Was Eltern über den neuen Impfplan wissen sollten

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Lieber ein paar vorbeugende Spritzen als später schwer zu erkranken, sagen Ärzte. Foto: iStock

Kinder in der Schweiz werden nun nach einem anderen Schema geimpft. Ab heute gilt der neue Impfplan. Er ist einfacher als sein Vorgänger, die Fünffach-Kombi-Impfung von Säuglingen im Alter von sechs Monaten fällt jetzt weg. Rund ein Dutzend europäische Länder praktizieren dieses Impfschema bereits, Vorreiter Italien wendet es seit 1981 an. Jetzt zieht die Schweiz nach.

Dennoch wird der Impfplan 2019 für Diskussionen sorgen. Zum Beispiel deshalb, weil die zwei, vier und zwölf Monate alten Säuglinge nun jeweils mit einem Sechsfach-Impfstoff geimpft werden sollen anstatt wie bisher mit einer Fünffach-Kombi-Impfung. Die sechste Komponente ist ein Impfstoff gegen Hepatitis B, eine Infektion, die vor allem beim Sex übertragen wird.

Wieso dann schon Babys dagegen impfen? «Weil die Teenager schwer zu erreichen sind», sagt Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen. «Säuglinge haben eine gute Immunantwort: Drei Impfungen im Säuglingsalter genügen bei den meisten – und die Geimpften sind lebenslang gut vor Hepatitis B geschützt wie bei der Impfung in der Pubertät.» Berger hat den neuen Impfplan erarbeitet.

Für den zwölf Monate alten Säugling bedeutet es drei Spritzen: die Sechsfach-Kombi gegen Diphtherie, Wundstarrkrampf, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hämophilus-Hirnhautentzündung und Hepatitis B. Dazu eine Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln. Plus die Impfung gegen 13 Typen von Pneumokokken. Sie galt bisher nur als «ergänzende» Impfung, nun zählt sie zu den «Basisimpfungen».

Viele Eltern haben Vorbehalte

«Aus immunologischer Sicht sind diese drei Impfungen aufs Mal überhaupt kein Problem. Und im Alter von zwölf Monaten erinnern sich die Kinder auch nicht lange daran. Lieber eine Spritze als später zum Beispiel eine Hirnhautentzündung», argumentiert Berger, der auch die Abteilung Infektiologie und Spitalhygiene am Universitäts-Kinderspital Zürich leitet. 89 Prozent der Eltern in der Schweiz haben ihre Kinder nach dem bisherigen Plan impfen lassen. Ob Bergers Argumente aber Zweifel von impfskeptischen Eltern zerstreuen? Sollen sie so viele Impfstoffe in ein so kleines, schutzbedürftiges Wesen spritzen lassen, das noch in Entwicklung ist?

Die Anzahl der Eltern mit Vorbehalten ist beträchtlich. Einem US-Fachartikel zufolge haben über 75 Prozent mehr oder minder grosse Bedenken, wenn es ums Impfen ihrer Kinder geht. Für die Schweiz fehlen genaue Zahlen, in Deutschland hegen etwa 35 Prozent der Eltern Zweifel. Nur ein bis zwei Prozent seien totale Impfgegner, sagt Philip Tarr, Co-Chefarzt Medizinische Universitätsklinik, Infektiologie und Spitalhygiene am Kantonsspital Baselland. Und er sagt auch: «Wenn man Impfskepsis verstehen will, muss man mit den Impfskeptikern reden. Nur hat das bisher niemand getan.»

In einem Forschungsprojekt machen Tarr und seine Kollegen genau das: Sie interviewen Eltern, die Zweifel haben, ihr Kind impfen zu lassen, und solche, die nicht impfskeptisch sind. Und sie sprechen sowohl mit schulmedizinischen als auch mit komplementärmedizinischen Ärztinnen und Ärzten – ein Novum. Das Projekt finde international Beachtung, sagt Tarr.

Impfpflicht setzt sich durch

Rund ein Drittel der Schweizer Bevölkerung sucht Hilfe in der Komplementärmedizin, die Einstellung vieler dieser Therapeuten ist eher impfskeptisch. Tarr hat dank des Forschungsprojekts zum Beispiel erfahren, dass manche Eltern gar nicht per se zu den Komplementärmedizinern wechseln wollten. «Aber sie sind beim Kinderarzt mit ihren Fragen und Sorgen abgeblitzt. Manche Kinderärzte machen den Eltern Angst.»

Überall in der Medizin wird heute «patientenzentrierte Kommunikation» gepredigt. Anweisungen des Doktors von oben herab sind Out, stattdessen geht es um gemeinsame Entscheidungsfindung mit dem Patienten. Trotzdem scheinen in der Praxis teilweise immer noch Zustände zu herrschen wie vor bald zwanzig Jahren. Damals gaben 40 Prozent der befragten US-Kinderärzte an, sie würden Eltern, die ihre Kinder nicht impfen lassen wollten, vor die Tür setzen. 28 Prozent verweigerten die Zusammenarbeit auch, wenn die Eltern einzelne Impfungen ablehnten.

«In den letzten Jahren scheint sich eine Politik der Impfpflicht als Heilmittel gegen die sogenannte Impfskepsis durchzusetzen», schreiben Tarr und seine Kollegen in einem Fachartikel. In Frankreich etwa dürfen seit 2018 nur noch Kinder die Schule besuchen, die elf Impfungen erhalten haben.

Dass sich mit einem solchen Impfzwang die Fronten zwischen Impfbefürwortern und -gegnern verhärten, liegt auf der Hand. Impfskeptiker argumentieren, die Schulmedizin würde den Wert von Impfungen oft über-, ihre Schäden aber unterschätzen. Bei einigen Infektionskrankheiten zum Beispiel seien die Erkrankungszahlen bereits vor Beginn des Impfens deutlich gefallen. Diesen Erfolg könne man also nicht den Impfungen zuschreiben.

Lernen von den Komplementärmedizinern

In den Niederlanden gingen Forscher dieser Frage nach. Sie ermittelten die Todesfälle bei Kindern und jungen Erwachsenen vor und nach der Einführung verschiedener Impfungen. Keuchhusten, Masern, Tetanus, Diphtherie – tatsächlich sanken bei all diesen Infektionen die Sterberaten lange, bevor es eine Impfung dagegen gab. Aber: Die Sterblichkeit der Kleinsten und Kleinen nahm nicht nur bei diesen Infektionskrankheiten ab, sondern auch bei vielen anderen Erkrankungen, vermutlich weil sich die Lebensbedingungen verbesserten. Vor der Impfung gingen demnach etwa 4 von 100 Todesfällen bei den unter 20-Jährigen aufs Konto des Keuchhustens. Nach Einführung der Impfung war es einer von Fünftausend.

Informationen wie diese machen aber nur einen Teil einer guten Impfberatung aus. Zahlreiche Studien würden die Schlüsselrolle der Ärzte beim elterlichen Impfentscheid belegen, so Tarr: Ihr Kommunikationsstil, wie viel Zeit sie sich nehmen, ob sie die Sorgen der Eltern ernst nehmen, nachfragen – all das ist mindestens genauso wichtig. Und da punkten oft die komplementärmedizinischen Mediziner. «Am Schluss gibt das Vertrauen zum Arzt oder zur Ärztin den Ausschlag für den Entscheid», sagt Philip Tarr. «Vertrauen die Eltern der Ärztin oder den Horrorgeschichten im Internet?»

Heute tritt der neue Schweizer Impfplan in Kraft – eine gute Gelegenheit, um endlich über alle Gräben hinweg miteinander übers Impfen zu sprechen, Bedenken offenzulegen, sich gegenseitig zuzuhören, sachlich zu argumentieren und Behauptungen mit soliden Fakten zu untermauern. «Man sollte die Komplementärmediziner nicht verteufeln, wir können etwas von ihnen lernen», findet Tarr. Hoffentlich lassen sich die Kinder- und Hausärzte diese Chance nicht entgehen.

Der neue Schweizerische Impfplan wird heute Montag im Bulletin des BAG publiziert.

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129 Kommentare zu «Was Eltern über den neuen Impfplan wissen sollten»

  • Denken-macht-frei sagt:

    Wenn Impfstoffe wirklich wirksam sind, um Krankheit zu verhindern, so wäre es nur logisch, dass geimpfte Kinder gesünder sind, als ihre ungeimpften Kollegen. In der Tat ist der Wunsch sein Kind gesund zu erhalten der Grund, warum viele Eltern sich blind vertrauend an den öffentlich empfohlenen Zeitplan für Impfungen halten.
    Gleichzeitig aber gibt es mehr denn je Kinder mit Allergien, Asthma, verschiedenen Entzündungen, Autoimmune Erkrankungen, Autismus und Lernschwierigkeiten. Ist das nur ein Zufall?!
    Ungeimpfte benötigen selten Medikamente und profitieren vom eigenen, unberührten Immunsystem. Diese Tatsache könen am besten bestätigen die Eltern welche ein geimpftes und ein ungeimpftes Kind erzogen haben.

    • Lina Peeterbach sagt:

      „Ungeimpfte benötigen selten Medikamente und profitieren vom eigenen, unberührten Immunsystem.“

      Woher nehmen Sie denn diese Aussage??

      Es gibt ziemlich viele Hinweise darauf, dass die zunehmenden Allergien etc. mit übermässiger Hygiene zu tun haben. Impfen hat aber nichts mit Hygiene zu tun.

      Was soll denn ein „unberührtes“ Immunsystem sein?

      Mir scheint, Sie haben sich munter am Korb „Ich glaube an die intrinsische Bosheit der Pharmaindustrie, die uns eigentlich krank machen möchte“ bedient und alles fröhlich durcheinander gemischt.

    • Lala sagt:

      Wäre dem so, gäbe es Studien und Stasistiken die das Abbilden.
      Dem ist nicht so.

      Sie erzählen Märchen.

    • Martin Frey sagt:

      @Lina, Lala
      Der nachgerade übliche Weltverschwörungswirrwarr. Wie ich in einem ersten Post erwähnte, ab einem gewissen Punkt macht es schlicht keinen Sinn mehr, ernsthaft darauf einzusteigen. Stellen Sie sich einfach mal vor, Sie hätten mit solch krudem Zeug jeden Tag zu tun…

      Aber etwas muss noch erwähnt werden: Jemand, der seinen Nick bewusst „Denken-macht-frei“ wählt, also eine Formulierung die für jeden halbwegs historisch gebildeten Menschen hochgradig vorbelastet ist, lässt definitiv Rückschlüsse auf das eigene Weltbild zu.

  • Valerie F sagt:

    Eine Frage an die Impfskeptiker hier: Wenn Sie in ein Land reisen, welches eine Impfung zum Beispiel gegen Cholera oder Typhus vorschreibt, was machen Sie dann? Nicht hinreisen oder impfen? Was wenn es keine Impfpflicht gibt, aber eine starke Empfehlung zB Tollwut in Afrika?

    Und wenn Sie impfen, warum ist das anders als eine Impfung als Kind?

  • Lina Peeterbach sagt:

    Impfen ist eine DER grossen Erfolgsgeschichten der Medizin, neben z.B. Hygiene, Antibiotika, Chirurgie. Daran gibt es einfach nichts zu diskutieren. Die diversen Argumente der Impfkritiker sind fast alle sehr einfach zu entkräften. Autismus = purer Schwachsinn. Impfschäden und -komplikationen allg: gibt es, sind aber statistisch viel weniger verbreitet als Schäden und Komplikationen resultierend aus der Krankheit selbst. Körperverletzung: jeder med. Eingriff ist gleich zu werten. Bei akuter Appendizitis fragt niemand, ob der Chirurg den Bauchschnitt machen darf. Der unterschied ist nur die zeitliche Akut-Kohärenz vs. Prophylaxe. Impfungen an Säuglingen: ist tatsächlich besser dank Immunschutz durch Mutter. Verschwörungstheorie der Pharma: Impfen kostet weniger als behandeln!!

    • Astrid Meier sagt:

      „Purer Schwachsinn“ ist allerdings ein sehr einfaches Argument, das Skeptikern allerdings kaum überzeugen dürfte.

      • Lina Peeterbach sagt:

        Hierzu gibt es genug Informationen; aufgrund der beschränkten Zeichenanzahl habe ich es mir einfach gemacht…

    • Hotel Papa sagt:

      Mein Argument adressierst Du nicht: Nicht lebensbedrohliche Kinderkrankheiten sind eine Chance, kein Problem. Die Immunisation durch die echte Krankheit ist besser, setzt den Erwachsenen mit nachlassendem Impschutz nicht dem Risiko aus, die Krankheit zur Unzeit einzufangen.
      Und das Durchimpfen nimmt vielen die Chance, diese gute Immunisierung rechtzeitig zu erlangen.

      • Lina Peeterbach sagt:

        O-Ton BAG Impfbroschüre: „Ist das «Erleben» einer Kinderkrankheit nicht etwas Wichtiges für die Entwicklung des Kindes?
        Geimpft wird nur gegen eine kleine Zahl von Krankheiten. Daneben haben Kinder ausreichend Gelegenheit, mit einer Vielzahl anderer Krankheiten Erfahrungen zu sammeln, ohne dabei das Risiko schwerwiegender Komplikationen einzugehen. Es gibt keine Untersuchungen, die belegen, dass sich Kinder, die die Krankheiten durchmachen, besser entwickeln als geimpfte Kinder.“

        Ich habe übrigens weiter unten gefragt, woher Sie die Aussage nehmen, dass die Immunisierung über die Krankheit besser ist als diejenige über die Impfung. Eine Antwort habe ich nicht gesehen.

      • Heidi Herrmann sagt:

        Tja, die geimpften Krankheiten sind aber lebensbedrohlich. Das gilt für Mumps, Varizellen, Röteln, Hepatitis B, Diphterie, Starrkrampf, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hirnhautentzündung. D.h. mit der Impfung nimmt man vorallem vielen die Chance ernsthafte Schäden oder gar den Tod zu erlangen, um Ihre beschönigende Formulierung zu verwenden.

  • Lina Peeterbach sagt:

    Wichtig wäre auf jeden Fall schon, dass die Kinderärzte sensibler mit dem Thema Impfgegnerschaft umgehen. Die Familien aus der Praxis zu weisen oder als Esoteriker darzustellen bringt ja erstmal nur noch eine Verstärkung der Verblendung: die Leute gehen zum Heilpraktiker und verweigern sich fortan nicht mehr nur den Impfungen, sondern behandeln ersthafte Krankheiten mit Zuckerkügelchen etc.
    Wichtiger und richtiger wäre es, die Auseinandersetzung zu suchen und sich wirklich die Zeit zu nehmen um Bedenken zuerst ernstzunehmen und dann zu zerstreuen.

    • tststs sagt:

      Einerseits verstehe ich Sie und bin auf Ihrer Seite; andererseits ist die Aufgabe des Kinderarztes in erster Linie das Kindswohl und nicht „die Auseinandersetzung mit den Eltern zu suchen“. Entweder man geht zum Profi, weil man ihm vertraut (was Nachfrage aus Wissensdurst nicht ausschliesst), oder man vertraut auf das eigene (Besser)Wissen.

      • Simona Seiler sagt:

        Ja, nur wem bringt es was, wenn der Arzt bzw. die Ärztin die Diskussion ablehnt? Wenn die Eltern daraufhin die Praxis wechseln und das Kind nicht impfen lassen, ist ja niemandem geholfen.
        .
        Vielleicht hat es aber auch etwas damit zu tun, dass Ärzte für solche Patientengespräche kaum entlöhnt werden. Angesichts der Tatsache, dass gemäss Artikel nur 1-2% als harte Antiimpfer eingeschätzt werden, würden sich solche vertieften Aufklärungsgespräche aber sicherlich sehr lohnen.

      • Lina Peeterbach sagt:

        Aber liegt es nicht im Sinne des Kindswohls, auf eine Impfung hinzuarbeiten!? Und falls ja (wovon ich überzeugt bin), dann braucht es eben zwischendurch mal zusätzlich investierte Zeit mit den Eltern, um dies zu erreichen.

    • Heidi Herrmann sagt:

      Alles richtig. Aber wer bezahlt das? Im Tarmed ist vorgegeben, wie viel Zeit man maximal abrechnen darf für eine Impfung. Alles Weitere ist dann vom Arzt geschenkt. Und gratis mit den völlig irrealen Argumenten aus dem Internet herumschlagen wird irgendwann unzumutbar.

  • Edith sagt:

    Damals waren meine Kinder ungefähr acht Monate und eineinhalb Jahre alt als sie sich mit Masern ansteckten. MeinSohn hate ein paar Flecken, meine Tochter sah dagegen sehr krank aus. Der Ausschlag begann im Mund, dann der Ausschlag im Gesicht enorm Nasenschleim und ein Husten wie das Keuchen eien Hundes. Der Ausschlag ging vom Kopf über den Körper und verschwand über die Beine. Der Spuk dauerte ungefähr vier fünf Tage und danach waren alle schweren Symptome verschwunden als wäre nichts gewesen. Gerade beim Unterdrücken dieser Symptome kann es zu Koplikationen kommen. Danach war sie fit und keinenfalls kränklich, ganz anders bei der Scharlach, da war sie noch wochenlang geschwächt, trotz leichtem Antibiotika.

    • Lina Peeterbach sagt:

      Sie wissen schon, dass Einzelfallbeschreibungen nichts mit wissenschaftlichem Erkenntnisgewinn zu tun haben?

    • Divi D. sagt:

      Edith, ich könnte hier nun die Geschichte des Mädchens aus unserer Nachbarschaft erzählen, das mitte 70er Jahre an Masern, bzw. den Komplikationen, die diese mit sich brachten, starb. Weder Ihre Geschichte noch meine sind repräsentativ. Aber ja, persönliche Erfahrungen hinterlassen meist einen tieferen Eindruck als alle Statistiken – und so wurden unserer Kinder geimpft.

    • Heidi Herrmann sagt:

      Es gibt keine „leichten Antibiotika“. Es gibt resistenzgerechte und korrekt dosierte Antibiotika, und solche die das auf die eine oder andere Art nicht sind. Mit letzterem züchtet man Resistenzen, was verantwortungslos ist. Und im Uebrigen gibt es gar keine Therapie von Masern. „Unterdrücken dieser Symptome“ geht deshalb gar nicht. Mit Antibiotika schon gar nicht, die helfen nämlich bei Viruserkrankungen nicht.

  • Widerspenstige sagt:

    Ich weise eine fast 40-jährige Erfahrung aus mit komplementärmedizin. Anwendungen. Wer sich in Heilkräuterkunde unserer Vorfahren einliest und an sich selber ausprobiert mit entsprechender Anwendung wie zB Tees, Wickel, Präventivmitteln übers Jahr verteilt und die Herkunft dieser Heilkräuter kennt (keine mit Pestiziden verseuchte Nachbarswiese erkennbar beim Pflücken in unbekanntem Terrain etc), tut Gutes für die eigene Immunitätsstärkung. Meine drei Kinder wurden nur mit MMR, Kinderlähmung, Starrkrampf geimpft (auf dem Land wohnend in Waldesnähe) und noch ein paar unkontrollierten Impfungen durch die RS (meine zwei Söhne wurden einfach ungefragt durchgeimpft!).

    Wir haben gutes kontrolliertes Trinkwasser, Bioprodukte und können uns somit selber immunisieren.

    • Ralph Kaiser sagt:

      Impfen ist wie der Sicherheitsgurt im Auto. Mit etwas Glück braucht man ihn das Leben lang nie. Man kann Unfälle auch ohne Gurt überleben. Und es gibt bestimmt auch Fälle, wo vielleicht (so genau lässt es sich dann ja nicht rekonstruieren) jemand nicht in der Lage war, den Gurt zu lösen und so im Fahrzeug verbrannte. Und die Statistik sagt, dass die Todesfolgen bei Autounfällen seit Einführung der Sicherheitsgurtes drastisch zurück gingen.

      Daher meine Frage an die Impfgegner: Gurten Sie sich beim Autofahren auch nicht an? Denn die Argumente, den Gurt nicht zu tragen, sind genau die gleichen wie die gegen eine Impfung.

    • Hans Hasler sagt:

      wie soll „gutes Essen“ etc gegen Hepatitis B helfen? Das ist doch vollkommen unrealistisch.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Als wir Kinder waren, sind wir immer ohne Kindersitz und unangeschnallt im Auto gefahren. Und keinem von uns ist je etwas passiert ….

      Das ist natürlich ein Hammer-Argument!
      Sehr tiefgehend nachgedacht.

      • Tofa Tula sagt:

        Warum gehen Sie nicht weiter und befuerworten gleich auch gentechnische Eingriffe (die ultimative Impfung) wie bereits in China ausprobiert?

    • Nala sagt:

      Starrkrampf ist ja meist gleich die dreifach Impfung „Di-Te-Per“. Ich nehm an, die Kinder haben diese? Mehr hab ich meine Kinder auch nicht impfen lassen. MMR, Di-Te-Per und Kinderlähmung. In der RS wird übrigens nicht ungefragt geimpft, sonst müssten sie die Jungs in Narkose gelegt haben. Ansonsten kann Mann jederzeit nein sagen, wenn Arzt mit Spritze kommt.

  • Fabio sagt:

    Bei diesen spannenden Diskussionen kommen bei mir mehrere Fragen auf:
    -Wieso kriegen die Buben nicht gleich noch die Meningokokkenmeningitisimpung? dann müssten sie diese Impfung beim Eintritt in die RS nicht mehr machen.
    -Wieso erhielten meine Cousins alle den Keuchhusten trotz Impfung?
    -Woher bezieht Herr Frey seinen Lohn?

    • Martin Frey sagt:

      @Fabio
      – ad 1) Sie bekommen sie ja auch. Steht alles im Impfplan
      – ad 2) Wahrscheinlich stimmt diese Aussage so nicht. Aber fragen Sie ihren Arzt.
      – ad 3) Sagen Sie mir Ihren Beruf, dann sage ich Ihnen meinen. Auch wenn beides nichts zur Sache tut.

      • Frank Lauer sagt:

        Gerade Keuchhusten kann man auch trotz Impfung bekommen. Ebenso schützt die durchgemachte Krankheit nicht lebenslang. Dachte man lang, weiss es inzwischen aber besser.
        .
        Das Problem ist, dass bei langanhaltendem und mühsamem Husten oft trotzdem nicht an Keuchhusten gedacht wird – ergo die Behandlung mit Antibiotika gar nicht oder zu spät gemacht wird und weitere Menschen angesteckt werden können. Die Impfung ist natürlich trotzdem sinnvoll (vor allem für Eltern/Grosseltern/Lehrer etc.), da man sich seltener ansteckt und der Verlauf dann in der Regel milder ist.

    • Heidi Herrmann sagt:

      Keuchhusten ist nicht wirklich ein Problem im Erwachsenenalter und verläuft meist wenig symptomatisch. Der Impfschutz ist nicht Lebenslang und im Erwachsenenalter impft man das ja nicht mehr. Ein Kleinkind kann aber daran sterben weil es einfach aufhört zu atmen im Schlaf. Und darum impft man die Kinder.

  • Maike sagt:

    Für mich ein deutliches Indiz – es gibt einfach ein Zuviel an Informationen. Angefangen von Verschwörungstheorien über mehr oder weniger positive elterliche Erfahrungsberichte, bis hin zu Propagandainfos der Pharmaindustrie und Stellungnahmen von Forschern und Ärzten.
    Ich finde das in keinster Weise hilfreich. Deswegen verlasse ich mich da immer eher auf mein Bauchgefühl und das , was sich um mich herum abspielt.
    Beim Impfen war es so, das kein einziges Kind zu derzeit, wo meine Kinder geimpft worden sind, nicht geimpft war oder das es da zu Schäden auf Grund des Impfens gekommen ist.
    Für mich stelle ich des wegen Impfen bei Kleinkindern nicht in Frage.

    • Hans Hasler sagt:

      Der Typ ist an einer Sepsis gestorben. Ein Zusammenhang mit einer Impfung zu suchen ist schon sehr weit hergeholt.

    • Heidi Herrmann sagt:

      Ein Beispiel mehr, wie mit Halbwahrheiten und komplett erfundenen Geschichten Behauptungen in die Welt gesetzt werden. José Peralta hatte eine akute Leukämie. Die beginnt häufig mit Fieber und Unwohlsein ähnlich einer Grippe. Und auch heute noch verläuft sie häufig tödlich. Die Diagnose wurde vom Gerichtsmedizinier bestätigt und so veröffentlicht. Wäre auch für die Stimmungsmacher auf gelat.at im Internet einsehbar. Mit einer Grippeimpfung hat das gerade mal gar nichts zu tun.

  • Roli sagt:

    Die Entscheidung ist doch ganz einfach.

    – Du musst nur die Kinder impfen welche du auch behalten willst.

  • Röschu sagt:

    Mir erschliesst sich das soziale Argument („Du musst dich impfen lassen, damit du niemand anderen anstecken kannst“) nicht. Es geht doch letztlich um Eigenverantwortung. Die Geimpften schützen sich mittels Impfung davor von Nichtgeimpfte angesteckt zu werden.

    • Martin Frey sagt:

      @Röschu
      Es gibt nun mal Menschen, die können aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden, resp. können keinen genügenden Impfschutz aufbauen. Diese Menschen sind auf unsere Solidarität angewiesen, sie ist für sie schlicht lebensnotwendig.

    • Anna Moos sagt:

      Es gibt Personen (Neugeborene, alte Menschen, Krebskranke Menschen etc.) die sich nicht impfen lassen können, oder so immunschwach sind, dass die alten Impfungen nicht mehr greifen. Sie brauchen diesen „Herdenschutz“, es ist doch nicht so schwer zu begreifen…

    • awi sagt:

      Ich kann Ihnen dazu eine persönliche Antwort geben: mein jüngster Sohn ist 6 Monate alt und kann in frühestens 3 Monaten gegen MMR geimpft werden. Da unsere grösseren Kinder in die Schule gehen, haben sie entsprechend Freunde dort, die ab und zu zu Besuch kommen. Falls jetzt eines von diesen nicht geimpft ist und den Kleinen mit Bspw. Masern ansteckt, wäre das in dem Alter verheerend (abgesehen davon sind Masern nicht nur in diesem Alter eine Katastrophe fürs Immunsystem…) Freundliche Grüsse.

    • tina sagt:

      genau die selben menschen, die mit einem geschwächten immunsystem, die sterben zu hunderten – das ist nicht übertrieben! – an der umweltverschmutzung, die durch individualverkehr verursacht wird.
      wegen nicht oder später gemachten impfungen gibt es kaum tote hierzulande.
      unten gibt es martin frey ja zu: diese 6fach impfung wird nur „einfachkeitshalber“ so gemacht und nicht, weil es notwendig ist aus seuchentechnischen gründen. würde es darum gehen, könnte man einige impfungen auch später machen. so produziert man impfkritiker

      • Lala sagt:

        Was ist bitte schlecht daran sofort alles zu Impfen, auch wenn der Schutz/Nutzen erst später benötigt wird?
        Ist doch viel angenehmer direkt alles durchzuhaben statt alle paar Jahre wieder irgendwas Impfen zu müssen.

      • tina sagt:

        man muss sowieso alle paar jahre irgendwas 🙂

      • Lala sagt:

        Mir erschliesst sich ganz einfach nicht, was anm Einzelimpfen besser sein soll als am Multiimpfen.
        Die meisten ernsthaften Impfkomplikationen treten beim falschen Spritzen auf und nicht in Zusammenhang mit den Wirkstoffen. Ein Kind häufiger einer Spritze auszusetzen, dürfte das Risiko auf eine Komplikation weit mehr steigern als irgendwelche ominösen Impfschäden die durch den Wirkstoff hervorgerufen werden, zumal dieser ja in der Kombiimpfung schädlicher sein müsste als einzeln.

        Ich verstehe ganz einfach nicht, warum man Einzelimpfungen ok findet aber kombiimpfungen nicht.
        Totalopposition zum Impfen finde ich zwar extrem dumm, aber ich kann es irgendwo nachvollziehen.

    • Thomas sagt:

      @ Röschu, also ist ihnen ein Neugeborenes nicht wichtig? 😉

    • Tofa Tula sagt:

      Das altruistische “damit andere nicht angesteckt werden” nehme ich nur den Allerwenigsten ab. Genau wie beim kuerzlichen “Trauermarsch” – nicht etwa “Schockmarsch” oder so – in Basel. Man kann nicht ernsthaft um jemanden trauern, der einem nicht nahesteht. Sonst wuerde man fuer jedes z.B. in Yemen umgebrachte Kind auch auf die Strasse gehen muessen. Tut man aber nicht. Massenhysterien scheinen Mode zu werden.

  • Rolf Gysling sagt:

    Unsere Kinder wurden auch nicht nach Impfplan geimpft. Masern aber schon, jedoch dürfen Sie Röteln, Mumps und Windpocken machen wenn sie wollen und falls sie bis zur Pubertät dann Mumps oder Röteln nicht hatten kann man das dann immer noch impfen. Die üblichen Verdächtigen wie Starrkrampf, Keuchhusten, Kinderlähmung, Pneumokokken wurden aber geimpft. Hepatitis haben wir nicht geimpft das kann man später immer noch nachholen. Als ich vor einigen Jahren nach einem Hepatitis Test fragte nachdem ich Partnerin wechselte hat man mich mit riesengrossen Augen angeschaut das sei so selten, das würde man nie testen.

    • Hotel Papa sagt:

      Das ist der Punkt, der nie angesprochen wird. Viele Impfskeptiker sehen die nicht lebensbedrohlichen Kinderkrankheiten als Chance. Und die damit erworbene Immunität ist der angeimpften allemal überlegen.
      Mit dem Durchimpfen haben wir heute die perverse Situation, dass sich Erwachsene mit abklingendem Impfschutz mit Kinderkrankheiten anstecken können. Das ist nicht lustig. Ausserdem nehmen wir denen, die die Immunisierung via Krankheit holen wollen, die Chance, sich rechtzeitig anzustecken.
      Masern ist ein Sonderfall. Da human-spezifisch und mit relativ hohem Komplikationsrisiko, ist es wohl die Mühe wert, die Krankheit auszurotten, wie das mit den Pocken geschehen ist.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Wir leben immer länger.
        Tatsache. 100% mit Fakten belegt. Ohne wenn und aber.
        Wir bleiben auch immer länger jung und gesund.

        Die Technologiefeindlichen überspringen stets diese grundlegenden Fakten. Sie orientieren sich lieber an Einzelfällen, Geschichten… und pflegen ein Grundmisstrauen gegen die Wissenschaft.
        Aber die Zahlen sind einfach eindeutig, die Massnahmen welche Wissenschaft und Forschung in sehr grosser Übereinstimmung empfehlen (meist über 90% der Fachverständigen) haben Mio. Menschen das Leben gerettet und noch mehr Menschen das Leben entscheidend verbessert. Durch nüchterne Fakten beweisbar!

      • Lina Peeterbach sagt:

        Woher nehmen Sie denn die Aussage, dass die durch Krankheit erworbene Immunität grösser ist als die durch Impfen erworbene?

      • Martin Frey sagt:

        @HP
        „Viele Impfskeptiker sehen die nicht lebensbedrohlichen Kinderkrankheiten als Chance.“
        Das stimmt. In Ignoranz und fehlender Demut, die in all den Jahrzehnten verloren gegangen ist, in denen uns diese Krankheiten (wie zb Polio die einem früher regelmässig begegneten) nicht mehr in ihrem Schrecken geläufig sind.
        „Und die damit erworbene Immunität ist der angeimpften allemal überlegen.“
        Das ist, zumindest in dieser apodiktischen, pauschalisierenden Art, Unsinn. Sie sind sonst durchwegs ein sehr differenziert argumentierender Kommentator, HP. Bin ehrlich gesagt etwas überrascht, dass Sie derart komplexe Sachverhalte derart über einen Kamm scheren, mit einer Aussage, die so nicht sachgerecht ist.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Lina – diese Aussage nimmt man aus dem Land Behauptistan.
        In diesem Land ist man extrem skeptisch gegen allgemein anerkannte Wahrheiten, welche durch unzählige Studien belegt sind, aber absolut unskeptisch gegenüber baren Behauptungen, wie „nicht geimpft, aber Bio-ernährt“ oder „durch Krankheit stärker, als durch Impfung“, „früher waren Menschen resistenter/weniger krank“ etc.
        Ohne einen einzigen Faktencheck werden solche Behauptungen mehr vertraut als allen Fachleuten und wissenschaftlichen Studien.
        In Behauptistan steigt man zwar in Lifte, Züge, Flugzeuge und läuft über Brücken und verlässt sich auf das Navi (und anerkennt somit die Wissenschaft), aber beim STeckenpferd hält man sie dann für manipuliert und keineswegs vertrauenswürdig.

    • tststs sagt:

      Ähm, nicht das ich jetzt schon wahnsinnig viele HIV-Tests gemacht hätte, aber Hepatitis B gehörte dort standartmässig dazu…

    • Martin Frey sagt:

      „Als ich vor einigen Jahren nach einem Hepatitis Test fragte nachdem ich Partnerin wechselte hat man mich mit riesengrossen Augen angeschaut das sei so selten, das würde man nie testen.“
      Wer nichts testet, findet nichts, Herr Gysling.
      Vielleicht sollten Sie besser eine andere, weniger esoterische Praxis frequentieren….

      • Rolf Gysling sagt:

        Stinknormale Gruppen praxis Herr Frey. Entgegen Ihrer Ansicht über mich gehe ich in der Regel zu Schulmediziner.

  • Rolf Rothacher sagt:

    Immer mehr wird der Mensch zur Ware des Staates. Der Staat will, dass er sich impft, als Säugling, als Erwachsener, als Alter. Und er soll seine Organe abgeben, wenn er nicht widerspricht (doch dieses Widerspruchsrecht wird ebenfalls fallen, wenn es zu viele tun sollten).
    Ein Leben ist nicht wertvoll, nur weil es 90 Jahre andauert. Und würden die Impf-Befürworter nicht jede schwere Erkrankung eines Kindes NACH einer dieser Vielfach-Impfungen als „nicht mit der Impfung in Zusammenhang stehend“ erklären, man könnte tatsächlich sinngerecht darüber diskutieren.
    Es sind die Impf-Befürworter, die keine Diskussion wollen. Doch wir alle wissen, wie oft und wie grundsätzlich sich die Wissenschaft täuscht! Doch das ficht sie nie an, so lange der Gegenbeweis nicht erbracht ist.

    • Martin Frey sagt:

      @Rotacher
      „Immer mehr wird der Mensch zur Ware des Staates. Der Staat will, dass er sich impft, als Säugling, als Erwachsener, als Alter.“
      Und dann will er auch noch, dass Sie Gurten tragen beim Autofahren, Helmtragen auf dem Motorrad, und Sie dürfen nicht mal mit 80 durch die 30er Zone brettern. Immer dieser Staat, eine Schweinerei sowas… 😉
      „Es sind die Impf-Befürworter, die keine Diskussion wollen.“
      Diskussionen wären grundsätzlich willkommen. Aber irgendwann müsste man halt schon akzeptieren können, dass die Erde keine Scheibe ist. Und dass sie sich um die Sonne dreht, und nicht umgekehrt.

      • Rolf Gysling sagt:

        Nur Herr Frey ist eine Impfung ein Eingriff in den eigenen Körper und somit eine (geduldete) Körperverletzung. Das ist meiner Meinung nach schon noch etwas anderes als ein Sicherheitsgurt im Auto. Ich habe auch schon eine Impfung (FSME) nach der ersten Dosis abgebrochen, weil ich dann einen Monat lang todmüde war und starke Kopfschmerzen bekommen hatte. Darf nun der Staat sowas einfach verordnen? Müssen werdende Mütter dann alle Vorsorgeuntersuchungen durchführen und bei positiven Resultaten Abtreiben? Werden dann auch Menschen mit vererbbaren Gendefekten unterbunden? Schliesslich muss die Gesellschaft geschützt werden, wenn man den Faden noch etwas weiterspinnen will…

      • Hotel Papa sagt:

        Kinematisch ist es gleichwertig, ob die Sonne um die Erde kreist, oder umgekehrt.
        Und für den Beobachter auf der Erde ist das Geozentrische Modell allemal einfacher.
        Oder geht bei ihnen nicht die Sonne auf? Heliozentrisch müsste man sagen, der Standort wendet sich der Sonne zu…

      • Lala sagt:

        Ich hab mich aufgrund eines Aufenthalts in Afrika letztes Jahr geimpft. Beratung weggerechnet dauerte der Spass 5 Minuten für iirc 3 Spritzen (Tropensachen + Generalerneuerung).

        Einen Helm zu tragen ist unbequemer als sich eine Impfung stechen zu lassen. Die tägliche Malariaprofilaxe war auch mühsamer.

      • Martin Frey sagt:

        @Gysling
        „Nur Herr Frey ist eine Impfung ein Eingriff in den eigenen Körper und somit eine (geduldete) Körperverletzung.“
        Das ist richtig. Der Staat schreibt bis dato auch keine Impfungen vor. Nachgerade typisch sind aber Ihre bizarren Vergleiche zu Zwangsabtreibungen und – unterbindungen, die für Ihre Kreise leider symptomatisch sind und jeder vernünftigen Diskussion im Wege stehen.
        Wenn Sie die ethisch-juristische Seite aber weiter spinnen wollen, gäbe es noch eine andere Seite. Sie haben zwar alles Recht als Erwachsener, sich selber Gefahren auszusetzen. Das respektiere ich. Haben Sie aber auch das Recht, Ihre Kinder unzulässigen, potenziell tödlichen Gefahren mutwillig auszusetzen? Sowie die Kinder anderer Menschen?
        Denn dabei handelt es sich nicht um Ihren eigenen Körper.

      • tina sagt:

        ja eben. solidarität: wieviele tote hierzulande gibt es aufgrund von impkritikern, und wieviele aufgrund von unnötigem individualverkehr. wer hat warum welches recht wozu?

      • Rolf Gysling sagt:

        Herr Frey, ich weiss zwar nicht was „meine Kreise“ sind, da sie mich ja ganz offensichtlich in die Impfverweigerer Ecke stellen. Somit gibt es Ihrem Denken nach nur Impfwillige = gut, alle anderen = schlecht. Ich bin geimpft und unsere Kinder auch. Nur wage ich es tatsächlich den Impfplan des BAG nicht strikte zu befolgen und zwar in belangen welche wir als nicht sinnvoll erachten. Um Ihren Auto vergleich weiter zu verfolgen fahren sie auch mit verstärktem Rahmen, 4-Punkte Gurt und Helm durch die Gegend und einem Fahrzeug mit möglichst geringem Risiko für Fussgänger und andere Fahrzeuge, also am besten mit dem Velo? Ich glaube nicht, dass wir unsere Kinder durch weglassen von Röteln, Hep A&B, etc einem massiven Risiko aussetzen, Sie schon? Masern sind sie geimpft.

      • Mario sagt:

        @Gysling
        Schauen Sie sich die Implikationen von HepatitisB genau an, dann erübrigt sich Ihr Kommentar.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Wir Menschen sind soziale Wesen. Unser Verstand hat uns gelehrt, dass wir gemeinsam stark sind und dass wir in dieser brutalen und gefährlichen Natur nur gemeinsam überleben können.
        Wir haben dann gemerkt, dass dieses „gemeinsam“ nur geht, wenn wir uns auf gemeinsame Regeln einigen. So entstanden Sippen, Stämme und letztlich Staaten.

        Seien es nun Libertäre oder Menschen wie die obigen Kommentatoren: über diese fundamentalen Tatsachen wird nie ein Gedanke verschwendet.
        Deshalb ist eine Diskussion auch so schwierig. Man stellt sich auf die Position des Total-Individualisten der quasi völlig autark von der Gesellschaft leben könnte und ist sich null-bewusst, dass man Nutzniesser unserer ausgeklügelten Systeme ist.

      • Rolf Gysling sagt:

        @Mario Risikogruppen sind sexuell aktive Erwachsene sowie Personen welche in medizinischen Berufen arbeiten (Quelle: hepatitis-schweiz.ch).

  • Brunhild Steiner sagt:

    Stände ich nochmals vor diesen Fragen würde ich mir sehr wünschen dass Einzeldosen, resp bescheidenere Kombi-impfung im Angebot wären! Im Pubertätsalter sind noch ganz andere Themen von lebenswichtiger Bedeutung, wir können doch die Auseinandersetzung mit den Familien nicht scheuen, bloss weils dann halt „eine schwierige Zeit“ ist.

    Was mir fehlt ist der Hinweis auf die Solidarität gerade gegenüber immungeschwächten Mitmenschen. Für diese kann eine verweigerte Masernimpfung tödlich, oder mit bleibenden Schäden verbunden, sein.

    • Peter Koller sagt:

      „Was mir fehlt ist der Hinweis auf die Solidarität gerade gegenüber immungeschwächten Mitmenschen. Für diese kann eine verweigerte Masernimpfung tödlich, oder mit bleibenden Schäden verbunden, sein.“

      Das ist der entscheidende Punkt. Nicht nur Immungeschächten, auch babies. Masern impft man erst im Alter von 12 Monaten aus dem einfachen Grund weil die Impfung vorher noch keinen genügenden Schutz erzielt. Ein Minimum Gesetz sollte zumindest Impfzwang für alle in Kontakt mit Kleinkindern erzwingen und dies betrifft somit besonders andere Kleinkinder.

      • awi sagt:

        @Tina
        Ich befürchte Sie verwechseln Hepatitis mit Meningitis (Meningitis = Hirnhautentzündung). Das u.a. sexuell übertragbare Hepatitis B Virus verursacht aber nicht Hirnhautentzündung, sondern Leberentzündung. Bakterielle Hirnhautentzündung kann man durchaus auch im Babyalter bekommen! Soviel zu den Basics…

      • Simona Seiler sagt:

        Peter Koller, man kann ab 6 Monaten gegen Masern impfen. Es braucht dann einfach einen Stupf mehr (also drei statt zwei), das Kind ist aber schon früher geschützt (wenn auch noch nicht wie nach vollendeter Immunisierung).

    • Martin Frey sagt:

      Sie müssen sich fragen, was Sie mit Einzeldosen bezwecken wollen, Frau Steiner? Oder anders formuliert, solche machen ja nur für die Leute Sinn, die sich sowieso substantiell vom Impfplan distanzieren wollen, und ihr eigenes Ding durchziehen. Zudem, Sie müssen sich sehr gut überlegen, wieviele Picks Sie im Säuglings- wie auch im Kindesalter setzen möchten. Sechs schmerzhafte Picks für sechs Einzelimpfungen anstatt alle in einer einzigen Dosis machen nun wirklich keinen Sinn.
      Ausser eben, man denkt es à priori besser zu wissen, was die richtigen Impfungen für die eigenen Sprösslinge sein sollen. Nur kann sich weder ein Staat, eine Impfkommission, noch eine Industrie nach jedem massgeschneiderten individuellen Wunsch irgendwelcher Impfgegner richten.

      • tina sagt:

        martin frey: das muss nicht so negativ sein. ich sehe wirklich nicht ein, warum man jetzt sogar 8 wochen junge neugeborene gegen hirnhautenzündung impfen muss und damit eine 6fach impfung direkt in die blutbahn hauen, nur weil man „teenager nicht mehr so gut erreichen“ kann. man könnte gegen hirnhautentzündung im laufe der kindheit impfen.
        eltern macht es häufig schon etwas angst, gleich so viele sachen aufs mal einem soooo kleinen baby aufsmal in die blutbahn zu spritzen. das ist der grund, warum impfungen hinausgezögert werden.
        wäre solidarität mit immungeschwächten wirklich thema, würden 70% weniger autos fahren.

      • Sportpapi sagt:

        @tina: Obwohl es ja mit dem Thema nichts zu tun hat – ich fahre kein Auto.
        Und die Angst vor Hirnhautentzündung ist vorhanden, seit im Dorf mal ein Kind daran nach einem Zeckenbiss gestorben ist. Bist du sicher, dass das einem Säugling noch nicht passieren kann? Gerade wenn er auch mal im Wald ist?

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Bei der 6-fach Impfung ist die FSME-Impfung, welche gegen die von Zecken übertragen Hirnhautentzündung schützt, gar nicht dabei.

        Hier fängt die eigentliche Impfproblematik an: die Eltern reden mit (was verständlich ist), verstehen aber nicht mal die Basics.

        Ich weiss nicht wie man dieses Dilemma lösen kann in einer Zeit, in welcher sich die Patienten nicht mehr als Patienten verstehen, sondern als mündige Kunden.

      • tina sagt:

        klar hat solidarität mit dem thema zutun.
        schön, dass du nicht fährst, allerdings kümmert all die, die das täglich tun (alleine im auto, für +/-5km), solidarität offensichtlich nicht. vielleicht sind sie sich gar nicht bewusst, dass jährlich hunderte (in der schweiz!) sterben wegen dieser mangelnden solidarität. verhältnismässigkeit!
        die hirnhautentzündung, gegen die nun ein neugeborenes geimpft wird, obwohl es erst als teenager müsste, ist nicht die, die durch zecken übertragen wird

      • Martin Frey sagt:

        @Steinadler
        „Hier fängt die eigentliche Impfproblematik an: die Eltern reden mit (was verständlich ist), verstehen aber nicht mal die Basics.
        Ich weiss nicht wie man dieses Dilemma lösen kann in einer Zeit, in welcher sich die Patienten nicht mehr als Patienten verstehen, sondern als mündige Kunden.“
        Sie bringen es auf den Punkt. Und daher kommen wir letztendlich nur mit Ueberzeugungsarbeit allein (einem riesigen Aufwand notabene) als Gesellschaft nicht unbedingt so substantiell weiter, wie es eigentlich nötig wäre.

      • tina sagt:

        hier war es aber ein impfbefürworter, der keine ahnung hatte

      • Sportpapi sagt:

        @Steinadler: Erwischt! Aber da wir uns ja an die Empfehlungen der Experten halten, kann ich es mir leisten, nicht alles im Detail nachzulesen.

      • tina sagt:

        klar kannst du das, aber dann solltest du nicht diskutieren.
        zeckemimpfungen werden übrigens nicht empfohlen für neugeborene. warum nicht? man könnte doch gleich alles, so wie hier argumentiert wird. also auch gleich grippe und windpocken, gebärmutterhalskrebs und alle hepatitisarten

      • Lina Peeterbach sagt:

        Möglichst frühe Impfungen macht man auch deshalb, weil das Immunsystem Neugeborener durch die Muttermilch mitgeschützt wird und die Impfungen daher oft besser vertragen werden. Das hat mir jedenfalls unsere Kinderärztin so erklärt. Und ich vertraue ihr als Fachperson eher als „meinem Bauchgefühl“.

      • tina sagt:

        lina, für mich als laien klingt das sogar nachvollziehbar – allerdings höre ich das nun zum ersten mal, und ich denke, wenn das so wäre, würde man dieses argument gern und oft auf den tisch legen

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        @ Sportpapi: beim Thema Impfen sind wir einer Meinung – anders als beim Sportunterricht :-).

        (Sollten Sie den der „richtige Sportpapi“ sein und nicht der „Fake Sportpapi“, der hier ab und zu auftaucht….)

  • Brunhild Steiner sagt:

    Dass man Impfskeptiker mit einer erweiterten Kombi-impfung erfolgreich erreichen wird finde ich schon seltsam. Ist es doch gerade der kombinierte Zwang welcher von Vielen kritisiert wird, und dass die einzelnen Impfungen nicht erhältlich sind.

    Bei F würde mich interessieren wie es bezüglich Durchsetzung aussieht. Sind nun alle Schulkinder nach Plan geimpft, gibt es keinerlei „Widerstand“ oder Ausweichmöglichkeiten?

    • tina sagt:

      genau. es sind diese xfach impfungen, die eltern doch etwas angst einjagen. zurecht

      • Sportpapi sagt:

        Warum zurecht? Ich bin jedenfalls aus verschiedenen Gründen froh, wenn möglichst vieles möglichst umfassend abgehandelt wird.
        Ausserdem gibt es ja keine Verpflichtung, auch im Jugendalter regelmässig zu Impfterminen zu gehen – das geht dann schnell mal vergessen.

      • tina sagt:

        wieso sollte das eher vergessen gehen als neugeborene zu impfen? eltern kümmern sich üblicherweise auch um 10 oder 15 jährige, sie sind dafür verantwortlich. man schickt sie auch zum zahnarzt. und die schule macht erinnerungstermine für kontrollen, das könnte man genausogut für impfungen, das wäre kein problem.
        mag sein, dass es für einen teil der eltern kein ding ist, ihrem neugeborenen überflüssige intravenös zu spritzen, aber für einen nicht unerheblichen teil eben schon. ich gehöre dazu

      • tina sagt:

        wenn man also diese eltern ins boot holen will, und das will man ja, dann sollte man diese eltern ernst nehmen. wenn die impfunkritiker keine besseren argumente als impfkritiker haben, ist es das problem der leute, die die impfkritiker ins boot holen wollen.

      • Zimy sagt:

        @tina: Also, meine Kinder bekamen keine einzige intravenöse Impfung. Nur intramuskulär in den Oberschenkel, als sie noch klein waren, und später in den Oberarm, wie Erwachsene auch.

      • tina sagt:

        ja, das stimmt natürlich zimy. in den muskel. also einfach mit einer spritze in den körper und das finde ich schon heftig.
        das immunsytem muss da mit vielem aufsmal klarkommen. wenn das nicht heftig wäre, würde es ja nichts nützen.

      • Kathy sagt:

        @Tina: bist du vom Fach? Ich verstehe nicht, warum man im medizinischen Bereich den Fachleuten nicht vertraut. Die wenigsten würden den Elektriker, Gärtner oder Metzger widersprechen, den Ärzten hingegen schon. Für mich unverständlich. Ich bin dankbar, dass es heute Mehrfachimpfungen gibt, so wird die Kleine weniger gestochen. Und ja, sobald die HPV Impfung erlaubt ist, wird meine Tochter sie erhalten.

      • tina sagt:

        der impfplan wurde gestern geändert. erst seit gestern (!) soll ein neugeborenes (!) zusätzlich gegen eine sexuell (!) übertragbare krankheit geimpft werden, sagt das BAG meines vertrauens. also eigentlich nicht mein arzt. das hat nichts mit vertrauen zutun, ich sehe einfach den sinn nicht.
        nicht, weil ich grundsätzlich impfungen gefährlich oder unnütz finden würde, sondern einfach weil es unnötig ist, dass man noch etwas dazumischt, was man genausogut 10 jahre später impfen kann
        ja, man muss fachleuten vertrauen. meistens ist es ja kein gammelfleisch, das der metzger verkauft. implantate sind manchmal auch guter qualität. zahnärzte motzen fast nie über andere.

      • Franz Marke sagt:

        Warum wollen Sie (bzw. dieser Typus Eltern) ihre Kinder unbedingt sechsmal statt einmal pieksen lassen? Dass die damit verbundenen Kosten auch viel höher sind, versteht sich von selbst (bei Parenteralia ist oft das sterile Abpacken das teuerste, man praucht also 6 Abpackungen statt einer) Die Kinderärztin rechnet dann auch 6 statt einer Impfung ab. Gleichzeitig wird der Pharmaindustrie Geldmacherei vorgeworfen. Also wenn das stimmen würde, würden die in der Tat nur Einfachimpfungen anbieten.

      • tina sagt:

        wie hoch wären wohl die kosten, wenn man über 10 jahre rechnet? es sprach niemand von „jede impfung einzeln“. aber das angebot, einzeln wählen zu können und zu verteilen, wäre gut und würde dazu führen, dass die erwünschte durchimpfung in der bevölkerung eher erreicht wird.
        viele eltern sorgen sich nunmal, einen solchen cocktail einem so kleinen baby spritzen zu lassen. es hat ja eine auswirkung aufs immmunsystem, sonst würde man das ja nicht machen.
        gegen den erreger einer sexuell übertragbaren krankheit kann man einige jahre später noch impfen.
        meine kinder wurden übrigens geimpft, aber ich habe es auch ein wenig anders verteilt, als im impfplan vorgesehen. impfpläne werden geändert. da ist nicht heute etwas saugefährlich was gestern noch empfohlen wurde

  • Marek Golder sagt:

    Ich empfehle allen die Ihr Baby impfen lassen wollen, den Beipackzettel des Medikamentes, zu lesen. Freiwillig gibt der Arzt diesen nicht, sie müssen diesen explizit verlangen. Am besten vor der Impfung… dann überlegen sie es sich zweimal ob sie impfen wollen oder nicht. Oder gibt es Eltern, wo der Arzt über Nebenwirkungen vor der Spritze sie aufgeklärt hat?

    • Heinz Bulmer sagt:

      Haben sie sich auch den Beipackzettel fürs Leben geben lassen? Dort hat es auch ein paar Nebenwirkungen aufgelistet.

      Ausserdem gibt es genug Studien die belegen, dass die Nebenwirkungen der Impfungen weniger häufig auftreten, als wenn man sich nicht impft und dadurch bestimmte Erkrankungen bekommen.

      Ausserdem ist es einfach nur Sozial sich zu impfen. Es gibt Leute bei denen die Impfung nicht wirkt, die Erkrankt sind und deshalb ein geschwächtes Immunsystem haben oder zu klein um geimpft zu werden (Neugeborene).

    • Peter Koller sagt:

      „Oder gibt es Eltern, wo der Arzt über Nebenwirkungen vor der Spritze sie aufgeklärt hat?“

      Sie meinen Fieber? oder kommt jetzt der Schwachsinn mit Autismus?
      Haben Sie mal die Packungsbeilage von Aspirin gelesen?

    • Zimy sagt:

      Beipackzettel sind nun wirklich kein Geheimnis. Sie können diese für alle hier zugelassenen Arzneimittel unter swissmedicinfo.ch abrufen. Auch nicht mehr Aufwand als eine Fahrplanabfrage bei den SBB.

    • Franz Marke sagt:

      Gibt es für Masern und Co auch Beipackzettel?

  • Martin Frey sagt:

    Wahnsinnig viel neues steht im neuen Impfplan ja nicht. Primär fällt ja eine Impfung weg, bei Kindern ohne zusätzlichen Risiken diejenigen im Alter von sechs Monaten. Ansonsten bleibt sich das meiste gleich, abgesehen von der Einteilung. Und die Hepatitis B war ja bis anhin schon Bestandteil der Grundimpfungen.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Martin Frey

      Hepatitis B ist noch nicht so lange Bestandteil der Grundimpfung. Und schon gar nicht der Grundimpfung im Babyalter ohne Entscheidungsmöglichkeit!

      • Martin Frey sagt:

        Hep. B ist Bestandteil der Grundimpfungen, Frau Steiner, seit Jahren. Und eine Entscheidungsmöglichkeit haben Sie als Eltern immer.
        Einzig hinsichtlich Zeitpunkt und Art der Applikation gab es verschiedene Vorgehensweisen. Wie an sich auch heute noch, auch wenn der Bund nun die Durchimpfung im 1. Lebensjahr aus durchaus nachvollziehbaren Gründen favorisiert.

      • mila sagt:

        Bei uns gab es noch die Möglichkeit einer 5-fach (statt 6-fach) Impfung, das ist noch nicht lange her… Wir diese wegfallen?

      • Martin Frey sagt:

        @mila
        „Bei uns gab es noch die Möglichkeit einer 5-fach (statt 6-fach) Impfung, das ist noch nicht lange her… Wir diese wegfallen?“
        Eine berechigte Frage. Ich denke Nein. Aber sie wird wohl seltener verwendet werden. Es gab und gibt ja die Möglichkeit, nach der Fünffachimpfung später im Kindesalter die Hep. B zusammen mit der Hep. A zu machen, in meinen Augen eine sehr gute Variante. Man hat sich nun aber aus mehreren Gründen (Einfachheit, Migration etc.) dazu entschieden, das erste Modell mit den Sechsfachimpfungen zu favorisieren. Dies wohl nicht zuletzt auch darum, weil man einen Teil der Eltern/Kinder später nicht mehr erreicht.

      • tina sagt:

        genau. man könnte doch einfach mal das allernötigste beim neugeborenen, und alles andere später. ich bin 100% sicher, damit würde man viele impfskeptiker ins boot holen. aber man kommt ja nichtmal auf die idee, mit den eltern zu sprechen, schon schräg. sehr sehr schräg

      • mila sagt:

        Die Sache ist schon die, Martin: ich würde in jedem Fall davon absehen, einen Säugling/ein Kleinkind prophylaktisch gegen etwas noch unnötiges (Hepatitis) zu impfen, nur weil man später einige Personengruppen nicht mehr erreicht. Das ist für mich schlicht un-sinnig. Ich selbst werde die Impfung auf dem Radar haben, bin selbst auch dagegen geimpft. Und seitens Schule/Schularzt kann ich mir nicht vorstellen, dass keine Information im entsprechenden Impfalter mehr kommt. Soviel Selbstverantwortung muss noch sein (dürfen), statt pauschal 6-fach zu impfen. (Dass es die Option gibt, ist ok, aber es soll die Alternative 5-fach eben auch geben).

      • Martin Frey sagt:

        @mila
        „ich würde in jedem Fall davon absehen, einen Säugling/ein Kleinkind prophylaktisch gegen etwas noch unnötiges (Hepatitis) zu impfen, nur weil man später einige Personengruppen nicht mehr erreicht.“
        Es ist nicht nur das. Im ersten Lebensjahr erworbene Hep. B tendieren viel häufiger zu den am meisten gefürchteten chron. Verläufen. Zudem ist die Ansteckungsgefahr bereits ab Geburt nicht unwesentlich.
        Aber wir haben selber auch erst später geimpft, und zwar weil wir weder Leute aus „einschlägigen“ Risikoländern in unserer Familie haben, noch hatten wir die Idee, solche Länder im 1. Lebensjahr aufzusuchen. Kinder solcher Leute jedoch sollten zwingend im 1. Lebensjahr schon geimpft werden.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @mila
        sobald die Nachfrage nach weniger umfangreichen Kombis sinkt, wird es nicht mehr hergestellt werden. Das ist ja genau der Grund weshalb für die in den Kombinationen vorhandenen Impfungen nicht so viel Einzeldosen zur Verfügung stehen…, Hep A/B ausgenommen, da dies schon sehr lange bspw für exponierte Berufsgruppen im Angebot ist.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Martin Frey

        wenn Hep B in andere Grundimpfungen eingepackt wird, für die es keine Einzeldosen gibt, dann sehe ich nicht wie ich vor einer Wahl stehen sollte. Was sollen da moderate Impfkritiker, die nicht einfach per se alles ablehnen, noch gross wählen? Wenn es nur die Optionen „alles oder nichts“ gibt?

        Und genau das wird, so wie Impfkritiker verstehe, bemängelt. Zur Recht wie mir scheint.

      • Martin Frey sagt:

        @Steiner
        „wenn Hep B in andere Grundimpfungen eingepackt wird, für die es keine Einzeldosen gibt, dann sehe ich nicht wie ich vor einer Wahl stehen sollte.“
        Nur, das stimmt so nicht. Bei der Hepatitis B wie auch bei der Hep A wird es immer Einzelimpfungen geben.

      • Frank Lauer sagt:

        Brunhild Steiner: gerade ist die Einzelimpfung für Keuchhusten rausgefallen, sprich wird nicht mehr hergestellt. Sie steht nur noch als Kombi mit Diphterie und Typhus zur Verfügung. Wäre an sich kein Problem, da wohl alle drei Impfungen sehr sinnvoll sind. ABER die Impfung für Keuchhusten führt zu einer kürzer anhaltenden Immunität als die beiden anderen (dort genügt eine Auffrischung alle 10-20 Jahre) und wird insbesondere Frauen während jeder(!) Schwangerschaft empfohlen, damit auch der Fötus möglichst viele Antikörper mitbekommt. Es wird dagegen aber gerade davon abgeraten, die Typhusimpfung zu häufig zu wiederholen (verstärkte Impfreaktion). In meinen Augen in Dilemma. Oder zumindest ein Widerspruch, der so nicht bestehen sollte bzw. müsste.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Martin Frey
        Sie haben mich falsch verstanden, dass es für Hep Einzelimpfungen gibt schreibe ich ja selber grad darüber an mila…, aber wenn die Kleinkindimpfungen mit Hep B aufgestockt werden, und für dies Kombis keine Einzeldosen zur Verfügung stehen, dann haben die Eltern keine Wahl; sofern sie nicht ohnehin alles ablehnen.

      • awi sagt:

        @ Frank Lauer: es ist wirklich zum verzweifeln mit welcher Unsorgfalt einige Leute gegen Impfungen und den offiziellen Impfplan argumentieren. Meine Kinder sind komplett durchgeimpft, aber keines hat jemals eine Typhusimpfung erhalten. Sie meinen Tetanus. Meine Nerven…

      • Martin Frey sagt:

        @Lauer
        Die Impfempfehlung zu Keuchhusten in der Schwangerschaft wurde gemacht, damit die Neugeborenen und etwaigen FG, die mit Abstand gefährdeste Gruppe, ab Tag 1 einigermassen geschützt sind. Das hat mit der Dauer der Immunreaktion nichts direkt zu tun. Bei Erwachsenen empfiehlt man nämlich nur einmalig eine Pertussis-Nachimpfung insgesamt.
        Apropos, Ihre Vergleiche hinken, denn Typhus wird sowieso nicht routinemässig geimpft. Die vorliegenden Impfstoffe für Typhus sind ausnahmsweise von völlig ungenügender Qualität, die Krankheit gibt es bei uns schon lange nicht mehr, die Impfung ist eine reine Reiseimpfung je nach Indikation.

      • Frank Lauer sagt:

        Frey, Awi, mein Gott da „vertippt“ man sich einmal. Selbstverständlich habe ich Tetanus gemeint und nicht Typhus. DTP eben. Awi kann seine/ihre Nerven somit doch noch ein wenig schonen 😉
        .
        Frey, dass man Schwangere primär nachimpft wegen dem Säugling weiss ich. Schrieb das m.E. auch so. Tatsache ist trotzdem, dass man Keuchhusten mehrmals bekommen kann, auch mit Impfung und dass man Tetanus nicht alle rutsch nachimpfen sollte. Dies ist verbreitete ärztliche Meinung. Wenn Sie diese Auffassung nicht teilen ist das Ihr gutes Recht.

      • Frank Lauer sagt:

        Awi, wo argumentiere ich gegen den offiziellen Impfplan?? Diese Ihre Aussage ist mir jetzt doch ein Rätsel. Wenn Sie doch auch davon ausgehen, dass ich Tetanus gemeint habe (was ja auch so war)? Ich habe überhaupt nichts gegen den offiziellen Impfplan, im Gegenteil. Ich kritisiere lediglich, dass es den Pertussis-Impfstoff neu nicht mehr einzeln gibt.
        .
        Ganz davon abgesehen, dass wir vor der Geburt unserer Kinder auch grosse Mühe hatte, an den Dreifachimpfstoff dTp zu kommen. Nicht lieferbar. Und das kommt ja leider immer wieder mal vor. Hat natürlich auch was damit zu tun, dass in der Schweiz nicht alle Impfstoffe zugelassen sind (im Gegensatz zur EU, wo es somit Ausweichmöglichkeiten gibt, wenn ein Impfstoff nicht verfügbar ist.).

  • S.Guida sagt:

    Danke! Ein leider selten zu lesender Standpunkt. Verständnisvoll, sachlich und empathisch.

  • Martin Frey sagt:

    P. Tarr bringt es auf den Punkt: „Vertrauen die Eltern der Ärztin oder den Horrorgeschichten im Internet?“
    Es ist letztendlich alles eine Frage des Vertrauens. Und da müssen gewisse Ärzte sicher über die Bücher, sich die nötige Zeit halt nehmen, um wenigstens zu versuchen, Impfskeptiker dort abzuholen wo der Schuh drückt. Nur, bei Hardcore Impfgegnern funktioniert das nicht. Diese Leute sind iaR ideologisch-sektierisch beseelt, mit keinem noch so rationalen Argument erreichbar, und versuchen stattdessen noch so perseverierend, einem die eigenen obskuren Vorstellungen aufzudrücken. Sie sind zudem oft unter sich, so regional, in gewissen Praxen und Schulen (Steiner…) usw. Wegen ihnen, die alle Anstrengungen torpedieren, wäre ein Modell wie das französische mE doch prüfenswert.

    • Peter Koller sagt:

      Das Problem beginnt auch in der Schule. Man könnte das Thema zu einem Pflichtthema in der obligatorischen Schule machen.

      • Sportpapi sagt:

        @Peter Koller: Das stelle ich mir gerade sehr spannend vor in den entsprechenden Privatschulen, wo die Impfgegner (siehe Ausführungen Martin Frey) gehäuft anzutreffen sind…

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi
        Besagte Privatschule hat sich nicht nur erdreistet, die betroffene Schulklasse trotz allem unbesehen auf eine Reise ins Ausland zu lassen, sie scheint sich auch nach wie vor um ein klares Statement gegenüber den Eltern zu foutieren. So zumindest das, was ich dazu gelesen habe.

    • tina sagt:

      vertrauen geht auch in die andere richtung. ich würde es schätzen, wenn ein kinderarzt sagt: impfen wir das, was für ein neugeborenes wichtig ist, alles andere können wir später, ich vertraue darauf, dass sie das früh genug machen. und dann kann man den rest sinnvoll abstufen

      • Martin Frey sagt:

        @tina
        „impfen wir das, was für ein neugeborenes wichtig ist…“
        Genau das steht im aktuellen Impfplan, tina. Inklusive „sinnvoller Abstufung des Restes“.
        Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.

      • tina sagt:

        oh doch, dazu gibts schon mehr zusagen. du selber sagst, es dre grund sei, weil es halt einfacher (!!!) ist, hirnhautentzündung auch gleich mitzuimpfen: „weil teenager nicht mehr so gut erreichbar sind“ (steht im artikel). und nicht weil es nötig ist für das neugeborene

      • Martin Frey sagt:

        @tina
        Eine Diskussion beginnt dann Sinn zu machen, wenn man zumindest ansatzweise weiss wovon man überhaupt redet. Eine Hirnhautentzündung ist eine Krankheit, kein Erreger, nur um ein Bsp. zu erwähnen. Wir impfen aber gegen Erreger.
        Halten Sie sich also bitte an den Impfplan, und überlassen Sie dessen Entwurf den Leuten, die nichts anderes machen, als sich mit solchen Fragen auseinander zu setzen.

      • tina sagt:

        alsob nicht alle welt von „gegen masern impfen“ sprechen würde.
        hirnhautimpfung ist exakt seit 2019 auf dem impfplan für säuglinge. davor war es offenbar nicht wichtig

      • Jane Doe sagt:

        @tina: diese Aussage ist einfach schlicht falsch. Hirnhautentzündung kann ausgelöst werden durch das FSME-Virus, Pneumokokken, Meningokokken, Haemophilus influenzae und sogar durch das Masernvirus. Impfungen gegen all diese Erreger sind schon seit Jahren im Impfplan enthalten als Basis- und Zusatzimpfungen.

      • tina sagt:

        ah klar, die 6., neue dazu gekommene impfung für neugeborene ist ja hepatitis B. ich meinte einfach diese 6., die man auch später machen könnte. so steht es ja auch oben im bericht.

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