Immer mehr Schwangere sind zu dick

Egal, ob Fitness oder Wandern: Schwangere sollten mindestens dreimal pro Woche Sport treiben. (Foto: iStock)

Man mag die ewige Leier vom Sport schon nicht mehr hören, aber die Studien belegen es: Weniger Komplikationen beim Neugeborenen, schnellerer Geburtsverlauf, geringeres Risiko für einen Kaiserschnitt, kürzere Erholungszeit nach der Geburt und weniger Baby Blues – Sport in der Schwangerschaft nützt.
Lautete der Rat früher «spazieren gehen», heisst es heute: Mindestens 150 Minuten Sport pro Woche, am besten verteilt auf sieben Tage, plus Beckenbodentraining. Nur unter bestimmten Umständen wie etwa vorzeitigen Wehen oder unkontrollierbarem Bluthochdruck raten Fachleute vom Sport ab. Im Zweifelsfall fragt Frau am besten ihre Frauenärztin.

«Neun Monate lang kommen alle Einflüsse aufs Kind von der Mutter», sagt Regina Ensenauer, die Leiterin des Instituts für Kinderernährung am Max-Rubner-Institut im deutschen Karlsruhe. Sie erforscht, wie sich Übergewicht in der Schwangerschaft aufs Kind auswirkt. «Viele junge Frauen gehen schon mit grosser Fettmasse in die Schwangerschaft hinein. Ergibt die Untersuchung bei der Frauenärztin dann, dass alles nach Plan verläuft, nehmen viele es noch weniger genau mit der Gewichtskontrolle», warnt die Kinderärztin. «Wir sehen immer mehr schwangere Frauen mit einem Body-Mass-Index von über 30 kg/m2.»

So pflanzt sich das Übergewichtsproblem fort

Ist die Mutter zu dick, verändert das nicht nur ihren eigenen Stoffwechsel ungünstig, sondern auch den ihres Kindes, zum Beispiel, indem in den Zellen Gene an- oder abgeschaltet werden. Je nachdem, welche Stoffwechselgene betroffen sind, kann das langfristige Folgen haben: «Die Schwangerschaft ist eine hochsensitive Phase. Vieles, das später zur Krankheit wird, wird da bereits angelegt», sagt Ensenauer.
Auch dem Übergewicht beim Kind wird vorgespurt, wenn die Schwangere zu viel wiegt. Und ist das Kind erst einmal dick, wird es mit deutlich grösserer Wahrscheinlichkeit als ein schlankes Kind auch später als Erwachsener nie schlank werden. So pflanzt sich das Übergewichtsproblem fort.

Umso wichtiger wäre Sport. Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft aktiv waren – auch wenn sie intensiv trainiert haben –, sollten weitermachen, solange sie sich wohlfühlen, raten Fachleute. Die Triathletin Nicola Spirig und die Orientierungsläuferin Simone Niggli-Luder sind zwei prominente Beispiele. Beide trainierten während ihrer Schwangerschaften zwar deutlich weniger als sonst, aber verglichen mit anderen Schwangeren immer noch viel.

Ausdauertraining statt Trampolinspringen

Allen anderen wird Sport «mittlerer Intensität» an mindestens drei Tagen pro Woche empfohlen. Dabei kommt man leicht ausser Atem, aber nicht unbedingt ins Schwitzen: zügig gehen, Aquafitness, Velofahren, Bergwandern bis 2000 Meter Höhe (darüber wird die Luft dünn), aber auch Staubsaugen oder Rasenmähen zum Beispiel.

Ausdauertraining, Yoga, leichtes Krafttraining, Dehnübungen – erlaubt ist alles, was das Kind nicht gefährdet. Dazu zählen Sportarten mit besonderer Sturzgefahr wie Reiten oder Skifahren oder solche mit Kollisionsrisiko wie Handball und Kampfsportarten.

Trampolinspringen, Tieftauchen oder Extremsportarten sind natürlich auch keine gute Idee, ebenso wenig Übungen, bei denen man vor lauter Anstrengung die Luft anhält und die Bauchmuskeln stark presst. Überhaupt, die Bauchmuskeln: Ab der 20. Schwangerschaftswoche können die senkrecht links und rechts des Nabels verlaufenden Muskelstränge auseinanderweichen, wenn sie falsch trainiert werden.

Gehen Sie zu Fuss!

Aufpassen sollte Frau auch bei Übungen in Rechtsseiten- oder Rückenlage. Ist die Schwangerschaft schon fortgeschritten, kann die Gebärmutter in beiden Positionen eine grosse Vene im Bauch zusammendrücken, sodass weniger Blut zum Herz fliesst und infolgedessen Blutdruck und Sauerstoffversorgung absinken. Das verursacht Schwindel, Übelkeit oder Herzrasen bis zum Kollaps.

Frauen, die sich trotz aller Argumente nicht für Sport begeistern können, würde auch wenig schon nützen: wenigstens fünf Minuten am Tag zügig gehen. Oder das Auto bewusst 300 Meter vor dem Ziel parkieren und den Rest des Weges zu Fuss laufen. Lassen Sie sich etwas einfallen! Ihnen, Ihrem Kind und dessen Nachkommen zuliebe.

Informative Links: Kanadische Richtlinie / US-Richtlinie / Gesundheitsförderung Schweiz / Empfehlungen der Sporthochschule Köln

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88 Kommentare zu «Immer mehr Schwangere sind zu dick»

  • EC sagt:

    Wie hat sich denn die Frau Doktor in ihren Schwangerschaften fit gehalten? Ich hatte anderes zu tun. 100% Schichten, die langen Wege im SPital zähle ich zur körperlichen Betätigung, denn meist klingelten mehrere Patienten, kotzend mit Kübel auf dem Beifahrersitz jeden Tag 2 Stunden Fahrtweg (wenn es keine langen Staus gab), Haushalt, Weiterbildung, selbst einen Arzttermin konnte ich kaum reinquetschen. Mir war so egal, ob ich Sport mache oder nicht, ich habe da eher geschaut, dass ich mal die Füsse oben liegen hatte.

  • Stephan Herzog sagt:

    Es ist leider nicht nur so, dass Schwangere dicker werden, die jedoch im Sinne eines gesunden Kindes leben, sondern jugendliche Frauen bereits mit unnötigem Gewicht herum laufen. Ich finde es erschreckend, wenn ich Frauen im Alter zwischen 25 und 35 Jahren sehe, die mindestens 90 Kilo herumtragen. Hinzu kommt, dass solche Frauen auch noch sehr ungepflegt erscheinen. Ob genau diese übergewichtigen Frauen auch Männer mit Übergewicht als Freund haben resp auswählen würden, bezweifle ich.

    • Muttis Liebling sagt:

      Es gibt in der Schweiz mehr mager- als fettsüchtige Frauen. Leider ist das aktuelle Schönheitsideal fehljustiert. Die Hälfte der magersüchtigen Damen wird als attraktiv weil schlank empfunden, dafür wird das obere Drittel der Normalkonstituierten als zu dick angesehen.

      Ich würde auch deshalb von einer Kollegin erwarten, weder von zu dick, noch von Übergewicht zu sprechen. Beides sind ästhetische und/ oder statistische Kategorien. Medizinisch relevant ist nur Fettsucht und die misst man nicht in kg, nicht mit dem BMI, sondern in %-Körperfett. Frauen dürfen 20-35%, Männer 10-25% Körperfettanteil haben. Erst danach beginnt ganz sachte Fettsucht, sicher aber erst bei Frauen mit >=40% und Männer mit >=30%. Das kommt in der Bevölkerung nur < 5% vor.

  • Enrico sagt:

    Was mich als Mann ja amüsiert ist, das der Artikel und die Beispiele dazu von Frauen kommen.
    Das ziemlich aggressive dagegen halten der Bloggerinnen ist doch interessant.
    Als wären die andern keine Frauen, wird Ihnen jegliche eigene Meinung abgesprochen.
    Das Amüsiert!

  • Sabine sagt:

    Neben dem Job noch Sport zu treiben, geht vielleicht bei der ersten Schwangerschaft. Aber spätestens wenn bereits ein Kind da ist, sehe ich keine Chance, neben Job, Kinderbetreuung und Haushalt noch regelmässig Sport zu treiben. Diese Empfehlung ist für mich in etwa gleich wertvoll wie diejenige, in der Schwangerschaft alle zwei Monate zum Zahnarzt zu gehen (stand im Schwangerschaftsratgeber meiner Ärztin drin). Ich sehe die Problematik des Übergewichts, aber mehrmals pro Woche ins Yoga oder ins Schwimmen zu gehen, ist ein Luxus von Müttern, die höchstens einen 40% Job haben.

    • Sportpapi sagt:

      @Sabine: Es ist vor allem eine Frage der Prioritäten. Aber meiner Meinung nach würde es schon reichen, wenn man etwas Alltagsbewegung beibehalten würde. Und nicht alle behaupten würden, ohne Auto könne eine Familie nicht mehr funktionieren.

    • Synn sagt:

      Mir fehlt bei dieser Aufzählung einmal mehr die Rolle des Vaters…

    • Enrico sagt:

      Also die Differenz von sagen wir 80 Prozent Job zu 40 Prozent Job sind mit Arbeitsweg 18 Stunden pro Woche.
      3 Stunden Sport pro Woche wären ja absolut super.
      Was will ich damit sagen.
      Betrachten Sie doch einfach mal das Verhältnis. Geht Ihnen ein Licht auf ?
      Sie jammern einfach das gejammere einer Frau. Wenn Sie wollen, finden Sie dafür Zeit ! Aber ist es Ihnen wirklich wichtig?

      • Sabine sagt:

        Ich habe gar nicht gejammert, sondern lediglich festgestellt. Und ja, Sport ist mir viel weniger wichtig, als Zeit mit meinem älteren Kind zu verbringen. Und mit 40%-Job meinte ich einen Job, wo man um 17 Uhr wieder zu Hause ist und abends, wenn das Kind im Bett ist, nicht noch die Präsentationen für den nächsten Tag vorbereiten muss oder eine Publikation schreibt.

      • Sportpapi sagt:

        @Sabine: Und schon wird aus „keine Chance“ eher „keine Lust“.
        Und die Bemerkung, dass Mütter, die es sich einrichten, sicherlich nicht richtig arbeiten sowieso hinfällig.

    • Christoph Bögli sagt:

      Nur so als konstruktiver Input, man kann sich z.B. mit dem Kind bewegen, den Arbeitsweg aktiv gestalten oder die Mittagspause für etwas Bewegung nutzen. Das würde alles schon reichen. Gerade ersteres wäre eh sinnvoll, weil es auch dem Kind dient.

      Ein Grundproblem liegt ja oft darin, dass gerne so getan wird, als könnte man sich nur in irgendeinem Fitnesscenter körperlich betätigen, das möglichst noch eine Stunde Autofahrt weit weg ist. Dabei geht das schnell und einfach, quasi als Teil des normalen Alltags.

    • Hanna Klein sagt:

      Meine Nachbarin, 80%Job, ein Kind, geht jeden Tag mit Kinderwagen und schon wieder Babybauch strammen Schrittes eine halbe Stunde und bringt das Kind in die Kita. Sie könnte das auch mit dem ÖV… Mehraufwand pro Tag vielleicht 15min. Sollte doch irgendwie bei jedem drinliegen. Man muss das Wort „Sport“ einfach mit „Bewegung“ ersetzten.

      • Sportpapi sagt:

        So ist es!

      • Reincarnation of XY sagt:

        Man kann immer alles als Angriff auffassen und seine ganze Energie ihn Empörung aufreiben oder aber man kann all die Tipps dankbar annehmen, selbst dann, wenn man noch keine Kapazität sieht, sie umzusetzen.
        Und he plötzlich gibt es einen Tipp, der dann tatsächlich auch bei mir funktioniert.
        Ganz nach dem Motto: „lieber 10 min als gar nichts etc.“

        Das gibt auch ein gutes Gefühl.
        Kleine Veränderungen, hin zu dem, was mir gut tut.

  • Coco sagt:

    Vielleicht gibt uns Frau Ensauer, Leiterin des Instituts für Kinderernährung am Max-Rubner-Institut in Karlsruhe, in ihrer nächsten Studie Auskunft darüber, was Mami tun und essen soll, damit das Kind glatt durchs Gymi kommt ;-).
    Spass beiseite; Fakt ist, dass die Anzahl Übergewichtiger in der hiesigen Bevölkerung anwächst. Tatsache ist auch, dass alle, Kinder, Erwachsene, Alte, Kranke, Gesunde, (Haustiere, Zimmerpflanzen.)., von Bewegung und gesunder Ernährung profitiert. Weshalb sind Schwangere da nicht einfach selbstverständlich inbegriffen?

  • Manuela Dienhart sagt:

    Letztenendes spürt jede Schwangere am besten, was ihr wirklich gut tut. Eine Schwangere mit einem körperlich anstrengenden Beruf wird sich wohl eher nach ihrer Couch sehnen und die Beine hochlegen, als nach dem Fitnessstudio. Außerdem kann ein täglicher halbstündiger schneller Spaziergang nützlicher sein, als Training in der Muckibude.

  • Lia sagt:

    ich denke nicht, dass hier die Genetik die grösste Rolle spielt. Das Kind dicker Eltern (ja, nicht nur dicke Mütter!) wird viel eher dick, weil zu Hause ungesund gegessen und kein Sport getrieben wird, als dass dies in seinen Genen fest gelegt ist.

    • Christoph Bögli sagt:

      Es sind halt Faktoren, die sich summieren. Eine Rolle spielt wahrscheinlich auch das Mikrobiom im Darm, das auch quasi vererbt wird und den ganzen Stoffwechsel stark beeinflusst. Die Synergien, die sich aus dieser Entwicklung und dem dazu gehörigen Lebensstil ergeben, führen dann halt dazu, dass jede Generation noch fetter wird. Die Vererbung ist aber insofern fatal, als dass diese selbst bei einer Veränderung des Lebensstil verhindert, dass sich das gross im Aussehen niederschlägt. Wer entsprechend vorgeschädigt ist, hat dann sein Leben lang damit zu kämpfen.

  • Enrico sagt:

    Was jetzt?
    Jetzt wird immer den Männern die Schuld gegeben, den Frauen ein Frauenbild aufzuzwingen, das Sie schlank und Magersüchtig macht. Patriarchale Unterdrückung.
    Und jetzt sind Sie Übergewichtig.
    Und treiben keinen Sport.
    Auch wieder Schuld des Patriachats ?
    Darf Mann sagen, dass diese Frauen einfach zu faul sind oder ist das dann schon wieder Sexistisch ?
    Aber eben, Eigenverantwortung ist halt in Frauenkreisen nicht gerade in und wird mit dieser Opferhaltung sicher nicht gefördert.

    • Lia sagt:

      wenn Sie Frauen kennen, die keine Eigenverantwortung haben und deshalb hier mal pauschal behaupten, Frauen generell fehle diese, dann verkehren Sie in den falschen Kreisen. In meinem sehr ausladenden Freundeskreis lässt sich keine Frau etwas von ein einem Mann oder den Medien diktieren.

      • Vreni sagt:

        dann sind die sicher alle ledig oder ?

      • Enrico sagt:

        Was wollen Sie jetzt sagen ?
        Das Frauen sich NICHT von Männern diktieren lassen, keinen Sport zu treiben ? Als würde irgend ein Mann das der Frau verbieten!
        Also ab in die Sportkleidung !
        Und Eigenverantwortung tragen!

  • Carla sagt:

    Bewegung /Sport in der Schwangerschaft ist sicher sehr positiv. Ich bin aber immer sehr skeptisch, wenn Ursache Wirkung so selbstbewusst vorgetragen wird. In meinen Augen gibt es da zu viele Faktoren die das Gewicht eines Kindes oder dann später eines Erwachsenen mitbeeinflussen. Wie will man diese Faktoren in einer Studie rausrechnen, damit man so selbstsicher von einer Korrelation von Übergewicht in der Schwangerschaft und dem Übergewicht des zukünftigen Erwachsenen sprechen kann?

    • Muttis Liebling sagt:

      ‚…damit man so selbstsicher von einer Korrelation von Übergewicht in der Schwangerschaft und dem Übergewicht des zukünftigen Erwachsenen sprechen kann?‘

      Auch das geht nicht und so steht es seit 50 Jahren in jedem Lehrbuch der Medizinischen Statistik, der Theoretischen Epidemiologie, usw.. Aber welcher Mediziner hat so etwas je gelesen.

      Man macht solche Pseudostudien trotzdem, weil die Ergebnisse sich schön knuffig anhören und so leicht zu finden sind. Dazu muss man nichts können und nicht wissen und kann trotzdem bei Laien, wie z.B. Politikern und Journalisten, den Anschein von Wissenschaft erregen.

      Alle konventionellen Statistiken im Gültigkeitsbereich komplexer Systeme sind falsch und unredlich, da in solchen das Gesetz der grossen Zahlen nicht gilt.

      • Carla sagt:

        Stimmt schon. Wer sich noch nie mit Studien und deren Eigenheiten auseinandergesetzt hat, mag von solchen Ergebnissen beeindruckt sein.
        Von einer Ärztin und genannten Wissenschaftsjournalistin wie Frau Frei erwarte ich da aber eine etwas differenziertere Auseinandersetzung mit den Forschungsergebnissen.. Ein kritischer Teil über die Aussagekraft solcher Herleitungen wäre angebracht gewesen. Ihre Titel erwecken schliesslich den Eindruck, dass jemand mit dem notwendigen Fachwissen die Studien analysiert hat.

      • Sportpapi sagt:

        @Carla und ML: „Von einer Ärztin und genannten Wissenschaftsjournalistin wie Frau Frei erwarte ich da aber eine etwas differenziertere Auseinandersetzung mit den Forschungsergebnissen.“
        Ich empfinde ja die Darstellung als sehr differenziert. Allerdings ist es nun mal keine wissenschaftliche Abhandlung.
        Auf der anderen Seite würde ich von den heftigen Kritikern schon etwas mehr Fleisch am Knochen erwarten, als nur so pauschale Abwertungen im Stile von „Glaube keiner Statistik…“

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Das, respektive die Gesetze der grossen Zahlen haben nichts mit Statistik in der Forschung zu tun.
        Das Gesetz der großen Zahlen beschreibt letztendlich die Häufigkeit von Zufälligkeiten. In der med. Forschung will man herausfinden, welche Wirkungen nicht zufällig sind.
        Hier werden ein paar Dinge verwechselt.

      • Muttis Liebling sagt:

        ‚In der med. Forschung will man herausfinden, welche Wirkungen nicht zufällig sind.‘

        Das ist richtig und wir sind uns einig, dass dieses Ziel mit Teststatistik, u.a. aller Verfahren, die auf Korrelationen beruhen, nicht zu erreichen ist.

        Wenn ich eine beliebige Stichprobe beliebig in zwei Teilmengen unterscheide (nach Geschlecht, Haarfarbe dunke, hell), werden sich alle Verteilungen in diesen unterscheiden. Bei nichtkomplexen Individuen (technische Systeme) konvergieren die Verteilungen bei Vergrösserung der Stichprobe, bis ein Grenzwert erreicht ist, der die realen Unterschiede beschreibt.

        Bei komplexen Systemen wie dem Menschen konvergieren die Verteilungen nicht. Der Unterschied ist allein statistisch, nicht real zu deuten. Ich erfahre durch Statistik nichts.

      • Sportpapi sagt:

        @ML: Wenn ich beispielsweise die Grösse von Männern und Frauen untersuche – keine Resultate durch Statistik?
        Es sind bei Menschen keinerlei Korrelationen, keinerlei Kausalzusammenhänge empirisch nachzuweisen?

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        „Wenn ich eine beliebige Stichprobe beliebig in zwei Teilmengen unterscheide (nach Geschlecht, Haarfarbe dunke, hell), werden sich alle Verteilungen in diesen unterscheiden“……….

        Biomedizinische Statistik beschreibt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ereignis nicht zufällig eingetreten ist. Bei z.B. p < 0.01 kann es immer noch zufällig sein, statistisch aber bloss in einem von hundert Fällen – was die Zufälligkeit eher unwahrscheinlich macht.
        Das weiss auch jeder, der sich mit Studien beschäftigt.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        @ SP: Korrelationen schon, Kausalitäten zumindest „rein“ statistisch nicht.

      • Muttis Liebling sagt:

        @Aquila Chrysaetos

        Was Sie beschreiben, ist technische, keine medizinische oder biologische Statistik. Die Tests liefern falsche Resultate, weil die Annahme, die Varianz der Stichproben- Verteilungen würde mit der Stichprobengrösse sinken und schliesslich auf die reale Varianz der Grundgesamtheit konvergieren, falsch ist.

        Das bezeichne ich als das Gesetz der grossen Zahlen und das gilt in der Medizin, in der Biologie, der Soziologie, … nicht.

        Oder anders, die Annahme der Existenz einer Grundgesamtheit gilt in der Medizin nicht. Auch alle bisher gelebt habenden Menschen sind nur eine verschwindend kleine Stichprobe gegenüber der Möglichkeit allen Menschlichen.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        „Alle konventionellen Statistiken im Gültigkeitsbereich komplexer Systeme sind falsch und unredlich, da in solchen das Gesetz der grossen Zahlen nicht gilt.“….“Wenn ich eine beliebige Stichprobe beliebig in zwei Teilmengen unterscheide (nach Geschlecht, Haarfarbe dunke, hell), werden sich alle Verteilungen in diesen unterscheiden. “

        Auch nach mehrmaligem Lesen verstehe ich diese beiden Aussagen nicht, sie scheinen mir keinen Sinn zu haben.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Ich glaube, Sie machen den Fehler, dass Sie mit Methoden der exakten Wissenschaften empirische Forschung beurteilen.
        Das sind zwei verschiedene Wissenschaftszweige und haben in der Methodik nichts miteinander zu tun.
        Aber da Sie beides miteinander vermischen, kommen Sie zum falschen Schluss, das Sie aus statistischen Studien „nichts erfahren“. Jeder weiss um die Limiten von empirischen Studien. Diese aber alle wie Sie es machen als unwahr zu bezeichnen ist einfach falsch und unwissenschaftlich.

  • Muttis Liebling sagt:

    ‚… Studien belegen es: Weniger Komplikationen beim Neugeborenen, schnellerer Geburtsverlauf, geringeres Risiko für einen Kaiserschnitt, kürzere Erholungszeit nach der Geburt und weniger Baby Blues‘

    Beobachtungsstudien belegen Korrelationen in Stichproben, aber niemals kausale biografische Zusammenhänge. Die Korrelationen sind trivial, fittere Stichproben treiben im Mittel mehr Sport und haben im Mittel weniger Komplikationen, bei was auch immer. Das liegt aber nicht am Sport, sondern an der Auswahl der Stichproben. Würden die Einzelnen keinen Sport treiben, hätten die biografisch trotzdem weniger Komplikationen, bei was auch immer.

    Stichproben kann man nicht auf individuelle Prognosen runterbrechen, weil die Korrelationen nur statistisch, nicht aber biologisch bedingt sind.

  • BarbaRossa sagt:

    Ich bin mit Lisa….

  • Maria Sah sagt:

    Massvoller Sport ist gesund. Aber zum Abnehmen taugt er nichts, da der Körper den Energieverbrauch registsriert und entsprechend den Appetit erhöht.
    Um dem Körper einen leichteren Zugriff auf die Fettreserven zu ermöglichen gilt bei allen Menschen dasselbe: esst nur soviele Kohlenhydrate wie euer Körper auch wirklich problemlos verwenden kann und esst/trinkt keine Zwischenmahlzeiten. Wie viele KH das genau sind ist individuell.
    Wer ständig hungrig ist oder/und mit der Zeit stark übergewichtig wurde, dessen Stoffwechsel ist meist wegen zuvielen KH aus dem Gleichgewicht geraten.

    • Karl-Heinz sagt:

      Ich möchte noch etwas zufügen: schnell verfügbare
      hochkalorische Nahrung nur zu sich nehmen, wenn zeitnah eine entsprechende körperliche Aktivität ansteht. Also wenn Kuchen etc., dann anschließend
      einen entsprechenden Spaziergang oder etwas ähnliches.

      • Manuela Dienhart sagt:

        Ich hasse Kuchen. Während meiner Schwangerschaft hat der ganze Schnuckerkram bei mir nur eins ausgelöst: Brechreiz.

    • Hermann sagt:

      Schauen sie sich den Beitrag im SRF TV über Weight Watchers an. WW ist am Absturz (Aktie am zerfallen), weil ihre Methode falsch ist, was langsam jeder begreift. Grund ist, dass nur Begrenzung von Kohlenhydraten auf die Dauer wirkt. Dazu gehört besonders Zucker. Doch wie am Ende des Beitrags erklaert wird, gibt es da psychologische Probleme. Viele Leute sind in Stresssituationen, wo sie Zucker, Pasta und auch Brot nicht meiden können. Ich denke eine Schwangerschaft ist oft so eine Stresssituation.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Auch wenn es mir persönlich nichts nützt, ein interessanter, lebensnaher und rundum nützlicher Beitrag. Danke.
    Um so verwunderlicher (oder eben nicht), dass sich einige daran stören.

  • 13 sagt:

    Die grösste Gefahr für Schwangere ist nicht Übergewicht, sondern der Spruch „du bist schwanger, nicht krank. Ohne auch nur die geringste Rücksicht, soll man gefälligst alle so weitermachen wie zuvor. Starke Übelkeit, Müdigkeit, Rückenschmerzen? Gehört halt dazu, stellt euch nicht so an.
    Und neben Arbeiten bis zum Blasensprung und je nachdem noch Kinderbetreuung, soll man jetzt noch umunbedingt darauf achten, genug Sport zu machen, weil man sonst sein Kind gefährdet. Jawohl. Rabenmutter schon vor der Geburt! Und wenn die Frau dann beim Arzt sitzt und weint, weil sie nicht mehr kann, heisst es, man müsse halt Stress reduzieren. Haha.
    Lasst die Schwangeren einfach mal in Ruhe. Sie haben schon genug zu tragen, ohne Artikel wie diesen.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Der Grund? Man kann sich nicht von seiner persönlichen Perspektive lösen und fühlt sich dann persönlich angegriffen.
      Meine Frau z.B. hat nie solche Sprüche (wie Sie? Ihre Angehörigen?) gehört. In unserem Umfeld gab es keine solche Kultur. Also gilt das nicht für alle Frauen.
      Weil Sie es nun so erlebt haben, kommt dieser völlig neutrale Beitrag ihnen als Vorwurf rein. „Rabenmutter schon vor der Geburt“. Das ist eine Unterstellung. Ich bin überzeugt, dass die Ärztin das weder denkt, noch sagen wollte.
      Menschen, welche ein zeitgenössisch-wissenschaftliches Menschenbild haben, die denken überhaupt nicht in solchen primitiven „Schuld“-Kategorien. Sie wollen nur helfen.

      • 13 sagt:

        Von Ärzten erwarte ich eine eher ganzheitliche Denkweise. Was könnte diese „Hilfe“ für Nebenwirkungen haben? Ich habe nie viel zugenommen in den Schwangerschaften. Ich habe aber, wie alle anderen um mich herum, auch in den Schwangerschaften viel geleistet, u.a. bis zum Schluss gearbeitet, was ja der Gesetzgeber bekanntlich verlangt, und bin oftmals gleich danach todmüde ins Bett gefallen, später zusammen mit den grossen Kindern, die auch betreut werden wollten. Ja, wenn da noch jemand mit „Du solltest Sport treiben“ gekommen wäre, wäre ich wohl aggressiv geworden.
        Aber roxy, ist es immer wieder das Gleiche: eine Frau schreibt, dass die Erwartung zu hoch sind und man die Scnauze voll hat. Ein Mann, der ja nie betroffen ist, antwortet, sie sei zu empfindlich. Er weiss das, weil…?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Sind wir wieder mal soweit, dass Männer sich nicht äussern dürfen, weil sie nicht direkt selber betroffen sind?
        In meinen Augen hat RoXY mit seiner Rückmeldung auf der Metabene – zum Thema hat er sich ja kaum geäussert – völlig recht. Du verallgemeinerst dein persönliches Empfinden, du kritisierst eine (weibliche) Expertenempfehlung pauschal, nur weil du persönlich dich davon angriffen fühlst.
        Zumal es bei diesem Thema ja gar nicht um dich ging, sondern um meist bereits übergewichtige Mütter, die in der Schwangerschaft ihre Alltagsbewegung praktisch ganz einstellen, dafür unkontrolliert Kalorien aufnehmen.
        Dass Ärzte präventiv arbeiten und Empfehlungen abgeben, gehört zu ihrem Job! Und obwohl das Fachwissen auch bei Männern vorhanden ist, sind das meist Ärztinnen…

      • 13 sagt:

        @ SP
        Richtig, es ging nicht um mich, denn es trifft auf mich nicht zu, weshalb auch der Vorwurf, dass ich mich persönlich angegriffen fühle, völlig absurd ist. Aber eben wie ich sagte, „zu empfindlich“ ist ein so oft gehörtes Vorurteil in diese Richtung. Aber unabhängig eigener Erfahrungen: ja, ich bin der Meinung, dass Schwangeren ohnehin zuviel aufgebürdet wird und dass dieser Text noch eins drauf gibt.
        Es ist ein freies Land, du kannst dich äussern zu was du willst. Ich hingegen bleibe bei meiner Meinung, dass man es nicht immer sollte.

      • maia sagt:

        Welches Gesetz schreibt vor, dass Frauen bis am Schluss der Schwangerschaft arbeiten? Keine meiner Kolleginnen hat das je getan und keine wurde dafür bestraft.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Ja, wenn da noch jemand mit „Du solltest Sport treiben“ gekommen wäre, wäre ich wohl aggressiv geworden.“
        Aber nein, selbstverständlich hast du keineswegs persönlich betroffen reagiert.
        Persönlich halte ich wenig davon, Probleme einfach nicht anzusprechen, wegen der ständigen Angst, es könnte jemand davon negativ betupft sein.

      • Reincarnation of XY sagt:

        13 II
        Im übrigen kennen Sie mich und wissen, dass ich auch Männern immer klar meine Meinung sagen, wenn sie sich als Männer systemisch angegriffen fühlen. Dafür habe ich schon viel Schelte eingezogen, wurde deshalb öfters sogar für eine Frau gehalten.
        Also was soll dieser Geschlechtsspezifische Vorwurf?
        Ich bin so emanzipiert, dass ich solche Argumente „weil ich eine Frau/Mann bin“ billig finde.
        Wenn Sie nur Männer kennen, die Frauen nicht verstehen können und nicht in der Lage sind, während einer Schwangerschaft besondere Rücksicht und Unterstützung zu bieten, kann ich auch nichts dafür. Jedenfalls heisst das noch lange nicht, dass alle Männer so sind. Ich bin es nicht. Sie können gerne meine Frau fragen.

      • 13 sagt:

        @ maia
        Das Gesetz, dass keinen Mutterschutz vor der Schwangerschaft kennt gepaart mit finanziellen Verpflichtungen.

        @ sp
        Eben, Konjugtiv.

        @ roxy
        Merkst du etwas? Du wurdest darum für eine Frau gehalten. Emotional = Frau? Und doch machst du das Gleiche: wo habe ich geschrieben, dass Erwartung von Männern kommen? Das ist reine Interpretation.

      • Roxy sagt:

        Nein 13 ich wurde nicht für eine Frau gehalten weil ich emotional bin, sondern weil ich der Rhetorik „benachteiligt weil wir Männer sind“ wiedersprochen habe.
        Das Mann/Frau Thema haben Sie auf den Tisch gebracht weil Sie fanden, ich als Mann hätte eh nichts zu sagen, obwohl ich meiner Frau in der Schwangerschaft den nötigen Rückhalt bot und der Blog den ich unterstützte von einer Frau stammt.
        Ich verweise des übrigen verweise ich auf meine eigentliche Antwort unten. Ich wünsche mir, dass Sie sich diese zu Herzen nehmen würden, denn wir teilen ja das Anliegen für eine bessere Welt mit glücklicheren Menschen.

      • maia sagt:

        @13: „*Das Gesetz, dass keinen Mutterschutz vor der Schwangerschaft kennt gepaart mit finanziellen Verpflichtungen.“ -Im Ernst jetzt: Sie wollen Mutterschutz, bevor überhaupt eine Schwangerschaft besteht? Wann soll dann der Mutterschutz genau beginnen?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Du meinst vermutlich Mutterschutz vor der Geburt.
        Den gibt es in bestimmten Sparten, und ansonsten auf ärztliche Verordnung. Und diese ist ja nun auch nicht unmöglich zu bekommen.
        Braucht es mehr?

      • 13 sagt:

        @ maia
        SP hat es richtig gesagt, ich habe mich verschrieben. Natürlich vor der Geburt.

        @ Sp
        Ob man diese bekommt, hängt vom Arzt ab und seit Versicherungen immer mehr Fälle vors Gericht zerren und Ärzte sich dann rechtfertigen müssen, werden weniger Krankschreibungen ausgestellt. Das „Problem“ am System ist, dass „normale“ Schwangerschaftsbeschwerde keinen Grund für eine Krankschreibung darstellen. Bereits das Wort „normal“ mit „Beschwerden“ ist ja lustig. Auch wenn man mit den gleichen Beschwerden aus anderen Gründen nie arbeiten gehen würde. Würdest Du arbeiten gehen, wenn Du Dich bereits vor der Arbeit dreimal übergeben hättest? Oder wenn Du vor lauter Rückschmerzen kaum sitzen könntest? Ja, ein Mutterschutz einige Wochen vor der Geburt würde das entschärfen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Schwangerschaftsübelkeit betrifft ja nach meinem Wissen vor allem die ersten Monate, und nicht die letzten Wochen. Und meist eine Zeit, da man die Schwangerschaft gar noch nicht verkünden möchte. Und ausserdem eine Zeit, in der viele Frauen ansonsten offenbar eher leistungsfähiger sind.
        Und starke Rückenschmerzen, die ein Sitzen verunmöglichen, sind sicherlich ein Grund für ein ärztliches Dispens. Aber auch das betrifft ja bei weitem nicht alle schwangeren Frauen.
        Wie häufig arbeiten denn schwangere Frauen tatsächlich bis zur Geburt?

      • 13 sagt:

        @ Sp
        „In der Regel…“, „Meistens“…nun, nein, das ist eher nicht so. Es gibt keine 0-8-15-Schwangerschaft. Leistungsfähig in den ersten Wochen? Kaum. Diese kommt wenn schon eher im 2. Drittel, steht in jedem Buch. Und nein, Rückenschmerzen sind wie gesagt eine Schwangerschaftsbeschwerde, keine Komplikation, d.h. auch keine Krankschreibung. Wieviele Frauen arbeiten bis zur Geburt? Nun, Zahlen habe ich keine. Aber es sind eben diejenigen, die keine medizinisch relevanten Komplikationen haben, nicht gegen das Recht verstossen wollen (resp. keine Ärzte haben, die gegen dieses verstossen wollen) und auf ihr Einkommen angewiesen sind.

      • maia sagt:

        @13: Eine schwangere Frau darf laut Mutterschutz Schweiz auch ohne Arztzeugnis der Arbeit fernbleiben, sofern sie dem Arbeitgeber Bescheid gibt. – in all den von Ihnen genannten Fällen kann eine Mutter also problemlos zu Hause bleiben.

      • 13 sagt:

        @ maia
        „Zu Hause bleiben dürfen“ ist nicht das Gleiche wie Lohnfortzahlung. Darum sage ich: „gepaart mit finanziellen Verpflichtungen.“
        Es soll ja tatsächlich Frauen geben, die für den Familienunterhalt arbeiten und nicht „um raus zu kommen“, „für die Selbstverwirklichung“, „um im Beruf zu bleiben“ oder „für Ferien und den Zweitwagen“ oder was man gerne sonst noch unterstellt.
        Traurig, dass man das 2019 noch erklären muss.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Leistungsfähig in den ersten Wochen? Kaum. Diese kommt wenn schon eher im 2. Drittel, steht in jedem Buch.“
        Nicht in meinen Büchern. Da ist die Rede von mit Doping vergleichbaren Leistungssteigerungen in den ersten drei Monaten. Da gehen Gerüchte um über Abtreibungsdoping in der DDR. Und es ist unter Insidern nahezu unbestritten, dass Nicola Spirig ihre erste Schwangerschaft ideal getimt hatte, um dann schwanger Olympiasiegerin zu werden.
        Und bei Rückenschmerzen ist es doch eigentlich egal, woher sie stammen. Wenn man wirklich nicht mehr sitzen kann, gibt es eine Krankschreibung.

      • 13 sagt:

        @ SP
        https://www.familienleben.ch/schwangerschaft/beschwerden/muedigkeit-in-der-schwangerschaft-2762
        https://www.familie.de/schwangerschaft/muedigkeit-schwangerschaft-565772.html
        https://www.swissmom.ch/schwangerschaft/medizinisches/beschwerden-von-a-z/muedigkeit/

        Brauchst Du noch mehr? Dann google mal Schwangerschaftsmüdigkeit und klicke einen beliebigen Link an. Ich selber habe übrigens alle drei Schwangerschaften daran überhaupt gemerkt, noch bevor mir das Ausbleiben der Tage aufgefallen ist.

        Ja, wünschenswert wäre, wenn es egal wäre, woher es kommt. Nur ist das nicht unbedingt die Realität. Hinzu kommt, dass ja Frauen oftmals daran interessiert sind, bleiben zu dürfen, oftmals im reduzierten Pensum und schon darum durchbeissen, um sich gut zu präsentieren.

      • maia sagt:

        @13: das gilt selbstverständlich mit Lohnfortzahlung. Wir haben das hier auf Arbeit schon mehrmals durchgemacht und nie hat eine Frau bis zum Termin gearbeitet hat. Meist ab sechsten / siebenten Monat ging nur noch Teilzeit und in der Regel ab achtem Monat gar nicht mehr. Das Kürzeste waren 10 Tage arbeiten und das war’s dann. Natürlich bekam sie weiter Lohn – etwas anderes ist bei Schwangerschaft gar nicht möglich

      • 13 sagt:

        @ maia
        Wenn ihr ohne Arztzeugnis monatelang weiterbezahlt habt, ist das schön. Die Taggeldversicherungen, die ich kenne, verlangen eins. Und dkeses ist gesetzlich nir bei Komplikationen zulässig. Ohne Zeugnis fernbleiben, darf die Frau immer. Aber das beinhaltet nicht eine automatische Lohnfortzahlung.

        @ SP
        Ja. Die Welt dreht sich um mich und die paar Tausend Links und Bücher wurden nur aufgrund meiner Erfahrung so geschrieben.

      • maia sagt:

        @13: Der Arbeitgeber ist verpflichtet, den Lohn weiterzubezahlen. Es kann schon sein, dass die Taggeldversicherung nur zahlt wenn ein Arztzeugnis (welches Sie bei den von Ihnen genannten Beschwerden auch problemlos bekommen) vorliegt, das ist dann aber das Problem des Arbeitgebers.

      • 13 sagt:

        @ maia
        Mir reicht es jetzt ein bisschen. Bist du Juristin? Bitte gib mir doch die entsprechenden Quellen an, anstatt einfach irgendwelche falschen Aussagen zu machen.
        Lies mal das Art. 35 ff. des Arbeitsgesetzes. Lohnfortzahlung gibt es dann, wenn die Arbeit nicht zulässig für Schwangere ist (gefährlich, zu anstrengend, Nachtarbeit etc.) und der Arbeitgeber keine Ersatzarbeit geben kann. Nicht beim einfachen Fernbleiben. Für eine Lohnfortzahlung nach OR (Art. 324) kann durchaus ein Zeugnis verlangt werden.

      • maia sagt:

        @13: Nein, ich bin keine Anwältin, ich habe das nur in der Praxis erlebt. Der Anwalt der Betroffenen hat mit Art. 35a, Abs. 2 argumentiert und ich habe mich noch erkundigt: ja, die Taggeldversicherung wollte ein Zeugnis. Aber wie schon bemerkt, die von Ihnen genannten Beschwerden wurden immer problemlos akzeptiert. Ich nehme mit Bedauern zur Kenntnis, dass es ganz offensichtlich Urteile gibt, die das Gegenteil beweisen. Offenbar haben andere Arbeitgeber/Versicherungen Pech und müssen zahlen.

      • maia sagt:

        @13: Und bitte nennen Sie keine Quellen – es nähme mich zwar schon sehr wunder, aber vielleicht lesen hier ja Arbeitgeber/Versicherer mit und ich möchte nicht, dass die diese Krankschreibungen nicht mehr aktzeptieren.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Steht in jedem Buch“, „die paar Tausend Links und Bücher“.
        Und schon muss man gar nicht darauf eingehen, dass da jemand gut begründet einwendet, dass offensichtlich auch das Gegenteil richtig ist.
        „Ja. Die Welt dreht sich um mich und die paar Tausend Links und Bücher wurden nur aufgrund meiner Erfahrung so geschrieben.“ Und danke für diese schnippische Antwort (hast du wirklich tausende Bücher gelesen, in denen überall das gleiche steht?).

    • Schlumpfine sagt:

      Super geschrieben!

      • M sagt:

        Teil 2: Die von mir genannten Artikel sind, jeder für sich genommen, neutral (um die Wortwahl von RoXY zu übernehmen). Sie sind auch sehr einleuchtend. Aber für alle übergewichtigen Frauen, die mehr als einen Artikel lesen und dabei ihren Kopf einschalten, bleibt nur der Schluss, egal, was sie tun, sie werden ihrem Baby schaden, die Vorgaben sind schlicht unerfüllbar. Aber gelled, liebe Frauen, bitte nicht davon stressen lassen, das ist auch schlecht für das Kind (Ironie off).

    • Widerspenstige sagt:

      Genau meine Gedanken, 13. Und wieder soll Frau gefälligst kuschen und sich ja nicht gehen lassen etc.

      Ich rate Schwangeren, sich solche Artikel nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen. Schwanger zu sein ist zu selten im Leben einer Frau, um sich über Gewichtszunahme wieder in ein Ideal des weiblichen Körpers im Ausnahmezustand pressen zu lassen. Sich wohl fühlen, sich und das werdende Kind spüren ist etwas so Wundervolles und sollte nicht ständig mit To-Do-Listen vermiest werden. Dazu gehören auch Listen mit verbotenen Speisen, welche eher kontraproduktiv wirken, denn sie begünstigen Allergien.

      Freuen wir uns über die 14 Wochen gewährte Vaterzeit eines Pharmakonzerns und hoffen, dass dies Sogwirkung hat auf andere Unternehmen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Liebe 13, ich glaube sowohl Sie, als ich, wie auch Frau Dr. Frei haben ein Anliegen, dass es unseren Mitmenschen möglichst gut geht. Unsere verschiedenen Erfahrungen führen zu verschiedenen Wahrnehmungen.
        Ihre Antwort bestätigt meinen Einwurf „man kann sich nicht von der persönlichen Perspektive lösen“. Sie argumentieren: „Ich… ich… ich…. mein Umfeld“
        Nach Ihren Worten war ihr Umfeld während ihrer Schwangerschaft rücksichtslos, unsensibel, fordernd.
        Ich sagte: meine Frau und mein Umfeld hat das nicht so erlebt. Ich und mein Umfeld sind geprägt von Rücksicht und Lasten abnehmen. Weshalb dann die persönlichen Vorwürfe? Ich sei gegenüber Frauen unsensibel? Meine Frau ist nicht von diesem Gefühl geprägt wie Sie und empfindet diesen Artikel nicht als Druck.

      • Sportpapi sagt:

        @WS: „Und wieder soll Frau gefälligst kuschen…“ Geht es auch eine Spur normaler?
        Aber natürlich kann man auf sämtliche ärztlichen Hinweise pfeifen und dafür die Ratschläge einer WS beherzigen.

      • 13 sagt:

        @ roxy
        In meinem ersten Kommentar kommt das Wort „ich“ nicht einmal vor und trotzdem kam als erstes der Vorwurf der persönlichen Perspektive. Nun, ist dies so nicht ganz richtig. Ich schaue aber auch über meinen Tellerrand hinaus, vieles meiner Überzeugung folgt aus Lektüre diverser Foren und Austausch mit einer befreundeten Frauenärztin, als nicht mein direktes Umfeld oder persönliche Erfahrungen. Und ja, solche Texte können ein Schlag ins Gesicht sein. Für Frauen, die einfach neben dem Alltag nicht die Kraft für Sport finden. SP spricht oben von Prioritäten. Ja, dass diese bei Job und Kinder liegen, macht nun mal Sinn. Was ist mit Frauen, die wochenlang liegen müssen?
        Weisst du wirklich, wie es ist, wenn man als plötzlich schlicht kraftlos ist? Und dann kommt „man sollte“…

      • Reincarnation of XY sagt:

        13 Ich möchte hier nicht zu viel Privates erzählen, ich kann nur sagen, dass ich nächsten Kontakt hatte (habe) mit Menschen, die unter Depressionen litten. Ich bin sehr viele Jahre meines Lebens den Weg mit solchen Menschen gegangen (z.T. immer noch).
        Ich musste auch zusehen, wie eine mir nahestehende Person, psychisch krank, sich über 17 lange Jahre selbst zerstörte und alle Hilfe der Welt nichts nutzte.
        Aber ich habe auch gesehen, wie kraftlose Menschen wieder Kraft gewannen und zurück ins Leben fanden. Im Gegensatz zu anderen, die sich ein Leben lang im Kreis drehen und stete Opfer bleiben.
        Eines kann ich mit Sicherheit sagen: Solange jeder gute Tipp, als „Angriff“ und „Druckausübung“ empfunden wird, steht man sich selbst im Weg.
        Dieser Artikel

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich war beim unten verlinkten Projekt mal am Rande beteiligt. Auch da fiel immer wieder der Spruch, Schwangerschaft sei keine Krankheit. Das heisst nun nicht, dass es keinerlei Beschwerden gibt, die mit einer Schwangerschaft verbunden sein können. Es richtet sich eher an Frauen, die ab Beginn der Schwangerschaft sich benehmen, als ob sie schwer krank wären. Übrigens auch ein kulturelles Phänomen, und im Kinderspital ging es vor allem auch um ausländische Frauen.
        Dass man schwangeren Frauen, neben ganz vielen anderen Tipps, auch ein bisschen etwas über Ernährung und Bewegung erzählt, ist sicherlich nicht verkehrt. Gerade weil viele glauben, jede etwas intensivere Bewegung würde dem Kind schaden.

      • 13 sagt:

        @ roxy
        „Solange jeder gute Tipp, als „Angriff“ und „Druckausübung“ empfunden wird, steht man sich selbst im Weg.“
        Wer ist „man“? Es geht nicht um Angriffe. Es geht um Erwartungen, gesellschaftliche u.a. Und es geht darum, dass nicht alle Menschen so sind, dass sie da einfach drüberstehen können. Menschen sind beeinflussbar und wenn ich z. Bsp. als Erstgebärende lese, dass ich mein Kind für das ganze Leben schädige, wenn ich jetzt keinen Sport treibe, dann beeinflusst das durchaus. Und wenn dieses Sporttreiben gerade über meine Kräfte geht, dann fühlt das dazu, das Gefühl zu bekommen, nicht zu genügen. Das IST Druck.

      • 13 sagt:

        Ich kritisiere es tatsächlich, dass ich eben immer wieder feststelle, wie grosser Druck ausgeübt wird. Und wieviele Frauen sich unter Druck gesetzt fühlen und weiter gestresst werden, was ganz sicher nicht förderlich ist. Ich hatte selber drei gute, aber sehr unterschiedliche Schwangerschaften (nicht einfach biologisch, sondern aufgrund der gesamten Lebensumstände) und bin der Ansicht, mich da auch einfühlen zu können. Ja, besser als Menschen, die das nie erlebt haben. Was nicht heisst, dass ich mich beeinflussen lies, aber ich weiss, dass nicht alle gleich ticken. Und darum stehe ich hin und sage etwas, wenn es wieder in die Richtung geht. Denn ein „sei nicht so empfindlich“, „sei kein Opfer“ hat noch nie jemandem geholfen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        13 – aber das stimmt doch nicht. Es wurde nicht gesagt: „wer keinen Sport ausübt, schädigt sein Kind.“ Wenn Sie das so verstanden, liegt das allein an ihrer Wahrnehmung.
        Frau Doktor wandte sich an übergewichtige Frauen, und ermutigte sie auch während der Schwangerschaft Sport zu treiben, weil es sehr vernünftige Gründe gibt das zu tun. Ich denke, das ist sogar ihre Pflicht als Ärztin.

        Zu Ihrem Weltbild: Was uns weit mehr prägt, als die Gesellschaft, ist unsere Familie und unsere Kindheitserfahrungen. Es ist unser eigener innerer Ankläger, der uns nicht zu uns stehen lässt. Aber es ist einfacher die Schuld bei der Gesellschaft zu suchen, als uns mit unseren inneren Konflikten zu konfrontieren.
        Da müssen wir alle durch.

      • 13 sagt:

        @ roxy
        „Ist die Mutter zu dick, verändert das nicht nur ihren eigenen Stoffwechsel ungünstig, sondern auch den ihres Kindes, zum Beispiel, indem in den Zellen Gene an- oder abgeschaltet werden. Je nachdem, welche Stoffwechselgene betroffen sind, kann das langfristige Folgen haben: «Die Schwangerschaft ist eine hochsensitive Phase. Vieles, das später zur Krankheit wird, wird da bereits angelegt», sagt Ensenauer.
        Auch dem Übergewicht beim Kind wird vorgespurt, wenn die Schwangere zu viel wiegt. Und ist das Kind erst einmal dick, wird es mit deutlich grösserer Wahrscheinlichkeit als ein schlankes Kind auch später als Erwachsener nie schlank werden. So pflanzt sich das Übergewichtsproblem fort.“

        Aber ja, es ist ja nur meine Lesensart….

      • Reincarnation of XY sagt:

        13 – ja ! Das sind Tatsachen! und über diese Tatsachen muss man informieren. Genauso wie man informieren muss, dass Rauchen gesundheitsschädigend ist, oder Alkohol in der Schwangerschaft. Soll ich nun – als Raucher – jedes mal rufen: Ich hab schon genug Stress im Leben! Jetzt macht mir nicht noch ein schlechtes Gewissen?“ – Absurd.
        Warum also ist es ok vor rauchen zu warnen, aber nicht vor Fettleibigkeit? Und zu informieren, wie man dem entgegenwirken kann?

        Nirgends wird gesagt: „man müsse Sport treiben, sonst werde das Kind krank“ – dieser Unsinn ist ihre Lesart.

        Wenn wir gemeinsam weiterkommen wollen, müssen wir fair bleiben. Z.B. „Danke für die Inputs, möchte aber anfügen, dass viele sich unter Druck fühlen, deshalb sollte man solche Empfehlungen sensibel …“

  • Lisa sagt:

    Aha. Spirig, vielfache Triathlon-Siegerin, Spitzensportlerin, trainierte im Vergleich mit anderen Schwangeren immer noch viel. Was Sie nicht sagen… Für die schwangere Durchschnittsleserin hätte der Artikel am Schluss beginnen und enden können: gehen Sie an die frische Luft, essen Sie nicht zuviel und geniessen Sie es!

    • M sagt:

      Absolut einverstanden. Sehr „amüsant“ finde ich auch die Berechnungen dazu, wie viel Schwangere zunehmen sollten. Ich berufe mich hier auf swissmom.ch, aber Sie finden auf vielen Portalen vergleichbare Zahlen. Zunahme für „nur“ Übergewichtige: 6.8-11.4 kg, für Adipöse maximal 6.8 kg. Gleichzeitig kann man auf der Seite lesen, welchen Anteil an der Gewichtszunahme die wachsende Gebärmutter, das Baby, Wassereinlagerungen, etc. haben. Selbst wenn ich null Gramm Fett zunehme und nur wenig Wasser einlagere, muss ich mit einer Zunahme von 8-11 kg rechnen. Einen dritten Artikel gibt es noch zum Thema, wie gefährlich eine Diät während der Schwangerschaft ist.

  • Koller sagt:

    Also wer als Baby dick ist, der ist später wohl auch dick? Schonmal was von Babyspeck gehört. Sie hatten garsntiert nie eigene Kinder. Theoretisch richtig, aber an der Realität vorbei.

  • Sportymom sagt:

    Ich bin sehr sportlich und es war für mich klar auch während der Schwangerschaft Sport zu treiben. Ich ging jeden zweiten Tag Schwimmen (crawl) und machte ein Training für 1.5-2 km und achtete darauf, dass mein Puls nicht zu hoch ist. Das hat auf jeden Fall sehr gut getan und ich hatte bis zum Schluss wirklich keine Schwangerschaftsbeschwerden. Weder Stützstrümpfe (er war im Hochsommer), noch Rückenschmerzen o.ä.
    Die Geburt war dann alles andere als schnell und unkompliziert. Nach 35 Stunden Wehen gab’s eine Notsectio. Sport ist also kein Garant für eine unkomplizierte Geburt, tut aber sicher während der Schwangerschaft gut 🙂

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