Freitagsfrage

«Sie stillt ihren Vierjährigen öffentlich»

In unserer neuen Serie beantwortet Elternberaterin Daniela Melone wöchentlich eine Leserfrage. Heute zum Thema: peinliches Stillverhalten.

Wie lange darf das Kind an die Brust? Langzeitstillende erhitzen unsere Gemüter. Illustration: Benjamin Hermann

Liebes Mamablog-Team, meine Schwester stillt ihren Vierjährigen immer noch – auch in der Öffentlichkeit. Wie sage ich ihr, dass das peinlich und eklig ist? Corinna

Liebe Corinna

Herzlichen Dank für Ihre Frage.

Verstehe ich Sie richtig, dass Sie der Ansicht sind, dass zumindest grössere Kinder nicht in der Öffentlichkeit gestillt werden sollten? Sie beschreiben in dem Zusammenhang starke Empfindungen: Das Stillen scheint bei Ihnen Unbehagen und Verlegenheit auszulösen – bis hin zu Abscheu.

Diese Empfindungen möchten Sie Ihrer Schwester mitteilen. Wozu? Was erhoffen Sie sich davon? Schämen Sie sich für Ihre Schwester und falls ja, wofür genau? Oder möchten Sie sie schützen? Haben sie gesundheitliche Bedenken? Ich frage ganz bewusst so provokativ, da es mir wichtig erscheint, dass Sie sich im Klaren über Ihre Beweggründe sind. So fällt es Ihnen leichter, diese zu formulieren.

Folgende Aspekte könnten hilfreich sein, wenn Sie das Gespräch mit Ihrer Schwester führen möchten:

  • Stillempfehlungen: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt das ausschliessliche Stillen bis zu einem Alter von 6 Monaten. Stillen in Kombination mit geeigneter ergänzender Ernährung wird bis zu einem Alter von zwei Jahren oder darüber hinaus empfohlen.
  • Gesundheitliche Risiken: Die Auswirkungen von Langzeitstillen sind noch weitgehend unerforscht. Die amerikanische Kinderärztevereinigung kam 2005 zum Schluss, dass es keine Hinweise auf schädliche Effekte auf die Psyche oder die Entwicklung des Kindes gibt, wenn bis zum dritten Lebensjahr oder darüber hinaus gestillt wird. Eine Studie der brasilianischen Universität Pelotas von 2015 kam gar zu dem Ergebnis, dass langes Stillen einen positiven Effekt auf die Entwicklung des Gehirns haben könnte.
  • Ideologie:  Die Stilldiskussion wird, was die Stilldauer nach 6 Monaten anbelangt, vielerorts ideologisch und gar polemisch geführt.

Ihre Schwester tut offenbar grundsätzlich nichts, was dem Kind schadet. Sie sprechen solche Gedanken in Ihrer Frage auch nicht an. Ich denke, das ist wichtig festzuhalten. Haben Sie mit Ihrer Schwester bereits einmal über das Langzeitstillen gesprochen? Hat sie Ihnen erzählt, was sie, was der Vater des Kindes und das vierjährige Kind darüber denken? Das kann durchaus dazu beitragen, dass Sie weniger Ekel empfinden, wenn Sie mehr dazu hören.

Wenn Sie Ihrer Schwester Ihre Empfindungen mitteilen möchten, dann empfehle ich Ihnen, dabei zu bleiben, wie es Ihnen damit geht, was es bei ihnen auslöst und worüber Sie sich Sorgen machen. Ganz elegant könnten Sie das Gespräch darauf bringen, wenn Sie beispielsweise von einem Artikel berichten, den Sie gelesen haben.

Sie kommen wohl auch kaum darum herum, sich zu fragen, was Sie tun werden, wenn Ihre Schwester Ihnen zwar zuhört, aber dennoch weiter stillt. Können Sie das akzeptieren und ihr vertrauen – auch wenn Sie es weiterhin eklig finden?

Wenn Sie im Gespräch eine neugierige Haltung ohne Vorurteile zeigen können, dann schaffen Sie gute Voraussetzungen für eine spannende und respektvolle Diskussion. Gut möglich, dass Ihre Schwester in diesem Fall Ihre kritische, aber wohlwollende Aussensicht sogar schätzt.

Ich wünsche Ihnen alles Gute!

Herzlich, Daniela

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37 Kommentare zu ««Sie stillt ihren Vierjährigen öffentlich»»

  • Andreas sagt:

    Hoffentlich erzählt sie dann in 10 Jahren den Kollegen ihres Jungen, dass sie ihn vier Jahre lang – auch in der Öffentlichkeit – gestillt hat. Kommt damit dann bei ihrem Sohn und seinen Kumpanen bestimmt gut an. Wer nämlich einfältig genug ist für das eine, ist es bekanntlich auch meist für das andere.

  • Asseret sagt:

    Es heisst immer, es seien die Mütter die bestimmen, wie lang sie stillen – mein Sohn hat das ganz allein entschieden und ich war sogar traurig das er so „früh“ verzichtet hat. Mit 4 Monaten hat er mir die Rüebli vom Teller genommen und in den Mund gesteckt. Bei der Stillberatung hab ich mich dann erkundigt, ob es nicht zu früh ist für Beikost, aber sie sagten, wenn es von ihm aus kommt ist alles ok. Und nur bei absoluter Ruhe und Dunkelheit hab ich es geschafft, dass er bis 7 Monate nachts getrunken hat, hätte das gern noch länger beibehalten.

  • Momof4 sagt:

    Jeder erzieht anders, jeder Stillt oder gibt die Flasche unterschiedlich lange und jeder hat andere Ernährungsgewohnheiten. Ich finde es überhaupt nichts peinliches öffentlich zu Stillen egal wie lange das nun jetzt dauert. Es ist was natürliches und ich versteh sowieso das ganze gezetter darüber nicht aber egal. Wenns meine Schwester wäre würd ich sie verteidigen.

  • Astrid Meier sagt:

    Interessanterweise hört man nie von Mädchen, die weit über die nötige Zeit, die ich bei zwei Jahren verorten würde, gestillt werden.

    • Martin Frey sagt:

      Nötig ist in dem Kontext gar nichts, Frau Meier, empfohlen ist 4-6 Monate reines Stillen, dann gepaart mit Zukost bis zu einem Jahr. Alles darüber hinaus ist fakultativ, sprich persönliche Präferenz.

    • Sportpapi sagt:

      Ist das so? Aber immer sind es die Mütter, die letztlich entscheiden.
      Ich halte schon zwei Jahre keineswegs für „nötig“.

    • 13 sagt:

      Ea gibt tatsächlich immer wieder Untersuchungen die zum Schluss kommen, dass Mädchen im Schnitt kürzer gestillt werden. Und auch sonst ist es wohl so, dass von Mädchen schneller mehr Selbständigkeit erwartet wird. Bewusst oder unbewusst. Zu den zwei Jahren schrieb doch Astrid, dass sie es da ansetzt, nicht dass das allgemein gültig wäre. Fakultativ ist es ab Tag 1.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        AM schrieb von „nötig“, was nach meinem Sprachverständnis eine Notwendigkeit impliziert. Und das wäre falsch.

      • Gabriela sagt:

        Astrid setzt zwei Jahre als „nötig“ an,das ist aber ein objektiver Begriff, kein subjektiver (kommt immerhin von Not). Nötig in dem Sinn ist Stillen überhaupt nicht, man kann auch von Anfang an Flaschenmilch füttern. Die Frage ist vielmehr, was empfehlenswert ist, und selbst da können die Meinungen dann sehr wohl auseinander gehen, wie Artikel und Kommentare hier zeigen.

      • 13 sagt:

        @ martin
        Ja, nötig ist objektiv, aber sie schreibt ja, dass sie es so empfindet. Insofern ist natürlich dein „fakultativ“ über ein Jahr hinaus auch falsch. Wie gesagt, es gibt Menschen, die finden, dass es Muttermilch gar nicht braucht und solche, die es als Recht des Kindes anschauen. Ist halt beides richtig oder falsch. Eigentlich schlicht persönlich.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Ich weiss, du bist Anhängerin des langen Stillens, aber ohne nun spitzfindig auf etwas herumreiten zu wollen: AM hat nicht von einer Empfindung gesprochen. Dann hätte ich darauf wohl gar nicht reagiert. Und ohne jetzt ein semantisches Fass aufmachen zu wollen, aber nötig ist ein Synonym für „unerlässlich“, im Sinne von „erforderlich“. Wohingegen fakultativ übersetzt wird mit „der freien Wahl überlassend“. Sprich man kann, oder auch nicht, ohne Vor- oder Nachteile zu erwarten.
        Das ist schon nicht ganz dasselbe, meinst Du nicht? 😉

      • 13 sagt:

        @ Martin
        Korrigiere: ich bin eine Anhängerin der freien Wahl der Mutter! Ich finde gar nicht stillen genauso ok wie 4 Jahre. Was ich nicht ok finde, ist die Einmischung Dritter über das Beratungs-/Unterstützungsangebot hinaus. Sie schrieb „die ICH bei zwei Jahren verorten würde“.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ist der Vater in diesem Zusammenhang auch ein Dritter?
        Bei Langzeitstillen bei meinen Kindern würde ich mich auch einmischen. Und unter Freunden/Verwandtschaft ist eine offene Mitteilung, dass man das jetzt etwas befremdlich findet, auch nicht ganz falsch. Besser, als einfach ohne Mitteilung auf Abstand gehen.
        Und nein, man muss nicht in allen Punkten immer ohne Meinung bleiben.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Ja, selbstverständlich. Wenn das Stillen als Vorwand vorgeschoben wird, um den Vater aussen vorzulassen, dann ist genau da anzusetzen. Dann sollte er sich wehren, nich gegen das Stillen an sich sondern das aussen vorlassen. Fällt da nämlich das Stillen weg, werden andere Mittel gesucht. Das bringt nichts. Gleich wie wenn der Vater es als Ausrede benutzt. Aber das Stillen an sich ist ein Teil der Beziehung zwischen Mutter und Kind. Der Vater kann und soll seine eigene Beziehung zum Kind haben und leben anstatt in die der Mutter reinzureden. Seine Meinung sagen darf er natürlich, der Entscheid liegt bei Mutter und Kind.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Seine Meinung sagen darf er natürlich, der Entscheid liegt bei Mutter und Kind.“
        Eher nicht. Nicht wenn man gemeinsame elterliche Verantwortung ernst nimmt. So viel zu Wasser predigen und Wein trinken…

      • 13 sagt:

        @ SP
        Ich war noch nie eine Mutter, die ihrem Mann vorschrieb, wie er mit den Kindern umgehen soll, aber genauso sehe ich nicht, warum er mir reinreden soll. Gemeinsam heisst ja nicht jeden Punkt zusammen zu entscheiden. Es ist ja nicht so, als wäre ich mit allen einverstanden, hatte aber Vertrauen, dass er weiss, was er tut. Das heisst nicht, dass keine Diskussion stattfindet, aber eher im Sinne eines Austausches.
        Beim Stillen war es tatsächlich so, dass er der Ansicht war, das müsse ich wissen. Es war ja auch nie so, dass er nichts alleine mit den Kindern hätte machen können oder sie nicht ins Bett bringen oder so. Er fand immer seine Wege, Stillen hin oder her.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Gemeinsam heisst, die wesentlichen Punkte gemeinsam entscheiden. Da gehört das Stillen definitiv dazu. Insbesondere, wenn es dann in die Jahre geht.

      • 13 sagt:

        Ok, wenn du meinst…
        Wie gesagt verstehen weder ich noch mein Mann (ich habe ihn gerade gefragt), welchen Einfluss das auf ihn hat, ob ich unser damals 2-jähriges in den Schlaf stille oder ihm den Schoppen gebe, wenn ich es ins Bett bringe. Oder ob er an seinen Betreuungstagen im Babyalter Muttermilch aufwärmte oder Pulver einrührte. Allerdings sind reine Prinzipien-Diskussionen auch nicht unser Ding.
        Übrigens:
        wenn die Mutter und Kind weiterstillen wollen und der Vater es untersagt, ist das natürlich such kein „gemeinsamer Entscheid“. Und gibt man dem Kind, um das es ja geht, auch eine Stimme, wären es ja sogar 2:1.

        Aber mal ganz ernst: deine Frau ist pro Langzeitstillen, dein Sohn stillt sich nicht früh selber ab. Was würdest du denn tun?

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Aber mal ganz ernst: deine Frau ist pro Langzeitstillen, dein Sohn stillt sich nicht früh selber ab. Was würdest du denn tun?“
        Du meinst, wenn eine Seite darauf beharrt, über solche Themen nicht diskutieren zu wollen, sondern sich durchsetzt?
        Ich glaube nicht, dass ich eine Frau mit solchen Ideen von Paarentscheiden geheiratet hätte.
        Aber wenn es deinen Mann nicht stört, und es tasächlich so ist, dass das Kind nicht ausschliesslich an der Mutterbrust einschläft, dann gibt es bei euch ja auch gar nichts zu diskutieren.
        Wir unsererseits haben uns mehr darüber gefreut, dass die Kinder früh unabhängig essen und schlafen konnten und wollten.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Allerdings sind reine Prinzipien-Diskussionen auch nicht unser Ding.“ Da bin ich jetzt gerade darüber gestolpert. Du meinst das ernst, oder?
        Dabei argumentierst du hier doch vielfach mit Prinzipien, die interessanterweise regelmässig darauf hinauslaufen, dass die Mütter den Stichentscheid haben.

    • Flowermama sagt:

      Meine Tochter ist zweieinhalb und wird noch gestillt, meine Freundin hat ihre jüngste Tochter bis dreieinhalb gestillt, meine Nachbarin ihre Tochter bis 4. Ich denke nicht, dass es eine Frage des Geschlechts ist, jedes Kind und jede Mutter ist anders. Fakultativ ist das stillen immer, es gibt keinen Stillzwang und genügend Alternativen. Empfohlen ist es von der WHO (und dies weltweit, nicht nur in Entwicklungsländern!) wie im Artikel beschrieben bis 2 Jahre und darüber hinaus solange es Mutter und Kind wünschen. Der richtige Zeitpunkt zum Abstillen ist dann wenn Kind ODER Mutter nicht mehr wollen, und nicht wenn das Umfeld es komisch oder eklig findet. In vielen Ländern ist Langzeitstillen normal und akzeptiert.

  • 13 sagt:

    Eine sehr gute Antwort. Grundsätzlich wäre das richtige, es einfach zu ignorieren. Ich bin sicher auch diese Frau tut so einiges, was ihrer Schwester nicht passt. Vielleicht gibt sie ihrem 4-monatigen-Kind einen Schoppen, wo wohl die meisten aufspringen würden und sagen, dass das die Schwester nichts angeht. Völlig zu recht. Wenn es aber dann unbedingt sein müsste, warum dann nicht einfach nachfragen, wie die Schwester zu dem Entscheid gekommen ist, anstatt von eklig oder peinlich zu sprechen.

    Das Bild finde ich auch super. Wir haben ja eine sehr hohe Toleranz bei Brunnen, von pinkelnden Engel über speiende Tiere bis hin zu kinderverspeisende Männer. Und doch würde ein solcher wohl die eine oder andere Irritation hervorrufen. Oder gibt es solche in der CH?

  • Elisabeth Heimlicher sagt:

    das saugbedürfnis bei kindern ist auch im alter von 4 jahren immer noch da und kann verschieden gestillt werden. viele kinder haben einen nuggi, nehmen den daumen oder nuckeln am schoppen, am bonbon, kaugummi etc…. muttermilch hat den vorteil, dass sie immer noch ein sehr gesundes nahrungsmittel ist und die mutter dem kind damit das beste gibt, was sie hat, solange das kind und sie das wollen. wenn sich andere leute davor ekeln, sollten sie bei sich anschauen, warum.

    • Pagliaccio Pulcinella sagt:

      Genau das ist auch meine Meinung, Frau Heimlicher. Ich habe unseren Thomas-Annastasio bis zur Volljährigkeit gestillt.

  • Silvia sagt:

    Sage ihr, Du siehst sie nicht mehr wenn es so weitergeht, es wäre für dich und andere Leute nervend. Man sollte die Warheit sagen. In unseren Gegenden tut man sowas nicht und basta.

    • 13 sagt:

      In unseren Gegenden greift man eigentlich auch nicht verbal irgendwelche Leute an, sondern übt sich in vornehmer Zurückhaltung….bricht aber jemand darum den Kontakt ab, so ist diese Beziehung es eh nicht wert, dass man daran festhält. Familie hin oder her.

      • Röschu sagt:

        @13
        „In unseren Gegenden greift man eigentlich auch nicht verbal irgendwelche Leute an, sondern übt sich in vornehmer Zurückhaltung…“
        Stimmt, in der Regel wählt man hierzulande die feige Variante und lästert hinter dem Rücken der betroffenen Person über diese.
        .
        Bezeichnend ist, dass die Schwester offenbar lieber anonym eine Blogredaktion anfragt anstatt sich direkt mit der eigenen Verwandschaft auszusprechen…

  • Rolf Heiniger sagt:

    Es kann jede Stillen so lange sie will.
    Wo liegt das Problem?
    Man macht das nicht und wer ist dann dieser „man“?
    Unsere Nachbarin hat ihren Sohn bis in die erste Klasse gestillt und hat es soweit getrieben, dass sie in der Schulpause auf den Schulhof ging, um ihren Sohn zu holen und ihn im Gebäude in einer Ecke zu stillen. Mann, gab das grosse Augen. Allerdings fand dann der Sohn, dass er nicht mehr wolle und dann war dann definitiv schluss mit stillen. Ausser das Gerede hat das Stillen niemandem geschadet.

    • Sportpapi sagt:

      Hm. Wir machen einen grossen Aufstand um Kinderbilder im Netz, weil es sein könnte, dass das Kind das später mal nicht so toll findet.
      Aber wir lassen zu, dass Kinder im Primarschulalter so blosgestellt werden?
      „Ausser das Gerede hat das Stillen niemandem geschadet.“ Wie weiss man das? Und auch dann: Was hat denn das Kind für einen Start in der Klasse?

  • Hans Peter Feldmann sagt:

    Stillen ist NIE peinlich, höchstens für Tussis, deren Kinder der Storch gebracht hat. – PS. Oder höchstens wenn die Platzverhältnisse zu eng wären: ist mir aber als 58jährigem Mann NOCH NIE passiert.

    • Poppy sagt:

      Wie darf man das verstehen, Herr Feldmann, dass es Ihnen als 57-jähriger noch nie passiert ist, dass es nicht genug Platz zum stillen gab? Natürlich, wenn das Kind schon erwachsen ist, könnt es platzmässig v.a. in ÖV schon eng werden, aber ein Vierjähriges kann man noch auf den Schoss nehmen scheint mir. Interessanterweise sind es signifikant mehr Jungen, die so lange gestillt werden (wollen).

    • Martin Frey sagt:

      @Feldmann
      Stillen wird spätestens dann peinlich, wenn das Kind im Kindergarten, oder in einem Mittagstisch vom Mami gestillt wird, die extra dafür auf dem Pausenplatz erscheint. Für das Kind peinlich, nicht für die Mutter die offenbar nichts dabei sieht.
      Dass dann relativ zügig abgestillt wird, dafür werden die Peergroups schon sorgen, nehme ich mal an… 😉

      • 13 sagt:

        Ist jetzt unter Peergroup die des Kindes oder der Eltern zu verstehen? Ein 4jähriges Kind macht sich wohl selten Gedanken darüber, wie lange ein anderes Kind gestillt wird, die Eltern dieser Kinder wohl mehr. Lustigerweise gibt es ja Kitas, die die Meinung vertreten, dass man da nicht stillen soll und als Begründung anbringen, dass es blöd für die anderen Kinder ist, wenn sie das nicht bekämen. Also genau die gegenteilige Logik. Der Erwachsenen, den Kindern ist es ja meistens in dem Alter völlig egal.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Das weiss ich gerade nicht. Aber was ich weiss, dass umso älter die Kinder werden, umso wichtiger sind die Peergroups, und umso wichtiger ist den Kindern auch, was andere Leute, darunter v.a. Gleichaltrige oder etwas ältere, denken. Und was ich ebenfalls weiss: wie gnadenlos Kinder sein können, wenn jemand auch nur ansatzweise aus der Reihe tanzt, und damit eine Angriffsfläche bietet, sich zu mokieren. Wie Du sagst, vierjährige Kinder merken es nicht zwingend selbst, aber sie merken die Reaktion.
        Womit ich nicht sagen will, dass ich das gut finde. Aber ich schätze mal, spätestens bei der Einschulung wird dieser Regelmechanismus auf das familiäre Stillregime zurückfallen. Da die Mutter ja gemäss Text nicht nur zuhause stillt, sondern weiterhin auch in aller Oeffentlichkeit.

      • 13 sagt:

        Natürlich wird die Peergroup immer wichtiger. Ich bestreite nur, dass das mit 4 Jahren der Fall ist. Ich erinnere mich noch an meine Tochter, die in dem Alter einer gleichaltrigen Freundin ein „Du bist noch ein Baby, wenn du noch einen Nuggi brauchst.“ an den Kopf schleuderte. Die Freundin nahm ihn ganz cool raus und entgegnete: „na und? Du brauchst noch einen Schoppen zu schlafen!“. Und beide lachten. So sind sie. V.a. wenn sie im sicheren Hafen gelernt haben, dass sie genau so richtig sind, wie sie sind. Und sie sind noch klein. Eines pinkelt sich zwischendurch in die Hose, eines weint immer, wenn Mami geht, eines kommt täglich im Batman-Kostüm und eines wird halt im Park gestillt. Klar, würde die Frau einen 8-jährigen stillen und das öffentlich, wäre das etwas anderes.

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