Wieso meine Tochter nicht «Babygirl precious» heisst

Princess Fanta? Wohl kaum! In der Schweiz werden Kinder vor überkreativen Namensgebungen geschützt. (Foto: iStock)

Babygirl precious. So wollte ich unsere Tochter ursprünglich nennen. Aber weil meine Freundinnen fanden, das passe nicht zu meinem Nachnamen, überlegte ich es mir nochmals. Liberia, wo ich damals wohnte, war in kreativer Namensgebung viel weiter fortgeschritten als wir. Babygirl war zu dieser Zeit richtig populär, und hätte es eine Statistik gegeben, wäre der Name bestimmt auf dem ersten Platz gelandet, dicht gefolgt von Princess, Pretty, Stylish, Patience und Confidence. Davon gefiel mir leider nichts, aber Pretty oder Lovely hätten sicherlich auch gut zu meiner Tochter gepasst. Oder Fanta, einer der Favoriten aus Liberias Nachbarland. Babygirl Fanta wäre toll gewesen. Aber auch da fanden meine Freundinnen, das ginge nicht. Sie waren einfach nicht offen genug für Neues und nie in der Welt herumgekommen, sonst hätten sie sicherlich nicht so konservative Ideen darüber gehabt, was sich an Namen gehörte und was nicht.

Die Namenssuche für unsere Tochter gestaltete sich also zu Beginn ziemlich schwierig. Langsam verstand ich, warum es in Westafrika Brauch war, die Namen der Kinder einfach nach der Reihenfolge ihrer Geburt oder nach dem Wochentag zu benennen, an dem sie geboren wurden. So sind zum Beispiel alle Lamins in Gambia Erstgeborene, und alle Kofis in Ghana haben an einem Freitag das Licht der Welt erblickt. Taiwo und Kehinde bei den Yoruba in Nigeria sind immer Zwillinge. Das macht doch alles wesentlich einfacher und erübrigt das monatelange Kopfzerbrechen über den bestmöglichen Namen. Eine weitere interessante Option der Namenswahl in Westafrika ist der Brauch, dem Kind ein Adjektiv zu verpassen, das mit seiner Geburt zu tun hat. «Anstrengend» zum Beispiel oder «Auf der Reise geboren». Nach diesem Brauch hiesse meine Tochter heute vermutlich «Zu früh geboren» oder «Glück gehabt». Da finde ich Babygirl doch allemal schöner.

Namenskreativität versus Schweizer Recht

Alle diese – zugegeben, in unseren Ohren eher sonderbar klingenden – Namen wären vermutlich in der Schweiz nicht gestattet, da es punkto Namensgebung strenge Regeln gibt, um Kinder vor überkreativen Eltern zu schützen. Namen dürfen nämlich abgelehnt werden, wenn eines der folgenden Kriterien nicht erfüllt ist:

  1. Aus dem Namen geht hervor, welches Geschlecht das Kind hat, und Geschlecht und Name stimmen überein.
  2. Der Name ist kein Ort, kein Verein, keine Marke, kein Tier und kein Bösewicht aus der Bibel.
  3. Das Kind soll aufgrund seiner Namensgebung nicht der Lächerlichkeit preisgegeben werden.

Da ich mir in der Namensfindungsphase nicht sicher war, ob Babygirl precious gemäss Schweizer Recht unter Punkt drei fallen würde, verfasste ich eine Liste mit Alternativen, die ich bis heute aufbewahrt habe. Kürzlich ist sie mir wieder in die Hände gefallen, und ich habe beim Durchlesen still vor mich hingelächelt. Felicia Ayana war ein früher Favorit, ebenso wie Xenia Niali und Amalia Ellen. Was hatte ich doch für kuriose Ideen gehabt! Glücklicherweise setzte sich keine dieser frühen Varianten durch. Heute bin ich immer noch zufrieden mit dem Namen, den wir unserer Tochter schliesslich gegeben haben. Er ist weder alltäglich noch ausgefallen, sondern einfach ganz normal.

Babygirl rufe ich sie nur ab und zu noch, nur zum Spass und aus Nostalgie, denn schliesslich wird sie immer ein bisschen mein Babygirl precious bleiben, auch wenn sie einmal erwachsen ist.

Welche waren Ihre frühen Namensfavoriten, die sich nicht durchgesetzt haben?

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73 Kommentare zu «Wieso meine Tochter nicht «Babygirl precious» heisst»

  • Anna saya sagt:

    Als ich in Mexiko einmal einen süssen kleinen Jungen nach seinem Namen fragte, antwortete er stolz lächelnd „Marco Polo“ Ich antwortete ihm nur…..oh Marco Polo…..was für ein berühmter, schöner Name…. und wiederum lächelte er stolz.

    In Bali werden die Kinder erst mal als… erst…zweit…dritt und viertgeborene benannt. Erst später geben sich diese selbst einen Namen. Ein kleiner Junge, den ich nach seinem Namen fragte, sagte stolz : er will einmal Makrele heissen, so wie die Fische die er soeben mit seinem Vater gefangen hatte.

  • Oscar sagt:

    Vermutlich hat das Kind am Ende einen dermassen langweilen Namen abgekriegt dass die Mama nicht mal den Mut hat diesen zu nennen. Wie so oft kann die gedankliche Kreativität wohl mit dem realen Mut nicht halten.

  • Roberta sagt:

    Was soll die ausführliche Aufzählung nicht gewählter Namen wenn am Ende vergessen wird zu schreiben wie das Kind heisst? Die Namenswahl für die Kinder sagt bekanntlich mehr aus über die Eltern als über die Kinder.

  • Jack Stoffel sagt:

    Der Basler Schriftsteller René Schweizer schrieb mal einen höchst seriös und professionell aussehenden Brief ans Zivilstandsamt. Er sei soeben Vater geworden und möchte wissen, ob er das Büblein Hanswurst Globobrüll taufen könne. Das Amt schrieb ihm zurück, das dürfe er selbstverständlich nicht, aber es würde sie interessieren, mit welchem Namen er das Kind bestraft hätte, wenn es ein Mädchen gewesen wäre. (Habe ich so in Erinnerung aus einem seiner Realsatirebücher „Ein Schweizerbuch“.)

  • Marie sagt:

    Ich kannte einer der hies „Utrecht“. Warum ? Die Eltern waren sicher sie hätten ihn in Utrecht gezeugt als sie auf Ferien waren …. Armer Kerl. Jedes Mal muss er es wieder erklären.

  • Mutter einer Tochter sagt:

    Wäre meine Tochter ein Junge geworden, hiesse er Cecil Anatol. Eigentlich schade, dass dieser Name nie zum Einsatz kam.

  • Henriette sagt:

    Urenkelin Zunami, das stand kürzlich in einer Todesanzeige….

  • Anya Meyer sagt:

    Schade, dass die Bibel noch heute ein Argument gegen manche Namen ist. Das sollte doch eigentlich egal sein. Auch das Geschlecht finde ich müsste nicht unbedingt eindeutig sein. Was ist mit Namen, die für beide Geschlechter gehen? Aber ich mache die Regeln nicht…

    • Hannah Halter sagt:

      „…kein Bösewicht aus der Bibel…“ also zB. keinen Satan oä. Viele Namen in unserer Gesellschaft sind aus der Bibel: Hannah, Sarah, Maria, Michael, Raphael, Josuah usw.
      Wenn Verwechslungsgefahr besteht zB bei Andrea, Dominique, so muss der 2. Vorname eindeutig sein.

      • Jack Stoffel sagt:

        Konsequent sind die Schweizer Behörden ja nicht gerade. Sonst würde in keinem Geburtenregister der Name Salome auftauchen…
        Und wie ist es mit Goliath, Nebukadnezar und Herodes? Kämen die durch? Es ist doch gar nicht sicher, ob die drei wirklich so übel waren, wie sie in der Bibel dargestellt werden. Heute würde man sagen: Sie hatten wohl einfach eine schlechte Presse.

  • Frederic sagt:

    Eine unserer Bekannten in den Philippinen heisst offiziell “Baby“,inzwischen ist sie eine Oma. Kürzlich hörte ich, wie eine ihrer Enkelin zu ihrer Mutter sagte: Grandma Baby hat gesagt…… da musste ich wirklich schmunzeln!

  • Kurt Kobler sagt:

    „Der Name ist kein Ort, kein Verein, keine Marke, kein Tier und kein Bösewicht aus der Bibel.“ Kein Tier? Also darf man einen Buben nicht „Wolf“ nennen? Diesen Vornamen gibt es doch in Deutschland. Und wieso ist „Urs“ (Bär) erlaubt?

  • KT sagt:

    Ich bin reformierte Pfarrerin und taufe regelmässig Kinder. Kirchlich gesehen hat die Taufe ja zwar gar nix mit dem Namen zu tun, trotzdem sage ich jeweils noch was zur Namensbedeutung und versuche, daraus einen guten Wunsch abzuleiten, weil der Name ja auch ein Stück der Einzigartigkeit jedes Kindes ausmacht. Da hatte ich schon die wunderlichsten Vornamen und es fordert meine Kreativität regelmässig, da was Konstruktives dazu zu sagen 😉 Wenn jemand also was ganz Aussergewöhnliches sucht, der frage meine Zunft. Oder noch besser eine Hebamme!

  • Karl-Heinz sagt:

    „Kein Bösewicht aus der Bibel“. Dann geht Sepp Gianni also doch. Oder Donald.

  • Annalena Moser sagt:

    Wir haben uns damals als erstes auf klanglich „schöne“ Namen geeinigt, denn schliesslich wollten wir Namen, die wir auch mochten. Danach haben wir die Bedeutung des Namens gesucht. Wir wollten keine Blinde (Cécile), keine Hinkende (Claudia), keine, die fürchtet (Timea) und auf keinen Würfel (Alea). Daraus ergab sich ein geliebtes Glückskind, einen im Licht geborenen und eine aufrichtige Weise. Sie sind alle zufrieden mit ihren Namen.

  • tststs sagt:

    Achach, beruhigend zu wissen, dass sich irgendwo auf diesem Planten Leute über die Namen Sepp und Annemarie lustig machen.
    Ja, für ein paar Millionen gilt bei einem Namen wie Precious Medea Marijohanna „Nomen est Omen“, für die restlichen 7 Milliarden ist es aber dann doch nur „Schall und Rauch“.

    PS: Kann mir bitte jemand die Notwendigkeit erklären, weshalb man am Namen das Geschlecht erkennen können muss?

    • Anh Toàn sagt:

      Zu Ihrem PS: Ich meine, wenn ein Name allgemein einem Geschlecht zugeordnet wird, darf man nicht ein Kind mit anderem Geschlecht so nennen. Johnny Cash: „A boy named Sue“ ist also in der Schweiz nicht erlaubt. Aber Andrea z.B. gibt’s für beide Geschlechter, deswegen ist nicht Andrea verboten.

    • Muttis Liebling sagt:

      Es gibt doch schon ewig geschlechtsunabhängige Vornamen wie ‚Toni‘. Männer mit Maria als zweiten Vornamen sind in manchen Gegenden fast epidemisch. In Zeiten der irrationalen Überhöhung von Geschlechterzuordnung und Nichtzuordnung, von Geschlechtsspezifik bei gleichzeitiger Geschlechtsneutralität will man sicher gehen in der Anrede.

      ‚Liebes Toni Meier‘ kommt eben doch nicht gut.

  • Sonusfaber sagt:

    Welche Frau möchte schön „Babygirl“ heissen? Ich denke, die allermeisten, die mit einem solchen Vornamen versehen sind, würden eine Namensänderung beantragen. Muss ich erklären warum?

  • Carla sagt:

    Ich hoffe für das Kind, dass dieser Beitrag ironisch gemeint ist…

  • plop sagt:

    Meta Elektra Joan

    Leider gabs dann nur Jungs bei mir…

  • Babette sagt:

    Johnny Cash:
    A Boy Named Sue – how do you do??

    • mina sagt:

      John Waynes realer Vorname war „Marion“. Hat ihm auch nicht geschadet.

      • Samira Maurer sagt:

        Marion ist wie Evelyn im englischen Sprachraum auch kein rein weiblicher Vorname, sondern wurde vor Allem bis in die 20er Jahre auch für Männer verwendet.

  • Mauro Sini sagt:

    Lucio Dalla (2/2):

    Kurz darauf hielt ein weiteres Taxi an. Phil Collins stieg aus und setzte sich auf die Bank neben meine und begann auch eine Zigarette zu rauchen. In jenen Tagen gab es in Berlin ein Konzert von Genesis, die ein Mythos für mich waren. So sehr, dass ich versucht war, Collins nahe zu kommen, um ihn kennen zu lernen, ihm zu sagen, dass auch ich ein Musiker war. Aber ich wollte die Magie dieses Moments nicht brechen. Wir blieben eine halbe Stunde in Stille, jeder für sich allein. In dieser halben Stunde schrieb ich den Text von Futura, der Geschichte dieser beiden Liebhaber, einer aus Ostberlin, der andere aus Westberlin, die planen, eine Tochter namens Futura zu bekommen.“

  • Mauro Sini sagt:

    Lucio Dalla (1/2):
    „Die Texte von «Futura» wurden als Skript geboren und wurden dann zu einem Lied. Ich habe es geschrieben, als ich nach Berlin ging. Ich hatte die Mauer noch nie zuvor gesehen und ließ mich mit einem Taxi zum Charlie Check Point bringen, dem Treffpunkt von Ost- und West-Berlin. Ich bat den Taxifahrer, ein paar Minuten zu warten. Ich setzte mich auf eine Bank und zündete mir eine Zigarette an.

  • Mauro Sini sagt:

    Es gibt ein Lied von Lucio Dalla, „Futura“ (Zukünftige):

    Chissà chissà domani

    e se è una femmina si chiamerà „Futura“.
    Il suo nome detto questa notte
    mette già paura
    sarà diversa bella come una stella

    Auf Deutsch:

    Vielleicht, wer weiss, morgen

    und wenn es ein Mädchen wird, wird sie heißen „Futura“
    Ihr Namen heute Abend gesagt
    macht schon Angst
    Sie wird anders schön wie ein Stern sein

  • Ticinese oltre Gottardo sagt:

    …Speechless oh je, bei den Namen kommt einem nur negatives im Sinn. Hoffentlich sind die beiden, trotz Ihren Namen charakterlich goldig. Die Namen werden Ihnen, als „Eisbrecher“ beim Smalltalk sicher dienen 1:0 für Ihre Wahl!

    • Jack Stoffel sagt:

      Genau. Kinder macht man, um bei einer Party oder einem Aperitif zu brillieren. Da wäre es doch praktisch, die Kinder doch am besten gleich Eisbrecher oder Smalltalk zu taufen.

  • Hans Hasler sagt:

    Können solche Eltern eigentlich einfach nicht etwas voraus denken? Welche 40 Jährige Frau möchte denn an einem Business-Meeting vom Chef als Babygirl vorgestellt werden?
    Babygirl ist ein Kosename und nicht etwas, womit Frau von mehr oder weniger wildfremden und potentiell auch etwas schleimigen Männer angesprochen werden will. Die komplett fehlende Sensibilität ist für mich eher schockieren!

  • Mauro Sini sagt:

    Grossartige Namenskretivität habe ich in vielen Länder beobachten können und ist meistens auf Ignoranz, Analphabetismus, Mangel an Originalität und eben, paradoxerweise, Mangel an Kreativität zurückzuführen. Ist meistens einfach peinlich und geschmacklos.
    Apropos, beim der Namensgebung sollten die Eltern nicht so egoistisch sein und denken, dass das Baby oder Kind hoffentlich nach ca. 18 Jahre aufhören wird ein Baby zu sein. Stellen Sie sich vor eine 50 jährige Frau „Babygirl“ zu nennen. Nochmals, einfach geschmacklos niveaulos.

  • Klärli Benz sagt:

    Die in der Schweiz vorherrschende ablehnende Haltung gegenüber ausgefallener Namen finde ich total bünzlig. Meiner Erfahrung nach, werden Kinder wegen so etwas nicht gehänselt und Teenager gehen damit sowieso viel lockerer um: häufig vorkommende Namen werden (auch zwecks Abgrenzung) in Spitznamen umgewandelt.

  • sophie sagt:

    @Koller : ladrona heisst geizig auf französisch (Ladre).

    • Valentin Brazerol sagt:

      hääää?
      Ladrona ist eine Diebin auf italienisch!

    • Annalena Moser sagt:

      Geizig auf französisch: avare. Geiz: avarice.

      Als ladro bezeichnet man in Italien einen Strassenräuber. Ladrona könnte dann mit etwas Fantasie und sprachlichem Witz eine gewaltige Strassenräuberin sein ; )

  • Sandra sagt:

    Vor ein paar Jahrzenten konnte man noch nicht irgendeine Fantasie zum vornamen nehmen. Jetzt ist es schrecklich. Die blödsten Namen die dann das arme Kind für das ganze Leben mittschleppen müssen und auch noch buchstabieren jeden Tag.

    • tststs sagt:

      Nun ja, in einer globalisierten Welt muss man das auch mit einem Namen wie „Meier“ (Resp. muss man ja schon in der Schweiz)…

      • 13 sagt:

        Man muss dafür nicht einmal über die Sprachgrenze, weder in der Schweiz noch ins Ausland. Wieviele Schreibweisen von „Yanik“ gibt es?

  • Stefan W. sagt:

    Da „Babygirl“ für eine Teenie oder gar Erwachsene doch ein wenig seltsam wirkt, müsste sich Ihre Tochter dann vermutlich überall als „B. Precious Hofmann“ vorstellen und würde in der Schule „Bipi“ oder „Preesi“ gerufen. Und die Bedeutung des „B.“ würde sie eisern verschweigen, bis es irgendwer dann doch mal zur allgemeinen Gaudi ausplaudert. Vermutlich ist sie Ihnen dankbar, dass Sie sich dann dich noch für einen „normalen“ Namen entschieden haben.

    • Mauro Sini sagt:

      Dann wäre sie ständig mit „Babyyyygiiirrrllll“ (mit schriller Ton) schikaniert und gemobbt gewesen, die Arme. Mit 18 Jahre, nach der Schule, wahrscheinlich ihr Name ändern lassen wollen.
      Am besten bevor eine höhere Ausbildungsstufe erreicht wird, sonst steht in eine Reihe von Dokumente, Nachweise, usw. immer noch „Babygirl“ drauf, was unter Anderen mögliche Arbeitgeber skeptisch machen könnte.
      Warum das Kind nicht gleich „Fehlfunktion“ nennen? „Fehlfunktion Hofmann“ klingt doch super, oder?

  • Muttis Liebling sagt:

    Meine Mama hat es geschafft, mir einen Namen zu geben, von dem ich immer vermutete und heute mit der Kraft des Internets im Rücken weiss – der Name ist einmalig. Was habe ich mich als Kind und als Jugendlicher für diesen Namen geschämt. Kein Kind hat Lust, einen originellen Namen zu haben, man will heissen, wie alle anderen auch.

    So führte mich am 18. Geburtstag der erste Weg zum Standesamt, diesen Namen durch einen anderen nicht zu ersetzen, sondern zu ergänzen. Den und nur den führe ich seitdem. Erst ab einem bestimmten Alter hatte ich das Selbstbewusstsein, den Exotennamen zu benutzen, mache das aber nur in einem Teil meiner Publikationen, nicht im Alltag.

    • Marie sagt:

      Kinder sollten sich nicht schämen müssen ob ihrem Vorname. Das ist purer egoismus und unreife seiten der Eltern. Es wäre gut wenn das Kind immer 2 Vornamen hätte so kann es später den benützen der ihm lieber oder einfacher ist.

      • Muttis Liebling sagt:

        Der Blog und einige Kommentare belegen nun gerade sie Erwartungs- Asymmetrie zwischen Eltern und Kindern. Das, was Mama besonders gut gefällt, lässt das Kind erschaudern, wenn es seinen Namen das erste Mal bewusst zur Kenntnis nimmt.

      • tststs sagt:

        Kleiner, aber feiner Unterschied:
        IdR schämt man sich nicht für den Namen, sondern man wird von anderen deswegen beschämt!
        (Sprich: So manches Kind würde sich nicht schämen, wenn es nicht deswegen gehänselt werden würde…)

      • Muttis Liebling sagt:

        Das stimmt nicht ts. Paradoxerweise fanden meine Freunde und Lehrer den Namen originell und positiv auf mich einstimmend. Da hat keiner gehänselt und die haben mich sogar für das Umbenennen kritisiert.

        Aber ich wollte so nicht heissen. In einem Brandenburger Dorf der 60’er Jahre wollte ich wie ein Brandenburger Junge Michael, Klaus oder irgend sowas heissen, aber nicht aus einem spanischen Liebesroman abgeschrieben sein.

        Es ist störend, überall aufzufallen, vor allem wenn man auf dem Gebiet, bei mir z.B. Sport, nur negativ auffallen kann. Ein Kind wünscht sich eher einen unauffälligen Namen, denke ich mir jedenfalls.

      • Anh Toàn sagt:

        @tststst: Man hänselt alle und immer mit dem, wofür sie sich selber schämen.

    • Carolina sagt:

      Dieser ‚einmalige‘ Name würde mich ja schon interessieren, ML! Teilen Sie ihn doch mit uns!
      Vielleicht haben Sie ja etwas von der Kreativität Ihrer Mama geerbt, Muttis Liebling ist ja auch nicht von schlechten Eltern (pun intended!)…….

      • Muttis Liebling sagt:

        Carolina, wenn Sie mal etwas von mir lesen, was ernst gemeint geschrieben und deshalb unter diesem Namen veröffentlicht ist, werden Sie mich an meinem Stil erkennen. Dieses Jahr erscheint wenigstens noch eines der beiden Bücher, an denen ich gerade arbeite. Den Titel, wenn er denn steht (macht ja neuerdings der Lektor), nenne ich dann im MamaBlog.

        Denn beide Bücher haben Bezug zu hier wiederkehrenden Themen und ich habe im MB den einen oder anderen Gedanken auch angetestet. Einmal ist es die Geschichte der Gesundheit, seit des den Begriff gibt und das andere ist ein Roman über die Zukunft, in der die heute Neugeboren leben werden. Da kann man denn lesen, wie man seine Kinder erziehen muss, damit die nach 2045 passen.

    • mina sagt:

      Trösten Sie sich – man kann mit jedem Vornamen leben. Mein Grossvater nannte seine älteste und seine jüngste Tochter nach den beiden Pferden, die er als Dragoner heil durch den 1. Weltkrieg gebracht hatte (vom Elsass bis nach Ostpreussen und zurück). Und weil die späteren Ehemänner dieser beiden Töchter die Vornamen ihrer Ehefrauen an ihre Töchter weiter reichten, sind die „Pferdenamen“ noch heute in der Welt.

      • Samira Maurer sagt:

        8 Millionen Pferden starben damals an den Fronten. Ich finde ich die Benennung von Töchtern nach diesen zähen und glücklichen Tieren eigentlich sehr rührend, weil es aussagt, dass er den Töchtern dieses grosse Glück auch in widrigsten Umständen gewünscht hat.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Babygirl ist über das Schweizer Namensrecht bestimmt unendlich dankbar… schmunzel

    Bei meinen Söhnen standen die Vornamen schon fest, lange bevor ich überhaupt schwanger war, bzw beim Jüngeren, obwohl ich nicht die Absicht hatte, noch einmal von meinem (Ex-) Mann schwanger zu werden. Während den Schwangerschaften gab es noch kurze Abschweifungen zu anderen Namen, sind aber zu den Ursprungsnamen zurückgekehrt. Meine Söhne tragen Vornamen, welche wie der meine in der Schweiz (fast) einmalig sind nordeuropäischer Abkunft.

  • Margrit Studer sagt:

    Die Namensgebung ist so eine Sache. In der Schwangerschaft bei unsrer Jüngsten hatten wir wiedermal eine abendlange Diskussion, wie unser Kind heissen sollte und wurden uns nicht einig. Da holte mein Mann in der Verzweiflung das Namensbüchlein der griechischen Sagen. Am Schluss blieben 3 Favoriten übrig: Phaidra, Danaë und Medea. Phaidra fanden wir etwas zu exotisch, bei Danaë waren wir unsicher, ob der Name richtig ausgesprochen würde. Wir entschieden uns für Medea, ein Name, den man bei uns nur selten hört. Unsre Tochter erhält sehr viele Komplimente und sie selbst ist stolz auf ihren Namen. Uebrigens: Unser Sohn heisst Narziss, auch ein Name, der hier nicht geläufig ist. Seine Schulkollegen kürzten ihn kurzerhand zu „Zissu“.

    • Muttis Liebling sagt:

      Medea und Narziss sind jedem sehr geläufig, der die griechische Mythologie kennt. Kinder ausgerechnet diese beiden mythologisch stark belastenden Namen zu geben, zeugt von entweder viel Mut oder wenig mythologischer Kenntnis.

    • Niklas Meier sagt:

      Narziss? Wirklich? Und die Sage dazu kennen Sie?

    • Brenner sagt:

      Eine Kindsmörderin und ein Narzisst. Interessante Wahl…

      • Maike sagt:

        Immer wieder interessant zu lesen, wie sich Eltern auf Kosten ihrer Kinder selbstverwirklichen ! Für sie ist es eine kurzfristige Laune mit der sie ggf. noch im Mütterkreis oder Stammtisch brillieren können, der Sohn aber muss mit dem Namen sein Leben lang auskommen.

      • Muttis Liebling sagt:

        @Maike

        Kann man sich in der Schweiz als Erwachsener nicht umbenennen lassen?

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Medea finde ich eigentlich schön, aber man hätte sich schon um dessen Bedeutung informieren können, bevor man seinen Kindern Namen gibt, die von der Bedeutung her eine absolute Zumutung sind. Bei manchen Eltern brauchen Kinder echt keine anderen Feinde mehr…

    • Philipp Huber sagt:

      Das ist jetzt aber bestimmt ein Witz? Die Namen wurden sicher nicht erlaubt oder? Haben sie keine Freunde welche sie abhielten und aufklärten?

  • Koller sagt:

    Ladrona ist mein Vaforit, hat die Kassiererin Portugal gerufen, seither lässt mich dieser wunderschöne Name nicht mehr los.

    • Barbara V.E. sagt:

      Ui, in Italien ist eine Ladrona eine Diebin….
      Namen für ein Kind zu finden ist eine Herausforderung und eine Aufgabe….

    • Hans Hasler sagt:

      @Koller: Was habet ihre Frau geklaut? Ladrona heisst Diebin auf Spanisch, Portugisisch und Italienisch.

      • Philipp Huber sagt:

        Uscita heißt meine Tochter, ist nach einer großen italienischen Stadt benannt

      • Hans Hasler sagt:

        Können Sie mir helfen, wie ich diese Stadt finde? Es ist nämlich vertrackt – jedes mal, wenn ich dem Wegweiser nach um in diese Stadt zu gelangen die Autobahn verlasse, lande ich am Schluss doch in Mailand, Genua, Rom, Neapel etc. Dabei steht ganz klar Uscita auf dem Wegweiser!
        (Uscita wäre übrigens ein schöner Name in meinen Ohren).

      • Carolina sagt:

        😉

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