«Viele Mütter gehen viel zu früh zurück zur Arbeit»

Oscar Serrallach prägte den Begriff «postnatale Erschöpfung». Im Gespräch sagt der Arzt, weshalb Neu-Mütter sechs Wochen ins Bett gehören und warum sie nach der Geburt nicht mehr dieselben sind.

Das können nur Frauen: Die Verbindung, die zwischen der Mutter und dem Neugeborenen entsteht, ist durch nichts zu ersetzen. Foto: iStock

Herr Serrallach, können Sie uns beschreiben, welche hormonellen Veränderungen eine Frau während Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit durchlebt?
Im Englischen gibt es das schöne Wort «matrescence» – es setzt sich aus den Worten «adolescence» (Adoleszenz) und «maiden» (kinderlose Frau) zusammen und beschreibt den Prozess, während dem aus einer Frau eine Mutter wird. Während einer Schwangerschaft wird die Plazenta zur Hormonfabrik. Das Cortisollevel – jenes des sogenannten Stresshormons – ist während dieser Transformation dreimal höher als bei einer kinderlosen Frau, der Östrogenspiegel sogar 30-mal höher. Eine Schwangere ist während zehn Monaten mehr Östrogen ausgesetzt als eine Frau, die niemals Mutter wird, während ihres gesamten Lebens. Das Gehirn organisiert sich komplett neu, es werden, genauso wie bei Teenagern in der Pubertät, neue Hirnzellen gebildet. Die emotionale Intelligenz einer Frau steigt enorm, sie kann sich zum Beispiel Gesichter besser merken. Auch der IQ einer Frau steigt an, wenn sie ein Kind bekommt. Oxytocin, also das Hormon der Bindung, der Intimität und des Vertrauens, wird vermehrt ausgeschüttet – auch noch Jahre nach der Geburt. In Stresssituationen fragt sich eine Mutter deshalb nicht mehr «Bin ich sicher?», sondern «Sind wir sicher?» – sie entwickelt also ein starkes Wir-Gefühl. Viele Mütter fühlen sich extrem verletzlich, können es plötzlich nicht mehr ertragen, die Nachrichten zu schauen, weil sie sich nicht nur um sich und ihr Baby sorgen, sondern um die gesamte Welt. Nach dem Verlust der Plazenta verliert die Frau all diese fantastischen Hormone. Der Körper produziert aber durch das Stillen Oxytocin und Prolaktin, was den völligen Abfall etwas reguliert.

Sind Frauen, die nicht stillen, folglich eher von postnataler Depression betroffen?
Prolaktin ist sehr wichtig für den Hormonausgleich, aber noch wichtiger ist Oxytocin, und das wird zum Glück auch durch Hautkontakt gebildet. Deswegen ist es so wichtig, dass die Mutter besonders in den ersten sechs Wochen möglichst viel Zeit Körper an Körper mit dem Baby verbringt. Ich habe mich sehr viel mit Kulturen auf der ganzen Welt beschäftigt und damit, wie sie die Zeit nach der Geburt handhaben. Was alle antiken Kulturen und Traditionen gemeinsam haben, ist, dass die Erholung der Mutter priorisiert wird, ihr alles abgenommen wird. Ihre einzige Aufgabe ist es, sich zu erholen und das Baby zu stillen. In der traditionellen indischen Kultur etwa wird eine Mutter 40 Tage lang warm gehalten und darf nur ein ganz bestimmtes Gericht essen. In manchen uramerikanischen Kulturen darf die Mutter die Sonne für 21 Tage nicht sehen, damit sie sich vollständig erholt.

Sie kritisieren, dass westliche Frauen zu schnell zur Normalität übergehen?
Absolut. Der Stereotyp der Supermom hält sich hartnäckig: eine Frau, die so aussieht und sich so verhält, als hätte sie nie ein Kind bekommen. Und der Druck hält an: Die Idee, dass eine Mutter die Hauptverantwortliche für ein Kind von null bis 18 sein muss, ist ein ziemlich neues Phänomen. In vielen traditionellen Kulturen ist die Mutter lediglich im ersten Jahr die primäre Bezugsperson. Dann aber ändert sich das. Zwischen dem zweiten und fünften Lebensjahr des Kindes ist die primäre Bezugsperson typischerweise eine Grossmutter oder eine Tante und ab sechs ist es das ganze Dorf.

Wir wollen nicht nur möglichst schnell unseren Körper, sondern auch unseren Job zurück.
Ich glaube, dass sehr viele Frauen stark unter Druck geraten und viel zu früh zurück ins Arbeitsleben gehen, noch bevor ihr Hormonhaushalt wieder einigermassen im Lot ist. Das halte ich für fahrlässig und gefährlich für ihre Gesundheit. Das Wochenbett wird nicht ernst genug genommen, was verheerende Folgen haben kann, von Hautproblemen, chronischen Verdauungsstörungen bis hin zu psychischen Problemen. Erholt man sich nie vollständig in der ersten Zeit nach der Geburt, kann das bis zehn Jahre danach gesundheitliche Folgen haben.

Der Mediziner Dr. Oscar Serrallach forscht seit Jahren auf dem Gebiet der Frauengesundheit mit besonderem Fokus auf die postnatale Zeit. Der Australier hat den Begriff «postnatale Erschöpfung» geprägt, ein Zustand, unter dem laut Serrallach fast die Hälfte aller westlichen Neu-Mütter leiden und der bei Nichtbehandlung bis zu zehn Jahre dauern kann. Foto: PD

Wie lange sollte das Wochenbett Ihrer Meinung nach dauern?
Mindestens sechs Wochen. Und ich meine damit wirklich, dass die Frau mehrheitlich Zeit im Bett verbringen und ihr möglichst viel abgenommen werden sollte. Wir bereiten uns akribisch auf die Geburt vor, kaum jemand aber hat einen guten Plan für danach. Ein Paar muss sich allen Support holen, den es aufbieten kann. Man sollte in dieser Zeit auch keine Besucher haben, sondern die Besucher als Personal betrachten, ihnen Aufgaben geben und sie nicht etwa noch bekochen. Keine falsche Scham – vergessen Sie nicht, dass Ihre Lieben sehr froh sind, wenn sie helfen können.

Bekommt man nicht einen Lagerkoller, wenn man sich so lange verschanzt?
Es geht wirklich darum, sich mit einer komplett neuen Situation anzufreunden. Man schläft nicht viel, man ist extrem erschöpft, man hat plötzlich einen neuen Menschen um sich – die Zeit ist wahnsinnig intensiv. Natürlich darf man das Haus verlassen, und wenn es der Mutter guttut, sich mit Freunden zu umgeben, würde ich das jederzeit unterstützen – es geht lediglich darum, so wenig Stress wie möglich zu haben – emotional wie physisch. Die zwei schlimmsten Dinge für eine Mutter in der Erholungsphase sind Kritik an ihr als Mutter – von sich selbst oder von anderen – und Überforderung. Mich macht es wütend, dass es gesellschaftlich etabliert ist, so schnell wie möglich wieder zum Leben vor dem Kind zurückkehren zu müssen – Körper, Lifestyle, Arbeitsgewohnheiten, alles soll wieder so sein, als wäre da nie ein Kind auf die Welt gekommen. Deswegen gefällt mir das Wort «matressence» so gut – ein Erwachsener wird schliesslich auch nicht plötzlich wieder zum Kind, und genauso wenig kann eine Mutter die Transformation, die sie durchgemacht hat, leugnen.

Wie viel Zeit sollte idealerweise zwischen zwei Schwangerschaften liegen, um postnatale Erschöpfungszustände zu vermeiden?
Der wichtigste Faktor ist, dass die Mutter wieder gut schlafen kann. Eine Neu-Mutter verliert durchschnittlich 700 Stunden Schlaf im ersten Jahr. Deswegen predige ich auch immer, dass die erste Priorität, neben dem Wohl des Kindes, der Schlaf der Mutter sein muss.

Das ist aber doch in der Realität unmöglich.
Wenn das Baby schläft, selbst sofort ins Bett zu hüpfen, ist schwierig, aber es ist der einzige Weg. Man muss einfach akzeptieren, dass man in dieser Zeit weniger Momente für sich selbst hat und dass das Haus nicht perfekt aussehen wird. Aber es lohnt sich, wenn man sich vollständig erholen und dann vielleicht irgendwann sogar über eine nächste Schwangerschaft nachdenken will. Jeder Affe macht drei bis fünf Jahre Pause zwischen zwei Schwangerschaften. Das hat seinen Grund.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es erfüllend für eine Frau sein kann, sich ein Jahr lang nur um das Baby und ihren Schlaf zu kümmern.
Es kann frustrierend sein, weil man auf viel verzichten muss. Man muss einsehen, dass der Tag nicht genug Stunden hat für ein Baby, den Job, Zeit für sich, Zeit für die Beziehung, Sport und Freunde. Ich glaube, junge Mütter können sich von dem enormen Druck befreien, den die neue Situation mit sich bringt, indem sie sich darauf einstellen, dass manche Dinge nun einfach eine Weile hinten anstehen müssen. Das ist schwer, weil einem auf Social Media ständig suggeriert wird, dass eben doch alles möglich sei.

Was für Prozesse laufen im Gehirn einer Mutter ab, wenn sie über Monate lang alle paar Stunden geweckt wird?
Es ist nichts Gutes, was da passiert. Erwachsene schlafen in 90-minütigen Abschnitten. Wenn man gegen Ende eines 90-Minuten-Zyklus geweckt wird, ist das kein Problem. Passiert es aber mittendrin, fängt man wieder von vorne an. In den ersten drei Stunden Schlaf geht es darum, Erlebtes zu verarbeiten und Erinnerungen zu schaffen. Wenn man in der Zeit gestört wird, fördert das die Vergesslichkeit, was erklärt, warum junge Mütter oft vom sogenannten «baby brain» betroffen sind. Die nächsten drei bis vier Stunden Schlaf sind dafür da, Probleme zu lösen. Wenn man in dieser Zeit ständig gestört wird, kann das zu Überforderung führen und dem Gefühl, nicht mehr richtig zu wissen, was man will. Das Schlafdefizit hat hormonelle Konsequenzen und schwächt nach einer Weile das Immunsystem. Manchmal müssen Mütter nach einer Weile erst wieder lernen zu schlafen, weil sie derart übermüdet und überreizt sind, sodass sie nicht einmal mehr einschlafen können.

Sie schwören auf sogenannte Micronaps.
Ja, ein Micronap ist eine Art Halbschlaf, der 20 Minuten oder weniger dauert und Eltern extrem gut helfen kann, durch den Tag zu kommen. Nach einem Micronap ist man für vier Stunden wieder fokussiert und produktiv. Es ist kein Zufall, dass Firmen wie Google und Apple auf Micronaps für ihre Mitarbeiter schwören. Micronapping ist keine Lösung für den fehlenden Schlaf, aber es kann zumindest helfen, die Stressbelastung zu reduzieren. Zusätzlich empfehle ich Kräuter, die bei Schlafentzug unterstützend wirken, etwa das Adaptogen Ashwagandha.

Können Männer auch unter postnataler Erschöpfung leiden?
Auch im Körper der Neu-Väter verändern sich gewisse Prozesse. Ihr Testosteronspiegel sinkt, besonders, wenn sie bei der Geburt dabei sind. Allerdings profitieren die Männer nicht vom Upgrade des Gehirns, wie die Frauen. Männer, die viel Zeit mit ihrem Baby verbringen, bilden mehr Prolaktin, also das Hormon, das beim Stillen ausgeschüttet wird, und mehr Oxytocin. Natürlich spüren Männer ebenso die Effekte des Schlafentzugs. Auch Männer können unter postnataler Depression leiden – interessanterweise aber ausschliesslich dann, wenn die Frau darunter leidet.

Eine gewisse Grundmüdigkeit ist in der Zeit nach einer Geburt normal. Wie aber weiss ich, ob es bereits kritisch ist?
Extreme Überängstlichkeit, Sorge und das dauerhafte Gefühl der Hoffnungslosigkeit sind ein Alarmzeichen. Starker Gewichtsverlust oder Gewichtszunahme, Hautprobleme, vermehrtes Auftreten von blauen Flecken und der Rückgang des Zahnfleisches. Bei diesen Zeichen muss man sofort reagieren.

Wie viele westliche Mütter sind von postnataler Erschöpfung betroffen?
Ich schätze, dass es fast 50 Prozent der Mütter betrifft. Neu-Mütter sind heute älter, spüren den Druck perfekt zu sein mehr, und viele haben sehr anspruchsvolle Jobs. Ich habe erlebt, dass viele Frauen bereits in einem schlechten hormonellen Zustand sind, wenn sie schwanger werden. Leider wird es als total normal angesehen, dass man als Neu-Mutter extrem müde sein muss, alle seine Haare verliert und ständig alles Mögliche vergisst. Das mag in den ersten sechs Wochen vielleicht teilweise dazugehören, aber danach ist das nicht normal, sondern alarmierend.

Wie kann die Ernährung die Heilung unterstützen?
Junge Mütter sollten sich von frittiertem Essen fernhalten. Zucker ist kurzzeitig hilfreich, weil er vermeintlich Energie liefert, aber langfristig schädlich. Das Superfood für Neu-Mütter ist Fisch. Unser Gehirn besteht aus 800 Gramm Fischfett, die Mutter produziert das Gehirn des Babys mithilfe dieses Fischfetts, deswegen muss sie ihre Reserven wieder auffüllen. Ich empfehle ausserdem Nahrungsergänzungsmittel aus Algenöl. Und alle Gemüsesorten, die über der Erde wachsen – sie sind die Königinnen unter den Kohlenhydraten. Generell kann man sagen: essen Sie traditionell, essen Sie so wie Ihre Urgrossmutter!

Was ist das Wichtigste an Ihrer Arbeit?
Mütter sind es, die den Kindern die Liebe beibringen. Nicht Väter, nicht Grosseltern, nicht Lehrer – es sind die Mütter. Mein Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass es den Müttern gut geht, damit sie die Liebe weitergeben können.

Warum sollte eine Mutter das besser können als ein Vater?
Weil es bereits im Bauch der Mutter anfängt und mit dem Stillen weitergeht. Diese Verbindung kann niemand anderes bieten in den ersten Lebensmomenten eines Neugeborenen. Ich bin selbst Vater, habe aber kein Problem mit dieser Tatsache, die die Natur so eingerichtet hat. Der Support der Männer kommt etwas später und ist danach ebenso wichtig. Trotzdem: eine gesunde Gesellschaft braucht gesunde Mütter, sonst ist sie verloren. Die Gleichung ist simpel: gesunde Mutter, gesunde Familie. Gesunde Familie, gesunde Gemeinschaft.

Liebe Leserinnen und Leser. Mit diesem Beitrag verabschiede ich mich schweren Herzens als Leiterin des Mamablogs und übergebe ihn in die fähigen Hände meiner Kollegin Nicole Gutschalk. Es war eine kurze und intensive Zeit, und ich werde dem Mamablog weiterhin als Autorin erhalten bleiben. Ich konzentriere mich in nächster Zeit voll auf die Chefredaktion der «annabelle» und auf mein Baby, weil ich einsehen musste, dass ich eben doch keine Superwoman bin – wie in meinem ersten Beitrag für den Mamablog beschrieben.

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100 Kommentare zu ««Viele Mütter gehen viel zu früh zurück zur Arbeit»»

  • Lina Peeterbach sagt:

    „Der Australier hat den Begriff «postnatale Erschöpfung» geprägt, ein Zustand, unter dem laut Serrallach fast die Hälfte aller westlichen Neu-Mütter leiden und der bei Nichtbehandlung bis zu zehn Jahre dauern kann.“
    Also ehrlich. Ich präge mal einen Begriff, postuliere dann irgendwelche nebulösen Langzeitfolgen und erkläre damit die Welt. So ein Blödsinn. In diesem Artikel sind so viele haarsträubende Einzelaussagen, ominöse Pseudo-Erkenntnisse und wirre Handlungsempfehlungen verpackt, dass ich gar nicht weiss wo anfangen. Klar sind viele Neueltern erschöpft. Genauso wie Sportanfänger, oder Berufseinsteiger, oder Krebs-Rekonvaleszente: Das liegt in der Natur der Sache.
    Ein wunderschönes Beispiel von Mansplaining.
    Bleibt zu hoffen, dass das Niveau des Mamablog wieder steigt.

    • Lina Peeterbach sagt:

      Übrigens sind einige der „Symptome“, die er der „postnatal depletion“ zuschreibt, völlig normal und der hormonellen Umstellung geschuldet: z.B. Haarausfall, mehr Falten (nicht unbedingt mehr als VOR, sondern nur mehr als WÄHREND der Schwangerschaft), weniger Libido (liegt am Prolaktin). Einige Punkte sind auch schlicht frech: „Finding it hard to lose weight“ oder „loss of libido“ als Symptom der „postnatal depletion“ zu nennen scheinen mir eher männliches Wunschdenken: es wäre doch schön, wenn Frauen schnell wieder schlank und sexhungrig wären… Beides macht aber biologisch durchaus Sinn (Fettreserven für die Stillzeit; keine Lust auf Sex, um schnelle Nachfolgeschwangerschaft zu vermeiden). Einerseits will er Frauen vor zu viel Stress schützen, und dann das?!

    • Sportpapi sagt:

      @Lina Peeterbach: Alles richtig. Aber warum ist jetzt das Geschlecht des Erklärenden wichtig? Zumal ja eine Frau uns die Botschaft überbringt, sicherlich mit einer gewissen Absicht?

      • Lina Peeterbach sagt:

        @SP ich verstehe was Sie mit Ihrer Frage meinen. In diesem konkreten Fall finde ich, es hat schon etwas damit zu tun. Wenn ein Mann, der noch nie unter hormonellem Einfluss einen Libidoverlust oder sonstige Schwangerschafts- und Stillzeitbezogenen Veränderungen mir erklärt, ich gehöre einfach 6 Wochen ins Bett und dann 1 Jahr in Heim&Herd, und damit wäre alles gelöst, dann hinterfrage ich seine Kompetenz definitiv. Zumal er normale körperlich-seelische Prozesse als Krankheit definiert und sich in einem esoterischen gschpürsch-mi Bereich bewegt, der wissenschaftliche Erkenntnisse bestenfalls dort zulässt, wo sie ihm in sein Konzept passen.
        Aber ja, auch von einer Frau ist / wäre das alles ziemlicher Blödsinn!

      • Sportpapi sagt:

        @Lina Peeterbach: Allerdings haben auch einige Frauen das nicht erlebt. Und wenn doch, dann immer nur den eigenen Fall, was ja offenbar doch ziemlich unterschiedlich sein kann.
        Das Problem ist doch, dass die Botschaft nicht populär ist (und da geht es vermutlich nicht um Kompetenz und Wahrheitsgehalt). Und diese Botschaft wurde aber von einer Frau hier platziert.

  • tigercat sagt:

    Ich bezweifle doch sehr stark, dass das Gehirn aus 800 g Fischfett besteht. Ein menschlicher Körper kann allwä Fischfett erzeugen. So ein Schmarrn.
    Dann frage ich mich, wie es um den Rest bestellt ist.

  • Annina Seiler sagt:

    Es scheint höchst fraglich, ob Oscar Serrallach eine vertrauenswürdige Autorität ist. Wenn man ihn googelt, erscheint er in erster Linie auf der zweifelhaften Lifestyle-Seite einer bekannten Schauspielerin.

  • asouka sagt:

    Liebe Frau Krause.Ich gratuliere Ihnen zu Ihrer Einsicht,Ihrem Mut und Ihrer Ehrlichkeit.Ich habe mich schon länger gefragt,wieso nur die Mütter,die ich näher kenne k.o. und/oder gestresst sind u viele derjenigen,die ich weniger nahe kenne zur ich-mache-das-mit-Links-Fraktion gehören.Bei den einen wird letzteres wohl stimmen,bei der Mehrheit vielleicht eher nicht.In jedem Fall macht es das Zelebrieren dieses Images aber vielen Frauen schwer,einzusehen,dass sie überlastet sind.Ich auf jeden Fall,habe das erst im Nachhinein verstanden u das ist natürlich etwas spät…Deshalb denke ich,dass Sie mit Ihrer Ehrlichkeit dem Gross der Mütter einen grossen Gefallen tun!Danke!Und dass Sie die zu grosse Arbeitsbelastung als solche Verstanden haben,finde ich wie gesagt auch nicht selbstverständlich!

  • Franziska sagt:

    Als Mama einer knapp 1-Jährigen Tochter stimme ich dem Autor in den meisten Punkten zu. Auch Freundinnen mit ähnlich kleinen Babys, wo die Erinnerung noch ganz frisch sind an die erste anstrengende Zeit, würden zustimmen.

    Was würde helfen? Elternzeit, attraktive Arbeitsmodelle für Mama und Papa, Betreuungsmöglichkeiten etc. Ja das kostet! Aber würde die Situation entschärfen und Stress reduzieren. Und ich spreche auch hier aus teils leidvoller Erfahrung.

  • Stephan Herzog sagt:

    Ich erlebe es tatsächlich in mehrere Fällen, dass Müttern nach dem Mutterschaftsurlaub, ganz lange brauchen, um zu verstehen dass ihr Kind eine Mutter braucht. Diese Mütter bringen ihre Kinder in die Kitas und versuchen dann, weiterhin im Stress, zur Arbeit zu gehen. Es wird der ganze Tag gejammert, dass sie sich nie erholen können !

    • asouka sagt:

      @Stephan Herzog. Viele Väter haben ja verstanden, dass ihr Kind einen Vater braucht. Und trotzdem schafft es die Politik hierzulande nicht, einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub einzuführen. Dann wären übrigens auch die Mütter weniger gestresst, wenn sie nach ihrem Mutterschaftsurlaub wieder arbeiten gehen würden!

  • diva sagt:

    der mann hat so recht. ich kann nur beipflichten! ich hatte einen babysitter, nur damit ich schlafen konnte und der (es war ein Junge!) rettete mir damit die Gesundheit. Es war eine Win-Win-Situation. Er kam und ich ging schlaaaaaafen! Er hatte Freude mit meiner Tochter, verdiente sich Taschengeld und wenn sie dann auch schlief, konnte er für die Matur büffeln… Er war eine ganz spezielle Persönlichkeit, der ich absolut vertrauen konnte und bei dem sich meine Tochter rundherum wohlfühlte
    Er wurde regelrecht ein Freund der Familie und ich bin ihm heute noch dankbar für dieses jeden Freitag abend schlafen dürfen.

  • Hebamme Zürich sagt:

    Ein wunderschöner Artikel.
    Ich, Mutter, Hebamme und arbeitstätig, finde es sehr schade, wenn Frauen sich angegriffen fühlen, wenn wissenschaftlich (biologisch bzw. kulturell) versucht wird das Muttersein bzw. Mutterwerden zu beschreiben.
    Das Interview gibt Antworten, warum wir Frauen (Achtung: Pauschalisierung) die in der westlichen Welt leben, oft eine Kluft erleben, zwischen dem was wir fühlen (Biologie) und dem was wir machen (Kultur, eigene Anforderungen, Gesetzeslage).
    Es ist spannend, wie wir hormonell gesteuert werden, damit wir Mütter sein können. Wir sollten uns als offene Gesellschaft bemühen, dass jede ein eigenes „Muttersein“ entwickeln kann, möglichst ohne in eine postpartale Erschöpfung zu kommen. Gesunde Mutter, gesunde Familie, gesunde Familie, gesunde Gemeinschaft.

    • Flowermama sagt:

      Vielen Dank für diesen Kommentar. Mir hat das Interview sehr gut getan, zu lesen, dass sich mein eigenes Empfinden und die Beobachtungen in meinem Umfeld wissenschaftlich herleiten lassen. Leider wagt man sich ja kaum mehr diese Gedanken auszusprechen ohne Gefahr zu laufen in die Gluggere Mutter Ecke gestellt zu werden. Dazu passen leider auch die vielen negativen Kommentare auf diesen Artikel. Warum fühlen sich die Leute so angegriffen?

  • Tabea Schneider sagt:

    Sie sprechen mir in allen Punkten aus dem Herzen, Oscar Serrallach! Ich bin zweifache Mutter und kann nicht verstehen, warum bei vielen Frauen die Arbeit so im Vordergrund steht.

    • Stefan Matter sagt:

      Viele Mütter wollen sich doch verwircklichen und vernachlässigen das Wichtigste, ihr Nachwuchs.

    • 13 sagt:

      Na ja, kennen Sie denn Vermieter, Krankenkassen und Steuerbehörden, die schmutzige Windeln und besabberte Nuschi als Währung akzeptieren? Bei den Frauen steht nicht „die Arbeit im Vordergrund“…sie arbeiten aus den gleichen Gründen, wie Männer auch. Um Geld resp den Unterhalt zu verdienen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „sie arbeiten aus den gleichen Gründen, wie Männer auch. Um Geld resp den Unterhalt zu verdienen.“
        Das sehe ich in vielen Fällen nicht so.

      • 13 sagt:

        Ach ja, du hast recht. Ich vergass die vielen Stunden ehrenamtliche Arbeit, die mehrheitlich auch von den Frauen geleistet wird.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Von welchen Frauen denn? Von den voll berufstätigen? Von dir?
        Viele Frauen arbeiten heute in Bereichen, die fast kein Geld, aber viel Befriedigung verschaffen. Weil sie das Geld nicht dringend benötigen, der Partner bringt ja genug heim.
        Und im freiwilligen Bereich abends, ausserhalb der regulären Arbeitszeiten, sind in vielen Bereichen dann wieder die Männer am Werk. Im Sport z.B.

  • Karin Schmid sagt:

    Wunderschönes Interview, Danke!
    Leider entspricht es so nicht unsere Realität. 6 Wochen Wochenbett?! Super, wenn der Vater nach einem Tag zur Arbeit muss und noch Geschwister da sind… und die Mutter nach 14 Wochen zurück zur Arbeit muss, obwohl das Kind noch voll gestillt wird.
    Aber theoretisch wüssten wir ja wies geht!
    Es wäre schön, wenn wenigstens meinen Töchter die Umstellung Frau/ Mutter leichter gemacht würde!

  • Maria Gasser sagt:

    Genau, wir Frauen sind immer masslos glücklich, wenn wir von Männern analysiert und bevormundet werden, weil es ja immer Männer sind, die wissen, was das Beste für uns ist. Weil der Mann hier ja schon vier Kinder ausgetragen hat, kann er diese ominöse, pränatale „Liebesbindung“ natürlich zweifellos und wissenschaftlich belegen. Sorry, aber wer im Jahr 2019 immer noch so argumentiert, dass Mutter, Erzieherin und Hausfrau eine „natürliche, Pflicht“ ausschliesslich der Frau sei, hat seine beratende Daseinserechtigung vertan, egal wie studiert Mann ist.

    • Sportpapi sagt:

      @Maria Gasser: Für wissenschaftliche Belege (die hier allerdings nicht konkret angeführt wurden) braucht es keine persönliche Betroffenheit. Im Gegenteil, das würde wohl die Objektivität beeinträchtigen.
      Und wissenschaftliche Argumentationen zur Seite schieben, weil es der eigenen Ideologie widerspricht, ist nicht zielführend. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf?

      • Maria Gasser sagt:

        Sportpapi: Ich habe keine Kinder, also fällt persönliche Betroffenheit weg. Mir zeigt das Interview und auch Ihr Kommentar gerade wieder, warum. Ständig wird Frauen ihre Gefühle vorgeschrieben, von Leuten, die ihre Situationen nicht kennen. Die ganze Psychologie einer Frau wird bei der Geburt diktiert und pauschalisiert. Männer sind nicht in der Position, „wissenschaftliche Argumente“ in der Debatte um die Mutterschaft anzuführen, schon gar nicht, wenn es um die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind vor der Geburt geht, oder, wie der Arzt behauptet, es die mütterliche Pflicht sei, das Kind emotional zu erziehen! Auch für den super-Wissenschaftler Sportpapi gilt: Es kann nicht sein, was nicht sein darf, gället Sie.

      • Sportpapi sagt:

        @Maria Gasser: Da ich zwar wissenschaftlich geschult bin, mich aber nie mit der Psyche der Frau beschäftigt habe, werde ich mich hüten, inhaltlich einen Kommentar abzugeben.
        Allerdings glaube ich schon, dass ein Wissenschaftler (sogar ein männlicher!), der in diesem Bereich forscht, mehr dazu zu sagen halt als eine Frau, die „nur“ ihren eigenen Fall kennt. Und noch mehr als eine Frau, die gar nie in der Lage war.
        Oder was glauben Sie, bringt Sie in die Position, sich zum Thema zu äussern? Einzig Ihr Geschlecht?

  • Hans Meier sagt:

    Herzig, wie man sich von Urkulturen das raus sucht, was einem gerade so ins Weltbild passt. Kleiner Hinweis: Die Säuglings und Müttersterblichkeitsrate war in so uiemlich jeder der hier als ideal hochgepriesenen Urkulturen um ein Vielfaches höher als diejenige unserer modernen Gesellschaft. Ach: und in keiner dieser Urkulturen gab es bezahlten Elternurlaub, nirgends waren die Männer für die Babies und den Haushalt verantwortlich und praktisch jeder dieser Kulturen, die lange genug überlebte, war als Patriarchat organisiert. Und Frauen haben sich um den Nachwuchs gekümmert.

    • Enrico sagt:

      Was soll das ? Patriachat.
      Drehen Sie doch die Wortspielerei einfach um. Es war ein Matriarchat! Die Frauen weigerten sich jagen zu gehen und eine Familie zu ernähren. Sie widmeten sich dem Privileg für das Kind dazu sein.
      War wohl einfach eine gescheite Rollenverteilung.

  • Annina Seiler sagt:

    Also im Lateinunterricht hat der Herr auf jeden Fall geschwänzt. Was bitte soll „matrescence“ mit englisch „maiden“ zu tun haben? Das ist eine Ableitung von lat. matresco, matrescere ‚Mutter werden‘ und hat auch mit engl. adolescence ausser der Wortbildung nichts gemeinsam.

    • Anna Tina Meier sagt:

      Genau das hab ich auch gedacht. Und wenn ich den Rest so lese, dann denke ich, stellt er sich wohl die Welt auch sonst gerade so zusammen, wie’s ihm am besten ins Konzept passt. Oder wie ist das wohl mit den Kindern, die ihre Mutter bei der Geburt verlieren oder aus einem anderen Grund nicht von ihr umsorgt werden können? Die lernen niemals Liebe?

  • Mina Peter sagt:

    Ein Jahr Elternzeit, davon mindestens die Hälfte für die Mutter, ist eben doch nicht blöd. Die nördlichen Länder machen es uns schon lange vor. Und all diejenigen, die meinen das Baby möglichst frisch besuchen zu müssen, ohne sich darum zu kümmern, wie es der Mutter dabei geht, sollten sich die 6 Wochen-Regel beherzigen. Das ist wirklich ein Unding, wie Mütter im Wochenbett drangsaliert werden. Und nicht mal die Unterstützung der Väter erhalten.

    • Leila sagt:

      Nicht jede Frau möchte ein halbes Jahr zu Hause bleiben…. ich war jedenfalls glücklich, nach 14 Wochen wieder (Teilzeit) arbeiten gehen zu dürfen.

  • Mia sagt:

    Mich überrascht es nicht, dass die Autorin bereits nicht mehr Chefredaktorin des Blogs ist. Aber dies dann mit einem so einseitigen Interview quasi zu rechtfertigen, ist dann doch etwas enttäuschend. Und all diese einseitigen Beispiele von anderen Kulturen. Es gibt auch viele Regionen (z.B. in Afrika), wo die Mütter gebären und am nächsten Tag wieder (z.B. auf dem Feld) weiterarbeiten müssen (mit dem Kind, das zwischendurch gestillt wird, auf dem Rücken).

    • Maria sagt:

      Ich verstehe gar nicht, dass man sich immer mit den härtesten Regionen/Fällen vergleichen muss.
      Es ging in dem Interview einfach darum zu zeigen, dass sich Mütter genügend Erholung gönnen sollen. Das geschieht eben einfach scheinbar noch nicht. Das sollte thematisiert und geändert werden.

      Übrigens finde ich nicht, dass die Autorin das Verlassen des Mamablogs als Chefredaktorin rechtfertigt. Wo haben Sie das denn gelesen?

      • Patrick Le Cloarec sagt:

        Ähem, und wann dürfen Männer sich erholen?
        .
        Mal nachgedacht?
        .
        Und wer zieht finanziell das Geschäft allein? …Die Männer? Ihr macht euch aber schon einfach mit ihrem Ansprüche, netten Frauen! … Kann eine Familie allein mit einem Lohn über die Runde kommen?
        .
        Diese Bericht erneut zeigt, wie Frauen die gesamten Gesellschaft und System eigennützig missbrauchen. …Ansonsten, noch weiteren Wunschvorstellungen und Forderungen offen?

    • Astrid Meier sagt:

      Mich würde interessieren, in welchen Regionen das der Fall ist. In Afrika gilt die Mutterschaft und die Mutter sehr viel, und dass ihr in der ersten Zeit nach der Geburt volle Unterstützung der Familie und der Gemeinschaft zugestanden wird, ist eigentlich die Norm. Eine Mutter mit Kleinkind ist eine Königin in Schwarzafrika, was auch mit ein Grund für die hohe Geburtenrate ist. Zudem ist Arbeit auf dem Feld, mit der Möglichkeit, nach Bedarf zu pausieren, nicht zu vergleichen mit dem Anspruch, nach 3 Monaten morgens das Baby bei der Betreuung abzuliefern, und dann am Arbeitsort voll verfügbar zu sein. Vom Zwang, möglichst rasch die alte Figur wieder zu gewinnen, gar nicht zu reden.

  • Jänu sagt:

    Da hat einer eine „neue“ Marktlücke entdeckt. Und natürlich weiss er alles und alles besser und ist darum in der Lage, den Frauen vorzuschreiben, sorry, vorzuschlagen, was sie tun sollten und wie sie sich verhalten sollten. Eine Recherche nach des Herrn Namen ergibt immer nur die Referenz auf sich selber. Kritiken zu seinen Thesen sind nicht auffindbar.

    • Lina sagt:

      Genau das ist mir auch aufgefallen. Also wissenschaftlich ist das auf jeden Fall nicht. Er hat bis jetzt ja auch keine wissenschaftliche Literatur veröffentlicht. Einfach eine ideologische Erhöhung der Mutterschaft und genau: Wohl eine Marktlücke.

  • Anh Toàn sagt:

    „In vielen traditionellen Kulturen ist die Mutter lediglich im ersten Jahr die primäre Bezugsperson.“

    Aber im ersten Jahr eben schon. Und das ist nur, weil die Säuglinge bereits vor der Geburt entsprechend sozialisiert wurden. Das ist nämlich gemein gegen die Frauen, die müssen ein Jahr Pause machen für jedes Kind, bei zwei ist das zweimal ein Jahr, ,meistens im Alter das entscheidend ist für echte Karrieren:

    Liebe Frauen, wollt Ihr Karriere und Kinder, müsst Ihr die Kinder während des Studiums bekommen, besser am Anfang des Studiums. Dauert das Studium etwas länger, ist das kein Problem im CV, insbesondere wenn Kinder der Grund sind: Dann könnt ihr beim ersten Job bereits sagen: Familienplanung ist abgeschlossen, kleine Kinder habe ich hinter mir, jetzt kommt meine Karriere.

    • Astrid Meier sagt:

      Das unterstütze ich. Wieso nicht die Kinder früh bekommen, und ab 30 voll ins Berufsleben einsteigen? Dann sind die Kinder alt genug, um im Hort und in der Schule betreut zu werden. Das Argument, dass die Familienplanung erledigt sei, ist ein Gutes.

    • 13 sagt:

      Ja, das empfahl meine Professorin auch. Auf die Frage, wie man denn im Studium ein Kind oder gar mehrere finanzieren sollte, wusste sie jedoch keine Antwort….
      Es ist einmal mehr unglaublich, auch hier immer wieder, dass die Erwerbstätigkeit der Frauen als „Karriere“, „Selbstverwirklichung“ etc. angeschaut wird, während ihr Einkommen ja nichts gilt resp. höchstens den Ferien und dem Zweitauto dient. Es ist wirklich zum schreien.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Wo liest du das gerade hier? Hier ging es doch im Gegenteil darum, wie die Berufskarriere zu fördern wäre.
        Ausserdem kenne ich ein paar Studentinnen mit Kindern. Die konnten ihr Studium durchaus finanzieren. Schliesslich sind sie nicht allein, und bekommen zudem viel Unterstützung.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Ich sage es so: Ich (und viele andere) habe während des Studiums rund 50-60% gearbeitet. Und erfolgreich studiert. Das ging gut. Ich hätte neben dem Studium auch ein Kind grossziehen können. Das wäre wohl auch gut gegangen. Und ich kann neben dem Kindgrossziehen, ein gewisses Pensum arbeiten. Kein Problem.
        Was aber in den meisten Fällen wohl nicht geht, ist Kindgrossziehen, studieren + ein Pensum arbeiten, das den Unterhalt sichert. D.h. die Empfehlung Kinder im Studium zu haben beruht auf der Annahme, dass Frauen es offenbar nicht nötig haben, den Unterhalt zu sichern. Etwas, das Du sowohl hier wie auch oben bestätigst. Und diesen Gedankengang kritisiere ich. Das mag teilweise so sein, wie bei deinen Bekannten, davon auszugehen sollte man aber nicht.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ja, alles geht nicht. Aber mit Kind wird man zur Familie, und zu einer Wirtschaftsgemeinschaft. Scheint mir jetzt nicht so schlimm, vorübergehend mal nicht selber Geld zu verdienen, wenn man mit Kind und Studium (= Investition) bereits voll ausgelastet ist. Auch ohne Kind ist es ja häufig so, dass die Ausbildung des einen vom anderen finanziell mitgetragen wird.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Es spricht natürlich nichts dagegen die Ausbildung des Partners oder der Partnerin so zu unterstützen, dass man eine Weile vollumfänglich oder mehrheitlich für den Unterhalt aufkommt. Es macht oft auch Sinn sich so zu organisieren.
        Was störend ist, ist dass die Aufforderung (sowohl von Ahn wie auch von meiner Professorin) sich nur an Frauen richtet, eben wohl in der Annahme, diese könnten sich dies ja problemlos leisten sprich der Mann verdient ja den Unterhalt. Warum denn nicht: Liebe Männer, werdet im Studium Väter, dann könnt ihr viel mehr Zeit mit de Baby verbringen als wenn ihr dann beruflich durchstartet? Wohl in erster Linie, weil das Baby nach der Uni für den Mann selten bis nie zu einem Karriereknick führt. Im Gegenteil.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ja, die Empfehlung richtet sich vorwiegend an Frauen, weil sie in der Regel bei den Kindern bleiben, und nicht Vollgas ihre Karriere weitertreiben, wie die Männer. Ich kenne da aber einige Ausnahmen. Aber wir sollten uns schon vor allem um das kümmern, was ist, nicht ständig die Ausnahmefälle zur Regel machen.

  • 13 sagt:

    Das Problem an solchen Texten ist halt immer wieder: Sie mögen richtig sein, aber wie soll man das in der Praxis umsetzen? Auch bei 3-5 Jahren Altersunterschied, die sicher gerechtfertigt sind, kann man spätestens beim zweiten Kind nicht einfach im Bett bleiben. Oftmals ist man schon froh, wenn Grossmütter für die Zeit im Krankenhaus aushelfen und das ältere Kind hüten. Und wer soll dieses super gesunde Essen aus Fisch + Gemüse kochen? Die meisten Neumütter sind ja froh, wenn es Brot oder Joghurt oder ähnliches zu Hause gibt, das man einhändig und ohne in der Küche zu stehen, zu sich nehmen kann. Später zur Arbeit zurückkehren, heisst nun mal kein Lohn + evtl. kein Job mehr. Das kann sich nicht jede leisten.
    Damit bleiben dies nur neue Ansprüche, denen man nicht gerecht werden kann.

    • tststs sagt:

      Also dieses Affen-Argument stösst mir besonders sauer auf. Ich vermute (!), der Grund für die langen Abstände liegen nicht beim individuellen Muttertier, sondern eben an der Gruppendynamik: Jungtiere werden von der ganzen Gruppe betreut, hätte jedes geschlechtsreife Weibchen jedes Jahr Nachwuchs wäre die Gruppe überfordert.

      • Martin Frey sagt:

        Was stört Sie am Affen-Argument, tststs? 😉
        Notabene, es ist wohl eher das Ggt. der Fall: Denn wenn die Betreuung wirklich derart von der Gruppe abhängen würde, und weniger vom einzelnen Muttertier, würden die Abstände kürzer und nicht länger.

      • tststs sagt:

        Natürlich könnte man auch so rum argumentieren, wenn man davon ausgeht, dass bei Gruppenbetreuung mehr als der eigene Nachwuchs betreut werden kann (so analog zu einem menschlichen Hort). Ich meinte es aber so: eine Gruppe kann sich um eine max. Anzahl Jungtiere kümmern. Dass diese Maximalzahl nicht überschritten wird, kann/“darf“ nicht jedes Muttertier jedes Jahr gebären.
        (Ausser es handelt sich um eine Affenart, die nur alle 3-5 Jahre trächtig werden kann, dann ist unser beider Argumentation natürlich obsolet).

      • 13 sagt:

        @ tststs
        Ob nun Affen oder nicht: ein grösserer Abstand ist nicht das Verkehrteste, für Eltern und Kind. Ein Teil derÜberforderung kommt m.E. davon, dass sich dieser 2-Jahre-Abstand hält. Wie auch ein 2-jähriges Kind oft nicht bereit ist, dass andere Bedürfnisse Vorrang haben. Es braucht die Eltern noch zu sehr. Die Folgen sind Eifersucht, Geschwisterrivalität (teilweise noch Jahre danach) etc. Ich lese viel in Elternnetzwerken und in Fällen wo erzählt wird, dass es in der Geschwisterkonstellation schwierig ist, ist der Abstand praktisch immer 1-2 Jahre. Die mit grösserem Abstand, mich eingeschlossen, kennen das weniger. Auch mit Unterstützung sind z.bsp. 3 Kinder unter 4 sehr anstrengend.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Wie immer hat alles zwei Seiten. Die Geschwisterkonstellation bedeutet ja auch, dass da Kinder sind, die miteinander zu tun haben, und nicht nur zufällig die gleichen Eltern haben und (vielleicht noch) im gleichen Haus wohnen. Mich freut es, wenn meine drei Jungs auch gerne mal etwas miteinander machen (was natürlich regelmässig zu Streit führt – gehört halt auch dazu).
        Aber das wichtigere Thema wäre doch eigentlich, gerade unter dem Aspekt der Gleichstellung und beruflicher Ambitionen: Wie lange soll denn die Kleinkindphase dauern? Wie lange sollen die Eltern zu Hause angebunden bleiben? Irgendwann ist doch auch mal genug mit Windeln wechseln!

      • 13 sagt:

        @ SP
        Den ersten Teil verstehe ich nicht. Meine Kinder zumindest machen viel zusammen trotz 3 resp 4 Jahre Abstand. Ich kenne auch Geschwister mit 5-8 Jahren, die sehr verbunden sind. Streit gibt es mal, Rivalität geht tiefer, ist etwas anderes.

        Zum zweiten Teil: ja, die Phase ist länger, dafür weniger anstrengend, was die Vereinbarkeit erleichtert. Da es in den meisten Fällen sinnvoll ist, immer einem Fuss drin zu behalten, ist es sinnvoll nur ein Kleinkind zu haben.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Du verstehst es nicht, weil es bei dir anders ist? Bei uns gibt es auch keine Rivalität, trotz geringem Altersabstand…
        Ich verstehe dafür den zweiten Teil nicht. Ob ein oder drei Kleinkinder, braucht immer gleich viel Anwesenheit.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Ich verstehe es nicht, weil ich gerade nicht wüsste, was dafür spricht, dass Kinder mehr miteinander anfangen können, wenn sie 2 Jahre auseinander sind als wenn sie 3-5 sind. Hast Du irgendeinen Beweis für diese Andeutung oder habe ich es falsch verstanden (darum auch: ich verstehe es nicht…)?
        Und nein, ein oder drei Kinder brauchen nicht gleichviel Anwesenheit. Wenn man z. Bsp. um 18.00 Uhr ein Kind von der KITA abholt und den ganzen Abend Zeit hat, sich diesem zu widmen, dann kann das genug sein. Bei 3 so Kleinen wird das schwieriger. Der Haushalt ist bei drei mehr, die „normalen“ Abläufe wie alle Kinder baden oder auch nur anziehen (gerade im Winter) brauchen mehr Zeit. Der Schlafmangel wird bei 3 erhöht. 3 sind öfters krank. Etc.

      • 13 sagt:

        Und zudem kommt halt, dass man gut verdienen muss, damit sich Arbeiten mit drei KITA-Kindern (oder meinetwegen Nanny etc.) lohnt. Sind 2 im Hort, sieht das anders aus.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @13
        gar nicht einverstanden, schade dass Sie keinen Zugang zu positiveren Wortmeldungen haben. Jedenfalls offenbar nicht in der Mehrheit.

        Kurze Abstände sind genial und wir haben jede Menge Gestaltungsraum was die Bildung einer gesunden Geschwisterschaft betrifft!
        Und Bonus, die Zeit wirklich wieder unabhängiger unterwegs zu sein kommt viel schneller, auch mit Kindern unabhängiger unterwegs zu sein ist einfacher wenn durch lange Abstände nicht immer ein Jüngstes den Takt (notgedrungen) vorgibt.

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/
        was das „miteinander anfangen“ betrifft, die Interessenslagen sind bei kürzeren Abständen vermutlich näher; bei 2 mal 5 oder 2 mal 7/8 Jahren Abstand scheint mir das schon nicht so gegeben, zumal frau dann mit Vorteil schon eher früh mit dem ersten Kind starten sollte (haben Sie, ich wollte die Kinderplanung mit 35 abgeschlossen haben und hatte dafür 5 Jahre Zeit weil ich vorher gar keine wollte), jetzt sind sie zwischen 17 und 21, alle noch zuhause und tauschen sich schon seit Jahren intensiv über Schule/Ausbildung/Zukunft aus, resp unterstützen sich gegenseitig. Das wäre mit grösseren Abständen sicher nicht so möglich.

      • Brunhild Steiner sagt:

        3/
        Diese Nähe und Verbundenheit zu erleben ist wirklich grossartig und ich ermutige Alle, welche sich kurze Abstände überlegen: lasst Euch ja nicht durch negative Forenberichte uä verunsichern.
        Ich habe es auch viel einfacher gefunden zu wissen dass die ersten Jahre sehr streng sind, es dann aber in absehbarer Zeit mit dem Windel-etc-Zirkus durch ist.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Du hast das schon richtig verstanden. In der Freizeit spielen die Kinder ja auch eher mit Gleichaltrigen. Nach meiner Erfahrung findet das auch in der Familie so statt. Sind die Kinder in unterschiedlichen Lebensphasen, haben sie auch wenig gemeinsame Interessen.
        Ansonsten ja, drei Kinder betreuen ist sicherlich etwas (?) intensiver und anstrengender als eines. Aber es geht und ist auch ökonomisch gesehen rational. Und ja, vielleicht legt man bei drei Kita-Kindern auch mal kurzfristig drauf. Aber nicht langfristig. Und natürlich ist die Kleinkindphase schneller vorbei, und nach kürzerer Zeit kann man sich wieder auf den Beruf konzentrieren. Wenn man denn möchte.

      • 13 sagt:

        @ Brunhild
        Wenn man nicht überfordert ist und den Bedürfnissen der Kinder gerecht werden kann, ist das kein Problem. Nur sehe ich, dass das nicht zwangsläufig immer so ist. Auch z. Bsp. dann, wenn die zweite/dritte Schwangerschaft nicht ganz so läuft, wie sie sollte. Die von dir aufgeführten Vorteile sehe ich immer noch nicht. Nicht, dass das keine positiven Aspekten wäre, nur liegen diese bei 3-5 Jahren ebenfalls vor. Auch nur ein Beispiel: Meine Töchter (11und 4,5) teilen sich nun seit längerer Zeit ein Zimmer, obwohl noch eines vorhanden wäre. Weil sie es so wollen. Die Unterstützung älterer Kinder sollte auch nicht unterschätzt werden. Und beim Wickeln: Ich war froh um die Pause, aber da ist wohl jede anders.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Also hier zumindest sind draussen die Kinder zwischen dem ersten Kindergartenjahr und der 6. Klasse zusammen unterwegs. Natürlich ist es so, dass sich gleichalterige Kinder eher aus der Schule kennen und darum zusammen sind. Sobald aber andere Konstellationen zusammentreffen, weil man sich privat kennt oder aus Vereinen, die altersdurchmischt sind, sieht es sofort anders aus. Welche Erfahrung in der Familie? Du hast doch 2 x 2 Jahre, wenn ich mich recht erinnere?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich kenne auch noch andere Kinder als die eigenen. Und ich weiss aus den Vereinen, dass eine Spanne von drei Jahren bereits ziemlich gross ist, je nach Konstellation.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @13
        es geht mir nicht um ein „was ist besser“, sondern dass ich trotz Ihrer Forenberichte ganz andere Erfahrungen gemacht habe und nicht möchte dass sich Eltern abschrecken lassen.
        Aber da Sie nun noch die schwierige Schwangerschaft in den Ring geworfen haben… ;-), ich hatte gar keine guten Zeiten und war so enorm froh&erleichtert dass ich mich einfach aufs „uns über die Runden bringen“ konzentrieren konnte, ohne Kinder schon im Schulsystem mit den entsprechenden Stundenplänen&allem was damit sonst noch so anfällt, wahrgenommen werden muss.

        Deshalb nochmal: wer kurze Abstände möchte soll es versuchen, den aufgezählten Contra-Gründe steht man weder hilflos gegenüber noch sind sie verbrieftes Schicksal welches auf jeden Fall zuschlagen wird.

      • 13 sagt:

        @ Brunhild
        Wer sich von mir als anonyme Kommentatorin, die eher eine Einzelmeinung vertritt davon abbringen lässt, kurze Abstände zu haben, der sollte sich das Kinderkriegen bei all der Unsicherheit ohnehin überlegen. Eine Garantie, dass alles gut kommt, hat man eh nie, ob mit 9 Monaten oder 20 Jahren-Abstand. Und ein sicher einzutreffendes Schicksal ist es nicht, das wäre ja furchtbar. Eher eine Möglichkeit. Wenn aber zum Thema Interesse besteht: ich empfehle „Geschwister als Team“ von Nicola Schmidt. Auch wenn ich die oben erwähnte Überzeugung schon zuvor hatte, fand ich es sehr aufschlussreich. Auch in anderen Punkten als beim Altersabstand. Ein tolles Buch.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @13
        naja, das gilt aber auch fürs umgekehrte, sich bloss wegen einer anonymen Schreiberin für längere Abstände entscheiden? Und trotzdem haben Sie Ihre Überlegung eingebracht, wohl durchaus auch mit der Absicht dass sie wahrgenommen wird, oder nicht?

        Dafür ist dieses Gefäss ua ja auch da.

        Auch für eine folgende Gegenüberzeugung und je nach Verfasser mit Ermutigung verbunden… .

    • Martin Frey sagt:

      @13
      Das ist halt jetzt die Theorie. Die Kunst ist ja die, Theorie mit der Praxis kompatibel zu machen. Und in Sachen Entlastung, mütterliche Erholung, und anstrengenden Phasen zu Hause kommt man nicht umhin, das Netzwerk als dafür essentielle Ressourcen zu erwähnen.
      Eltern ohne funktionelles familiäres oder anderweitig soziales Netzwerk laufen eher am Rand, dekompensieren schneller, haben weniger belastbare Ressourcen. Dies schlägt sich auch messbar in Zahlen nieder, bis hin zu Straftaten.
      Sprich, Jungeltern sollen sich niederschwellig alle Hilfen holen die sie kriegen können. Und da ist das private Umfeld wohl wichtiger als staatliche Unterstützungsangebote.

      • Sportpapi sagt:

        @Marin Frey: Spitex ist aber auch nicht zu verachten.

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi
        Die Spitex ist in keiner Hinsicht einer Ersatz für ein intaktes soziales Unterstützungsnetzwerk im Wochenbett, und auch nicht zwingend dafür gedacht. Auch wenn ein punktueller Spitexeinsatz durchaus Sinn machen kann.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: In keinerlei Hinsicht? Was denn sonst?
        Richtig ist nur, dass die Spitex selbstverständlich in ihren Leistungen beschränkt ist. Aber grundsätzlich sind doch die Unterstützungsleistungen einer Spitex genau das, was erforderlich sein könnte, wenn zu wenig Ressourcen vorhanden sind.

      • 13 sagt:

        @ MF
        Ich bin einverstanden mit dem Netz, aber umso unsinniger ist es eigentlich die naheliegendste Unterstützung nicht zu ermöglichen. Mit dem fehlenden Vaterschaftsurlaub und dem kurzen Mutterschaftsurlaub ist man ja nicht einmal selber da. Da hilft zwar ein Netz für die Betreuung, aber nicht etwa, damit sich die Mutter erholen kann. Ich finde die Spitex ein gutes Beispiel. Sie kann, punktuell helfen. Aber den Vater zur Arbeit zu schicken und dann die Spitex zur Entlastung zu holen ist absurd.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich sehe gerade nicht, was daran absurd sein soll. Die Spitex bleibt ja nicht den ganzen Tag da.

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi
        „ Die Spitex bleibt ja nicht den ganzen Tag da.“
        Eben.

      • Anh Toàn sagt:

        @Martin Frey „Eltern ohne funktionelles familiäres oder anderweitig soziales Netzwerk laufen eher am Rand, ..“

        Das ist schon so, nur stellen Sie das ein wenig dar, als liege es in der Verantwortung der Eltern, sich dieses soziale Netzwerk zu schaffen. Aber, es gibt nun mal Grosseltern, die keinen Bock haben, kleine Kinder zu betreuen, sondern lieber ihr Rentnerdasein geniessen wollen, oder noch voll in der Karriere sind, oder wegen Krankheit oder Alter nicht mehr können. Dann gibt es Ausländer, so einfach geht es nicht, jemanden als Familiennachzug zu holen: Kann man die auf Grund des Alters / Gesundheit noch brauchen, sagen die Behörden, dann ist es ja Arbeit, geht nicht ausserhalb von EU, sind die kaum mehr zu gebrauchen, braucht man die auch nicht.

      • Martin Frey sagt:

        @Anh Toàn
        Sie haben völlig recht. Trotzdem ändern Ihre Aussagen nichts an meiner Einschätzung sondern bestätigen sie vielmehr. Gerade Ausländer ohne familiäres Netzwerk hierzulande, die dafür häufig noch schlecht integriert sind, stossen sehr oft und schnell, dafür wuchtig an ihre Grenzen. Was sich in Ueberforderung und entsprechendem Verhalten bemerkbar macht. Und ja, nicht alle Verwandten wollen auch helfen, respektive nicht alle Hilfsangebote sind auch zu gebrauchen. Aber wenn ein Paar beiderseits ein Grossteil der Verwandtschaft in der CH hat, ist die Chance doch grösser, dass darunter jemand ist, der nicht nur willig sondern auch fähig ist, eine echte Unterstützung zu sein.
        Ein Stück weit liegt es schon an der Eltern, sich die Hilfe zu holen die sie benötigen. An wem sonst?

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Das braucht es aber doch auch nicht, oder?

      • 13 sagt:

        @ Anh
        Wer sagt denn dass das soziale Netz familiärer Natur sein muss?

        @ SP
        Ich halte es für absurd, wenn man ansonsten immer etwas von „Familie ist Privatsache“ predigt. Ansonsten ist Spitex eben darum oftmals wenig. Gerade bei mehreren Kindern. Da braucht es eben, wie MF sagt, das soziale Netz. Umso unverständlicher, dass die Eltern darin keine Masche sein sollen, weil bei der Arbeit.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Spitex und Privatsache sehe ich jetzt nicht als Widerspruch. Warum auch?
        Und auf das soziale Netz – ebenfalls Privatsache übrigens, und in letzter Zeit eher verpönt bzw. durch Nannystate ersetzt- stehe ich sehr. Nur muss man dafür etwas tun, und auch seinen Beitrag leisten. Und da happert es dann doch bei den meisten.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Nun, wenn man die Pflegeassistentin der Spitex persönlich gut kennt, gehört sie wohl zum privaten sozialen Netz, sonst eher nicht und dann ist es ein Widerspruch. Ich kann mich auch nicht erinnern geschrieben zu haben, dass man selber nichts tun muss. Auch der Vater im Vaterschaftsurlaub muss selber aufstehen und das Kind wickeln, wenn die Windel voll ist. Das nimmt ihm niemand ab. Nur braucht es dafür vorhandene Strukturen, wie eben die Möglichkeit, einen Vaterschaftsurlaub zu beziehen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Privatsache heisst nicht, dass man alles selber macht. Sondern dass man sich selber organisiert bzw. die bezogenen Dienstleistungen bezahlt.
        Und „etwas tun“ in diesem Zusammenhang heisst, ein soziales Netz aufbauen und pflegen, und auch helfen, wenn andere Hilfe benötigen. Und mein Hinweis ging in die Richtung, dass die persönliche Nachbarschaftshilfe zunehmend von öffentlichen Angeboten abgelöst wurden.

  • Barbara Grohé sagt:

    Der Mann hat echt Ahnung. Wie wahr, habe ich doch meinen „Tagesablauf“ wiedererkannt. Der Säugling meldet sich alle 3-4 Stunden und dann muss gewickelt und gestillt werden. So einen Rythmus durchzuhalten ist nicht einfach. Beim zweiten Kind war es nicht einfacher. Im Grunde genommen tun junge Mütter heute nichts anderes, als ihren prominenten Idolen nachzueifern und „Wonder-Woman“ zu spielen. Wir können „alles“ und das möglichst gleichzeitig Kind, Job, Haushalt, Ehemann, Freizeit zu 150%.

    • Maura Hanley sagt:

      Ich finde dieses Interview wirklich prima. Mutter 3er Kinder. Wie crazy, immer von der Erfüllung am Arbeitsplatz der Mutter zu sprechen. Ich habe lange in Irland gelebt und habe erlebt, wie ab 2000 die Mütter bis zur Geburt hin arbeiten und sich ab der 1. Woche nach der Geburt wieder in die Arbeitswelt gesetzt haben. Jede Mutter muss das Procedere mit sich selber abmachen. Nur fängt das bereits in den Gebärkliniken an – auch ‚Turnarounds‘ genannt. Max. 2 Tage, dann wieder raus. Es ist meistens Einstellungssache – ich war auch beim 3. Kind enorm fasziniert, die Fingerli, Zehen, die Laute zu beobachten. Ich war überglücklich über die gesunden Buschi, die ich gebären durfte – und war froh, dass mir die Hektik vom Arbeitsplatz erspart blieb. Jeder Mutter ihre Entscheidung!

  • Muttis Liebling sagt:

    «postnatale Erschöpfung» beträfe das Neugeborene, ist die Mutter gemeint, heisst es ‚postpartale Erschöpfung‘. So unsicher in der Sprache, so inhaltlich unsicher ist der Herr. Um nicht zu sagen, völlig daneben.

    Wäre die Geburt ein potentielles Risiko, welche nennenswert über den Zeitpunkt der Geburt hinaus reichte, hätte es die Humanevolution nicht gegeben. Jedes höhere Tier ist in der Lage, einmal pro Jahr zu gebären, ohne dass dies physische oder psychische Folgen hinterlässt. Wer anderes behauptet, will Aufmerksamkeit bewirtschaften. Krankheiten zu erfinden ist manchen Kollegen seit 40 Jahren ein liebes Hobby.

    • tststs sagt:

      Genau, Infektionen nach der Geburt sind sooo erfunden…. willkommen zu MLs Märchenstunde.

      • Muttis Liebling sagt:

        Es ist nicht von akuten Komplikationen wie Infektionen die Rede. Die unassentierte Menschengeburt hat sogar ein Sterblichkeitsrisiko von 20%, aber das meint der Herr nicht. Er hat sich ein Langzeitrisiko ausgedacht, welches biologisch so plausibel ist wie 1 Jahr Vaterschaftsurlaub in der Schweiz politisch plausibel ist.

        Alle seine Aussagen sind in einer Wolke von Esoterik gehaucht. Gesundheitswissenschaftlich und biologisch ist das Null. Charakteristisch der abschliessende Satz:

        ‚Trotzdem: eine gesunde Gesellschaft braucht gesunde Mütter, sonst ist sie verloren.‘

        Man kann den Begriff der Gesundheit auf Gesellschaft anwenden, aber dann schreibt man nicht so infantile Sätze.

      • tststs sagt:

        Nun, da die Humanevolution abgeschlossen ist, können sich auch keine neue Krankheiten entwickeln.

        Aber hier bin ich bei Ihnen (wenn auch aus anderen Gründen): „Trotzdem: eine gesunde Gesellschaft braucht gesunde Mütter, sonst ist sie verloren.“ ist Habakuk.

    • Jänu sagt:

      Postnatal, postpartal, ist doch egal. Die Zielgruppe wird es schon verstehen. Toll finde ich auch gleich im ersten Abschnitt: „Das Gehirn organisiert sich komplett neu,“ Nebenbei auch noch Neurologe? Ein Universalgenie! Aber „komplett neu“, also vollständig neu? „Die emotionale Intelligenz einer Frau steigt enorm, sie kann sich zum Beispiel Gesichter besser merken.“ – Enorm? Ich glaub, mich laust der Affe.
      „Frau mehrheitlich Zeit im Bett verbringen“ (6 Wochen)? Dann braucht sie anschliessend wohl eine Physiotherapie um die geschwundenen Muskeln und verkürzten Bänder und Sehnen wieder in Funktion zu bringen.
      „Mütter sind es, die den Kindern die Liebe beibringen. Nicht Väter…“
      Wow! Damit hat er die Frauen dann total abgeholt! Fällt mir nur eins dazu ein: Ein Selbstvermarkter!

  • Colisa sagt:

    Dieser Artikel macht ja noch mehr Druck, „nur die Mutter kann die Liebe weitergeben“, und wenn das Kind dann nicht „gut rauskommt“, ist erst recht nur die Mutter schuld, weil die erste Liebe ja essentiel ist…

    Erholung ja, aber 6 Wochen im Bett verbringen halte ich für kontraproduktiv, frische Luft und Bewegung ist immer wichtig, auch nach der Geburt.

    • tststs sagt:

      Ich gehe davon aus, dass diese Tradition (wie viel archaische/religiöse Rituale) einen simplen Ursprung haben: Hygiene.
      Und da hat sich bei uns in den letzten 2000 Jahre doch was geändert…

  • Mirjam sagt:

    Frau Krause, gerade weil Sie sich Prioritäten setzen und sich für Ihren eigenen Weg entscheiden sind Sie eine Superwoman! Lassen Sie sich von niemandem dreinreden auch nicht von gesellschaftlichen Ansprüchen wie obig beschrieben! Ich hab mich selber auch immer wieder unter Druck gesetzt und bin immer noch im Clinch mit meinem Anspruch an Gleichstellung und gleicher Beteiligung an der Kinderbetreuung, aber ob es mich glücklich und ausgewogen macht? Wir werden sehen wie es weiter geht…Das Leben kommt immer anders. Viel Erfolg in allen Lebenslagen, es wird besser mit den Jahren, versprochen! Mama von 2 Jungs (5 und 7 Jahre alt)

  • Brunhild Steiner sagt:

    Mit einigen Punkten einverstanden, die Herkunftsbegründungen finde ich allerdings teilweise haarsträubend! Im „traditionellen Indien“ und auch sonstigen „antiken Kulturen“ herrscht eine rigide soziale Kontrolle, und das bisschen „Wochenbettpflege“ wiegt die niedere Stellung der Frau, mit der damit verbundenen Ungerechtigkeit/Gewalt, niemals auf.

    Und ein Vater kann sehr wohl von Kenntnis der Schwangerschaft an Vaterschaft (und sogar Liebe zum Kind!) leben!
    Ich wünsche dass zukünftige pro-Frau&Mutter-Beträge es schaffen die Ausgewogenheit zu halten. Miteinander und durch Ergänzung sind wir stark, mir fehlt hier die Balance.

    • tststs sagt:

      Ach wissen Sie, in manchen dieser Kulturen wird die Frau während ihrer Periode von der Gruppe/Familie getrennt. Hat sicher auch gute Gründe, und trotzdem machen wir solche Dinge hier und heute nicht (mehr).

    • Martin Frey sagt:

      Schliesse mich an, Frau Steiner. Es sträuben sich bei mir regelmässig die Nackenhaare ob der regelmässig zu vernehmenden, pauschalisierenden Glorifizierungen anderer Kulturen. Und dann noch Indien, welches ja für vieles, aber nicht gerade für den vorbildlichen Umgang mit Müttern, oder Frauen und Mädchen ganz allgemein, bekannt ist.

  • Esther sagt:

    Früher gingen die Frauen auf dem Land zurück an die Arbeit sobald das Kind geboren war. Hier ist die Situation anders : man spricht von Frauen welche das Kind den ganzen Tag weggeben und ihm so kein Gefühl der Geborgenheit geben können. Dazu kommt der stress sowohl für die Mutter als für das Kind. Ich nahm ein Jahr frei, unbezahlt, als meine Tochter auf die Welt kam. Wenn man kein Opfer machen will soll man es lassen Kinder zu haben, so finde ich. Man kann einfach leben. Nachher arbeitete ich halbtags bis es in den Kindergarten ging.
    Mutter und Kind müssen sich erholen können von der Geburt und zusammenbleiben wenigstens das erste Jahr.

  • Brunhild Steiner sagt:

    So, und wer ist denn mitverantwortlich fürs unters-Volk-bringen des Supermom-Bildes???? ….

  • tststs sagt:

    Der Herr hat sicher in vielen Punkten stichhaltige Argumente, aber manchmal liegt er grandios daneben.
    Und ganz toll finde ich immer die Aussage, dass XY unter andaurendem Stress stehe, so und so zu sein. Um anschliessend gleich Tipps zu geben, was XY tun SOLLTE.

    • Martin Frey sagt:

      @tststs
      „Der Herr hat sicher in vielen Punkten stichhaltige Argumente, aber manchmal liegt er grandios daneben.“
      Geht das auch noch ein bitzeli konkreter, liebe tststs? Oder ist das einfach mal so ein Pauschalurteil der hohen MB-Gerichtsbarkeit am Montagmorgen? 😉

      • tststs sagt:

        Ihro Gnaden hat geurteilt 🙂
        Zwei Punkte konnte ich bereits als Kommentar bei 13 (Affen-Beispiel) und Colisa (unnötige Tradition) anbringen.
        Aber ganz generell hat es mir zu viele Pauschalisierungen: „weil Neu-Mütter älter sind…“, „Micronaps sind das Zaubermittel…“, „Westliche Mütter….“

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