Mama, total entschleunigt

Mamablog

Erst wenn man zum Nichtstun verdammt ist, wird einem bewusst, wie viel man sonst um die Ohren hat. Foto: iStock

Vier Wochen schon tue ich: nichts. Ich hänge bloss herum. Derweil sich mein Sohn um die Wäsche der Familie kümmert und mein Mann um den Rest. Er kauft ein und kocht, sorgt für Ordnung und massiert mir abends die Schultern. Eine Frau der Spitex putzt einmal die Woche unsere Wohnung.

Ich schlafe viel, turne, humple, lese, höre Musik und wärme vorgekochtes Essen auf. Hin und wieder stöckle ich mit den Krücken nach draussen, um kalte Luft einzuatmen, mich bei der Physiotherapie abzumühen oder um Brot und noch mehr Verbandsmaterial zu kaufen. Solche Ausflüge gehören zum aufregenden Teil des Tages, seit zwei Wochen sind sie möglich. Daher der Übermut vor fünf Tagen vielleicht, als ich ein klein wenig mehr tun wollte und einen Schongang «Plus» einlegte. Die Folge ist, dass ich kaum die Krücken halten kann. Entzündete Daumengelenke. Also liege ich mehrheitlich flach und tue weniger von dem Wenigen, was ich überhaupt noch tat.

«Traumhaft!», würden meine Kolleginnen dazu sagen. Als ich sie vorgängig über meine Beinoperation und die mehrwöchige Absenz informierte, äusserten sich Mütter mit hohen Arbeitspensen auffallend oft in solcher Weise. «Entschuldige, es mag vielleicht unpassend klingen», sagten sie, «doch wie geil ist das denn, so lange nichts zu tun. Sich hinlegen, krank sein, mehrere Wochen lang, ohne dass irgendjemand etwas von einem will. Du musst nicht nur nichts, nein, du darfst nicht mal.»

Hilfe einfordern

Daran denke ich immer wieder, Zeit nachzudenken habe ich ja. Ausgebremst und ruhiggestellt wie ich bin, denke ich an die irrsinnigen Tagesabläufe und Tempi vieler Mütter und Väter da draussen. An den Stress, den Raubbau und den Druck, unter welchem sie oft stehen – deren Kinder mit eingeschlossen. Man will alles richtig machen, den eigenen Ansprüchen und jenen der anderen genügen. Dabei vergessen wir oft uns selbst; statt zu pausieren, powern wir weiter. Oder wie anders sind die vielen erschöpften Mütter zu erklären, die sich um Kinder, Job und Haushalt kümmern und um so viel mehr.

Dabei brauchen wir uns selbst auch mal an der Nase zu nehmen: indem wir etwa dafür sorgen, dass die Aufgaben rund um den Haushalt gerecht aufgeteilt sind. Dazu gehört, dass wir Hilfe im Haushalt einfordern, von unserem Lebenspartner – aber auch den Kindern, je älter diese werden. Denn ungeachtet ihrer Berufstätigkeit hängt ein Grossteil der häuslichen Pflichten noch immer an den Frauen. Der Artikel «Er muss zupacken, sie loslassen», erschienen am Sonntag in der 12-App, zitiert entsprechende Studien und bringt das Thema gut auf den Punkt.

Im Artikel steht, Frauen gäben die Arbeiten daheim zu selten aus der Hand – und Männer wiederum nähmen das allzu bereitwillig an und lehnten sich zurück. Dabei betonten gerade Paare mit einem egalitären Anspruch gerne, dass beide gleich viel arbeiteten und dass sie sich sämtliche Pflichten gerecht teilten. «Doch lügen Frauen sich dabei häufig in die Tasche. Aus Scham und weil nicht sein kann, was nicht sein darf.»

Was die Erfahrung des Nichtstuns ändert

Mein Liebster und ich haben dieses Thema zum Glück nicht. Wir arbeiten beide zu 80 Prozent, den Einkauf, das Putzen und Kochen teilen wir uns etwa hälftig. Das hat sich in den vielen Jahren eingependelt. Und dennoch hat sich bei mir durch die Erfahrung meines wochenlangen Nichtstuns etwas verändert. Zum einen ist es schön, zu sehen, wie selbstverständlich meine beiden Männer im Haus die Mehrarbeit übernehmen. Zum anderen wurde mir bewusst, dass wir von unserem Teenager künftig mehr einfordern können. Er hat viel Freizeit und ist schon 16 Jahre alt, er soll auch im Haushalt mehr Verantwortung übernehmen.

Ein positiver Effekt hat sein Wäschedienst jedenfalls schon: Statt seiner etwa 20 T-Shirts, die vorher wöchentlich in der Wäsche lagen, sind es nur mehr die Hälfte. Als ich ihm vor ein paar Tagen das Zusammenlegen der Kleider abnahm, bedankte er sich überschwänglich bei mir. Und er meinte es so, wie er es sagte, ohne auch nur einen Hauch Ironie.

Längere Ausfälle, so mühsam sie sein mögen, haben schon auch ihr Gutes.

Wie teilen Sie sich den Haushalt auf? Und wie viel helfen Ihre Kinder mit?

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88 Kommentare zu «Mama, total entschleunigt»

  • Maier Tom sagt:

    erst wenn der Mann selbstständig ist und die Frau nicht mehr „braucht“ hört das Gejammere auf. Ein bisschen mehr Arbeit aber es ist es allemal wert, 30% mehr zu tun- 80% mehr Ruhe. Und die Frau weiss dass sie nicht als Putzfrau geliebt wird.

  • Malena sagt:

    Wie läuft das genau ab mit der Arbeitsteilung bei Paaren? Gibt es viele Männer, die ihre Ehefrauen und Freundinnen bewusst täuschen, ihnen Bereitschaft für Familienarbeit vorspielen, und später nichts mehr davon wissen wollen? Falls ja, wieso glauben ihnen das so viele Frauen, und müssen von dann Mitarbeit mühsam einfordern? Ich vermute, ganz so einfach ist es nicht. Paare rutschen halb naiv und halb wegschauend in Arrangements, die zu Beginn vorteilhaft aber irgendwann nicht mehr ganz befriedigend sind. Viele Frauen stehen auf beruflich erfolgreiche Männer und hoffen insgeheim, dass diese ihren beruflichen Ehrgeiz bei Bedarf einfach abstellen. Früh ganz genau abklären und die Weichen richtig stellen (heisst vielleicht mit einem andern Mann Kinder zeugen) wäre besser.

    • Anne sagt:

      Na ja das Leben ist halt nicht immer so planbar!Bis man eine Person richtig kennt,vergehen Jahre!

      • Malena sagt:

        Ja klar, es ist nicht alles 100% planbar. Fakt ist trotzdem: viele Menschen könnten sich besser überlegen, mit wem sie eine Familie gründen. Es profitiert niemand davon, wenn sie Kinder zeugen mit einer Person, die sie nicht richtig kennen, und die inkompatible Vorstellungen hat bezüglich Aufgabenteilung. Und wenn man „falsch“ entschieden hat (kommt ja auch vor bei der Berufswahl, bei Kaufentscheidungen, bei selbstgefährdendem Freizeitverhalten…): Verantwortung übernehmen für die eigenen Entscheidungen und Handlungen, ändern was man ändern kann, akzeptieren was man nicht ändern kann.

    • Christoph Bögli sagt:

      Die Wurzel solcher Probleme liegt in den meisten Fällen durchaus weit zurück, vielfach sogar am Ursprung der Beziehung. Weshalb es natürlich umso schwieriger ist, nach langen Jahren und eingerosteten Routinen noch irgendwas ändern zu wollen. Dafür brauchts dann schon harte, ernsthafte Gespräche inkl. der Option einschneideder Konsequenzen, ansonsten kann man es sowieso vergessen..

    • Sportpapi sagt:

      Sicherlich gibt es solche Männer. Wie es wohl mindestens so oft Frauen gibt, die nichts mehr davon wissen wollen, in hohen Prozenten zur Arbeit zurückzukehren, wenn sie ihr Kind mal in den Armen halten.
      Ich glaube allerdings nicht, dass Männer, die in der Zweierbeziehung ihren Anteil am Haushalt leisten, dies danach plötzlich vollständig verweigern.
      Und ja, viele Frauen stehen auf beruflich erfolgreiche Männer, und das entsprechende Einkommen. Dennoch klagen sie dann gerne über fehlende Präsenz und Mitarbeit zu Hause. Ich bin aber eigentlich überzeugt, dass in den meisten Fällen ein berufliches Zurückstecken und Einkommensverlust auch nicht gewollt wäre. Und selber für das fehlende Einkommen aufkommen schon gar nicht. Ausserdem gibt es noch Putzfrau und Nänny.

    • 13 sagt:

      Natürlich kann beruflicher Erfolg attraktiv wirken. Aber letztlich verdienen ja die meisten Männer unter 100’000 und haben trotzdem eine Frau und eine Familie. Nur an dem kann es wohl kaum liegen und in diesen Familien ist es wohl schon darum weniger das Problem, weil Mittel für eine Haushaltshilfe da ist.
      Ich gehe eher davon aus, dass sich das mit der Familiengründung einspielt. Vorher arbeiten beide Vollzeit und teilen sich die Hausarbeit. Dann kommt das Baby, die Mutter ist zunächst im Mutterschaftsurlaub, der Vater fährt fort, wie bis anhin, dann arbeitet sie nur reduziert, wenn sie schon da ist, macht sie auch den Haushalt, dieser wächst mit den Kindern. Und wenn sie dann wieder mehr Erwerbsarbeit leistet, ist es schwer zu Hause aus den alten Muster auszubrechen…

  • werner sagt:

    Man darf es ja fast nicht mehr beim Namen nennen, aber ich wundere mich schon, wenn ich solche Klagelieder lese, aber immer häufiger feststellen muss wie unsere emanzipierten Frauen auf Männer stehen, welche aus Kulturen stammen, bei denen die Frau noch die gleich Funktion haben wie meine Großmutter! Der Glaube,diese bekehren zu können, grenzt an Dummheit.

  • Vater sagt:

    Wir beide arbeiten, ich Vollzeit als Chef einer Firma, meine Frau Teilzeit. Beide helfen im Haushalt, ich kann auch Nachts noch arbeiten. Lieber am Tag was von Frau und Kind haben, als gar nicht. Als ich mein Bein brach, versuchte ich mich weiterhin so gut es geht im Haushalt einzubringen, wobei anzumerken ist, dass unser kleiner Bub noch nicht laufen konnte. Dann halt ab auf den Schoss und auf allen Vieren mit ihm durch die Hütte kraxeln, wie hat jemand oben beschrieben. Man hat noch ein Bein, dass darf man ab und zu – halt unter Schmerzen – brauchen, solange man es nicht übertreibt. Schlüsselwort heisst Kreativität. Ich weiss, es heisst Mama Blog, aber bitte nicht vergessen, dass es genügend Väter gibt, die auch unter widrigen Umständen helfen den Haushalt mit zu „schmeissen“…

  • Cybot sagt:

    20 T-Shirts wöchentlich?? Das ist ja wohl völlig krank. Kleider so oft zu waschen ist eine unglaubliche Verschwendung. Selbst inklusive Sportkleidung fiele es mir schwer, auch nur ein Viertel davon zu brauchen.

  • Martin Waldner sagt:

    Der verlinkte Artikel, obwohl dort bereits aus Frauen-Optik geschrieben, wird hier nochmals verkürzt, und auf eine „zu gutmütige Frauen, faule Männer“-Weltsicht verkürzt. Im Original standen nämlich auch Begriffe wie „Maternal Gatekeeping“, und dass manche Frauen durchaus „hoffen, dass ohne sie alles zusammenbricht, weil ihr Selbstbewusstsein zu einem grossen Teil auf diesem Monopol [der Hausarbeit] ruht“. Somit bleibt nur noch das ewige Lament über die Forderung nach „mehr Hilfe“ und die implizite Schuldzuweisung an die Männer, ohne aber selbst bereit zu sein, einen Teil der damit verbundenen Macht über Haus und insbesondere auch die Kinderbelange abzugeben. Hilfe, ja, am besten gleich „einfordern“, aber nur solange dies gemäss den eigenen Vorstellungen geschieht.

    • 13 sagt:

      Wieso verkürzt? Genau das steht auch so im Link. Im Abschnitt, der mit „Obwohl es keine genetische Voraussetzung…“ anfängt. Wobei ich da Evelyne und Melanie recht geben muss. Und auch in der Realität noch nie verriegelte Waschküchen oder Putzschränke gesehen habe, zu denen die Männer keinen Zugriff hätten…

    • Tamara sagt:

      @Martin Waldner
      Ich kann Ihnen versichern, dass ich anfänglich noch keine Gatekeeperin war. Nach vier Jahren unermüdlichem „dem Mann hinterher rennen“, damit er endlich auch mal etwas im Haushalt oder mit den Kindern macht, habe ich meinen Job gekündigt, zu erschöpft war ich von der Doppelbelastung und dem ständigen Einfordern. Seit ich jetzt alleine für den Haushalt zuständig bin, bin ich vielleicht eine Gatekeeperin geworden aber vorher sicher nicht. Es ist nicht immer die Schuld der Frau, wenn der Mann nichts (bzw. nur sehr wenig) im Haushalt macht. Ach ja, meine jahrelange Bitte, endlich, endlich sein Arbeitspensum zu reduzieren, hat mein Mann geflissentlich überhört. Was hätte ich denn machen sollen?

      • Marie Bornand sagt:

        @Tamara : eine Hilfe einstellen oder wenigstens eine Putzfrau. Wenn beide arbeiten kann man sich dies doch leisten ?

      • Christoph Bögli sagt:

        @Tamara: Nicht bitte, einfordern. Und dann halt die Konsequenzen ziehen. Es gehört ja gerade zu den Automatismen, dass irgendwelche „Bitten“ ohne weitere Auswirkungen nur noch als belanglose rhetorische Floskeln wahrgenommen werden.

        Was ich mich in solchen Fällen aber immer frage: wie war das denn vor diesen 4 Jahren? Hat sich denn der Mann wirklich auf einmal verändert (eher schwer vorstellbar) oder war er einfach schon immer so? In letzterem Fall wäre dann die Frage, wieso man sich auf so jemanden einlässt, wenn einem das wichtig ist..

  • Evelyne sagt:

    Ich kann die Mär vom Loslassen einfach nicht mehr hören. Was bitteschön tun, wenn der Mann einfach faul ist und anstatt den Güselsack runter zu bringen, einfach über ihn rübersteigt? Was tun, wenn der Mann in Anwesenheit der Ehefrau sofort in den „du musst mir halt sagen, was ich tun soll“-Modus verfällt? Was tun gegen diesen Automatismus?
    Es funktioniert leidlich in der Familie, wenn ich mehrere Tage nicht anwesend bin. Aber ich kann ja schliesslich nicht ständig in die Ferien gehen.

    • Melanie sagt:

      Genau!
      Das ewige „du musst mir halt sagen, wenn ich was …… soll“ reicht mir langsam.
      Ich weiss genau, dass mein Mann den Haushalt schmeissen könnte, er hatte ja als Junggeselle genau so einen. Und er darf es genau so machen wie er möchte (ich habe da keine Probleme mit Loslassen) Aber es scheint halt so viel einfacher, wenn man die Verantwortung mal eben an der Haustür abgibt und auf die „Holschuld“ verweist.
      Begegnet mir übrigens auch im Berufsleben, auch dort ist Mitdenken nicht immer eine Selbstverständlichkeit.

    • Viola sagt:

      „Was bitteschön tun, wenn der Mann einfach faul ist und anstatt den Güselsack runter zu bringen, einfach über ihn rübersteigt?“

      Mhh wie wäre es mit den Güselsack einfach mal liegenzulassen? Und wenn das nicht hilft Paartherapie oder gleich einen neuen Partner. Was ist daron so abwegig?

    • Christoph Bögli sagt:

      @Evelyine: Doch, Sie können einfach geistig in den Ferien bleiben, man könnte es auch „Streik“ nennen. Wenn es ohne Sie ja anscheinend funktioniert, dann sollten Sie halt einfach mal nichts machen und zusehen, wie sich der Rest selbst organisiert..

  • Karin Hofmann sagt:

    Ganz gute Besserung!
    Und ich gebe es zu: nach einer ersten Empathiewelle für Sie kam auch bei mir der Gedanke daran, was ich in dieser Situation alles machen könnte / würde.. Wohlwissend, dass die Realität dann weit weniger lustig ist als der Gedanke an das Nichtstun…

  • werner sagt:

    Wenn ich als geschiedener Mann einer Frau sagte dass ich alle Hausarbeiten inkl. Kinder selber bewältige, nebst der Arbeit im Geschäft, erntete ich meist ein mitleidiges Lächeln. Der Nächste Satz der aus dem lächelnden Munde kam, war meist lobend einem Typen gewidmet, der nicht dafür bekannt war,Verantwortung zu übernehmen. Deshalb sehe ich das Problem dieser Frauen aus einer etwas anderen Optik!

    • Reiner Zufall sagt:

      Kann ich nicht bestätigen!
      Als seit vielen Jahren alleinerziehender Vater mittlerweile erwachsener und fast erwachsener Kinder habe ich andere Erfahrungen gemacht. Frauen schätzen es sehr, wenn sie hören, dass ich alles (!) alleine mache. Haushalt (wobei die Kids natürlich ihre Aufgaben haben), 100% arbeiten, Kindererziehung mit allem Drum und Dran und so weiter. Sie schätzen es sehr, ein Gegenüber zu haben, das ihre Nöte und Einschränkungen als ebenfalls Alleinerziehende nur allzu gut kennt. Ein mitleidiges Lächeln habe ich nie erhalten, im Gegenteil. Alleinerziehende Männer sind sexy. Zudem wird klar, dass ich keine Frau brauche, die mir zuhause den Laden schmeisst. Ich brauche eine Frau nur für mich!

  • fufi sagt:

    Mir gefällt bloss das Wort „einfordern“ nicht!
    Jedenfalls, soweit es sich auf den Partner/die Partnerin bezieht.
    Ich denke ALLE Paare haben sich mit einer mehr, aber meist wohl weniger abgesprochenen Arbeitsteilung im Haushalt arrangiert.
    Und dieses „Arrangement“ würde ja auch weiter gelten, wenn nicht die OP, der Unfall oder so. Und meist wird’s ja auch „danach“ wieder Gültigkeit haben?
    Wär’s da nicht irgendwie, na ja angebrachter/ehrlicher (ich weiss auch nicht, wie ich das umschreiben soll), aber jedenfalls zu „fragen“ oder gar zu „bitten“?
    Klaro, sowas tönt nach Hilflosigkeit, aber echt mal:
    So ein Gipsfuss IST hilflos!
    Und gegenseitiges, und schon gar nicht einseitiges „Fordern“, nein, ich glaube wirklich nicht, dass sowas einer Beziehung „förderlich“ sein täte.

  • Maik sagt:

    Ich wundere mich manchmal, wo die Gesellschaft heute steht – Emanzipation hin oder her – hat damit echt nichts zu tun. Es sollte doch normal sein, dass die ganze Familie gemeinsam den Haushalt bestreitet. Bei uns macht jeder was er kann und wofür er Zeit hat. Sei es das Putzen, Waschen, Einkaufen, Entsorgen, Kinderbetreuung etc. Wer die Hände frei hat, trägt zum Haushalt bei. Punkt.

    • Christina sagt:

      Das freut mich für Sie und Ihre Familie. Aber glauben Sie mir, es gibt auch viele Familien, in denen diese Aufteilung nicht funktioniert. Was tun beispielsweise, wenn einer der Partner eine höhere Schmutztoleranz aufweist als der andere? Hier nützt das „bei uns macht jeder was er kann und wofür er Zeit hat“ denkbar wenig. Wenn z.B. einer der Partner das Gefühl hat, einmal im Monat das WC putzen reicht doch und stattdessen lieber jeden zweiten Tag seine Kaffeemaschine entkalkt, dann trägt er zwar subjektiv zum Haushalt bei, objektiv bleibt aber viel unerledigte Arbeit übrig, die dann jemand anders machen muss.

      • Asta Amman sagt:

        Da muss aber auch die Frage erlaubt sein: Warum tun sich denn solche durch und durch inkompatiblen Paare zusammen? Und gründen dann auch noch eine Familie?

      • maia sagt:

        “ Was tun beispielsweise, wenn einer der Partner eine höhere Schmutztoleranz aufweist als der andere? “ – Toleranz zeigen. Dass muss der andere ja auch, wenn sie ständig putzen.

      • Maik sagt:

        Das kann tatsächlich ein Knackpunkt sein – der bei uns glücklicherweise nicht vorhanden ist. Meine Partnerin und ich sind seit unserem 18. Lebensjahr zusammen (also schon ganze 28 Jahre). Also hatten wir genügend Zeit unser Schmutztoleranz anzugleichen 😉

  • Niklas Meier sagt:

    Die Frauen die ich kenne die mit Kindern wieder ins Berufsleben eingestiegen sind, sind sich alle einig, dass das Muttersein und den Haushalt machen unglaublich viel entspannter sei als die Arbeit (einige mögen das, andere haben sich gelangweilt und waren einsam).
    Und nun schreibt Frau Braun, dass sie die Arbeit im Haushalt mit dem Gatten teilen würde und nun, da sie verletzt ist, gibt sie alles ab? Oder wurde bisher lediglich einkaufen, putzen und kochen geteilt? Der Sohn macht nun die Wäsche.
    Eigentlich wurde nur festgestellt, dass es ganz gemütlich ist, sich bedienen zu lassen. Da der liebe Gatte aber bisher ja glich viel gearbeitet hat, gibt es keinen Grund dies dauerhaft zu fordern oder zu verlangen.
    Also eigentlich ein Artikel „schön, mal ein Faultier zu sein“….

    • tststs sagt:

      „Die Frauen die ich kenne die mit Kindern wieder ins Berufsleben eingestiegen sind, sind sich alle einig, dass das Muttersein und den Haushalt machen unglaublich viel entspannter sei als die Arbeit“
      Noch nie, wirklich noch nie, hat mir eine Mutter oder ein Vater auch nur ähnliches erzählt. Allesamt sprechen eher davor, wie erholsam es am Arbeitsplatz doch sei. (Und meine Gotti-Kinder-Erfahrung ist die gleiche…)

      Ich kenne jedoch viele, die sich dieser Vorstellung hingaben (und eines Besseren belehrt wurden) oder es noch tun…

      • Dorothea Honegger sagt:

        Das hängt doch auch sehr stark vom Alter der Kinder ab. Bis das jüngste zwei Jahre alt ist, ist es im Büro definitiv wesentlich gemütlicher als zu hause. Man kann z.B. in Ruhe essen und eine Stunde Pause machen. Mit Kindergartenkinder und anspruchsvollen Projekten, ist ein Arbeitstag strenger als ein freier Morgen und ein Nachmittag mit Kindern.

    • Sabine sagt:

      Was haben denn diese Frauen für einen Beruf, wenn ihnen ein 4-köpfiger Haushalt „unglaublich viel entspannter“ vorkommt als ihr Job? Ich könnte mir das höchstens dann vorstellen, wenn a) die Frauen in einem typischen Frauenberuf arbeiten mit wenig Autonomie und viel Fremdbestimmung (z.B. Service, Telefonistin) und b) wenn die Kinder zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Stunden pro Tag ausser Haus waren und die Mütter ihren Tagesablauf somit bis zu einem gewissen Grad selber organisieren konnten. Bei jungen Müttern/Vätern, die Kleinkinder betreuen, und die als Beruf einen Bürojob haben, höre ich nämlich genau das Gegenteil.
      Und wie ist das bei Ihnen? Finden Sie Ihren Job oder die Tage zu Hause „unglaublich viel entspannter“?

      • 13 sagt:

        Hier! Ich habe einen verantwortungsvollen Bürojob und empfinde den Tag zu Hause viel entspannter trotz drei Kinder, eins davon noch zu Hause. Auch den Mutterschaftsurlaub empfand ich wirklich als Urlaub. Das ich nicht Hausfrau sein könnte, liegt eher an der Unter- als überforderung und dass ich nicht ruhig schlafen könnte, wenn ich finanziell von jemanden abhängig wäre. Es trifft daher weder a noch b zu.

  • tina sagt:

    warum genau man nur essen aufwärmen kann, wenn man doch etwas am bein hat, ist mir nicht so ganz schlüssig 😉 aber egal….

  • 13 sagt:

    Noch schöner finde ich, dass man den Junior einbezieht. Kinder können weder lernen noch die Arbeit wertschätzen, wenn man sie nicht lässt. Und ob bewusst oder unbewusst sind es oftmals gerade Söhne, die da sehr geschont werden. Ich bin meiner Mutter dankbar, hat sie uns auch immer einbezogen und auch machen lassen und nicht, ganz ohne Wissen und Erfahrung im Haushalt in die Welt entlassen. Erst ein Jahr im Studentenheim mit etwa 100 20j. hat mich gelehrt, dass es tatsächlich junge Erwachsene gibt, die nicht wissen, wie man Teigwaren kocht, noch nie einen Teller abgewaschen haben, eine Waschmaschine nicht vom Trockner unterscheiden können und keine Ahnung haben, wie ein Staubsauger funktioniert. Es lies mich ehrlich gesagt ziemlich ratlos zurück.

    • Marie Bornand sagt:

      @ 13 : ist wahr ! Viele junge haben einfach keine Ahnung vom Haushalten. Meine zwei Neffen wurden von der Mutter sehr gut trainiert im haushalten (!) und ihre heutige Ehefrauen staunen wass die alles können : kochen, glätten, putzen, usw. Schon als sie noch Studenten waren machten sie selber ihre Wäsche und glätteten. Einkaufen ist auch ok, also sie sind top !

    • tina sagt:

      allerdings braucht man ca 10 sekunden um zu „lernen“ wie ein staubsauger funktioniert, nichtwahr ;-). wer einen geschirrspüler zuhause hat, der spült halt nicht von hand. wer keine teigwaren kochen kann, wollte einfach nicht bis jetzt. daran ist nicht mami schuld :). teigwaren kochen muss man nicht üben. ob studentenwohnheim, wg, alleine oder mit freund/freundin: von den eltern wegzügeln ist halt eine umstellung.

      • Hans Huggentobler sagt:

        Das Technische hat man ja schnell drinn, aber ob man es dann auch zum richtigen Zeitpunkt macht, ist die andere Frage. Jeder hat seine Standards wie aufgeräumt, Geschirrspüler beladen, Wäsche gewaschen, getrocknet, gebügelt, gefaltet werden muss… In den Details liegt das Chaos.

      • Maike sagt:

        ..und wie da die Mami / der Papi dran schuld ist. Wenn sie den Prinzen oder die Prinzessin nicht in die häuslichen Tätigkeiten wie Putzen, Waschen, Kochen, Einkaufen einbezihen und ihm/ihr alle mundgerecht servieren – wie sollen sie dann Pastakochen jemals lernen ?
        Hotel Mama wird auch von den Hoteliers gefördert. Bei meinem Schwager bringt der Sohn (27) am Wochenende immer noch die Wäsche zu waschen mit. In seiner 4 Zimmerwohnung sei kein Platz für Waschmaschine ist sein Argument..

      • tina sagt:

        genau HH: jeder macht das anders. aber die grundtechnik ist dermassen simpel, ähm wie soll ich sagen: all diese menschen waren kinder und gingen zur schule, sie lernten laufen, sprechen, schuhe binden und insbesondere legoanleitungen lesen. also muss mir keiner erzählen, jemand könne nicht von sich aus einfach einkaufen, pasta kochen und wäsche machen. einfach so. ohne anlauf. ohne üben. meine güte das muss man einfach nur MACHEN! aber das ist der haupt-stolperstein. einfach machen ist halt schon etwas, das mit überwindung verbunden ist ;-). wer behauptet, das mami hätte es einem eben nicht beigebracht, der redet sich raus

      • tina sagt:

        nachdem ich mir das nochmals reiflich überlegt habe, kam ich zum schluss: vielleicht ist es nicht nur die überwindung, sondern eben auch die einsicht, dass das irgendeiner halt einfach machen muss. und zwar jeden tag. und dass es nicht einfacher wird, wenn man sich sträubt ;-). und übrigens auch nicht, wenn man dem kind vermittelt, es sei so schwierig dass man es vermittelt bekommen müsse und üben….

      • 13 sagt:

        @ Tina
        Wer sein Kind nicht auf das selbständige Lernen vorbereitet, der hat m.M.n. in dem Punkt versagt. Wer seinem Kind beibringt, dass a) das sowieso jemand für ihn tut oder b) das immer nur die Dame des Hauses macht, auch. Es geht beim lernen nicht um den Ein-/Aus-Knopf, sondern um die Gewohnheit, es zu tun, dies gründlich und die Arbeit zu sehen.
        Aber Du kannst es natürlich auch lassen. Deine zukünftigen Schwiegertöchter werden es Dir danken. Ich bin auch jeden Fall froh, hat mein Schwiegervater! (link zu unten) es anders gehandhabt.
        Mal ganz davon abgesehen, möchte ich auch nicht unbedingt mit fast-erwachsenen oder sogar erwachsenen Kindern in einem Haushalt leben und diese bedienen. V.a. da ja die meisten Mütter irgendwann ihre Erwerbsarbeit ja aufstocken.

      • 13 sagt:

        @ Meike
        Wow, da ist wirklich etwas schief gelaufen. Meine 10jährige hat ihr Zimmer neben der Waschküche. Wenn sie wieder mal denkt, sie müsse sich 5x täglich umziehen, oder es nicht schafft, ihre Kleider die 2 Meter rüberzutragen, weshalb sie nicht mitgewaschen werden, ist sie herzlich dazu eingeladen, diese selber zu bedienen. Und sie weiss grundsätzlich, wie das geht. Bei Fragen/Problemen sind wir da, ist ja logisch. Aber es ist eigentlich weniger peinlich, im Teeniealter die Eltern zu fragen, wie man wäscht, als mit 30 den Partner oder die Partnerin. Nicht?

      • tina sagt:

        äh es geht hier nicht um mich. es geht mir darum, dass …..achwas, ich wiederhole nun nicht schon wieder, was sowieso schon da steht.

      • 13 sagt:

        @ Tina
        Entschuldige. Ich habe deinen Kommentar als „Es ist so einfach, da ist es nicht notwendig, das den Kindern zu Hause beizubringen“ verstanden und daraus geschlossen, dass Du es nicht tust. Warum sollte man auch ohne Zwang etwas tun, worin man selber den Sinn nicht sieht?

      • tina sagt:

        das fragst DU mich? ich wundere mich immer mehr. ich bin der ansicht, dass kinder lernen, was sie sinnvoll finden. ihren haushalt selber zu schmeissen ist sinnvoll. üben müssen sie es nicht. beigebracht bekommen auch nicht. gezwungen werden erst recht nicht.
        ich bin übrigens zuhause ausgezogen ohne dass man es mir beigebracht hätte. es war nicht schwierig, es selber zu lernen

      • 13 sagt:

        Gut. Da du es deinen Jungs in dem Fall nicht beibringst, machte meine Aussage, dass es deine Schwiegertöchter danken werden und dass ich froh bin, musste mein Mann auch zu Hause mal an die Waschmaschine etc., ja Sinn. Beim Rest steht ja m.M.n…

      • tina sagt:

        13, würdest du bitte mal versuchen zu begreifen, dass ich finde, man kann putzen, einkaufen und kochen, ohne dass es einem beigebracht wird? sogar ohne zwang. müssen muss man nur weil es ansteht. ja, meine jungs können ganz ohne lektion und lehrplan staubsaugen, glaubs mir ;-). das hat mit beteiligung und sich einbringen zutun und nicht mit heiraten und heterosexualität.
        du hast dich gestern beschwert über mann und kind, nicht ich

      • 13 sagt:

        @ tina
        Ich glaube, es ist das Wort „beibringen“, wo wir aneinander vorbeireden. Ich halte zu Hause weder Lektionen zum Thema Staubsauger noch führe ich praktische Prüfungen durch, indem ich fürs Bad putzen Noten vergebe. Kinder lernen durch Vorbild, Ausprobieren und Übung. Man muss sie aber einbeziehen und auch mal machen lassen, ihnen die Verantwortung übergeben und bei Problemen da sein, damit sie es lernen. Ansonsten haben sie ebenfalls durch Erfahrung nur folgendes gelernt: ich muss nichts machen, ein anderer erledigt das für mich. Wenn du sie einbeziehst, ist doch alles gut. Bleibt nur noch die alte Frage, was dich an meinen Kommentaren jedes Mal so trigert…

      • Rodolfo sagt:

        @ Tina
        voll Deine Meinung. Wir haben unsere 3 (davon 2 noch zuhause) immer eher Haushalt Koch etc. technisch verwöhnt. Was sie selber wollen und wollten geht immer (Zimmer aufräumen wenn Freund kommt etc., kochen wenn niemand anderer kocht) und zwar ohne wirkliche Instruktionssessions. Die Grosse ist ausgezogen und hat ihre eigene kleine Wohnung und hält sie fast besser im Schuss wie wir das Elternhaus. Ja eine Umstellung und sie schaffen es selber und überleben sogar 😉

      • tina sagt:

        was ich hoffentlich meinen kindern beibringen konnte: sich in eine gemeinschaft nach seinen möglichkeiten einbringen nützt allen. eigenverantwortlich handeln. notwendiges ist nicht immer lässig und diskutabel. dass man sich gegenseitig unterstützt.
        dass meine jungs damit gross geworden sind, dass sie ihre mutter erwerbsarbeiten und haushalten sehen, während ihr vater weder das eine noch das andere tut, ist nicht meine schuld, das lässt sich auch nicht von mir irgendwie ausgleichen. sie wissen, dass er einerseits wirklich nicht kann, aber eben auch nicht will. und sie sehen, dass das nicht wirklich ein gutes leben ist so. auch viel arbeiten ist nicht wirklich lässig, aber es ist das bessere leben

      • tina sagt:

        13, wenn du immer wieder über die selbe frage stolperst, such vielleicht bei dir selber und nicht bei mir.

      • Lala sagt:

        Ich frag mich ja was es beim Thema „Haushalt“ zu lernen gibt.

        Waschen? Mittel und Kleider in Maschine, Start drücken.
        Kochen? Rezept lesen, sofern nicht verstanden noch Googeln und viel Spass.
        Staubsaugen? Also bitte…
        Bügeln? Entweder man braucht Täglich ein frisches Hemd, dann lernt man das Blitzschnell oder lässt das machen (~CHF5.00 pro Hemd?)…

        Ich glaube das Problem ist eher, dass gerade Junge Männer häufig eine sehr hohe Toleranz haben was „im Dreck Wohnen“ angeht ;).

      • tina sagt:

        ah danke rodolfo und lala :). ich kenne eben schon auch einige leute mit erwachsenen kindern, und die erzählen mir das auch so 🙂

      • 13 sagt:

        Witzig, wie viele Menschen schreiben, aber offenbar nicht lesen können. Instruktionssession? Euer Ernst.

        Nun ja, wenn man eine Rechtfertigung braucht, um die Pflichten, die das Elternsein nun mal mit sich bringt (Kinder auf das Erwachsenleben vorbereiten), nicht zu erfüllen. Fragt doch einmal all die Frauen, die heute damit kämpfen, dass ihre Männer wenig bis nichts im Haushalt machen. Warum sollten sie? Im Hotel Mama war das ja auch kaum notwendig.
        Das kann letztlich jeder für sich entscheiden. Ich habe nicht vor, meinem Sohn samstags die Wohnung putzen zu gehen und seine Wäsche zu waschen.

      • tina sagt:

        13, du solltest dich an der eigenen nase nehmen und mal richtig lesen was die leute schreiben. hör mal auf, die „ihr erzieht eure kinder nicht“-keule zu schwingen und renk dich endlich mal wieder ein bisschen ein

      • tina sagt:

        weisst du, kleine kinder helfen gern mit.
        wenn die kinder erwachsen werden läuft es anders, man muss andere wege finden, miteinander zu leben. das ist gut und richtig so. einfach ist es nicht. natürlich haben alle kinder ihren eigenen charakter, ich selber habe ein extrem kooperatives und ein sehr forderndes kind. ich bin übrigens der ansicht, dass beides gute und schlechte seiten hat! das ist keine wertung!
        manche kinder brauchen dringend wenigstens zuhause wenigstens ein wenig freiraum, wo mal keiner etwas von ihnen will. ich selber brauche das auch für mich. es gibt dinge, die sind wichtiger als haushalt. er steht auch auf meiner prioritätenliste nicht zuoberst :). ich nannte hier meine söhne nur als beispiel und es ist repräsentativ zu verstehen.

      • tina sagt:

        ich habe übrigens feststellen dürfen, dass wir die kurve ganz erfolgreich gekriegt haben :).
        als mutter allein mit söhnen die umstellung auf erwachsenenhaushalt hinzubekommen ist echt nicht ohne. ich will nämlich auch keine muttersöhnchen heranziehen. sie sollen mich kritisieren dürfen, offen. das ist viel reibung. das muss man aushalten können. ich bin imfall stolz auf uns

      • 13 sagt:

        @ Tina
        Dann ist doch alles gut und es besteht kein Anlass dazu, sich von meinem Beitrag derart angegriffen zu fühlen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich bin da ganz auf deiner Seite. Selbstverständlich sollen die Kinder nicht nur lernen, den Haushalt zu führen (warum mussten wir eigentlich ins „Obli“, wenn das doch so einfach ist), sondern es tatsächlich zu einem gewissen Grad auch tun.
        Wichtiger finde ich allerdings auch, dass sie einen Teil ihre Einkommens abgeben und nicht nur für Freizeit und Ferien brauchen, um auch diesbezüglich früh zu lernen, dass es auch das nicht gratis gibt im Leben.

  • 13 sagt:

    Über die „Hilfe einfordern“ bin ich auch gestolpert, wie im Übrigen auch im verlinkten Artikel. Das Wort „Hilfe“ macht irgendwie die Aussage zunichte, das Wort „einfordern“ auch, sofern es sich auf den Lebenspartner bezieht.
    Ansonsten schön geschrieben. Es ist wichtig, sich vor Augen zu führen, dass es eben beide Seiten braucht. Ich kann es immer wieder betonen: Natürlich kann man gross verkünden, die Frau muss abgeben, nur wenn es nicht angenommen wird, wird aus dem Abgeben ein Fallenlassen. Und wer der Meinung ist, die Frau muss halt die Hilfe einfordern, der unterschätzt die Organisationslast sehr. Umgekehrt kann man natürlich gross nach Hilfe rufen, wenn man jemanden aber immer reinschwätzt, verliert jeder die Lust. Allerdings bedingt das Gatekeeping auch mind. 2 Personen.

    • tina sagt:

      und überhaupt, wieso ausgerechnet von 13 die mutter eingebracht wird, als DIE person, die den nachwuchs aufs ohne-eltern-wohnen vorzubereiten hat………..? von jetzt an schicke ich meine jungs weiter zu ihrem papi. der hat ja zeit. mama muss arbeiten

      • 13 sagt:

        @ Tina
        Ich habe nicht DIE Mutter eingebracht, sondern MEINE Mutter. Bei uns zu Hause war es nun mal die Mutter, die zwar auch mind. 80% arbeitete, aber damit immer noch weniger als mein Vater mit seiner 70-80 Stunden-Woche und damit den Haushalt machte und auch uns beibrachte. In einer anderen Familie (z. Bsp. meiner heutigen) ist es auch oder sogar nur der Vater. Ich sehe darin kein Problem.

  • Marie Bornand sagt:

    Warum diesen Ausdruck „schmeissen“ ? Das erniedrigt die Haushaltsaufgaben die ich gerne machte weil ich zuhause war. Es ist vielseitig, mehr als im Büro !

    • tina sagt:

      das ist wie „den laden schmeissen“, und bedeutet ungefähr, dass man dafür sorgt, dass alles gut läuft und zwar mit einer gewissen souveränität und elan. meingott habe ich das schön gesagt 😉

  • Widerspenstige sagt:

    Ich wünsche gute Besserung und ja, geniessen Sie um Himmels Willen ihre Auszeit, liebe Gabriela Braun! Ohne schlechtes Gewissen, bitte. 😉

  • Hans Huggentobler sagt:

    Dieser eine Satz ist doch sehr aufschlussreich:

    „Dazu gehört, dass wir Hilfe im Haushalt einfordern, von unserem Lebenspartner – aber auch den Kindern, je älter diese werden.“

    Das entlarvt, dass die Autorin den Haushalt mehrheitlich alleine schmeisst, die Hauptverantwortung dafür trägt und dann froh ist, wenn sie dabei noch Hilfe bekommt. Dieser eine Satz macht den ganzen Artikel zu einer kleinen Scherzaktion. Wer würde im Berufsleben bei gleichberechtigten Geschäftspartner sagen: „er muss mir eben helfen, dann läuft der Laden.“ Dieser eine Satz setzt schon ein Gefälle voraus: Sie schmeisst, er hilft (maximal). Wie wäre es mit: „er packt an. Er erkennt die Probleme und löst sie auf seine Art“. Nix Helfen da. Nix Unterstützen. Sondern Gestalten.

    • Sportpapi sagt:

      @Hans Huggentobler: Es „entlarvt“, was die meisten sowieso wissen, was statistisch nach wie vor gilt, was kaum jemand abstreitet und was auch keineswegs verwerflich ist.
      Nennt sich Arbeitsteilung.

    • Blog-Redaktion sagt:

      Hans Hugentobler: Das interpretieren Sie falsch. Ich brauche mir selbst und Ihnen da nichts vorzumachen. Mein Mann und ich teilen uns die Hausarbeit hälftig; möglich gar, dass er etwas mehr tut. In der einen Woche putzt er, in der anderen ich. Er macht den Grosseinkauf, ich einen kleinen zwischendurch, kochen tun wir beide, je nachdem wer gerade Lust und Zeit hat. Das „wir“ und „uns“ im Text bezieht sich auf „uns Frauen“ im Allgemeinen. Weil es eben noch immer viel zu oft so ist, dass vor allem Frauen sich um den Haushalt kümmern – aus welchen Gründen auch immer. / gb

      • Sportpapi sagt:

        @gb: Warum „viel zu oft“? Warum liest man auf der anderen Seite so selten, dass es „viel zu oft“ vorkommt, dass vor allem Männer sich um die finanzielle Versorgung der Familie kümmern?
        Ist es nicht sinnvoll, wenn alle Paare selber entscheiden, was ihnen entspricht? Und könnte es nicht sein, dass der aktuelle Stand der Arbeitsteilung tatsächlich auch von beiden mehr oder weniger so gewünscht wird?

      • 13 sagt:

        „Warum liest man auf der anderen Seite so selten, dass es „viel zu oft“ vorkommt, dass vor allem Männer sich um die finanzielle Versorgung der Familie kümmern?“
        Eigentlich liest man das recht häufig, jedoch als Forderung an die Frauen, sie sollen früher und mehr arbeiten gehen. Und umgekehrt, was Frauen tun sollen, damit die Männer mehr Carearbeit übernehmen…
        Was eher in dem Fall fehlt, ist in dem Fall Folgendes:
        Männer, gebt die Versorgerarbeit ab! Macht nicht alles alleine! Reduziert Eure Pensen, damit sie mithelfen muss! Kommuniziert der Partnerin klar, was ihr erwartet! Ihr müsst lernen, loslassen. Hört mit dem Gatekeeping am Arbeitsplatz auf!

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ja, so hat jede/r offensichtlich seine eigene Wahrnehmung.
        Offenbar liest man täglich Artikel von Männern in der Zeitung, die fordern, dass die Frauen sich endlich mehr in der Erwerbsarbeit engagieren. Damit das nicht immer an den Männern hängen bleibt, die gar keine andere Wahl haben, als sich aufzuopfern.
        Muss an mir vorbeigehen.
        Ausser du meinst die politischen Forderungen von Arbeitgeberpräsidenten, etc.

      • Martin Waldner sagt:

        @13: Ach, da habe ich jetzt aber eine einfache Antwort: habe ich ausprobiert. Wenn ich „das Arbeiten“ nicht mache, wird es gar nicht gemacht. Oder: kennen Sie eine Frau, die erst gegen den Willen ihres Mannes auf der Hausfrauenrolle bestanden hat, und wenn der Mann dann das Pensum reduziert hat, plötzlich eine Stelle angenommen hat?

      • 13 sagt:

        @ SP
        Politische Forderungen von unseren Volkvertretern. Vätervereinigungen. Und die neue Bundesgerichtspraxis, die ja nur durch die Forderung eines Vater so kommen konnte, oder?

        @ M.W.
        „Wenn ich „das Arbeiten“ nicht mache, wird es gar nicht gemacht.“ Ach so. Und wenn die Frau exakt das Gleiche betreffend Kinder und Haushalt sagt, bekommt sie als Antwort, sie hätte das halt nicht genug kommuniziert….Du hättest ja fragen müssen…
        Allerdings kenne ich direkt weder einen solchen Fall, noch eine Frau, die entgegen dem Willen des Mannes zu Hause blieb. Wenn einer einfach etwas durchsetzt, ohne den anderen, stimmt in der Beziehung wohl einiges nicht.
        Aber die meisten Frauen, die ich kenne, würden wohl eher arbeiten gehen als aufs Sozialamt.

      • Viola sagt:

        „Männer, gebt die Versorgerarbeit ab! Macht nicht alles alleine! Reduziert Eure Pensen, damit sie mithelfen muss! Kommuniziert der Partnerin klar, was ihr erwartet! Ihr müsst lernen, loslassen. Hört mit dem Gatekeeping am Arbeitsplatz auf!“

        Kann ich nur voll zustimmen. Genau das meine ich auch mit Eigenverantwortung in der Beziehung. Wenn einem etwas nicht passt dann muss man eben aktiv etwas ändern (Hausarbeit liegen lassen, Pensum reduzieren etc.). Klappt dies mit dem Partner nicht muss man sich eben überlegen zu gehen falls es einen übermässig stört.
        Noch mal wichtig es hier zu betonen: Diese Eigenverantwortung gilt für Männer (wenn sie z.B. Unzufrieden mit ihrem Versorgerdasein sind) UND Frauen (z.B. wenn sie mit der Aufteilung der Hausarbeit unzufrieden ist).

  • Sonusfaber sagt:

    Immer mehr Männer und immer mehr Frauen scheinen (mir) von einer Art „Gier“ umgetrieben zu sein, wollen immer mehr erreichen und darunter leidet nicht nur die Qualität dessen, was sie leisten, sondern auch die ihres eigenen Lebens. Allerdings: selber schuld, meinerseits keine Spur von Mitleid. Denn auf einiges könnten sie durchaus verzichten: Tun es aber nicht, weil es nichts in ihren Augen gibt, worauf man verzichten sollte. Insofern finde ich das Geklage, das Leben sei stressig, mehr als nur peinlich. Ich für mein Teil habe mich schon vor Jahrzehnten für mehr Musse entschieden, wofür ich natürlich einen Preis zahlen musste: Das heisst, auch ich habe auf einiges verzichten müssen, was freilich nicht immer einfach gewesen ist. Ich würde es aber wieder tun – zweifelsohne.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Die Umstände bestimmen das mithelfenkönnen der Teenies/bald Erwachsenen.
    Unsere haben lange Arbeitswege, strenge Ausbildungen;
    von „viel Freizeit“ ist nicht allzuviel zu sehen.
    Alle haben ihre Mithelfpflichten, die umfassen jedoch aus organisationstechnischen Gründen (Waschmaschine in Mehrfamilienhaus) nicht alle Arbeiten im Haushalt.

    • tina sagt:

      genau. „viel freizeit“? in der lehre hat man 42h/woche und zusätzlich aufgaben, dazu ja hoffentlich noch sport oder musik und ja, sozialleben ist wichtig

    • 13 sagt:

      @ BS/tina
      Gilt das alles nicht für die Eltern? Ok, hier arbeiten beide „nur“ 80% und wir wissen nicht, welche Schule/Ausbildung der Teenie macht, aber wenn dann beide Eltern Vollzeit arbeiten und die Kinder auch, dann haben auch alle gleichviel Freizeit. Wir lebten jahrelang im MFH und konnten halt nur abends waschen. Das galt aber für alle, nicht nur für Teenager.

      • tina sagt:

        steht irgendwo dass das nicht auch für eltern gilt. aber wer ist für wen verantwortlich? (doof oder, diese fragerei, wenn man etwas sagen möchte)

      • 13 sagt:

        Nein, wenn man auch Antworten hat, stören einen auch dieFragen nicht.
        Zu deinen Fragen:
        1. Nein, das steht nirgends, aber dass die Eltern ales machen, ist wohl die Konsequenz, wenn die Kinder nichts machen müssen.
        2. zum Kinder aufziehen gehört auch dazu, ihnen altersgerecht die Verantwortung für sich selber zu übertragen. Ich bin dafür verantwortlich, dass mein Baby frische Windeln trägt. Dass mein 16j frische Unterhosen hat, nicht.

      • tina sagt:

        es steht aber halt auch nicht, dass die kinder nichts machen 13.
        ich weiss nicht, was du da erklären willst.
        ja du, meine kinder können tatsächlich ihre unterhosen selber wechseln :). sagmal, gehts dir gut?

      • 13 sagt:

        „ich weiss nicht, was du da erklären willst.“
        Ganz offensichtlich. Es gäbe aber ja noch die Möglichkeit zu fragen oder es sein lassen, anstatt rumzupöbeln. Nun ja, letztlich deine Entscheidung.

  • Marie Bornand sagt:

    Das allereinzige Mal dass mein Ehemann den Staubsauger gebraucht hat, war als ich von der Geburtsklinik heimkam mit unserer Tochter. Wie hat mein Mann sich geweigert staubzusaugen ! Ich war aber nur 3 Tage in der Klinik gewesen und nach einer schweren Geburt war ich sehr müde. Dies war das einzige Mal dass er „geholfen“ hat ! Und Spitex gab es nicht und ich kannte niemanden in dieser Stadt und war mich sowieso gewohnt alles selber zu tun. Un so ging es weiter… Dies war vor bald 40 Jahren und nun hat sich manches geändert : die Männer helfen meistens daheim, wenigstens ein wenig. Und es gibt Spitex !

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