Mama und Papa sind arbeitslos – und verzweifelt

Verzweiflung und Scham: Arbeitslosigkeit isoliert und erschwert das Elternsein. (Foto: iStock)

Diesen Text wollen Sie nicht lesen. Und es ist vielleicht ein Fehler, ihn überhaupt zu schreiben. Aber er ist meine letzte Chance, und er ist auch ein Ventil: Dafür, meine Wut loszuwerden, und meine Ohnmacht.

Beginnen wir von vorne. Im August 2016 habe ich an der philosophisch-historischen Fakultät der Universität Bern mein Masterstudium abgeschlossen. Masterarbeit mit Bestnote, sehr guter Notenschnitt insgesamt. Nach acht Jahren Studium – wegen der Kinder, die während des Studiums gekommen waren, hat sich dieses etwas in die Länge gezogen – und acht Jahren träumen, kämpfen, hoffen, mit wenig und nichts auskommen.

Mit Beginn des Masterstudiums habe ich einen ersten qualifizierten, niedrigprozentigen Teilzeitjob angenommen, mit der Idee, dadurch meine Berufschancen zu verbessern. Auch sonst habe ich viel unternommen, um mein Profil im Bereich Umweltkommunikation zu stärken wie etwa die gezielte Auswahl des Kursangebotes.

Der Beginn der Abwärtsspirale

Und zuerst scheint es auch zu funktionieren. Ich erhalte bald einen ersten Praktikumsplatz beim Bundesamt für Umwelt (Bafu). Die Welt gehört dir, dachte ich mir. Im Anschluss daran: erst mal nichts. Ich melde mich auf der zuständigen RAV-Stelle. Nach ein paar Monaten mache ich ein zweites Praktikum, diesmal finanziert über die Arbeitslosenkasse.

Das ist wohl der Punkt, an dem unsere familiäre Abwärtsspirale beginnt. Wenige Wochen nach Start dieses Praktikums tritt mein Partner eine neue Stelle an. Und verliert sie wieder zum Ende des ersten Probemonats. Ich schliesse mein Praktikum ab, und mein Partner findet eine neue Stelle. Ich beginne derweil, mich mit dem Thema «Selbstständigkeit» zu befassen. Nun habe ich Zeit, in Ruhe meine Selbstständigkeit aufzubauen, denke ich mir, denn vom Gehalt meines Partners kann die Familie erst mal leben.

Dann der Schock: Zum Ende der dreimonatigen Probezeit verliert mein Partner auch diese Stelle. Es ist wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Es ist jetzt Ende Juli 2018. Wir wissen, es bleibt uns ungefähr ein Jahr, um unser Leben auf die Reihe zu kriegen.

Was ist das Problem? Die Kinder?

Ich habe in den vergangenen drei Jahren etwa 300 Dossiers verschickt und rund 20 Vorstellungsgespräche geführt. 20 Vorstellungsgespräche und darauf 20 Absagen. Jedes einzelne dieser Bewerbungsgespräche ist mit Hoffen, Bangen und schliesslich einem Loch verbunden. Zwar werde ich besser mit der Zeit – die Menschen, welche die Absagen erteilen, kommen zunehmend ins Stocken, erklären und entschuldigen sich, machen klar, dass die Konkurrenz einfach sehr gross war. Dass es nur an wenig gefehlt hat.

Die Gründe der Absagen variieren stark, mal ist es die fehlende Anwendungspraxis in einem Tool, mal wirke ich zu akademisch, mal befürchtet man, ich sei überqualifiziert.

Was ist das Problem? Das Studium? Vielleicht. Aber ich kenne einige (vor allem männliche) Mitstudierende, die unterdessen gut untergekommen sind. Weil ich eine Frau bin und Kinder habe? Möglich. Auf jeden Fall werde ich immer wieder 10 oder 15 Minuten lang nur dazu interviewt, wie die Kinderbetreuung geregelt sei. Selbst bei 50-Prozent-Stellen. Meinem Partner werden dazu keine Fragen gestellt, auch nicht bei Vollzeitstellen.

Wir schämen uns

Das Schlimme an den Misserfolgen und Verlusten ist ja, was das sozial mit einem macht. Wir beginnen, Menschen aus dem Weg zu gehen, sorgen bewusst und unbewusst dafür, dass die Kinder nicht mit ihren Freund(innen) abmachen. Und wir fühlen uns schlecht, am Rande der Gesellschaft, gereizt und unfähig, wenigstens die Elternrolle gut zu meistern. Und: Wir schämen uns.

In wenigen Monaten werde ich ausgesteuert sein, kurz darauf auch mein Partner. Dann droht das Sozialamt, Finanzreserven haben wir keine.

Die Wochentage überstehe ich meist ganz gut. Die Kinder sind in der Schule, ich verschanze mich hinter meinem Projekt Selbstständigkeit. Produziere Content, arbeite an meiner Website, bin auf Social Media aktiv. Die Arbeit lenkt mich wenigstens teilweise davon ab, mich in Grübeleien zu verlieren und depressiv zu werden.

Schlimmer sind die Wochenenden. Wir ziehen uns zurück, Ausflüge (von Waldspaziergängen mal abgesehen) können wir uns ohnehin nicht leisten. Die Familienzeiten sind für mich unerträglich, meine Gedanken sind anderswo. Manchmal weine ich. Dann entscheide ich mich, in die Bibliothek zu gehen und zu arbeiten. Das ist besser, als es nicht auszuhalten.

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171 Kommentare zu «Mama und Papa sind arbeitslos – und verzweifelt»

  • Arnold sagt:

    Solche Lebenssituationen sind in der Regel sehr, sehr schwer zu er tragen. Menschen die der Ansicht sind dass in der Schweiz niemand verhungern müsse mögen gewissermaßen recht haben: Die Frage ist nur wenn diese unverhofft in eine derartig schwierige Lebensalge geraten würden, ob sie allmählich nicht auch in eine dauernd in seelisch kaum verkraftbare Notlage hineinrutschten würden. Und das Leben sinnlos fänden

  • Markus Kohler sagt:

    Wenn ein Paar zusammen kommt, bei dem der Mann seine Jobs nicht halten kann und die Frau im Job ihre persönliche Erfüllung sucht und scheitert, weil es in diesem Bereich eigentlich kaum Jobs gibt, dann kann man sich nicht 3 Kinder leisten.
    Es stimmt das Sozialamt ist der nächste Schritt, dann kommt von dort aus nach einiger Zeit der Druck zu arbeiten oder eine IV-Anmeldung zu machen. Die IV-Abklärung wird nichts ergeben und der Ball ist dann wieder beim Sozialamt.
    Es wäre daher an der Zeit aufzuwachen und versuchen einen Job zu bekommen in einem Bereich, der wirklich Jobs anbietet wie im Lehrberuf, in der Kinderbetreuung, in der Pflege. Festhalten an irgendwelchen intellektuellen Träumereien bringt nichts und vielleicht könnte der Partner sich auch etwas bemühen einen Job zu halten.

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Meine Meinung, aber sprechen Sie diese nicht zu laut aus, ansonsten von den bildungsfernen Leute der Vorwurf kommt, dass Leute mit dieser Meinung bildunsfern sind.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        „Im Job persönlich Erfüllung sucht“ und weiteres Geschwurbel. Gilt das auch für kleine, vom Steuerzahler alimentierte Kleinstbauernhöfe, die finanziell niemals selbsttragend sind, liebe TVS? Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen. Schöne Weihnachten.

    • tina sagt:

      wenn ich mir etwas wünsche, dann dass meine jungs auch beim arbeiten erfüllung finden. ich wünschte sie hätten studieren können, aber vielleicht machen sie das ja auch später noch. etwas, das sie interessiert, für das sie brennen.
      wenn ich mir etwas nicht wünsche, dann, dass sie so gehässig werden. das leben kann einem übel mitspielen, auch wenn man alles richtig macht. aber gerade wenn man erlebt hat, wie es ist, wenn man kein glück hat und dass man wirklich glück braucht im leben, weil nunmal nicht alles planmässig verläuft, müsste man doch verständnisvoller sein. milder. glück braucht man immer, auch wenn man alles richtig macht.
      bildungsfern ist eins der blödinnigsten wörter ever.
      ja, das ist jetzt ein bisschen sehr sentimental 🙂 happy wiehnachte 🙂

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Aquila

        Bauern arbeiten hart für die paar Franken DZ, was man von anderen nicht behaupten kann. Man könnte natürlich auch die Tierschutzgesetze aufheben. Wenn wir auf derselben Stallfläche 15000 anstatt 1500 Hennen halten, brauchen wir keine DZ mehr.

        Zudem: sämtliche Leistungen wie ALV, ergänzende Sozialleistungen bei Arbeitslosigkeit, Working Poor und Temporärarbeit, sowie Schlechtwetterentschädigungen werden von der Allgemeinheit bezahlt und NICHT von den Unternehmern. Somit ist jedes Gewerbe in der Schweiz subventioniert, aber um diese Zusammenhänge zu sehen, braucht es halt ein Minimum an Bildung.

        Auch werden sämtliche akademischen Ausbildungen via Steuerzahler finanziert und ein guter Teil der Akademiker erhalten ihr Salär über die öffentliche Hand.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        tina

        Es ist ein Unterschied, ob man kein Glück hat, weil die Umstände einem übel mitspielt, oder ib man sich selber in solche Umstände manövriert. Und selbst wenn man wie ich einen Teil dieser schwierigen Umstände (bei mir falscher Mann) selber fabriziert, sollte man irgendwann umdenken und etwas dagegen unternehmen.

        Ich lag ganz unten im Dreck und musste mich selber wieder daraus hochziehen und meine Voraussetzungen waren um ein Vielfaches schlevhter, als bei der Autorin mit einer höheren Ausbildung.

        Doch, ich habe einen grossen Vorrat an Empathie, Mitgefühl und Milde, aber wenn jemand mit so guten Voraussetzungen auf grossem Niveau jammert, anstatt die grosszügig vorhandenen Bildungsresourcen in andere Bahnen zu lenken, geht mir irgendwann mein Verständnis aus, sorry

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        tina

        Teil 2

        Wie oft musste ich mir hier schon anhören, dass ich ja selber Schuld bin, weil ich ja freiwillig mit meinem Ex zusammen war? Selber aber darf ich diese Meinung nicht äussern, ohne derart angefeindet zu werden.

        Offensichtlich wird hier Empathie und Mitgefühl nur Akademikern zu Teil.

        Nein, ich verstehe es wirklich nicht, dass man sich weigert, nach 8 Jahren Studium nichts daraus zu machen. Hätte ich je die Unterstützung zu einer besseren Ausbildung erhalten, würde ich bestimmt nicht für 21.- putzen gehen, um nebst der Landwirtschaft (6.- Std) noch etwas Einkommen zu haben. Meiner Meinung nach waren diese 8 Jahre Studium eine Versvhwendung an Steuergeldern, die zB Ihre Söhne besser hätten nutzen können.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        TvS

        Ihre Argumentation ist überhaupt nicht stringent. Jeder Franken, den der Bund an Subventionen oder Unterstützung ausgibt, wurde einmal in der freien Wirtschaft real verdient. Volkswirtschaftslehre Lektion 1. Da braucht es eigentlich gar nichts an Bildung um das zu verstehen. Das Akademiker auf Staatskosten ausgebildet werden bestreitet auch niemand. Aber möchten Sie in einem Land ohne Akademiker leben? Hat man zuletzt in Kambodscha versucht, kam nicht gut. Und klar, ich möchte auch nicht in einem Land ohne Bauern leben. Aber Ihr Akademikerbashing ist fehl am Platz. Wie eine Umweltkommunikatorin die beim Bund arbeitet und auf Sttatskosten ausgebildet wurde, so existiert auch Ihr Bauernhof nur dank den Steuerzahlern aus der realen Wirtschaft.

  • Corinne sagt:

    Ich bin selber auf Umweltkommunikation spezialisiert (mit phil.nat- Hintergrund) und habe nach den Mutterschaftsurlauben TROTZ 7 JAHREN ERFAHRUNG keine Chance mehr gehabt, trotz mittlerweile sehr breitem Themenspektrum und Weiterbildungen bis in die Unternehmenskomm. Heute arbeite ich zu einem KV-Lohn in Teilzeit bei einem sozialen Arbeitgeber, bin daneben selbständig, damit ich mich in meinem Bereich weiterentwickeln und den Fuss drin behalten kann. Das waren harte Prozesse und finanziell ist es schwierig. Man glaubt nicht an diese Glasdecke für Frauen und Mütter, bis man anstösst und die Welt nicht mehr versteht. Und alle, die weder Frauen nich Mütter sind, sollten hier nur sehr bedacht mitdiskutieren.
    Aber die Sache mit ihrem Mann: Was ist denn da los?! Das ist bedenklich!

    • gabi sagt:

      Um hier bedacht mitzudiskutieren:

      Meinen Sie allen Ernstes, diese „gläserne Decke“ gäbe es für Andere nicht?!

      Mich erinnert das irgendwie an die Naivität von Kindern, die sich ihre Fussballidole ansehen und diese sagen hören: Mit Disziplin und harter Arbeit… (aka: Wo ein Wille ist, ist ein Weg)

      Völlig unbenommen der Tatsache, dass einfach bloss Mathe – Scheissrealität aber auch! – dagegen spricht: Nein. Es können nicht ALLE Fussballprofis à la Ronaldo werden. Schlicht, weil´s keine Arbeitgeber gibt, für alle, die noch so sehr wollen, noch so sehr an ihren Traum glauben und das will ich keinesfalls ausschliessen) sogar das nötige Zeug dazu hätten!)

      Umweltkommunikation also. Aha.

      Sollte dafür ev. so viele Arbeitsplätze geben, wie für Kohleabbau Anfang des 20.Jhdt?

      • Corinne sagt:

        Es gibt viele gläserne Decken, aber nur diese betrifft potentiell die Hälfte der Bevölkerung. Die Schweiz hinkt Europa da überdeutlich hinterher. Umweltthemen sind von Industrie bis Verwaltung, von Bildung bis Politik überall vertreten, das ist kein kleines Themenfeld mehr sondern hochrelevant, auch für die Wirtschaft. Mit Fussballfantum hat die Berufswahl nichts zu tun, sondern (in meinem Fall) mit der absolut rationalen Überlegung, die kommunikativen Fähigkeiten in einem wichtigen Zukunftsbereich einzusetzen. Aber zugegeben: viel Geld steckt darin nicht, es ist immer noch ein stiefmütterlich behandelter Bereich. Dennoch: Ich bezweifle stark, dass ein Mann mit gleicher Erfahrung/CV am gleichen Punkt nach Geburt der Kinder analoge Erfahrungen gemacht hätte. Und da bin ich nicht allein.

      • gabi sagt:

        Vielleicht hat er dieselbe Erfahrung aber einfach nicht am selben Punkt festmachen können… ?

        Da läuft´s etwas nebulöser und subtiler ab, zweifellos. Aber der Effekt ist derselbe.

        Gut möglich, dass sich das Individuum das Scheitern des Traumes jedoch auch mit ganz Spezifischem erklärt: Nur weil ich Linkshänder bin! Die haben einfach was gegen Brillenträger! etc., etc., etc.

        Die Vorstellung, dass es vom Traumjob unendlich viele Stellenmöglichkeiten geben könnte, scheint mir ungeheuer weltfremd.

        – Zumindest, eben, solange der Traumberuf nicht Schichtarbeiter unter Tage zu Beginn des 20. Jhdt. ist.

        Mir geht dieses ewige Opfergejammere langsam so was von auf die Nüsse.
        „Nur weil ich XXXX (mit individuellem Komplex zu befüllen!) bin, werde ich geschnitten.“

    • Hansli sagt:

      Was heisst nach dem Mutterschaftsurlauben? Nach den 14 Wochen entlassen?

      Für mich haben sie ziemlich weltfremde Vorstellung von der Branche. Reine Umweltkommunikationsstellen der kann ich an einer Hand zählen. Eine weitere Handvoll ist selbständig in diesem Bereich. Aber Lohnmässig liegt da kaum mehr als der CH-Medianlohn drin. Eine eigentliche Kommunikationsstelle haben zudem nur grössere Kantone und auch da schreiben die Fachtexte meist die Mitarbeiter in den Ämtern. Ich arbeite in der Privatwirtschaft im Umweltbereich und die wenigen Texte für Publikation schreibe ich selber. Bei meinem Arbeitgeber wurde auch der gesamte Text der Homepage von den Mitarbeitern geschrieben.

      • Corinne sagt:

        Vor den Kindern habe ich dreimal mit 3-4 Bewerbungen eine mir entsprechende, attraktive Stelle gefunden. Nach den Geburten hatte ich selbst nach 100 Bewerbungen nur minimalen Erfolg. Das spricht Bände. Und DAS ist das Thema, nicht das gewählte Berufsfeld. Wir scheitern nicht an mangelnden Stellen sondern daran, dass wir wegen den Kindern nicht in die engere Wahl kommen. Punkt. Und das geschieht Vätern kaum, bei ihnen sind Kinder ein Sympathiefaktor.
        Zum Jobverlust: Kündigen oder rausekeln, beides ist gängig. In meinem Fall wurden die Stellenprozente erhöht und die Arbeitstage auf Tage gelegt, an denen ich keinen Kitaplatz hatte. Legal und betrieblich immer irgendwie begründbar, aber hochgradig diskriminierend und asozial.

      • Hansli sagt:

        Vielleicht liegt es auch daran, dass sie alle ca. 2 Jahre die Stelle gewechselt haben (7 Jahre Berufserfahrung, 3 Stellen). Alle mir bekannten möglichen Arbeitgeber im Bereich Umwelt (Staat, NGO, Planungs-, Öko-, Ingenieurbüro), würden jemand mit einem solchen CV, ausser es wären befristete Stellen gewesen, nicht einmal zu einem Gespräch einladen. Mit Ausnahmen von einem (auch dort gibt es solche Geschichten) wären diese Arbeitgeber zudem nicht so asozial wie ihr ehemaliger Arbeitgeber. Das sie zudem vorher mühelos eine Stelle gefunden haben, ist einfach nicht der Normalfall im Umwelt-Bereich.

      • Corinne sagt:

        Wer die Augen schliesst, sieht halt nichts, aber die Realität ist trotzdem da, glauben Sie mir. Mein CV ist völlig in Ordnung. Wenn ich Praktikums- und Junior-Positionszeiten abziehe, sind es sieben Jahre, im ganzen sind es 2+5+4 Jahre. Im Kommunikationsbusiness normal und gern gesehen, dass jemand nicht am Sessel klebt. Das ungeschriebene Gesetz sagt: max. 5 Jahre im gleichen Unternehmen. Ich habe meine Stellen erhalten, weil ich auf mehreren Ebenen Kompetenzen mitbringe, die gesucht sind.
        Aber es ist typisch, den Opfern mit allen Mitteln die Schuld in die Schuhe schieben zu wollen. Nur: Bei diesem Thema gelingt es nicht mehr. Die Beweislage ist erdrückend: Die Mutterschaft schadet in der Regel der beruflichen Laufbahn von Frauen, auch wenn sie das aktiv zu verhindern versuchen.

    • Corinne sagt:

      Wer die Augen schliesst, sieht halt nichts, aber die Realität ist trotzdem da, glauben Sie mir. Mein CV ist völlig in Ordnung. Wenn ich Praktikums- und Junior-Positionszeiten abziehe, sind es sieben Jahre, im ganzen sind es 2+5+4 Jahre. Im Kommunikationsbusiness normal und gern gesehen, dass jemand nicht am Sessel klebt. Das ungeschriebene Gesetz sagt: max. 5 Jahre im gleichen Unternehmen. Ich habe meine Stellen erhalten, weil ich auf mehreren Ebenen Kompetenzen mitbringe, die gesucht sind.
      Aber es ist typisch, den Opfern mit allen Mitteln die Schuld in die Schuhe schieben zu wollen. Nur: Bei diesem Thema gelingt es nicht mehr. Die Beweislage ist erdrückend: Die Mutterschaft schadet in der Regel der beruflichen Laufbahn von Frauen, auch wenn sie das aktiv zu verhindern versuchen.

      • Hansli sagt:

        Jetzt schrieben sie aber Kommunikationsbusiness und nicht mehr Umweltkommunikation. Dass Äpfel und Birnen vergleichen. Umweltkommunikation ist z.Bps. Ornis oder N+L Inside um schriftliche googelbare Publikationen zu bringen.

        Ihre jetzt genannten Anzahl Jahre sind aber 4 mehr als zu Beginn. Dann stimme ich zu, dass eine Benachteiligung von ihnen als Frau vorliegen muss.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Warum lässt man seine Kinder dafür büssen, wenn die Eltern etwas verbockt haben und unterbindet deren Sozialkontakte? Ich war selber viele Jahre sehr arm und hatte trotzdem die „Hütte“ immer voller Kinder.

    Vielleicht wird es endlich Zeit, sich nicht nur um die eigenen Befindlichkeiten zu kümmern, sein Selbstmitleid auf die Zeiten zu versvhieben, in denen die Kinder schlafen, in die Hände zu spucken und reelle Arbeitsmöglichkeiten jenseits des Traumberufs und offensivhtlich nutzlosen Studienrichtung ins Auge zu fassen.

    Zudem: wenn man bei einem Vorstellungsgespräch 15 Minuten über Kinderbetreuung sprechen muss, zeigt das doch, dass diese eben NICHT gewährleistet ist.

  • Christina sagt:

    Seinerzeit hatte ich auch nur ein „überflüssiges“ Studium vorzuweisen und hatbe, es war ebenfalls Krise, subito eine zwar nicht gerade famos bezahlte, aber interessante Stelle gefunden. Das ist mir auch später noch einmal passiert. Allerdings konnte ich neben dem Studienfach, das übrigens immer auch allgemeine Fähigkeiten entwickelt, noch ein paar andere Dinge und war nicht auf eine bestimmte Stadt fixiert. Doch heutigentags findet die erste Triage der Bewerbungen in Personalabteilungen statt, und dort hausen geistig ziemlich ungebildete Menschen, die haken nur Abschlüsse und Erfahrung ab, fragen nicht nach Potenzial und Gewandtheit. Und falls man bis zum tatsächlichen späteren Chef vordringt, ist der auch nicht besser, denn der will sich die Einführungsphase sparen.

    • Daniel Müller sagt:

      Exakt das Gleiche in der Informatik! Fehlt ein kleines Gebiet folgt gleich eine Hysterie!

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Tja, es ist ja schon eine Zumutung, dass sich die geistige Elite dieser Welt mit solch geistigem ungebildeten Gesocks herumschlagen muss. Eine Zumutung wohl vor Allem deswegen, weil diese einen dazu zwingen, sich darüber Gedanken zu machen, ob man den Fehler vielleicht nicht bei sich selber suchen muss. Ich jedenfalls würde, wenn sich meine Begegnungen mit unbrauchbaren Vorgesetzten häufen, mein eigenes Verhalten hinterfragen, anstatt mit dem Finger stöndig auf andere zu zeigen.

  • Lago Sandra sagt:

    Arbeit zu haben ist keine Selbstverständlichkeit.
    Es tut weh und macht Angst so etwas zu lesen.
    Es sollte mehr Hilfe geben für Arbeitswillige. Frühere Unterstützung vom Amt, bevor man ganz unten ankommt und sich auch so fühlt.

  • Lia sagt:

    dass einem in der Probezeit oder zum Ende dieser gekündigt wird, kommt nur in ganz seltenen Fällen vor, wenn der Arbeitnehmer wirklich gar nicht taugt. Vielleicht sollte ihr Partner sich mal die Frage stellen, weshalb er nicht die Leistung erbracht hat, die von ihm verlangt wurde, so dass man sogar schon nach einem Monat wusste, dass das nix ist..

  • Baumann Jakob sagt:

    Dass Frauen diskriminiert werden, wie hier in den Kommentaren behauptet wird, halte ich für Falschinformation. Frauen werden 1 Jahr früher pensioniert, müssen nicht in den Militärdienst und sind oft in Lehrberufen tätig. goggeln Sie mal Lehrerlöhne und Ihnen wird hören und sehen vergehen.

    • Astrid Meier sagt:

      Niemand hindert Männer daran, als Lehrpersonen zu arbeiten. Im Gegenteil, männliche Lehrer sind sehr begehrt, und manche Schulleitung wird einen Bewerber einer Bewerberin vorziehen. Tatsache ist aber, dass immer noch angenommen wird, die Mutter werde sich um ein krankes Kind kümmern. Vom Vater scheint das niemand anzunehmen.

    • fufi sagt:

      Tja, ich habe da versucht, was zu goggeln.
      Sie haben, scheints?, zuwenig Erfahrung mit Menschen in Lehrberufen?

    • Urs Forster sagt:

      Lieber Herr Baumann, Lehrerlöhne sind nicht unbedingt berauschend. Mit einer vergleichbar langen und anspruchsvollen Ausbildung verdient man deutlich mehr.

    • Fabian sagt:

      Ich bin unterdessen soweit, dass ich als Mann für Frauen, die sich als Opfer darstellen, gar keine Empathie mehr aufbringen kann. Wer so perfide und strategisch sexistisch diskriminierende Vorwürfe gegenüber den Männern äussert, ist ziemlich sicher gar nicht so unschuldig an einer schwierigen Lage (Arbeitslosigkeit), in die sie sich hineinmanöveriert hat.

  • maia sagt:

    Warum schämen Sie sich? Gibt es dafür einen Grund?

  • Wirklichkeitsfremd sagt:

    Die Liste derer, die jahrelang schlecht bezahlte Gelegenheitsjobs verrichtet haben, bevor sie zu grossem beruflichem Erfolg gekommen sind, ist ausserordentlich lang. Wir Schweizer aber, dünkt mich, sind inzwischen in dieser Hinsicht schon extrem abgehoben, mit Erwartungen versehen in Bezug auf das Berufsleben, die wenig zu tun haben mit der Wirklichkeit. Wir sind äusserst verwöhnt, für weniger als 80 CHF pro Stunde ist kein CH-Akademiker mehr bereit, auch nur einen Finger zu bewegen. Denke ich an die Armut, die es vor nicht allzu langer Zeit in der Schweiz gar, an die vielen Männer, die mausearm ihre Täler, in die USA oder nach Australien auswandern mussten, muss ich mich fast fremdschämen beim Lesen dieses Berichts!

    • Hansli sagt:

      Die Fragen zu den Kinderbetreuung ist komplett fehl am Platz. Wenn sie jedoch 10-15 Minuten darüber reden, dann zeigt das keine Kompetenz ein Gespräch zu lenken. Das wird jedoch von einem Akademiker erwartet. Zusätzlich ist anhand ihrer Angaben, die Kommunikation eine ihrer Kompetenzen, die sie beruflich einbringen wollen.
      Noch eine Anmerkung die auch Richtung Kommunikation/Selbstvermarktung geht. Und auch an alle anderen Studenten, die das hier lesen.
      Sie schreiben, dass sie für ihre Masterarbeit mit Bestnote geschrieben haben. Für mich als Arbeitgeber ist das gut zu wissen. Was mich jedoch interessiert, wurde diese Arbeit veröffentlicht, sei das in einem Peer Review-Journal, oder populärwissenschaftliche Fachzeitschriftetc.. Denn das zeigt, dass sie sich verkaufen können

  • Jessas Neiau sagt:

    Ich gratuliere zum mit Bestnote abgeschlossenen Masterstudium. Anstatt hier Beiträge zu schreiben würde ich Ihnen allerdings empfehlen, jetzt wenigstens nach drei Jahren Dossierversenden zusätzlich zu diesem ihre Persönlichkeit bestimmt sehr bereichernden Studium der „Umweltkommunikation“ auch noch eine sinnvolle Ausbildung zu machen, damit Sie ihre Familie ernähren können und nicht Ihren Mitmenschen auf der Tasche liegen müssen. Arbeitslosengeld werden Sie ja bisher wohl nicht so sehr viel eingezahlt haben. Und ganz ehlich gesagt – zu anderen Zeiten hat man nicht bereits während des Studiums brotloser Künste auch noch Kinder auf die Welt gesetzt. Das mag jetzt etwas hart klingen, aber schliesslich ist Weihnachten doch das Fest der Liebe zur Wahrheit.

    • Astrid Meier sagt:

      Nein, Weihnachten ist das Fest der Menschen- und der Nächstenliebe. Ich möchte zudem daran erinnern, dass die Möglichkeit zuverlässig zu verhüten erst mit der Polle, also in den 60er Jahren kam. Auch in Kriegen wurden Kinder geboren.

  • Dave Hill sagt:

    Liebe Autorin: Sie haben keinen Grund, sich zu schämen oder Schuldgefühle zu haben – vergessen Sie das ganz schnell! Sie haben einen Uniabschluss, also haben Sie etwas drauf! Aber halt eben phil I statt oec, med, jus etc. Versuchen Sie, Ihr Netzwerk zu aktivieren, sprechen Sie mit Ihren Uni-Professoren, gehen Sie direkt in die Firmen hinein, statt tagelang zu Hause Bewerbungen zu schreiben und stellen Sie sich gleich selber persönlich vor oder machen Sie einen Vorstellungstermin ab etc.

  • Eveline sagt:

    „Auf jeden Fall werde ich immer wieder 10 oder 15 Minuten lang nur dazu interviewt, wie die Kinderbetreuung geregelt sei. Selbst bei 50-Prozent-Stellen. Meinem Partner werden dazu keine Fragen gestellt, auch nicht bei Vollzeitstellen.“ – das kenne ich nur zu gut! Solche Dinge ärgern mich gewaltig. Sollen doch einfach mal in den CV schauen, was man schon alles gemeistert hat neben dem Muttersein, da erübrigen sich solch lächerliche Fragen sowieso. Eins von vielen Beispielen, das zeigt, dass wir in der Schweiz von der Gleichstellung der Geschlechter noch meilenweit entfernt sind. Aber anscheinend droht ja ein nahender Arbeitskräftemangel – und die Wirtschaft wird über jede arbeitstätige Mama froh sein! Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute. Und, ganz wichtig: Schämen Sie sich nicht!

    • Hélène Lindgens sagt:

      … und was ist, wenn im CV ausser Studium und Praktikas nichts mehr steht? und mit ca 32 Jahren ein Teilzeitjob ohne Berufserfahrung aber gut bezahlt und auch noch flexibel gesucht wird…. ist dann der Arbeitgeber schuld, wenn er keinen solchen Job anbieten kann?

  • Mae sagt:

    Wegen den Kindern muss man sich überhaupt nicht schämen und auch nicht weil man eine Frau ist. Die Schweiz ist eben, was Jobsuche betrifft, meilenweit hinter den anderen Länder her und dies ist einfach voll beschämend. Ich habe in mehreren Ländern in der EU gearbeitet, habe 2 Kinder und bin eine Frau. Nicht einmal hat man mich nach meiner familiären Situation gefragt oder ob ich Kinder habe, sondern man hat meine Qualifikationen und meinen Lebenslauf angeschaut und ob ich in die Firma und ins Team passe. Die Kandidaten so auszuwählen, ist in der EU verboten. Man gibt auch das Alter nicht mehr an und muss kein Foto mitschicken.

  • Samira Maurer sagt:

    1/2 Ich werde nicht darauf eingehen, warum man zweimal in der Probezeit geschmissen wird. Auch nicht, warum man auch nicht versucht irgendwo ganz anders unterzukommen.
    Ich bin als Kind einer alleinerziehenden Akademikerin bis zum 10. Lebensjahr in grosser Armut (in DE) aufgewachsen, aber es ging, weil meine Mutter sich nicht schämte, andere um abgelegte Kinderkleider zu fragen und weil sie so wirtschaften konnte, dass nie irgendein Lebensmittel schlecht wurde.
    Ja es ist hart, wenn die besteFreundin einen Fabrikarbeiter zum Vater hat und trotzdem- obwohl noch drei Geschwister – mehrere Barbiepuppen mit Pferd hat und ich nur eine alte Barbie mit selbstehäkelten Kleidern besass – aber meine Mutter wäre niemals auf die Idee gekommen, Kontakte zu unterbinden.

  • Ben Gerritsen sagt:

    ich bin fassungslos. hier beschreibt eine junge mutter vier tage vor weihnachten dass sie verzweifelt ist und den meisten kommentarschreibern kommt nur in den sinn dass sie ihr wohl am besten ratschläge erteilen wie sie ihr leben am besten zu führen sowie welche fehler sie alle begangen hat.
    liebe anonym: meine frau und ich waren auch beide an der uni als unsere kinder kamen. wir mussten lange zeit unten durch, waren beide lange arbeitslos und kommen auch jetzt gerade noch über die runden. uns haben auch viele erzählt dass jetzt „der falsche zeitpunkt“ sei und uns erklärt wie wir unser leben zu führen haben. ok, doch etwas rat: göschenen-airolo. gebt nicht auf. streitet nicht. erfreut euch an einander und euren kindern. aber: ein drittes mal durch die probezeit fallen geht gar nicht 🙂

    • L.T. sagt:

      Guter Kommentar, „ich bin ganz bei Ihnen“ – wie man heute so sagt.
      Mir kamen die Tränen als ich den Beitrag las.

    • Sonusfaber sagt:

      Ich an der Stelle der Autorin hätte gerne ein paar gute Ratschläge, ich wäre dankbar dafür. Denn das, was sie vor allem braucht, ist offensichtlich eine Einnahmequelle – und das Mitfühlen ihrer Mitmenschen ist es nicht! Fassungslos macht mich daher Ihr Kommentar, Ben Gerritsen …

      • Ben Gerritsen sagt:

        ernsthaft? fassungslos weil ich mitfühle? und nicht der nächste bin der ihr sagt dass sie das falsche studium gewählt, den falschen mann, zur falschen zeit kinder gehabt, und sowieso, wahrscheinlich eine faule, verblendete studentin ist und sie halt über ihren schatten springen und bei starbucks anheuern soll? tja, mein lieber sanusfaber, da bleibt mir wirklich die spucke weg – aber du wirst wohl recht haben. ich beuge mich deiner weisheit. ausserdem lese ich den blog nochmal durch, wahrscheinlich habe ich den rat für DIE perfekte einnahmequelle für junge arbeitslose eltern übersehen.

      • Sonusfaber sagt:

        Nein, nicht weil Sie mitfühlen. Auch ich fühle mit. Ich weiss, was es heisst, arbeitslos zu sein. Ihre Fassungslosigkeit begründen Sie aber damit, dass ein paar Leser und Leserinnen ein paar Ratschläge geben – na und? Was ist schlimm daran? Es sind ja nicht Vorwürfe! Es sind halt Ratschläge (im Duden nachschlagen, falls nötig) und man darf sie durchaus geben. Und so oder so: Es muss möglich sein, darüber zu reden – ohne diesen oder jenen Gedanken zu zensieren. Die Autorin hat sich zu ihrem Problem frei geäussert, nun muss sie die Fairness haben, auch ihre Leserinnen und Leser gleichermassen frei zu Wort zu kommen.

  • Boohoo sagt:

    Kinder, die seit Geburt in der Unterschicht aufwachsen und nichts anderes kennen, können bei diesem Geschreibsel nur die Augen rollen.

  • Frank sagt:

    „In wenigen Monaten werde ich ausgesteuert sein, kurz darauf auch mein Partner.“

    Also beide arbeitslos. Aber:
    „Weil ich eine Frau bin und Kinder habe?“ Bei ihr ist offenbar das Geschlecht schuld. Beim Partner auch, weil er ein Mann ist?

    Irgendwie tragisch, dass immer die bestqualifiziertesten, gutbetuchtesten und privilegiertesten Menschen in unserer Gesellschaft sich zuerst diskriminiert fühlen. Diskriminierung wird hier zum Moment, wenn man den tollen Job und den grossen Lohn nicht erhält.

  • Jacques sagt:

    Eigentlich sollte man sich beruflich etwas etablieren und dann wenn man Position und Geld hat die Familienplanung angehen. Den umgekehrten Weg finde ich schon mutig oder naiv. Irgendwie kann man doch keine Kinder auf die Welt setzen ohne irgendwelche Finanziellen-Sicherheitern im Hintergrund.

    Auch ich habe 300 Bewerbung geschrieben und bin trotz 4-Sprachen und bester Fachausbildung ausgesteuert. Die PFZ hat dem CH-Arbeitsmarkt übel zugesetzt. Auch wenn das Bern nicht hören will. Vor allem bei den Ü50.

  • Dodimi sagt:

    Lieber Autor, es wird Ihnen kein Trost sein. Wir leben in einer „seelenlosen“, einer hässlichen Zeit. Warum ich dies sage? Weil ich genau – oder ziemlich ähnlich – das Gleiche VOR 20 JAHREN schon erlebt habe. Weil Ihre und meine Zeit auf dieser Ebene schon über 20 Jahre andauert. Eine unsägliche Zeit, die leider nur aufs eigene Überleben fixiert ist. Es ist eine hässlich lange Zeit, in der die Politik versagt hat und das Unternehmertum,globalisiert,keine Moral, keine Verantwortung für die Mitmenschen mehr kennt. Ich habe noch das Patronale System erlebt. Auch nicht über alles erhaben, aber immerhin… Und es ist die Zeit der Arroganz derer, die eine Stelle haben und entsprechend die Litanei von der Vollbeschäftigung in CH leiern. Es gibt nichts zu beschönigen,sorry, NICHTS zu schämen!

  • Urs Forster sagt:

    Liebe junge Akademikerin, man sollte halt schon bei der Studienwahl sich nicht nur vom Spass und Freude alleine leiten lassen, sondern immer auch bedenken, ob man/frau mit dem Studienabschluss auch Geld verdienen kann, bzw. gibt es in genügender Zahl Stellen.
    Auch finde ich es sehr unvernünftig, wenn man während des Studiums Kinder bekommt, denn mit einer Matura sollte man eigentlich schon wissen, wie Verhütung geht.
    Was auch nicht klar ist, was Ihr Partner arbeitet und was für eine Ausbildung er hat.
    Auch sollte man sich fragen, ob es unter Umständen auch andere Stellen gibt, welche nicht auf dem Wunschzettel stehen.

    • hans ulrich schwyzer sagt:

      @ forster: kürzlich habe ich mit einem angelsächsischen kumpel über die passendste übersetzung eines wortes diskutiert. etwas besseres als smart-arse, know-it-all, oder wisecracker kam uns nicht in den sinn. schade, denn nur der deutsche ausdruck passt wie die faust aufs auge.

      • L.T. sagt:

        Meine britischen Kollegen nennen solche Leute: „little shit“, „dickhead“ oder „weanker“.

      • Jessas Neiau sagt:

        @L.T.: Ich bin überzeugt, Ihre britischen Kollegen öffnen auch ihre Portemonnaies ganz weit, um massenhaft wertvolle Pfundnoten auf die Opfer solcher Leute herabregnen zu lassen, während sie noch ein Bier bestellen.

  • Markus Ackermann sagt:

    Dies ist nicht ein Tipp für die betroffene Familie, aber für junge Leute, welche sich die Berufsfrage stellen. Eine Matur und akad. Ausbildung muss nicht sein, selbst bei guter Intelligenz. Ich kenne gerade heut zu tags diverse junge Leute ab 25 mit richtig guten Arbeitsplätzen sogar als Abteilungsleiter. Das sind keine Sackgassen, sondern oft Basis für Kaderpositionen und gut bezahlte Spezialisierungen (dipl. Buchhalter, Wirtschaftsprüfer, Küchenchefs, Bauingenieur FH, usw).
    Oder andersrum: zu viele Akademiker, zu wenig hochqualifizierte Praktiker.
    mfg

  • Eva sagt:

    2/2
    Ich würde mir überlegen, wo am ehesten Abstriche möglich sind. An der fehlenden Berufserfahrung können Sie nichts ändern. An der fehlenden Flexibilität sehr wohl, auch wenn das temporär recht einschneidend ist.
    – Sie können den Radius erweitern und einen Wochenaufenthalt in Kauf nehmen.
    – Sie können das Pensum erhöhen und einen 100%-Job suchen.
    – Sie können die Kinder 100% fremdbetreuen lassen.
    – Sie könnten Ihren Traumjob aufgeben und zunächst irgendeine Anstellung annehmen, die Sie langfristig weiterbringen kann (Putzfrau finde ich eher nicht so geeignet).

    –> Die familienmässigen Nachteile müssten Sie ein oder zwei Jahre in Kauf nehmen, bis sie Fuss gefasst haben. Klingt vielleicht hart, könnte Sie aber weiterbringen.

  • Eva sagt:

    1/2
    So wie ich das sehe, kommen bei Ihnen gleich einige erschwerende Faktoren zusammen.
    a) Berufseinstieg — dieser ist ohnehin schon harzig, da man noch keine Berufserfahrung vorweisen kann.
    b) Kinder haben — ist eh schon schwierig auf dem Arbeitsmarkt. Aber ein Berufseinstieg mit Kindern bzw. mit fehlender Flexibilität bezüglich Arbeitsort und Arbeitspensum ist noch viel schwerer.
    c) Umweltkommunikation — ist ein Bereich, der extrem überlaufen ist, weil sich hier sowohl Umweltnaturwissenschaftlerinnen wie auch Geistes- und Sozialwissenschaftler bewerben.

    –> Aufgrund dieser ungünstigen Ausgangslage scheint es mir nur logisch zu sein, dass bei Ihnen die Bewerbung noch länger dauert als normal. Daher: nicht verzagen, sondern weitermachen!

  • Carl Blumer sagt:

    Ich kann mir fast nicht vorstellen, dass auf einem phil.-hist. Master der Uni Bern nicht auf irgendeine Art eine Ausbildung zur Lehrkraft irgendeiner Stufe aufgebaut werden kann. Nach bald zwei Jahren RAV – die Autorin hat ja offenbar demnächst keinen Leistungsanspruch mehr – ist mir schleierhaft, warum das offenbar auch seitens des RAV nie in Erwägung gezogen wurde. Früher Lizentiate und heute Master sind ja nicht eigentlich qualifizierend für eine einigermassen definierte Erwerbstätigkeit. Irgendeine Art ‚Lehrerpatent‘ war immer zumindest eine Art Rückversicherung. Man sich ja dann immer noch eben z. B. in Unternehmeskommunikation, früher PR, noch früher Werbung, versuchen. Das haben immer Hunderte probiert und stets haben nur wenige reüssiert.

    • Jacques sagt:

      Vergessen Sie das RAV. Dieses dient nur der Kontrolle ihrer 10 Pflichtbewerbungen. Die haben selber null Ahnung, sind teilweise noch Kinder. Sie werden dort in 10-15 Minuten abgewickelt. Mehr Zeit haben die pro Patient nicht.

      Für eine seriöse Vermittlung muss man Dossiers studieren und Firmen kontaktieren.

      • lisi sagt:

        lieber jacques
        kinderarbeit ist in der rav verboten soweit ich informiert bin.
        was die 10 pflichtbewerbungen betrifft: diese „bewerbungen“ werden individuell angepasst, je nach arbeitslage, arbeitspensum etc.
        wenn sie arbeitslos sind, schreiben sie ja wohl auch bewerbungen, hoffe ich zumindest. wenn sie sich zusätzlich bei der rav angemeldet haben, erhalten sie dementsprechend dazu auch noch taggelder der arbeitslosenkasse.
        so what?

  • Willi Schumacher sagt:

    Wenn ich der Familie etwas aus Erfahrung empfehlen kann, dann dies:
    Setzen Sie sich zusammen und fragen zu allererst bei sich, was sie (beruflich) können. Sprechen Sie intensiv darüber. Suchen Sie Unternehmen und wählen Sie aus.
    Üben Sie ein Vorstellungsgespräch und kritisieren Sie sich gegenseitig. Verbesern Sie, was zu ändern ist. Einige guten Aufhänger wählen, z. B. bei der ersten Begegnung mit Arbeigebern, Antwort auf Fragen einüben.
    Schreiben Sie eine Bewerbung für Bewerbung im Internet. Sprache: Kurztext, z. B. 5 kurze Sätze, sonst wird er nicht gelesen (Zeit-Aufwandproblem), Beginn mit gutem Aufhänger, dann „meine Stärke, meine Schwäche“, „Das suche und möchte ich bei Ihnen leisten und erreichen“. „Erwarten Sie mich?“.
    Danke und freundliche Grüsse.

  • Merle77 sagt:

    Viele der Kommentare beschämen mich. So viel Kritik und banale Durchhalteparolen! Es gibt auch in unserem modernen Leben Schicksal und Zufall. So viele Menschen glauben jeder ist alleine seines Glückes Schmid. Natürlich sollte man Chancen nutzen, aber man muss auch welche bekommen! Ich ernähre unsere vierköpfige Familie Zeit jetzt alleine. Mein Mann ist hochintelligent, promovierter Geisteswissenschafter, hat ein kleines Unternehmen geführt und ist ausgesteuert. Er findet einfach keine Stelle. Jetzt versuchen wir soweit das Beste draus zu machen und unsere zwei Kinder haben dafür einen tollen Papa zu Hause. Und seien wir ehrlich das ist eine enorm wertvolle und wichtige Aufgabe. Nur wird die nicht bezahlt…aber das ist ja ein anderes Thema.

    • Markus sagt:

      @Merle77: „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!“ – dies gilt auch für die Autorin des Blogs! Es gibt zwei Punkte im Blogbeitrag, die jeweils unterschiedlich betrachtet werden müssen. Der eine Punkt ist das Schämen für die Arbeitslosigkeit: Hier gebe ich Ihnen Recht und habe dies auch so geschrieben. Niemand muss und soll sich für Arbeitslosigkeit schämen müssen!
      Der zweite Punkt ist die Kritik an die Arbeitgeber und die Diskriminierungsvorwürfe: Hier fehlt der Autorin anscheinend jede Selbstreflektion. Dass der Mann zweimal seine Stelle in der Probezeit verliert hat wohl weder mit dem Geschlecht, den Kindern oder sonst etwas zu tun, sondern mit der Person. Und ihr Studium trägt sicher auch nicht zur Entspannung der Situation bei.

  • Sonusfaber sagt:

    In einigen Kommentaren ist von „Akademiker-Nachteil auf dem heutigen Arbeitsmarkt“ die Rede. Damit bin ich nicht einverstanden. Denn als Akademiker kann man sich immerhin, sofern man bereit ist, sich weiterzubilden, um eine Stelle als Lehrer bewerben. Es gibt seit Jahren viele vakante Stellen, vor allem viele vakante und sehr gut bezahlte Teilzeitstellen. Und ein Akademiker muss nicht Anglistik studiert haben, um Englisch zu unterrichten, auch nicht Germanistik, um Deutsch zu unterrichten, auch nicht Mathe, um als Mathe-Lehrer sein Leben zu verdienen. Einer meiner Freunde hat Kunstgeschichte studiert und jahrzehntelang Deutsch unterrichtet … und er ist keine Ausnahme in meinem Freundeskreis.

  • Hansli sagt:

    Nein, schämen muss man sich nicht. Der Einstieg nach einem brotlosen Studium ist hart. Bei 300 Bewerbungen, 20 Vorstellungsgesprächen, ist guter Durchschnitt. Da liegt alles im grünen Bereich. Das einzige Fragezeichen setze ich bei der Umweltkommunikation. Zu Umwelt habe ich philosophisch-historischen Fakultät nichts gefunden. Sie konkurrieren damit mit Personen die im Bereich Umwelt studiert haben. Was selbst ein Bereich ist mit mehr Absolventen als Jobs. Ich habe bei ihnen keine Bedenken. Bei ihrem Mann wird es jedoch schwierig. 2 mal während der Probezeit den Job zu verlieren, das deutet auf ein gravierendes Problem hin (oder unglaubliches Pech). Da muss eine gute schonungslose Analyse der Gründe gemacht werden. Gibt es dazu professionelle Hilfe?

  • Roland K. Moser sagt:

    Dank dem PFA können Sie in ganz Europa arbeiten! Sie sind doch Befürworterin des PFA und der damit zusammenhängenden Überschwemmung des CH-Arbeitsmarktes mit Arbeitskräften?

  • Synn sagt:

    Liebe Autorin
    Ihr Blog hat mich sehr berührt und ich wünsche Ihnen alles nur erdenklich Gute und dass Sie bald eine geeignete Stelle finden wo Sie wertgeschätzt werden und den Lebensunterhalt für die Familie bestreiten können.

    Betreffend Ihrem Mann würde ich empfehlen, sehr genau zu reflektieren was genau der Grund für die Kündigungen war. Ausserdem bei beiden Arbeitgebern auf Feedback über den GENAUEN Grund bestehen, also nicht mir Floskeln abspeisen lassen. Das ist nicht böse gemeint, aber 2x die Stelle in der Probezeit zu verlieren wirft natürlich gerade bei potentiellen zukünftigen Arbeigebern grosse Fragezeichen auf. Diese Spirale sollte sich auf keinen Fall weiterdrehen.

    Herzliche Grüsse und toi toi toi für 2019!

  • V. Vischer sagt:

    Als Frau kann ich verstehen, dass die ewige Fragerei nach der Kinderbetreuung nervt.

    Als Vorgesetzte eines Teams mit vorwiegend Mütter mit verschiedenen Pensen und Schwangeren, ist es absolut zentral. Die Kinderbetreuung klappt sofort nicht mehr wenn die Kinder krank sind. Die ständigen Abwesenheiten sind kaum zu tragen. Wieso heute eine Schwangerschaft nur noch zusammen mit monatelanger Krankheit geht, werde ich bei gesunden, jungen Frauen nie verstehen.

    Viel Glück bei der Stellensuche.

    • Eva D sagt:

      Das ist bei weitem nicht bei allen Schwangeren so. Entweder herrscht bei Ihnen ein schlechtes Arbeitsklima oder Sie haben schlicht grosses Pech (gehabt).

    • Eva sagt:

      Ich finde diesen Kommentar von Frau Vischer sehr wichtig. Ob es uns gefällt oder nicht, es sind die Tatsachen, denen wir uns als Mütter (je länger je mehr auch die Väter) stellen müssen. Unsere Kinder werden krank. Wir müssen pünktlich um 17 Uhr aus dem Büro. Wir können am Freitag nicht arbeiten. Wir müssen Ferien während der Schulferien beziehen. Mehrere Teilzeitarbeitende in der gleich Abteilung macht gemeinsame Sitzungen schwierig. Etc. Natürlich haben wir für all das gute Gründe. Aber gleichzeitig hat der Arbeitgeber nicht auf uns und unser vergleichsweise kompliziertes Privatleben gewartet.

      • Mike sagt:

        Genau. Weil verlässliche Verfügbarkeit für ein Unternehmen einen Wert hat, hat sie auch einen Preis. Der äussert sich in höheren Löhnen für zuverlässig verfügbare Mitarbeiter, was nichts anderes heisst als tiefere Löhne für die Kinderbetreuenden, seien es Mütter oder Väter. Da es wohl meist die Mütter sind, führt dies zur so viel beklagten Lohnungleichheit. Vergessen wird dabei die Verfügbarkeitsprämie.

  • V. Vischer sagt:

    Als Frau kann ich verstehen, dass die ewige Fragerei nach der Kinderbetreuung nervt.

    Als Vorgesetzte eines Teams mit vorwiegend Mütter mit verschiedenen Pensen und Schwangeren, ist es absolut zentral. Die Kinderbetreuung klappt sofort nicht mehr wenn die Kinder krank sind. Die ständigen Abwesenheiten sind kaum zu tragen. Wieso heute eine Schwangerschaft nur noch mit monatelanger Krankheit geht, werde ich bei gesunden, jungen Frau nie verstehen.

    Viel Glück bei der Stellensuche.

  • fufi sagt:

    Mich beelenden all die „Ja-aber“-Kommentare.

    Zunächst ein Satz voll Mitgefühl, und danach kommt’s denn meistens so:
    falsches Studienfach
    falsche Familienplanung
    falscher Mann

    Nein, ich will und kann das nicht weiter ausführen.
    Aber ich wünsche KEINEM von denen, wo wissen, dass SIE es besser gemacht hätten, dass sie mal in eine vergleichbare Situation kommen.
    Wobei: Ich könnte denen dann ja auch sagen, was sie alles falsch gemacht haben — ???

    Und den Betroffenen wünsch ich doch einfach ALLES!
    Mehr kann ich nicht für sie tun.

    • Jacques sagt:

      Für alles benötigt es eine Prüfung. Nur das Kinder kriegen kann jeder ohne weiteres. Man muss sich halt wirklich vorher überlegen wie das ganze am Schluss aufgeht und finanzierbar ist. Nicht zuerst in die Kiste gehen und dann mal schauen. Das können sie drehen wie sie wollen. Es wird nicht besser.

  • Susan Meier sagt:

    Alle Mann/Frau auf Deck! Zum sich schaemen haben Sie keine Zeit. Sie sind in einer aeusserst prekaeren Situation. Streichen sie sich ihren „Partner“ ans Bein. Geben sie ihm ein Ultimatum. Wenn er in 3 Monaten keinen Job hat, schmeissen sie ihn raus. Sie brauchen kein 3. Kind sondern einen Mann. Zweimal in der Probezeit entlassen? Give me a break! Sie koennen sich nur auf sich selbst verlassen. Haben sie Hobbies? Sind sie in einem Verein? Lassen sie alle und jeden wissen, dass sie einen Job suchen. Waehrend des Studiums habe ich abwechselnd als Assistentin an der Uni, im Service und bei der Migros gearbeitet. Zu Hungerloehnen und enormen Stress, aber dabei lernte ich v.a. eines, ARBEITEN. Kopfhoch, sie werden schon was finden… und wenn’s ein neuer Partner ist.

    • Frank sagt:

      Wenn der Mann keine Alimente zahlen kann, lohnt sich das „Rausschmeissen“ des Mannes finanziell nicht mehr. tsts. Man stelle sich mal vor, es wäre bei Männern so verbreitet, über das „Rausschmeissen“ ihrer Partnerinnen zu reden.

    • Dieter Meier sagt:

      „Geben sie ihm ein Ultimatum. Wenn er in 3 Monaten keinen Job hat, schmeissen sie ihn raus.“ Und andersrum? Er bleibt zu Hause und setzt ihr ein Ultimatum von 3 Monaten? Ach wär das Geschrei gross.

    • Hélène Lindgens sagt:

      Bravo!

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Ich frage mich einfach, warum man Philosophie studiert und sich hernach wundert, dass man dieses Wissen nicht in Einkimmen verwandeln kann? Warum studiert man nicht etwas, von dem man weiss, dass es einem das Brot sichert? Recht, Mathematik, Informatik, Medizin, Pädagogik…. alles ok und mit Chance auf eine Zukunft, aber Philosophie? Auf mich macht das einfach sehr stark den Eindruck, dass Frau sich zu fest darauf verlassen hat, vom Einkommen des Gatten leben zu können und selber mehr so eine Hobbykarriere anstrebte. Ansonsten hätte man sich ja auch schon längst nach Arbeit umgeschaut, die nicht artverwandt ist.

    • Eva sagt:

      Ich bin Ingenieurin und war ein Jahr arbeitslos, weil der Stellenmarkt aufgrund verschiedener Kriterien wie fachliche Spezialisierung, maximale Distanz Wohnort-Arbeitsort, Teilzeitpensum wegen Kinderbetreuung dann doch ziemlich eng wird. Mehr als ein Jahr gesucht, bis ich was gefunden habe. Dies war dann allerdings mein Traumjob.

    • Lea Hueber sagt:

      Sie haben ja gar keine Ahnung, was die Frau studiert hat. An der Philosophisch-historischen Fakultät gibt es verschiedenste Studiengänge, nicht nur Philosophie. Kleiner Tipp: erst mal z.B. auf der Uni-Homepage recherchieren bevor Sie hier einen Kommentar schreiben, der Sie vor allem als bildungsfern erscheiben lässt!

    • Markus R sagt:

      Als würde man an einer philosophisch-historischen Fakultät nur Philosophie studieren…

    • Karin sagt:

      Wo steht denn, dass die Autorin Philosophie studiert hat? Sie hat an der philosophisch-historischen Fakultät studiert, sprich, es könnte irgendein Fach gewesen sein.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Lea Huber

        Immerhin nicht bildungsfern genug, als dass ich nicht sehen kann, dass diese Akademie ausschliesslich aussichtslose Studiengänge anbietet, mit einer Zukunftschance von 3%. Für Leute mit genügend Geld ok um sich das ganze Leben der Selbstverwirklichung zu widmen. Für alle anderen: NEIN!

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Wer einer Phil 1 Fakultät unterstellt, ausschließlich aussichtlose Studiengänge anzubieten und dann noch eine „Zukunftschance von 3%“ meint berechnen zu können, ist nicht nur bildungsfern, sondern auch etwas peinlich. Glauben Sie im Ernst, 97% der Phil 1 Absolventen seien arbeitslos? Wie kommen Sie eigentlich auf 3 Prozent? Ist dies das übliche Geschwurbel oder haben Sie ernsthafte Belege dafür?

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Aquila

        Bitte lesen Sie meinen Kimmentar richtig! Natürlich sind NICHT 97% dieser Absolventen arbeitslos, weil die meisten hoffentlich bald einmal schnallen, dass sie damit nicht weiterkommen und dann halt eine andere Richtung suchen. Wenn man dies über Jahre nicht schnallt, muss man sich an die eigene Nase fassen.

        Man könnte ja meinen, dass wenigsten einige Kompetenzen vermittelt wurden, die auch in einem anderen Bereich nützlich sein könnten.

        Nein, die Wahrheit ist nicht peinlich. Jedenfalls nicht für mich, sondern für sogenannte „gut Gebildete“ die nivht einmal auf die Idee kommen, ihr Leben in die Hand zu nehmen.

  • Markus sagt:

    Frau: Masterabschluss an der philosophisch-historischen Fakultät; dürfte auf dem Arbeitsmarkt doch ziemlich gefragt sein.
    Mann: Verliert zweimal die Stelle während der Probezeit; ist auch eine Aussage welche wohl eher zur Selbstreflektion anregen sollte und weniger zum Schämen.
    Aber bei allen selbstgewählten, erhöhten Risikofaktoren: Schämen für die Arbeitslosigkeit müssen Sie sich sicher nicht. Arbeitslosigkeit kann grundsätzlich jeden und jede Treffen, egal welche Ausbildung man hat.

  • Michèle Wegmann sagt:

    Ich kenne ihre Lage und das Wichtigste überhaupt, dass Sie sich nicht zu schämen brauchen. Es ist essentiell, dass Sie an sich glauben und wenn möglich positiv bleiben. – Es ist schwierig, das ist völlig klar. Ich kam an meine Stelle, nachdem ich ein Praktikum in einem anderen Gebiet gemacht habe (bei jemandem den ich gekannt habe). Das gab mir positive Energie und ich glaube das war dann auch der Schlüssel dafür, dass ich die andere Stelle bekommen habe. Bleiben sie dran! Alles Gute für Sie und ihren Mann und ihre beiden Kinder!

  • Paolo Martinoni sagt:

    Sie schreiben, dass Sie vom Gehalt Ihres Partners gut leben konnten, anzunehmen ist daher, dass auch er Akademiker bzw. gut gebildet und intelligent ist. Dass auch er inzwischen arbeitslos ist und – vor allem – zwei Male in Folge die Probezeit, die es ja überall gibt, nicht überdauert hat, ist aber schon etwas seltsam. Hat er halt nur Pech gehabt? Oder hat es auch andere Gründe, die mitgespielt haben? Ich meine: Die Probezeit besteht fast jede[r] meines Wissens, es müssen schon schwerwiegende Gründe vorliegen, damit man ausfliegt. Unter derart ungemütlichen Umständen wäre es jedenfalls keine schlechte Idee, einen Job anzunehmen, den man für unzumutbar hält: Viele erfolgreiche Menschen sind zweitweise „unwürdigen“ Tätigkeiten nachgegangen – why not?

  • Marianne sagt:

    Ich glaube, ihr Fehler ist dass sie zu anständig sind. Der letzte Arbeitsgeber der mich nach der Kinderbetreuung gefragt hat, habe ich gefragt ob er diese übernehmen will. Er hat mich dumm angeguckt und dann habe ich ihm gesagt dass er sich nicht zu sorgen braucht, die Kinderbetreuung ist gut geregelt. Alles weitere geht ihn nichts an: Punkt. Ich arbeite seit 2 Jahren in dem Job und er ist top zufrieden mit mir. Hört mal auf euch für eure Kinder zu entschuldigen und hört auch auf euch hinter den Kindern zu verstecken, und noch mehr hört auf die Kinder als Ausrede zu verwenden.

    • Paolo Martinoni sagt:

      Man kann nie zu anständig sein. Anstand ist immer gut. Es ist nie nötig, unanständig zu sein im Leben. Was Sie der Autorin „vorhalten“, hat also nichts mit Anstand zu tun. Sie selber haben ja nicht „unanständig“ auf die (legitime) Frage Ihres jetzigen Arbeitgebers geantwortet, finde ich. Und ich bezweifle, dass er Sie nicht angestellt hätte im Fall einer Antwort in der Form: „Die Kinderbetreuung ist gut geregelt, das wird kein Problem sein“. Die Autorin ist vielleicht eher ängstlich oder unterwürdig und dies ist wohl etwas anderes, würde ich sagen …

    • Synn sagt:

      Marianne, ich verstehe sie total. Mich nervt diese Frage auch gewaltig und sie wird mir auch jetzt noch gestellt obwohl meine Kinder schon grösser sind und aus meinem Lebenslauf hervorgeht, dass ich immer gearbeitet habe. In dieser Zeit waren die Kinder ja wohl kaum im Keller eingesperrt 😉 Muss wohl nicht erwähnen, dass mein Mann sich nie mit dieser Frage konfrontiert wird. Naja wir haben ja auch errst (bald) 2019 *ironieoff“

  • Sarah sagt:

    Anstatt die freie Zeit mit den Kindern zu verbringen und sie davon profitieren zu lassen, dass Mami und Papi viel Zeit haben (es gibt genügend Kinder, die sehen ihre vollzeitbeschäftigten Eltern nie..) sich zu verstecken, finde ich extrem schade.

    Klar ist es schwierig ohne Geld tolle Ausflüge zu machen, aber es gibt viele Alternativen.

    Denken Sie lieber über die Chancen der Situation nach als über die Gefahren und machen Sie das beste daraus. In einem Jahr kann mehr passieren, als wir uns zu träumen getrauen.

  • Dieter Billerbeck sagt:

    Ja, dies ist heute die Tatsachesache un der Schweiz. Leider studieren viele junge Leute mit Bauchentscheid ein Fach fuer das es schlicht keine Existenz gibt.
    Anderseits wurde ich auch mit Vollendung des 63. Altersjahres zwangspensioniert. Dank meiner Sprachkenntnisse und sparsamen Leben bun ich ausgewandert in eun Land un Europa dessen Kultur und Speache ich kenne/beherrsche.
    Mir geht es gut, in der Schweiz wuerde ich auf „Sparhans“ leben muessen! Dies ust die Kehrseite der Medaille Schweiz.

  • Laurence sagt:

    Ein künftiger Arbeitgeber braucht betreffend Kinderbetreuung eine klare Ansage. Sie schreiben also im CV x Kinder mit Jahrgang soundso und dannschreiben Sie „Betreuung gewährleistet, Partner Hausmann“. Ihr Partner schreibt in seinen Bewerbungen das Gleiche („Betreuung gewährleistet, Partnerin Hausfrau“). Im Bewerbungsgespräch sagen Sie überzeugt das Gleiche. In einem ersten Schritt entscheidet also der Zufall, wer von Ihnen zwei zuerst eine Stelle bekommt unddann müssen Sie das gemeinsam ein paar Jahre durchziehen, auch wenn es nicht Ihrer Idealvorstellung entspricht (die wohl eher beide TZ ist). Wenn Sie (resp. ihr Partner) dann gut etabliert ist, fragen Sie nach Reduktion und der andere Partner versucht dann auch wiedereinzusteigen (auch hier wieder etwas im Nachteil). Viel Glück

  • Anh Toàn sagt:

    Es gibt hier so viel Unterstützung für Sie, dass ich mir erlaube, eine andere Sicht zu postulieren:

    Machen Sie sich selbständig, als Reinigungsfrau: Suchen Sie Aufträge zum Putzen, in fünf Jahren haben Sie 3 Angestellte in Ihrem Putzinstitut.

    Sie dürfen von mir aus auch von Sozialhilfe leben, der Meinung sein, eine Arbeit in der Reinigungsbranche sei Ihnen nicht zumutbar, da Sie doch so toll studiert haben. Dafür brauchen Sie sich auch nicht zu schämen. Aber rumheulen sollten Sie nicht, im Land mit der vermutlich tiefsten Arbeitslosenquote der Welt, gibt es schon etwas zu tun, für Junge und Gesunde.

    Das Leben ist nicht ungerecht zu jungen, gesunden und erst noch in einem reichen Land geborenen.

    • Eva D sagt:

      Als ob in der Reinigungsbranche die Konkurrenz kleiner wäre. Und nicht jede/r kann gut putzen, im Fall.

      • Anh Toàn sagt:

        In jeder Ausgabe der wöchentlichen Gratiszeitung bei uns ist mindestens eine Anzeige für Putzkraft gesucht.

        In der Reinigungsbranche gibt es Nachfrage, wie überall gibt es auch Konkurrenz um Nachfrage. In Umweltkommunikation hat sie ihr Profil vertieft, lese ich, wer braucht denn eine Umweltflüsterin?

        Kinderärzte sind auch sehr gesucht, das kann aber nicht jeder, putzen kann jeder Gesunde der will. (Zumindest Männer, fragen Sie einen Feldweibel.)

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Ich putze im Angestelltenverhältnis. Der Stundenlohn ist zwar extrem niedrig (21.- Std), trotzdem habe ich mich dagegen entschieden, selbstständig zu werden, solange meine Kinder zulagenberechtigt sind. Für die 500.- Kinderzulagen müsste ich nämlich wieder etliche Stunden mehr arbeiten. Dies nur so zur Beachtung.

  • tststs sagt:

    Ich schliesse mich meinen Mitkommentierenden an: Es gibt keinen Grund sich zu schämen. Es kann jedem passieren.
    Es wird aber IMHO Zeit, einen gewissen Stolz beiseite zu legen^: vllt ist es an der Zeit, den Traumberuf und Praktikas für einen sicheren, lohnenden Job beiseite zu legen. Man kann es ja später noch einmal versuchen.

    Und btw 300 Bewerbungen in 3 Jahren ist jetzt weissgott nicht soooo unglaublich viel…

    • Christoph Bögli sagt:

      @tststs: Ich würde noch weitergehen und sagen, dass Scham und Verheimlichen sogar kontraproduktiv sind. Denn es ist gerade das persönliche Netzwerk, das bei der Stellensuche helfen kann, von hilfreichem Feedback bis zu konkreter Vermittlung und „Vitamin B“.

      Zur Anzahl der Bewerbungen: letztlich ist da Quantität ohne weitere Informationen natürlich eh immer ein zweifelhafter Indikator. Wenn es unpassende Stellenprofile oder gar „RAV-Bewerbungen“ sind, also Pflichtübungen für den Berater, dann sind auch 100te Bewerbungen für die Katz und reine Beschäftigungstherapie.

  • Muttis Liebling sagt:

    Philosophie ist ideale Voraussetzung für den Beruf des Schriftstellers. Da sind schon viele Millionär geworden, obwohl sie, weihnachtlich gesprochen, nicht die hellsten Kerzen am Baum waren oder sind. Siehe Herrn Precht. Was der inhaltlich kann, kann jeder andere Philosoph auch. 6 Seiten druckreif am Tag zu schreiben, ist allerdings eine Leistung, aber das kann man üben.

    Schreiben Sie über die Philosophie des Schams, oder den Charme der Armut. Es gibt so viele noch unbearbeitete Themen, die man aufpeppen kann, auch wenn nicht so viel Substanz dahinter ist. Aber siehe Precht … Das können Sie und Ich auch.

    • tststs sagt:

      Oje, ML, wieder mal ganz weit am Ziel vorbei.
      Philosophie hat mit der Fähigkeit zu schreiben (belletristisch, wissenschaftlich?) ungefähr so viel zu tun, wie die Fähigkeit des Kochens und diejenige des Kauens…

      • Muttis Liebling sagt:

        Mit einem guten Lektor kann jeder Bücher schreiben, vorausgesetzt, es gibt eine gründende Idee. Das Thema macht es, den Rest macht der Lektor.

    • Karin sagt:

      An der philosophisch-historischen Fakultät kann man nicht bloss Philosphie studieren, sondern eine ganze Reihe an verschiedenen Fächern.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        ML hat vor ca. 40 Jahren in der DDR Medizin – oder was man damals für Medizin gehalten hat – studiert. Er ist nicht mehr ganz auf dem Laufenden, was heute an den Uni’s so geschieht.
        Dass er einer arbeitslosen junger Mutter in einer prekären Situation hier empfiehlt, sie könne doch problemlos ein Einkommen generieren in dem sie philosophische Bücher schreibe ist entweder einem grenzenlosen Zynismus oder dem Konsum von irgendwelchen Substanzen wie Alkohol geschuldet – oder beidem.

  • Anna sagt:

    Sie schaffen es da raus, ich bin überzeugt davon. Sie haben vielleicht nicht alles richtig gemacht (wer macht das schon), aber sie haben ganz vieles sehr gut gemacht. Mein Partner und ich waren vor zwei Jahren an einem ähnlichen Punkt. Beide in befristeten Arbeitsverhältnissen, ich schwanger mit dem zweiten Kind. Inzwischen verdienen wir beide sehr gut in unbefristeten Stellen. Die Statistik und die Wahrscheinlichkeiten sind auf Ihrer Seite!
    DANKE dennoch fürs Aufschreiben.

  • Lukas Baumann sagt:

    Ich glaube nicht, dass männliche Mitbewerber einen Vorteil haben. Ehrlich gesagt, zeigen die Zahlen des Bundesamt des Statistik auf, dass Frauen nur in technischem Bereich und in Wirtschaftswissenschaften weniger angestellt sind. Sonst bei den anderen Studienrichtungen sind es die Frauen, die einen Job haben; gerade im phil Bereich; im Teilzeitbereich sowieso. Leider gehen Reinigungsjobs und anderes auch nicht mehr gut, wenn man das Diplom hat. Die Arbeitgeber meinen einfach, man kann nichts, sie sind nur auf die Ausbildung zentriert, erwarten nicht, dass an der Hochschule die Sache fliessender verläuft.

  • Roli sagt:

    Zitat: „Was ist das Problem? Das Studium? Vielleicht.“

    Wenn ich lese, dass es aktuell 188’000 offene Stellen vor allem in der Pflege und im Baugewerbe gibt… ja dann ist vermutlich das Studium ein Problem.

    Macht die Situation nicht besser aber evtl. sollte man das Studieren/Lernen was nachgefragt wird und nicht unbedingt was einem Spass macht?

    • misi sagt:

      Ja, das wäre sicher eine Überlegung wert.

    • tststs sagt:

      Weil ja Akademiker unnützer Fächer die Rangliste der Arbeitslosen anführen?!? Diese Mär wurde schon mehrfach widerlegt!

      Ja, so manches Fach mag für Laien exotisch wirken; dabei spielen die erworbenen Fachkenntnisse aber fast keine Rolle bei der anschliessenden Berufswahl. Viel entscheidender sind die erworbenen Methodenkompetenzen.

  • Lace sagt:

    Sie müssen stolz auf sich sein,haben doch einiges erreicht!Seien Sie auch mutig,probieren Sie Neues aus. Scham bringt Niemandem etwas!Sie sind auf Stellensuche,und?ISind ja nicht die Einzige!Versuchen Sie positiv zu bleiben,auch den Kindern gegenüber.Arbeit ist wichtig,aber macht doch keinen Menschen aus!Ich wünschen Ihnen und Ihrer Familie alles Gute!

  • Coco sagt:

    Ich finde Ihre Selbstdisziplin und Ihr Durchhaltevermögen beispielhaft! Entgegen allen HR-modischen Versprechungen wie „Diversity“ seitens vieler Arbeitgeber fehlt es an Mut, Menschen mit unkonventionellen Berufsbiografien eine Chance zu geben. Ich kann mir auch vorstellen, dass Ihnen, wenn Sie Kinder und Studium mit geringen Mitteln unter einen Hut bringen mussten, ein weitverzweigtes, relevantes Netzwerk fehlt. Ich wünsche Ihnen sehr, dass Ihnen die Luft nicht ausgeht und dass Sie das nötige kleine Bisschen Glück haben werden. Alles Gute!

  • Reincarnation of XY sagt:

    Ich kann die Scham gut verstehen. Und es wäre schön, wir wären alle sensibilisiert und etwas offener, damit Familien welche aus irgendeinem Grund untendurch müssen, nicht noch zusätzlich durch Scham niedergedrückt werden.

    Andererseits müssen wir uns auch fragen: warum sollte ich mich schämen? Gibt es einen Grund?
    Ich glaube, wir selbst sind unsere grössten Ankläger. Wenn ich mich selbst nicht verurteile, dann prallen auch die Urteile der Nachbarn an mir ab, bzw. ich erkenne, dass sie gar nicht (in diesem Ausmass) vorhanden sind.

    Wichtig ist auch: aus jeder Situation zu lernen, aus Fehlern zu lernen, aus jeder Situation das Beste herauszuholen. – Sie haben in diesem Forum auch ein paar überdenkenswerte Feedbacks bekommen.

  • Eva D sagt:

    Ich finde es müssig und vermessen, hier nach einfachen Antworten (Gründen) zu suchen. Kinder später bekommen hilft einer Frau nicht weiter. Das war mein Weg, blockiert wurde ich durch AG genauso. Studienwahl? Bei den „gebrauchten“ ist die Konkurrenz noch grösser. Mann verliert Job 2x so schnell? Wir kennen die Gründe nicht, also bitte nicht urteilen. Wenn man sich jahrelang fertigmachen lässt und erst dann den Job verliert, ist man nicht besser dran. Und: Es gibt leidee auch auf Vorgesetztenseite und im HR viele Leute, die tyrannisch drauf sind (Chef/innen) bzw. Potential nicht erkennen, weil es nicht 0815 ist (HR). Eine Stelle zu finden ist Lotto geworden für ganz viele, unterschiedliche Menschen, isb. für Mütter resp. Frauen im gebärfähigen Alter.

    • tststs sagt:

      Nope, es gibt in jeder Branche mehr Jobs als Stellensuchende.
      Es gibt nur keine Garantie für den Wunschjob.

      • Eva D sagt:

        Nope, gibt es nicht. Sonst gäbe es keine Arbeitslosigkeit, sonst würde nicht in jeder Absage, egal für welchen Job, „… andere besser …“ stehen.

      • Christoph Bögli sagt:

        @Eva D: Gerade in der momentanen Konjunkturphase ist Arbeitslosigkeit v.a. das Resultat einer Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage. Oder einfacher gesagt: Teils sind Ansprüche bei Arbeitslosen wie Arbeitgebern zu hoch und unflexibel, teils sind die Fähigkeiten halt schlicht viel zu weit davon entfernt, von dem was benötigt wird.

        Die Aussage in Absagebriefe ist natürlich nur eine Floskel, die aus Bequemlichkeit und Freundlichkeit benutzt wird. Man könnte natürlich auch schreiben, dass jemand schlicht als ungeeignet betrachtet wurde, aber das käme wohl auch nicht gut an..

    • Christoph Bögli sagt:

      @Eva D: Man könnte aber zumindest die Gründe hier leicht anreissen um etwas Klarheit zu schaffen. Wenn man so etwas einfach stehen lässt als wäre es ein unerklärlicher Schicksalsschlag, dann muss man sich nicht wirklich wundern, wenn in den Kommentaren entsprechende skeptische Fragen gestellt werden. Wenn ich eine Bewerbung von jemandem erhielte, der zuvor 2x in kurzer Folge rausgeschmissen wurde, dann würde ich jedenfalls auch hellhörig und bräuchte schon sehr glaubwürdige Gründe, um darüber hinweg zu sehen. Denn es gibt nun einmal auch Leute, die sich zwar vielleicht durchs Studium gemogelt haben, aber schlicht inkompetent sind, fachlich oder menschlich..

  • Sonusfaber sagt:

    An diesem Text bzw. an der Autorin missfällt mir nur etwas: Dass sie ihren Namen nicht preisgibt. Sich nicht zeigt. Sie wäre mir um Welten sympathischer, würde sie für sich einstehen. Zumal sie nichts verbrochen hat – im Gegenteil: Sie hat studiert, mit Bestnoten abgeschlossen, Kinder geboren, schwierige Situationen gemeistert! Diese Frau sollte stolz auf sich sein, sich zeigen, uns wissen lassen, wie sie heisst. Schade, schade, dass sie es nicht getan hat!

  • Martin Tanner sagt:

    …und irgendwann dazwischen kommen die gut gemeinten Ratschläge völlig Ahnungsloser: Mach doch dies, mach doch jenes… Versuch mal dies oder das…!
    Wie wenn man ein Volldepp wäre. Aber man schafft es in 90% aller Bewerbungen nicht mal durch die elektronische Bewerbungs-Maschine der HR-Abteilung; wird sofort ausgefiltert, weil man nicht die optimalen Wörtli im Text verwendet hatte.
    Kommt hinzu: Man hat nicht die richtigen Freunde. Gute Freunde, ja. Aber helfende? So viele Jobs gehen unter der Hand weg. Es fehlt auch am Vitamin-B. Nicht, dass Personen in diese Stellen passen würden, wie die Faust aufs Auge, nein! Aber man kennt einen, der einen kennt – und schon liegt die Bewerbung oben auf der Beige. Und der Linienvorgesetzte findet genau diese Bewerbung besser, als alle anderen. 🙁

    • Lukas Baumann sagt:

      Genau diese Praxis, die anscheinend existiert, ist sehr schlimm, wie ich finde. Und bei den technischen Wissenschaften gibt es 5-7% Arbeitslosigkeit nach 5 Jahren. Gemäss Bundesamt für Statistik die höchste Arbeitslosigkeit. Aber alle schreien, man müsse mehr Mathe haben. Dabei hatten wir alle Mathe, auch im Studium. Man kommt nicht damit klar, dass verschiedene Kompetenzen da sind, aber ein Diplom dies nicht ausdeutet. Ich frage mich langsam, welche Menschen überhaupt noch in der Position arbeiten, andere auszuwählen oder Chef zu sein? Alles Selbstverliebte? Alles Einfachdenker?

      • Martin Tanner sagt:

        Dass besonders im HR eine übersteigerte Gläubigkeit an nichtssagende Diplome besteht, ist in der ICT schon lange bekannt. Ich leide selber darunter. Man beachte bloss die verzweifelte Diplomsammlerei von „certified wasauchimmer“. Wie wenn das irgend etwas aussagen würde, ausser dass sich jemand auf die Jagd nach Auszeichnungen gemacht hat. Was m.M.n. mehr über die Persönlichkeit, als über ihre Fähigkeiten aussagt. Dass das HR auch bei akademischen Positionen der Naturwissenschaften, vielleicht sogar speziell bei der Mathematik, sich derselben Bemessungskriterien bedienen muss, ist wohl der Bildungsferne der HR-Clerks geschuldet und ganz und gar nicht der fehlenden Qualifikationen der Bewerber. HR sind meiner Erfahrung nach nur noch blosse Apparatschik.

    • Carolina sagt:

      Herr Tanner, ich finde, die Reaktionen auf den Text eigentlich überhaupt nicht ‚ahnungslos‘, sondern eigentlich bemerkenswert empathisch und auch bedenkenswert – wie immer gibt es natürlich auch einige, die man in die Tonne rühren kann, aber die sind hier klar in der Minderheit.
      Sie haben überlesen, dass die Autorin 20 Vorstellungsgespräche gehabt hat, also 20 Mal nicht von ‚elektronischen Bewerbungsmaschinene‘ ausgesiebt wurde.
      Ihr Dossier scheint so schlecht nicht zu sein, die Frage ist halt eben, ob es nicht an der Zeit wäre, zumindest temporär die Suche nach dem Traumjob aufzugeben und etwas zu machen, das mehr Erfolgschancen hat und die prekäre Finanzsituation verbessert. Darin liegt auch etwas Ehrenvolles, das vielleicht in der Lage ist, die (unnötige) Scham zu verringern.

      • Martin Tanner sagt:

        @Carolina: Mit meinem Kommentar beziehe ich mich weder auf Ihren, noch auf Kommentare anderer, sondern soll die Realität im Beziehungsnetz wider geben, das wir alle haben, eben die oberflächlichen Plattitüden, die man im Freundeskreis zu hören kriegt. Jene Ahnungslosen sind gemeint.

  • Marc sagt:

    Ich war in einer ähnlichen Situation. Ein halbes Jahr ausgesteuert. Scham ist fehl am Platz. Wichtigste Erkenntnis: Es ist nicht meine Schuld. Es gibt immer wieder diese oder jene Ausbildung, welche vielleicht besser gewesen wäre. In der heutigen Zeit stimmen diese Regeln jedoch nicht mehr. Schlussendlich ist nur eines wichtig: Machen Sie das, woran Sie Spass haben, das überträgt. Kopf hoch, optimistimisch leben, kämpferisch bleiben. Viel Erfolg, alles Gute. Und trotzdem schöne Weihnachten.

  • Martin Frey sagt:

    /Es gibt pauschal gesagt Leute, die machen zuerst 5 Kinder und überlegen sich dann ihre Lebensplanung, wie sie ihre Familie ernähren, und alles finanzieren. Die Sozialämter können ein Lied davon singen.
    Dann gibt es die Leute, die versuchen, zuerst ein Fundament zu bauen, arriviert und etabliert zu sein, damit sie auch eine Familie tragen können.
    Zur für Akademiker seltsamen Lebensplanung passt der etwas nach Flucht tönende Gang in die Selbständigkeit. Ohne Eigenmittel, ohne klaren Plan (?), stehen die Vorzeichen meist nicht allzu gut, ehrlich gesagt.
    Emotional gesehen sind Sie, aber va auch Ihre Kinder zu bedauern. Es ist zu hoffen, dass Sie und Ihr Partner den Rank finden, um wieder finanziellen, sozialen und emotionalen Bodern unter den Füssen zu bekommen. Alles Gute!

  • Martin Frey sagt:

    Der Artikel hinterlässt bei mir mehr Fragen als Antworten. Es gibt eigentlich zwei Möglichkeiten, ihn zu lesen: Sachlich, oder emotional.
    Sachlich gesehen muss schon einiges schief gelaufen sein. Beginnend bei der Studienwahl, dann die angenommenen Jobs, die immer wiederkehrenden Absagen. Rein statistisch sind fast alle Studienabgänger 2-3 Jahre danach in einer Beschäftigung, aber kaum jemand ausgesteuert. Dann der Partner, ist er auch in einer etwas „brotlosen“ Branche? Weshalb erfährt ihm offenbar auch durchwegs dasselbe Schicksal? Persönlich vermisse ich da etwas Selbstreflexion, alles aufs Geschlecht zu schieben ist etwas billig, in dem Alter unglaubwürdig, und spätestens beim Partner kein Argument mehr. Sie sind beide mit Verlaub nicht 50+ wo es echt schwierig werden kann.

    • Lukas Baumann sagt:

      Studienwahl? Schauen Sie die Zahlen des Bundes an: Nach 5 Jahren sind Wirtschaftswissenschaften mit phil hinter PH und Arzt am besten situiert. Technische und mathematische Wissenschaften haben dann eine Erwerbslosigkeit von 7%. Sehen wir’s an: Die Wirtschaft will niemand, es ist alles nur Vetternwirtschaft. Man schreit nach „wiss. Fächern“ und erlässt 7h Auswendiglernen in der Woche, zerstört Lerneffekte in ihrer Gesamtheit, lässt ab von Transfer usw. Die ganze Welt spielt verrückt. Am meisten solche, die meinen, sie seien die Kings in der Bildung. Politiker, die keine Ahnung haben, Lehrpersonen, die sich null Arbeit machen und einer Ideologie folgen: Sie bestimmen die Richtung.

    • Hugo sagt:

      Völlig einverstanden mit Ihren beiden Kommentaren!

  • Sandro Studer sagt:

    Dieser Bericht stimmt sehr traurig, ob nun wahr oder nicht auf viele wird es genau so zutreffen. Nach dem Beschrieb haben Sie nichts falsch gemacht, möglicherweise die Studienrichtung, aber wenigstens haben Sie sich für etwas entschieden das sie beruflich lieben. Ich habe Arbeit und meine Partnerin auch, ich finanziere Sie also mit und nun möchte ich Ihnen sagen, ich bezahlen gerne Steuern, ja gerne damit Familien wie Ihre doch einen minimalen Standard haben können. Ich verurteile Sie nicht sondern sage Ihnen, gehen Sie mit erhobenen Haupt durch die Gassen, Sie sind, auch ohne Arbeit ein wichtiges Glied in unserer Gesellschaft. Ihre Kinder brauchen Liebe und Geborgenheit und die Gewissheit, die Gesellschaft lässt Sie nicht fallen. Viel Glück für die Stellensuche wünsche ich Ihnen.

  • Brunhild Steiner sagt:

    3/
    Manche Schulen führen Unterstützungsfonds für Eltern mit finanziellen Notlagen, manche Klassenlehrer unterstützen gerne auf eigene Kosten/suchen nach Lösungen- wenn sie es denn wissen dass Hilfe gefragt wäre.
    Lassen Sie nicht zu dass das Schamgefühl auf Ihre Kinder vererbt wird, sondern getrauen sich zur offenen Kommunikation. Schätzungsweise wird es unpassende Reaktionen geben, aber andererseits verpassen Sie sonst evtl auch viel Hilfsbereitschaft.
    Von Herzen alles Gute&viel Glück!!!

  • Kathy sagt:

    Ich wünsche der Autorin und ihrer Familie von ganzem Herzen, dass zumindest einer der beiden eine Stelle findet. Oder dass das Projekt ‚Selbstständigkeit‘ erfolgreich sein wird. Ich hoffe fest, dass ihr trotz aller Probleme das Weihnachtsfest ein bisschen geniessen könnt!

  • Brunhild Steiner sagt:

    2/
    Im Leben herrscht ein geben&nehmen,
    manchmal sind wir vor allem Gebende, und manchmal Nehmende.
    Wenn wir umständehalber auf der Nehmerseite stehen ist es für uns gesünder, uns über ein einigermassen vorhandenes/funktionierendes Sozialsystem, evtl private Unterstützung zu freuen und sie in Anspruch zu nehmen-
    wer weiss, vielleichts stehen wir eines Tages wieder auf der anderen Seite und werden zu (finanziell) Gebenden?

    Auch im finanz Minus haben wir immer noch Ressourcen&können anderes geben- vorausgesetzt Scham hat es nicht geschafft uns allen Wind aus den Segeln zu nehmen&uns kleinzuhalten.
    Wir sind nicht immer der alleinige Schmid unsres Glückes, jedenfalls nicht wenn es um das Thema Arbeitsstelle geht. Und wir brauchen uns gegenseitig.

  • Eva D sagt:

    Danke für diesen Text. Ich bin in einer ähnlichen Situation, aber mein Mann hat zum Glück Arbeit. Es tut gut zu lesen, dass ich nicht die einzige bin. Was mir als erstes auffällt ist die Rechtfertigung für die lange Studiendauer. Warum müssen wir uns dafür rechtfertigen, gerade wenn wir nebenbei Kinder aufgezogen und/oder gearbeitet haben? Es ist unser Leben und niemand sollte uns dafür verurteilen dürfen, wie wir es gestalten. Mit dem Master haben wir uns das gleiche Wissen angeeignet, welches andere in 5 Jahren kumulieren. Vielleicht bleibt es uns sogar besser, weil wir mehr Zeit für Reflexion hatten. Oder geht es gar nicht darum? Ist es wichtiger, möglichst schnell und kinderlos Kanonenfutter für die Wirtschaft zu werden?

    • tststs sagt:

      „Es ist unser Leben und niemand sollte uns dafür verurteilen dürfen, wie wir es gestalten.“
      Verurteilen, sicher nicht. Aber dreinreden ganz sicher 😉

      • Eva D sagt:

        Und besserwissen auch. Vor allem die, welche entweder vor 40 Jahren studiert resp. eine Lehre gemacht oder dann schlicht und einfach mehr Glück gehabt haben als die Autorin.

  • s.felder sagt:

    Ich kann Ihre Gefühlslage verstehen, aber Scham ist wirklich fehl am Platz. Das wichtigste ist , dass Sie und Ihre Familie es gut haben. Und dafür spielt die finanzielle Lage nur eine untergeordnete Rolle! Haben Sie schon mal daran gedacht, alles was Sie sich in den Kopf gesetzt haben über den Haufen zu werfen und einen Neuanfang zu wagen?Sie&Ihr Partner sind jetzt ungebunden!Als Familie auf einem Biohof leben? In einen Gemüsebaukollektiv mitarbeiten mit Hauslieferdienst und Direktvermarktung in der Stadt (gibts schon in vielen Städten), sich in einer Wohltätigkeitsorganisation zu betätigen, Flüchtlingskinder zu unterrichten usw usf. Das wird Ihr Leben (und Ihren Lebenslauf) ungemein berreichern, Ihren Kopf befreien und nach ein paar Jahren werden Sie völlig unverkrampft einen Job finden.

  • Eva D sagt:

    Danke für diesen Text. Ich bin in einer ähnlichen Situation, aber mein Mann hat zum Glück Arbeit. Es tut gut zu lesen, dass ich nicht die einzige bin. Was mir als erstes auffällt ist die Rechtfertigung für die lange Studiendauer. Warum müssen wir uns dafür rechtfertigen, gerade wenn wir nebenbei Kinder aufgezogen und/oder gearbeitet haben? Es ist unser Leben und niemand sollte uns dafür verurteilen dürfen, wie wir es gestalten. Mit dem Master haben wir uns das gleiche Wissen amgeeignet, welches andere in 5 Jahren kumulieren. Vielleicht bleibt es uns sogar besser, weil wir mehr Zeit für Reflexion hatten. Oder geht es gar nicht darum? Ist es wichtiger, möglichst schnell und kinderlos Kanonenfutter für die Wirtschaft zu werden?

    • Sina sagt:

      Eine ehrliche Antwort: ja, genau darum geht es. Wenn Sie den klassischen Karrierepfad beschreiten wollen, haben sie mit langer Ausbildungszeit, Frau mit Kindern im Betreuungsalter und wenig Berufserfahrung (Praktika zählen kaum) bei Eintrittsalter vermutlich über 30 schlechte Karten heutzutage. Deshalb rate ich wie schon andere hier: keine Scham, offene Kommunikation, offener Geist und Kreativität – es gilt, Vorstellungen abzulegen, einen anderen Weg zu finden, sich auf den nächsten kleinen Schritt zu fokussieren ebenso wie auf schöne Kleinigkeiten und gute Menschen im Umfeld, um den Mut und Glauben an sich selbst nicht zu verlieren. Lassen Sie sich ja nicht einreden, Sie seien nichts wert – das ist grundfalsch und unwahr!

      • Eva D sagt:

        Ja, offenbar ist das so. Aber es ist nicht zu erklären ausser dadurch, dass 0815 Menschen in Machtpositionen 0815 Vorstellungen von künftigen Mitarbeiter/innen haben, null Fantasie, null out-of-the-box Denken, aber eben: die Macht. Wohin das dann führt, wie wenig Flexibilität und Innovationsfähigkeit in der Wirtschaft dabei rauskommt, sieht man täglich im Wirtschaftsteil der Zeitungen. Notabene: Ich bin längst weg vom Traumjob-Tunnelblick. U.a., weil ich nicht bereit bin, mich verheizen zu lassen. Die Work-Life-Balance muss stimmen, sonst lohnt es sich eh nicht. Aber auch in einen „normalen“ Job reinzukommen ist schwer, wril da sind sie als Akademikerin permanent „überqualifiziert“. Noch so eine Worthülse für „wollen wir nicht“…

  • Lukas sagt:

    Eine Antwort, das Problem ist dass Srudium. Mit so einem Studium kann man einen Job finden muss aber nicht. In der Praxis bringt der da erlernte Inhalt tatsächlich nur am Rande etwas. Ich würde eine Umschulung auf Lehrer oder ähnliches (gesuchtes und greifbares) Empfehlen. Zudem ist es wichtig inhaltlich flexibel zu bleiben und die Schuldigen nicht überall sonst zu suchen. Nehmen Sie teilzeitstellen als Sprachlehrerin oder ähnliches an, Arbeitserfahrung öffnet mehr Türen als Sie denken (Netzwerk, wirkliches Verstehen einer Branche, merken worauf es ankommt). Wenn jemand bei der Absage in erklärungsnot kommt, haben Sie gar nichts gewonnen, Firmen wollen nicht Personen die eine moralische Diskussion gewinnen können, sondern einfache mitArbeiter.

  • Mehrsäuli sagt:

    Danke für den ehrlichen Artikel. Ich möchte Ihnen ja nicht sinnlos eine aufs Dach geben, aber schon bei der Studienwahl fängt das Problem an. Diese ganzen hirnwaschenden wohlfühl-pseudowissenschaftlichen Studiengänge kann man eben leider auch zu nichts gebrauchen. Hinzu kommen offensichtliche andere Problem. Organisationsfährigkeit (8-Jahre wegen Kindern, wirklich?). Ich kenne Frauen die haben es in 6 Jahren mit Kind in einem natw. Studium zum Master geschafft. Sie vermeiden Gemeinschaftsplätze wo die Kinder etwas Abwechslung hätten weil Sie Angst haben sich zu schämen? Vielleicht könnte man da ja auch wertvolle Kontakte knüpfen? Ihr Mann besteht zwei Mal hintereinander die Probezeit nicht, davon einmal nicht mal einen Monat? Da liegt wohl noch mehr im Busch? übermässige Ideologie?

    • Lukas Baumann sagt:

      Die math-naturwiss. Richtung haben nach 5 Jahren eine Erwerbslosigkeit von 5-7%, was am höchsten ist. Hören Sie auf, immer in Schwarz-weiss zu denken. Linguistik gehört zu phil, hat aber mit Informatik mehr zu tun, als Sie denken. Zudem gibt Pädagogik vor, was Lernen ist und wie es zu initiieren ist. Da kann der eine ETH Prof sogar noch was lernen, wenn er im interview nur auf Auswendiglernen und der entdeckenlassender Methode baut, die er noch essentiell falsch beschreibt (veranikademisiert). Es ist alles sooo einfach, was man nicht studiert hat. Ja, es wäre einfach, aber man hat sich ja nicht die Zeit genommen, in eine Vorlesung zu gehen, wo Lernen multifunktional ausgedeutet wurde. Dieses Unbedeutende war Wissenschaft, aber man hat sich ja „Wissenschaft“ auf die Stirn geschrieben.

      • Lukas Baumann sagt:

        Echte Wissenschaft ist meist ruhig, klar, und sanft. Es gibt zudem die exakten Wissenschaften und andre Wissenschaften. Auch die Frage nach dem Lernen ist eine Wissenschaft. Aber das eine negieren und in den Bereich des andren eindringen, zeugt von einer gefährlichen Selbstüberschätzung. Und zeigt eine Bildung auf, die nicht funktioniert hat. Deshalb find ich den Begriff „Wissenschaft“ verunstaltet. Wahre Qualität schwingt dabei nicht unbedingt mehr mit.

  • tina sagt:

    ich bin froh, dass jemand diesen text geschrieben hat. auch wenn man alles richtig macht, kann man so leicht pech haben und es läuft leider nicht so, wie bei den meisten anderen, die doch das selbe machten.
    natürlich wünsche ich der autorin dass es nun aber gut und wunschgemäss läuft für sie und ihre familie. ihr seid leider nicht allein. aber man spricht nicht gern darüber, liegt ja auf der hand, will ja auch keiner hören, darum weiss man auch nichts von den anderen….
    mal ehrlich: es könnte alles noch viel schlimmer sein ;-). echt jetzt! will auch keiner hören, aber wenn es mir übel läuft, sage ich mir das und muss lachen.
    was ihr machen könntet, jetzt wo ihr beruflich nicht so eingespannt seid: freiwilligenarbeit. dann hat wenigstens einer was davon 😉

    • tina sagt:

      ich möchte noch ergänzen dass das mit der freiwilligenarbeit nicht zynisch gemeint war:
      wenn man berufstätig ist und kinder hat, haben viele nicht auch noch energie für freiwilligenarbeit, verständlicherweise. man kann das als privileg betrachten. ausserdem hilft es einem wirklich aus der abwärtsspirale.
      bitte wisst auch zu schätzen, wieviel energie ihr nun für eure kinder habt. und dass sie das vielleicht mehr zu schätzen wissen, als wenn ihr beruflich erfolgreich wärt.
      bei freiwilligenarbeit hat man einblicke in anderer leute leben. das ist sehr bereichernd. man muss nicht dankbarkeit erwarten, man macht es nicht deswegen. ihr könntet auch die fäden in die hand nehmen und sogar in einem vorstand aktiv werden, vereine gestalten. man wird sich um euch reissen!

  • Brunhild Steiner sagt:

    Selbstverständlich will ich diesen Text lesen,
    und es ist kein Fehler ihn zu schreiben, im Gegenteil!!!
    Es ist sehr wichtig sich mit dem Thema „Scham&Co“ auseinanderzusetzen, solange wir alle dazu schweigen und uns keine Gedanken machen, solange schafft sie es Menschen unten zu halten.

    Ich wünsche Ihnen Mut für offene Kommunikation, und dass Sie von Ihrem Umfeld auferbaut/unterstützt werden.
    Dazu muss das Umfeld aber auch einigermassen Bescheid wissen, auch wenn es sehr schwer fällt. Es gibt da draussen Leute mit einem offenen Herzen, die auch gerne für ein „Extra“ geben (einen Ausflug sponsern oä), aber sie müssen wissen dass Bedarf besteht. Wenn Ihnen hier ein guter Weg gelingt, lernen Ihren Kinder das Wertvollste überhaupt:

  • Peter Meier sagt:

    Es tut mir sehr leid für diese Familie unfd ich hoffe es wendet sich zum Guten. Was ich jedoch nicht verstehe, wie der Mann zweimal hintereinander die Stelle in der Probezeit verliert. Ich will mich nicht anmelden, aber da ist doch was faul an der Sache. Und jeder potentielle Arbeitgeber wird doch stutzig, wenn er sieht, dass der Mann zwei Mal hintereinander in der Probezeit die Stelle verliert.

    • Sina sagt:

      Es gibt Leute in dieser Gesellschaft, die sind zwar sehr intelligent, aber sie ticken etwas speziell. Und statt dass man die coacht und lenkt und führt, statt dass man die Anforderungen mit ihren Stärken zu vereinen versucht, schmeisst man sie lieber umgehend wieder auf die Strasse. Es gibt ja genügend Chefs, die können nicht mal unkomplizierte, leistungsfähige Mitarbeiter richtig führen. Das ist ein grosses Problem in der Privatwirtschaft. Gerne trifft es auch Mitarbeiter, die viel oder ernsthaft krank werden, manchmal reicht auch nur Kinderkriegen schon aus, um in Ungnade zu fallen. Oder das Stellenprofil wird verändert, die Sekretärin muss von heute auf morgen Englisch können, und statt dass man sie ausbildet, stellt man sie lieber raus und rekrutiert neu.

      • Christoph Bögli sagt:

        @Sina: Gibt es alles. Aber es gibt genau so die andere Seite: Leute, die meinen, sie wären wesentlich schlauer als sie effektiv sind/als alle anderen; die meinen, sie müssten den erfahrenen Kollegen schon nach einer Woche die Arbeit erklären; die einfach egozentrisch, nervig oder verlogen sind; usw. Dass man sich als Arbeitgeber bzw. Arbeitskollegen so jemanden nicht antun will, verstehe ich darum nur zu gut. Letztlich obliegt es halt auch der Selbstverantwortung, sich zu ändern, notfalls auch über therapeutische Massnahmen. Aber all die Narzissten, Soziopathen und Co. sind gerade auch jene, die völlig lernresistent sind, weil sie den Fehler immer bei allen anderen suchen. Einen Trump-Typ würde ich auch in der Probezeit abservieren wenn der sich durchs Interview mogeln konnte..

      • Sina sagt:

        Ich musste noch nie jemand rauswerfen, der mich im Interview überzeugt hat. Und ich finde, es ist eben genau die Aufgabe des Chefs, dem Mitarbeiter klar zu machen, dass er nicht nerven oder lügen darf und was von ihm erwartet wird. Das nennt sich Führung. Natürlich gibt es Härtefälle, wo man um eine Kündigung nicht rumkommt. Ich hab aber nur sehr wenige gesehen – dafür ungerechtfertigte Kündigungen und unbegründete Vorurteile beim Recruiting en masse.

  • Mario sagt:

    Es tut mir sehr leid für diese Familie unfd ich hoffe es wendet sich zum Guten. Was ich jedoch nicht verstehe, wie der Mann zweimal hintereinander die Stelle in der Probezeit verliert. Ich will mich nicht anmelden, aber da ist doch was faul an der Sache. Und jeder potentielle Arbeitgeber wird doch stutzig, wenn er sieht, dass der Mann zwei Mal hintereinander in der Probezeit die Stelle verliert.

  • Marius Furrer sagt:

    Es tut mir sehr leid für diese Familie unfd ich hoffe es wendet sich zum Guten. Was ich jedoch nicht verstehe, wie der Mann zweimal hintereinander die Stelle in der Probezeit verliert. Ich will mich nicht anmelden, aber da ist doch was faul an der Sache. Und jeder potentielle Arbeitgeber wird doch stutzig, wenn er sieht, dass der Mann zwei Mal hintereinander in der Probezeit die Stelle verliert.

  • Marius Furret sagt:

    Es tut mir sehr leid für diese Familie unfd ich hoffe es wendet sich zum Guten. Was ich jedoch nicht verstehe, wie der Mann zweimal hintereinander die Stelle in der Probezeit verliert. Ich will mich nicht anmelden, aber da ist doch was faul an der Sache. Und jeder potentielle Arbeitgeber wird doch stutzig, wenn er sieht, dass der Mann zwei Mal hintereinander in der Probezeit die Stelle verliert.

    • L.T. sagt:

      Warum schreiben Sie als „Marius Furret“ sowie als „Mario“ und als „Peter Meier“ dreimal den gleich Kommentar? Das ist nett gesagt etwas bizarr……

  • loulou55 sagt:

    Falsche Berufswahl könnte man sagen. Als Pflegekraft findet man sicher eine Stelle im Land.
    Ich habe vor über 45 Jahren auch eine falsche Wahl getroffen. Das ging 3 Jahrzehnte noch recht gut. Aber ich war auf einem Abstellgleis unterwegs.
    Was einmal ein Berufswunschtraum war, ist zum Alptraum geworden. Was einmal in der privaten Wirtschaft gesucht war, ist unnütz und ungefragt geworden.
    Der Berufsabschluss ohne eidg. Anerkennung von einem Bundesbetrieb war das Papier nicht mehr wert. Ich galt als faktisch als Hilfsarbeiter.
    Immerhin konnte ich mir in guten Zeiten etwas Polster zulegen, um mit 58 und arbeitslos geworden, die Auswanderung zu finanzieren. Jetzt habe ich AHV-Vorbezug. Die Schweiz kann ich mir nicht mehr leisten, das Land braucht mich nicht mehr. Aber mir geht’s hier gut

  • Sonusfaber sagt:

    Und als Akamemikerin haben Sie eh eine beneidenswerte Ausgangslage, die beste, die man überhaupt haben kann. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis Sie eine gut bezahlte Stelle finden bzw. eine gute Einnahmequelle – zum Beispiel als Selbstständigerwerbende. Ich meine: Mit Ihrer Bildung und Ihrer Intelligenz, mit all Ihren Fähigkeiten wird über kurz oder lang so oder so ein Tür aufgehen … Hauptsache: Keine Scham, auf gar keinen Fall, auch deshalb nicht, weil niemand gerne einem Menschen gegenübertritt, der sich schämt. Niemand!

  • Andrej sagt:

    Von Akademikern mit Bestabschluss könnte man genug Weitsicht erwarten, während der Phase des freiwilligen Prekariats und der ebenso kritischen Übergangsphase ins Berufsleben so etwas Verantwortungsvolles wie das Kinderkriegen auf später zu terminieren, bis der Einstieg gelungen ist und finanzielle Reserven geschaffen sind.

    Ich, ebenfalls mit sehr gutem Abschluss der Uni Bern, habe trotz Bestnoten und Arbeitserfahrung auch Mühe, eine Stelle zu finden – als Mann ohne Kinder, notabene.

    • Florian Romer sagt:

      Nein, das hat nichts mit Weisheit zu tun. Wer das Kinderbekommen auf bessere Zeiten verschiebt wird nie welche haben. Unsere Gesellschaft muss damit umgehen können, dass die beste Zeit Kinder zu bekommen in jungen Jahren ist.

  • Sonusfaber sagt:

    Warum schämen Sie sich? Warum? Bitte keine Scham, auf gar keinen Fall, auch keine Schuldgefühle, gar nichts dergleichen!! Ich weiss, was es heisst, arbeitslos zu sein, ich war es auch ein paar Male und zwar relativ lange, nie aber habe ich mich deswegen geschämt und nie, wirklich nie hat mich mein Umfeld deswegen gemieden bzw. spüren lassen, ich sei weniger wert oder so. Und auch wenn: Stehen Sie für sich ein, immer, das ist das Wichtigste im Leben!!!! Am Ende Ihres Lebens werden Sie zurückblicken müssen und die Einsicht, die Erkenntnis, dass Sie Ihr bester Freund, Ihre beste Freundin gewesen sind in guten und schlechten Zeiten, stets für Sie eingestanden sind, wird Sie entschädigen für alles Ungute, was Sie erlitten haben. Treten Sie also aus der Wohnung stets gehobenen Hauptes!

    • Christoph Bögli sagt:

      Würde ich so auch nicht sagen. Im heutigen Arbeitsmarkt schwindet der Akademiker-Vorteil beständig. Aufs Ganze gesehen würde ich sogar sagen, dass sich das in den meisten Studienfächern überhaupt nicht mehr lohnt, berücksichtigt man, dass man auf diesem Weg >6 Jahre mehr hat als bei einer Berufsausbildung, in denen man nichts verdient. Ein Studium – gerade in Fachbereichen ohne „Jobgarantie“ – ist nur dann ratsam, wenn man dies wirklich will, ein hohes Interesse an der Thematik hat und auch bereit ist, später etwas unkonventionelle Weg zu gehen. Ansonsten und bei etwas Pech endet man darum schnell in einer gefährlichen Sackgasse wie die Autorin hier. Dann steht man da mit Anfang 30 ohne Berufserfahrung oder -perspektive..

  • sophie sagt:

    Es tut mir sehr leid dies zu lesen und ich wünsche Ihnen dass sie beide nächstens eine gute Stelle finden. Im Personalwesen schaut man die AHV Karte an und dann sieht man hat die Person schon gearbeitet, bei wem, und wie lange. Dies kann ein Grund sein dass ihr Partner seine Stellen verlor. Oder dann ist es charakterlich bedingt, oder das gepflegtsein hinkt, man weiss nicht. Was Sie betrifft, sind natürlich anfänger welche aber schon Kinder haben und nicht verheiratet sind (niemand is rechtlich verantwortlich für Sie) schon diskriminiert. Für einen Arbeitgeber ist es wichtig dass seine Angestellte jeder Tag kommt und pünklich. Die Arbeitgeber haben eben heute DIE QUAL DER WAHL. Es wäre gut gewesen sie hätten ein paar Jahre gearbeitet und erst dann Kinder bekommen. Alles Gute trotzdem.

    • Christoph Bögli sagt:

      @sophie: Die Berufserfahrung sollte dem Arbeitgeber aus dem Lebenslauf bekannt sein, sprich eine AHV-Karte dürfte da eigentlich keine Informationen bieten, die zu einer anderen Einschätzung oder gar Entlassung der Person führen. Einzige Ausnahme: Der neue Angestellte hat seinen Lebenlauf geschönt bzw. den Arbeitgeber schlicht angelogen.

      Die Entlassungen in der Probezeit sind insofern schon etwas, das alle Alarmglocken läuten lassen sollte, weil so etwas kommt vergleichsweise selten vor und kaum je 2x nacheinander. Weshalb das dann in der Zukunft auch eine weitere Einstellung stark erschweren dürfte. Es ist das eine, arbeitslos zu sein, weil man bisher keine geeignete Stelle fand, aber was ganz anderes, mehrmals in kurzer Folge eine Stelle verloren zu haben.

      • sophie sagt:

        @Christoph : die AHV Karte zeit wo die Person gearbeitet hat und wie lange. Man kann also den Lebenslauf diskret schreiben aber durch die AHV Karte findet die Firma heraus dass die Person nur kurz bei den Arbeitgeber war. Und wie viele es waren.

  • Malena sagt:

    Das ist hart. Der einzige Trost, den ich beitragen kann, ist dass ich Leute kenne, denen es ähnlich ging, die aber dann doch reingekommen sind und für die die Arbeitslosigkeit jetzt nur noch eine böse Erinnerung ist (und vielleicht Grund für eine leise Angst, wieder alles verlieren zu können). Dass Kinder arbeitsloser Personen, wenn sie in der Schule über den Beruf ihrer Eltern erzählen sollen, das Stigma mittragen müssen, finde ich völlig falsch. Lehrpersonen müssen dafür sensibilisiert sein. Von den Eltern der anderen Schülern kann man leider wenig Unterstützung erwarten, dort wird oft gnadenlos geurteilt. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Kraft, die Hoffnung und den Mut für soziale Kontakte aufrechtzuhalten, und dass für Sie und Ihren Mann bald eine Türe aufgeht!

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