Ach ich weiss nicht, Listen sind mir zu naiv. Und das mit der Reife… vielleicht ist es auch Sturheit einmal gefasste Entscheidungen nicht mehr zu hinterfragen? Wir nehmen uns selbst viel zu ernst, nicht?

  • Esther Villa sagt:

    Ich habe mich das ganze Leben an die 10 Gebote gehalten und es ist mir immer gut gegangen so.

    • Paolo Martinoni sagt:

      Dass eine(r) sich an ALLE zehn Gebote halten kann ein Leben lang, können nur Naivlinge glauben. Und wohl nur jene von sich behaupten, die sich nicht kennen oder unehrlich sich selbst gegenüber sind. Ich halte es auch nicht unbedingt für empfehlenswert, sie alle zu befolgen (dem ersten Gebot etwa verdanken wir so viele Kriege und Tragödien, dass ich es für eine Schande sondergleichen halten muss). Ich jedenfalls brauche keine Gebote und schon gar keine religiösen: Denn töten würde ich so oder so nicht, um nichts in der Welt – nicht aber, weil es „verboten“ ist!

      • Martin Leuenberger sagt:

        Naja, das mit dem 5. Gebot (also in unserem christlichen Glauben, es gibt ja mehrere Versionen davon), dem töten ist ja so eine Sache. Ich gönne Ihnen die Gunst der Geburt, die zeitlich wie örtlich glücklich gewählt ist. Wenn es aber um die Frage „er oder ich“ ginge, bezweifle ich dass ihre Tugend mit dem angeborenen Selbsterhaltungstrieb Schritt halten könnte.

        • Frank Lauer sagt:

          Notwehr ist immer erlaubt, Herr Leuenberger. Auch gemäss der 10 Gebote.

          • Meier Pirmin sagt:

            @Martinoni. Ihre Bemerkung, die Prostitution betreffend, hat mich noch beeindruckt, aber auch eine kritische Antwort, die Sie darauf bekommen haben. „Nicht weil es verboten ist!“. Da könnten Sie sich noch täuschen. Der Marquis de Sade war im Ernst der Meinung, es gäbe weniger Morde, wenn Mord erlaubt wäre. Ich würde dies in der Tat nicht ausprobieren. Noch bedenkenswert, @Martinioni der Satz von Dostojewskij, der die Menschen vielleicht besser kannte als sie, im Sinne von Voltaire: „Wenn es keinen Gott gibt, ist alles erlaubt!“ Es war tatsächlich die Weltanschauung von de Sade, der zwar kein Dummkopf, aber doch ein Sadist war.

    • Dietmar Weidmann sagt:

      Je nach Weltanschauung hat das bisher nur einer geschafft: Jesus Christus.

    • Roland K. Moser sagt:

      Kein Fleisch gegessen?

    • Roland K. Moser sagt:

      Sind sie der Meinung, Sie hätten nicht getötet, weil Sie das Fleisch in der Metzgerei kaufen und jemand anders das Tier getötet hat?
      Wenn Sie das Fleisch des von einem anderen Menschen getöteten Tieres essen, haben Sie das Tier auch getötet. Anderes ist christliche Logik wie „Das Zölibat verbietet mir Sex mit Frauen aber nicht mit Kindern und Tieren“

  • Tom Meyer sagt:

    Ein wirklich netter Beitrag! Merci.

  • Michael sagt:

    Für Woodstock war ich leider noch zu klein, aber den Burning Man habe ich jetzt schon zwei mal gemacht – gigantisch. Love Peace und Happiness im 21. Jahrhundert; auch für das fortgeschrittene Alter. Und ich werde es bestimmt noch ein drittes und viertes Mal machen, selbst wenn DT da immer noch der Chef ist. Und Punkt 15 mache ich regelmässig. Es gibt so viel was man da ausprobieren kann…

  • Bea sagt:

    Guter Artikel, nach aussen witzig, aber eigentlich sehr wahr. Unsere Gesellschaft setzt zu fest auf Yolo (you only live once!), statt mal inne zu halten und sich zu fragen, was wirklich zählt.

    • Bernhard Piller sagt:

      Yolo ist absolut richtig. Unter den Motorradfahrern gilt „Fahr – pardon führ – Dein Leben so, dass es reicht, einmal gelebt zu haben!“.

      • Urs Luescher sagt:

        Weiss ja nicht was Sie fahren, aber ich kenne den Spruch: „Wenn man denkt, man hat alles im Griff, ist man zu langsam.“ 😉

  • Maxi sagt:

    Sie sprechen mir aus dem Herzen. Heutzutage hat man immer das Gefühl, sich entschuldigen zu müssen, wenn man manche Dinge nicht tun möchte und dafür keine irgendwie geartete plausible Erklärung hat.

  • marianne pomeroy sagt:

    Es ist nicht eine anti-bucked Liste. Das wäre ja gegensätzlich zu dem was sie sagen möchten. Einfach nur bucket wäre korrekt, Bucket ist eigentlich ein Eimer, aber in ihrem Fall wäre Papierkorb, für was das Wort auch angewandt wird, eher angebracht. Ich weiss dass ein Papierkorb waste paper basket genannt wird. Aber um einer Sache speziell Nachdruck zu verleihen sagt man eben oft bucket.

    • Susanne Bach sagt:

      „bucket list“ ist im Englischen ein fester Begriff für eine
      Liste von Dingen, die man vor Lebensende gemacht haben will.

      Auch im Deutschen gibt es derartige Redewendungen. Wenn jemand z.B. vom „Armutszeugnis“ redet, erwartet auch niemand einen Zettel mit Noten drauf.

  • Valentin B. sagt:

    Nun, es gibt 3 Sachen die machen erst einen Buben zum Mann:
    – einen Baum pflanzen
    – ein Kind zeugen
    – einen 12 Zylinder fahren
    (die Reihenfolge ist egal…)
    Alles andere ist Beilage 🙂

  • Carolina sagt:

    Als ich jung war, hat mich meine Mutter immer dafür angemacht, dass ich immer wusste, was ich nicht will, aber nie, was ich wirklich machen will…… Damit bin ich eigentlich immer ganz gut gefahren, aber es besteht die Gefahr, dass man sozusagen eine ständige innere Verweigerungshaltung annimmt und für Neues und Unerwartetes nicht mehr offen ist. Aber die sogenannten bucket lists, die durch den gleichnamigen Film so in Mode gekommen sind, halte ich für Blödsinn. Es ist und bleibt eine ganz individuelle Sache, wie man was und wann in seinem Leben gewichtet und macht oder eben auch nicht. Vielleicht gibt es einen roten Faden bei den meisten Menschen: mit zunehmendem Alter erlaubt (!) man sich eher, auf Dinge zu verzichten bzw seinen eigenen Weg zu gehen.

  • Simon sagt:

    Wahnsinn, wie viele Männer in der Schweiz zu Prostituierten gehen und es als völlig normal empfinden (ist hier bei den Kommentaren ja auch eines der „Hauptthemen“ geworden) In anderen Ländern sind die Männer zum Glück nicht so primitiv

    • Peter Mayer sagt:

      In anderen Ländern sind die Frauen auch offener und weniger prüde. Vielleicht liegt es somit auch etwas an den Schweizerinnen?

    • Sportpapi sagt:

      In welchen anderen Ländern?

      • Andreas sagt:

        Ich sehe das wie Herr Mayer. Vor ein paar Monaten war ich im Ausland in einer Flughafen Lounge. Bevor ich auf den Flug ging, sagte ich zu einer Frau um 45 auf Spanisch, „ich muss Ihnen einfach sagen, dass Sie eine so wunderschöne, elegante Frau sind. Wäre ich nicht vergeben, könnten Sie ein Grund sein, warum ich diesen Flug verpassen würde“. Sie bedankte sich mit einem so freundlichen Lachen, das für uns beide den Tag schön machte und wir verabschiedeten uns. Wahrscheinlich habe ich einer verheirateten Frau und Mutter nur gesagt, wie begehrenswert sie doch ist. Bei Schweizer Frauen würde ich das nie machen. In 9 von 10 Fällen wäre die Reaktion „was fällt denn dem ein“. Flirten ohne zwingende Absicht, macht das Leben in anderen Städten schön. Aber nicht in Zürich.

        • Simone sagt:

          Mich würde das auch in Zürich freuen! Als Frau merkt man, ob es ein Mann „anständig“ oder „grusig“ meint. Das merken sogar schon meine 14- und 16-jährigen Töchter.
          Das hier tönt anständig.
          Schön!

  • Reto Meier sagt:

    1. ist der Klassiker. In meiner Alterskategorie und im Büro fast ein Zwang. Nachdem mein Chef einen Ermüdungsbruch erlitt und sonstigen Verschleiss zeigt, weiss ich einmal mehr, dass Marathon ungesund ist. Da bleibe ich als Ü50 bei meinem normalen Lauftraining.
    8. Auch da, je exotischer je besser. Aber keinen Schimmer was zwei Strassen/Dörfer weiter ist.
    13. Darauf warten die Nachbarn immer noch, dass wir endlich normal werden und mal ein Auto kaufen.
    15. Höre ich und meine Frau immer wieder Mal von gefühlt 80% der Frauen der gleiche Satz: ALLE Männer gehen zu einer Prostituierten; wer Nein sagt, lügt. Und damit ist immer klar, wer auf der Welt das Schwein ist und wer die moralische Superinstanz.

  • Markus Sutter sagt:

    Naja. Das mit Australien würde ich mir nochmals überlegen. „Zu westlich“? Vielleicht. Aber Australien steht für mich für die Natur – und die ist atemberaubend und einzigartig.

  • Reisender sagt:

    Warum muss ich mir überlegen, was ich NICHT tun werde. Es reicht doch wenn ich weiss was ich tun werde!
    Nie Vegetarier werden? Vielleicht wissen wir in fünf Jahren noch besser, was auf der Erde mit dem Klima abläuft und man macht eine neue Standortbestimmung. Ich bin nicht Vegetarier, esse aber viel weniger Fleisch als früher.
    Fremdsprachen: Neue Lebenssituation – und schon denkt man darüber nach. Die erwähnten vier Sprachen spreche ich auch.
    Alleine reisen? Ich bin viel länger als ein Jahr alleine gereist – und ich werde es wieder tun, die für mich schönste Art zu reisen!
    Bungee-Jumping, Fallschirmspringen springen? Ich habe beides 1 x gemacht – und ich erinnere mich gerne daran zurück.
    So oft stand ich vor einer neuen Situation – ich tat es!
    Warum jetzt schon Entscheide treffen?

  • Linus sagt:

    Zu alt dazu, zu wenig Talent, zu wenig Zeit, zu bequem, kann ich eh nicht brauchen, hab ich nie ergo werd ich nie, Krankheit…

    Ihre Liste wirkt auf mich wie eine Bankrotterklärung ihres zukünftigen Lebens.

  • Tabea Schneider sagt:

    Herr Zweifel, man(n) bezahlt IMMER für Sex. Denken sie mal darüber nach.

  • Lori Ott sagt:

    Ich werde mir sicher nie überlegen was ich nicht zu tun gedenke.
    Mein Ausschlussverfahren geht anders herum.

  • Adrian Wehrli sagt:

    Ach Kinder seid doch etwas offener! Muss immernoch lachen wie ich im fremden Auto auf Drogen Sex mit einer Prostituierten hatte – in Australien.

  • stefan heim sagt:

    Kann man alles sein lassen, ausser Punkt 3. In gewissen Dingen sollte man einfach erwachsen werden.

  • Stefan Schmid sagt:

    Schlussendlich ist es auch eine Frage der Reihenfolge und Prioritäten. Mit 32 hatte ich (JG 61) mich für eine Weltreise (18 Mt) entschieden. Hat grad gut gepasst. Davon allein in Australien und Neuseeland 42’000km im Landi resp. Camper = einmal um den Äquator. Sehr intensives Erlebnis mit viel Material für irgendwann mal im Altersheim. Heiraten war nie auf meinem Lebensplan, habs vor 10 Jahren aber doch getan und nicht bereut. Jeder macht es anders, Hauptsache man schätzt sich, die Welt und ist mit dem Leben zufrieden.

  • Othmar Riesen sagt:

    Musste der Tagi diesen Bericht wirklich mit einem BH bebildern? Immer nur, damit es noch mehr Klicks gibt? Irgendwann ist die Schmerzgrenze erreicht.
    Beste Grüsse
    O.R.

  • André Bürgin sagt:

    Es gibt die Dinge, die man einfach nicht mag oder sich nicht zutraut. Und dann noch viele, zu denen die Gelegenheit nicht vorhanden war.
    Manche, wie zum Beispiel Austern und Schnecken sind auch Geschmacksache.
    Für etliche neue Erfahrungen bin ich persönlich auch zu stur, mit Brett vor dem Kopf. Ob’s mich vor nem schlimmen Reinfall schützt?
    Schlimmstenfalls kann man noch die anderen oder sich selbst anlügen.
    Und glücklicherweise lässt sich vieles im Nachhinein auch als Charakterstärke verkaufen.
    Soviel zu den hehren Prinzipien.

  • Hans Hartmann sagt:

    … also ich hoffe ja nur, dass ich es nie nötig haben werde, eine solche Liste zu schreiben.

  • Peter sagt:

    Etwas sinnfreieres als eine Liste mit Dingen zu erstellen, die man nicht tun will gibt esfür mich kaum. Für mich ist es die schriftliche Manifestierung, wie feige man ist, mal etwas Neues auszuprobieren.

  • Rebecca Costabile sagt:

    99% einverstanden! Vielen Dank für die Bestätigung dessen, was ich schon immer geahnt habe, aber nie wagte auszusprechen. Ich bin so erleichtert.

  • Roland K. Moser sagt:

    Man muss nur das tun, was man tun will.
    Ich trinke beispielsweise keinen Alkohol und hänge es gerne an die grosse Glocke, weil man bei den Primaten so schön aneckt 🙂

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