Das Geschäft mit der Angst in der Schule

Amokgefahr!? Warum nun auch Schweizer Schulhäuser mit Alarmsystemen aufrüsten.

Was soll ein Amok-Alarmsystem unseren Kindern vermitteln? Achtung, überall lauert Gefahr? Szene aus der schwedischen Miniserie «Quicksand» (2019). Foto: Netflix

Weshalb ich nicht in den USA leben will, obwohl mein Mann dort fast zehn Jahre seines Lebens verbracht hat? Ich möchte nicht, dass meine Kinder schon im Vorschulalter wissen, dass man sich am besten vor einem herumballernden Amokläufer versteckt, indem man in der Gemeinschaftstoilette der Schule mit angezogenen Beinen mucksmäuschenstill auf einem Toilettensitz kauert. Auch rund zwei Kilo schwere gepanzerte und somit kugelsichere Rucksäcke, die in den USA derzeit massenhaft verkauft werden, finde ich – na ja, sagen wir mal – schwierig.

Noch während ich diesen Text schreibe, erschiesst ein Amokfahrer im US-Bundesstaat Texas sieben Menschen. Wenn wir also der Versuchung nachgegeben und uns für ein paar Jahre in einem Häuschen an der kalifornischen Küste niedergelassen hätten – wer weiss, ob ich angesichts dieser stetig lauernden Gefahr nicht doch die kleine neongrüne Ledertasche meines Sohnes gegen ein solches Monstrum, das im Ernstfall sogar eine Kaliber-44-Magnum abwehren könnte, ausgetauscht hätte.

Hätte, könnte, würde – dieser «Ernstfall» schien mir hier in der Schweiz praktisch ein Ding der Unmöglichkeit. Bis jetzt genossen wir das Leben in einer Bubble aus Muki-Turnen, gelegentlichem Malen in der Werkstatt unseres Gemeinschaftszentrums und warmen Sommerabenden mit Lampions in den Bäumen, Blumen auf reich gedeckten Holztischen und Reggae-Musik im Hintergrund.

Viele Waffen, wenig Schiessereien

Und nun das: Schweizer Schulen wappnen sich derzeit offenbar gegen Amokläufe. So können in St. Gallen Lehrpersonen im Notfall mittels App sofort Alarm schlagen. Auch in der Stadt Bern setzt man schon länger auf den Mobilfunk: 1700 sogenannte «Alarmhandys» wurden dort in rund 50 Schulen verteilt. Schulen in Basel-Stadt wurden mit Sicherheitskästchen inklusive Alarmknöpfen versehen, und der Kanton Zürich bastelt gar bereits seit zehn Jahren an einer internen Alarmierungsanlage. Zu Recht?

Obwohl die Schweiz – Milizsystem sei «Dank» – mit fast 28 Waffen pro 100 Einwohner in Sachen Waffendichte eine der höchsten Raten unter den westlichen Ländern hat, sind Massenschiessereien doch sehr, sehr selten. In den vergangenen 20 Jahren ereigneten sich gerade mal zwei. Anders in den USA: In keinem anderen Land kommt es so häufig zu Schiessereien an Schulen – 2018 durchschnittlich an jedem achten Schultag.

Oft sind die Täter selbst Schüler, die mit einer teils sogar legal gekauften Waffe ein Blutbad anrichten. Denn: Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten bezieht sich das Wort «unbegrenzt» vor allem auf Waffenkäufe. In den USA an ein Sturmgewehr zu kommen, ist überspitzt gesagt fast so einfach, wie im Supermarkt ein Kilo Zucker zu kaufen. Dies rührt noch aus Zeiten, in denen der Staat noch nicht in der Lage war, das Gewaltmonopol zu übernehmen und seine Bürger gerade in entlegenen Gegenden zu schützen. Und auch wenn das Schweizer Waffenrecht nicht unumstritten ist, so kann man es zumindest strikter nennen als sein Pendant aus Übersee.

Importiertes Übel aus Übersee

Privater Schusswaffengebrauch – die Betonung liegt hierbei auf «privat» – ist also eine amerikanische, nicht aber eine schweizerische Tradition. Letztere vermischt sich jedoch seit Jahrzehnten mit Kultur- und Konsumgewohnheiten aus Übersee. Amerika verdanken wir Rap, Fast Food, Schlagrahm aus der Dose, Begriffe wie «Workplace Environment» oder Kim Kardashian.

Doch muss es nun auch noch das Geschäft mit der Angst sein? Insbesondere angesichts einer Bedrohung, die hierzulande zum Glück noch keine ist? Und falls dieses Geschäft blüht, werden sich unsere Kinder an ihrem ersten Schultag anstelle der Namen ihrer neuen Gspänli bald auch merken müssen, dass im Falle eines Massakers die Doktrin «run, hide, fight» gilt – sprich «weglaufen, verstecken, kämpfen»?

Was soll ein Amok-Alarmsystem unseren Kindern vermitteln? Achtung, überall lauert Gefahr? Der «Ernstfall» könnte jederzeit eintreten? Könnte es Risikopersonen nicht erst recht in Versuchung bringen? Wird befürchtet, dass die bisherige Bubble eines Tages doch platzt und dann alle vorwurfsvoll schreien, dass man nicht vorbereitet war? Und wie wäre es, wenn man diese Ressourcen stattdessen in präventive Massnahmen investiert und so endlich das leidige Thema Mobbing in den Griff kriegt?

«Wie sollen Kinder überhaupt lernen, wenn sie sich nicht sicher fühlen?», fragte der 16-Jährige Noah aus Washington D.C. vor einem Jahr einen «Spiegel»-Reporter. Lieber Noah, das frage ich mich auch.

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27 Kommentare zu «Das Geschäft mit der Angst in der Schule»

  • Maike sagt:

    Mit Angst lässt sich doch bestens Geld verdienen. Das fängt mit den Versicherungen an, die uns – angeblich – gegen alles und jeden versichern wollen und uns ein abgesichertes Leben versprechen. Will man aber mal etwas von denen zurück, gibt es da meist etwas im Kleingedruckten, das genau dieses Fall leider nicht mitversichert ist..
    Oder bei zunehmenden Anzahl von Einbrüchen. Ergo wird einem Sicherheitsglas, Panzertüren und Safes versucht anzudrehen.
    Oder bei den Amokläufen in der USA. Wird erst leicht geschürt – könnte ja auch hier passieren. Und dann darauf aufgebaut – Sicherheitsvorkehrungen müssen her.
    Am besten ist, man lässt sich nicht verrückt machen und bewahrt sich den klaren Menschenverstand.

  • Brian Bucher sagt:

    Sehr geehrte Frau Autorin

    Beachten Sie bitte, dass in jedem der 50 Bundesstaaten andere Vorschriften zum Erwerb von Sturmgewehren gelten. Ihr Zucker Vergleich bildet hier die absolute Ausnahme. In den meisten Staaten gibt es Background Checks wie bei uns. Vollautomatische Sturmgewehre sind in der USA auch verboten (die haben aber keine Armeewaffen zuhause). In den letzten 50 Jahren wurden Waffen immer bewusster aufbewahrt, weniger getragen und mehr reguliert. Gleichzeitig stiegen die Amokläufe und Waffentoten. In England herrscht Waffenverbot – beachten Sie die Messerattacken-Epidemie. Wir haben hier ein gesellschaftliches Problem! Die Leute finden keinen Halt zwischen Internet und Individualgesellschaft. Es ist aber bequemer auf Waffen zu zeigen, anstatt seinen Standpunkt zu überdenken

  • Karl-Heinz sagt:

    Weshalb starren wir so nach Amerika? In den USA gibt es Leute die Amok laufen,
    in Europa bringen sie die Ex um oder rasen mit 150 kmh durch die Innenstadt.
    Wir haben durchaus unsere eigenen Baustellen.

  • Hans Minder sagt:

    In den USA gibt es jährlich offiziell 17,284 Morde. Die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich noch um vieles höher. In diesem Vergleich sind die Toten der Schulmassaker vernachlässigbar. Es ist viel wahrscheinlicher, dass ein Kind ausserhalb der Schule ermordet wird, als innerhalb.
    USA hat eine liberale Gesellschaft gebrütet, wo ausschliesslich die Interessen der Protagonisten zählen (Drogen, Abtreibung, Scheidung, Gendering etc.). Niemand fragt jeh, ob die uneingeschränkte Legalisierung obiger Beispiele der „Gesellschaft als Ganzes“ dient. Viele Individuuen wachsen somit ohne elterliche Führung und ohne Moralvorstellungen auf, probieren alles im Leben, bis sie an den Anschlag geraten. Um sich an der „Gesellschaft zu rächen“ wird dann eine Minderheit zu Attentätern. Europa sei gewarnt!

  • tststs sagt:

    Ich bin auf jeden Fall froh, dass dieses Thema an meiner Schule besprochen wurde – so wie auch der Fall eines Brandes – und ich weiss, was ich zu tun hätte.

  • Sportsmann sagt:

    Das ganze Thema erinnert mich an den Defibrillatoren-Hype… Total übertrieben – aber gut für das Business.

    • Aquila Chrysaetos sagt:

      Frühdefibrillation (wo angebracht) ist wahrscheinlich der wichtigste Punkt in der ganzen Rettungskette beim plötzlichen Herztod.

      Daher ist die Verfügbarkeit von Defibrillatoren in der Oeffentlichkeit durchaus sinnvoll.

  • Jessas Neiau sagt:

    Natürlich lauert überall Gefahr. Das ist es aber nicht, was „Amok-Alarmsystem unseren Kindern vermitteln“ sollen. Die Hersteller von Amok-Alarmsystemen wollen ganz einfach ihr Zeug verkaufen – dafür brauchen Sie sich bedroht Fühlende. Genauso wie man Medikamente nur an Kranke verkaufen kann. Oder Versicherungen und Überwachung nur an Ängstliche. Und den anderen kann man jederzeit Stuss erzählen wie „Das kann jedem passieren“. Oder: „Wenn Sie nichts zu verbergen haben, so haben Sie auch nichts zu befürchten“. Sehr lukrativ sind vor allem staatliche Aufträge. Insbesondere, wenn wie in jeder Demokratie die „Mehrheit“ (also die Dummen) bestimmt.

    • Peter S. Grat sagt:

      Klar verkauft man Medikamente mehrheitlich an Kranke, an wen den sonst? An Gesunde etwa? Ist ja der Sinn von Medikamenten.
      Zudem: ich habe keine Angst, bezahlte aber trotzdem meine Krankenkasse, und habe eine Haftpflicht- und eine Hausratsversicherung. Das nichts mit Angst, sondern mit Eintrittswahrscheinlichkeit zu tun. Aber ok, verzichten Sie doch auf all dies, machen Sie dann aber bitte nicht die hohle Hand, wenn Sie mal was davon gebraucht hätten.
      Zudem ist mir lieber von der Mehrheit regiert zu werden, als von den „Jessas Neiau’s“ dieser Welt.

      • 13 sagt:

        Richtig, Herr Grat. Die Eintrittswahrscheinlichkeit. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie mal krank werden oder zum Arzt müssen, ist relativ hoch, daher macht eine Krankenkasse Sinn. Auch von der Haftpflicht- und Hausratsversicherung, einer MFZ-Haftpflicht, einer Reiseversicherung oder einer Rechtsschutzversicherung profitieren die meisten früher oder später. Selten, in dem Ausmass in dem sie einzahlen, aber trotzdem nützlich. Anders sieht es an vielen Orten der Schweiz z. Bsp. mit Erdbeben aus und trotzdem verfügen die meisten Hausbesitzer über eine solche Versicherung. Aber genau die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Krieges oder Amoklaufes in der Schweiz ist sehr gering und wenn, sind die Massnahmen nur eventuell sinnvoll, dass es durchaus hinterfragt werden darf….

      • Peter S. Grat sagt:

        @ 13. Die Eintrittswahrscheinlichkeit ist natürlich unterschiedlich hoch, je nach Ereignis welches man betrachtet. Das spiegelt sich ja direkt im Preis wieder, da die Versicherungen ihr Geschäft kennen. Die KK ist sehr hoch, da jeder sie früher oder später braucht. Die Kosten für Vorkehrungen gegen Amokläufe in Schulen sind für mich als Steuerzahler whs ein paar Franken im Jahr. Gleichzeit ist die Eintrittswahrscheinlichkeit zum Glück klein.
        Nur weil ein Ereignis selten eintritt, ist man ja nicht „dumm“, wenn man sich dagegen absichert.
        Meine Erdbebenversicherung kostest soviel wie einmal Sushi-Essen zu zweit. Klar wäre das ein Jahrhundertereignis. Sollte es aber aber eintreten, so hätte ich keine Lust fortan im Zelt zu leben. Diese Versicherung ist übrigens Pflicht in meinem Kanton.

      • Jessas Neiau sagt:

        @Peter S. Grat: Ihr Rat ist gut: „Verzichten Sie doch auf all dies“ – ist das vielleicht bloss Geschwätz? Sagen Sie mir doch einfach, wie ich das machen soll, nachdem Ihresgleichen nicht die hohle Hand bei mir macht, sondern mir das Geld unter Drohungen (Betreibung, Pfändung) zwangsweise abknöpft – anderswo würde man das „stehlen“ nennen. Viel lieber würde ich selbstverantwortlich handeln und mich dort absichern, wo ich es selber für nötig befinde. Hausrat- und Haftpflichtversicherung etwa habe ich meiner Lebtag noch nie für nötig befunden oder gebraucht. Und zur Mieterhaftpflichtversicherung werde ich ja wiederum gezwungen. Aber selbstverständlich wissen diejenigen, die mir ans Portemonnaie wollen viel besser, was gut für mich ist. Deshalb lassen sie mir ja auch keine Wahl.

      • Anton Paschke sagt:

        Die Haftpflichtversicherung hängt nicht nur davon ab was Sie machen sondern auch davon wie streitbar die Menschen in Ihrer Umgebung sind. Beispiel: ein Bergführer. Wenn ich mir auf einer Bergtour den Fuss vertrete, dann werde ich fluchen, humpeln und heim gehen. Schlimmstenfalls die Rega beanspruchen bei der ich ja jährlich einen Beitrag zahle.
        Ein Amerikaner wird sofort seinen Anwalt einschalten und der wird dem Bergführer die Schuld nachweisen.

      • Peter S. Grat sagt:

        @ Jessas Neiau: dann schlage ich vor, dass Sie eigenverantwortlich handeln und eine Mietwohnung suchen, wo keine Mieterhaftpflichtversicherung verlangt wird – war bei mir noch nie der Fall. Wobei ich als Vermieter von jemanden ohne eigene Haftpflichtversicherung schon auch eine verlangen würde.
        In der CH gibt es nur drei Versicherungen die für uns Normalos obligatorisch sind, und alle drei machen Sinn: KK, Gebäudeversicherung und Motorfahrzeughaftpflichtversicherung.
        Im Notfall werden alle medizinisch behandelt, auch die welche ihre Beiträge nicht bezahlen. Also Solidarität! Verlangen Sie Prämienbeihilfe wenn nötig! Gebäudeversicherung: ist fast gratis, verzichten Sie ansonsten auf Wohneigentum. Auto: wenn Sie mich über den Haufen fahren und nicht bezahlen können bin ich sonst der Dumme.

  • asouka sagt:

    Liebe Frau Bains. Wäre es Ihnen denn lieber, wenn alle überrascht wären, falls etwas passierte? Dass man sich schützen will, hat ja nichts mit Angstmacherei zu tun. Ausser in Ihrem Blogbeitrag wird das Thema schliesslich nicht laut hinausposaunt. Die Gefahr eines erweiterten Suizides ist auch in der heilen Schweiz gegeben. Und nur weil es nachher nicht in der Zeitung stand, heisst das noch lange nicht, dass es die Bedrohung nicht schon gegeben hätte. Ich für meinen Teil finde es gut, haben die Schulen einen Plan für den Ernstfall. In der Schweiz liegen ja schon ziemlich viele Waffen rum, wenn man sich das mal überlegt…Umso besser müssen die Schulen den Plan ihn wahrscheinlich nicht nutzen.

  • Emil Eugster sagt:

    Natürlich ist eine Kombination von Mehreren Ursachen schuld an häufiger Waffengewalt und nicht das Vorhandensein von Schusswaffen allein.
    Es spielen da soziale Sicherheit, persönliche Lebenschancen, Verfügbarkeit von Waffen und Art der Waffen usw. eine Rolle.
    Schweiz mit gutem Sozialsystem und guten Bildungs- und Arbeitschancen und viele der Waffen sind einfach die Armeewaffe, die man früher inklusive Munition aufgezwungen bekam, also nicht im Besitz von Waffennarren sind, und Jäger und Sportschützen gegen zB. die USA wo viele sich obsessiv mit massenhaft Kriegsgerät der übelsten Sorte eindecken und eben gepaart der schlechten persönlichen und sozialen Situation führt viel eher zu solchen Exzessen.

  • alam sagt:

    In der Notfall-App, die wir nutzen ist Gewalt nur eines von 6 Themen. Darin können auch rasch zugängliche Infos zu im Fall von Brand, medinzinischem Notfall etc. hinterlegt werden. Da muss nun mal rasch und richtig reagiert werden und es ist gut, wenn sich das schon mal jemand in Ruhe überlegt hat und ich rasch nachsehen/reagieren kann. Wenn alles laut und hektisch ist und überall Kinder herumwuseln, ist jede Hilfe willkommen.

  • Röschu sagt:

    Im Mittelalter nutzte die katholische Kirche die Angst der Menschen vor der Hölle um Reichtum, Einfluss und Macht zu erlangen.
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    Heutzutage bringt ein Staat/eine Regierung jede Massnahme problemlos durch, wenn sie behauptet es diene der Terrorbekämpfung.
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    Geschäfte mit der Angst der Menschen zu machen, ist also kein neues Phänomen. Schade ist nur, dass viele Menschen offenbar wenig bis nichts aus der Geschichte lernen.

  • 13 sagt:

    Es liegt wohl in der Natur des Menschen, diejenigen Massnahmen zu ergreifen, die er in der Lage ist, um sein Gewissen zu beruhigen und auch als Politiker gegen aussen zu zeigen, dass man etwas tut. Die Sicherheit ist ein Grundbedürfnis, in der Schweiz noch mehr ausgeprägt als anderswo, weil andere Grundbedürfnisse selbstverständlich sind, und darauf wird reagiert, ob statistisch sinnvoll oder nicht. Es geht einzig um das gute Gefühl. So ist so eine Alarmanlage relativ einfach installiert, während andere Missstände schwerer anzupacken sind. Dabei ist es eine Tatsache, dass bisher kein Schüler in der Schweiz bei einem Amoklauf in der Schule ums Leben gekommen ist, jedoch die häusliche Gewalt jedes Jahr mehrere Hundert Todesopfer fordert. Aber da zu handeln, ist schwerer.

  • Ruedi Tanner sagt:

    Das Schweizer Waffenrecht ist mittlerweile kaum mehr umstritten. Einzig höchstens, dass die jüngste Verschärfung in Bezug auf Terror-Gefährdung absolut nichts hilft – aber darum gings wahrscheinlich auch gar nie (…)
    Nein, gerade weil und dank des Milizsystems in dem ein Grossteil der jungen Männer mit der verheerenden Wirkung von Kriegswaffen betraut gemacht und geübt werden, ist der Respekt und das Verständnis für Waffen quer durch die Gesellschaft vorhanden. Ich habe in den frühen 2000er eine zeitlang im Mittelwesten gelebt – da schossen in der Tat Menschen mit Vollautomaten völlig legal, denen ich nicht mal mein Fahrrad anvertraut hätte.

  • Martin Frey sagt:

    Dass eine Gesellschaft, dass ein Staat sich vorsieht, auch wenn noch nichts schlimmes passiert ist, würde ich jetzt nicht gerade ein Geschäft mit der Angst nennen. Es ist seine Aufgabe, soweit es ihm möglich ist und es in einem vernünftigen Rahmen steht. Man trifft auch Massnahmen vor Terrorangriffen obwohl bis dato in der CH noch keine „erfolgreich“ durchgeführt werden konnten. Sprich, wenn die Absichten und die Bedrohungslage da ist, soll man handeln bevor etwas passiert.
    Die hiesige Verbreitung von Schusswaffen ist durchaus vergleichbar mit den USA, nur ist das damit verbundene Verständnis ein anderes. Legal erworbene Schusswaffen werden hier kaum je für Delikte eingesetzt, ganz im Ggs. zu Messern. Die CH wäre daher besser beraten, den Um- und Ausgang mit Messern zu regeln.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Mir kommt auch eher vor, dass der MB hier Geschäft mit der Angst machen will. Brutales Bild, dann ein laanger Beschreib wie es in USA aussieht, um dann auf ein paar unspektakuläre Massnahmen an CH-Schulen zu kommen.
      Ich dachte schon, Verhalten bei Amok-Läufen inklusive Fluchtrouten üben mit Stoppuhr, würde jetzt zum fixen Lehrplan gehören und alle Schulhäuser mit Panzertüren und Metalldetektor ausgestattet.
      Mit Kanonen auf Spatzen geschossen – um des Geschäftes willen.

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