Depressives Kind? Redet darüber!

Rund jeder fünfte Jugendliche leidet an psychischen Problemen. Warum fällt es uns so schwer, darüber zu sprechen?

Gefährliche Tabuisierung: Viele Eltern schämen sich, über die psychischen Probleme ihrer Kindern zu sprechen. Foto: iStock

«Aber behalte es für dich, ich möchte nicht, dass das die Runde macht», bittet mich eine Kollegin, nachdem sie mir auf mein Nachhaken hin erzählt hatte, dass ihr 15-jähriger Sohn wegen Depressionen in Behandlung sei.

Ok, ich rede nicht darüber. Aber ich lese und schreibe darüber. Darüber, dass etwa jeder fünfte Jugendliche psychische Probleme hat. Darüber, dass manche psychischen Krankheiten erst nach vielen Jahren richtig diagnostiziert werden. Darüber, dass Borderlinestörungen sich nicht nur durch Selbstverletzungen äussern. Darüber, dass ca. 80% aller Suizide auf psychische Krankheiten zurückzuführen sind. Und darüber, warum es uns so schwerfällt, über diese Probleme zu reden.

Warum kümmern wir uns so wenig um unsere Psyche?

Bloggerin Dominique de Marné, die deutsche Schauspielerin Nova Meierhenrich und Coach Arne Tempel haben alle eine schwere Depression hinter sich, waren ganz unten. Sie haben ein Parallelleben geführt, sodass es ihnen lange Zeit gelungen ist, ihr Leiden vor anderen zu verbergen. Alle drei sind durch ihre Lebenskrise stärker geworden. Sie setzen sich heute dafür ein, dass andere Menschen nicht das Gleiche durchmachen müssen wie sie, indem sie reden, aufklären und psychischen Krankheiten damit das Tabu nehmen.

Zehn Jahre lang hat es gedauert, bis sich Dominique de Marné Hilfe holte und ihre Leiden einen Namen bekamen: Borderlinestörung, Depression und Alkoholsucht. Davor war sie davon überzeugt, dass sie allein fertigwerden musste mit ihren Problemen und gefühlten Schwächen. Heute geht sie als Mental Health Advocate an Schulen und leistet Aufklärung. In ihrem 2018 veröffentlichten Buch fragt sie sich, warum wir uns zwar um den Schutz unserer Smartphone-Displays kümmern, das Entkalken des Wasserkochers, die Wartung unseres Autos und um gesunde Ernährung, aber um unsere Psyche, um die kümmern wir uns nicht. Von unserem Kopf erwarten wir ständige Funktionsbereitschaft, und wenn der einmal streikt, dann geben wir uns die Schuld, anstatt das Problem als Krankheit zu betrachten.

Die Co-Depression der Tochter

Der Vater von Schauspielerin Nova Meierhenrich litt jahrelang an einer schweren Depression. Seine Familie gab sich grosse Mühe, ihm zu helfen und hätte dringend Unterstützung von aussen benötigt, aber die gab es nicht. Schliesslich erkrankte Nova an einer Co-Depression und gestand sich erst nach langer Zeit ein, dass sie selbst Hilfe brauchte. Mit ihrem Buch «Wenn Liebe nicht reicht» will sie betroffenen Familien helfen. «Die Krankheit kann jeden treffen, egal wie stark man ist.»

Mit seinen Youtube-Videos und Audiokursen bietet Arne Tempel Hilfe zur Selbsthilfe im Umgang mit depressiven Phasen. Wer seinen wöchentlichen Newsletter «Der kleine Sonntagsimpuls» liest, fühlt sich, als wäre er von einem guten Freund umarmt worden.

Lasst uns reden und zuhören!

Moritz, ein Junge aus dem Nachbarort, hat seit dem Kindergarten Probleme mit dem «Leben aussen». Eine Kombination aus Hochsensibilität, depressiven Phasen und Angststörungen machte ihm zu schaffen. Für seine Familie war das sehr belastend, vor allem auch die wiederkehrenden Suizidgedanken. Rückblickend ist Moritz’ Mutter froh, dass ihr Sohn nie das Vertrauen in seine Familie verloren hat. Sie erzählt, dass sie sich in den Krisenzeiten so sehr jemanden gewünscht hatte, mit dem sie sich hätte austauschen können. Aber obwohl sie von Familien mit ähnlichen Problemen wusste, wollte niemand darüber reden. «Die Scham war zu gross», vermutet sie «das Gefühl, als Eltern versagt zu haben.» Inzwischen ist Moritz volljährig, von zu Hause ausgezogen, und es geht ihm gut, weil er gelernt hat, mit seinen Herausforderungen umzugehen und seine Bedürfnisse ernst zu nehmen.

Wenn wir damit beginnen, über psychische Probleme zu reden, öffnen wir Türen. Wir werden feststellen und anderen zu der Erkenntnis verhelfen, dass wir alle mit unseren Problemen nicht allein sind. Damit könnten wir psychische Krankheiten aus dem Dunstkreis von Scham, Stigmatisierung und Tabuisierung befreien. Viele Suizide könnten so vermieden werden. Lasst uns reden. Und zuhören. Insbesondere den Menschen, die denken, sie müssten ihre Probleme allein lösen.

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74 Kommentare zu «Depressives Kind? Redet darüber!»

  • Sarah Brunner sagt:

    Darüber reden – dem stimme ich voll und ganz zu. Aber es ist der Sohn mit der Depression, der das Recht haben sollte zu entscheiden, wen aus seinem Umfeld er informiert.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Dritter Versuch für die hängenden Teile
    Die Sorgen ob der Zustand die Schulleistungen beeinflusst, die Lehrstellensuche verunmöglicht, Anschlusslösungen torpediert, eine begonnene Ausbildung zum Abbruch zwingt,
    ja: geht doch alle mal brüten, genügend Eier gibt’s ja.

    „Es ist cool, selber psychisch gestört zu sein und möglichst psychisch gestörte Kinder zu haben. Das erhöht den Party- Wert.“
    Blöd dass ich das erst jetzt weiss, habe ich glatt mein Marketing verpasst.

    „Störungen“ binden enorm Energie&Zeit, die grosse Mehrheit der Betroffenen interessiert sich nicht für Partywert & strebt ihn auch nicht an.

    • Muttis Liebling sagt:

      Die 2% der Bevölkerung, welche tatsächlich psychisch gestört, vielleicht sogar psychisch krank sind, haben tatsächlich ein Problem damit, welches sie aber selber meist nicht mehr benennen können.

      Die Differenz zu den auch im Blog genannten 20% allerdings sind Mode- Leiden. Es gehört zur Biografie, auch mal über Wochen todtraurig zu sein. Genau wie auch der psychische Normalo mal auf einer Welle der Euphorie reiten kann und Dinge macht, die ihm hinterher sehr leid tun.

      Der stabile Mensch ist eine Illusion des zunehmenden Fehlerintoleranz, die Kehrseite des Optimierungswahns. Wir sind in Natur nicht optimal und unterliegen signifikanten Stimmungsschwankungen. Damit muss und kann man leben.

    • Muttis Liebling sagt:

      Der Philosoph Hans- Georg Gadamer hatte seine letzten öffentlichen Auftritt als 100- Jähriger auf einem Orthopäden- Kongress. Sein Vortrag zum Thema Schmerz hat einige Erregung im Publikum ausgelöst, dass man sich entschloss, diesen kommentiert zu publizieren.

      Gadamer, nach einer Erwachsenen- Poliomyelitis selbst chronischer Schmerzpatient, vertrat die Meinung, Leiden sind dazu da, ertragen, nicht ‚weggemacht‘ zu werden.

      Meine Leiden, meine Depressionen, meine Schmerzen gehören zu meinem Ich, die darf man nicht einfach wegmachen, nur weil das heute so Usus ist und die Normalen Leiden nicht mit ansehen wollen oder können.

      Es gibt derzeit einen obszönen Therapiedruck auf die wenigen echten Leiden und die vielen Grenzfälle, wie der auch im Blog zum Ausdruck kommt.

    • Muttis Liebling sagt:

      Das tief menschliche Bedürfnis, psychisch krank zu sein, hat Freud in mehreren, bis heute stark kritisierten Aufsätzen, unter dem Stichwort ‚Todestrieb‘ aufgegriffen.

      Wer denkt, dass die perverse Kategorie ‚Shitstorm‘ ein Produkt der Moderne, des Internets ist, den belehrt der zeitgenössische Umgang mit Freud zu seiner Zeit eines Besseren. Wenn man bestimmten Leuten so unverdauliche Brocken wie den Todestrieb vor die Füsse wirft, schalten die meist den Verstand aus und reagieren auch über Jahrzehnte schwer verletzt und grenzenlos beleidigend wie auf eine persönliche Schmähung.

      Umgekehrt gibt es offensichtlich mehr Todestriebler als echte Kranke, eingebildete Psychotiker, Psychotiker- Eltern, die mit aller Gewalt den gewünschten Krank- Status verteidigen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Muttis Liebling

        vorab, es ist zZt schwierig zeitnahen Austausch zu pflegen da Beiträge mit unterschiedlich langen Verzögerungen bis gar nicht erscheinen.

        Sie beziehen sich auf Freud? So wie sich auch in der Medizin verschiedenste gemachte Lehrmeinungen mit den Jahren als falsch herausgestellt haben, gilt dies auch für „so ist es“-Wahrheiten dieses Herrn.

        Es geht um junge Menschen deren Leben komplett aus der Bahn geworfen wird, nicht um das aushalten-lernen welches zum Leben gehört.
        Thema Schulleistungen, Ausbildungssuche, Abbruch dersselben, Anschlusslösungen und sehr viel mehr. Das ist ein ganz anderes Ka liber als die von Ihnen erwähnten Grundlagen zur „Lebenstauglichkeit“.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Ein bisschen Gadamer (der keine medizinische Ausbildung hatte) und ein wenig Freud (dessen evidenzlose Todestriebtheorie schon zu Lebzeiten von anderen namhaften Psychoanalytikern angezweifelt wurde): etwas dürftig um sämtliches kinderpsychiatrisches Wissen der heutigen Zeit lächerlich zu machen. Mir fehlt bei Ihren Aussagen jegwelcher medizinischer Background und der Einbezug neuerer Erkenntnisse. Es scheint mir, Ihr psychiatrisches Wissen sei bei Freud (der übrigens Neurologe war) stehen geblieben ist, was irgendwie etwas lächerlich wirkt auf mich. Die Psychiatrie von damals wünschen wir uns nicht zurück.
        Menschen zu unterstellen, sie würden behandlungsbedürftige psychische Erkrankungen (ihrer Kinder) erfinden, um sich auf Parties interessant zu machen ist einfach dümmlich, nicht?

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Bezüglich Shitstorm:
        Sie beleidigen hier reihenweise Eltern von psychisch erkrankten Kindern und wundern sich dann, dass diese sich wehren und Sie kritisieren?
        Insbesondere wenn Sie argumentativ auf die Psychoanalyse zurückgreifen, die keine empirische Wissenschaft ist und nie eine evidenzbasierten Beweis für den Nutzen erbringen konnte.

        Ich würde das jetzt nicht unbedingt ein „Shitstorm“ nennen.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Chronische Schmerzen sind eine hochkomplexe Thematik und die Bandbreite der Ursachen ist sehr gross. Es geht von Erkrankungen wir Arthrose mit klarem morphologischen Korrelat bis zur Erkrankungen mit (teilweise) psychosomatischen Komponenten oder Verstärkung. Alle Schmerzpatienten in den Topf der eingebildeten Krankheiten zu stecken ist gerade zu abstrus. Kommen solche Aeusserungen tatsächlich von Medizinern, sind es immer ohne Ausnahme solche ohne klinischen Patientenkontakt.
        Gadamer’s Sicht als Patient ist sehr wichtig, aber als Philosoph kann er nichts zum Verständnis und Behandlung beitragen.
        Er hat übrigens nicht gesagt, man soll den Patienten ihren Schmerz lassen, er sagte man soll sie massgeblich in die Behandlung involvieren – was von Schmerztherapeuten auch so gehandhabt wird.

      • Muttis Liebling sagt:

        @Aquila Chrysaetos

        Nicht nur die Psychoanalyse, die gesamte Medizin ist keine Wissenschaft. Medizin ist ein Teilgebiet der Kultur, wie Politik, Sport und Wissenschaften im Ganzen. Der kleine Teil Wissenschaft oder Evidenzbasiertheit ist vernachlässigbar.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Muttis Liebling

        und immer noch kein Eingehen auf die Probleme mit denen Betroffene im Alltag konfrontiert sind, ich zähle sie gerne nochmals auf als da sind: Schulbesuch/Schulleistungen, Lehrstellensuche, Ausbildung/Ausbildungsabbruch, Zwischenlösungen, Anschlusslösungen und nochmals Abbruch, mit viel Einsatz verständnisvolle Betriebe finden, und einfach immer hoffen dass es nicht mit einer IV-Anmeldung enden wird… .

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Aquila Chrysaetos

        DANKE!!!

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Humanmedizin inklusive Psychiatrie ist natürlich ein Teil der Wissenschaft, genauer der empirischen Naturwissenschaften, respektive basiert sie auf diesen. Was ist Zell- und Verhaltensbiologie, Pathologie, Biochemie, Physiologie anderes als empirische Wissenschaften?
        Ich glaube, es ist nicht zielführend in dieser Diskussion, in einem weiteren Rundumschlag, der Humanmedizin jegwelchen wissenschaftlicher Hintergrund abzusprechen. Das ist schlicht nicht, was wir täglich praktizieren.
        Jeder richtige Arzt betreibt evidenzbasierte Medizin, basierend auf Empirie.
        Sie begehen zudem den Fehler, dass Sie Freud nicht im Kontext seiner Zeit interpretieren, sondern offenbar unkritisch 1:1 ins Heute transferieren. Die Psychoanalyse wie sie Freud praktizierte macht heute so schon lange niemand mehr.

  • tststs sagt:

    Ich wag mich jetzt mal ein wenig hinaus und möchte deshalb vorwegnehmen, dass ich alle Menschen, Gross und Klein, in ihren psychischen Leiden ernst nehme und niemandem seine Wahrnehmung oder Krankheit abspreche:
    Es wird hier – einmal mehr – zu viel in einen Topf geworfen. Man erlaube mir den folgenden Vergleich: Eine Depression ist wie ein Beinbruch/Blinddarmentzündung/etc., niemand käme auf die Idee dies mit Gesprächen oder Abwarten „zu heilen“ und schon gar nicht würden wir einem Betroffenen sagen: „Jetzt tu‘ nicht so…“. Das Betroffene Organ muss behandelt werden, weil es nicht „ordnungsgemäss“ läuft. Psychische Probleme sind eher wie blaue Flecken; wir alle fangen uns ab und zu einen ein; manche öfters, manche seltener. Manche immer wieder an den gleichen Stellen.

    • tststs sagt:

      Auch diese kann man behandeln, oder auch nur zuwarten, für jeden ist da die eigene Vorgehensweise richtig und ok.
      Und auch Kinder können sich solche Flecken einholen. Man soll diese Flecken ernstnehmen, aber als das, was sie sind.
      (Und vor allem: man tut den Depr.betroffenen keinen Gefallen, wenn man jedes psychische Leiden in diesen Topf wirft.)

      Das grundsätzliche Problem ist, dass uns im Moment noch die Mittel zur eindeutigen Diagnose fehlen. Ich bin aber sicher, dass die Neurowissenschaften in den nächsten Jahrzehnten einiges an Material liefern kann.

      Depressionen können sich in psychischen Leiden zeigen, aber nicht zwangläufig; wer schon einen manisch Depr. in einer „Hochphase“ erlebt hat, weiss was ich meine.

      • Muttis Liebling sagt:

        Psychosen sind kein neurowissenschaftlich zu Beschreibendes. Wenn etwas einen hirnorganischen Hintergrund hat, ist es eine neurologische Störung, ggf. Krankheit.

        Psychosen sind funktionale Störungen des Ich. Bestätigt sich die Hypothese, dass einige davon Ursache in einem gestörten Botenstoffwechsel haben, hören die auf, Psychosen zu sein.

        Bisher gehen wir davon aus, dass psychische Störungen ganz überwiegend oder überhaupt keine Krankheiten sind und kein morphologisch- physiologisches Substrat haben. Im Regelfall bestimmt die Wirkung auf die Umwelt den Grad der Störung, nicht die innere Qualität.

        Es ist die Mode, welche normale Stimmungsschwankungen selten für manisch, viel zu oft für depressiv hält und der Betroffenen schliesst sich dem Urteil an.

    • tststs sagt:

      Ich werfe noch das Stichwort „Psychiater/Psychologe“ in den Raum.
      Wie RoXY so treffend bemerkt: es ist toll, dass es immer mehr psychologische Anlaufstellen gibt, auch für Kinder und Jugendliche; für diejenigen, die mit dem psychisch Negativen (ist dies ein verständlicher Begriff?) nicht alleine umgehen können oder wollen.

      Aber eine psychisch KRANKE Person, also wenn das Hirn (uuuund hier noch der Hinweis auf das zweite Gehirn: die Verdauungsorgane) wirklich VERLETZT ist, braucht „körperliche“ Therapien (z.B. Medikamente)

      • Muttis Liebling sagt:

        Erst einmal muss es Hinweise überhaupt auf die Existenz psychischer Krankheiten geben. Das ist derzeit alles andere als klar. Zweitens muss es Belege geben, dass Kinder überhaupt psychotisch, egal ob krank oder gestört, sein können.

        Sicher ist, derzeit und seit Jahrzehnten existieren keinen klinischen Beleg für Depressionen im Kindesalter. Das beginnt erst ab Pubertät.

        Möglich ist, ADHS als eine juvenile Form der bipolaren Störung (! nicht Krankheit) zu sehen und die schon vor der Pubertät zu verorten. Aber auch das ist eine Hypothese und keinesfalls gesichert.

  • Brunhild Steiner sagt:

    @Muttis Liebling:

    „die Sorgen von Eltern sind in 95% so banal, wie die Leiden ihrer verzogenen Kinder. Mit so etwas beschäftigt sich ein vernünftiger Therapeut nicht.“
    Da bin ich doch unendlich dankbar dass ich mit unvernünftigen Dr meds und Therapeuten zu tun hatte.

    „Sorgen darf jeder wieder mit nach Hause nehmen und die bebrüten. Das macht vielen unendlichen Spass.“
    Klar, vor allem das nicht wissen ob die Ankündigung jetzt dann vor den Zug zu gehen, umgesetzt werden wird oder nicht, ist so unglaublich amüsant,
    das hin-und-her ersetzt glatt jede comedy show.

    • Brunhild Steiner sagt:

      hier fehlen noch zwei Teile

    • tststs sagt:

      Nun ja, die allermeisten durchgeführten Suizide werden nicht angekündigt. Und die allermeisten angekündigten Suizide werden nicht durchgeführt. (Nicht meine Worte!!!! Habe ich von einem entfernt bekannten Psychiater)
      Jedoch bilden hier Teenager IMHO eine Ausnahme: Suizid kann als Drohung eingesetzt werden; jedoch hätte ich grösste Angst, dass es zu einer impulsiven Trotzhandlung kommt, und der Suizid – obwohl nur als Drohung gedacht – dann doch durchgezogen wird.

      PS: Auch bei mir (oben) fehlen noch 2 Teile…

      • Brunhild Steiner sagt:

        @tststs

        das ist gefährliches Terrain, Ihren entfernt Bekannten in Ehren, aber niemand sollte sich aufgrund „ah, das Wort/die Tat wird in Mund genommen, also wird schon nichts passieren“ in falscher Sicherheit wiegen!

      • Carolina sagt:

        Ts: Natürlich sind Kinder und Teenager ‚eine Ausnahme‘! Kennen Sie auch nur einen Psychiater/Psychologen/Psychotherapeuten, der Eltern und Lehrern die Angst nehmen kann, dass eine Drohung wirklich umgesetzt wird? Der letztlich beurteilen kann, wie ‚ernst‘ man eine Depression oder auch nur melancholische Zustände bei Kindern und Jugendlichen nehmen muss?
        Ihre oben erwähnten ‚blauen Flecken‘ sehe ich schon auch – bei Erwachsenen würde ich mir in der Therapie auch zutrauen, darauf hinzuweisen, dass zu schnell pathologisiert wird, aber bei Kindern? Und Sie wissen, dass ich eigentlich der Meinung bin, dass wir heute ein wenig zu schnell coachen, therapieren und krankschreiben. Aber nochmal: bei Kindern? Wenn Sie die Ohnmacht von betroffenen Eltern erlebt haben, sprechen Sie anders!

  • Reincarnation of XY sagt:

    Danke für den Beitrag. Es ist wichtig, der Stigmatisierung psychischer Störungen und Krankheiten ein Ende zu setzen.
    Gut ist, dass heute die Kinder in der Schule eine Anlaufstelle haben, wo sie mit Psychologen oder Heilpädagogen das Gespräch suchen können und sie auch sensibilisiert werden.
    Vielfach sind es die Eltern, die rückständig sind und den Status Quo von „früher, als die Welt noch in Ordnung war“ (aufrecht erhalten wollen.
    Ein paar solcher Müsterchen sind ja auch hier vertreten. Bei einigen aus selbstgerechter Empathielosigkeit, bei anderen aus Verdrängung ihrer eignen psychischen Konflikte.

  • 13 sagt:

    Es reicht ein Blick in die Kommentare hier, um die Frage, warum so wenige darüber sprechen zu beantworten. Warum so viele Unwissende sich eine Meinung erlauben, ist mir schlicht unbegreiflich. Danke für das Aufgreifen des Themas. Es ist auf jeden Fall wichtig.

    • Aquila Chrysaetos sagt:

      Eigentlich ist es nur ein Unwissender, ein gescheiterter Mediziner, der hier deplaziert ist.

      Es gibt doch sehr viele relevante Beiträge hier, z.B. Erfahrungsberichte die anderen zeigen, dass sie nicht alleine sind und dass das Thema sehr wichtig und vor allem verbreitet ist.

  • Kathrin Balmer sagt:

    Was ich empfehlen kann – unabhängig davon, ob man (bereits) jemanden mit psychischer Erkrankung kennt oder nicht – ist der ensa-Kurs von pro mente sana („Erste Hilfe für psychische Gesundheit“). Da wird u.a. vermittelt, wie man Menschen anspricht, bei denen man eine psychische Krankheit vermutet und wo man Hilfe holen kann.

    https://www.promentesana.ch/de/angebote/ensa-erste-hilfe-kurse.html

  • Desirée sagt:

    Unsere 13-jährige Tochter möchte nicht mehr leben. Sie war vor einem halben Jahr notfallmässig in der Klinik, aber es geht ihr kaum besser. Es wurde eine schwere Depression und soziale Phobien diagnostiziert. Trotz Medikamenten und Therapie geht es ihr kaum besser. Jeder Schultag ist für sie eine Last. Wegen der Schulpflicht bin ich jeden Morgen angespannt, ob ich es schaffe, sie dazu zu bewegen, das Bett zu verlassen und zur Schule zu gehen. Sie geht drei von fünf Tagen am Morgen zur Schule. Die Belastung für unsere Familie ist riesig. Die Therapie der Tochter und die Paar- und Familientherapien fressen extrem viel Zeit und Geld. Falls jemand in einer ähnlichen Situation ist, würde ich mich sehr gerne austauschen.

    • Carolina sagt:

      Desirée, Sie haben mein Mitgefühl.
      Falls Sie in der Schweiz leben, können sowohl Ihre Tochter als auch Sie selber die 147 von Pro Juventute in Anspruch nehmen, zumindest Anlaufstation, in Akutfällen oder um Adressen zu erfragen. Manche meiner Klienten haben mit den Geissberg-Zentren gute Erfahrungen gemacht, vor allem, weil (zumindest in den Fällen, die ich kenne) die Angehörigen mit einbezogen wurden – es nützt nicht viel, wenn diese sich allein gelassen und hilflos fühlen.
      Googlen Sie, ob es in Ihrer Nähe eine Selbsthilfegruppe gibt (manchmal hilft es, über der Grenze in Deutschland zu schauen, das Angebot ist manchmal grösser).
      Wenn Sie einen Hausarzt haben, achten Sie darauf, dass er nicht einfach hofft, Sie würden es schon richten, bleiben Sie hartnäckig.
      Alles Gute!

    • Christine sagt:

      genau dies habe ich auch gekannt. Es dauerte Jahre, niemand wusste warum, auch sie nicht. Mit 40 Jahren offenbarte sie uns dann sie wollte immer einen Bub sein. Dann Operation. Nun geht es ihr/ihm besser. All diese Jahre : furchtbar.

    • Sil sagt:

      Ich habe grössten Respekt vor Eltern, Familien in solchen Situationen. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Tochter ganz viel Kraft.

      • Querkopf sagt:

        Bei unserem Sohn haben wir vier Jahre lang nicht erkannt, was wirklich läuft. Kantibesuch, gute Noten, alles scheinbar bestens. Nur der zunehmende Rückzug fiel auf. Irgendwann ging dann gar nichts mehr und die Diagnose war dieselbe wie bei Deiner Tochter, Desirée: Schwere Depression, soziale Phobien, akute Suizidalität. Nach kurzem Versuch mit ambulanter Therapie haben wir uns dann eine Tagesklinik angeschaut und dann gleich noch eine (offene) Therapiestation. Unser Sohn hat sich dann für die stationäre Behandlung entschieden und das hat sich als sehr gut herausgestellt. Manchmal ist ein break sinnvoll – und die Familie kann auch mal wieder durchatmen. Bei ärztlicher Einweisung (sollte bei dieser Diagnose kein Problem sein) werden die Kosten übrigens mehrheitlich von der KK übernommen.

  • Christel sagt:

    @Muttis Liebling
    Sie haben offensichtlich keine „praktischen“ Erfahrungen. Ich selbst hatte jahrelang eine schwere Depression, die weder der Therapeut noch ich erkannten, einfach weil ich nie Zeit hatte über mich nachzudenken, nur verdrängte und mich um den Rest der Familie kümmern musste. Irgendwann standen neben dem Burnout auch die schweren Depressionen fest – erstaunt Psychologen attestierten mir, dass es mir viel Mühe dabei gebe, mir diese nicht anmerken zu lassen….
    Vielleicht auch deshalb liess ich es mir nicht anmerken, weil meine gemobbte Tochter gleichzeitig an Anorexie litt und Suizidgedanken hatte? Aufstehen am Morgen viel mir unendlich schwer – aber es war meine unbedingt Pflicht für die Familie!

  • Querkopf sagt:

    @ Muttis Liebling: Das beruhigt mich jetzt aber ungemein. Wenn Muttis Liebling in DSM 5 keine „versteckte“ Depression findet, gibt es die nicht. Ich werde das heute Abend beim Klinikbesuch unserem Sohn mitteilen, der dort seit Wochen wegen dieser nicht existierenden Krankheit und hoher Suizidalität in Behandlung ist. Der soll sich gefälligst wieder an die Arbeit scheren, statt sich wegen eines „Depressiönchens“ einen faulen Lenz zu machen und der Krankenkasse auf der Tasche zu liegen.

    In DSM 5 und ICD 10 finden sich übrigens auch Arroganz, Selbstgerechtigkeit und Borniertheit nicht. In Blogkommentaren schon. Es ist schon ein starkes Stück, wie sie sich in Ihrer pseudowissenschaftlichen, realitätsfremden Weltsicht auf dem Buckel von Betroffenen und ihrer Angehörigen austoben.

  • Lisa sagt:

    Meine Grossmutter hatte eine Depression, ebenfalls meine Tante. Von Schwestern der Grossmutter und Cousinen munkelt man ebenfalls – aber diagnostiziert wurde es wohl nicht. Alles recht tabuisiert. Briefe meiner Grossmutter, in denen sie in guten Phasen über ihre Depression schrieb, wurden verbrannt. Heute, Jahrzehnte später, wird noch immer nicht offen darüber gesprochen, aber durch das Tabu fehlen uns die Infos. Früher wurde das Thema auch tabuisiert, damit die betroffenen Frauen als „nicht ganz sauber“ abgestempelt wurden und ins „Irrenhaus“ gehört hätten. Selbstschutz – lieber funktionieren und nicht auffallen. Und viel weiter sind wir heute leider auch nicht. Wirklich ernst genommen werden Menschen mit psychischen Erkrankungen selten. Was das „darüber reden“ schwierig macht.

  • Sereina sagt:

    Etwas am Artikel stört mich. Hier wird geschrieben, dass psychische Krankheiten ernst genommen werden müssen und man darüber reden soll. Man sollte aber doch über psychische Probleme sprechen, bevor es in einer Krankheit mündet. Genauso wie man eine gesunde Ernährung pflegen kann bevor man Diabetes bekommt! Es darf Stimmungstiefs und depressive Verstimmungen geben! Einem Kind da gleich eine Krankheit einzureden und keine negativen Gefühle zulassen ist sehr gefährlich. Jedoch muss einem Kind geholfen werden, solche Tiefs auch wieder zu verlassen. Und man darf als Eltern auch ruhig über diese negativen Episoden sprechen und sich austauschen, nicht nur über die ach so tollen Erfolge der Schützlinge.

  • Victoria V. sagt:

    Ich finde Ihren Kommentar ungehörig! Sie massen sich an, über den mentalen Gesundheitszustand anderer pauschal zu richten und einer Berufsgruppe das „Recht“ auf Erkrankung abzuerkennen.
    Depression wie Sie es beschreiben tritt auf, es kommen aber ebenso schwere andere Formen daneben vor. Und doch, viele führen ein Doppelleben zwischen Klinik und Berufs- oder anderen Aufgaben – im schlimmsten Fall bis zur Überforderung, dem Crash, oder ja, dem Suizid. Ihre Antwort dazu: das ist keine „echte“ Deppression?

    • tststs sagt:

      Ich glaube, ML versteht es so (und ich kann eine gewisse Zustimmung nicht verbergen): Der Crash IST die Depression; die vorangegangen psychischen Probleme/psychischer Stress haben u.U. dazu geführt.

      • Brunhild Steiner sagt:

        oder vielleicht eher, die Depression und somit die Voraussetzungen mit dem Stress umgehen zu können oder nicht, führen zum Crash, jedoch auch nicht immer, manche schaffen es immer knapp daran vorbeizuschrammen; daher ja auch die verschiedenen Schweregrade….

  • Noelle sagt:

    Kommisches Artikel oder?
    Erwachsene sprechen von ihrer Depressionen aber das Titel betrifft Kinder?
    Mehr und mehr werden Kinder mit starke Medizinen (……) betreut, ohne echte Diagnostik, dass heisst ohne wissenschaftliche Beweise über Psychokrankheiten…..es ist eine Schande und jetzt endecken wir in den USA wie die dortliche Kinder die jahrenlang Medizin genommen haben, echte Zombies geworden sind.
    Lass doch die Kinder ohne Medikamente wachsen. Unsere Gesellschaft muss lernen wie mit Menschen umzugehen. Wir sind keine Roboter und ja Reden ist in Ordnung.

  • Muttis Liebling sagt:

    ‚…die deutsche Schauspielerin Nova Meierhenrich und Coach Arne Tempel haben alle eine schwere Depression hinter sich, waren ganz unten. Sie haben ein Parallelleben geführt‘

    Wenn man eine schwere Depression hat, führt man weder eine Parallel-, noch überhaupt ein Leben. Insbesondere ist man nicht in der Lage, die Depression mitzuerleben und darüber zu reden. Schauspielerinnen und ihre Depressiönchen…

    Jeder Mensch hat gelegentlich mal, so alle 5 Jahre, eine leichte Depression. Die dauert um 6 Wochen und muss weder zur Kenntnis genommen, noch therapiert werden. Mittelgradige Depressionen sind 10x seltener, schwere extrem selten. Die sieht man nur in der Klinik, denn wenn es zu Hause passiert, sitzen die Betroffenen wir versteinert im Stuhl. Die gehen nicht raus und reden nicht.

    • Querkopf sagt:

      Was Sie alles wissen und sogar statistisch belegen können. Da können Sie uns sicherlich auch noch den Anteil der Menschen mit „versteckten“ Depressionen angeben. Also von jenen, die oft über Jahre das letzte Quentchen Energie aus sich heraus pressen, um im Alltag bestehen und unauffällig zu bleiben zu können und irgendwann zusammenbrechen oder sich hinter das Tram werfen. Neben den versteinert dasitzenden, gibt es eben auch noch diese von Leistung und Perfektion getriebenen Menschen, die es allen recht machen und niemandem zur Last fallen wollen, keine Schwäche zeigen, dafür aber innerlich ausbrennen und versteinern. Und viele andere Formen. Wer von nix eine Ahnung hat, darf diese für sich behalten und sollte nicht andere verunglimpfen.

      P.S. Ich schreibe als betroffener Angehöriger.

      • Muttis Liebling sagt:

        Im DSM 5 gibt es keine ‚versteckte‘ Depression. Wer überhaupt noch funktioniert, überhaupt noch arbeiten gehen kann, hat eine nur leichte Depression. Also nichts medizinisch Relevantes.

        Es gibt in unserer Kultur eine Krankheitssehnsucht. Viele Menschen wollen psychisch ‚krank‘ sein. Obwohl es psychische Krankheiten wahrscheinlich gar nicht gibt.

        Sie werden wütend, wenn man ihnen das Stigma psychische Krankheit aberkennt. Das Aberkennen einer sicher geglaubten Diagnose wird als persönliche Beleidigung, als Angriff auf die Person empfunden. Daraus könnt man ein Störungsbild konstruieren, nicht das Geglaubte.

    • Victoria V. sagt:

      Als seit 25 Jahren betroffene kenne ich viele Spielformen. Und begrüsse die im Blog geforderte Enttabuisierung, gerade wenn es um Kinde rund Jugendliche geht. Wenn dadurch nur ein Kind vor dem Suizid bewahrt werden kann ist dies jede noch so schmerzhafte und schambehaftete Diskussion wert!

    • Victoria V. sagt:

      Ich finde Ihren Kommentar ungehörig! Sie massen sich an, über den mentalen Gesundheitszustand anderer pauschal zu richten und einer Berufsgruppe das „Recht“ auf Erkrankung abzuerkennen.
      Depression wie Sie es beschreiben tritt auf, es kommen aber ebenso schwere andere Formen daneben vor. Und doch, viele führen ein Doppelleben zwischen Klinik und Berufs- oder anderen Aufgaben – im schlimmsten Fall bis zur Überforderung, dem Crash, oder ja, dem Suizid. Ihre Antwort dazu: das ist keine „echte“ Deppression?

      • Muttis Liebling sagt:

        Es gibt wenige medizinische Fächer, die epidemiologisch so gut untersucht sind, wie die Psychiatrie. Da wird Ihnen jedes Lehrbuch der Sozialmedizin und Epidemiologie meine Auffassung bestätigen. Das ist 50 Jahre alte Lehrmeinung.

        Kein Mensch will Krebs haben, aber viele wollen depressiv sein und lassen sich die Diagnose auch nicht nehmen. Aber wer sich überhaupt wehren kann, ist psychisch unauffällig.

      • Carolina sagt:

        Muttis Liebling: Sie sind heute wirklich ungehörig! Wie immer sprechen Sie vom Elfenbeinturm herab, aber von praktischer Psychotherapie haben Sie anscheinend nicht die geringste Ahnung – aber eine 50 Jahre alte Lehrmeinung führen Sie als Kompetenz an? Come on!
        Was einzig und allein zählt ist, dass sich die Betroffenen (und die gibt es zuhauf und denen ist es völlig gleichgültig, ob es ihre Befindlichkeit im DSM gibt oder nicht) durch Kommentare wie Ihre noch mehr allein fühlen als sowieso schon.
        Ich kann Ihnen allein aus meiner Praxis und persönlichem Erleben sofort dutzende Fälle schildern, die durch (von Medizinern nicht ernstgenommene) depressive Störungen in unterschiedlichen Stärken grösste Auswirkungen auf das Umfeld hatten. Eine Anlaufstelle für die Helfer ist essenetiell!

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Muttis Liebling

        Sogar Mäuse können depressiv werden, weil diese etwas haben, was Ihnen völlig abkommt: seelische Regungen.

        Im Vergleich mit Ihnen ist ein Eisblock der reinste Wärmequell. Dafür sind Sie bei Arroganz, Selbstherrlichkeit und Inoranz mehrfach angestanden, als der Herrgott diese Eigenschaften verteilt hat.

    • Markus sagt:

      Eine Berufskollegin von mir „funktionierte“ bestens – bis zu ihrem Selbstmord. Aber das war ja gemäss Ihren Aussagen nur eine leichte Depression – nichts Relevantes…

    • beatrice sagt:

      was reden sie da, muttis liebling?

      haben sie eine ahnung oder ist das jetzt eifach so kuechenpsychologisch dahin gesagt weil sie grad keinen anderen artikel gefunden haben, der sie anspricht und wo sie was mitschreiben koennen weil ihnen langweilig ist?

      so ein quatsch. sorry

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ beatrice

        Er meint eine Ahnung zu haben. Er gibt sich als pensionierter Arzt aus, der in der DDR praktizierte und gehört zu jenen, die dem „menschenfreundlichem“ Regime angehörten bzw geneigt waren.

    • tststs sagt:

      “ führt man weder eine Parallel-, noch überhaupt ein Leben.“
      Achtung – haltet Euch fest – ich muss da ML zustimmen, zumindest teilweise. Wirklich betroffene führen nur ein Leben und zwar ein von der Depr. geprägtes; dies muss sich aber nicht zwangsläufig in völliger Lethargie zeigen (hier stimme ich ML nicht zu). Ich würde sogar sagen, sie sind gar nicht fähig eine Parallelleben (siehe mein Verständnis des Begriffs im nächsten Abschnitt) zu führen.
      Das führen eines Parallellebens ist ganz normal; ich bin in meiner Beziehung auch eine andere Person/Rolle als im Job als unter Freunden als wenn ich alleine bin. Und manchmal vermischen sie sich auch…

      • Carolina sagt:

        Ts: Dieser Artikel geht von Kindern und Jugendlichen aus! Das ist entscheidend und wenn Sie Beiträge von z.B. Querkopf lesen, stellen Sie fest, dass es ein riesiger Unterschied ist, ob ein erwachsener Mensch sich ab und zu mal zurückzieht und meinetwegen eine Parallelexistenz aufsucht, oder ob ein Jugendlicher mehr und mehr auffälliges Verhalten zeigt, welches ihn selber verstört!
        Die Auswirkungen, welche ein depressiver (oder vermeintlich depressiver) Jugendlicher oder gar ein Kind auf das gesamte Umfeld hat, muss man gesehen haben, um sie zu glauben. Hilflosigkeit und Ohnmacht, grosse Angst und oft ein Spiessrutenlauf, bis man irgendwo Gehör findet. Was man wirklich als Eltern nicht braucht, sind als Normalisierungen daherkommende Werweisseleien……

    • Mauro Sini sagt:

      Sie haben keine Ahnung wovon Sie reden. Absolut Unsinnig. Wahrscheinlich leben Sie in eine virtuelle Welt wo es keine echten Menschen gibt.

  • Susi sagt:

    Eigentlich richtig. Nur leider ist es so, dass wenn man offen darüber redet, man auf viel Unverständnis, Unglauben und Überforderung stösst. Das hilft dann nicht wirklich, im Gegenteil.

    • Muttis Liebling sagt:

      Wenn man in einer Stimmungskrise steckt, egal ob depressiv oder manisch geprägt, ist auch die Kommunikationsfähigkeit so gestört, dass der Betroffene die Kontrolle darüber verliert. Die Chance, sich noch tiefer in die Krise zu reden, ist nicht gering.

      Ich halte nichts vom ‚lass uns drüber reden‘. Entweder braucht man Hilfe, dann muss die professionell sein, oder man tut gut daran, sich temporär aus der Gemeinschaft zurückzuziehen. Unprofessionelles darüber plappern hat mehr Schaden- als Nutzenpotential.

      Solche Artikel, wie dieser Blog sind immer mit Sicht auf die banale leichte Depression geschrieben, denn etwas anderes erlebt der Normalbürger ja nie. Er bläht es sich nur in der Phantasie zu einer richtigen Störung auf.

      • Susi sagt:

        Was aber nützlich sein kann, ist, ein öffentliches Bewusstsein für die Symptome und Zeichen zu schaffen, weil Betroffene oft auch nicht mehr selber in der Lage sind, sich Hilfe zu besorgen.

      • Colis sagt:

        Wer erlebt denn ein richtige Depression?

      • Carolina sagt:

        Eine leichte Depression, die von Medizinern nicht ernstgenommen wird, aber die Eltern in grösste Sorgen stürzt, ist nicht ‚banal‘, ML. Ganz im Gegenteil! Statt verächtlich darüber zu sprechen, würde es den meisten Betroffenen schon sehr helfen, wenn jemand sie ernst nimmt und ihnen dabei helfen kann festzustellen, welche Stimmungsschwankungen noch im Bereich des Normalen liegen. Leider neigen Psychologen und überhaupt Mediziner dazu, entweder gleich Pillen zu verschreiben oder wie Sie alles als banal abzutun. Ein Mittelweg wäre wünschenswert. Ihre Verächtlichkeit und Arroganz schockiert mich wirklich.

      • Zufferey Marcel sagt:

        @Colis: Wer eine richtige Depression erlebt? Ganz einfach: Derjenige, der z. B. eine Faustfeuerwaffe durch lädt und alleine in den Wald geht mit der festen Absicht, sich zu erschiessen. Das ist zwar etwas zugespitzt formuliert, aber in der Sache ganz sicher richtig. Auch ML’s Aussagen sind m. E. richtig: Jemand, der an einer schweren Depression leidet, ist nicht mehr adäquat kommunikationsfähig und die soziale Kontaktfähigkeit schrumpft gegen Null.

      • Muttis Liebling sagt:

        Carolina, die Sorgen von Eltern sind in 95% so banal, wie die Leiden ihrer verzogenen Kinder. Mit so etwas beschäftigt sich ein vernünftiger Therapeut nicht. Sorgen darf jeder wieder mit nach Hause nehmen und die bebrüten. Das macht vielen unendlichen Spass.

        Die Realität besteht in einer grossen Menge von Menschen, die das haben, was man früher Neuroasthenie nannte und in dem Bedürfnis besteht, sich möglichst schlecht zu fühlen und das jedem, ob der will oder nicht, in prosaischer Länge auf die Nase zu drücken.

        Es ist cool, selber psychisch gestört zu sein und möglichst psychisch gestörte Kinder zu haben. Das erhöht den Party- Wert.

        Die faktische Prävalenz psychischer Störungen erreicht nimmer die 2% Marke, gefühlt werden aber 20%.

      • Carolina sagt:

        ML: Sollen das Argumente sein? Oder nur ein Umsichschlagen? Von fachlicher und sozialer Kompetenz spricht Ihr Beitrag wirklich nicht……

      • tststs sagt:

        Auch hier muss ich noch ein Argument bringen, dass ML ein wenig stützt (bin vor kurzem darüber gestolpert): Unser Geist/Psyche hatte jahrtausendelang eine hauptsächliche Funktion: Uns vor Gefahren warnen (also die Sinneseindrücke zu verarbeiten und daraus Gefahrenpotential abzuleiten).
        Und jetzt sind wir quasi am „überkompensieren“.

    • Lisa sagt:

      Das offen drüber reden hilft sehr wohl. Zwar nicht unbedingt dem aktuell Betroffenen, dafür aber den Angehörigen und letztlich der Gesellschaft. Damit psychische Erkrankungen aus der Tabuzone kommen und ernst genommen werden. Damit man bei anderen Anzeichen erkennt und mithelfen kann, dass professionelle Hilfe beigezogen wird.

    • Zufferey Marcel sagt:

      Völlig richtig Susi: Im Allgemeinen wird man entweder falsch- oder gar nicht verstanden, wenn man über psychische Probleme redet. Auch häufig: Man stösst sogar auf Ablehnung, wenn man solche Probleme auch nur schon erwähnt. Aber am besten sind diejenigen, die tatsächlich glauben, besser zu wissen, wie es einem (Betroffenen) geht, bzw. ihrer Ansicht nach gehen soll. Oder sich dann den Mund hinten rum verreissen, gerade weil man darüber gesprochen hat. Darüber reden ja, aber nur mit Leuten, denen man 100ig vertraut.

    • Susi sagt:

      @ML, dazu muss ich nun sagen, dass wir genau wegen solchen Ansichten wie den ihren jahrelang gegen Lehrer und schulische Therapeuten angekämpft haben, die uns und die Leiden unseres Kindes nicht ernst genommen haben. Zum Glück haben uns die Ärzte aber immer den Rücken gestärkt, bis die Handicaps genau diagnostiziert werden konnten. Weil man einfach davon ausgeht, dass alle Eltern Hypochonder sind, werden auch die Fälle, wo tatsächlich was nicht stimmt, einfach schön geredet und negiert, so lange, bis das Kind zusammenbricht.

      • Susi sagt:

        Bei einer guten Freundin von mir wurde eine angeborene Schwerhörigkeit erst mit 16 Jahren (!) entdeckt. Vorher hielt man sie einfach immer für faul, dumm und unkonzentriert. Was sie aber gar nicht war, im Gegenteil, sonst hätte sie sich gar nicht so lange ohne Hilfeleistungen selbständig durchschlagen können. Leider haben in dem Fall auch ihre Eltern sie nicht ernst genommen, ebensowenig wie die Lehrer, aber einfach davon auszugehen, dass da schon nix ist, ist auch die falsche Einstellung und kann viel Schaden anrichten.

  • Veronica sagt:

    Auf die Gefahr hin, in die Ecke der Ewiggestrigen verwiesen zu werden, möchte ich doch einen Gedanken in die Diskussion einwerfen: Sicher, ich verstehe nicht viel davon, wie eine Depression entsteht und welches ihre (medizinischen) Ursachen sind. Allerdings bin ich überzeugt, dass oft die kleinen Hinweise nicht beachtet werden. Ganz einfach, weil niemand da ist, weil die Eltern am Abend müde von der Arbeit nach Hause kommen und die kleinen Veränderungen nicht bemerken können. Das Kind, im Hort sicherlich professionell betreut, hat keine Möglichkeit, von den kleinen Sticheleien und seinen Problemen zu erzählen. Niemand ist da, den es über Mittag in den Arm nimmt. Ständig ist es Lärm, Reizüberflutung und am Mittagstisch evt. noch dem „Plagi“ aus der Klasse oder dem Pausenplatz ausgesetzt.

    • Sereina sagt:

      Da gebe ich ihnen Recht. Genügend Zeit und Energie für die Psyche des Kindes zu haben ist sicherlich essentiell. Vorallem weil ein permanenter Zustand von Überforderung bei einem Kind über Zeit durchaus in einer Krankheit enden kann. Ich denke im Artikel und vorallem in den Kommentaren wird wieder bunt „Major Depression“ und Stimmungstiefs vermischt. Das bringt nichts. Auch Stimmungstiefs muss man ernst nehmen und seine Psyche pflegen, ist aber nun mal nicht vergleichbar mit den schwer Depressiven, welche ihr Bett nicht verlassen können.

    • tststs sagt:

      Stichwort „Psychohygiene“!
      Und hier ist IMHO sehr wichtig, dass man nicht von der erwachsenen Psyche auf die kindliche schliesst!
      Aber auch hier bin ich zuversichtlich, dass die nächsten Jahre/Jahrzehnte Medizin noch einiges an Infos zu Kinder und Jugendlichen bringt.

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