Mama, du selig lächelnde Nachtschwester

Die beste Medizin: Kranke Kinder werden meist von Müttern betreut – im TV und in der Praxis. (Foto: iStock)

Letztens lag ich mit Fieber im Bett, die Nase lief, der Fernseher auch, und ich schaute – wehrlos, wie ich war – Werbung. Zahlreiche Spots zeigten andere kranke Menschen, die rotnäsig röchelten und sich mit schmerzverzerrten Gesichtern theatralisch an den Kopf griffen.

Ich war völlig in den Bann gezogen von all den angepriesenen Pülverchen und Säftchen, die versprachen, einen über Nacht wiederherzustellen und, zackzack, wieder zu einem rundum funktionsfähigen Mitglied dieser Gesellschaft zu machen.

In einem Spot, da röchelte ein Mann in einem Bett und ein Bub im anderen (Off-Stimme: Lassen Sie nicht zu, dass eine Erkältung Ihren wertvollen Schlaf raubt!), und mit einem sanften, ja seligen Lächeln rieb eine Frau zuerst dem einen, dann dem anderen die Brust ein, worauf das Röcheln natürlich sofort aufhörte und nun ebenfalls einem seligen Lächeln wich.

Ein Zauberpulver für die nie schlafende Mama

Ha, dachte ich. Ja klar. Die Frau geht bestimmt überglücklich und mit adrett gescheiteltem Haar ihrer angestammten Rolle als Nachtschwester nach – geübt im Verzicht auf ihren wertvollen Schlaf, Hauptsache, Mann und Kind sind versorgt. Erinnern Sie sich an einen vergleichbaren Spot mit umgekehrter Besetzung? Eben. Und das selige Mutterlächeln, es würde der Frau beim Balsamieren doch bestimmt vergehen, denn im Kopf hätte sie nur einen Gedanken: Ich werde die Nächste sein!

So hatte es in einem anderen Spot prompt die Mutter erwischt, die hustend mit ihren Balgen in einem Spielzeugauto pedalte. Hier ging es nun drum, die Mutter schnellstmöglich wieder «zurück ans Steuer» zu holen – der Vater schien gerade unabkömmlich, musste wohl arbeiten –, und nach Einnahme eines entsprechenden Zauberpulvers war sie dann auch sofort wieder parat, um die Balgen in der nächsten Einstellung im richtigen Auto ins Fechten, in den Violinunterricht oder sonstwohin zu fahren, wie sich das gehört.

Grippebedingt völlig von der Mutterrolle

Ich für meinen Teil war gerade heilfroh, dass das achtmonatige Kind noch keinen entsprechenden Freizeitbeschäftigungen nachging, zu denen ich es fahren musste. Hätte auch nicht mal einen Führerschein. Dafür hatte ich erwähntes Fieber und keine Kraft, das Kind herumzutragen, zu füttern, zu bespassen. Es schien irritiert, mich so darniederliegend zu sehen. Ich verkroch mich unter der Decke, weil ich seinen Anblick gerade schlecht ertragen konnte, so grippebedingt völlig von der Mutterrolle.

Als ich wieder gesund war, am Ende jenes Wochenendes, kehrte auch der Mann aus seinem schon lange geplanten, dreitägigen Städtetrip zurück. Er war gegangen, kurz bevor ich das erste grippige Pochen im Schädel gespürt hatte. Wer mich und das Kind in seiner Abwesenheit gepflegt hat?

Meine Mutter.

Der Mann hatte kaum ausgepackt, da spürte er ein Kratzen im Hals.

Ich such dann mal den Hustenbalsam.

Verdammt.

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72 Kommentare zu «Mama, du selig lächelnde Nachtschwester»

  • Klärli Benz sagt:

    Als Alleinerziehende hat mich das krank Sein jeweils hart getroffen. Es war ja niemand da, der auf das Kind geschaut hätte. Niemand der einkauft. Niemand, der einem etwas aus der Apotheke mitbringt. Niemand der einem zum Arzt fährt.
    Ich kann mich an eine klägliche Zeit nach einer OP erinnern, in der mein Kind nur noch fern gesehen und sich von Zwieback ernährt hat. Das Haar so lange nicht gekämmt, dass sich ein undurchdringbarer Knoten bildete. Ich habe so viel geweint damals.

    • Murmur sagt:

      Liebes Klärli
      Das war aber wirklich eine sehr traurige Situation.
      Hoffentlich gibt es in deinem Leben nun mehr Unterstützung.

      • Klärli Benz sagt:

        Liebes Murmur
        Meine Tochter ist inzwischen fast erwachsen. Die Gewissheit, dass es in dieser Gesellschaft an unterstützenden Strukturen für Alleinerziehende fehlt, bleibt aber.

    • maia sagt:

      Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand niemanden, aber auch gar niemanden kennt, der hilft: Nachbarn, Eltern von Mitschülern, div. Freiwilligen-Organisationen, Seelsorger, Krankenkasse fragen usw. usf. Manchmal muss man sich überwinden und auf andere zugehen! Einfach ist es sicher nicht, aber ich habe gute Erfahrungen gemacht, offen auf die Menschen zuzugehen.

      • Klärli Benz sagt:

        @ maja: ich hatte schon Bekannte, die geholfen haben. Aber irgendwo hat die Hilfsbereitschaft Grenzen. Die haben alle auch gearbeitet, hatten ihre eigenen Probleme und wohnten nicht um die Ecke. Dieses „frag doch mal die Nachbarin oder deine Mutter“ hat mich richtig verletzt. Als ob ich nicht alleine auf diese Idee gekommen wäre.

      • maia sagt:

        Dass tut mir leid, dass ich Sie verletzt habe. Sie haben aber auch geschrieben, dass Ihnen NIEMAND geholfen hat. Es gab aber anscheinend durchaus helfende Hände (von der Mutter habe ich übrigens nichts geschrieben). Ich selber habe sehr gute Erfahrung gemacht die Männer im Bekanntenkreis um Hife zu bitten. Ich kann überhaupt nicht in den Chor einstimmen, dass die ganze Pflege an den Frauen hängen bleibe.

    • Frau sagt:

      @Klärli Benz ich kanns nachvollziehen was Sie schreiben. Es ist happig wenn einem keiner hilft in einer der schlimnsten Zeiten. Da kommt man auf die Welt.

      • Klärli Benz sagt:

        @ Maja: Noch ein kleiner Nachtrag zur Erklärung. Ich musste jeweils am Samstag arbeiten. Da habe ich schon meine Freunde und Familie eingespannt zur Betreuung. Dann kommen noch die Ferien dazu, wo Krippe/Hort zu hat. Freundschaften muss man auch pflegen. Man kann nicht einfach ein Kind vorbeibringen und sonst nichts mit der Person zu tun haben. Auch das ist zeitaufwändig. Gerade Leute, die in familienfreundlichen Quartieren wohnen, pensionierte Eltern usw. haben, können sich nicht vorstellen, wie es ist, soziale Kontakte bis aufs letzte ausreizen zu müssen, um über die Runden zu kommen. Man kann Freunden, die man eh schon überstrapaziert, nicht noch anrufen, wenn man krank ist. Über institutionalisierte Hilfe habe ich mich erkundigt, die gab es in den 00er Jahren noch nicht.

      • Sportpapi sagt:

        @Klärli Benz: Diesen Nachtrag finde ich jetzt sehr nachvollziehbar. Es braucht Engagement und Kraft, um ein soziales Netz zu knüpfen und genau diese Kraft fehlt dann, wenn man schon sowieso am Limit läuft. Auf der anderen Seite helfen viele Leute gerne, wenn man sie fragt.
        Ich nehme an, nach dem Vater der Kinder zu fragen macht nun gar keinen Sinn?

      • Frau sagt:

        @Klärli Benz. Ich würde die institutionalisierte „Hilfe“ nicht überbewerten.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Ich sehe das ganz entspannt. Eine Frau und Mutter, die beim MB immer wieder mal einen Beitrag zu schreiben hat, macht die Not zur Tugend und nutzt ihre Grippe, um ihre Eindrücke und Gedanken zu reflektieren.
    Da ist die Werbung, die klischeehaft ihre Produkte an den Mann/die Frau bringen will … und ihre eigene Realität, die mal das Klischee widerlegt und dann wieder bestätigt.
    So weit so gut.

    Nun, wer in der Beziehung die Rolle des Lastesels einnimmt, der sollte das Problem innerhalb der Beziehung besprechen. Werbung spule ich genüsslich vor. (Sorry, aber Werbung ist doof.) Und falls ich Werbung analysieren will… die Werber orientieren sich am Publikum, sie haben keine Ideologie, ausser, dass sie ihre Ware möglichst erfolgreich verkaufen möchten.

  • 13 sagt:

    Ich kann Ihnen gut nachfühlen. Das ist hier sehr ähnlich. Ich lag diese Woche 3 Tage krank. Mein Mann, als Teilzeit-Hausmann für die Kinderbetreuung verantwortlich und anwesend, fand das einfach super. Denn so waren die Kinder mehrheitlich bei mir und er hatte Zeit, andere Sachen zu machen. Ähm ja, danke.

    • Sportpapi sagt:

      @13: Du warst krank und lagst im Bett, und hast gleichzeitig die Kinder betreut? Wie geht das? Und das „ja, danke“ hast du umgehend geäussert und damit die Situation geklärt und verändert?

      • 13 sagt:

        Wie das geht? Frag mal jede Mutter in deinem Umfeld, die wird es Dir sagen können. Darum geht es ja.
        Ich habe kein Baby mehr, das eine rund um die Uhr Betruung bräuchte. Das jüngste Kind, welches zu Hause war, spielte mehrheitlich im Zimmer, in dem ich lag. Schlafen geht aber kaum, wenn alle 5 Min ein „Mami…“ kommt. Die Grossen waren in der Schule und kamen anschliessend mit den Hausaufgaben zu mir ins Bett. Ich habe da beim Lesen geholfen und Französischwörter abgefragt.
        Selbstverständlich habe ich meinen Unmut geäussert, wobei wir wieder mal dabei wären, dass das eigentlich nicht nötig sein sollte. Das Resultat war, dass er sie kurz nahm, eine Stunde mit ihnen rausging oder ähnliches und sie dann wieder bei mir waren.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Fast hätte ich jetzt von „bedürfnisgerechter Erziehung“ gespottet. Ernsthaft jetzt: Du lässt die Kinder ins Zimmer, du gibst dich mit ihnen ab, du machst mit ihnen Hausaufgaben, und bist verärgert mit deinem Mann, und nicht etwa deinen Kindern, die dein Ruhebedürfnis ignorieren, oder dir selber, die sich nicht durchsetzen kann?
        Würdest du mir als deinem Mann so kommen, ich wäre ziemlich stinkig gerade.
        Mach die Tür zu und sag deutlich, dass du jetzt keinen „Besuch“ magst. Dass du schlafen möchtest. Schick jede/n sofort hinaus, der dich stört. Dann hat dein Mann die Möglichkeit, die Kinder so zu betreuen, wie er es machen würde, wenn du bei der Arbeit wärst.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Oh Gott, wenn wir verheiratet wären, wäre die Ruhe bei Grippe das kleinste Problem…;-)
        Aber nein, ich sehe die Verantwortung nicht beim 3j Kind, sondern beim Verantwortlichen. Das Kind hat ja noch keine Fähigkeit zum Perspektivenwechsel. Die anderen fanden es halt toll, war Mami mal unter der Woche da. Es ist für sie nicht, als wäre ich nicht da. Da wäre es nett gewesen, ihnen eine besondere Alternative anzubieten. In einem bedürfnisorientiertem Haushalt erwarte ich von den Grossen, die Bedürfnisse anderer Mitglieder wahrzunehmen.

      • 14 sagt:

        @SP: echt jetzt? Genau diese haltung ist sowas von daneben.der Mann müsste von selber drauf kommen dass die kranke mama ruhe braucht und die kinder einfach dort rausholen,ohne dass mama das kommando dazu gibt und auch noch ihr ruhebedürfnis erklären und verteidigen muss.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @13
        das verstehe ich jetzt, angesichts Ihrer sonstigen Haltungen, jetzt aber auch nicht so ganz.
        Wenn das Leben nicht so spielt wie es „eigentlich sollte“ (sprich hier, der Partner von alleine die Bedürfnisse wahrnimmt/umsetzt), warum sollten wir Frauen dann nicht klar zum Ausdruck bringen was Sache ist?
        Und wie sollen es unsere Kinder lernen ihre Bedürfnisse, resp diejenigen des Umfeldes, richtig einzuordnen/einzufordern, wenn wir im entscheidenden Moment- dann wenn sie das grad mal so 1zu1 miterleben könnten- darauf verzichten und eine weitere Runde „mitspielen“?
        Im Ernstfall dann doch eingeknickt wird?
        Das verstehe ich jetzt überhaupt nicht.

      • 13 sagt:

        @ BS
        „warum sollten wir Frauen dann nicht klar zum Ausdruck bringen was Sache ist?“
        Die ganze Diskussion wird langsam zu einem wirklich spannenden Experiment. Die Frau sagt, der Mann übernehme eine Aufgabe nicht. Gehört wird: sie hat es nicht gut kommuniziert. Dass er es einfach ignoriert hat, ist ausgeschlossen.
        Aber zur Klarstellung: Selbstverständlich habe ich es dem Mann wie auch den Kindern gesagt. Letztere auch rausgeschickt. 30 Min später standen sie wieder da, Papi mache XY und habe keine Zeit. Also nochmals von vorne. Ja, beim dritten Mal gab ich auf. Mia culpa? Ok, wenn ihr es so sehen wollt…Und doch würde ich mal gerne die Kommentare auf einen Blogbeitrag sehen, der sagt „Super, mein Mann ist krank und darum zu Hause, jetzt habe ich endlich Zeit für meine Sachen“….

      • Sportpapi sagt:

        @13. Ich bleibe dabei. Wenn ich mir das so vorstelle, wie ich es auch kenne, dann wird der Mann ja hoffentlich schon die Kinder mehrfach zu sich gerufen haben. Aber wenn du dann doch die Kinder ins Zimmer lässt, mit ihnen spielst, Hausaufgaben machst, dann hintertreibst du all seine Bemühungen. Ausserdem würde ich dann davon ausgehen, dass du offenbar schon nicht (mehr) so krank bist.
        Wenn ich die (Büro-) Türe schliesse, wird das bei uns auf jeden Fall respektiert. Spätestens im zweiten Anlauf. Warum klappt das bei euch nicht?
        Und doch, natürlich kannst du nicht einfach davon ausgehen, dass man dir all deine Wünsche von den Augen abliest. Klare Kommunikation wirkt Wunder. Zumal wenn Handlungen und Wünsche nicht übereinstimmen.

      • Sportpapi sagt:

        @14: Ja, echt jetzt. Das Leben läuft nicht immer ideal, und im Zweifelsfall muss man seine Anliegen äussern und einfordern, statt die Faust im Sack zu machen und sich andernorts darüber zu beklagen.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Haha, ja ein sehr häufiger Fehler deinerseits. Du wendest einfach das, was Du zu Hause kennst, auf alle anderen an:
        „Wenn ich mir das so vorstelle, wie ich es auch kenne, dann wird der Mann ja hoffentlich schon die Kinder mehrfach zu sich gerufen haben. …..dann hintertreibst du all seine Bemühungen.“
        Das hier trifft bei uns so überhaupt nicht zu. Ob es deine Frau auch bei Euch so beschreiben würde, darf offen bleiben. Aber was soll’s. Ich kann noch so häufig darauf hinweisen, dass ich meinem Mann klar gesagt habe, glauben tust Du ja eh lieber das, was Du willst. Aber eins noch: Warum es hier in dem Moment nicht klappt? Weil die Kinder es schön finden, wenn ich unter der Woche da bin, und logisch da die Verlockung gross ist. Da wäre eben auch etwas Empathie notwendig gewesen.

      • 13 sagt:

        Aber vermutlich erziehe ich einfach nicht richtig (Ich, nicht wir, mein Mann ist ein Mann, was natürlich heisst, dass er alles richtig macht, es sei denn ich boykottiere seine Bemühungen 😉 ). Wenn ich aber die Wahl habe zwischen abgeschlossenen Türen und mich halt aufrappeln. wähle ich das zweite. Mir sind Angebote sympathischer als Verbote. So kommt man nämlich allen Bedürfnissen nach. Übrigens etwas, das wir im Normalfall gleich sehen, dieses Mal offenbar nicht. Mit Faust im Sack machen und sich beklagen, hat das wenig zu tun, weil es hier schlicht nicht zutrifft, dass nicht kommuniziert wurde. In einer gleichberechtigten Beziehung erwarte ich aber tatsächlich offene Augen beiderseits. Mein Mann ist mein Mann und Vater der Kinder, kein Angestellter.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Wenn ich meine Kinder aus dem Zimmer scheuche, dann gilt das. Und mir ist dann egal, ob irgendjemand anderer Zeit hat für sie, die können sich ja auch selber beschäftigen. Und auch Hausaufgaben müssten eigentlich zum grossen Teil selbstständig gelöst werden können.
        So oder so – wir reagieren ja nur auf die Infos, die hier gegeben werden. Und der Mann war ja da, ist nicht einfach gegangen, oder?

      • 13 sagt:

        Und genau da unterscheiden wir uns: mir ist es nicht egal, was mit ihnen ist oder wie es ihnen dabei geht. Du kannst das pauschal als Selbstaufgabe bezeichnen, ich nenne es Empathie.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Oha, mein Fehler. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass dein Mann zu faul ist. „Ob es deine Frau auch bei Euch so beschreiben würde, darf offen bleiben.“ Ja, ich würde jeweils auch gerne deinen Mann zum Thema lesen…
        „Warum es hier in dem Moment nicht klappt? Weil die Kinder es schön finden, wenn ich unter der Woche da bin, und logisch da die Verlockung gross ist.“ Weil die Kinder es sich nicht gewohnt sind, deine dringend angemahnten Bedürfnisse zu achten, und du nicht, dich in klarem Ton durchzusetzen? „Da wäre eben auch etwas Empathie notwendig gewesen.“ Also hätte er sich durchsetzen müssen gegen den Wunsch der Kinder…

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Aber vermutlich erziehe ich einfach nicht richtig.“ Auf jeden Fall kommen solche Probleme für mich nicht unerwartet bei diesem Erziehungsstil.
        „Wenn ich aber die Wahl habe zwischen abgeschlossenen Türen und mich halt aufrappeln. wähle ich das zweite.“ Ja dann. „Mir sind Angebote sympathischer als Verbote.“ Und hier hätte dein Mann nun dein tolles Angebot noch übertrumpfen sollen, damit dein Ruhebedürfnis gewahrt bleibt? „So kommt man nämlich allen Bedürfnissen nach.“ Hm. Worüber beklagst du dich dann?
        Auch in einer gleichberechtigten Beziehung kann man seine Anliegen klar äussern, ohne in einen Befehlston zu verfallen. Was hast du ihm denn gesagt? Ich lasse zwar die Tür offen, damit die Kinder jederzeit kommen dürfen. Aber schau doch, dass sie nicht kommen?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @13
        ich habe nicht die ganze Diskussion mitverfolgt, beim überfliegen der neuesten ist mir das einfach aufgefallen; ich finde immer noch dass es im Widerspruch zu anderen Aussagen steht. Und dass Sie uns nicht von Beginn weg die ganze Geschichte erzählt haben, sondern bloss das „süffisante Ende zwecks Beweisführung“ konnte ich nicht wissen.
        Aber auch mit dieser Vorgeschichte, wenn ein Türeabschliessen mit Etikett „Verbot“ deklariert ist, und ein eigentlich-gegen-das-innere-Befinden(Frau ist krank!)-mitspielen als „Angebot“, dann wird es natürlich schwierig die eigenen Bedürfnisse einzufordern. Mein Weg ist das eher nicht.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @13
        2/
        „so kommt man nämlich allen Bedürfnissen nach“,
        das bringt nun gut zu Tage was mich daran stört.
        Sie setzen sich sehr für diese Bedürfniss ein, besonders gegenüber den Kindern. Aber nicht gegenüber „allen“, wenn Sie im Krankheitsfall nicht die nötige Ruhe verschafft bekommen, sich dem lieben Frieden zuliebe „Angebot!!!“ 😉 „halt aufrappeln müssen“.
        Und ja, man sollte in einer Partnerschaft so einiges erwarten dürfen- bloss klappt das nicht immer. Dann deutlicher zu werden hat doch nichts mit Chef-Angestellter-Beziehung zu tun, welche man vermeiden möchte, und deshalb dann lieber mitspielt/aufrappelt.
        Ausser umgekehrt werde genauso oft verfahren, also sprich Partner „rappelt“ sich ebenfalls aus und die Rechnung ist einigermassen in Balance.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Es war keine Faulheit, sondern andere Prioritätensetzung und manchmal auch fehlende Weitsicht. Und ja, man kann mit den Sachen, die Kinder gerade sehr gerne machen würden, aber nicht machen sollen, verschieden umgehen: verbieten, strafen, Alternativen anbieten etc. Umgekehrt hätte ich die Kinder eingepackt und hätte einen Ausflug oder so gemacht. Das Verhalten der Kinder kann man durchaus kooperativ sehen: sie spielten relativ ruhig, tobten nicht herum, luden keine Freunde ein etc., weil es für sie durchaus klar war, dass Mami Ruhe brauchte.
        Es geht aber um etwas anderes: Wer spielt sonst mit ihnen? Er. Hilft bei den Hausaufgaben? Er. Erzählt Bücher? Er. Und warum hat er es an dem Tag nicht getan? Weil ich da war.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Mir ist es nicht egal, was mit ihnen ist oder wie es ihnen dabei geht.“ Ja dann.
        Du drehst dich im Kreis.
        Du möchtest, dass dein Mann sich kümmert, obwohl die Kinder lieber bei dir wären.
        Aber du bist nicht bereit, den Kindern zu sagen, dass du nicht zur Verfügung stehst, und sie zu einem Mann sollen oder sich selber beschäftigen. Denn das wäre ja gegen ihre Wünsche.
        Und dein dringender Wunsch nach Ruhe zählt gar nicht, weil der Wunsch der Kinder doch verständlich und wichtiger ist. Dennoch machst du deinem Mann einen Vorwurf, weil er deinen Wunsch nicht achtet.
        Ach ja, bei dieser Logik soll noch einer drauskommen.

      • 13 sagt:

        Nein, dem Chaos zwischen Wünschen, Kommunikation, Umständen und Bedürfnissen kann ich auch nicht folgen. Ich wollte ja grundsätzlich sagen, dass ich es kenne, was die Autorin beschrieben hat. Mein Wunsch wäre ein aktives Sorgen für Ruhe seitens des anderen Erwachsenen im Haushalt. Nun ja, vielleicht ist der Wunsch nach Mitdenken ungerechtfertigt. Mag sein. Den Schuh, ich hätte nicht kommuniziert, ziehe ich mir aber nicht an. Es ist einfach sehr bezeichnend, dass ein fehlendes Mitdenken des Mannes als fehlende Kommunikation der Frau interpretiert wird, völlig immun gegen die Beteuerung, dass man mehrmals etwas gesagt hat. Meine Gedanken dazu konnten heute nur bestätigt werden. You should’ve asked…..mental load, einmal mehr….und dann sind Frauen an der Überforderung schuld.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Es ist einfach sehr bezeichnend, dass ein fehlendes Mitdenken des Mannes als fehlende Kommunikation der Frau interpretiert wird“.
        Hm. In dem Fall war es ja offenbar nicht fehlendes Mitdenken, sondern schlicht Arbeitsverweigerung. Wobei du das wieder so schön umschreibst, dass es auch wieder unklar bleibt, wie es wirklich war. Wie auch immer.
        BS und ich sind aber vor allem irritiert, dass du nicht bereit bist, dich abzugrenzen, und schlicht und einfach die Türe zu schliessen und sich für einmal nur um dich selber zu kümmern. Und das mit klaren Worten, an den Mann und an die Kinder.

    • Widerspenstige sagt:

      Wie recht Du mit Deinen Aussagen hast, 13!
      Das erging mir nicht anders bis zu dem Tag, als ich lautstark die Diskrepanz anprangerte im Verhältnis zu meinem Dahinsiechen zB bei einem Migräneanfall. Da kann frau nicht mehr aufstehen und sich einen Tee selber zubereiten. Da musste jedes Familienmitglied ran und sich sein zMorga selber zubereiten, zum zMittag gab es nichts bzw. Restenverwertung und abends war dann der ‚Hausherr‘ anwesend für die ‚Raubtierfütterung‘.

      Aber es braucht lange, bis eine Mutter sich ins Bett legt und sich ‚bemuttern‘ lässt oder es zulässt. Das ist ein feiner Unterschied, denn das ‚bemuttern‘ ist ein fast nicht auszubremsendes Rollenspiel 😉

      • 13 sagt:

        @ widerspenstige
        Es gibt wohl einen Grund, warum es bemuttern heisst. Das letzte Mal war es meine Grosse, die das Abendessen kochte, weil ich krank war (Mann war arbeiten). So bleibt die Hoffnung, sich früher oder später doch ins Bett legen zu können 😉

      • Sportpapi sagt:

        @WS: Wenn man die Kinder zu eine gewissen Selbstständigkeit erzieht, sollte das doch kein Problem sein.
        Das „Bemuttern“ erinnert mich immer an eine Glucke. Dass beides weiblich konnotiert ist, dafür gibt es sicherlich Gründe bzw. Erfahrungen. Gut ist es allerdings nicht. Auch wenn es schön ist, wenn man bei Krankheit auch mal umsorgt wird. Aber eigentlich braucht man ja vor allem Ruhe.

      • 13 sagt:

        Ich glaube, es ist ein Punkt, den Du nicht verstehst, weil entweder Deine Kinder anders ticken oder Dich da nicht reinfühlen kannst. Aber ich versuche es noch einmal aufzuzeigen:
        Was bei Kindern (und Erwachsenen) geht und was nicht, hängt u.a. auch vom Angebot ab. Meine Kinder können durchaus alleine mehrere Stunden im Zimmer spielen. Aber sie würden es nicht tun, wenn wir für sie spannenden Besuch haben (Grosseltern, andere Familien). Ist mein Mann abends nicht da, gehe ich gleichzeitig mit den Kindern ins Bett und lese da noch 2-3 Stunden. Ist er zu Hause, bleibe ich im Wohnzimmer, weil ich ja Zeit mit ihm verbringen will.
        Das hat nicht unbedingt etwas mit Selbständigkeit zu tun, sondern damit, dass konkrete Situationen, verschiedene Massnahmen benötigen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Der Punkt ist doch: Wenn man einem Kind erklärt, dass es jetzt, auch wenn es unbedingt will, nicht bei der Mutter sein kann, weil die krank (schwach und ansteckend) ist, dann sollte es das doch auch verstehen und entsprechend handeln. Und Mama in Ruhe lassen.

  • Sportpapi sagt:

    Hm ja. Auf der einen Seite lästert frau über den „Männerschnupfen“. Auf der anderen Seite weiss man, dass Männer bei gesundheitlichen Problemen zu wenig und zu spät zum Arzt gehen.
    Dass die Grossmutter zur Hilfe gerufen wird, und kommt, ist doch wunderbar. Was aber ist die Aussage in diesem Zusammenhang?

    • Martin Frey sagt:

      „Was aber ist die Aussage in diesem Zusammenhang?“
      Das frage mich immer wieder, SP. Ich würde mal meinen, sie versucht ein Genderding daraus zu machen. Oder geht es um Werbung „Ich war völlig in den Bann gezogen…“ und ihre Wirkung insbesondere auf das weibliche Geschlecht? Seit Jahrzehnten wundere ich mich ja, wie erfolgreich gewisse etwas dümmliche („weisser als weiss“) Werbeinhalte nach wie vor sein müssen.
      Auf jeden Fall belegt die Autorin die antrainierten Reflexe (oder doch die Natur? 😉 ): Der Mann kommt von wichtiger Mission in fernen Gestaden zurück während sich zuhause die Balken biegen, und die Hüterin des Feuers zwar krank (aufgrund des Verlaufs sicher keine Grippe, aber da beginnt es ja schon…) darnieder liegt, aber sich umgehend aufrappelt als neue Not einzieht.

      • Sportpapi sagt:

        🙂
        Könnte ja auch sein, dass die Psychologiestudentin mal ein paar Tage weg ist, und ausgerechnet dann wird der Mann krank und sie kann nicht heimkommen.
        Immerhin ist noch die Mutter da. Wobei mir ehrlich gesagt gar nicht in den Sinn kommen würde, die Eltern um Hilfe und Pflege zu fragen.

      • 13 sagt:

        „Wobei mir ehrlich gesagt gar nicht in den Sinn kommen würde, die Eltern um Hilfe und Pflege zu fragen.“
        Das ist wieder einmal sehr vom hohen Ross herunter. Du müsstest das ja gar nicht, Deine Frau wäre ja für die Kinderbetreuung da. Du müsstest nur gesund werden. Ein 8-monatiges Baby betreut sich nun mal nicht von alleine und wenn der Vater nicht da ist, braucht es eben eine Drittperson. Aus dem Bett heraus geht das nach deiner eigenen Aussage kaum:
        „Du warst krank und lagst im Bett, und hast gleichzeitig die Kinder betreut? Wie geht das?“

      • Sportpapi sagt:

        @13: Warum sollte meine Frau dann für die Kinderbetreuung da sein? Glaubst du denn, sie würde vom Job heimkommen, weil ich an meinem Betreuungstag krank bin?
        Und wenn es wirklich nötig wäre – glaubst du denn, das wäre umgekehrt anders?

      • 13 sagt:

        Was ist denn Deine Lösung, wenn Du krank bist und die Kinder betreuen solltest (eine Situation, in der nun mal öfters Frauen stecken)? Die Frau, die arbeitet, ist ja gemäss deinen Worten keine Option. Die Verwandtschaft käme Dir nie in den Sinn. Krank die Kinder betreuen, geht ja wie oben geschrieben auch nicht. Sperrst Du sie in den Keller?
        (und bitte eine Antwort für Heute und eine für vor ein paar Jahren, als noch mind. eines im Babyalter war.)

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das letzte Mal war ich während dem Studium so krank, dass ich gar nichts mehr tun konnte.
        Heute würden wir die Kinder zum Mittagessen bei Freunden versorgen, so dass zu Hause Ruhe wäre. Und nach der Schule würden sie gebeten, ihre Aufgaben zu machen und zu spielen, so dass das kranke Elternteil schlafen kann nach Bedarf.
        Bei einem 8-monatigen Kind würde ich vermutlich tatsächlich zu Hause bleiben, wenn die Krankheit wirklich so ernst wäre. Spitex ist auch noch eine Option. Oder durchaus wieder Grosseltern, die das Kind zu sich nehmen.

      • 13 sagt:

        Womit ja das:
        „Wobei mir ehrlich gesagt gar nicht in den Sinn kommen würde, die Eltern um Hilfe und Pflege zu fragen.“
        widerlegt wäre, oder? 😉
        Ich würde mal sagen: Kinder ab Kindergarten kann man schon aus dem Bett heraus betreuen, erst recht mit älteren Geschwister, die schauen können und v.a. wenn sie eh einen Teil des Tages nicht da sind. Schulkinder können auch notfalls etwas Einfaches kochen. Sogar mit Neugeborenen geht das einigermassen. Dann bleibt man halt mit Baby im Bett und nimmt alles mit, was man braucht. Ein Krabbelkind oder ein Kleinkind zu betreuen, wenn man mit Grippe flachliegt, wird schwierig und teilweise auch nicht ganz ungefährlich. Da sollte es eigentlich kein Problem sein, wenn sich jemand Hilfe holt.

    • Michael sagt:

      Was die Ausage ist ? Bei Männern scheint es nur zwei Gesundheitszustände zu geben: kerngesund oder todkrank. Und die gesundheitliche Familienpflege obliegt den Frauen.

      • Sportpapi sagt:

        @Michael: Ist das so? Oder erzählt man(frau) sich das einfach gerne? Immerhin verspürt ja auch hier der Mann nur ein Kratzen im Hals, und ist deswegen nicht gleich vollständig „von der Rolle“, und behauptet nicht, es sei eine Grippe etc…
        Die gesundheitliche Familienpflege obliegt der Person, die da und gesund (gesünder) ist.

    • 13 sagt:

      @ SP
      Das eine ist doch kein Widerspruch zu anderen. Da der Mann so oft die Frau zu Hause hat, die ihm pflegt und er nicht darauf angewiesen ist, möglichst rasch wieder auf den Beinen zu sein, erübrigt sich der Arzt. Im Gegensatz zu einer Mutter, die sich Krankheit eigentlich nicht leisten kann. Und es wäre ohnehin niemand da, bei dem sie jammern könnte.
      Die Aussage ist klar: Das Pflegen kranker Familienangehörigen ist Frauensache und wird auch in der Werbung so gefördert.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich kenne keine Männer, die es sich im Krankenstand gemütlich einrichten, und lieber noch einen Tag länger im Bett verbleiben als nötig. Die meisten möchten schnell wieder auf die Beine kommen, haben im Job auch Termindruck und auch sonst noch einiges vor.
        Und dass kranke Mütter nicht jammern können kann ich definitiv nicht bestätigen. Aber ja, sie haben trotz Krankheit vielfach noch Aufgaben, die irgendwie erfüllt werden sollten.
        Und auch hier wieder: Die Pflege kranker Familienangehöriger ist Aufgabe der Person, die da ist. Da es nicht so viele Hausmänner gibt, natürlich nach wie vor vorwiegend Aufgabe der Frauen. Da braucht es keine Werbung, die das fördert. Werbung reagiert nur auf die reale Situation.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        „Da der Mann so oft die Frau zu Hause hat, die ihm pflegt und er nicht darauf angewiesen ist, möglichst rasch wieder auf den Beinen zu sein, erübrigt sich der Arzt.“
        Ganz so einfach ist es nicht. Männer haben (ganz pauschal formuliert) oft einen etwas anderen Zugang zu medizinischer Versorgung wie auch der eigenen Körperwahrnehmung. Sie gehen im Schnitt weniger und auch weniger schnell zum Arzt, obwohl sie tendenziell kränker sind, und bekanntermassen auch früher sterben.
        Ansonsten muss man wieder mal festhalten, dass Werbung nur die Stereotypen bedient bei denen es sich offenbar auch lohnt. Sprich wo es auf marktwirtschaftlich fruchtbaren Boden fällt. 🙂

      • 13 sagt:

        @ SP/MF
        Ihr glaubt also wirklich, dass Firmen Milliarden ins Marketing stecken, obwohl Werbung die Menschen gar nicht beeinflussen kann? Kaum.

        SP, wer da ist? Ja, nehmen wir das übliche Familienmodell:
        Frau ist zu Hause. Sie wird krank. Sie kann sich nicht einfach von zu Hause abmelden, sondern muss weitermachen, max. reduziert. Die Kinder kann man nicht in den Schrank sperren. Dass ein Mann darum frei nimmt, ist sehr selten der Fall. Bei wem soll sie jammern?
        Mann arbeitet. Er wird krank. Er bleibt zu Hause. Dort hat er grundsätzlich keine Pflichten, denn die Frau ist ja da. Ihr obliegt aber zusätzlich, ihn zu pflegen. Vermutlich geht auch dadurch hervor, dass sie ihn als anstrengender empfindet als umgekehrt.
        Nur sehr ausgewogen scheint mir das nicht zu sein.

      • 13 sagt:

        Ich weiss auch nicht, wer wie oft zum Arzt geht. Mein Mann geht maximal alle paar Jahre, wie ich auch. eine Erkältung braucht ja im Normalfall keinen Arzt. Allerdings ist er auch nicht „männergrippe-geplagt“, sondern trägt Krankheiten wie ein richtiger Mann, um kurz alle Klischees zu bemühen. 😉
        Tatsache ist aber, dass die meisten Männer eher in der Lage sind, einfach alles fallen zu lassen, wenn sie krank sind als Frauen mit Familienpflichten und eben dann auch seltener vom Partner gepflegt werden. Warum darf das nicht mal erwähnt werden?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ja, es werden wenige Väter zu Hause bleiben, um die kranke Mutter zu pflegen und die Kinder zu übernehmen. Liegt aber nicht am Geschlecht, sondern der Aufgabenteilung. Du wirst ja vermutlich auch nicht zu Hause bleiben, wenn dein Mann krank ist.
        Und als Mann, ganz ehrlich, brauche ich keine Frau, die mich pflegt.
        Ich weiss nicht genau, wie es mit der Häufigkeit von Krankentagen nach Geschlecht bestellt ist. Nach meinem Wissen sind Frauen deutlich häufiger krank.
        Bei uns ist meine Frau viel häufiger krank, und jammert sehr viel mehr. Aber das ist ja auch nicht repräsentativ…
        (dass ich diese Woche zwei Tage kranke Kinder gehütet habe auch nicht).

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Das mit dem Marketing ist hier ja eine alte Diskussion, analog dem Huhn und dem Ei. Und wie oft denke ich, ist beides teils richtig. Was jedoch sicher ist: wenn sich eine Marketingidee nicht auszahlt (gab es immer wieder) dann wird das auch wieder verworfen. Es gibt da keine übergeordnete, womöglich gar patriarchalische Agenda, sondern nur die des wirtschaftlichen Erfolges.
        „Ich weiss auch nicht, wer wie oft zum Arzt geht.“
        Ich schon, notabene gibt es zu dem Thema zig Untersuchungen. Einzelbeispiele bestätigen wie immer nur die Ausnahmen, nicht die Regel.
        „Mein Mann geht maximal alle paar Jahre, wie ich auch.“
        Glaube ich gerne. Böse Zungen würden dann ggf. sogar behaupten, dein Medizinalverhalten sei „männlich“… :-;

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Ihr glaubt also wirklich, dass Firmen Milliarden ins Marketing stecken, obwohl Werbung die Menschen gar nicht beeinflussen kann? Kaum. “
        Die Firmen sprechen Zielgruppen an. Wenn es um Waschmittel geht, sprechen sie (Haus-)Frauen an, weil es die nun mal viel häufiger gibt als Hausmänner.
        Was nutzen politisch korrekte Botschaften, die nicht ankommen?

      • 13 sagt:

        @ SP
        Wenn mein Mann krank ist, ruft meine Mutter an und bietet an, die Kindr zu übernehmen. Bin ich krank, wenn er arbeitet, ruft sie an, um ihr Mitgefühl auszudrücken, weil ich krank die Kinder betreuen muss. Ich lasse das mal unkommentiert, auch wenn es gut zum Thema passt 😉

        @ MF
        Hihi, könnte man meinen, stimmt aber so nicht. Die Wahrheit ist: ich bin einfach selten krank und wenn dann max 2-3 Tage. Dafür brauche ich keinen Arzt.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das heisst im Wesentlichen, dass deine Mutter offenbar noch etwas veraltete Vorstellungen hat und dir mehr zutraut als deinem Mann.
        Und nein, kommentieren musst du das hier nicht, aber allenfalls mit deiner Mutter diskutieren…

      • 13 sagt:

        @ SP
        Richtig. Wobei „veraltet“ ist diese wohl nicht, gibt ja noch sehr viele 30 Jahre jüngere Elternpaare, die das offenbar auch so sehen. Zum Diskutieren sage ich auch nichts. Du glaubst mir ja doch nicht.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Was glaube ich nicht? Dass deine Mutter und andere ältere Frauen so ticken? Das glaube ich durchaus.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @13
        also ich will Sie ja nicht stressen, aber da bleibt mir schon bisschen das Lachen im Halse stecken…, die einen unsrer Kinder könnten bald eigenen Nachwuchs haben; und ich habe mir auch schon Gedanken zur Grosselternrolle gemacht. (Nein, es es sieht noch länger nicht danach aus, aber rein theoretisch). Mir vorzustellen dass ich meine Tochter oder Schwiegertochter dann per Tel mein Mitleid wissen lassen würde, bei Sohn oder Schwiegersohn aber mit wehenden Fahnen zur Rettung aufmarschieren, ehm, also da sträubt sich trotz Hausfrauendasein alles (wirklich alles) in mir. Für mich ist schon jetzt selbstverständlich dass ich, bei entsprechenden Umständen ungeachtet des „wer ist krank“ helfen werde.

      • 13 sagt:

        Nein, ich meinte, Du glaubst vermutlich nicht, dass ich es direkt so anspreche, wie ich hier schreibe.

      • 13 sagt:

        @ BS
        Ja, das ist so eine Sache. Mein Mann, der ohne Mutter aufwachsen musste, weckt bei den älteren Damen immer mal wieder den Beschützerinstinkt. Ich nehme das je nach Laune mit einem Augenrollen oder Lachen hin.
        Aber entgegen des Gerüchts, das hier offenbar die Runde macht: Wenn es mir wirklich so schlecht geht, dass ich es mir nicht zutraue, die Kinder zu betreuen, dann rufe ich meine Eltern an und bitte direkt um Hilfe, die mir auch immer gewährt wird.

    • Evi sagt:

      Also ich habe es ganz einfach so verstanden, dass bei familiärer Krankheit es die Mütter sind, die es richten müssen. In meinem Umfeld stimmt das leider auch.

      • Sportpapi sagt:

        @Evi: Wenn die Mütter 100% ausser Haus arbeiten, werden sie bei Krankheit nicht mehr vorwiegend zuständig sein. Aber wenn sie vorwiegend zu Hause Kinder betreuen, sind sie nun mal zuständig für Kinderbetreuung.
        Der kranke Mann wäre vermutlich ganz zufrieden, wenn man ihn einfach in Ruhe lässt. Der braucht keine Betreuung.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Warum ist derjenige zuständig, der nicht 100% arbeitet? Wenn eine Mutter 40% arbeitet und der Vater 100%, das Kind wird aber an einem ihrer Arbeitstage krank, ist es normal, dass sie das übernimmt, weil sie das Kind vorwiegend betreut? Kannst Du mir da die Logik erklären oder habe ich Dich falsch verstanden?

        „Der kranke Mann wäre vermutlich ganz zufrieden, wenn man ihn einfach in Ruhe lässt.“
        Die kranke Frau wäre vermutlich auch ganz froh um die Ruhe, nur hat sie diese ja nicht, wenn sie gleichzeitig die Kinder betreuen muss….

      • Sportpapi sagt:

        @13: Da verstehe ich jetzt die Frage nicht. Wer an einem Krankheitstag zu Hause ist, betreut die kranken Kinder. Und wenn eine Frau häufiger zu Hause ist als der Mann, dann wird sie häufiger kranke Kinder betreuen als der Mann.

      • 13 sagt:

        Meine Frage war betreffend die Betreuung kranker Kinder an den Tagen, an dem beide arbeiten (würden). Tatsache ich ja, dass selbst in Ländern in denen meistens beide Vollzeit arbeiten, öfters die Mütter frei nehmen, um die kranken Kinder zu betreuen. Aber eben, vielleicht habe ich dich falsch verstanden.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich weiss, dass öfters die Mütter frei nehmen. Geht gar nicht!
        Denn das heisst, dass ihre Arbeit weniger wichtig ist. Und/oder dass in der Not nur sie die Kinder richtig versorgen können.
        Bei uns nimmt der frei, der besser abkömmlich ist (also meist: nicht unterrichtet). Und das bin eher ich.

      • 13 sagt:

        Danke. Dann habe ich es eben, wie schon vermutet, falsch verstanden. Ich bin auch der Meinung, dass die Kriterien, wann wer zu Hause bleibt, zu 100% beruflicher Natur sein sollten (Wer ist einfacher ersetzbar? Wessen Termine können besser verschoben werden? Wer kann evtl. etwas im Homeoffice machen und/oder abends oder am Wochenende nacharbeiten? Bekommt evtl. einer keinen Lohn, weil im Stundenlohn angestellt? etc.). Nur das ist den Arbeitgebern gegenüber fair. Ums Kind kümmern können sich beide gleich gut.

    • tina sagt:

      männerschnupfen/zu spät zum arzt: was willst du sagen? es wäre halt angenehm fürs umfeld, wenn man sich darauf verlassen kann, dass erwachsene menschen sich im allgemeinen selbstverantwortlich verhalten. also nicht übertriebene leidensmiene dafür selber tee machen und kürzer treten, und dann zum arzt wenns nötig ist

    • Mia Kern sagt:

      warum nicht Grossvater?

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