Lernt mal chillen, Schweizer!

Jeden Abend ins Café? Nein, danke. Foto: Pexels.com

Was ist die Hauptbeschäftigung von erwachsenen Schweizern und Schweizerinnen in der Schweiz? Sie treffen sich. Und wenn man sie fragt, was sie heute noch machen, antworten sie: Ich habe abgemacht. Dazu ziehen sie das a in die Länge: abgemaaaacht. Ich habe nichts dagegen, verstehen Sie mich bloss nicht falsch, jeder soll machen, was er will, ob in den Swingerclub, in den Darkroom oder auf den Uetliberg, das ist mir wirklich egal.

Mir geht auch das hysterische Getreffe, Abgemache und In-die-Berge-Gerenne um mich herum überhaupt nicht auf die Nerven, wirklich nicht. Ich will nur, dass man mich auch in Ruhe das tun lässt, was ich am liebsten tue: zu Hause auf dem Sofa liegen und nichts tun, ausser vielleicht etwas unverbindlich fernsehen oder digital daten.

Erzähl was von dir, mich kenne ich schon!

In Deutschland nennen wir das chillen. Es könnte also alles superschön sein, die gesamte Schweiz trifft sich, und ich bin allein zu Hause und chille – wenn sich nicht alle ständig mit mir treffen wollten! Ich weiss aber nie, was das soll, denn der oder die andere hat kein Anliegen, die wollen sich einfach nur treffen, weil man das so macht. Ich muss mich dann aus meiner Höhle herausquälen, meine Höhlenkleidung gegen einen geilen Look tauschen, mir ein fancy Make-up auftragen, in die Stadt fahren, keinen Parkplatz finden, fluchen, keine 7.50 Franken für die Parkuhr als Münzen parat haben, in ein Lokal gehen, in dem die Einrichtung mich deprimiert, weil mich fast alle Lokale deprimieren, etwas essen, was mir nicht wirklich schmeckt, und dann kommt das Schlimmste: zwei Stunden lang über mich, meine neuen Projekte, Menschen, die ich traf, Orte die ich besuchte, und anderen Bullshit berichten.

Ich sage: Erzähl doch mal was von dir, mich kenne ich ja schon. Die Antwort: Ach, bei mir gibt es nichts Neues, ich gehe arbeiten, und am Wochenende bin ich nur mit Schnäuzelchen. Also rede ich, die andere hat den Spass ihres Lebens und verlässt mich irgendwann gut unterhalten, während ich mir denke: «Wozu war das jetzt gut? Die reinste Zeit- und Energieverschwendung!», und sehe zu, dass ich zurück in meine selbst gewählte Isolation komme.

Ich versteh nicht, was dieses pausenlose Treffieren soll. Vorgestern bekomme ich eine SMS: Gehen wir Dienstag essen? Ich wollte schon bissig antworten: Dienstag ist ein Verabredungsloch, das ich stopfen darf? Wozu soll man an einem Dienstag essen gehen? Das macht man noch nicht einmal in London, wo Restaurantbesuche ein Erlebnis für Augen und Gaumen sind! Mütter, die sich langweilen, wollen mich ständig um 11.30 Uhr oder um 14.30 an einem grauen Wintertag in der Stadt zum Kaffee treffen, während Ela-Lotta beim Ballett ist. Ich habe Dinge zu tun, Mutti, und kann nicht den Tag im Café vergeuden.

Dann liegen wir auf dem Sofa, und es ist saulustig

Andere wollen ständig lunchen, um Punkt 12 natürlich. Lunch gibts bei mir nur für Geschäfte oder in den Ferien am Meer, aber das ist dann etwas ganz anderes. Ich habe genau vier Freunde in der Schweiz, die sind alle normal und sagen einfach: Was machst du morgen? Dann liegen wir auf dem Sofa, bei mir oder bei ihr, einer kocht was, oder wir holen was, wir blödeln, es ist saulustig und niemand will wissen was ich mache.

Oder mein Freund P., der immer Zeit hat und auch immer was zu erzählen, es lohnt sich immer mit ihm. Oder sie sagen, da und da ist was, gehen wir zusammen. Oder meine Freunde geben eine sexy Dinnerparty und laden mich ein, und ich kann hier im Blog davon erzählen. Aber sie schlagen nie merkwürdige Treffen von Montag bis Donnerstag vor, wo man doch eh keinen Erlebnishunger oder sonstigen Hunger verspürt. Und die Treffierer melden sich nie am Wochenende.

Es ist, als würden einen alle nur für ihren Abgemacht-Wochenplan benutzen, der irgendwie gefüllt werden muss. Sich total bescheuert in langweiligen Lokalen bei mittelmässigem Essen gegenübersitzen und sinnlose Gespräche führen. Denn ansonsten müsste man ja mal einen Abend ohne Treffen allein zu Hause verbringen. Die Erwachsenen in der Schweiz müssen dringend eine Sache lernen: chillieren statt treffieren.

52 Kommentare zu «Lernt mal chillen, Schweizer!»

  • ggg1 sagt:

    👍😀die Autorin nicht besser und witziger hätte erzählen können😀👍

  • F.Vogel sagt:

    Ganz Klar, sie müssen eine Optimierung Ihres Netzwerkes vornehmen. Physignomisch ist dies ist Ihr Problem. Und dem nicht eine ehrliche und authentische Antwort Ihrem gegenüber zu geben nach dem 4 Seiten Modell von Schulz von Thun.

  • Gaby sagt:

    Hat was Wahres, sehr witzig geschildert! Am lautesten lachen musste ich allerdings wegen „Schnäuzelchen“!!!😂
    Nur eins noch: hie und da sollte man den Freundeskreis etwas „umwälzen“, dann gibt’s sicher auch mal wieder ein paar neue inspirierende Gedanken aus ganz anderen Gehirnen – kann nicht schaden.

    • Michael sagt:

      Kennen Sie kein Asterix ? Schnaeuzelchen bezeichnet der Chef des Dorfes der Unbeugsamen seine Frau, wenn er wieder gut Wetter machen will.

      • Gabriela Meister sagt:

        Wenn Sie sich über das Wissen anderer mokieren, sollten Sie sich aber auch keine Blössen bei den Details geben: Umgekehrt wird ein Schuh draus, Schnäuzelchen ist der Kosename, den die Frau des Chefs benutzt, wenn sie was von ihm will.

  • M. Seiler sagt:

    Der Schweizer geht am Sonntag in die Chille. Reicht das nicht ?

  • dres sagt:

    Kenne ich so nicht wirklich, das ständige Treffieren wollen. Mir gehen mehr die krampfhaften Pseudo-Netzwerker auf die Nerven, die ständig mittags essen wollen mit mir. Auswärts esse ich mit der Familie, allenfalls mit besten Freunden – und idealerweise tatsächlich am Meer.

    • Nina sagt:

      Das sehe ich ganz genau so. Ich hasse Leute, die mit mir nur wg. Eigenoptimierung essen gehen wollen. Lunch ist für Loser und um 12 die Lunchhölle. Die Businesslunchhölle wird nur übertroffen von Leuten die vorgeben einen zu mögen und alles was dann passiert ist, dass man auf einem Verteiler landet für Events Im Restaurant bin ich nur mit Familie, in den Ferien oder den allerengsten Freunden, bei denen ich weiss, dass wir uns immer etwas zu sagen haben oder auch mal uns anschweigen können. Am meisten Erholung finde ich in einer Bar mit einem Mensch den ich mag und der/die schweigt.

  • Sportpapi sagt:

    Die Erwachsenen in der Schweiz müssen dringend eine Sache lernen. Nein sagen, wenn sie etwas nicht wollen. Und dann damit leben, wie die Botschaft ankommt.

  • Roman M. sagt:

    Unter dem Vorbehalt/Wissen dass Kolumnen Themen brauchen – ich erzähle Ihnen (Dir?) wohl nichts Neues; dass diese Usanz des treffierens (gute Wortschöpfung.) wohl eher am Querschnitt des eigenen Einblickes in die hiesige Gesellschaft liegt; In meinem persönlichen Freundeskreis im Speziellen kennen wir dieses Verhalten nicht, innerhalb meiner Generation im Allgemeinen (30-35) auch nicht wirklich – wobei ich natürlich nicht wirklich für die ganze CH sprechen kann.

    Oder wir sind einfach noch nicht erwachsen, nicht unwahrscheinlich.

  • Sonia sagt:

    Ich kann Ihnen nur beipflichten!! Und wehe man mag auch mal auch am Wochenende nichts unternehmen 😅 kein Mensch würde zugeben, dass er am Sonntag Nachmittag oder auch den ganzen Tag auf dem Sofa gehängt ist und sich Serien reingezogen hat oder ähnliches. Nein, es muss spannend gewesen sein, mit x-Aktivitäten.

  • Kiki sagt:

    Klar, fuer die Muttis ist so eine Single-Freundin toll – da gibt’s spannende Geschichten, ein bisschen soap opera – und dann darf man sich wieder zurueck ins eigene, geregelte Leben und sich sagen, wie gut man es doch hat in seinem Einfamilienhaeuschen und dem durchgetaktetem Tagesablauf… 😉
    Der durchschnittliche Deutschschweizer fuehlt sich eindeutig besser mit einer gefuellten Agenda. Die gibt ihm die Bestaetigung, dass er ein reges Sozialleben hat und die Gewissheit, dass er sich nicht ploetzlich alleine und „ungebucht“ zu Hause findet. Fuer Sponaeitaet fehlt dann halt schlicht und weg die Luft in der Agenda…
    Vereine uebrigens leisten da auch guten Service – so weiss man zuverlaessig, dass man jeden Dienstagabend aus dem Haus kommt, ohne Absagen oder Umbuchen… 😉

  • Ronny Schweiger sagt:

    Super, kann das als Österreicher nur bestätigen.
    Aber die Schweizer sind nun kein gemütliches Völkchen. Chillen ist nun mal ihre Sache nicht.

    Freundlich sein ist nicht genug… das ist auch nur oberflächlich, im Inneren brodelt es, wenn etwas nicht so läuft wie es üblich ist. Sitzplatz im Zug immer brav diagonal gegenüber. Ja immer Distanz halten….

    • Peter sagt:

      Ja Nein. Die Kaffeehauskultur der Österreicher ist einzigartig, das muss man zugeben. Und Nein, das man im Zuge versetzt gegenüber sitzt hat dein technische Gründe – man kann viel besser seine Beine ausstrecken , und viel besser diskret den anderen Beobachten !

  • Albert Augustin sagt:

    Sehr geehrte Frau Kiani,
    der Tag fängt gut an, habe mich amüsiert ob Ihrem „Bericht“. Gratuliere zu den für mich neuen Wortkombinationen „chillieren“ und „treffieren“, genial im Kontext Ihrer Zeilen. Sie sollten diese beiden Wörter der Duden-Redaktion mitteilen.

  • Roland K. Moser sagt:

    man kann sich auch bei jemandem zu Hause treffen. das ist meistens besser als auswärts.

    Und chillen geht aus meiner Sicht so, dass man auf dem Kanapee vor sich hin döst.

  • Lala sagt:

    Mich dünkt auch, dass viele Leute vor lauter Terminen den Kalender gar nicht mehr sehen.

    Freizeit? Muss man füllen!

    Verstand ich nie 🙂

  • Gestorbene Susi sagt:

    Was soll ich? Lernen killen? Sonst noch Wünsche? 🙂

  • Manu sagt:

    Oh, ich erzähle Ihnen gerne, warum ich zu diesen Treffierern gehöre…
    Das Sofa zu Hause ist besetzt von meinem Mann und den Kids. Da lässt es sich nicht chillen, glauben Sie mir!
    Wenn ich also jemand anders sehen möchte als Family, gehe ich aus und treffe mich mit Freunden. OK, immerhin habe ich meistens was zu erzählen ;). Aber leider gibts nicht so viele, die dann ihr Sofa anbieten würden zum chillen – siehe weiter unten.
    Dasselbe macht natürlich auch mein Mann – sonst hätten wir uns ja nix mehr zu erzählen. Sie leisten also Beziehungsarbeit, wenn Freunde Ihre Erlebnisse dem Partner erzählen können, eine gute Tat immerhin!
    Da der Mann am treffieren ist und die Kids im Bett… kann ich in Ruhe chillieren auf dem Sofa – ALLEIN! So einfach ist es.

  • Röschu sagt:

    Geschätzte WK
    Zu Beginn schreiben Sie: „Ich habe nichts dagegen, verstehen Sie mich bloss nicht falsch, jeder soll machen, was er will“, nur um danach eine Tirade gegen alle abzufeuern, die etwas machen, was Sie offenbar nicht verstehen.
    .
    Wenn Sie nicht ausgehen wollen, dann bleiben sie doch einfach zu Hause auf Ihrem Sofa und gut ist. Es ist ja (hoffentlich) nicht so, dass Sie mit Waffengewalt gezwungen werden Dienstag-Mittags mit einem Bekannten Essen zu gehen, oder?
    .
    Und noch was: „Erzähl doch mal was von dir, ich kenne mich ja schon.“ Soll das nun heissen, dass das Gegenüber sich selbst nicht kennt? Oder weshalb erwarten Sie von den anderen genau das zu tun, was Sie selbst offenbar überhaupt nicht mögen?

  • Thomas Sutter sagt:

    Und ich dachte, ich sei der einzige, dem es so geht. Und dann habe ich auch noch einen Beruf, der anderen nützlich ist, weshalb ich ständig wegen dem und jenem privat angefragt werde. Kein Tag ohne dass irgendwer irgendwas will von mir – dabei bin ich tod langweilig. Es kann also nur daran liegen, dass es „Brauch“ ist, ständig auszugehen. Offenbar haben alle das Gefühl, man verpasse das Leben wenn man nicht rastlos ständig irgendwas macht… Oder es sind Leute, die nicht alleinsein können. Bis dato dachte ich aber immer, ich sei der Sonderling. Schön, geht es zumindest einer Dame gleich.

  • Champedissle sagt:

    Jemand der vier Freunde hat ist mir suspekt. Entweder weiss er/sie nicht, was wirkliche Freunde sind, oder aber er/sie lügt. Wenn „Bekannte“ gemeint sind, ist das etwas anderes, davon hat man jede Menge. Aber wenn man im Leben einen wirklichen Freund/in findet, hat man schon viel Glück.

  • Wolfgang sagt:

    witzig? für mich ist der Text ein Ablöscher. Inhaltlich bin ich zwar durchaus einverstanden. aber der Stil und die Tonart sind für mich teutonisch motzig. es wäre doch recht einfach: ist man nicht interessiert, macht man nicht ab. oder?

    • Asta Amman sagt:

      Die nicht wirklich teutonische Frau K. war schon als Kind eine grosse Motzerin. Nachzulesen in ihrem (ziemlich autobiografischen?) Roman „Hinter dem Mond“, den ich gerade mit Vergnügen verschlinge. Gerade das Motzen macht den Stil unverwechselbar.

  • maia sagt:

    Das Interessante an diesem Blog ist für mich, dass darin über eine Welt, die mir völlig fremd ist, berichtet wird. Ich staune immer wieder, was es so alles gibt!

    • Carolina sagt:

      Geht mir genauso! Eigentlich finde ich das ja wunderbar, das Staunen, meine ich. Aber hier z.B. muss ich mich dann schon mal so etwas säuerlich fragen, ob es sich nicht bei diesem ‚Problem‘ (das höchstens meine Töchter haben, ich nicht – mache ich etwas falsch?) um eine gewisse Kokettiererei handelt? So nach dem Motto: ich kann mich vor Anfragen nicht retten, daher lasst mich doch alle in Ruhe……..?
      Sorry, habe meinen Humor heute daheim gelassen!

      • Wäis Kiani sagt:

        Ich merke schon… aber wäre ich so umschwärmt, wie Sie denken, dass ich ausdrücken möchte, würde niemand es wagen, mich auf einen Pausenclown für den Abgemacht-Wochenplan zu degradieren…weil alle wüssten, ich kann mich vor Einladungen und gesellschaftlichen Highlights nicht retten, zwischendrin noch wichtige Termine mit Verlegern, Sender-Intendanten und den Geschäftsführern von Netflix, Amazon und Google. Nein, ich soll doch nur von Mo-Do den Hausfrauen-Entertainer spielen…

  • Anh Toàn sagt:

    Machen Sie’s wie die Schweizer: Sagen Sie, Sie hätten schon etwas abgemacht und dann bleiben Sie zu oder gehen nach Hause und chillen.

  • Sonusfaber sagt:

    Auch ich verbringe meine Freizeit definitiv lieber zu Hause, auch mir ist das hysterische Getreffe, Abgemache (seit vielen Jahren inzwischen) ein Graus. Mein Interesse an meinen Artgenossen ist im Laufe der Zeit geschrumpt, die meisten davon nerven mich nur noch. Chillen ist besser, angenehmer, gesünder auch …

  • tina sagt:

    das bild passt aber super: chilliges sofa, chillige pose, chilliger gesichtsausdruck. das ist sicher eine schweizerin, die es auch mal versucht ;-). und oben drauf noch dieser text zum bild…..

  • CH-Mutti sagt:

    Danke für den Bericht. Mich nervt das auf allen Hochzeiten-Tanzen definitiv auch. Ich bin dann wohl als CH-Mutti eine Ausnahme und geniesse mein Einsiedler-Dasein. Familie und ein paar wirklich gute Freunde reichen mir da vollkommen aus. Und so gibt’s auch keine langweiligen Was-bin/habe-ich- und Was-bist/hast-du-Gespräche.

  • tina sagt:

    nun sitze ich seit stunden möglichst genau so wie auf dem bild auf meinem sofa und habe nun einen krampf im nacken, der rücken tut weh und sogar der hinteren weil diese dinger einfach nicht bequem sind. chillen geht anders!

  • Peter sagt:

    Wenn ihr lieber alle zu Hause bleibt, lernt ihr doch niemand kennen. Ergo seid ihr direkt für das Aussterben der Schweizer verantwortlich. Wollt ihr dass wirklich ?

  • Maike sagt:

    Und sie wollen mir weiss machen, sie brezeln sich für eine sexy Dinnerparty nicht auf ? Wohnen Ihre Freunde gleich ums Eck das sie nicht mit dem Auto dahin fahren müssen ?

  • Loredana sagt:

    Niemand möchte gerne abmachen oder Leute treffen und werden dann irgendwann zu Soziopathen. Dann gibts wieder Futter für Blogs. Da schätze ich die südliche spontane und unkomplizierte Mentalität schon mehr. Mit euch Kommentatoren würde ich nicht mal für Geld ein Treffen haben wollen.

  • Marcos sagt:

    Super Beitrag. Ich muss zugeben, ein wenig ertappt fühle ich mich schon. Es ist schon so, dass ich mich häufig mit Bekannten in einem Restaurant/Bar etc. treffe. Und auch dass dafür vorher einen Termin machen muss. Irgendwie unspontan, distanziert und etwas bünzlig. Aber so ist es nunmal und ich kann mich auch nicht von Schuld freisprechen.
    Ich kenne es aber vom Ausland, dass man sich einfach mal so bei jemandem vorbeigeht, etwas TVguckt, etwas isst, spontan und ohne grosse Erwartungen. Ist sehr erfrischend.
    Übrigens geht es noch eine Stufe schlimmer. Wenn man anfängt sich gegenseitig einzuladen um dann den Besuch mit Mehrgängermenus zu bewirten. Ist schön aber dann setzt man die Erwartungen an eine Einladung so hoch, dass man irgendwann ganz darauf verzichten.

    • Wäis Kiani sagt:

      Eine Beichte!! Ja, die Verabrederei, teilweise WOCHEN vorher ist der Tod. Wir Deutschen können das nicht, wenn ich an einem schönen Tag in Dt Lust habe etwas zu unternehmen, dann rufe ich einen an und der sagt sofort, ja klar, komm mit. Wenn er schon was vor hat, nimmt er mich mit, dann sind wir mehr, egal was und wohin und wie, es ist nie dieses: ich habe abgemacht und du bist raus, aber ich kann dir einen Termin in 2 Wochen geben. ich sage dann, du spinnst doch, ich will HEUTE etwas unternehmen, oder meinetwegen MORGEN, aber was weiss ich was ich in 2 Wochen mache, ich bekomme bei jedem Top-Zahnarzt schneller einen Termin als bei einenr schweizer Hausfrau.

      • Irene sagt:

        Spontanität ist toll. Spontanität funktioniert aber nur, wenn dein Gegenüber auch so tickt. Manche planen halt gerne und wenn ich trotzdem mit der Person befreundet sein will, muss ich halt mitmachen. Ansonsten sehe ich sie gar nicht mehr.

  • Ded sagt:

    Klasse Bericht, besser geht es nicht. Mir geht es fast jeden Tag, 9 Uhr Kaffee, 12 Uhr Mittag und dann noch 16 Uhr wieder Kaffee. Und wenn man nicht mitgeht ist man geächteter Deutscher.Pure Höflichkeit der Schweizer.
    Leider kann das auch einen ziemlich auf den Zipfel gehen. Hiermit gehen, da mal mitgehen und alles nur für belangloses Quatschen.
    Spontan geht bei den Schweizer gar nicht, brav immer eine Einladung und eine gegen Einladung.
    Ach ja chillen hat was.

    • Wäis Kiani sagt:

      ich bin generell erst ab 13.00 available, Lunch um 12 geht nur wenn SEHR viel Geld dabei rausspringt, bei mittelviel Geld erst um 13.00, bei wenig Geld gibts nur Cafe, Privat ab 16.00, aber es muss schönes Wetter sein. Dinner nur, wenn der andere wirklich unbedingt will und nicht locker lässt, dann aber nur Kronenhalle, der andere zahlt dann auch (dankbar). Ich habe auch Regeln!

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