Kind, zieh doch Socken an!

 

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Ein Beitrag geteilt von Berufskolleg St. Michael (@bkstmichael) am

Sie tun es schon ein paar Winter lang. Doch wir Älteren verstehen es immer noch nicht. Wie man in der grössten Kälte mit nackten Knöcheln durch die Gegend spazieren kann nämlich. «Flanking» nennt sich das Ganze, eine pseudo-englische Wortkreation aus «flash(ing)» (hervorblitzen) und «ankle» (Knöchel).

Ich hatte den unter Jugendlichen verbreiteten Modetrend anfangs nur aus der Ferne beobachtet. Hatte mich ein bisschen darüber gewundert und war gleichzeitig dankbar, dass ich selber meine Füsse und Knöchel ganz entspannt in warme Stiefel verpacken kann, ohne Angst haben zu müssen, als grauenhaft uncool zu gelten.

Plötzlich jucken Kniesocken

Nun, seit kurzem beschäftigt mich das Flanking direkter, da meine Tochter sich dem Trend allmählich annähert. Sie krempelt zwar ihre Hose (noch) nicht hoch, trägt aber konsequent nur diese kurzen Socken, die knapp bis zum Turnschuhrand reichen. Kniesocken? Hasst sie plötzlich, weil «totaaaal unbequem!». Normale Socken? Nur im Notfall, wenn alle anderen dreckig sind.

Als sich die Temperaturen auf tiefwinterliches Niveau absenkten, konnte ich sie immerhin von ihren Turnschuhen weg und zu den ungefütterten Boots hin bewegen. In die Winterstiefel hat sie ihre Füsse aber erst gesteckt, als Schnee gefallen ist.

Es gibt Sommer- und Winterkleider

Während sie im Winter angeblich nie friert, scheint ihre Körpertemperatur im Sommer urplötzlich drastisch abzusinken. Seit letztem Jahr läuft sie nämlich auch bei 30 Grad in Turnschuhen und kurzen Söckchen herum – und langen Hosen. Gleich wie im Winter also. Die Flip-Flops und Shorts kommen höchstens zum Einsatz, wenns in den Ferien an den Strand geht.

Ich könnte ihr nun einen Vortrag darüber halten, wie unsinnig ihre Kleidungsgewohnheiten sind und dass es nicht umsonst Sommer- und Winterkleider gibt. Zugegeben, manchmal tu ich das auch: Im Winter aus Sorge, weil sie womöglich krank wird, wenn sie sich nicht warm genug anzieht. Im Sommer aus Ärger darüber, völlig umsonst neue Sandalen gekauft zu haben, die nie angezogen werden.

Waren wir wirklich besser?

Und doch verstehe ich sie irgendwie. Denn waren wir früher nicht genauso? Es waren zwar bei mir selber nicht die fehlenden Socken, aber ich habe bei meiner Garderobe auch nicht immer Logik walten lassen. Als wir Teenies waren und es in Griechenland hip war, abends in Jeanshosen und Converse-Turnschuhen herumzulaufen, haben meine Schwester und ich selbstverständlich mitgemacht. Im Hochsommer bei geschätzten 25 Grad Nachttemperatur.

Ausserdem trug ich vor ein paar Jahrzehnten jahrein, jahraus T-Shirts, die direkt über dem Bund der Hüfthose endeten. Ein längeres Top anziehen und in die Hose stecken? Gott bewahre! Damals fühlte ich mich so pudelwohl, heute friere ich schon, wenn ich Fotos aus der Zeit anschaue.

Warme Einlagen statt langer Diskussionen

Vielleicht verändert sich das Kälteempfinden mit dem Alter tatsächlich und Ihr Kind spürt die Kälte nicht. Und falls doch, würde es das nie und nimmer zugeben, also ersparen Sie sich die täglichen Diskussionen. Kaufen Sie dem Flanking-Fan stattdessen kuschelige Lammfellsohlen, damit er wenigstens von unten her warm hat in seinen Sneakers. Und ein wärmendes Hautöl für die nackten Knöchel.

Und dann haben Sie einfach etwas Geduld. Irgendwann kommt unweigerlich der Tag, an dem entweder die Mode wechselt oder aus dem Jugendlichen ein fröstelnder Erwachsener wird.

 

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Ein Beitrag geteilt von Matthias (@mattesmodernesleben) am

Wie sahen Ihre Modesünden aus? Und können Sie getrost über das Flanking hinwegsehen, oder würden Sie das Kind am liebsten in Wollstrümpfe stecken?

75 Kommentare zu «Kind, zieh doch Socken an!»

  • Sarina sagt:

    Ganz so neu sind Knöchelsocken ja nicht. Als Endzwanzigerin kenne und trage ich solche (gelegentlich) bereits seit früher Teeny-Zeit. Bei winterlichen Temperaturen bevorzuge ich aber Stiefel oder Stiefeletten statt Sneakers, egal wie hoch die Socken reichen. Wenn wir aber von gesellschaftlichen Zwängen sprechen: An die Füsse friere ich im Winter viel eher, wenn ich aus beruflichen Gründen Pumps mit Strümpfen bzw. entsprechend dünnen Söckchen tragen muss. Da schützt dann gar nichts vor der Kälte. Im Vergleich dazu wären die meisten Sneakers warm.

  • 80ties Girl sagt:

    Ich hatte in den 80ern blaue Füsse im Winter weil nur Nylonstrümpfe in Halbschuhen modetechnisch für mich tragbar waren. Hat mich auch nicht gestört. War einfach so. Krank im Sinne von erkältet war ich deswegen nicht 🙂

  • Robert Hasler sagt:

    Frieren ist sehr unangenehm. Wenn diese – teilweise auch nicht mehr so ganz jungen – Leute also sagen, dass sie nicht frieren, dann ist es vermutlich tatsächlich so.

  • R. Wenger sagt:

    Auch ich ziehe möglichst keine Socken an, aber nicht wegen der Mode. Das Sockenanziehen ist mir zu mühsam; ich bin nicht mehr so beweglich.
    P.S. Mein Jahrgang ist 1923

  • Peter sagt:

    Jedem das seine, die Teenies haben ihre Mode, vor 10, 20, 30, 40 oder 50 Jahre wars halt mal was anderes, aber wir alle hatten irgend eine merkwürdige Modemarotte. Wesentlich unappetitlicher finde ich die Herren mittleren Alters, die ohne Socken in Loafers rumlaufen. Sieht nicht nur beknackt aus, ist auch ziemlich unappetitlich mit dem Schweiss in den Lederschuhen.

    • Werner sagt:

      Lederschuhe ohne Socken sind bei zu Schweiss neigenden Füssen das beste und einziges Mittel gegen Gestank (abgesehen vom waschen natürlich).

    • Peter sagt:

      Werner, das sehe ich genau umgekehrt, denn das Leder verhindert jegliches Atmen der Haut. Und wer Stinkfüsse hat, der wäscht sie hoffentlich.

  • Michael sagt:

    Ich hab mich in den 90ern schon als Jugendlicher immer saisongerecht gekleidet und die Chavs nicht verstanden, die im Hochsommer ihre fetten Daunenjacken trugen. Jetzt als Erwachsener wundere ich mich seit ein paar Jahren – noch vor diesem Knöchelsockentrend – über Jugendliche, die im Winter Stoffsneakers, T-Shirt und eine ungefütterte Denim- oder Bomberjacke tragen …während ich danebenstehe mit dicker Winterjacke und Desertboots (die entgegen ihrem Namen für einen europäischen Winter echt komfortabel, warm und schick sind).

  • Maru sagt:

    Gut, dass wir Gott sei Dank nicht mit derart lebenswichtigen Problemen geschlagen sind und auch nie sein werden.

  • Synn sagt:

    Meine Tochter läuft GENAUSO im Winter rum – als Kontrast dazu dafür einen gefühlten Kilometer Schal um den Hals 😉
    Mein Mantra dazu: Es ist alles eine Phase – ooooooohm

    • Lichtblau sagt:

      Meine Tochter auch – inkl. meterlange Schals. Ihre schicke – im Vergleich geradezu elegante! – Zeit hatte sie als Teenager. Die jetzige, oben beschriebene Phase hingegen scheint kein Ende zu nehmen.

  • Vierauge sagt:

    es geht auch anders: unser Sohn trägt sehr gerne kurze Hosen, auch bei Schnee und -10°C. Das ist zwar keine Mode, aber seine persönliche Marotte, mit der er inzwischen stadtbekannt ist. Erkältet hat er sich dabei bisher höchst selten.

  • Vierauge sagt:

    „aus Ärger darüber, völlig umsonst neue Sandalen gekauft zu haben, die nie angezogen werden“

    falls Ihre Tochter schon alt genug ist, liesse sich dies vermeiden, wenn sie sich ihre Klamotten selbst kauft/kaufen muss und dafür ein monatliches Budget bekommt.
    Das hat zumindest bei unseren beiden Jungs funktioniert, seit sie 14 waren.

    • Synn sagt:

      Machen wir auch so: Monatslohn ab 14 Jahren. Klappt wunderbar, der Umgang mit Geld/Budget wird erlernt und es ist für alle viel entspannter.

  • Rüegger sagt:

    Witzig ist es dann, wenn die nackten Knöchel mit einem riesigen Pelzkragen zusammen auftreten. War kürzlich mit einer Nichte essen. Als wir wieder nach draussen kamen jammerte sie über die Kälte. Ich meinte: mit geschlossenem Mantel hättest du wärmer. Aber das war eben nicht cool. So sagte ich nur noch: na ja, dann tust du mir auch nicht leid!

    • Synn sagt:

      hahaha… ganz genau, eine zwar dicke, durchaus „vernünftige“ Winterjacke hat unsere Tochter zwar, aber diese wird fast ausschliesslich offen getragen.

  • gabi sagt:

    Ob´s nun in Mode ist oder nicht, ist doch Wurscht. Hauptsache, sie frieren nicht. Und das kann ich ja nicht wirklich kontrollieren, wenn mir das Gegenteil versichert wird.

    Ich werde also nur mit Nachdruck darauf hinweisen, dass es seinen guten Grund hat, wieso die Chinesen – im Bewusstsein ihres nachweislich wirksamen, jahrtausendealten Gesundheitskonzeptes – kaum etwas Anderes für derartig dringlich notwendig halten, als dass ihre Füsse warm bleiben. …. Und hoffen, dass ich damit irgend eine Hirnzelle erreiche.

    • Christina sagt:

      :-).

      Bei meiner Tochter steht an der Pinnwand: „Die Hirnzelle, die das noch wusste, ist leider gestern verstorben“. Ich vermute, dass dies bei der Hirnzelle, die offen ist für die Warme-Füsse-Argumente, auch der Fall war. Würde so einiges erklären.

  • Leo Schmidli sagt:

    1. Weil es Sommer- und Winterkleider gibt, müssen diese also zwingend getragen werden?
    2. Wieso sollte jemand krank werden, wenn er sich nicht warm genug angezogen hat? Ich dachte, das geschieht wegen Viren/Bakterien.
    3. Ich trage beim Sport immer kurze Hosen. Auch draussen. Immer. Solange ich obenrum warm angezogen bin, friere ich nicht.
    4. Tragen Sie Pumps oder sonstige Absätze? DAS ist schädlich. Aber bei Erwachsenen toleriert.
    5. Männer tragen im Herbst/Winter Anzüge. Mit entsprechenden Lederschuhen. Warum keine Stiefel? Und wieso wird das nicht kritisiert?
    Hier werden ganz klar verschiedene Massstäbe angelegt.

    • Martin Frey sagt:

      @Schmidli
      1. Es würde durchaus Sinn machen, ja.
      2. Für Erkältungen braucht es zwingend Keime, iaR Viren. Trotzdem ist es nicht so, dass die Körpertemperatur gar keine Rolle spielen würde.
      3. Sport ist eine andere Geschichte. Sie bleiben nach dem Sport ja wohl auch nicht verschwitzt in kurzen Hosen für eine weitere Stunde in der Kälte.
      4. Ist letztendlich eine Frage der Dauer und des Ausmasses. Gerade aber zb. beim Hallux valgus spielt auch die Vererbung eine Rolle.
      5. Weil sie Socken darunter tragen? Die Knöchel nicht frei sind? Und Sie wegen den langen Hosen nicht sehen, dass es sich dabei um Lederboots handelt?
      Männer in Anzügen stehen zudem meist nicht stundenlang bei unter Null draussen herum….

      • Leo Schmidli sagt:

        1. Warum?
        2. Quelle?
        3. Die Kinder stehen nicht verschwitzt in der Kälte herum.
        4. Schön rausgeredet. Die Kinder stehen ja wohl auch nicht stundenlang draussen. Im Artikel z.B. auf dem Weg ins Kino. Und selbst wenn?
        5. Auch hier: Kinder stehen ebenfalls nicht stundenlang draussen in der Kälte herum. Ich habe aber meinen Punkt auf schlechtes Wetter bezogen: Regen, Schneematsch. Ich habe mir auch schon so manches Paar ruiniert. Stiefel wären praktischer gewesen. Würde aber niemals jemand zu einem Anzugträger sagen. Zu Kindern offenbar schon.

      • Martin Frey sagt:

        1. Nun, ich finde, eine Daunenjacke macht am Strand nicht wahnsinnig viel Sinn. Im Schnee jedoch sehr wohl. Es gibt schon ganz profane Gründe für jahreszeitbedingte Mode, die selbsterklärend sind.
        2. Unterkühlung bedeutet einen Stress für den Kreislauf, schwächt die natürliche Abwehr und macht uns so angreifbarer für zb Rhinoviren.
        3. Haben Sie von Kindern gesprochen? Ich zitiere „Ich trage beim Sport immer kurze Hosen.“
        4. Auch da, seit wann tragen Kinder Pumps? Sind sowieso nicht mehr so en vogue, soweit mir bekannt.
        5. „Auch hier: Kinder stehen ebenfalls nicht stundenlang draussen in der Kälte herum.“
        Ich denke schon. Jugendliche auch, nur bauen die meist keine Schneemänner mehr. Der Anzugträger jedoch wirft sich dafür stilgerecht in sein Bogner-Outfit. 🙂

      • Christoph Bögli sagt:

        @MF: Wobei man fairerweise sagen muss, dass die paar Meter vom Schulzimmer in den SUV oder vom SUV in den Fastfood-Laden auch in Badehosen zurücklegen könnte, ohne eine Unterkühlung zu erleiden. Oder anders gesagt: vielleicht ist das Problem ja, dass viele der heutigen Kinder kaum noch dem Wetter ausgesetzt sind. Wenn man eine halbe Stunde zu Fuss oder auf dem Velo durch den Schnee oder die Hitze muss, dann überlegt man sich das mit der „coolen“ aber unpassenden Kleidung wohl zweimal.

  • k. miller sagt:

    Wenn ich so zurückdenke, was uns damals von den Erwachsenen gepredigt wurde, welche gesundheitliche Spätfolgen wir mit unseren modischen Untaten erleiden werden müssen 😉 Als Teenager ist man dagegen resistent. Würde auch niemals zugeben, dass man friert, nie!! Man möchte individuell sein, sich möglichst abheben (von den Erwachsenen) und dann rennt man doch genau gleich rum wie seine Gspänli – aber das wiederum ist in Ordnung. Irgendwie wiederholt sich das immer, von Generation zu Generation. Was mich daran immer wieder am meisten wundert: Wieviele Erwachsene sich nicht mehr erinnern können, vor allem die Erinnerung an die Gefühlslage von Teenagern scheint ab 30 bei vielen komplett ausgelöscht zu sein. Vor allem bei Eltern 😉

  • Gerhard Engler sagt:

    Und wo ist das Problem? Wenn ein Kind gerne kalte Füsse hat, dann soll es doch. Ich als Vater sehe es nur als meine Pflicht an, z.B. vor dem Skilager zu kontrollieren, ob warme Socken eingepackt sind. Ob sie dann auch getragen werden, das ist nicht meine Sache.

  • Lace sagt:

    Mein Tochter läuft auch so rum.Sie meinte sie spüre ihre Knöchel gar nicht mehr,also kein Problem!;-)

  • Michael sagt:

    Modesünde – was ist das ?? Ich habe aktuell nie eine begangen – ich war immer topmodisch. Ich habe z.B. mit voller inbrunst weisse Tennissocken und schulterlanges Haar mit Stirnband getragen. Ein Lederarmband am rechten Handgelenk war ein Muss. Dazu noch meine selbstgefertigten Batikhemden in den buntesten Farben. Selbstverständlich nur Jeans und Jeansjacken.
    Was ich nicht verstehe, warum man die Mode von damals mit den Modekriterien von heute bewertet. In zwanzig Jahren wird man sich vermutlich an den Kopf fassen, wenn man diese Mode mit den Destroyer-Jeans bewertet.
    So what – lasst die Kiddies doch ihre Knöchel zeigen. Ist halt eine andere Generation, mit einem anderen Verständnis was modisch ist und was nicht.

    • Christina sagt:

      „Modesünde – was ist das ?? Ich habe aktuell nie eine begangen – ich war immer topmodisch.“

      Der wahrste Satz im bisherigen Blog :-).

  • Markus Leitz sagt:

    Nun ja das mit dem Kälteempfinden ist tatsächlich relativ. Ich selber (m, 41) habe im meinem ganzen Leben noch nie Kniesocken oder einen Schal getragen und Mützen trage ich alle 5 Jahre vielleicht. Turnschuhe trage ich in meiner Freizeut auch das ganze Jahr, da diese vollkommen ausreichen. Aber ich gebe zu, dass bei ihrer Tochter wohl eher modische Aspekte eine Rolle spielen und weniger das Wärmeempfinden.

  • Matt sagt:

    Ich bin 40 und lauf ab und an auch so rum!
    Mit der Kälte zu argumentieren ist einfach nur lächerlich und scheinheilig!
    Das man so nicht ins Hochgebirge auf eine Hochtour geht, erklärt sich wohl von selbst.
    Es erfriert oder erkältet sich aber ganz sicher niemand wenn er so in der Stadt rum läuft.
    Also bleibt doch einfach ehrlich, und sagt offen das ihr mit diesem Trend nichts anfangen könnt….genau so wie’s eure Eltern bei euch gemacht haben.

    • Jeanette Kuster sagt:

      Scheinheilig? Hm…also ich würde zwar nicht gleich ERfrieren, aber definitiv frieren. Richtig fest frieren sogar.
      Aber schön für Sie, wenn Sie so kälteresistent sind.

      • Lichtblau sagt:

        Ich habe im Jahrhundert-Hitzesommer öfter mal nervig rumgejammert – dafür aber geschworen, dass man im Winter nichts dergleichen von mir hören wird. Jetzt friere ich aber doch ab und zu – irgendwie ist mehr eiskalter Wind? Oder zeitlose Kamelhaar-Mäntel werden wärmetechnisch überschätzt.

    • Jo Mooth sagt:

      Verzeihung, aber mit 40 immer noch diese beknackten Söckli? 🙂

    • Diego Manosdias sagt:

      Lächerlich ist ein 40-jähriger, der im Teenie-Style rumläuft, weil er Probleme hat, älter zu werden…. 🙂

      • Leo Schmidli sagt:

        Lächerlich ist ein Internet-Troll, der meint, Menschen aufgrund eines Kommentars beurteilen und psychologisch analysieren zu können!

      • k. miller sagt:

        Oh… ich laufe noch mit Mitte 50 ohne Socken in Turnschuhen rum. Nicht weil ich jünger erscheinen möchte oder der Mode wegen, sondern weil es mir so passt und ich nicht friere. Gut, im Winter eher seltener – aber nur deshalb weil es nervt wenn ich immer wieder schräg von Seite angequatscht werde, ob mir nicht kalt wäre. Desgleichen mit Schal, Mütze, Handschuhe – sowas hab ich höchstens im Gebirge an. Und die Jacke ist bei 0° C meist auch offen. Lasst doch die Leute rumlaufen wie sie mögen. Mir ist doch auch egal, wenn jemand bei 15° C sich in eine Lammfelljacke mit Schal mümmelt. Hauptsache, es ist jedem wohl dabei.

      • Rodolfo Bühler sagt:

        oh ja, k. miller, geht mir auch so – bin Ende 50, Mann und trage idR keine Socken in meinen Schuhen, Sommer und Winter weil mir einfach wohler ist ohne Socken. Lederschuhe, Ledereinlage und Geruch ist kein Thema, nicht nur für mich 😉
        Natürlich, wenn ich Stunden draussen bin (Schnee) wandern gehe, Skifahren, dann mit Socken. Aber so, jetzt, schlüpf ich am morgen barfuss in meine Stiefel und wechsle die in meine Sommerschuhe am Arbeitsplatz. Was vielleicht nicht überall goutiert würde, muss jedes selber entscheiden.

    • Carolina sagt:

      Ach je, diese (letztlich) Stilfragen werden ja doch ein bisschen sehr hochgespielt, oder?
      Ich bin in einem Land grossgeworden, in dem die Frauen und Mädchen grundsätzlich auch im tiefsten Winter ohne Strümpfe und mit nackten Beinen herumlaufen – das haben wir selbstverständlich auch gemacht, schon weil wir damit unsere (polnischen) Grosseltern so schön aufregen konnten. Wüsste nicht, dass wir irgendeinen Schaden davon getragen hätten.
      Hätte es social media während meiner Jugendjahre schon gegeben, hätte ich diesen Erwachsenen, die Stilfragen diskutieren, ob Söckli oder nicht und mich angemacht hätten, weil ich bauchfrei/beinfrei rumlief, den Finger gezeigt. Lassen wir es den Jungen, sich durch irgendetwas abzugrenzen.

      • gabi sagt:

        Orangenhaut klingt ja auch ganz schön frisch !

        😉

        Im Ernst, Caro: Dass mit dem Mini bei kalten Temperaturen soll tatsächlich ein wahrer Cellulitis-Booster sein.

      • Carolina sagt:

        Ein Booster? Dachte immer, Kälte sei gut GEGEN Cellulite? Ich müsste mal eine Art länderübergreifende Fleischbeschau machen – dürfte schwierig werden;-)
        Heutzutage fröstelt es mir nur schon bei dem Gedanken daran, wie wir rumgelaufen sind – übrigens hat eine meiner Töchter (die ‚Nierenfreie‘) neulich etwas ähnlich gesagt. Also: no worries!

      • gabi sagt:

        Meine Worries sind ja eher, dass es ausstirbt.

        Bei der Fleischbeschau wär ich jedenfalls glatt (und nicht orangenhautholperig) dabei!

        🙂

  • 13 sagt:

    Herrlich. Wer hatte das nicht durch? Meine erste Chefin wies mich bereits darauf hin, dass die Nieren bedeckt sein sollten (wegen der Kälte, nicht aus Repräsentationsgründen) und meinte dann, sie müsse das ihrer Tochter auch immer sagen. Ich antwortete nur, dass das meine Mutter auch immer sagt und ich mich trotzdem anziehe, wie ich will. Heute muss es schon ca. 30 Grad sein, dass ich auf mein Unterliebli verzichte. 😉
    Aber so darf jede Generation eigene Erfahrungen machen. Das fängt ja oft schon früh an. Die 5j Tochter einer Freundin trägt auch bei den aktuellen Temperaturen sehr selten eine Jacke und nur Turnschuhe, von kappe und Handschuhen ganz zu schweigen. Krank ist sie trotzdem nie. Ihr Körper ist tatsächlich immer warm.

    • Martin Frey sagt:

      @13
      Der Text ist in der Tat amüsant, insbesondere dann, wenn man wie ich keine Tochter im Teenager hat. 😉
      Wobei wir da natürlich schon zum Thema kommen: Ohne Advocatus Diaboli spielen zu wollen, aber weshalb sind das primär weibliche Marotten, die sich so vernunftresistent immer wieder in neuer Form in jeder Generation manifestieren? Ist das nun Biologie oder Prägung? Weshalb pocht frau wie Du damals (zurecht) auf ihre Freiheit, sich angeblich so individuell anzuziehen, um dann doch letztendlich wie alle anderen herumzulaufen? Und aufs Teeniealter heruntergebrochen: Schuluniformen igitt, aber wie die Teenies dann letztendlich herumlaufen, geht ja kaum mehr uniformer. Vom Flanking bis zu den Augenbrauen… Ich verweise dazu nur auf das köstliche erste Instagram-Bild im Text. 🙂

      • Carolina sagt:

        MF, ist diese Frage Ihr Ernst? Ist doch ganz einfach: wenn mein ‚Protest‘ von niemandem angemahnt wird bzw meine Marotten akzeptiert werden, brauche ich sie auch nicht mehr, zumindest als Statement. Das ist mMn keine Gendersache. Einer meiner Brüder war Punk – da irgendwann alle seine Kollegen auch so herumliefen, hörte er damit wieder auf. Meine Töchter liefen auch lange nierenfrei herum – bis es irgendwann niemanden von uns mehr aufregte, dann war es vorbei.
        Wobei: es ist ein wenig gemein, aber als Eltern kann man diesen Protest fast ein wenig steuern. Und manchmal haben wir, fast-schäm, nur pro-forma gemotzt, denn wir fanden die Marotten eigentlich nie besonders schlimm. Spätestens beim dritten Kind in der Pubertät sieht man das gelassener……..

      • TeenagerMutter sagt:

        Lieber Herr Frey
        Diese Mode-Marotteh erfassen fasst alle Jugendlichen. Das hat nichts mit dem Geschlecht zu tun, sondern mit der Gruppenzugehörigkeit.
        Schauen Sie sich mal um, überall grüssen Knöchel – auch den Beinen der Jungs :-).

      • 13 sagt:

        @ MF
        Auch mit einer Tochter in „fast-Teenie-Alter“: sie ist knapp 11 und wir haben schon die ersten Diskussionen über (aus Mutters Sicht) zu enge und durchsichtige Oberteile und kurze Röcke.
        Ein Frauenproblem? Möglich, vielleicht weil die weibliche Garderobe schon immer gesellschaftlich eine Rolle spielte, egal ob nun tiefer Ausschnitt oder das Kopftuch. Andererseits betreffen ja nackte Knöchel auch junge Männer, mein 20j Praktikant läuft auf jeden Fall auch so herum und die männlichen Besucher der nahegelegen Gewerbeschule auch. Zu unserer Zeit war es praktisch ein Männlichkeits-Initiationsritus einen ganzen Winter lang nur kurze Hosen zu tragen. Warme Jacken oder Kappen waren eh für Warmduscher. Von wegen vernunftsresistente weibliche Marotten.

      • tststs sagt:

        Bitte was? Weibliche Marotte?
        Ich erinnere an Jungs/Männer
        – die mit der Daunenjacke im Club auftauchten (darunter natürlich nackt, weil… ist ja schon warm so eine Jacke)
        – deren Schritt irgendwo auf Kniehöhe anzufinden war
        – deren Hosen so eng sind, dass sich Alt-Punks nur so die Augen reiben
        – mit Deckelfrisuren, die das Sichtfeld min. um 80% verkleinerten

        Ah ja, und immer wieder: Axe!
        😉

      • 13 sagt:

        Gruppenzugehörigkeit und Selbstbestimmung widersprechen sich ja nicht unbedingt, denn es gehört eigentlich zur Gruppenbildung dazu, sich eigene Merkmale zu geben, die dann die Gruppenzugehörigkeit gegen innen und aussen kennzeichen. Das kann man ja nicht auf auferlegte Uniformen (wie die Schuluniform) übertragen.

      • 13 sagt:

        PS: Ist das zweite Bild kein Mann?

        PS 2: Apropos Mode und Temperatur staune ich ja eigentlich weniger bei der Jugendlichen sondern viel mehr bei der „klassischen Abendgarderobe“. Wenn man davon ausgeht, dass im Schnitt eher Frauen schneller frieren, ist doch der Herr im Anzug inkl. langärmliges Hemd und Unterhemd und Krawatte, der den ganzen Abend schwitzt, und die Dame im freizügigen Abendkleid, die sich fröstelnd die Stola enger um sich zieht, völlig unsinnig. Welches Geschlecht da vernunftsresistenter ist, bleibt offen…

      • Martin Frey sagt:

        @Carolina
        „ist diese Frage Ihr Ernst?“
        Nicht so ganz, ehrlich gesagt. 🙂 Man muss ja nicht alles so ernst nehmen.
        „Ist doch ganz einfach: wenn mein ‚Protest‘ von niemandem angemahnt wird bzw meine Marotten akzeptiert werden, brauche ich sie auch nicht mehr, zumindest als Statement.“
        Das stimmt natürlich alles, und die Punks sind mir auch ein Begriff. Trotzdem gibt es m. E. in solchen Fragen „genderbedingte“ Auffälligkeiten. Ich würde mal meinen, Jungs in dem Alter frieren ganz banal nicht so gerne (obwohl junge Frauen physiologisch bedingt schneller kalt haben). Sie drücken ihre Peergroup-Zugehörigkeiten tendenziell anders aus.
        Wobei, vielleicht bin ich auch etwas voreingenommen, bilde ich seit Jahren v.a. junge Frauen aus… Die Diskussionen kenne ich von dem her nur zu gut.

      • Eva sagt:

        Häh? Wie kommen Sie darauf, dass freie Knöchel eine weibliche Marotte sind? Gucken Sie sich bitte mal um, bevor sie so etwas schreiben.
        Und was ist mit den Hosen in den Kniekehlen? Trugen bekanntlich nur die Boys. Und die Käpplis, die oben auf dem Bürstenschnitt trohnen?
        Ich bin mir ganz sicher, der Wunsch, sich mit der Mode an eine Peergroup anzupassen (und die entsprechenden Modesünden) sind in beiden Geschlechtern gleich verteilt.

      • Lichtblau sagt:

        @Martin Frey: Das mit dem uniformen Look hat schon was. Bei mir kommt immer mal wieder Freude auf, weil ich denke: Da ist ja meine (kürzlich ausgezogene) Tochter! Und das im grossen Zürich, was für ein Zufall! Und dann ist es in 99 Fällen doch nur ein Klon.

  • Nina sagt:

    Im Leben kommt zwangsläufig der Moment, an dem man beschliesst, nicht mehr zu frieren und dafür einiges an coolness einzubüssen.
    In meiner Jugend war Bauchfrei Trend… auch in jeder Jahreszeit!
    Völlig bescheuert auch der Trend in den frühen 2000er, die gefütterten Ugg- Boots zu Miniröckli und Töppli!

  • Jo Mooth sagt:

    Ich war als Teenie sozusagen ein Fashion-Victim im umgekehrten Sinn: Meine Mutter kaufte mir oft Kleider, die nicht mehr Mode waren. Ich hinkte meinen modischen Kollegen kläglich hinterher. Jeans durfte ich nur im Frühling oder Herbst tragen, im Winter waren diese grobgerippten Manchesterhosen Pflicht, in kackebraun oder violett. Dunkelblauer Pullover über das weisse Hemd? Verboten! Könnte abfärben.

    • Jeanette Kuster sagt:

      Oje, sie Ärmster. Ich habe letzte Woche freiwillig solche grob gerippten Manchesterhosen getragen – wahrscheinlich mag ich sie deshalb, weil sie mir als Kind nicht aufgezwungen wurden. 😉

  • Sunflyer sagt:

    Meine Tochter ist am Samstagabend ins Kino, mit Converse (den flachen) Knöchelsocken die man nicht mal sah und natürlich die Hosenbeine hochgerädelt. Und es waren minustemperaturen. Natürlich ohne Mütze und die Jacke offen. Ich hab schon was gesagt aber das wird einfach ignoriert… Naja, man kann da nichts machen. Und ich war wohl ähnlich. Aber das es dafür einen Namen gab wusste ich nicht. Flanking… Jetzt hab ich was gelernt.
    Meine Stilsünden? Ganz klar die Dauerwelle und die Steghosen in der Farbe Apricot

    • Jeanette Kuster sagt:

      Wunderbar, Steghosen und Dauerwelle….ich würde zu gerne ein Foto sehen. 🙂

      • k. miller sagt:

        Steghosen und Dauerwellen hatte ich auch 😉 Allerdings waren das keine Stilsünden, denn das passte perfekt in die Zeit – und Mode muss man eben auch aus der Zeit heraus anschauen. Eine Stilsünde wäre eher, wenn ich heute noch mit Dauerwelle rumrennen würde 🙂

    • Susi sagt:

      Steghosen wären vielleicht noch gut, das würde zumindest einen Teil der Knöchel bedecken.

    • Synn sagt:

      Steghose *kreisch* – ich hatte welche in türkis – was es natürlich nicht besser macht ;D

      • Lichtblau sagt:

        Steg- oder Keilhosen machten figurmässig keine schlechte Falle (was man von „Mom-Jeans“ nicht behaupten kann). Ich glaube, ich hatte kürzlich eine Steghosen-Sichtung im Sortiment eines „Trendshops“ …

  • Independent sagt:

    Guter Artikel Frau Kuster, hat mich zum schmunzeln gebracht.

    Was zum „flanking“ auch noch nicht fehlen darf ist der übergrosse, bettdecken grosse Schal um den Hals/Schultern/Oberkörper/Hüfte. Kein Teenie-Outfit heute ohne diese beiden oberbescheuerten Trends. Aber wie Sie das schon richtig gesagt haben: Meine Eltern haben wohl auch einfach nur noch den Kopf geschüttelt und sich gefragt ob ich mich im dunkeln angezogen habe… Tja History repeats itself 🙂

  • Anh Toàn sagt:

    Wer kalte Füsse hat, soll eine Mütze aufsetzen. Am meisten Körperwärme geht über den Kopf verloren. In meiner Jugend waren Mützen sowas von daneben, selbst auf den Skipisten war höchstens ein Stirnband angesagt.

    • Rudolf Wackernagel sagt:

      Ein längst widerlegter Mythos. Dem Kopf fehlt die nötige Fläche, um „am meisten“ Körperwärme abzugeben. Der Kopf gibt wie jeder andere Teil des Körpers Wärme ab.

      • Anh Toan sagt:

        Schon mal ein Infrarot Bild von einem Menschen gesehen.

        Die ungesundesten Moden sind Rauchen und sich in der Sonne bräunen. Beides in meiner Jugend schwer angesagt.

        Ästhetische Modesünde No. 1, für Jungs noch schlimmer als für Mädels: Der Overall.

      • Balu sagt:

        Von wegen wiederlegt. Der Wärmeverlust durch den Kopf hat auch nix mit der Fläche zu tun. Wer Bergsport macht, weiss das, bzw sollte das wissen.

  • Roland K. Moser sagt:

    Die Achilles-Sehne sollte immer schön warm haben, damit das sie umgebende Gewebe immer gut durchblutet ist. Dies gilt auch während sportlichen Betätigungen :-), auch im Sommer 🙂
    Unter der Dusche die Achilles-Sehne kalt abschrecken fördert die Duchblutung des die Sehne umgebenden Gewebes. Anschliessend die Achilles-Sehne wieder in Socken einpacken.

    • Jo Mooth sagt:

      Ich habe die Achillessehne gerissen, im Sommer, bei 30 Grad, im Gehen… Fuss in eine Mulde gesetzt und zack!

      • Roland K. Moser sagt:

        Bänder und Sehnen reissen, wenn sie zuviel auf Zug beansprucht werden. Alternativ werden sie am Ansatz ausgerissen.

  • R. Schmid sagt:

    Hinsichtlich „Flanking“ habe ich mich genau das Gleiche gefragt bei meinen Schülerinnen und Schülern – bin Lehrperson Ende zwanzig von Sechstklässlern. Und dann denkt man mal an seine eigene Teenie-Zeit zurück.. Und als damals Lederjacken so wahnsinnig modern waren, habe ich diese offen(!) den ganzen Winter hindurch getragen und gemeint, kalt habe ich nicht. Na ja, was einen nicht umbringt…

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