Wem nützen Hausaufgaben eigentlich?

Schüler werden nicht besser, wenn sie zu Hause viel arbeiten müssen. Vielleicht wäre es an der Zeit, die Hausaufgaben abzuschaffen.

Nach einem langen Schultag zu Hause noch weiterzulernen, kann Kinder überfordern. Foto: iStock

Dass sie die Kinder beschäftigen, ist klar. Doch auch unter Erwachsenen sind die Hausaufgaben momentan ein grosses Thema. So bin ich die letzten Wochen gleich über mehrere Zeitungsartikel und Fernsehbeiträge gestolpert, die Sinn und Unsinn der «Ufzgi» zum Thema hatten. Das SRF hat kürzlich eine Dubliner Schule porträtiert, die die Hausaufgaben ganz abgeschafft hat und glücklich ist damit.

Doch auch in der Schweiz gibt es mittlerweile Schulen, die keine Hausaufgaben mehr geben. Nicht irgendwelche Privatschulen notabene, sondern unsere normalen, allen zugänglichen Volksschulen. Dürfen die das überhaupt? Und weshalb handhabt das jede Schule so unterschiedlich, obwohl man mit dem Lehrplan 21 doch eine Vereinheitlichung erreichen wollte?

«Hausaufgaben sind nicht obligatorisch, sondern unter Einhaltung der Lehrplanbestimmungen erlaubt», erklärt mir Marion Völger, Amtschefin des Zürcher Volksschulamts, auf Anfrage. Die viel diskutierte «Ufzgi» wird im Volksschulgesetz des Kantons Zürich also gar nicht erst erwähnt. Weshalb Schulleiter und Lehrer eigenständig entscheiden dürfen, ob die Kinder zu Hause Arbeiten erledigen müssen – und wenn ja: wie viele.

Hausaufgaben über die Ferien sind nicht zulässig

Egal, welchen Weg eine Schule wählt, «grundsätzlich ist es sicher erstrebenswert, dass in einem Schulhaus unter den Lehrpersonen eine gewisse Einheitlichkeit in der Haltung zu Hausaufgaben besteht», sagt Völger. Im Schulhaus meiner Kinder ist genau dies nicht der Fall: Während die eine Lehrerin nur unter der Woche Hausaufgaben erteilt, findet die andere es absolut vertretbar, die Kinder auch übers Wochenende arbeiten zu lassen. Sogar über die Ferien und die Feiertage muss die Klasse Hausaufgaben erledigen oder Bücher lesen, die danach Prüfungsstoff sind.

Laut Marion Völger ist Letzteres nicht zulässig. Denn der «Lehrplan 21» lässt zwar die Frage offen, ob man überhaupt Hausaufgaben geben soll, er regelt aber sehr genau, wann diese nicht erteilt werden dürfen. So heisst es etwa, dass die Lehrpersonen «das Leistungsvermögen der Kinder berücksichtigen» sollen, um eine Überbelastung zu vermeiden. Und: «Vom Vormittag auf den Nachmittag und vom Vortag eines Feiertags auf den nächsten Schultag sowie über die Ferien dürfen keine Hausaufgaben erteilt werden.»

Wie viele Lehrpersonen diese Regelung ignorieren, ist nicht bekannt. Ebenso wenig wie die Anzahl Schulen, welche die Hausaufgaben ganz abgeschafft haben. Marion Völger stellt aber fest, dass immer mehr Kinder ihre Hausaufgaben innerhalb des Schulrahmens erledigen. «Viele Gemeinden bieten betreute, teilweise kostenpflichtige Aufgabenstunden an, in welchen Schülerinnen und Schüler ihre Hausaufgaben in Ruhe selbstständig lösen können», sagt sie. Auch in Tagesschulen, in denen der Unterricht und die Betreuung pädagogisch und organisatorisch verbunden sind, gebe es oft Angebote, die das Erledigen der Hausaufgaben während der Tagesschulzeit ermöglichen. So erhöht man ganz nebenbei auch die Chancengleichheit, da nicht alle Kinder zu Hause die gleiche Unterstützung erhalten. (Lesen Sie dazu auch den Artikel zur Pisa-Studie).

Nicht jedes Kind profitiert von Hausaufgaben

Macht angesichts dieser Neuerungen die klassische Hausaufgabe, die das Kind zu Hause im stillen Kämmerlein löst, überhaupt noch Sinn? Gerade weil der Nutzen der Hausaufgaben laut Kritikern wissenschaftlich nie belegt werden konnte. «Das Ganze bedarf einer differenzierteren Betrachtung», sagt Völger, «der Nutzen hängt vor allem vom Alter und dem Lerntyp ab.» Will heissen: Einige Kinder profitieren durchaus von den Hausaufgaben.

Man muss allerdings wegkommen vom Glauben, viel helfe auch viel. Eine Studie hat nämlich gezeigt, dass ein hoher Zeitaufwand bei den Hausaufgaben sich nicht automatisch positiv auf die Leistung auswirkt: «Ob lange Bearbeitungszeiten ein Zeichen für Fleiss sind oder von Eltern als Alarmsignal gesehen werden sollten, hängt vielmehr stark vom Arbeitsstil des Kindes ab», schreiben die Wissenschaftler des Hector-Instituts für Empirische Bildungsforschung.

Eine andere Studie besagt, dass sich Hausaufgaben positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung auswirken sollen, sofern sie gründlich und genau erledigt werden. Womit wir wieder beim selben Resultat wären: Einige profitieren, andere nicht. Welche Umstände ein Kind dazu bewegen, sich stets hoch motiviert ans Werk zu machen, verrät die Untersuchung leider nicht.

Vielleicht würde die Motivation bei einigen Kindern steigen, wenn sie sich nicht jeden Tag nach der Schule noch ans Pult setzen müssten. Zudem würde der Nachwuchs an solchen «Ufzgi»-freien Tagen etwas Essenzielles lernen: dass es wichtig ist, sich auch einmal eine Pause zu gönnen.

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65 Kommentare zu «Wem nützen Hausaufgaben eigentlich?»

  • Andrej Westermann sagt:

    Ich war früher sehr gut in der Schule und hatte fast nie Hausaufgaben zu machen, da ich besonders in Mathe seitenweise voraus war aus Langeweile. So lernte ich gezielt, nur was ich noch nicht gut konnte.
    Viele Mitschüler haben, besonders für Prüfungen, viel gelernt. Den gesamten Stoff repetiert, an der Prüfung war der Kopf dann voll mit alten Sachen, hat wenig gebracht.
    Meine Tochter kann sich hier im Aargauer Dorf mit Wochenplan den Lernstoff selber einteilen. Ich motiviere sie, die unangenehmen Sachen zuerst zu erledigen. Thema ist, was macht heute noch Spass und wo bin ich schon müde, weil,schon viel gemacht. Sie lernt früh, ihre Energie gut einzuteilen.

  • Shaggy sagt:

    Bei uns in der Gemeinde sind die „Husi“ so geregelt dass es eigentlich nur wenig gibt. Bei den Sekundarklassen wird im Gegensatz zu den Realklassen erwartet dass man den Gelernten Stoff zu Hause selbständig vertieft und festigt. Wieviel, und wie Intensiv dies gemacht wird liegt in der Hand des einzelnen Schülers. Ich denke diese Handhabung ist gar nicht so schlecht, da die Kinder wirklich lernen wie sie ihre Prioritäten setzen müssen. Denn irgendwann wird sich das Nichtstun rächen und die Noten spiegeln den Aufwand. Etwas das wirklich gut ist an den Husi, ist dass sie das Pflichtbewusstsein trainieren dass später in der Berufswelt von den Jugendlichen erwartet wird.

  • A.Siege sagt:

    Für mich sind Hausaufgaben Hausfriedensbruch

  • Hans Minder sagt:

    Der Pisa Bericht besagt, dass die CH Schüler in den letzten Jahren abgesackt sind. An vorderster Stelle sind die Nationen, bei denen der „Drill“ noch nicht abgeschafft wurde. Unsere Nachbarn sind aus Estland und ihre Kinder machen ein Fernstudium an der Estonischen Schule nebst ihrem Pensum an der Amerikanischen. Während der langen US Sommerferien (3 Monate) reist die Mutter nach Estland, wo ihre Kinder den dortigen Schulunterricht besuchen, da in Estland die Sommerferien viel kürzer sind. Fazit: die Kinder der Nachbarsfamilie Familie sind auch in der US Schule top!, nicht nur akademisch, sondern auch freiwilligen im Fussball, Schwimmen und Klavierspielen. In der Pisa Studie liegt Estland auf Platz 3 in allen Testbereichen, weit vor der CH. Der „Wohlfühlverein“ wird’s später bereuen..

  • Barbara V.E. sagt:

    Meine Tochter war sehr pflichtbewusst und hat ihre Ufzgi immer sofort erledigt (sie kommt nicht nach der Mutter 😉 )
    Die zwei- /dreimal bei denen sie meine Hilfe wollte, stellte sich heraus, dass sie den Stoff in der Schule einigermassen verstanden hat und zu Hause, bei den Hausaufgaben, merkte, dass dem nicht so ist. Sie hat dann rumtelefoniert, es stellte sich heraus, dass andere Kinder das Problem auch hatten. So konnte die Lehrerin den Stoff nochmals erklären.
    Das waren die einzigen Male bei denen ich die Hausaufgaben sinnvoll fand.

  • Nina sagt:

    Hausaufgaben müssen individuell auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmt werden. Das bedeutet für mich als Lehrperson, dass ich die Hausaufgaben je nach Lernstand meiner Schüler differenzieren muss. Es haben also nie alle Kinder die gleichen Hausaufgaben.

    Ich verstehe Eltern, welche sich über sinnlose Hausaufgaben aufregen. Was ich aber nicht nachvollziehen kann: zu Hause wird regelmässig enormen Druck auf die Kinder ausgeübt, damit diese gute Noten erzielen. Viele Kinder sind mit diversen Freizeitaktivitäten (Sport, Musikinstrument) mehrmals pro Woche eingebunden und dafür finden die Eltern immer ein Zeitfenster. Das sind dann jeweils auch diese Eltern die sofort wegen den Hausaufgaben reklamieren.

    • Alam sagt:

      Ich nehme ja schliesslich auch nicht Arbeit aus dem Büro mit nach Hause und verzichte dafür auf Freizeitaktivitäten. Warum sollte das mein Kind tun?

      • Nala sagt:

        Alam, richtig vom Büro nimmt man meist keine Arbeit mit. Aber ich hab z.B. dieses Jahr den Fachausweis Rechnungswesen gemacht. Und in den 2 1/2 Jahren Schule (1 Tag pro Woche) habe ich jede Woche Hausaufgaben gemacht. Vorbereitung und Nachbereitung. Vorallem nach der Schule ist es halt wichtig, sich nochmals mit dem Stoff zu beschäftigen, damit man ihn auch intus bekommt. Rausfindet, ob man das was der Lehrer erklärt hat auch begriffen hat und es umsetzen kann.
        Die Frage ist eher die Menge an Hausaufgaben die Schulen abgeben, wenn die Kinder jeden Tag in der Schule sitzen.

      • Sportpapi sagt:

        @Alam: Eigentlich geht es darum, früher heimzugehen und den Rest der Arbeit in Eigenregie, zu einem selbst gewählten Zeitraum und im eigenen Tempo zu absolvieren.
        Homeoffice quasi.

  • Hansli sagt:

    Keine Aufgaben bedeutet einfach das Schüler mit Bildungsfernen Eltern noch mehr abgehängt werden. Denn bei den anderen sorgen die Eltern für „Hausaufgaben“.

    • Lace sagt:

      So ist es!!!

    • Synn sagt:

      Man mag das gut oder schlecht finden, aber genau so ist es!

    • Clara Müller sagt:

      Das Gegenteil ist der Fall, da bildungsnahe Eltern ihren Kids bei den Hausaufgaben helfen (können), bei bildungsfernen nicht und sich so der Bildungsunterschied noch vergrössert. Sinnvoll sind Hausaufgaben als Übungsstunden lediglich im Rahmen einer Tagesschule mit durch Lehrpersonen (oder Betreuungspersonen) betreuten Hausaufgabenstunden.

  • Isabel sagt:

    Wir wohnen in einer Gemeinde im Kanton Luzern, welche die Hausaufgaben seit letztem Jahr „abgeschafft“ hat (unser Sohn besucht die 1. Klasse). Anstelle der Hausaufgaben gibt es im Anschluss an den oblig. Nachmittagsunterricht Lernzeiten. Die Kinder werden dort von der Lehrperson unterstützt und arbeiten individuell an ihren Lernzielen. Ob das Kind in die Lernzeit geht oder nicht, entscheidet es am Vormittag zusammen mit der Lehrperson. Natürlich darf ein Kind die Lernzeit auch nach Hause verlagern. Wir haben bisher sehr gute Erfahrungen gemacht.

  • Urs Forster sagt:

    Hausaufgaben nützen jedem Kind, denn das Erlernte kann man nur durch stetes Üben festigen. Aber die Hausaufgaben müssen von den Kindern selber erbracht werden, wenn auch zum Teil unter Mithilfe bzw. Kontrolle der Erziehungsberechtigten.
    Das Üben des Erlernten kommt heut in der Schule alleine viel zu kurz, weil die „moderne“ Schule möchte, dass die Kinder nicht mehr etwas erlernen, sondern selber sich den Schulstoff aneignen sollen.
    Wurde früher noch das kleine Einmaleins gepaukt, dürfen die Kinder heute selber den Weg zum Ziel erarbeiten. Es gibt jedoch gerade in der Mathematik, wie auch in den Sprachen, Grundlagen, wie Rechenoperationen, Orthographie, Vokabeln und Grammatik, welche man nur durch Wiederholen festigen kann.

    • Lea sagt:

      Ich halte es nicht für nötig oder sinnvoll, dass jedeR die Grundlange beherrscht. Einigemassen kennen reicht im Alltag meist aus. Dass ich das Einmaleins nicht beherrsche, hat mich in der späteren Ausbildung und bei der Arbeit nie gestört. Und zumindest bei der Alltagskommunikation stören fehlende Sprachliche Grundlagen (zB. Wörter richtig anpassen, Fehlerfrei schreiben) nicht, wenn trotzdem Kommunizert wird.

      • Lea sagt:

        @Niklas Meier: Nein, im Gegenteil. Für arbeiten an der Kasse ist Kopfrechnen sogar zentral (weil viele nach der Note noch eine halbpassende Münze nachreichen(zB. 50.20 für 27.15)). Mühe mit Kopfrechnen hatte ich nur während einem Ferienjob im Verkauf. Im Mathelastigen Studium und jetzt bei der Arbeit reicht es, gut Schätzen zu können, die Berechnungen/Simulationen sind ohnehin zu komplex um sie im Kopf oder von Hand zu lösen. Beim Austausch mit Internationalen Kolleginnen sind die Lösungen und Ideen intressant und nicht ob die Sprache fehlerfrei beherrscht wird.

  • Niklas Meier sagt:

    Eine Studie besagt also, dass Hausaufgaben nicht allen Kindern helfen.
    Demnach könnte man aber auch sagen, dass die selbe Studie besagt, dass Hausaufgaben gewissen Kindern helfen.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Es kommt mir so vor, als würde die Autorin nach belieben zitieren, um ihre Meinung zu legitimieren. Sinnvoller wäre, das ganze Interview zu publizieren, anstatt einfach einzelne Sätze rauszuzitieren und wir als Leser wissen nicht in welchem Zusammenhang sie gesagt wurden.

    Ich bin froh, wenn die Kinder Hausaufgaben haben. So sehe ich, wo sie dran sind und man kann das eine oder andere mit ihnen besprechen.
    Auch lernen sie so Eigenverantwortung, Zeiteinteilung. „Zuerst Arbeit, dann das Vergnügen…. etc.“ – Ohne Hausaufgaben wären die Kinder einfach 30 min. mehr am Bildschirm.
    Ja, andere Kinder haben diese Unterstützung nicht von ihren Eltern. Da ist es Sache der Schule, diesen Kindern anzubieten, dass sie die Hausaufgaben auch in der Schule lösen können.

    • tststs sagt:

      So ist es, es geht eben nicht nur um Fachkompetenzen, sondern auch um Methoden- und Sozialkompetenzen.

      „Ja, andere Kinder haben diese Unterstützung nicht von ihren Eltern. “ Ich würde sogar behaupten, freiwillige Hausaufgaben machen den Graben nur noch grösser: Wo heute schon Unterstützung möglich/gewollt ist, wird dies auch weiterhin geschehen, wo es bisher kaum Unterstützung gab wird diese nun gegen Null tendieren, und dies von der Schule abgesegnet.

  • Sue K. sagt:

    Kann man von einem Erstklässler erwarten, dass es selbstständig seine Wochen-Lernziele macht? Ich finde es sehr schade, dass die Hausaufgaben in unserer Gemeine abgeschafft wurden. Hausaufgaben sind ja da, um das gelernte zu festigen und als Eltern sieht man, wo das Kind evt noch Unterstützung braucht. Wir können doch die Kinder in so jungen Jahren nicht auf sich alleine stellen. Vielfach haben die Lehrkräfte gar keine Zeit, sich um ein Kind zu kümmern, dass in einem Bereich Schwierigkeiten hat. Und mit Gleichberechtigung hat das nichts zu tun. Was ist dann, wenn es später ein Diktet zu Hause üben muss. Da haben die Kinder mit deutschsprachigen Eltern ja mehr Glück. Dann müssten ja auch Diktate abgeschafft werden

  • Sepp Manser sagt:

    Lernen ohne zu üben. Wers glaubt wird selig. Die Gewiefteren merken das selber und üben zu Hause auf eigene Faust und all die Sozialromantiker verbringen die „gewonnene“ Zeit damit, über die sich partout nicht einstellenwollende „Chancengleichheit“ zu jammern.

    • zysi sagt:

      ….zu jammern.“
      Richtig und merken dabei nicht, dass Sie eigentlich die utopisch verblendete „Ergebnisgleichheit“ meinen.

    • Clara Müller sagt:

      Es sagt ja niemand, dass nicht geübt werden soll. Es soll einfach im Rahmen des Unterrichts oder in betreuten Hausaufgabenstunden (individuelle Lernzeit) passieren. Man hat eben festgestellt, dass Hausaufgaben die Chancengleichheit verkleinern, weil bildungsnahe Eltern ihre Kinder unterstützen können, bildungsferne nicht.

      • Sepp Manser sagt:

        @Müller: Wieso packt man dann immer mehr sog. „Kompetenzen“ in den LP21 statt diese Zeit zum Üben zu verwenden und verkauft es trotzdem als grossen sozialpolitischen Wurf?

      • Sportpapi sagt:

        @Sepp Manser: Wo sind da die Zusammenhänge?
        Der Lehrplan gibt Ziele vor, aber doch nicht die Methoden. Und er kostet per se keine Zeit.
        Der LP ist auch nicht ein sozialpolitischer Wurf. Oder wurde er so verkauft?

  • Peter Kobelt sagt:

    Chancengleichheit ist mir schnuppe! Niemand wird im Berufsleben interessieren oder Rücksicht auf einen ehemaligen Schüler einer Chancengleichheitsschule nehmen. Ohne Fleiss kein Preis! Dass die natürliche Begabung in Kombination mit intrinsischer Motivation auf den Weg der erfolgreichen Lebensgestaltung führt ist ein unsäglicher Sozialromantiker-Mythos. Die Kinder müssen auf das (Erwerbs-)Leben vorbereitet werden. Ohne solide Grundlagen und Leistungsbereitschaft wird eine eigenständige Lebensführung hin zur Abhängigkeit aufgegleist. Obwohl im Trend, aber auch Uber Eat et all haben Wachstumsgrenzen.

    • tststs sagt:

      „Die Kinder müssen auf das (Erwerbs-)Leben vorbereitet werden.“
      Wie meinen Sie das?
      – Wer den falschen Namen, Geschlecht, Aussehen hat, solle seine Träume gleich einmal begraben?
      – Schliesst euch irgendeinem Altherrenverein an, damit ihr mit der Volljährigkeit über die nötigen Seilschaften verfügt? Am besten das Militär?
      – Schaut, dass ihr in die richtige Familie geboren worden seid (resp. als Notnagel: dass ihr in die richtige Familie hineinheiratet)?

      Ich habe gemeint, dass wir versuchen, diese Zeiten zu überwinden, damit endlich dieser Sozialromantiker-Quatsch ausschlaggebend ist: Talent und Motivation 😉

  • Heidi K. sagt:

    Verstehe diese Entwicklung nicht. Hausaufgaben abschaffen, Noten im Zeugnis abschaffen, Prüfungsnoten abschaffen, führen wir doch lieber farbige Kreise ein, und doch wird der Druck ins Gymi zu kommen immer grösser. Kann mir das jemand erklären?

    • Jan Holler sagt:

      Ja. Sie vermischen hier Vieles. Fangen wir mit dem dritten Punkt an: Prüfungsnoten abschaffen. Das gibt es praktisch nicht. Man kann nicht prüfen ohne zu bewerten. Noten im Zeugnis abschaffen: Im Kanton Bern versucht das gerade (wieder) eine einzige Gemeinde (von Hunderten) als Schulversuch. Alle anderen haben Noten im Zeugnis. Das gibt es also praktisch auch nicht. Und zum ersten Punkt: Lesen Sie den Beitrag unterhalb Ihrem von ’sottosopra‘. Es geht um Chancengleichheit.
      Und zu guter Letzt: Es ist nie verboten zu lernen. Das kann man auch ohne explizite Hausaufgaben. Es ist für alle ein Gewinn, wenn der Schulstoff in der Schule und nicht zu Hause gelernt wird. Vertiefung und Repetition sind nicht Hausaufgaben und auch nicht das Lernen auf eine Prüfung.

    • E. Baumann sagt:

      Noten im Zeugnis sind nur in der Unterstufe „abgeschafft“. Es werden einfach keine Noten 1-6 vergeben aber eine Beurteilung des Kindes findet trotzdem statt.
      Prüfungsnoten gibt es immer noch.

  • sottosopra sagt:

    Jede logisch-denkende Person kommt zum Schluss, dass Hausaufgaben vor allem denjenigen Schülerinnen und Schüler nützen, die zu Hause entsprechende Ressourcen (dazu gehört auch eine angenehme Lernumbegung, ein eigenes Zimmer etc.) und die für das Lösen dieser Hausaufgaben auch auf die entsprechende Unterstützung von Eltern oder anderen Bezugspersonen zurückgreifen können. Schülerinnen und Schüler aus armen oder benachteiligten Familien, die nicht auf solche Bedingungen zählen können, haben in einigen Gemeinden glücklicherweise die Möglichkeit, die Hausaufgaben in der Hausaufgabenhilfe/Nachmittagsbetreuung zu lösen. Nicht alle Gemeinden bieten solche Gefässe an. Zudem unterscheiden sich die Kosten je nach Gemeinde erheblich. Chancengerechtigkeit sieht für mich anders aus.

    • Synn sagt:

      Ich glaube auch nicht an die Chancengleichheit, das Elternhaus ist die halbe Miete (mindestens). Trotzdem kann die Antwort nicht sein, dass deswegen das Lernniveau aller SchülerInnen gegen unten angepasst wird.

      • Ivo Chiavi sagt:

        Das Lernniveau wird im Schulunterricht erreicht, nicht über die Hausaufgaben. Dies ist ja das Absurde, das Lernen soll gefälligst im dafür vorgesehenen Gefäss, dem Unterricht, stattfinden; inkl. dem Üben, weil dafür braucht es Beratung der Lehrperson und nicht der Eltern. Zuhause sollen die Kinder frei spielen, was exponentiell mehr bringt für die Hirnentwicklung als Hausaufgaben.

      • B. Moser sagt:

        Absolut richtig! So läuft es aber heute leider oft….

      • Sepp Manser sagt:

        @Chiavi: Im Unterricht ist aber keine Zeit, repetitive Dinge wie z.B. Fremdsprachenwörter zu üben. Und wer meint, etwas verstanden zu haben, nur weil er es im Unterricht einmal gehört hat, aber nie selbständig anwenden musste, hat eigentlich nichts gelernt. Da hilft auch Ihre „exponentielle“ Hirnentwicklung durch freies Spielen nicht.

    • Sportpapi sagt:

      @sottosopra: Alles richtig. die Frage ist nur, was wäre denn die Alternative? Noch mehr obligatorische, fix vorgeschriebene Kontaktstunden?
      Oder ein ersatzloses Streichen der Hausaufgaben inklusive der damit verbundenen Übungszeit?

      • Synn sagt:

        Ivo Chiavi, sorry aber nach Ihrer Logik müsste man also um zB. ein Instrument zu erlernen, auch nur Stunden nehmen und nie üben. Ich melde mich sofort für Geigenunterricht an 😉

      • sottosopra sagt:

        Die Alternative: Geld locker machen und solche Hausaufgabenhilfe-Angebote aufbauen (wo sie nicht vorhanden sind). Ich erwarte von einem effizienten, effektiven (und gerechten) Bildungssystem, dass es die Startchancen nivelliert indem Familien- / Herkunftsbedingte Benachteiligungen wo möglich eliminiert werden. Nur so kann erreicht werden, dass die wirklich talentierten Schülerinnen und Schüler reüssieren (und später studieren). Im Gegensatz zu heute, wo die Herkunft (und die damit verbundene Unterstützung von Eltern / Bezugspersonen) einen grossen Einfluss hat, und Talente ausschliesst. Einen (für niedrigverdienende) kostenlosen Raum anzubieten mit qualitativer Begleitung für das Lösen von Hausaufgaben wäre ein erster Schritt.

      • Sportpapi sagt:

        @sottosopra: Grundsätzlich sollen doch Hausaufgaben von den Schülerinnen und Schülern selbstständig gelöst werden können. Dennoch gibt es an vielen Orte sinnvolle Hausaufgabenhilfen.
        Diese ersetzen aber natürlich nicht, was an Bildungsförderung ganz grundsätzlich zu Hause geleistet wird oder werden könnte.

      • sottosopra sagt:

        @Sportpapi.
        Genau, diese Angebote ersetzen nicht, was zu Hause nicht mitgegeben wird. Im aktuellen Schweizer Bildungssystem besteht wenig Interesse daran, den benachteiligten Kindern bessere Startchancen zu ermöglichen. Mein Vorschlag mit einem kostenlosen Angebot an Hausaufgabenhilfe ist einer von mehreren Aspekten die berücksichtigt werden sollten, um die Chancengerechtigkeit in der Schweiz zu reduzieren. Weitere werden z.B. hier genannt (https://www.swir.ch/images/stories/pdf/de/Politische_Analyse_SWR_3_2018_SozialeSelektivitaet_WEB.pdf)
        Positiv stimmt mich die Tatsache, dass der Bereich der „Frühen Förderung“ ein immer grösseres Gewicht in der politischen Diskussion erhält.

  • Divi. D. sagt:

    An unserer Oberstufe gibt es seltenst Hausaufgaben. Das Resultat ist, dass Vieles, das Übung braucht, nicht wirklich beherrscht wird. Franz Verben konjugieren, Algebra Aufgaben etc. Die ehrgeizigen, fleißigen Schüler merken das schnell und üben zu Hause freiwillig (mit online selber gesuchten Übungen, da es von der Schule nichts gibt). Die meisten Schüler üben zu Hause mit Druck der Eltern, weil diese spätestens nach der 3. schlechten Note gemerkt haben, dass ihr Eingreifen nötig ist. Gerade in der Zeit der Pubertät recht mühsam, den Nachwuchs von der Notwendigkeit zu überzeugen, wenn die Schule nichts vorgibt. Und dann gibt es noch diejenigen Schüler, die zu Hause sich selber überlassen sind und notenmässig entsprechend abschneiden. Ob das dann wirklich Chancengleichheit ist?

  • Birgit Moser sagt:

    Hausaufgaben sind in der heutigen Schulrealität unverzichtbar. Die Schüler brauchen je nach Alter eingegrenzte Zeitfenster, in denen sie ruhig und konzentriert arbeiten und den Stoff vertiefen und wiederholen können. Das geht im Schulalltag durch das unruhige Umfeld in den integrierten Klassen und die ständigen Störungen im Unterricht verloren – man denke an die heute oft eingesetzten Kopfhörer im Unterricht. Auch das Lesen eines Buch Kapitels geht daheim meist besser, zumal die Eltern ihre Kinder auch laut vorlesen lassen können. Diese Kernkompetenz wird heute häufig vernachlässigt und führt unter anderem zum schlechten neuesten Pisa Ergebnis. Übrigens geben viele Lehrer keine Hausaufgaben mehr auf weil zu viele Kinder die Aufgaben nicht machen und eine Überwachung sehr zeitaufwändig ist.

  • GoldPearl sagt:

    Ich bin Lehrerin und erteile bewusst wenig und meiner Meinung nach nur sinnvolle Hausaufgaben. Leider habe ich im Unterricht nicht genügend Zeit um Lerninhalte zu automatisieren und muss diese somit als Hausaufgabe auferlegen. Dass nicht alle Kinder gleich viel Zeit (bspw. für Lesen üben, Wörtli lernen, Einmaleins üben, sich auf Prüfungen vorbereiten) investieren müssen ist mir bewusst, lässt sich jedoch kaum umgehen. Meine SuS erhalten individuelle Mathepläne um Unter-, resp. Überforderung zu vermeiden, werden die selbständigen Lernzeiten jedoch nicht genutzt, muss der Wochenplan zu Hause beendet werden. Dies ist meiner Meinung nach eine natürliche Konsequenz, denn die SuS sollen lernen, ihre Zeiten einzuteilen.

    • Jan Holler sagt:

      Was ist das: „Lerninhalte automatisieren“? Ihre Aufgabe als Lehrerin ist es dafür zu sorgen, dass der Lehrplan innerhalb der Schulzeit angewendet wird. Es ist Ihre Aufgabe, den Schülerinnen und Schülern beizubringen, wie man lernt. Und es ist Ihre Aufgabe, mit der Heterogenität der Klasse umzugehen. Wenn Sie das, was für Sie zu viel ist, den Kindern als Hausaufgaben überlassen, dann folgen Sie nicht dem Lehrplan 21 und auch nicht dem Lehrplan, der diesem voraus gegangen ist. – So machen Sie es sich einfach und wälzen die Verantwortung auf Schüler/innen und deren Eltern ab.

      • Birgit Moser sagt:

        Herr Holler Waren Sie in den letzten Jahren schon mal zu Besuch in der ‚modernen‘ Schule? Kennen Sie die Bedingungen unter denen die heutigen Schüler und Lehrer klarkommen müssen? Einige Beispiele sind fehlende Gruppenräume, mehrere, oft stark verhaltensauffällige Kinder, fehlendes differenziertes Material, keine Zeit zum Wiederholen usw. usw. Es hat einen Grund warum die Lehrer ausbrennen und die Kinder trotz viel Engagement der meisten Lehrer im Pisa Test schlecht abschneiden und das Leistungsniveau in den Kernqualifikationen Lesen, Schreiben, Rechnen massiv sinken. Die Rahmenbedingungen an den Schulen stimmen an vielen Orten nicht mehr. Schauen Sie sich die Verhältnisse vor Ort an!

      • Jan Holler sagt:

        Frau Moser, ja, ich bin aufgrund meines Engagements ziemlich nahe bei der Schule, näher geht fast nicht. Ich kenne auch die Bedingungen. Ich weiss auch, dass nicht alle Schulen gleich sind.
        Was aber das „Ausbrennen“ von Lehrern nun mit dem Thema hier zu tun hat, das erschliesst sich mir nicht.

  • Jan Holler sagt:

    In unserem gesamten Schulkreis (Breitenrain-Lorraine, Bern) sind die Hausaufgaben mit Einführung des Lehrplan 21 abgeschafft worden. Aber nicht einfach so, es waren Eltern(räte), Schulkommission, Schulleiter und Lehrer, die sich dem Thema schon länger angenommen und es diskutiert haben und schlussendlich hat die Schulkommission als zuständige Behörde entschieden.
    Man muss etwas differenzieren, was Hausaufgaben bedeutet. Lernen für eine Prüfung, Repetition des Stoffes (wenn nötig) gehören nicht zu den Hausaufgaben. Schon der Lehrplan 95 hat klar und deutlich ausgesagt: Gelernt wird in der Schule. Hausaufgaben sind nicht für das Lernen neuen Stoffes da.
    Der Gewinn an Zeit für die Kinder ist enorm. Die Eltern müssen aber über den aktuellen Stoff informiert werden (Lernziele).

    • Jeanne sagt:

      Schön für Kinder die Zuhause immer Unterstützung seitens der engagierten Eltern haben.Ich denke Hausaufgaben sind wichtig! Automatisierung der Lerninhalte müssen Kinder lernen selbst zu bewältigen!Hausaufgaben sind auch eine gute „Vorbereitung“ auf das Lernen.

    • Sportpapi sagt:

      @Jan Holler: „Man muss etwas differenzieren, was Hausaufgaben bedeutet. Lernen für eine Prüfung, Repetition des Stoffes (wenn nötig) gehören nicht zu den Hausaufgaben.“
      Selbst wenn diese Definition stimmt, die vermutlich nicht so verbreitet ist: Was bleibt denn noch an Hausaufgaben, das nicht in diese Kategorie fällt? Und wie grenzt man denn lernen von repetieren oder vertiefen ab? Und wohin gehört es, wenn die Kinder z.B. einen Rechercheauftrag erhalten?

    • Maja sagt:

      Theorie und Praxis passen hier leider überhaupt nicht zusammen. Wer nicht fleissig zu Hause übt, bleibt unter seinen Möglichkeiten. Ob das richtig oder gar fair ist, interessieren weder die Gymilehrer noch die Berufsbildner. Spätestens in der Mittelstufe muss zu Hause oder in den Aufgabenstunde geübt werden. Das hat nichts mit sinnlosen Aufgabenblättern zu tun. Aber wer nicht übt – und nicht gerade hochbegabt ist – erzielt nun mal schlechtere Noten. Das sind Facts. Früher hatten wir z.B. 10 Deutschlektionen pro Woche, heute sind es noch 5! Die Lernziele haben sich nicht gross geändert!

      • Jan Holler sagt:

        Maja, wir reden über die Volksschule, nicht über die Mittelschule. Der Lehrplan 21 hat zu höheren Wochenstundenzahlen (im Kt Bern) in der VS geführt. Darum wurde explizit im LP21 die Zeit der (möglichen) Hausaufgaben stark reduziert. Theorie und Praxis passen sehr wohl zusammen, es liegt aber an Ihnen aufzuzeigen, warum das nicht so sein sollte. Die Mittelschule hat bezüglich Hausaufgaben, Lernen wenig bis nichts mit der Volksschule zu tun. In der Mittelschule geht die Verantwortung für das Lernen (auch) auf die Schüler/innen über. In der Volksschule liegt sie bei den Lehrpersonen. Es ist die Chancengleichheit, die in der Volksschule wichtig ist. Nicht etwa erst seit heute, sondern schon seit 200 Jahren. In der Mittelschule und höher geht es nicht mehr primär um Chancengleichheit.

      • Sportpapi sagt:

        @Jan Holler: Bern ist wie so oft in dieser Frage wohl ein Spezialfall. Die meisten anderen Kantone mussten nach meinem Wissen die Lektionszahl nicht erheblich anpassen.
        Aber nun hat Bern immer noch fast die gleiche Hausaufgabenlänge wie andere Kantone, nur ist es in Bern das Maximum, in Zürich z.B. die Faustregel (10min pro Schuljahr). Meine Kinder haben in der Regel sehr viel weniger. Dafür zunehmend Lernstoff für Prüfungen.

      • maia sagt:

        @Jan Holler: Maja schreibt ja von der Volksschule (MittelSTUFE)

    • Sepp Manser sagt:

      @Holler: Falsche Prämisse: Hausaufgaben waren noch nie dazu da, etwas zu erlernen sondern vielmehr das Gelernte (mehr oder weniger) selbständig zu üben resp. anzuwenden. Wer meint, etwas verstanden zu haben, nur weil er es einmal im Unterricht einmal gehört hat, aber nie selbständig anwenden musste, hat eigentlich nicht wirklich gelernt. Oder nehmen Sie auch Klavierstunden und üben nie, aber freuen sich enorm über die „gewonnene“ Zeit?

      • Jan Holler sagt:

        Manser, Sie haben Recht, aber nur auf dem Papier. Die Lehrpläne erwähnen seit Jahrzehnten, dass HA nicht dazu da sind Schulstoff zu erlernen. Die Realität ist leider anders. Viele Lehrpersonen nutzen die Hausaufgaben, damit Schulkinder Lehrstoff erlernen, weil dazu in ihrem Unterricht nicht genug Zeit ist. Üben ist nicht gleich Hausaufgaben. Diese Unterscheidung ist sehr wichtig. Keine HA heisst nicht, das Kinder nicht üben sollen oder dürfen. Aber HA nehmen die Zeit zum Üben weg oder verlängern die Zeit ausserhalb der Schulzeit, in denen Kinder mit Schulstoff beschäftigt sind, weil sie lernen und(!) üben sollen. Man ist, besonders als Kind, nicht beliebig lange belastbar. Ausserdem sind nicht alle Eltern in der Lage, zu Hause die Lehrperson zu ersetzen: Die Chancengleichheit wahren!

      • Sepp Manser sagt:

        @Holler: Hausaufgaben = Üben. Sie dürfen gerne weiterhin dem Tisch Stuhl sagen und allerlei lustige „Schlussfolgerungen“ daraus ziehen, aber ich werde diese semantischen Taschenspielertricks nicht mehr weiter kommentieren. Und wenn Lehrpersonen angeblich HA zur Vermittlung von Schulstoff missbrauchen, dann kann ja trotz Ihrer gegenteiligen Behauptung die Theorie und Praxis des LP21 nicht zusammenpassen. Ja was nun?

  • tststs sagt:

    Hmmm, wem Übung und Wiederholung wohl nützen?
    Natürlich gibt es sinnvolle HA und weniger sinnvolle, aber hier wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet…

  • Rolf Rothacher sagt:

    Ziemlich dämlich, die Studie, die zeigen soll, dass ein hoher Zeitaufwand wenig Früchte trägt. Logischerweise ist es so, dass wenn ein Schüler Probleme mit einem Stoff hat, weitaus länger für die Hausaufgaben braucht. Dass er aber profitieren sollte, wenn er auch diese Zeit nicht mehr in seien Bildung steckt, ist einfach nur idiotisch. Wer es in der Schule nicht auf Anhieb kapiert hat, kann es zu Hause mit Hilfe von Büchern, Internet, Eltern vielleicht doch noch schaffen. Ohne Hausaufgaben wird er das aber nicht tun.
    Und logischerweise sind Eltern wie auch Lehrer gegen Hausaufgaben. Beide werden durch sie nämlich in ihrer Freizeit beeinträchtigt.

    • Maike sagt:

      Stark angefangen, stark nachgelassen.
      Wie kommen sie darauf, das Eltern und Lehrer ihre Freizeit höher schätzen, als den Wissensstand der Kinder ?
      Haben Sie persönlich schlechte Erfahrungen in der Schule / mit Ihren Eltern gemacht – dann tut es mir leid für Sie. Aber so ergeht es nicht allen Kindern…

    • Ivo Chiavi sagt:

      Die Welt hat auf Sie gewartet, Herr Rothacher, da Sie es ja besser wissen als jede wissenschaftliche Studie! Was bin ich froh, haben Sie den Durchblick! Und das Sie dann auch gleich alle Eltern und Lehrpersonen in einen Topf werfen? Wie gebildet dies Sie doch erscheinen lässt!
      Bitte, bitte lesen Sie sich doch in ein Thema ein, bevor Sie die Welt mit Ihren Überlegungen heimsuchen.

      • Sepp Manser sagt:

        @Chiavi: „Wissenschaftliche“ Studien im Bereich der Sozialwissenschaften und Psychologie sind immer mit erhöhter Vorsicht zu geniessen. Das fängt schon mit der Messbarkeit per se an. Ironischerweise behaupten ja gerade die Konsumenten solcher „Studien“ oft, Schulleistung sei nicht messbar resp. solle nicht benotet werden.

  • Sportpapi sagt:

    Dass sich ein hoher Zeitaufwand für Hausaufgaben nicht automatisch in besseren Leistungen auszahlt, scheint jetzt nicht so überraschend. Wundere mich aber, wie das wohl überprüft wurde.
    Aber klar, wer viel Zeit für die Hausaufgaben benötigt, wird vermutlich nicht der beste Schüler oder die beste Schülerin sein.
    Ansonsten haen Hausaufgaben in vielen Bereichen viele Vorteile. Die Alternative wäre ja, dass die Schüler/innen noch länger in der Schule bleiben müssten.

    • Lea sagt:

      Um sinnvolle Daten zu bekommen hätte ein paar zufälligen Klassen versuchsweise sehr wenig und andern zufälligen Klassen versuchsweise gleichviel oder mehr Hausaufgaben gegeben werden können. So wie ihm Text suggeriert den Aufwand und „Ertrag“ einzelner SchülerInnen vergleichen macht mMn keinen Sinn.
      Dazu kommt noch, dass SchülerInnen mit sehr guten Noten ihren Aufwand eher zu tief angeben (um nicht als Streber zu gelten) und zT. auch fast keine Hausaufgaben machen, weil sie den Stoff schon vorher (nicht als Hausaufgabe, sondern zB. Intresse) gelernt haben. Und SchülerInnen mit schlechten Noten den Aufwand eher zu hoch angeben (um zu zeigen, dass sie sich bemühen) und oft mangelhafte Lernbedingungen haben.

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