Die besten Serien für Neueltern

Ob letzte Tipps oder ernüchternde Zukunftsaussichten: Diese fünf Fernsehserien sollten Schwangere nicht verpassen.

1. «Big Little Lies»: Für alle Alleinerziehenden in spe

MB Big Little Lies

Schmutzige Intrigen und Sorgerechtsstreitigkeiten: Szene aus «Big Little Lies». Foto: HBO

Worum es geht: Um Supermoms und «desperate housewives», die sich und ihre weitgehend unbrauchbaren Männer in den Wahnsinn treiben. Bis einer tot ist. Die Kinder der vielen verfeindeten Eltern aus «Big Little Lies» erweisen sich als Musterbeispiele an Umsicht und Zurechnungsfähigkeit. Im Verlauf der Serie werden jedoch auch sie in zunehmend schmutzige Intrigen hineingezogen.

Wer unbedingt einschalten sollte: Eltern, die sich schon mal auf ihre eigenen Sorgerechtsstreitigkeiten vorbereiten wollen. «Big Little Lies» enthält nicht nur zahlreiche Profitipps aus Gerichtssaal und Paartherapie, sondern warnt auch vor Alkohol- und Tablettenmischkonsum am Steuer sowie regelmässig wechselnden Geschlechtspartnern. Was in der Theorie verführerisch klingen mag, kann in der Praxis nämlich schnell dazu führen, dass die geliebten Kinder plötzlich bei der ungeliebten Oma des Ex-Manns aufwachsen.

2. «Andere Eltern»: Für Familien ohne Kitaplatz

Ein eigener Kinderladen als Schnapsidee: Szene aus «Andere Eltern». Foto: Turner Broadcasting System

Worum es geht: Junge Eltern aus der Verliererstadt Köln suchen nach Sinn in ihrem Leben und einer Lösung für die Betreuungsproblematik in deutschen Ballungsgebieten. Also gründen sie einen Kinderladen. Im Stil einer Mockumentary erzählt «Andere Eltern» von Aufstieg und Fall dieser Schnapsidee – und von den komplexbeladenen Existenzen jener Mütter und Väter, die daran scheitern, sie in die Tat umzusetzen. Kinder kommen in der Serie dankenswerterweise nicht vor.

Wer unbedingt einschalten sollte: Werdende Eltern, die jetzt schon Angst vor der Kitaplatzsuche haben. «Andere Eltern» führt ihnen eindringlich vor Augen, dass es Schlimmeres gibt, als mit den eigenen Kindern zu Hause zu bleiben. Gut, man muss vielleicht die eigene Karriere und jede Form von autonomer Freizeitgestaltung aufgeben. Dafür bleiben einem Einladungen zu Masernpartys erspart, endlose Diskussionen über die politisch korrekte Bezeichnung und Programmplanung eines Laternenumzugs sowie Play-Dates mit zweisprachig aufgezogenen Kindern, die weder Deutsch noch jenen chinesischen Dialekt verstehen, den ihre Eltern in sie reinzuprügeln versuchen.

3. «The Marvelous Mrs. Maisel»: Für Träumer

Von wegen Work-Life-Balance und Tiefschlafphasen: Szene aus «The Marvelous Mrs. Maisel». Foto: Amazon

Worum es geht: Manhattan, Upper West Side, späte Fünfzigerjahre. Als die junge Mutter und Hausfrau Miriam Maisel von ihrem Mann verlassen wird, stürzt sie sich in die Stand-up-Comedy-Szene ihrer Heimatstadt und offenbart ungeahnte Talente für obszöne Witze und Publikumsbeleidigungen. Wann immer es der Terminkalender erlaubt, lässt sich Miriam ausserdem von ihrer Haushälterin über das Wohlbefinden ihrer beiden Kinder unterrichten.

Wer unbedingt einschalten sollte: Werdende Ersteltern, die glauben, dass sich nach der Geburt ihres Kindes überhaupt nichts verändern wird. Mrs. Maisel erlaubt diesen hinreissend naiven Frischlingen, ein paar letzte gemütliche Fernsehabende in ihrer Utopie aus Work-Life-Balance, Tiefschlafphasen, anhaltender Selbstverwirklichung und regelmässigen Yogakursen zu verbringen. Zu Hause parkiert Miriam, die natürlich immer blendend aussieht, ihre Kinder bei Grosseltern und Nanny, im Cluburlaub bei einem eigens dafür engagierten Dauerbespasser. Kein Wunder also, dass ihr die Comedy-Karriere auf dem zweiten Bildungsweg praktisch von selbst gelingt.

4. «Better Things»: Für Fortgeschrittene

Weitermachen im Resignationslevel: Szene aus «Better Things». Foto: FX Networks

Worum es geht: Sam Fox hat drei Töchter, zwei chronische Sehnenscheidenentzündungen, eine senile Mutter und keinen Partner zu Hause. Zwischen den Fussballturnieren, Chorkonzerten und Elternabenden ihrer Kinder verdient sie gutes Geld als mittelprächtige Schauspielerin und sucht nach der richtigen Therapeutin, um sich durch die nahenden Wechseljahre leiten zu lassen.

Wer unbedingt einschalten sollte: Eltern, die mindestens ihr drittes Kind erwarten und auf entsprechendem Resignationslevel leben. Für sie ist «Better Things» eine heilsame Ode an die Minenfelder der Spätpubertät, provisorische Problemlösungen und die Kunst des unbeirrten Weitermachens. Als Regisseurin, Drehbuchautorin und Hauptdarstellerin der Serie holt Pamela Adlon nicht nur alle Helikoptereltern vom Himmel, die den Luftraum über Los Angeles verstopfen, sondern auch ihre grandios verzogenen Kinder immer wieder auf den Boden der gar nicht mal so harten Upper-Middle-Class-Tatsachen zurück. Eine Anti-Übermama für die TV-Ewigkeit.

5. «The Handmaid’s Tale»: Für die Harten im Garten

Schlimmer gehts nicht: Szene aus «The Handmaids Tale». Foto: Netflix

Worum es geht: die Welt in naher Zukunft. Umweltkatastrophen, Dürreperioden, Unfruchtbarkeit und Terroranschläge haben den Zerfall der USA herbeigeführt. An ihre Stelle ist eine christlich-fundamentalistische Militärdiktatur getreten, die alle noch gebärfähigen Frauen versklavt und unter den wichtigsten Amtsträgern des Überwachungsstaats verteilt, um den Fortbestand der Bevölkerung zu gewährleisten. Beste TV-Abendunterhaltung also.

Wer unbedingt einschalten sollte: Werdende Eltern, die auf das absolut Allerschlimmste vorbereitet sein wollen. «The Handmaid’s Tale» handelt von Vätern, die gewaltsam von ihren Kindern getrennt werden, und von Müttern, die ihre Babys ohne Hilfe in verlassenen Landschlössern zur Welt bringen. Eine besonders böse Hauptfigur erweist sich als Hebamme «from hell». Die gute Nachricht: Zuschauerinnen, die sich durch diese Serie quälen, können von der Geburt ihres eigenen Kindes nur noch positiv überrascht werden.

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11 Kommentare zu «Die besten Serien für Neueltern»

  • Maike sagt:

    Da muss ich wohl Mordsglück gehabt haben, das das mit der Schwangerschaft und dem Aufziehen unseres Nachwuchses so vollkommen ohne diese tollen Serien funktioniert hat….

  • Vera sagt:

    Working Moms auf Netflix auch empfehlenswert, und noch eine Stimme für The Letdown!

  • Muttis Liebling sagt:

    Das mit Abstand beste, was man mit bewegten Bildern anstellen kann ist nicht anschauen. Spielfilme stellen den unangefochtenen Tiefpunkt der menschlichen Kultur dar, Serien allerdings übertreffen den Schundfaktor noch einmal um eine Grössenordnung.

    Man schaut sich Bilder an, solange man noch nicht lesen kann. Wenn man das aber dann kann, braucht es keine Bilder mehr, schon gar keine bewegten.

    • sole sagt:

      Ganz klar. Ins Theater gehe ich auch nicht mehr, seit ich lesen kann.

    • tststs sagt:

      In der Bewegung liegt die Kraft, ML, in der Bewegung!

    • Anh Toàn sagt:

      „Bewegte Bilder“ sieht man auf Urlaubvideos, einmal ringsum schwenk und zoom rein und raus. Furchtbar. In guten Filmen bewegen sich die Bilder meistens nicht, es bewegt sich etwas auf dem Bild, aber das Bild steht. Fast wie wenn man auf eine Theaterbühne sieht, da gibt es auch ein stehendes Bühnenbild, auf dem sich Menschen bewegen. Allenfalls bei Action Filmen wird zurecht mit bewegten Bildern gearbeitet.

  • Michèle Pine sagt:

    Werdende Eltern sollen sich mittels Netflix-Serien auf die Elternschaft vorbereiten?
    Ich nehme an, der ganze Blog ist ein Scherz, denn das ist unmöglich ernst zu nehmen!
    Erinnert mich ein wenig an Mr. President of Dumm, welcher sich die Infos die er zum Arbeiten braucht von FoxNews liefern lässt..

  • Sandra Meier sagt:

    Nicht zu vergessen: MILCHEINSCHUSS auf Netflix! Da fühlt sich die Neu-Mama gleich besser..

    • Lina Peeterbach sagt:

      Unbedingt auf Englisch schauen, sonst geht die Hälfte des Humors verloren. Originaltitel: The Letdown. Wirklich sehr lustig und unterhaltsam, und häufig nahe an der Realität 🙂

  • Jens Tiefenstädter sagt:

    Interessante Liste. Ein Hinweis bei welchem Streaminganbieter / On-Demand Provider die Serien verfügbar sind wäre allerdings hilfreich.

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